Folge Nr: 235
B2P121 – Die Leben der Anderen (Reiseckers Reisen) – Medienmacher Michael Reisecker
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Über die Folge:
Alle die den Podcast schon länger hören, wissen, dass es im Langformat bei BauertothePeople vor allem um den Menschen und vor allem um sein Warum geht. Dinge, welcher Art auch immer, entscheiden sich nicht selbst dafür, so zu sein, wie sie sind. Es sind immer Menschen dahinter, die Entscheidungen darüber treffen. Will man also die Welt der Dinge an sich verstehen, muss man die Menschen dahinter quasi für sich verstehen.
Und so gehen wir in dieser Folge wieder mal auf die Meta-Ebene des BauertothePeople Podcast, indem ich heute mit jemanden spreche, der sich noch viel früher als ich auf die Suche nach der Welt “an und für sich” gemacht hat.
Ein Reisendender auf vier Rädern und zwei Beinen, der einfach die Welt und vor allem ihre Menschen besser kennen lernen wollte. Ganz ohne Vorurteile und nicht auf der Suche nach dem nächsten Skandal. Dafür hat er sich die Kamera in die Brille eingebaut und auf die Reise, oder besser gesagt, auf die Reisen gemacht. Die Rede ist natürlich von Michael Reisecker und das Format, dass viele kennen heißt “Reiseckers Reisen”. Viele Jahre ist er mit seinem VW-Bus durch die Lange gefahren und hat ganz spontan mit Menschen gesprochen und Gelegenheit angenommen. Dabei ist ein völlig neues Format entstanden, das viele Jahre auch im ORF zu sehen war und das ich euch allen nur sehr empfehlen kann. Links dazu natürlich in den Show-Notes. Heute hat er das Format zwar auf Eis gelegt oder hat er Eis drauf gelegt? Egal, aktuell ist der Reisecker der Eisecker. Jup, heute macht der Michael Eis und sitzt für die Grünen im heimischen Gemeinderat.
Also, heute möchte ich mal jemanden besser kennenlernen, der wie ich durch die Welt gezogen ist, um Antworten zu geben, indem er hinschaut, hinfährt und Fragen stellt. Wie tickt so ein Mensch. Wie ist er dazu gekommen, was bewegt ihn und was hat er aus dieser Zeit gelernt. Lieber Michael, vielen Dank für deine Zeit und dein Offenheit.
Und jetzt lad ich euch ein, und ja, das ist aufgelegt, kommt mit auf die Reise des Reiseckers in Reiseckers Reisen, in das davor und danach und eine Welt der Geschichten. Viel Spaß beim Reinhören und beim Reinschauen.
INFOS ZUR FOLGE
Reiseckers Reisen
https://www.reiseckersreisen.com
Bioeiseck
https://bioeiseck.jimdosite.com
Reiseckers Reisen auf Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Reiseckers_Reisen
Michael auf Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Reisecker
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!
Transcript - B2P121 – Die Leben der Anderen (Reiseckers Reisen) – Medienmacher Michael Reisecker
Michael: Wir glauben, du musst das selber machen. Und ich bin dann zu dem Andy Zeiner
Michael: und habe gelernt, da gibt es ein Macbook, das heißt Macbook,
Michael: das sollte man haben zum Schneiden und man sollte nicht tausend Blenden machen,
Michael: weil das schaut amateurhaft aus, sondern harte Schnitte.
Michael: Und ich habe erzählt von meiner Kamerabrülle, ich habe gesagt,
Michael: nein, ich habe so etwas gesehen.
Michael: Irgendwo hat es schon Leute gegeben, die gesagt haben, die Brüllenkamera geht
Michael: gar nicht, weil das ist ja illegal, einfach so, wenn wir filmen.
Michael: Und ich habe gewusst, ich bin nicht illegal, wenn wir filmen,
Michael: ich will ja auch das sagen, aber es ist mein Mittel zum Zweck,
Michael: weil ich komme nicht raus mit Kamera und so. und wenn ich das aufhabe,
Michael: kann ich filmen. Ganz, ganz banal.
Michael: Der sagt, der typische Vorarlberger ist ein scheiß Typ, der ist stur, der ist bla bla bla bla.
Michael: Und das könntest du von jedem Bundesland machen. Und das ist mit einem gewissen
Michael: Schmunzeln anzunehmen.
Michael: Das ist, glaube ich, so wichtig, dass auch schon Kinder oder Schüler lernen,
Michael: es gibt nicht die eine Version von dir.
Michael: Wir sind so vielfältig, der Hirn ist so vielfältig und du darfst so und so und
Michael: so sein. Und es ist nichts Falsches und Richtiges, solange du nicht illegal
Michael: oder irgendwas Eures machst.
Michael: Und da sind wir wieder beim Verständnis, dass man annimmt, dass wer anderer
Michael: so ist, wie er sein will. In einer liberalen, freien Welt.
Michael: Das war bei Reisekreisen so
Michael: wichtig, zu wissen, es ist eigentlich wie ein Hörbuch, wie ein Ö1-Feature.
Michael: Dass das einfach, wenn man dann oft nach einem finalen Schnitt von Gernot auf
Michael: die Folgen angehört, und dann spürst du, wie funktioniert eine Geschichte im Ton.
Michael: Und das Bild ist sekundär, das heißt, diese Wackelei, die geschuldete Kamerabrille,
Michael: es war nie der Anspruch der Perfektion, dass das Bild perfekt sein muss,
Michael: weil es um den Ton, um die Hörgeschichte geht.
Michael: Ich bin wohin gefahren, habe gefilmt und habe aber mit dieser Freiheit mich
Michael: einzulassen zu können auf das, was kommt und was kommt dann.
Michael: Und das ist der Punkt, weil wenn wir nur mit den Smartphones oder mit unserem
Michael: Plan durch die Gassen rennen, dann werden wir nur das erleben,
Michael: was wir geplant haben und sind enttäuscht, wenn wir es nicht erleben,
Michael: weil sich der Plan ändert.
Michael: Leute, halt es zusammen, sonst dauert es nicht mehr recht lang.
Music: Music
Michael: Auf einmal tut es einen kleinen Schreiber und dann kraucht alles zusammen.
Willy: Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,
Willy: Menschen und Landwirtschaft.
Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.
Music: Music
Willy: Grüß euch! Ja, alle, die den Bauer-to-the-People-Podcast schon länger hören,
Willy: die wissen, dass es im Langformat bei uns vor allem um die Menschen und um deren Warum geht.
Willy: Dinge, welcher Art auch immer, die entscheiden sich nicht von selbst dafür, so zu sein, wie sie sind.
Willy: Es sind immer Menschen dahinter, die Entscheidungen darüber treffen,
Willy: wie diese Dinge aussehen sollen.
Willy: Und wenn man die Welt dieser Dinge an sich verstehen, dann muss man quasi die
Willy: Menschen dahinter für sich verstehen.
Willy: Und so gehen wir in dieser Folge wieder mal auf die Meta-Ebene des Bauer-to-the-People-Podcasts,
Willy: wo ich mich ja persönlich immer sehr, sehr wohl fühle,
Willy: indem ich heute mit jemandem spreche, der sich noch viel früher,
Willy: als ich auf die Suche nach der Welt, an und für sich gemacht hat.
Willy: Ein Reisender auf vier Rädern und zwei Beinen, der einfach die Welt und vor
Willy: allem ihre Menschen besser kennenlernen und verstehen wollte.
Willy: Ganz ohne Vorteile und auch nicht auf der Suche nach dem nächsten Skandal.
Willy: Dafür hat er sich eine Kamera in die Brille eingebaut und auf die Reise,
Willy: viel besser gesagt, auf die Reisen gemacht.
Willy: Die Rede ist natürlich vom Michael Reisecker und das Format,
Willy: das viele von euch kennen, das heißt Reiseckers Reisen.
Willy: Ja, über viele Jahre ist er mit seinem VW-Bus durch die Lande gefahren und hat
Willy: ganz spontan mit Menschen gesprochen und dort auch ganz spontan die Gelegenheiten,
Willy: die sich geboten haben, genutzt.
Willy: Dabei ist ein völlig neues Format entstanden, das viele Jahre auch im ORF zu
Willy: sehen war und das ich allen von euch nur sehr, sehr empfehlen kann.
Willy: Die Links dazu, die findet ihr natürlich auch in den Shownotes.
Willy: Heute hat er das Format auf Eis gelegt oder man muss vielleicht eher sagen,
Willy: er hat Eis darauf gelegt. Warum?
Willy: Heute ist der Reisecker nämlich quasi der Eisäcker. Heute macht der Michael
Willy: Bio-Eis und er engagiert sich auch im heimischen Gemeinderat.
Willy: Heute möchte ich mal jemanden besser kennenlernen, der so wie ich durch die
Willy: Welt gezogen ist, um Antworten zu geben, indem er hinschaut,
Willy: indem er hinfährt und indem er Fragen stellt. Wie dick ist so ein Mensch?
Willy: Wie ist er dazu gekommen? Was bewegt ihn?
Willy: Was hat er aus dieser Zeit gelernt? Lieber Michael, vielen, vielen Dank für
Willy: deine Zeit und auch deine Offenheit.
Willy: Und jetzt lade ich euch ein, und ja, das ist jetzt ein bisschen aufgelegt,
Willy: kommt mit auf die Reise des Reiseckers, in Reiseckersreisen,
Willy: in das Davor und das Danach und in eine Welt der Geschichten.
Willy: Viel Spaß beim Reinhören und bei uns auf YouTube natürlich auch beim Reinschauen.
Michael: So, naja, die Glatze sitzt, die schaut gut aus.
Willy: Die Glatze sitzt.
Michael: Passt.
Willy: Ja, bist du bereit oder was?
Michael: Ich bin bereit, ja.
Michael: Das Wasser stört dich nicht, so vom Bild.
Willy: Wo hast du es denn? Da. Achso, nein, eigentlich schon, weil ich richte immer
Willy: die Glasen her und dann vergisse ich immer drauf.
Willy: Ich vergisse während dem Podcast meistens auf ganz viele Sachen,
Willy: wie zum Beispiel das Kabel mit dem Zeug, oder?
Willy: Das tue ich jetzt auch noch weg, weil dann hat man es nicht in der Kamera,
Willy: dann richte ich mir das so ein, wie ich es gerne hätte. Okay,
Willy: du hast gesagt, du bist bereit, oder?
Michael: Ja. Ja.
Willy: Legen wir los, würde ich sagen. Ich habe mir ein Intro vorbereitet, quasi.
Willy: Das sage ich jetzt mal auf. Pass auf. Naja, so schlimm ist es nicht.
Willy: Im Bauer-To-The-Beeble-Podcast-Studio in Wien ist heute der Kapitän eines T5-VW-Busses,
Willy: der anstatt über den Atlantik zu shippern, Einspielung,
Willy: auf der Suche nach neuem lieber Österreich durchquert hat. Da kommen wir schon eher hin, gell?
Willy: Er ist Dokumentarfilmer, Brillenkameramann, Eisproduzent, Gemeinderat,
Willy: Kulturvermittler und vor allem ist er ein Geschichtensammler.
Willy: Ja, du schaust noch nicht so zu wieder dabei. Und hier fühle ich mich persönlich,
Willy: da fühle ich mich wirklich selber abgeholt.
Willy: Ich bin Sigmil auch ein bisschen als Geschichtensammler und ich glaube,
Willy: du hast mich sogar ein bisschen mit dem, was du machst, inspiriert,
Willy: damit ich quasi jetzt in meinem siebten Bildungsweg auch sowas wie ein Geschichtensammler
Willy: werde oder Perspektivensammler bei Bauer To The People.
Willy: Die Rede ist, wie kann es anders sein von Michael Reisecker und Reiseckers Reisen.
Willy: Servus, grüß dich. Schön, dass du heute da bist.
Michael: Grüß dich, Willi. Vielen Dank für die Einladung.
Willy: Was habe ich jetzt alles falsch gesagt? Dann tue das Mikro ein bisschen nach,
Willy: damit wir dir eine passige Stimme ein bisschen haben.
Michael: Ja, schaut besser aus, oder?
Willy: Passt. Super, top.
Michael: Es war herzerwärmend.
Willy: Ja, ich merke es richtig.
Michael: Da schmütze ich fast weg wie meine Eiskugel. Ich habe mich jetzt bei meiner
Michael: Mama in der Vorgartenstraße, also darf ich das sagen, wo wir überhaupt sitzen?
Willy: Ja, das ist ein Hidden Place. Bauer zu den People Studio in Wien, Vorgartenstraße. Yo.
Michael: Also, ich habe mich schon so gefreut. Erstens, weil die Sonne scheint und Sonne
Michael: ist irgendwie Lebenselixier.
Willy: Und wir hocken im dunklen Studio, oder?
Michael: Nein, das ist mir jetzt komplett wurscht. Aber jetzt da beim Oma gehen,
Michael: es war so typisch Wien, Bund, so viele Geschichten.
Michael: Und ich bin bewusst dann irgendwie ins Haus reinkommen, ohne Leuten.
Michael: Ich habe mir gedacht, funktioniert das noch? Weil bei Reiseckers Reisen,
Michael: dass man wohl über den Zaun drüber steigt und einfach da steht und sagt,
Michael: Hallo, Michi Reisecker, da ist die Kamera da.
Michael: Ich habe aber mein Brüllen vergessen. Das habe ich auch keines mit.
Michael: Also du bist, ich habe mir gedacht, das ist eh nur Ton, wenn du nichts filmst.
Willy: Ich habe doch, du bist da, oder?
Michael: Ich bin da und habe dann schon lachen müssen, weil erstens ist ich irgendwie
Michael: rausgekommen, ich habe die Tür aufgekommen, bin rein, erster Stock,
Michael: steht schon ein Kleberbo, Imkerei und da raten dann schon die Geschichten,
Michael: obwohl ich Reisekörsreisen jetzt schon länger auf Eis gelegt habe,
Michael: im wahrsten Sinne des Wortes.
Michael: Aber so herzlich begrüßt bin ich noch nie geworden, weil ich habe dann plötzlich
Michael: die Reisekörsreisen-Intro und habe mir gedacht, man hört noch wer,
Michael: und das war bei deiner Tür, das war cool.
Willy: Ich habe mir das vorbereitet, ich wollte eigentlich vor dem Lift stehen,
Willy: wenn du mit der Kamera Selfie-Mode und das Liedl ausspülen und du in bester
Willy: Manier stehst natürlich als erster aller Podcasts direkt vor der Tür.
Willy: Du weißt das genau so, wie in deiner Serie gemacht hast, du einfach bei der
Willy: Tür reinmarschiert und auf einmal bist du da.
Michael: Das war mir immer ganz wichtig, dass die Pläne, die man hat oder irgendwer hat
Michael: im Kopf, dieses Kopfkino, dass man das auch zerstreut.
Michael: Einfach dieses nicht recherchieren und dann nicht anmelden, wenn es geht.
Michael: Ich bin oft verraten worden, wenn ich in irgendeinem kleinen Nest bei der Tagenstelle,
Michael: beim Supermarkt, beim Wirt gefragt habe, gibt es irgendwen, irgendeine besondere Geschichte.
Michael: Weil, ja, viele haben einen Bus gesehen, die haben mich dann gekannt.
Willy: Ah, der hat man schon gekannt.
Michael: Manche haben mich gekannt, Gott sei Dank weniger, weil der ORF...
Willy: Weltberühmt in Österreich.
Michael: Nein, nein, nein, ein guter Freund von mir hat immer gesagt,
Michael: DE oder F-Promi irgendwo in der Versenkung des Kulturprogramms kurz vor Mitternacht.
Michael: Also ich bin schon so gut versteckt worden vor dem ORF, dass ich nicht ödreisiert worden bin. und,
Michael: und diese Leute, die ich dann irgendwo gefragt habe, die Menschen,
Michael: manche haben mich verraten und haben dann mal angerufen und haben gesagt,
Michael: der Reisekker kommt und die sind dann schon da gestanden und ich habe es nur
Michael: anschauen gebraucht und habe gewusst,
Michael: das sind nervös, aber durch die Kamera verfliegt es sofort, weil sie vergessen,
Michael: sie haben es ja selber oft vergessen und das habe ich auch vergessen zum Mitnehmen.
Willy: Schön, danke, das war eine schöne Überleitung. Ja, wir nähern uns dann deiner
Willy: Reise und fangen mit dem ersten Kapitel an, glaube ich, oder?
Willy: Deiner Reise, deiner persönlichen Reise Bauer zu der Bibel ist immer biografisch.
Willy: Wir fangen immer vorne an.
Willy: Versuchen ein bisschen den Menschen zu verstehen, wie aus einem unbefleckten
Willy: Wesen, das dann auf eine Welt kommt, dann so einer werden kann wie du in dem Fall.
Willy: Wo bist du aufgewachsen? Ich habe gelesen, du hast einen bäuerlichen Hintergrund, oder?
Michael: Bäuerlich nicht, aber gegentechnisch auf alle Fälle.
Michael: Von der Gegend her sicher, aber ich komme aus dem Innviertel.
Michael: Das heißt aus dem geschmackigen Oberösterreich, da im Innenviertel,
Michael: Ried im Inkreis, die Gegend, aufgewachsen, sehr normal würde ich sagen,
Michael: aber was ist schon normal, das ist immer relativ,
Michael: in einer kleinen Gemeinde Hohenzell, neben Ried im Inkreis, 2000 Einwohner und
Michael: sehr vereinskultiviert aufgewachsen, das heißt, mein Vater, Familie,
Michael: viel Vereinsmeierei, das heißt, Skiklub, Fußball, Tennis, Musi, also volles Programm.
Willy: Richtig alles.
Michael: Bin so ganz normal im Volksschul gegangen, hätte dann ins Güm gehen sollen,
Michael: wie mein vierjähriger älterer Bruder, habe mir das Güm angeschaut und habe mir
Michael: gedacht, das ist so ein grauer Bunker, da gehe ich nicht hin.
Michael: Und dann muss ich meine Mama hoch anrechnen, die war so cool und habe gesagt,
Michael: dann schauen wir sich halt nur die Hauptschule, damals nach Hauptschule, nicht Mittelschule.
Michael: Und dort war ein neuer Turnsaal. Dann habe ich mich in den Turnsaal verliebt
Michael: und gesagt, ich will in die Schule, wegen dem Turnsaal.
Michael: Ich bin in die Schule gegangen und im Nachhinein war es die beste Entscheidung,
Michael: weil diese Zeit so super war.
Michael: Wir haben einen super Klassenvorstand gehabt, eine Sie, die waren alle sofort verliebt.
Michael: Und nehmen tun soll und die war einfach super und auf was ich aussehen will,
Michael: wir waren in der A-Klasse, es gibt eine B-Klasse, eine C-Klasse damals,
Michael: Und ich habe Leute aus der B-Klasse gehabt, die haben gesagt,
Michael: das war eine Katastrophe, oder aus der anderen, weil die haben halt irgendwann einen anderen gehabt.
Michael: Und das ist so spannend, dass wir alle als menschliche Wesen so abhängig sind
Michael: von dem, wie man wo, was, wen erwischt.
Michael: Das ist alles so Zufall. Der eine sagt, das war eine Katastrophenzeit,
Michael: die Schule. Und in meinem Fall war das super, diese Hauptschulzeit.
Willy: Wegen den Menschen.
Michael: Ja, immer wegen den Menschen. Immer wieder, da war er digital noch in weiter Ferne.
Michael: Ohne, dass ich es jetzt bewerten will, wegen den Menschen. und habe dann in
Michael: dieser Zeit auch durch den Kochunterricht, damals schon die Liebe entdeckt,
Michael: so ein bisschen zum Kochen, und habe meinen Eltern erklärt, ich gehe nach Bad
Michael: Ischl, Tourismusschule.
Michael: Das waren dann viele Diskussionen, weil das war ein klar Internat,
Michael: ob mir das bewusst ist, da ist nichts mehr mit Vereinen unter der Woche.
Michael: Und ja, ich könnte ja auch Kochlehre machen oder wie immer. Und dann habe ich
Michael: gesagt, nein, die Tourismusschule, da will ich hin. Bin dann nach Ischl in diese Zeit.
Willy: Willst du hin oder willst du weg?
Michael: Nein, ich will unbedingt hin.
Willy: Du willst hin, ja.
Michael: Ich bin dann in diese Tourismus-Schule, habe aber dort dann erst kennengelernt,
Michael: was so los ist, wann verschiedene Gastrowelten aufeinanderprallen,
Michael: auch wo die Kinder, die dort dann hingängen, so mit 14, 15.
Michael: Wir waren in einem Ochterzimmer, in dem Zimmer war ein Mobbing-Opfer.
Michael: Heute würde man Mobbing sagen, damals hat es noch keiner gekannt.
Michael: Ich war als Asthmatiker gut geschützt in der Mitte von diesem Ochterzimmer,
Michael: vier links, drei rechts. Dem haben sie auch etwas gewandt, also Grauslichkeiten.
Michael: Und was mir aber dann passiert ist, war, dass ich einfach Heimweh gekriegt habe.
Michael: Heimweh nach, wo ist Fußballtraining, wo ist Tennis-Training,
Michael: wo ist diese Vereinssozialisation. Das war mir vorher nicht so bewusst.
Willy: Warum war dir das so wichtig?
Michael: Naja, wahrscheinlich ist es Spaß.
Michael: Ich glaube, wenn man jung ist und man ist so sozialisiert, es ist eine Gemeinschaft, es macht Spaß.
Willy: Was immer ein schönes Erlebnis ist, in einem Verein zu sein.
Michael: Doch sehr, mit Höhen und Tiefen.
Willy: Wurscht welcher Verein, ob es jetzt Musik oder Sport ist.
Michael: Ja, mit Höhen und Tiefen, weil beim Musikverein, da geht es halt natürlich mehr
Michael: um die gemeinsame Leistung.
Michael: Aber was Sport betrifft, wenn du jetzt nicht top of the Pops bist und beim Skirennen
Michael: immer siebter, ochter bist und nicht erster, ist auch frustrierend.
Michael: Aber es ist diese Buntheit. Und wahrscheinlich dieses Grundgehen,
Michael: das ich in mir habe, dass ich nicht eine Sache machen kann, die ich ewig mache.
Michael: Dass das spannend ist, einmal Fußball, einmal Tennis, und das waren natürlich
Michael: damals schon viele Komplikationen, weil wenn du dann öder wirst und am Freitag
Michael: ist Fußballtraining und am Freitag ist aber auch Musikprobe,
Michael: dann hast du schon ein bisschen dieses Entweder-Oder.
Michael: Und erst Jahre später, jetzt vor sechs, sieben Jahren, hat eine gute Freundin
Michael: meiner Frau gesagt, Michi, du musst ein bisschen mehr in sowohl als auch kommen.
Michael: Nicht alles so Entweder-Oder. Und der Satz begleitet mich immer wieder,
Michael: weil das ist so schön, bei vielen Themen sitzt du entspannt und sagst mir im
Michael: Endeffekt ein bisschen mehr sowohl als auch Student, entweder oder.
Michael: Also habe ich damals noch nicht gewusst. Und habe dann nach Ischl habe ich quasi
Michael: meine Eltern dann im Halbjahr erklärt, ich halte das nicht mehr aus,
Michael: ich briche ab unter Tränen.
Willy: Im ersten Halbjahr?
Michael: Im ersten Halbjahr, oder ungefähr in der Zeit.
Michael: Habe vorher noch ein Praktikum gemacht bei einem Gastronomiebetrieb,
Michael: das war mir immer lustig und ich bin nicht da hin, wegen dem Kochen und so und
Michael: Kochen war mir lustig und so.
Michael: Und habe aber auch nicht checkt, dass damals in der Schule mehr und mehr rausgekommen
Michael: ist von vielen Lehrern und Lehrerinnen, die gesagt haben, ist euch eh bewusst,
Michael: ihr arbeitet mal in der Gastro, Tourismus, das heißt Wochenende.
Michael: Du brauchst nicht glauben, du tust dann Fußball spielen oder Skifahren oder
Michael: sonst was, weil du arbeitest im Tourismus.
Michael: Und mit dem Ganzen habe ich dann meine Eltern erklärt, ich will aufhören.
Michael: Meine Eltern, so quasi, glaube ich, mein Papa damals, geh doch in Rio,
Michael: den Tabellad, da sind Mädels und alles super und kochen.
Willy: Und Wochenende frei.
Michael: Und Wochenende frei. oder nicht 100% Tourismusschule, sondern ein bisschen mit dem Kochen.
Michael: Und ich habe ihr euch damals erklärt, nein, ich will Mechaniker werden.
Michael: Und das war ein totaler Quantensprung in eine andere Richtung.
Willy: Aber das muss ja irgendwo angelegt sein. Du bekommst ja nicht von Kochen auf
Willy: Mechaniker, von Hirtz auf Sofurt, oder?
Michael: Genau. Und das war, weil mein Opa war ein Imker.
Willy: Und war auch Imker.
Michael: Warum ist mir heute das Pickerl Der hat eine Holzwerkstatt gehabt.
Michael: Und durch diese Holzwerkstatt war immer Holz, Holz, Holz, Holz.
Michael: Und mein Bruder hat es einmal beim Moped fahren erwischt. Jetzt war das tabu.
Michael: Das heißt, irgendwie Metall haben wir dumm schraufen, Schraufenschlüssel,
Michael: irgendwas Gabelschlüssel, Moped, illegal am Land haben wir dumm gefahren.
Michael: Das weiß ich noch mit dieser Polizeiaktion. Ich war null erfahren in dieser
Michael: Richtung. Und das war ein bisschen so ein Reiz. Und, dass damals...
Michael: Das war halt so, vielleicht weiß ich nicht, so alt bin ich auch nicht,
Michael: ich bin 82 geboren. Du bist 82 geboren? Ich bin 82 geboren.
Willy: Du bist jünger wie ich.
Michael: Yeah.
Michael: Aber schon sehr verlebt. Auf alle Fälle,
Michael: habe ich damals Sonntag, bist du fertig, habe mir dummgelegen,
Michael: und dann waren diese Vor-Mir-Anserinnen und Gerhard Berger.
Michael: Ich bin ein unglaublicher Gerhard-Berger-Fan gewesen.
Willy: Gerhard-Berger-Fan?
Michael: Ja, mir hat das einfach getaugt.
Willy: Er oder das Auto? der Auto. Beides.
Michael: Und ein bisschen so dieser, weiß ich nicht, ich bin ja kein geborener Patriot,
Michael: aber damals halt mitgefiebert, ob der wieder einfach da ein bisschen reinkippt.
Michael: In dieses verbotene Motorentechnik.
Michael: Und das war die Zündung für mich, dass ich Mechaniker lernen wollte.
Michael: Und dann rechnete ich heute meinen Eltern noch massiv hoch an,
Michael: dass die damals Jünger und dann da gesessen sind unter meiner Tragik.
Michael: Während meiner Tragik habe ich gesagt, naja, mein Vater weiß von seinem Freund,
Michael: dass beim Bauhof in Riedstraßenmeisterei, Betriebswerksstätte alles was orange
Michael: ist, was am Land so ein Dummfahrtasch, die suchen zwei Lehrlinge und die finden nicht mehr,
Michael: weil die jungen Burschen, was Mechaniker lernen wollen, die wollen eh alle zu
Michael: BMW und Audi und wie soll ich heißen und beim Land, das ist ja uncool, da erfragten.
Michael: Und dann hat sich die Kasten, ja Bewerbungsprozess, Landeshäuptling und so und
Michael: dann war ich da unten, weiß ich heute noch.
Michael: Was mir taugt, dass man hier noch nicht so wach ist, dass ich das schon alles
Michael: vergessen hätte und hab damals bei diesem Test haben sie mir einen Schlüssel
Michael: hergelegt, einen Gabelschlüssel, einen Gabel-Ringschlüssel. Und ich habe das
Michael: benennen müssen, das Ding.
Michael: Und ich bin da gesessen und habe gesagt, ein Schlüssel für Schraufen.
Michael: Und die haben mir irgendwie so gezeigt, naja, aber das, ah, ein Gabelschlüssel,
Michael: das habe ich noch gewusst.
Michael: Ja. Und das andere, einfach ein Ringschlüssel für Schraufen.
Michael: Und ich bin da gesessen mit 15, 16 Jahren und habe nicht gewusst, was das ist.
Michael: Und habe dann irgendwie, und der hat schon immer so, ja, da auf dem Ring, auf dem Ring.
Michael: Und irgendwann hat der Ringschlüssel und sagt dann, ja, bitte,
Michael: Herr, jetzt können wir die nehmen. Wenn du das nicht bestehst,
Michael: können wir die nämlich nicht aufnehmen. Ich meine, wir haben eh keine Lehrlinge.
Michael: Und so bin ich da reingekommen.
Michael: Und die Lehre war auch eine der besten Zeiten meines Lebens,
Michael: weil es war Doppellehrer, Kfz-Techniker, Mechaniker und Elektriker,
Michael: vom Land Oberösterreich sehr supportet.
Michael: Das heißt, wir waren in Rimini, haben Autowerke angeschaut, Ducati-Werk angeschaut.
Michael: Wir haben in England eine Berufsschule, Auslands-Erasmus-Projekt gehabt damals. Mit der Lehr.
Michael: Mit der Lehr oder Leonardo da Vinci hat das geheißen, das Projekt.
Michael: Und haben auf Doppeldecker-Busse in London gearbeitet.
Michael: Super Berufsschule in Matikofen, da hat ein Lehrer, das voll unterstützt und
Michael: in dieser Lehrzeit und auch viel Zeit gehabt, um Sachen zu erlernen,
Michael: Aber ich habe auch dort die Gastronomie ein bisschen ausgelebt,
Michael: weil wir uns um 9 Uhr haben gesagt, naja, fahrt du, du hast eh ein bisschen
Michael: Tourismus-Erfahrung, Koch-Erfahrung, halt du dir aus, oder kocht du einmal im
Michael: Sommer, du Würstelgröten.
Willy: Hat sich ausgelebt.
Michael: Und das ist auch schon so ein bisschen der Punkt, wo ich heute oft zu Schülern
Michael: sage, in die Schulworkshops oder Lehrlingsworkshops, sage ich,
Michael: egal was ihr macht, es bleibt alles, es nimmt euch nicht weg,
Michael: es zahlt sich alles aus, aber man es oft nicht versteht oder erst Jahre später draufkommt.
Michael: Und das war eine super schöne Zeit. Und dann hat ein Berufsschullehrer, der Otto Kögelberger,
Michael: der uns damals so gefördert hat, gefördert hat und gefordert,
Michael: hat gesagt, der hat auch Irland Reisen organisiert, da war ich leider nie dabei,
Michael: und hat gesagt, hey Burschen, so zwei, drei von uns, ihr lernt es euch zu leicht.
Michael: Und ich so, was? Er sagte, nein, ihr habt einfach den Krips,
Michael: ihr könnt es mehr machen, ihr wollt es doch nicht bis 60 in der Werkstatt stehen.
Willy: Das ist ja nicht das Kompliment.
Michael: Und manche haben gesagt, ich will aber ewig, ich will einen Master machen,
Michael: ich will eine Werkstatt und ich will dich vom Vater übernehmen oder was auch immer.
Michael: Und er hat gesagt, nein, ich sage euch nur, es gibt Berufsreifeprüfungen,
Michael: es gibt Ergänzungslehrgänge für Techniker, für die FH-Inverts,
Michael: es gibt zu viel. Und über den bin ich so draufgekommen.
Willy: Du bist wieder so ein wichtiger Mensch, oder?
Michael: Ja, du bist wieder so ein Weichensteller.
Willy: Du hast eigentlich die richtigen Leute erwischt, oder?
Michael: Naja, man erwischt auch viel Falsche, glaube ich, im Leben.
Willy: Aber du redest jetzt nur von den Richtigen, oder?
Michael: Ich rede jetzt nur von den Richtigen. Die anderen habe ich mir nicht gemerkt, glaube ich.
Willy: Ich habe einfach im Podcast ganz viele Menschen im Gespräch,
Willy: wo du einfach merkst, der Erfolg, den sie jetzt haben,
Willy: sind auch zwei Leute, die es getroffen haben im Leben, die irgendwas fasziniert
Willy: haben, die was in einer wichtigen Zeit eine Richtung gegeben haben,
Willy: Sicherheit gegeben haben oder sich gefördert haben und das hat sich das ganze
Willy: Leben ausgewirkt positiv.
Michael: Ich sage dir gleich ein anderes Beispiel. Es ist vielleicht eine menschliche
Michael: Eigenschaft, dass wir uns nur das Positive merken, glaube ich,
Michael: war nicht, weil wir nicht so rosarot ticken, aber ich habe durch diese Förderung
Michael: oder durch diesen Berufsschullehrer gewusst, ich kann was machen.
Michael: Ich habe Musikerkollegen gehabt, die gesagt haben, da hat schon einer in Wölz
Michael: studiert, Automatisierungstechnik Ich habe schon gewusst, da gibt es eine Fachhochschule, was ist das?
Michael: Und manche andere haben vielleicht geschimpft und gesagt, der ist bei der Museeprobe
Michael: nicht mehr da, weil er da jetzt studieren auch noch muss.
Michael: Das ist immer so Werten und Bewerten der Menschen.
Michael: Und ich habe dann gewusst, cool, in Graz gibt es im Jahr eine Neumfahrzeugtechnik.
Michael: Und habe damals gewusst, das ist mein Ziel.
Michael: Zivildienst ist mir nie so aufgezeigt worden, weder über die Familie oder im
Michael: Umfeld. Das war einfach nicht so, ja, Bundeswehr kannst du machen.
Michael: Im Nachhinein habe ich mir oft gedacht, voll schade, weil ich hätte viel lieber Zivildienst gemacht.
Michael: Da sind meine Freunde in der Hack geworden, da haben einige Zivildienst gemacht.
Michael: Das war einfach denen so klar. Und mir als Lehrling, mir ist das nie so,
Michael: ich bin nie in die Welt gerutscht. Voll schade eigentlich.
Michael: Und habe aber während dem Bundeswehr gewusst, ich gehe nicht nach Rütt,
Michael: wie alle, die nach Rütt kommen, so aus der Gegend,
Michael: sondern ich habe in Salzburg damals vorgesprochen, mit dem Bataillon,
Michael: irgendwas Kommandanten, ich möchte bitte
Michael: nach Wels, weil in Wels ist die Abendschule, wenn ich das dort mache,
Michael: kann ich während dem Bundesheer nach vier Jahren Lehrzeit diese Abendschule
Michael: machen, jeden Tag, sechs bis zehn, volle Kanne und kann dann nach fünf Jahren
Michael: an der FH zum Studieren beginnen mit diesem Ergänzungslehrgang für Techniker.
Michael: Ja, aber nicht die Berufsreife, sondern das war ein eigener Ergänzungslehrgang
Michael: für die Fachhochschulen.
Michael: Also ich hätte nicht an den Uni gehen können, aber auch an den FH.
Willy: Das ist spannend. Wir haben eine ähnliche Biografie. Ich habe auch die Augenmatur
Willy: und ich habe Koch gelernt.
Michael: Na Stein, da siehst du, komm mal.
Willy: Ich war aber der, den sie gemobbt haben.
Michael: Na echt?
Willy: Es war nicht ganz einfach die Zeit.
Michael: Naja, auf alle Fälle habe ich das gemacht. Der Bundesheer hat gesagt,
Michael: natürlich, wenn junge Menschen da irgendwie was machen,
Michael: du kriegst immer frei, du musst nicht ins Burgenland, du musst nicht nach Einsteig,
Michael: es ist alles gut, wir ermöglichen den jungen Menschen, die da bildungswillig
Michael: sind, alles, im Gegenteil, war es dann der Fall.
Michael: Also sie haben, ich bin nach Einsteig gefahren, habe immer eine draufgekriegt,
Michael: also es war extreme Hölle und habe aber im ersten Halbjahr dieses Kurses,
Michael: wie ich noch nicht beim Herr war, laut der 1 und 2 gehabt,
Michael: im zweiten dann, wo ich alles versammt habe, 5 und 1 und 5 oder 2 und 5 ist
Michael: 7, durch 2, das geht sich dann aus.
Michael: Und habe dann eine entscheidende Projekte.
Michael: Ja, also das ist dann alles grandios. Und ist sich dann irgendwie ausgegangen,
Michael: dass ich das geschafft habe, das Ding, und habe dann in Wels angefangen zu studieren
Michael: Material und Verarbeitungstechnik.
Michael: Da geht es um Kunststoffe, Metalle, das war damals auch schon voll am Puls der Zeit.
Michael: Damals, ne? Damals, naja, damals, das war so Anfang 2000, also fast 25 Jahre her.
Michael: Und man hat zum Teil auch Förderungen gekriegt finanziell, weil in Oberösterreich
Michael: die FH über die Wirtschaft voll für diese Achsen, voll für Metallfirmen, Kunststofffirmen.
Michael: Also man ist da schon ein bisschen mit Samtanschuhen getragen worden.
Michael: Und die FH selbst war eine coole Zeit, jetzt nicht so die Studentenpartyzeit
Michael: wie meine Cousins oder Bekannten in Wien, wo dann irgendwie was gut ist,
Michael: da ist so viel Party in Wien, was ist klar, es ist nett, es ist charmant. sehen.
Michael: Natürlich, natürlich habe ich mir Leute gesehen, aber wir sind dann nach Linz
Michael: gefahren auf die Mensafesteln, im Auto geschlafen und alles mögliche und haben
Michael: von unseren Stundenplänen dann auch gelernt, dass man manches versäumen kann,
Michael: obwohl man es nicht versäumen darf und haben eine coole Zeit gehabt.
Michael: Da haben wir in Wölz gewohnt, da nehmen wir nicht immer daheim dann bei jedem
Michael: Fußballtraining oder jedem,
Michael: bei jedem Spaß im Innenviertel und auch dann einmal weg, auch dann einmal eben
Michael: die Wohnung in Wörls und so war es eine ziemlich coole Studienzeit.
Michael: Aber ich habe in der ganzen Studienzeit schon gemerkt, manche kippten da voll
Michael: rein, das sind geborene Techniker und ich habe mir irgendwie gedacht, es ist...
Willy: Und du wieder nicht.
Michael: Und ich wieder nicht.
Willy: Jetzt kann mein Muster raus, ne?
Michael: Ah, scheiße, jetzt kann man schon... Da kannst du eine Psychologin her sitzen,
Michael: die sagt, okay, wir wissen.
Willy: Was du hast. Das mache ich jetzt mit einfach.
Michael: Ach Gott, ich habe allen Waren. Naja, auf alle Fälle habe ich gewusst,
Michael: es macht man ja, es ist interessant und wahnsinnig, die ganze Thematik.
Michael: Ich habe das Studium irgendwie gut geschupft.
Michael: Wir haben alle viel geschummelt, wenn es notwendig war, wenn wir von den Mensafesteln bedient waren.
Michael: Aber irgendwie, es war schon hardcore. Es haben manche aufgehört,
Michael: die sind dann auf die Bokus, haben dann Videos geschickt vom Scharfscher-Seminar
Michael: oder vom Waldhorn-Plus-Seminar und wir haben dann gesagt, hey,
Michael: was dann wir uns eigentlich auch, wenn wir wahnsinnigen.
Willy: Hat dir das Leute, also diese fehlende Naturbezug ein bisschen?
Willy: Oder so. Ich höre es ein bisschen so aus.
Michael: Aber ich glaube nicht wegen der Natur, sondern eher wegen dem Exkursionscharakter.
Michael: Wenn die im Weinfiedling du Weindringer waren. Nein, eher so von dem,
Michael: dass einfach, wenn wir Mechanik 4 oder Strömungsdynamik 5 High End Klausuren
Michael: gehabt haben und da war zwei Wochen zum Lernen, dann warst du nicht mehr im
Michael: Leben, weil dann bist du im Stoff vertieft.
Willy: Und so abstrakt vom Leben weg. Zwar beschreibt man das Leben relativ gut, aber...
Michael: Einfach extrem stark, weil du doch in der Zeit warst mit Anfang mit der 20,
Michael: wie war, dass du gesagt hast, das können ja nur Party-Party auch sein,
Michael: wie bei manchen anderen Studenten, die man kennt.
Michael: Aber ohne zu pauschalieren, natürlich. Ohne zu pauschalieren.
Willy: Wenn du das YouTube-Video siehst, dann schaut sie mir in die Augen, was du sagst.
Michael: Nein,
Michael: es war schon ein Wort für dein Studium, absolut. Und dann wollte ich die Berufspraktik
Michael: haben, wollte ich nach China, in irgendeiner Bude.
Willy: Einfach nach China.
Michael: Einfach nach China oder einmal weit weg, oder Irland oder so ausnahms...
Willy: China oder Irland. Hauptsache Italien. Hauptsache Italien.
Michael: Hauptsache Italien, nein, nein. Das ist aber dann nichts geworden.
Michael: Das ist dann nichts geworden.
Michael: Da habe ich das Berufspraktikum gemacht, dann bei Skifischer,
Michael: weil durch Skifahren und Skirennen fahren war das immer so ein bisschen faszinierend.
Michael: Habe dann im Innenviertel das Praktikum gemacht und habe dann 2007,
Michael: das war vor der Krise damals, 2008 war ich so ein bisschen Krise,
Michael: noch vor den anderen Krisen, die wir heute alle kennen.
Willy: Die Immobilienkrise war das damals.
Michael: Und habe damals, wir haben sich aufgeteilt, wir waren glaube ich so 14,
Michael: 14 Metallkunststoffabsolventen und haben im Schnitt drei, vier Jobangebote gehabt.
Willy: Das war noch die Zeit, wo wir aus Technik Technikerin, wirklich Angebote,
Willy: wo man einfach sagen hat, nicht?
Michael: Ja, genau. Ich habe das gehört irgendwann einmal. Obwohl, das hat es vor ein
Michael: paar Jahren auch wieder gegeben, Arbeitnehmermarkte verändert sich immer.
Michael: Aber es war schon so, ich habe irgendwie beim Fischer, habe ich gewusst,
Michael: dann habe ich Polytech oder BMW in Deutschland, also es war, man war sehr gefragt,
Michael: weil es gibt ja die Montano-Union hier oben und die hat relativ wenig Absolventen,
Michael: viele gingen ins Ausland und dann bleibt für den österreichischen Markt wenig über in dem Bereich,
Michael: Metalle, Kunststoffe, wie es da war zu der Zeit und viele meiner Metallkollegen
Michael: und Kolleginnen sind halt in der Föst oder in irgendwelche Firmen und damals
Michael: war es bei uns auch so, man hat sich das ein bisschen aussuchen können.
Michael: Ich habe damals dann Assessment Center Test gemacht in Linz für die Borealis.
Michael: So Vollgas, gar nicht gewusst, was das ist vorher.
Michael: Und habe mich da irgendwie durchgefreut. Ich war glaube ich,
Michael: mein Studienkollege Thomas und ich, wir waren die einzigen Österreicher,
Michael: weil da waren von bis alles da.
Michael: Die Borealis hat damals massiv für internationale Forschung nach Linz geholt.
Michael: Also ich rede jetzt Borealis in Linz, weil Schwächert, Wien gibt es ja auch, ich glaube.
Michael: Und das war eine extrem spannende Erfahrung.
Michael: Da waren so Sachen wie, naja, jetzt füllst du deinen Kalender aus,
Michael: wie deine Wochen ausschaut, und da haben sie jetzt Rosen für die Frau gekauft,
Michael: und da soll ich jetzt Tennis spielen gehen, und da soll ich das machen und die Projekte.
Michael: Und ich habe dann zum Teil alles zusammengeschrumpft, so, und habe damals,
Michael: da war noch kein Corona und irgendwie Homeoffice oder sonst was,
Michael: und war noch vier Tage fertig oder dreieinhalb, dann haben sie mich gefragt,
Michael: die Experten, was mit mir ist, ich habe die Sache nicht verstanden. So, wieso?
Michael: Ich habe das Benzum alles verstrukturiert, dann habe ich einen Tag frei,
Michael: und das kann ich da machen.
Michael: Ja, aber ich habe diese ganzen Pausen nicht einbaut. Coffee Break und Smoking
Michael: und das Zeugs. Ich sage ihnen, erstens rauche ich nicht, zweitens mag ich keinen Kaffee.
Michael: Ich sage ihnen, wenn ich das hochrechne, wenn ich die fünf Minuten hochrechne,
Michael: das sind zwei Stunden, die habe ich mir da eingespart und habe das ziemlich anders gemacht.
Michael: Und das ist mir dann eigentlich zugutekommen auch.
Willy: Ja, aber jetzt, stopp einmal, wie kommt man denn auf das? War das so ein System
Willy: damals, dass man quasi in den Kalender, das war dann ein ganzer bunter Kalender,
Willy: mit 122 Farben und Pausen auch geplant.
Willy: War das ein System damals oder nachdem die gearbeitet haben?
Willy: Und du hast das irgendwie geändert für die? Du hast entschieden,
Willy: ich mache das jetzt anders?
Michael: Ich habe es einfach anders gemacht. Hast du einfach nicht gefragt,
Michael: was die Regel ist? Nein, ich habe nicht gefragt. Ich lese meine Kinder gerade vom Harari.
Willy: Wir sind wieder bei der Psychologie.
Michael: Ja, wir sind bei den Regeln. Bei Homo Sapiens war schon cool vom Harari und
Michael: da gibt es Kinderbücher auch.
Willy: Eine kurze Geschichte der Menschheit.
Michael: Ja, und warum die Welt nicht fair ist. Das liegt bei uns ums Eck in der Bücherei Atnang.
Michael: Und das lese die Kinder oft, das Gute-Nacht-Geschichte. fahren,
Michael: die Kinder sind 8 und 10 und checken sehr wohl, was da Sache ist,
Michael: manchmal ist es ein bisschen hart, was da drin steht
Michael: und da geht es auch um Regeln, dass wir in den ganzen Mustern wie Glaube entstanden
Michael: ist und Religionen und Regeln, dass man mit denen darf und das darf man nicht
Michael: und das darf man nicht, dass sie aber sehr wohl verstehen,
Michael: okay, Regeln sind so systematische Konstrukte, die wir uns gebaut haben,
Michael: aber es gibt auch den Blick daneben und der Blick daneben war damals bei diesem
Michael: Test mit den Papierschnipseln, ja eh, wo war denn das?
Michael: Muss ich kurz ausschweifen? Muss ich gerne durch?
Willy: Das ist ein Podcast, für das sind wir da.
Michael: Es hat, ich war gestern schon in Wien, wir haben seinen Otto Lechner Film angeschaut.
Michael: Der Musikant und der Otto Lechner erzählt den Witz im Film, ich hoffe,
Michael: es spoilert jetzt nicht zu viel für die, die den Filmen schauen wollen,
Michael: von Bären und von den Tieren, die irgendwie auf der Todeslisten stehen.
Michael: Und die kommen alle zum Bären und sagen, mein Bär, stimmt es,
Michael: dass ich auf der Listen stehe, dass ich erschossen werde? Und der Bär sagt,
Michael: ja und schießt, Tier tot.
Michael: Kommt das nächste Tier, der Haas, keine Ahnung, sagt zum Bären,
Michael: du Bär, stimmt es, dass ich auf der Todeslisten stehe, dass ich erschossen werde?
Michael: Und der Bär sagt, ja und er schießt den Haas. Und so tue ich immer weiter.
Michael: Und ganz am Schluss kommt der Willi oder der Fuchs oder wer auch immer und sagt,
Michael: du Bär, stimmt es, dass ich auf der Todeslisten stehe, dass ich jetzt erschossen werde?
Michael: Und der Bär sagt ja und der Willi sagt, naja, aber kannst du mich streichen auch?
Michael: Der Bär sagt ja, dann streiche ich dich halt. Du gehst wieder heim.
Michael: Und das ist eine super Metapher auch für die Regeln, entweder wo zu fragen,
Michael: wo man eigentlich nicht fragen darf, oder gar nicht zu fragen und was anderes zu machen.
Willy: Oder bei zwei Optionen, die da anboten, werden die dritte auszuwählen.
Willy: Magst du das oder das? Nein, ich hätte gar nicht das gewesen.
Michael: Kann aber crazy werden, glaube ich. Aber in dem Sinn war es halt damals beim
Michael: Assessment Center super und dann bin ich da in die Firma gekommen.
Willy: Ja, haben sie es akzeptiert? Weil du hast ja im Prinzip deine Arbeit gestartet.
Willy: Ja, ja, sie haben es akzeptiert. Tatsächlich?
Michael: Sie haben es akzeptiert. Ich bin reingekommen, ich habe keine Auswertung bekommen,
Michael: wie viele Punkte, ob es an dem gelegen ist. Aber es waren viele so Sachen.
Michael: Bei manchen kann es die nicht aus.
Michael: Also man hat schon um diesen...
Michael: Klassischen österreichischen Turbokapitalismus-Wöhring zu sein.
Michael: Man hat schon leisten auch müssen.
Willy: Österreich hat auch Turbokapitalismus-Wöhring.
Michael: Nein, ich glaube, wir haben alle als Gesellschaft zu einem Turbokapitalismus,
Michael: kommen wir später darüber reden, der uns jetzt um die Ohren fällt.
Michael: Im Endeffekt bin ich in die Firma reingekommen und was ich dort auch gesagt
Michael: habe, was auch nicht normal war, es haben ja alle, wir waren fertig,
Michael: ich habe die Diplomarbeit abgegeben im Juli und mein Studienkollege,
Michael: der auch mit war, der heute noch dort ist, hat im August angefangen oder im September.
Michael: Und der Firma war klar, naja, ihr fangt jetzt alle an. Und ich habe damals gesagt,
Michael: naja, ähm, ich will aber jetzt nicht anfangen. Warum?
Michael: Ich möchte mein Englisch verbessern. Ich wollte ins Ausland,
Michael: nach China oder Irland, wie wir wissen.
Michael: Das hat aber nicht hingekommen. Ich möchte mein Englisch verbessern und deshalb
Michael: möchte ich noch Australien und Neuseeland.
Michael: Und geht das, dass ich erst im Februar anfange? Dann sind sie zu Tag gesessen,
Michael: waren zwei oder drei Leute, dann haben sie den Abteilungsleiter geholt von der
Michael: Abteilung, für die ich mich beworben habe.
Michael: Naja, wenn er gut abschneidet und wir wollen den haben, dann kommt er halt im Februar erst.
Michael: Und alle so, ja, geh mal Englisch verbessern und kommst im Februar.
Michael: Denken wir, yes, voll cool, super Firma. Geht auf Mitarbeiter ein.
Michael: War eine Traumfirma auch.
Michael: Und das waren in der Forschungsgruppen dann.
Willy: Wir sind immer noch bei der Borealis jetzt, oder?
Michael: Ja, wir sind noch bei der Borealis.
Willy: Weil wir weiß es nicht, du bist so schnell.
Michael: Und jetzt kommt der Kronstein für Reisekäsreisen.
Willy: Jetzt geht's. Ich habe gewusst,
Michael: Ich fange im Februar an und habe davor noch ins Ausland gehen.
Michael: Ich habe was als Sport gehabt, weil ich schon gearbeitet habe,
Michael: als Mechaniker und so. Und auch immer Ferialjobs während dem Studium.
Michael: Weil es gibt die Art von Studenten, die kriegt es halt irgendwo hingeschoben,
Michael: oder eine sehr hohe finanzielle Unterstützung.
Michael: Und es gibt auch die, die arbeiten müssen. Und es gibt eh sehr viele,
Michael: die sehr viel und fleißig arbeiten.
Michael: Respekt. Und ich habe auch sehr viel im Sommer Vollgas gekackt.
Michael: Und dann durch meine Technikerausbildung, Montage, solche Geschichten,
Michael: wo man wirklich viel, viel, viel verdient hat. Und mit dem habe ich mein Studienleben finanziert.
Michael: Und im Endeffekt habe ich mir von dem auch was auf Zeiten getan und habe mir
Michael: das leisten können, dass ich nach Australien in der Säule fliege.
Willy: War das bewusst dorthin?
Michael: Es war ein bisschen ein Muster, weil mein Bruder hat an der Uni Salzburg studiert
Michael: und ein Auslandsjahr gehabt in Australien, in Melbourne.
Michael: Meine Eltern haben ihn damals besucht und ich hätte ihn auch gerne besucht,
Michael: habe aber nicht ausgehen wegen der FH, weil das doch verschult war vom Stundplan und so.
Michael: Du hast da noch eine Rechnung offen gehabt, ein Defizit zum Aufarbeiten.
Michael: Ich habe psychologisch gesehen wieder, wie ich für mich ein Defizit offen gehabt
Michael: habe, habe viele Tipps gekriegt von meinem Bruder und habe damals,
Michael: um zu deinen Schattenseiten zu kommen, habe eine Beziehung gehabt,
Michael: so zwei Jahre während dem Studium, die ist auseinandergegangen und es war auch Flucht.
Michael: Ah, Flucht. Es war Flucht, ich bin unter Tränen da.
Willy: Sag aber arge Sachen, damit ich euch heute runtergehe.
Michael: Jetzt pass auf, also was wirklich arg ist, ich glaube fast keiner,
Michael: aber es war arg, mit der damaligen Freundin, wir haben eh schon gewusst,
Michael: dass es nicht mehr passt, gründet sicher durch uns beide und sind aber nur nach
Michael: Barcelona geflogen, damals.
Michael: Das war im, pass auf, was war das, November 2000, für die Meteorologen unter
Michael: euch oder unter uns, die dann schauen, ob das stimmt mit diesem Anwetter.
Michael: Das war irgendwann Anfang November oder Ende Oktober 2007, wenn man sich das
Michael: gewinnen hat, glaube ich.
Michael: Und habe beim Heimfliegen neben mir, also da haben wir eigentlich nicht mehr
Michael: viel zu sagen gehabt, wir waren einfach, ich glaube, die Reise verändert noch
Michael: was, aber wie soll die ist, kennt vielleicht eh jeder, wenn man sich nichts mehr zu sagen hat.
Willy: Geht man nicht viel mehr.
Michael: Ja, und dann fliegt dieser Billigflug damals, ich weiß nicht mehr,
Michael: war es Rainier oder irgendwas, damals war noch kein Flightshaming,
Michael: da ist man noch mal dumm geflogen.
Michael: Über Linz, wir waren in Linz gelaunt, und es war plötzlich alles grau,
Michael: und dann sagt er, und wir fliegen schon so ein Schleifen, und man hat aber immer
Michael: wieder ein bisschen abgesehen, und ich sage schon zu ihr, hey,
Michael: da unten ist die Föst, ich sehe es eigentlich schon, wir waren im Land.
Willy: Ja, wir waren da,
Michael: Und ja, also eigentlich waren wir da, und dann fliegt da wieder Schleifen,
Michael: und so Stille, und auf einmal hat es schon über Donut, und dann sagt der Pilot
Michael: durch, übrigens, wir können nicht landen, weil es ist so ein Schneesturm,
Michael: also es ist so ein Schauer, ich weiß nicht mehr, ob es Hagel war oder Schnee,
Michael: und er hat kein Landeerlaubnis.
Michael: Er probiert es jetzt noch zweimal, und wenn es nicht besser wird,
Michael: müssen wir woanders hin.
Michael: Und wieder so ein Schleiferl, und wieder ein Schleiferl, also es ist,
Michael: als wäre es gestern passiert.
Michael: Und plötzlich macht es so einen Duscher, einen richtigen Duscher,
Michael: wir sind eher hinten gesessen, und es war alles gelb, es war gefühlt alles gelb,
Michael: und die Leute sind irgendwie alle so,
Michael: mit diesem Duscher, alle so Screaming und alle so auf, also ich hoffe,
Michael: dass jetzt keiner Flugangst kriegt, alle so auf und so quasi dann war Totenstille
Michael: und er hat die Maschine aufgegriffen und wir sind auf, auf, auf ein Gefühl der
Michael: Ewigkeit das waren ein paar Sekunden,
Michael: und irgendwann war er oben und dann war blauer Himmel oben und stille und auf
Michael: einmal sagt er durch ja und so hat er Blitz getroffen aber ist nichts passiert
Michael: alles gut aber wir müssen die
Michael: Elektronik checken wir können in Linz nicht landen wir fliegen nach Graz.
Michael: Und da war es ruhig. Leute haben gewarnt, Leute haben geschrien,
Michael: aber es war eigentlich ruhig vom Gefühl. Ein paar haben irgendwie,
Michael: es war ja dann Totenstille.
Michael: Da waren wir irgendwie, ich weiß nicht, wie lange wir von Linz nach Graz,
Michael: das hat gefühlt nicht lange gedauert.
Michael: In Graz sind wir dann gelandet und dann wollte jeder raussehen.
Michael: Dann haben die Ersten, ich will raussehen, ich will raussehen.
Michael: Nein, wir müssen warten, es wird die Elektronik gecheckt und wenn die Elektronik
Michael: in Ordnung ist, müssen wir wieder nach Linz, weil wir in Linz dann landen sollen.
Michael: Und dann haben wir, glaube ich, eine halbe Stunde oder eine Stunde gewartet
Michael: in diesem Scheißflieger und irgendwann hat es geheißen, nein,
Michael: die Elektronik ist beschädigt, wir müssen aussteigen, kommen Bussen und dann
Michael: sind wir mit Reisebusse nach Linz und das war am Freitag.
Michael: Und am Montag bin ich aber schon weggeflogen nach Australien.
Michael: Und da habe ich mir gedacht, an dem Wochenende erstens Beziehung war eh schon,
Michael: da haben wir dann echt, da war dann Schluss.
Willy: Der Naheabsturz hat euch auch nicht mehr dann irgendwie, das hat sich auch nicht mehr rausgekriegt.
Michael: Nein, nein, nein. Und dann, also gefühlt war das dann am Montag der Flug nach Australien.
Michael: Wenn das jetzt in meiner Erinnerung vielleicht zwei Wochen später war,
Michael: die Geschichte ist sicher so besser, wenn es am Montag war und.
Willy: Das am Freitag war.
Michael: Nein, aber ich glaube, es war wirklich so. Und dann weiß ich noch,
Michael: wie ich in den Zug eingesteckt bin nach München, wo ich dann weggeflogen bin damals von München.
Michael: Das war auch unter Tränen, weil man dachte, mein ganzes Leben,
Michael: die Beziehung ist nicht mehr so, wie ich geglaubt habe und ich halte es da ab.
Willy: Hast du wirklich gewarnt?
Michael: Ja, ich habe es schon gewarnt. Im Zug habe ich gewarnt. Das war einfach so,
Michael: einfach wirklich, habe ich mir gedacht, boah, das ist jetzt alles,
Michael: was tue ich da überhaupt.
Michael: Und gefürcht habe ich mich auch von dem Flieger.
Michael: Und dann bin ich das erste Mal in meinem Leben in einem riesengroßen Flieger gesessen.
Michael: Ich weiß nicht mehr, was das war. ob das Emirates, irgendwas,
Michael: Boeing, 7, 8, ich weiß es nicht mehr.
Michael: Ja, aber mit so sieben Reihen, oder weiß ich nicht, nein, nein,
Michael: natürlich nicht, Business mit Schlafkuh, ja genau,
Michael: genau, alles gespart, nein, nein, nein, es war so ein billiges,
Michael: Around the World, irgendwas mit Umsteigen in Bangkok und bin da weggeflogen,
Michael: der Flieger war so smooth, ich habe mir damals endlos Elton John reingezogen
Michael: und Filme geschaut, habe das nicht gekannt, das war ein Wahnsinn,
Michael: Entertainment, hat noch kein Smartphone gehabt in der Derskalierung,
Michael: habe dann in Bangkok Couch gesurft das erste Mal in meinem Leben bei der Fang
Michael: bei einer Thailänderin die mir mit ihrer Mutter die mich bekocht hat und Bank.
Willy: Gekocht hat du warst noch in Namen oder ich habe sie gar noch
Michael: Kontakt nein die heißt noch Fang ich habe sie auf Facebook noch aber wir haben
Michael: sie ewig nicht mehr gehört aber ich habe einen Kontakt noch,
Michael: Und habe dort in Bangkok gegrillte Heuschrecken gegessen und ohne Schnaps und
Michael: ohne Cola und bin nicht krank geworden und so.
Michael: Habe dann daheim meinen Studienkollegen erzählt, das kannst du alles essen.
Michael: Und der hat dann einmal Lebensmittel vergiftet und gekriegt von der Pizza im
Michael: Flugzeug, von den Champignons. Und auch nicht von Thailand.
Michael: Und habe super Zeit gehabt in Bangkok, stopp' runter, 2-3 Tage und bin dann
Michael: weiter an die Ostküste nach Sydney.
Michael: In Sydney angeschaut, habe mich dort, Manly Beach, oder wie das heißt,
Michael: da waren tagsüber lauter Business-Menschen, die gesagt haben,
Michael: naja, wir arbeiten ein bisschen, dann gehen wir ein bisschen am Strand,
Michael: trinken ein paar Drinks, alles so offen, ein bisschen so Surfer,
Michael: Surfer-Partie, das war mir nicht so, nicht so mein Wirt.
Willy: Hast du da auch die langen Haare gehabt?
Michael: Eben nicht, eben nicht. Ich habe noch kein Klotzen gehabt, aber kurz,
Michael: und deshalb war die Surfer-Welt wahrscheinlich durch innere Irritation oder
Michael: Neid, weil mir gedacht, die schauen alle so gut aus und so.
Willy: Hier hat dir auch die Frisur gefällt fürs Surfen. Ja, ja. Okay,
Willy: deswegen dann weiter Deshalb weiter,
Michael: Entschuldigung, ich habe das gegen das Mikrofon. Deshalb Richtung Norden.
Michael: Ich bin dann noch nach Norden rauf, Fraser Island, so Urwaldtrip und war damals mit meinen 5, 26 alt.
Michael: Weil der Durchschnitt an Rucksack-Touristen war so 17, 18, 19, 20.
Michael: Viele deutsche Damen oder Burschen mit Visa-Karten von Papa,
Michael: die halt ein Jahr, haben nie gesagt, ich bin da jetzt drei Wochen unterwegs,
Michael: die haben mich alle angeschaut.
Willy: Da zahlt sie nicht aus.
Michael: Wir sind drei Monate, was tust du da? und das war aber in Summe ein cooles Erlebnis,
Michael: bin dann und nach Neuseeland und in Neuseeland statt mit, damals haben sie gesagt F.Bass,
Michael: statt mit dieser Spaßbusse, mit dem Oberländer, mit diesem Zug,
Michael: da habe ich schon ein bisschen so ein Faible gehabt für Züge,
Michael: mit diesem Zug von Auckland runter und dann bei Wellington übergesetzt und in Wellington,
Michael: ich habe schon immer das bisschen gehabt, das Gehen, wenn mich etwas interessiert, auch wen anzusprechen.
Michael: Das heißt, das habe ich schon, Einfach zu sagen, bevor ich da alleine tippe,
Michael: da sitze ich und da sitzt wer,
Michael: Egal, ob männlich oder weiblich, eher leichter, eher mit Frauen,
Michael: aber ohne Hintergedanken.
Michael: Ich habe viele Cousinen und Cousine von mir im Nachbarhaus, mit der viel aufgewachsen,
Michael: eher so immer leichter da mit Frauen. Vielleicht habe ich deshalb jetzt zwei Töchter.
Willy: Vertrauen einfach eher da.
Michael: Ja, und habe damals eine angerät, Victoria, da weiß ich sogar einen Namen noch,
Michael: die Victoria aus Spanien, haben wir ein bisschen geredet auf Englisch,
Michael: was sie so macht, ja, sie war auch im Banko Couchsurfing, ja,
Michael: bei wem? Bei der Fang, ich war auch bei der Fang.
Michael: Scherz jetzt. Dann haben wir ein Selfie gemacht, damals ein Selfie, das ist schon gegangen.
Michael: Ich habe schon ein Selfie geheißen, habe ich nicht gewusst.
Willy: Das erste Selfie der Welt vielleicht sogar.
Michael: Das allererste, oder ein Wifi, weil wir waren ja mehr. Und haben das gemacht
Michael: und haben es der Freund geschickt. Die hat dann nicht geschrieben, Wahnsinn, voll cool.
Michael: Und das war so ein Momentum, weil man dachte, das hat der Erwin Wagenhofer oft
Michael: gesagt, es gibt den Zufall nicht, weil du entscheidest, was du hinfährst.
Michael: Da irgendwie zu glauben, der Zufall, es fällt dir auch zu, wenn ich jetzt das
Michael: Filme mache, abbirge, um den Wagenhofer da zu zitieren.
Michael: Der hat irgendwann mal gesagt, glaube ich, in einem Interview eben auf 1,
Michael: Wenn ich jetzt links oder rechts abbiege, ich entscheide es euch selber.
Michael: Und das habe ich bei Reiseckers Reisen ganz oft gedacht.
Michael: Und auch dort war es so, ich habe entschieden, dass ich in dem Moment genau
Michael: dort bin und dann triff ich dich zufällig. Also die Welt ist so klar.
Michael: Wenn man will und sich auf das einlässt und nicht darauf hofft,
Michael: weil wenn man darauf hofft, passiert es wahrscheinlich nicht.
Michael: Und war dann noch im Süden, so Christchurch haben wir da, bin mit dem Oberland
Michael: oder mit dem Zug dann noch an die Westküsten gefahren.
Michael: Also nicht Interlaken, hätte ich schon gesagt, das ist in der Schweiz,
Michael: aber nicht die ganze Bungee-Jumping-Partie.
Michael: Für das habe ich als geborenes Frühchen mit Lungenentzündungen und doch eher
Michael: vorsichtiger Mensch, fühlt sich für Angst.
Willy: Hängst du sehr am Leben, nicht zu sehr am Bungee.
Michael: Ja, Bungee, hätte ich fühlt sich für Angst. Ich hätte es beim Drehen von Reisigasreisen
Michael: oft mal angeboten gekriegt, so irgendwo da mit oder hupfen oder mitfliegen bei
Michael: so einem Tandemsprung, also da bin ich... Aber ich habe schon mit der Brillenkamera...
Willy: Du bist gebuddelt am Neusiedlersee und du bist sogar am Traubrennbaden gefahren, nicht?
Michael: Oder in der Otterkring fuhr ich auf den Bauchrainer aufgekreuht,
Michael: als Mensch mit Höhenangst.
Willy: Nein, Respekt.
Michael: Und da ist es die Kamerabrille, die dich schützt.
Michael: Es gibt ja Unfallkamera-Männer, die sagen, sie stehen im Ernst und Unfall und
Michael: da liegen zwei Leichen und der Schutz ist diese Kamera.
Michael: Der Schutz für diese Distanz ist die Kamera und auch die Brillenkamera ist,
Michael: die macht man jetzt nicht zum anderen Menschen, aber erstens bist du in der
Michael: Rolle, dass du sagst, jetzt fühle ich mich auch, was ich tue,
Michael: weil ich stehe so nicht an, ich bin ein neugieriger Mensch und ein offen extrovertierter
Michael: Mensch und Leute haben mich oft gefragt, stehst du dann in Wien auch und der
Michael: U-Bahn quatscht jeden an, hey, was machst du so und du so Natürlich nicht.
Willy: Krokodil dann die mäßig.
Michael: Ja, aber ich genieße Chance, wenn ich da in der vorgeholten Straße rumgehe,
Michael: dass ich mir denke, Wahnsinn, was du für viel, da sind die drei Maler,
Michael: da ist der, da ist die Mama mit dem Kind.
Michael: Also diese Vielfalt von uns Menschen, wo jeder seine Geschichte hat.
Michael: Und unser Reisen fördert das natürlich enorm. Und das war meine erste große
Michael: Reise quasi, wo ich aus dieser Reise raus halt dann auch heimgekommen bin mit
Michael: einem anderen Selbstbewusstsein.
Michael: Gewusst habe, jetzt geht es bei der Prairie alles los, alles super.
Michael: Weil ich bin ja daheim gekommen nach drei Wochen und dann bin ich plötzlich im,
Michael: Forschungslabor gesessen, im Kellergeschoss, mechanische Forschung und habe
Michael: geforscht mit Highspeed- Kameras von Flir,
Michael: von einer Firma, die jetzt Kameraentwicklungen macht mit Infrarot und und und
Michael: für Drohnen, also katastrophal, und für dynamisch-mechanische Zugversuche,
Michael: wo man, wenn da Techniker draußen sind mit Zugstabel und Zugversuch, Materialtests,
Michael: wo man Verschlüsse testet, Apparatur entwickelt für die,
Michael: Verschlusstestmessung für Ketchupflaschen oder Duschgeld. Das kennt jeder von euch oder von uns.
Michael: Wenn man Duschgeld daheim hat oder Ketchupflaschen, dann haben wir so ein Scharnier aus Kunststoff.
Michael: Dann hat man irgendwie testen müssen, das Material, der Bordeales für den Hersteller,
Michael: ob das eh ein Million Mal geht.
Michael: Weil wenn das noch 400.000 Mal kaputt wird und das Material vielleicht hat oder
Michael: die Konstruktion, dann kann das gefährlich sein.
Willy: Du hast ein Million Mal Auf und Zug gemacht wahrscheinlich.
Michael: Ja, genau. Wir haben die Apparatur entwickelt.
Willy: Die, was das macht.
Michael: Die, was das testen kann. Oder nach Deutschland gefahren, Freunhofer-Institut
Michael: und haben dann Fasern des Borealis Polypropylen-Materials, also Kunststoff,
Michael: sagen wir mal Plastikkunststoff, getestet, wie die Fasern da runterkommen aus
Michael: dieser Maschine, die dann in die Pampers Babywindel drin sind.
Willy: Man glaubt gar nicht, dass eigentlich hinter jedem Ding das ist,
Willy: steckt irgendwo ein Mensch, der einmal eine Maschine zugebaut hat oder ein Patent
Willy: drauf hat oder irgendwie sich einen Gedanken dazu gemacht hat.
Michael: Ja, Gedanken und noch mehr und Regeln. Das ist eigentlich unglaublich spannend.
Willy: Was du erzählst, aber es hat ihn trotzdem nicht abgekühlt. Ich habe es schon
Willy: ausgelöst. ein bisschen.
Michael: Ja, und das war unglaublich spannend und toll und eine super Kollegin gehabt
Michael: und super Mitarbeiter und goldene Jahre 2007, vor 2008, vor der Krise,
Michael: jeden Mittwoch Kaffee-Corner, da ist ein Bäcker reingekommen mit blunder Gepäckkisten,
Michael: damit man die internationalen Forscher bei Laune hält und die paar Österreicher.
Michael: Es waren schon viele Österreicher in der Firma, aber es waren so,
Michael: in meiner Forschungsgruppen waren, weiß ich nicht, waren 17 Nationen überhaupt
Michael: in der Firma, ein Portugieser, ein Tschechien und die sind alle nach Linz gekommen,
Michael: erstens mit dem Zuckerl des Verdienstes, viel weil sie gesagt haben,
Michael: Neulenz, Austria, cool.
Michael: Schauen wir uns ein bisschen Wiener und Salzburg an, viel sind auch hängen geblieben.
Michael: Und die Firma war sehr cool. Aber auch in dieser Zeit ist dann auch schon losgegangen,
Michael: Richtung Krise so, kommt halt irgendein neuer CEO und sagt, hey Leute,
Michael: sparen. Oder, oder. So Wellenbewegungen.
Willy: Du hattest schon gewusst, dass es nichts dauert.
Michael: Naja, aber ich habe für mich schon gewusst, es ist interessant,
Michael: es ist eine Freiheit gewesen in deinem Alter mit einem Verdienst,
Michael: mit Thomas glaube ich 3200 brutto,
Michael: und Vertrauensarbeitszeit, kein Stempeln, kein irgend sowas,
Michael: sondern der Chef hat gesagt, hey, du hast eh deine Projekte zu machen.
Michael: Und ja, und coole Kollegen. und ich habe aber nach einem halben Jahr schon gewusst.
Willy: Eigentlich… Da ist es wieder. Ja. Das reißt du dir wieder nicht.
Michael: Ja, und habe dann irgendwie mir gedacht, oh mein Gott, das kann es doch nicht
Michael: sein. Jetzt habe ich studiert und bin da und alles super. Ein bisschen wie im goldenen Käfig.
Michael: Und habe dann irgendwie Suchen angefangen, eine andere Beziehung dabei gehabt,
Michael: die ist auch auseinandergegangen und habe mir irgendwie gedacht,
Michael: während der Beziehung schon damals, das ist ja eigentlich eine Katastrophe,
Michael: wenn ich eigentlich mehr schwärm von dem, was meine Freundin macht,
Michael: wenn die Physiotherapeutin ist und ich das cooler finde wie meinen eigenen Job.
Willy: Das kann auch sein, dass immer das andere, das, was man nicht hat,
Willy: ist meistens das, was spannender ist.
Michael: Ja, und das sind wir schon beim Geschichtenerzähler oder beim Dokumentarfilmer.
Michael: Das heißt, ich bin kein Hedonist und kein Egoist, absolut nicht.
Michael: Lass ich dir mal nie nachsagen.
Michael: Viel zu viel im Geben. Hat Vor- und Nachteile.
Michael: Und hab damals, ich nenne das auch heute gerne so diese Ödreisierung,
Michael: dass ich dann am Mittwoch mir schon denke im Labor damals, boah cool,
Michael: eh nur mehr zwei Tage bis zum Wochenende.
Willy: Also mit Dienstag in der Frühschöpfung, über das Wochenende.
Michael: Ja, genau. Oder um zwei Nachmittag zum sagen, mein, voll cool,
Michael: endet er noch drei Stunden bis zum Tennisplatz.
Michael: Um drei halb mal ins Auto, ein Freund
Michael: fährt mit und wir fahren dann Tennis spielen, haben Tennis training.
Willy: 9-5-Minds jetzt so richtig rauskosten und drauf aufbauen. Ja.
Michael: Obwohl man umgeahnt worden ist von Social-Themen in der Firma und die Firma alles richtig macht.
Michael: Weil leicht wäre es, wenn die Firma ein Chance ist oder die Leute arg sind,
Michael: weil dann ist es ja leicht da loszulassen.
Willy: Du musst den Grund nur ein leichter.
Michael: Ja, genau. Und der Grund war ich selber. war. Und habe dann in dieser Phase
Michael: irgendwann schon den Mum gehabt, vielleicht durch das Reiseselbstbewusstsein
Michael: so ehrlich zu mir selbst zu sein und dann auch zum Chef und zu sagen, hey,
Michael: bei allen Kosten, die ich weiß, war ich am Hiring und Einstellung und dass ich
Michael: eigentlich erst ein Jahr da bin,
Michael: ich muss weg, es ist nicht die Firma, ich brauche was anderes.
Michael: Und habe da für mich beantwortet, ich brauche Menschen und Natur.
Michael: Davor habe ich das noch probiert mit Menschen, aus dem Sportln aus ein bisschen
Michael: so die Faszination Physio und so und habe tatsächlich damals die Aufnahme gemacht für Physio.
Willy: Ach, das auch noch dann.
Michael: Habe in Salzburg die Aufnahme gemacht. Ich glaube in Salzburg oder Linz.
Michael: Linz war Salzburg und Linz.
Michael: Da machst du dann so Sachen wie Kirschkanzackerl tanzen mit 20-jährigen Damen,
Michael: die einfach da das erste Mal in einem Leben die Ausbildung machen wollen.
Michael: Und ich habe schon ein bisschen was anderes gemacht gehabt.
Michael: Und irgendwann bin ich da sogar weitergekommen in Linz.
Michael: Und da sehe ich mich selber noch sitzen. Ich habe jetzt Gott sei Dank ein Pullover,
Michael: weil da war ein Gebirge drauf auf mein Schempol.
Michael: Und ich habe damals ein Leiberl angehabt von der Borealis Mountainbike Challenge
Michael: in Saalbach mit drei Gipfel.
Michael: War nicht immer so Firmen-Events, wie es halt ist bei großen Firmen, alles gemeinsam.
Willy: Ja.
Michael: Und sie sieht den Studiengangsleiter noch sitzen und die anderen zwei da im
Michael: Bewerbungsgespräch und der schaut mich an und sagt, Herr Reisecker,
Michael: Sie haben einen Lebenslauf.
Michael: Mir kommt ein bisschen vor, wie Ihr Leihwahl mit den Gipfeln.
Michael: Dass Sie einen Gipfel erklimmen, dann ist es uninteressant und dann wollen Sie
Michael: einen Nächsten und einen Nächsten.
Michael: Und ich habe die Sorge, wenn ich Ihnen das jetzt gebe, den Platz,
Michael: und Sie kriegen dann einen Physio-Ausbildungsplatz, den ganz viele junge Mädchen
Michael: wollen oder junge Damen,
Michael: dass das schade ist, weil Sie machen die Ausbildung und sie machen das sicher
Michael: super, aber dann machen sie wieder was anderes. Kann das sein?
Michael: Und ich bin da gesessen und habe mir gedacht, 100 Punkte, voll erwischt.
Michael: Sag ich, ja, das kann wirklich sein. Sie haben komplett recht,
Michael: wenn es einem Jungen gibt, der sechs, sieben Jahre jünger ist wie ich und der
Michael: das vielleicht wirklich mit Herzblut lang macht.
Willy: Du hast es akzeptieren können.
Michael: Ja, ich habe es akzeptieren können. Die Einzige hat mich voll trafen.
Michael: Dann habe ich gesagt, ja.
Michael: Und dann war ich innerlich voll fertig, weil ich mich da vorbereitet habe,
Michael: geglaubt, das ist meine Flucht und meine Lösung und habe dann,
Michael: eine Woche später, bin ich zu meinem Forschungsgruppen-Chef und habe gesagt,
Michael: der ist vielleicht heute noch dort, weiß ich nicht, ein super cooler Typ aus
Michael: Deutschland, der da Abteilungs-, also Forschungsgruppenleiter war und habe gesagt, hey,
Michael: ganz ehrlich, ich bin jetzt draufgekommen, was ich wirklich brauche,
Michael: ich muss kündigen, ich kündige hiermit, ich brauche Menschen und Natur und ich gehe Schiller ran.
Willy: Ich war Skilehrer.
Michael: Ich war Skilehrer. Und ich habe mir auch geschaut, sagt er, naja, du bist jung.
Willy: Die Logik von Menschen und Natur auf Skilehrer zu kommen, da ist jetzt quasi
Willy: das Trauma der verpassten Partys aus Wien aus.
Willy: Du hast einen Linz. Das ist ein Vorurteil,
Michael: Weil du die Partys siehst. Weil Skilehrer. Du siehst sofort die Partys.
Willy: Und unten in der Schirmbau wird langsam schon mal Hirnschwein,
Willy: um irgendein Lidl zu zitieren.
Michael: Du siehst sofort die Partys, da kann ich nur empfehlen, weil da habe ich mir selber gedacht.
Michael: Das Geschee des Skilehrers. Ich habe mir da selber ein Denkmal gesetzt und habe
Michael: ohne Brille gedreht für den ORF, das Leben ist schön, 2020 vor Corona.
Willy: Ja, Alpendorf, oder?
Michael: Ja, genau. Sehr auf YouTube zu finden.
Willy: Habe ich mal angeschaut, ja.
Michael: Und da sieht man diese Bubble. Da habe ich quasi diese Bubble verewigt,
Michael: wo ich gearbeitet habe als Skilehrer. Und habe dem meinem Chef bei der Brutal alles erklärt.
Michael: Und ich habe
Michael: Mich voll gefürchtet, weil mir dachte, mei, der wird sagen, du bist ja komplett
Michael: warm gelaufen. Und der Stocksist hat das angehört.
Michael: Und der Skifahren in Österreich, eh klar, mit deiner Vorerfahrung Skifahren,
Michael: das hat er ein bisschen bewusst, sagt er, Mensch Junge, du bist so jung,
Michael: tu mir einen Gefallen, lebe dich aus, dann suchst du eine Frau, 4, 25,
Michael: dann suchst du eine Frau, machst zwei Kinder, baust du ein Haus und dann kommst
Michael: du wieder. Und ich habe gesagt, nein, ich komme nicht mehr.
Michael: Und davor hat er noch versucht, hat er noch gesagt, hey, wir haben Abu Dhabi,
Michael: Joint Ventures, geh nach Abu Dhabi, Borouche, ÖMV, Joint Ventures,
Michael: Borreales, da verdienst du das Doppelte oder mehr, wenn es am Geld liegt und
Michael: so, oder an der Herausforderung als Forscher.
Willy: Warst du so gut in dem, was du gemacht hast?
Michael: Gut, Ich war halt in dem System und da sind glaube ich viele gut und er war
Michael: einfach bemüht als Führungskräfte zu schauen, zu sagen, an was liegt es denn,
Michael: was willst du denn für Challenge, wir sind im Unternehmen so breit und so gut,
Michael: dass wir jedem helfen, der sich anders entwickeln will und ich habe gesagt,
Michael: nein, es liegt nicht an dem, es liegt auch nicht am Geld.
Michael: Es ist mein Antrieb. Und dann habe ich mich gefürcht, weil dann bin ich,
Michael: glaube ich, bei gefühlter 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Michael: mit denen ich so zu tun gehabt habe in meinen Projekten.
Michael: Ich war ja nicht lang dort, ein halbes, dreiviertel Jahr, glaube ich.
Michael: Bin ich durchgegangen und habe mich verabschiedet.
Michael: Lang für mich, eine Ewigkeit, eine Ewigkeit. Ich habe mich gefürcht.
Michael: Ich habe mir gedacht, wie werden die alle reagieren? Die werden sagen, hey.
Michael: Und das Schöne war, dass mehr als 95 Prozent oder fast alle gesagt haben,
Michael: man gratuliere, recht hast.
Michael: Du bist nur so jung, schau dir die Bilder durch, wenn es dir taugt,
Michael: dann kannst du immer wieder kommen.
Michael: Und dieser Spruch, das war für mich so eine neue Lebenserkenntnis,
Michael: weil meine Oma damals, gotthab-sie-selig von der Reise-Cas-Reisen-Signation,
Michael: die hat immer gesagt, mein Bub, das ist eine wahnsinnige Toast.
Michael: Das ist deine Oma. Ja, klar.
Willy: Nein, Bub.
Michael: Du glaubst, das ist eine Protagonistin.
Willy: Nein, ich hab mir gedacht, das ist eine Außen-Ausendung. Ja,
Willy: ich hab mir gedacht, nein, das ist deine Oma.
Michael: Du hast glaubt, das ist irgendeine Gerti-Trassel. Ich hab mir die ganze Zeit gefragt.
Willy: Wo die, wenn wir in der Folge, dass ich die, ah,
Michael: Mei. Ja, ja, das ist natürlich meine Oma. und die habe ich damals genauso gefühlt,
Michael: wie ich... Nein, und auf alle Fälle hat die gesagt, Wahnsinn,
Michael: jetzt hast du einen guten Job und das war auch so spannend, dann zu erleben,
Michael: dass natürlich ganz viel in meinem Umfeld, in meinem Lebensumfeld,
Michael: jetzt dreht er total durch, jetzt ist er Diplomanschein, er geht in Chile.
Michael: Und ich habe erst später erfahren vom guten Freund von mir, der im Sportlerheim
Michael: gesessen ist, das war auch mein Vater gesessen, mit den ganzen Eltern,
Michael: Vetter und Herren, die da halt reingehören, dass irgendjemand gesagt hat,
Michael: nein, dein Bub, der geht jetzt in Chile.
Michael: Und mein Vater darf gesagt haben, ja, recht hat er, ich wollte es auch mal,
Michael: da habe ich es nie getan. Irgendwie so in die Richtung.
Michael: Und auf alle Fälle über den Bekannten bin ich dann nach St. Johann in Bongau,
Michael: habe die Ausbildung gemacht für einen Skilehrer-Anwärter, war dann verblüfft,
Michael: weil die meisten, die da mit dann aus Holland sind oder aus diversen Ländern,
Michael: weil das natürlich dann die Skilehrer sind für diese Gästegruppe, auch der Sprache wegen,
Michael: wo es gar nicht so wichtig ist, dass du jetzt der perfekte Skifahrer bist.
Willy: Wieder nur einer von zwei Österreichern gewesen, oder?
Michael: Ja, fast, fast, fast, fast, fast. Dem ersten Mal fortgehe ich da in Capron in der Disco.
Willy: Da fühlst du immer die Quote.
Michael: In der Disco, der Quoten Österreicher.
Michael: Genau und in der Bar, ja, 90% Multikulti, die Welt, weißt du,
Michael: und es war aber schon, es war jetzt nicht der Partyantrieb, ehrlicherweise,
Michael: es war echt nicht der Partyantrieb, für das gar nicht, nein,
Michael: auch, aber es war echt dieser Antrieb,
Michael: so dieser Skifahren und Natur und ja, und dann hat die Skilehrer gestartet, 2009,
Michael: glaube ich war das 8, war ich bei der Borealis, genau, und 9,
Michael: habe ich die erste Saison gehabt, 9 auf 10, in St. Johann im Bongo,
Michael: im Alpendorf, rot-weiß-rot,
Michael: Und das war schräg. Ich habe den, jetzt hätte ich schon gesagt,
Michael: Kostüm. Ich habe den Skilehrer gewandert, geht zum Sparer, kauft mir irgendwas, steht in der Kasse.
Michael: Kommt eine Herr in meinem Alter damals, so Einheimische. Hey, bist du neuch?
Michael: Sag ich, wie bist du neuch? Ja, bei der Rot-Weiß-Rot bist du.
Michael: Und die so, ja, erste Saison. Ja, gehen wir Skifahren morgen und gehen wir mal
Michael: fort. Da haben wir gedacht, oh mein Gott, die Klischees.
Michael: Kaum hast du sowas an. Die Blicke und alles, also Klischee allee. Aber.
Michael: Ich habe dann
Michael: Die erste Gruppe gehabt und mein Chef hat gleich gesagt, Pass auf. Pass auf.
Michael: Und was war ich? Ich habe mich gleich in zweite Gruppe, in zweite Woche voll verliebt.
Michael: In einen Gast, weiblich aber, also in eine Luxemburgerin, Witwe mit zwei Kindern.
Michael: Wir waren eine halbe Zeit zusammen und anstatt mich da auszuleben in jeglichem
Michael: Schielehrer-Klischee, habe ich eine Beziehung gehabt.
Michael: Und habe das auch ernst genommen. Und bin immer wieder nach Luxemburg aus.
Michael: Der Schielehrer-Chef hat durchgetraut, weil er gesagt hat, ich habe einen Schielehrer-Klischee
Michael: genauso gemacht wie die Gruppen und und und. es hat irrsinnig Spaß gemacht,
Michael: es war irrsinnig schön, ob es jetzt gekränkt hat oder geschnieben hat oder die
Michael: Menschen mit Arbeit und im Schnee, wenn das Spaß macht.
Michael: Also irrsinnig genau das, was ich gesucht habe, weil du so viel zurückkriegst.
Michael: Du kriegst so viel zurück, wir Menschen ticken so, dass wir im Urlaub sehr locker
Michael: sind und viel gut und es ist ein bisschen wie ein Babbel, weil am Samstag fahren
Michael: die Leute heim und dann kommen die Nächsten.
Michael: Es ist ein Stark, es ist ein Schräg und ich bin dann teilweise einfach nach
Michael: Luxemburg ausgebostet, ich hätte schon gesagt, mit dem Bus, mit dem Pichot Boxer
Michael: noch mit dem Ersten gepoost, aber mit US-Pitter, ja gepoost,
Michael: bin dann rausgeboost, eben Schilderang gewandt, nach Luxemburg rausgefahren,
Michael: war dann zwei, drei Tage in Luxemburg, wieder reingefahren und die hat mir damals,
Michael: die war 42, ich war 6, 27 und ja, beide voll verliebt, die war ein Jahr Witwe
Michael: und die hat mir damals schon gesagt, hey, das, was da jetzt gerade passiert.
Michael: Das ist voll schön, aber sie kann das fast nicht verantworten,
Michael: weil sie hat zwei Kinder mit 9 und 10, die haben mich voll mögen oder 9 und 12.
Michael: Und sie hat gesagt, das ist ja nur eine Mogelpackung, was ich da mitkriege.
Michael: Ich bin draußen, ich bin ja nicht im Alltag.
Michael: Und wo soll das hinführen? Und die hat ganz weise zu mir gesagt immer, du bist viel zu jung.
Michael: Du bist ja viel zu jung für das, dass du schon verstehst, was Liebe heißt und
Michael: so Sachen. Da habe ich gesagt, hallo, ich bin 6, 27, ich weiß schon, was Liebe ist.
Michael: Und ich habe mir gedacht, ein bisschen so luxemburgermäßig, ein bisschen chauvinistisch,
Michael: angeberisch, so ein bisschen was Besseres, so wie die Franzosen auch auf so
Michael: einen Ruf haben, jetzt auch von uns Österreicher, ohne zu pauschalieren.
Willy: Natürlich nicht.
Michael: Habe ich aber gedacht, hey, und sie hat gesagt, nein, du wirst euch später verstehen,
Michael: was ich meine. Und irgendwie, wir haben dann so, wir haben dann einen Sommerurlaub
Michael: verbracht, als Familie mit Hund und die Burschen und so.
Michael: Und nach diesem Urlaub, waren wir so in Rores und Kroatien und im Urlaub haben
Michael: wir dann auch immer wieder über das geredet.
Michael: Und da hat sie gesagt, nein, sie beendet das, weil das für nichts ist,
Michael: ich will mir nicht mein Leben verbauen, weil ich bin so jung,
Michael: ich werde selber mal eine junge Frau haben in meinem Alter,
Michael: und selber zwei Kinder haben oder mehr und da will sie, alte Schachtel,
Michael: nicht mir das verbauen für irgendeinen Spaß oder Verliebtheit,
Michael: weil das Leben ist so viel mehr und das kann sie für sich nicht verantworten,
Michael: obwohl es möchte, also das war ja eine starke Zeit.
Willy: Eine intensive, kurze Zeit, wieder ein halbes Jahr,
Michael: Ne? Kurze Zeit, mit einer kurze Zeit und dann, ich bin damals ausgestiegen,
Michael: Autobahopfer, die sind nach Luxemburg ausgezischt, ich in meinen Bus rein,
Michael: Autobahopferd und Richtung Hallein, Richtung München, die fahren da vorne mit
Michael: Hund und Kind und ich fahre in die Rechtsrichtung.
Willy: Spürst du, wie das Ding auseinander geht, oder? Ja.
Michael: Jetzt spür ich es auch. Und das war einer der größten Schmerzen in meinem Leben.
Michael: Das war einer der größten Schmerzen mit diesem Wissen ihrer Entscheidung,
Michael: weil ich war so gewesen und gesagt, nein, da haben wir weiter und Dings und Dings.
Michael: Und da, wenn du siehst, da fährt so ein Lebensanteil von dir weg.
Michael: Also da brichst. Und das ist aber ein Moment gewesen, wie meine anderen Beziehungen
Michael: auch so schreckliche Beziehungsenden sind, ähm,
Michael: dass ich mir damals so gedacht habe, Wahnsinn, damals nicht sofort,
Michael: aber später dann gemerkt habe, so muss ich sagen, später gelernt habe,
Michael: was ich von der gelernt habe.
Michael: Ich habe von der so viel gelernt, auch über das Leben und über ihre Aussagen,
Michael: und kann das auch heute in meiner Beziehung oft,
Michael: oder habe das oft auch schon ausgebrochen, wo ich gesagt habe,
Michael: na Wahnsinn, auch in Bezug auf meine Kinder, auf unsere Kinder,
Michael: die jetzt acht und zehn sind, weil mir denke ich, unglaublich,
Michael: was ich damals in der kurzen Zeit, über diese paar Wochenenden,
Michael: was ich da einfach mitgekriegt habe zwischen den Zeilen, so wie als Lehrerin.
Michael: Ich bin sehr dankbar für das. Und das ist aber ein Prozess, dass man irgendwann
Michael: versteht und sagt, ich habe einmal, ich war es eh alkoholisiert,
Michael: früher beim Fortgeber zu einer Ex-Freundin gesagt, danke, dass du Schluss gemacht
Michael: hast mit mir, hätte es nicht getan,
Michael: wäre heute das und das und das nicht passiert.
Willy: Du hast es ernst gemeint, du hast es nicht gemeint, aber es ist genau falsch angekommen.
Michael: Es ist natürlich falsch angekommen.
Willy: Ich weiß genau, was du gemeint. Es kommt von Herzen.
Michael: Und ich habe aber mal, es gibt ein guter Freund von mir, der macht Vision zu
Michael: suchen, guter Freund, guter Bekannter, er machte diese Anzuchen, so Naturauszeiten.
Michael: Das ist eher so aus dem Indianischen. So sind Übergangsrituale,
Michael: wo es früher anscheinend so war, dass Jugendliche gelernt haben,
Michael: mit diesem Ritual ins Erwachsenenalter zu kommen.
Michael: Wie immer bei uns im römisch-katholischen, wann wer ist, ich war lange Ministrant,
Michael: bin irgendwann aus der Kirche ausgetreten, auch im Zusammenhang mit der Luxemburgerin
Michael: und mit meinen Erfahrungen in dem, dass ich gesagt habe, nein,
Michael: ich sehe die Welt einfach anders.
Michael: Und da kann man ja sagen, so nach typisch österreichischer Werte,
Michael: oder kirchliche Prägungen, könnte man ja sagen, die Firmung ist auch sowas.
Michael: Und bei den Indianern damals oder gewissen Stämmen war dieses Übergangsritual,
Michael: die Naturauszeit, Mission Quests, oder Vision Quests, und habe mich in meiner
Michael: Naturauszeit, wie meine Frau schwanger war, oder damals noch Freundin zu unserer
Michael: ersten Tochter, habe ich sowas gemacht.
Michael: Das war im Sinai gewesen, war dann wegen Kriegsgebiet in Grosetto,
Michael: in Rom, in der Nähe von Rom war.
Michael: Und da bist du in einer Gruppe, zwei, drei Tage, und dann gehst du für die aber aus in die Natur,
Michael: für ungefähr, jetzt weiß ich nicht mehr genau, drei Nächte und drei Tage,
Michael: hast Wasserversorgung vor Ort und hast nur Pläne und beschäftigst dich nur mit
Michael: dir selber, indem du sagst, du tust nichts, außer dass du ein paar Fragestellungen mit hast.
Michael: Und damals war meine Fragestellung, okay, ich werde jetzt Vater,
Michael: was heißt das für mich und für mein Leben?
Willy: Du hast eine große Frage gehabt.
Michael: Und in der letzten dieser drei
Michael: Tage bleibst du dann auch noch munter oder versuchst munter zu bleiben Hm?
Michael: Und dann achtest du halt auch auf so Zeichen, da kannst du dir was einreden
Michael: oder nicht, je nachdem, ob man da glaubt oder nicht glaubt an solche Sachen.
Michael: Ich bin da sehr pragmatisch als Techniker, also sehr am Boden der Tatsachen.
Willy: Technikgläubig.
Michael: Nein, nicht, solange man nicht technofaschistisch ist. Große Gefahr ist Technofaschismus.
Michael: Und habe damals, war mit der Fragestellung draußen, erstens,
Michael: wie wird das als Papa, als einem gleichen Lebensabschnitt, auch mit dem,
Michael: dass ich selber, das ist mir ja nicht passiert, der Kinderwunsch war auch bei
Michael: mir da, aber so typisch männlich, das kann ja irgendwann sein,
Michael: und habe dann meine jetzige Frau kennengelernt,
Michael: die um ein paar Jahre öder ist wie, wieder öder,
Michael: erfahrener wie, und irgendwie schon mir gleich einmal klargestellt hat,
Michael: ich will schon meine Kinder, und da war ich dann ja, ich auch,
Michael: aber ja, schauen wir mal,
Michael: das war dann schon so da, und in dieser Naturauszeit habe ich dann auch meine
Michael: Wunden aufgearbeitet, das heißt, Beziehungsschmerzen, oder so Beziehungsthemen,
Michael: habe ich mir angeschaut, und habe gesagt,
Michael: das hat sich dann so herausgestellt, die müssen vernarben, die müssen vernarben,
Michael: Und das heißt, weil eine Wunde bleibt dann immer, aber es ist ein Unterschied,
Michael: ob es offen bleibt und man schlägt so ein ganzes Leben mit oder ob es ein Narben wird.
Willy: Ein Narben wird.
Michael: Ja, und das hat mir damals intensiv geholfen, diese zwei, drei Beziehungen,
Michael: was ich gehabt habe, mit Luxemburg oder auch während dem Studium,
Michael: einfach zu vernarben und zu sagen, nein, das ist nicht nur eine Verletzung,
Michael: sondern das hat auch etwas Gutes gehabt.
Michael: Oder das auch annehmen zu lernen, dass auch so negative Sachen auch etwas Gutes haben.
Michael: Das heißt nicht, dass man es
Michael: im Leben alles scheren kann, also auf keinen Fall, um das zu relativieren.
Michael: Und damit verbunden hat mir das irrsinnig geholfen. Habe ich jetzt zurück nochmal zu Schilleran.
Michael: Aus dieser Verletzung aus bin ich dann nur mal Saison Schilleran gegangen,
Michael: aber ich habe in Neuseeland bei dieser Reise das Tangerino Crossing gemacht,
Michael: da Herr der Ringe, Mount Doom.
Michael: Und war mit einem Israeli unterwegs und mit einer Holländerin.
Willy: Jetzt kommt der Punkt. Ich habe sie schon im Betto gehabt.
Michael: Und ich war auch nie der Autor Survival, Jackie Chan oder Indiana Jones.
Michael: Und bin halt da schon so behütet gereist mit einem sieben Stunden Tracking-Dings und war da oben.
Michael: Und da hat sich das Einglüsse, weil meine Oma hat nie verstanden,
Michael: die hat gesagt, nein, wie kann man nur so weit fortfahren, bei meinem Bruder
Michael: schon nicht, wenn eh bei uns alles so schön ist.
Michael: Und habe damals auf diesem Berg erstens ein schlechtes Gewissen gekriegt,
Michael: weil mir gedacht habe, voll arg, ich stehe da in Neuseeland am anderen Ende
Michael: der Welt und ich war noch nie in Vorarlberg oder in Burgenland.
Michael: Und mir gedacht, das ist eigentlich total bizarr, dass man so weit fortfliegt,
Michael: obwohl damals CO2 und Fliegen noch gar nicht thematisiert worden ist,
Michael: aber ich habe mir damals gedacht, das ist irgendwie voll krank,
Michael: dass man, ich habe ja doch für meine Verhältnisse sehr viel Geld ausgegeben,
Michael: er spart das, dass ich mir das leise und,
Michael: Ich habe mir dann gedacht, irgendwas ist voll schräg. Jetzt stehe ich auf diesem
Michael: Berg am anderen Ende der Welt.
Michael: Warum? Ich hätte genauso nach Kursäcker oder nach Hintertupfing oder nach Vorarlberg fahren können.
Willy: Jetzt war man in den Innen, bevor ich in Vorarlberg war.
Michael: Ja, Klassiker. Die meisten sagen, das geht ja in der Pension.
Michael: Das geht ja alles in der Pension.
Michael: Und das Zweite war, dort habe ich mir eben geschworen, wenn ich wieder daheim
Michael: bin, schaue ich mir das eigene Land an. Punkt.
Michael: Und das Zweite war, dass eben die Israelis und Holländerinnen ständig,
Michael: boah, Austria, die meisten haben schon gecheckt, nicht Australia,
Michael: nicht Kangaroos und so, sondern Austria, Oder, boah, ihr habt so klasse Lakes
Michael: und Mountains, ihr habt Berge, ihr habt Seen.
Michael: Alle wollen nach Österreich. Und ich habe mir gedacht, was ist mit dem?
Michael: Was ist mit dem alle? Und dann habe ich mir gedacht, nein, ich schaue mir das eigene Land an.
Michael: Und das war ja vor der Porte alles. Dann ist das gekommen, dass ich gewusst
Michael: habe, ich muss da ausbrechen, ich will Natur- und Skilehrern.
Michael: Und Gernstl-Fan war ich immer. Das heißt, mir hat immer der Franz Gesalfer Gernstl,
Michael: bayerischer Rundfunk, fasziniert.
Willy: Du warst jetzt unterwegs, oder?
Michael: Ja, mit dem Huppe Fischer, also mit dem Kameramann und Tonmann und der Gernstl
Michael: halt. Natürlich in der wohl behüteten Situation, wahrscheinlich schon als Produktionsfirma,
Michael: aber für ein BR und mit der License to drive around.
Michael: Also so auf der Suche nach dem Glück, Kinoauskopplung.
Michael: Und habe damals während dem Studium im dritten oder vierten Semester bei meiner
Michael: damaligen Freundin in Kärnten, wo im Gebirge, das war eine Bergbayerin,
Michael: bei der Mutter im Fernsehraum, im Wohnzimmer gesagt, da war irgendeine Kanzlerfolge.
Michael: Und habe da zu ihrer Mama gesagt, irgendwann mache ich das. Stepper durch die
Michael: Gegend fahren und spannende Leitfilmer.
Michael: Einfach klasse Leute treffen, die machen, was einem taugt und einfach immer
Michael: dumm fahren. Und alle haben irgendwie, ja, ja. Irgendwann mache ich das.
Willy: Weißt du, was geil ist? Ich habe mir das damals, wie ich das bei dir gesehen habe, auch gedacht.
Willy: Irgendwann scheiß. Das ist doch geil, oder? Ja, ja. Schau her, wo sitzen wir jetzt?
Michael: Das ist richtig geil. Und das ist Leben. Unsere ganze digitale Power,
Michael: die gerade entsteht, das ist schon diese Banalität vom Leben.
Michael: Wo man, ich sage immer, man muss tun, einen Klick braucht man auch, keine Frage.
Willy: Ja, und hacken muss das.
Michael: Aber tun muss man es auch.
Willy: Tun muss das.
Michael: Weil nur irgendwo zu...
Willy: Das Klick kommt dann von selber oder nicht, wenn du Pech hast.
Michael: Oder auch nicht, in vielen Sachen auch nicht. Und auf alle Fälle hat man das oft erinnert.
Michael: Und das vom Gänsel halt. Und ich irgendwie gewusst habe, naja,
Michael: ich bin dann zurückgekommen bei Borealis, Schilleran und habe dann aber,
Michael: wie ich gekündigt habe bei der Borealis, vor dem Schilleran,
Michael: da habe ich ja noch Zeit gehabt. Das heißt, vor dem ersten Mal Schilleran war noch zwei Monate.
Willy: Da geht es ja noch eine ganze Karriere aus, ne? Ja, und da
Michael: Habe ich mir den Pichot Entschuldigung, ich klopfe das nicht.
Willy: Du kannst das auch immer mitnehmen, wenn du das nicht.
Michael: Und klopfen wir das nicht. Und habe mir damals einen Bus gesucht und habe mir
Michael: gedacht, jetzt mache ich diese Reise.
Michael: Jetzt mache ich diese Reise, bevor Schiller dann anfängt, nehme ich mir einen Monat Zeit.
Michael: Habe mir über Nachbarfußballverein, weil ich da Leute gekannt habe,
Michael: am Fußballspielen, habe ich gesehen, die verkaufen mir einen Pichot-Boxer.
Michael: Und 1000 Euro und ein Fassbier.
Willy: Du hast das ein bisschen nachher, dann kriegst du ein bisschen eine schöne Stimme.
Willy: Du kannst das Mikro mitnehmen,
Michael: Und habe mir diesen Peugeot Boxer gekauft und habe gewusst, als Mechaniker,
Michael: nichts ist mir sonst, kann ich mir den herrichten.
Michael: Das Pickerl noch gemacht, Bus war super und habe gewusst, Ikea-Couch rein,
Michael: was ich nur daheim gehabt habe und dann kann ich im Bus schlafen und alles super.
Michael: Und habe gewusst, ich brauche eine Kamera, ich würde das irgendwie filmen und
Michael: meine Vision war, ich habe irgendwie damals schon keinen Geierhalter-Dokus irgendwie
Michael: um 11, 12 in der Nacht im AF versteckt, wie,
Michael: unser täglich Brot oder Spira habe ich zum Teil gesehen, aber ich habe einfach gewusst, ich will...
Willy: Hatte dich auch inspiriert ein bisschen?
Michael: Nein, das war damals einfach nur, das war für mich zu abstrakt noch weg,
Michael: so in Wien und das war halt schon cool, Alltagsgeschichten,
Michael: aber das habe ich gar nicht bewertet damals, das war halt schon nah an Menschen
Michael: oder Edmoschit zu Sachen, aber das war mehr investigativ, aber dann habe ich
Michael: gewusst, was ich überhaupt will,
Michael: naja, ich will so ein Dumpfen wie der Gänsel, also eher so durch das infittlerische,
Michael: den bayerischen Hang, wenn ich an BR geschaut habe, Lebenslinien oder so Formate, ja kultig.
Michael: Also das hat mich mehr getriggert.
Michael: Und
Michael: Oder bergauf, bergab oder Gipfeltreffen, Werner Schmidbauer.
Willy: Bergauf, bergab passt aber bei dir mit den drei Gipfel.
Michael: Ja, stimmt. Und diese bayerischen Rundfunkformate waren immer sehr nah am Menschen.
Michael: Und wahrscheinlich auch durch den Dialekt sehr oberbrochen, unkompliziert und nie von oben herab.
Michael: Auf Augenhöhe. Sehr auf Augenhöhe.
Willy: Die hast du ja quasi eingebaut.
Michael: Ja, deshalb hat sich das auf Augenhöhe so ergeben. Und ich habe dann gewusst,
Michael: ich habe keine Ahnung, Ich habe noch nie Filmkammer in der Hand gehabt.
Willy: Das hast du noch nicht gelernt? Du warst noch kein gelernter Regisseur?
Willy: Nichts. So eine Ausbildung hast du nicht gehabt,
Michael: Oder? Ja, aber ich habe gewusst, ich habe mir checkt, es muss wohl etwas geben
Michael: und habe dann gesucht. Ah, da gibt es dann Andi Zeiner, ich weiß gar nicht mehr,
Michael: wie du heißt, oder Andi Irgendwas.
Michael: Und der macht in der Zuckerfabrik an eins einen Schnittworkshop.
Michael: Dann bin ich da hingefahren, zwei Tage, oder ein oder zwei Tage.
Willy: Schneider geworden.
Michael: Habe vorher nur bei HT1 angerufen, damals HausruckTV. Habe einer das geschildert,
Michael: sage ich, ich habe mir so einen Bus gekauft, ich möchte nur Madom fahren.
Michael: Ist das was für euch? Und die haben damals, diese zwei Geschäftsführer oder
Michael: so, haben damals gesagt, ganz ehrlich, also das, was du vorhast,
Michael: das klingt voll cool, aber das können wir irgendwie nicht stemmen.
Michael: Wir glauben, du musst das selber machen.
Michael: Und ich bin dann zu dem Andi Zeiner, habe gelernt, ah, da gibt es ein MacBook,
Michael: da gibt es so etwas, das heißt ein MacBook, das sollte man haben zum Schneiden
Michael: und man sollte nicht tausend Blenden machen, weil das schaut so amateurhaft
Michael: aus, sondern harte Schnitte.
Michael: Und ich habe erzählt von meiner Kamerabrühe einmal, ich habe gesagt,
Michael: nein, ich habe so etwas gesehen in Wien, da gibt es den Ralf Jakobs,
Michael: Kameramann, der ist nach Berlin und hat auch zum Teil schon so etwas gemacht
Michael: für diverse Werbekunden oder hat irgendwo, hat es schon Leute gegeben,
Michael: die gesagt haben, die Brühenkamera geht gar nicht, weil das ist ja illegal,
Michael: einfach so, wenn wir filmen.
Michael: Und ich habe gewusst, ich bin nicht illegal werden filmen, ich will ja auch,
Michael: das sagen, aber es ist mein Mittel zum Zweck, weil ich kenne mich nicht aus
Michael: mit Kamera und so, und wenn ich das aufhabe, kann ich filmen.
Michael: Ganz, ganz banal. Und ich habe das im Internet gefunden damals,
Michael: ein paar Tausend Euro, dreitausend Euro, viel Geld, der verkauft das Ganze,
Michael: einen ganzen Box voller Toshiba Analogkamera, 6mm Durchmesser, Lipstick,
Michael: die habe ich gerade auch viel haben zufällig, ein Nachfolger,
Michael: weil ich es gerade verkaufe.
Willy: Du verkaufst die Kamera?
Michael: Nicht eine, aber ein Backup um 400 Euro mit mit den zwei analogen Toshiba-Kasteln.
Michael: Und zwar kommen die aus der Industrie, die sind uralt, analog,
Michael: haben eine Steierkastel dabei, so eine CCD, Camera Control Unit.
Michael: Und die kommen aus der Industrie und zum Teil Geigenbauer haben die verwendet,
Michael: dass sie da einschauen. So wie eine Endoskopiekamera.
Willy: Das ist wie bei den Geheimen. Zum Beispiel.
Michael: Und High-End-Pal. Für alle, die das jetzt nichts mehr sagen.
Michael: Pal, 27,5, 76, ein Bild, was fast quadratisch ist und was früher ganz normal
Michael: war. Deswegen war das quadratisch. Ja.
Michael: Das deshalb. Und habe mir damals diese Kamera gekauft, in dieser Brille schon
Michael: und habe da irrsinnig, ich war ja nie in Wien so, außer Furtke früher einmal
Michael: und habe da meinen Cousin in Wien,
Michael: also ein extremer Wingman meines Lebens, habe den damals gefragt,
Michael: weißt du was, können wir das so machen?
Michael: Ich vertraue dir, ich habe mit dem telefoniert, mit diesem Ralf Jakobs,
Michael: ich überweise dir 3000 Euro, du gehst als Kontaktmann hin, er macht seinen Austausch,
Michael: du gibst 3000 her, er gibt dir den Koffer und dann ist das so nach Oberösterreich
Michael: gekommen, dieses Set. Und bin dann...
Willy: Klingt wie ein Agentenfilm gerade.
Michael: Wie James Bond, ja.
Willy: Ich habe zwar einen Ausdruck im Koffer,
Michael: Im Koffer war in Wirklichkeit ein Leich.
Michael: Und bin dann im September 2009 weggefahren. Mit dem Bus, mit dem Bischof Boxer-Couch drin.
Willy: Mit dem Kamera, ein paar Akkus und habe gewusst,
Michael: Ich will, mein Plan war, einmal Österreich und zurück, so entlang der Grenze
Michael: und um Österreich und wieder zurück.
Willy: Wie die Radeltour, around Austria.
Michael: Ja, so weit es geht an der Grenze. Und bin aufgefahren zum Testen zum Forellenzirkus
Michael: nach Engelhardtz-Zell.
Michael: Da gibt es ein kleines Bachern und ans Forellen-Trassieren mit Würmchen.
Michael: Und das zeige ich gerne bei Schulworkshops sehr. oder gibt es einen,
Michael: der hat Virenkinder wie ein Pferd.
Michael: Und ich habe mir gedacht, oh mein Gott, das ist ein Zeichen,
Michael: wenn ich wo bei einem Film, der plötzlich einfach sagt, da ist ein Pferd,
Michael: und ich habe gesagt, die sieht das Pferd nicht.
Michael: Auf einmal wird der wie ein Pferd, der Pensionist, der Sepp oder Peppe, ich hoffe, er lebt noch.
Michael: Und da sind immer noch Momentaufnahmen drum, also ein Film ist oft Momentaufnahme,
Michael: man weiß nicht, wer da noch lebt oder noch da ist.
Michael: Und da bin ich dann heimgekommen, das war nur so eine Probetraining,
Michael: bin ich noch einmal heim.
Willy: Und dann habe ich mir gedacht,
Michael: Oh mein Gott, das ist irgendwie ja, also wenn das schon so angeht.
Michael: Und habe dann noch daheim das irgendwie hergezeigt und habe festgestellt,
Michael: Feedback habe gesagt, nein, wie findest du denn das? Das waren nur Mini-TV.
Michael: Mini-TV, Tapes, Kassetten. Und die haben gesagt, nein, das ist eh nett,
Michael: aber ich sage halt immer, ein Wahnsinn. Der hat mir ständig was gezeigt.
Michael: Erstens habe ich meine eigene Stimme noch nie gehört, was total irritierend ist am Anfang.
Willy: Jetzt geht es ja, ne?
Michael: Ja, jetzt ist es schon alles wurscht.
Michael: Und ich habe die ganze Zeit so nach ein paar Sätzen, da war noch nicht so geleckt
Michael: oder so, ein Wahnsinn, ein Wahnsinn. Wahnsinn, Wahnsinn.
Michael: Und dann habe ich gedacht, okay, man muss ein bisschen aufpassen,
Michael: dass man nicht immer das Service sagt.
Michael: Ich habe gestern zu meiner Frau gesagt, was gerade mein Trip ist,
Michael: ist so, jetzt komme ich zum Punkt.
Michael: Oder lange Rede, kurzer Sinn.
Willy: Ich habe überhaupt immer so Dinge.
Michael: Das ist aber gerade so. Ja, und habe damals das angeschaut und bin dann losgefahren.
Michael: Und diese erste Fahrt zu der Zeitung, also wir haben eine engere Verbindung
Michael: gehabt, so vom Furke mit vielen Leuten aus Theiskirchen im Innenkreis und dort
Michael: gibt es eine Laufstrecke.
Michael: Und da sind wir überhinkfahren mit dem Auto, 10 Minuten, so Landbevölkerung
Michael: mit Autos natürlich, sind wir hingefahren und dort gelaufen,
Michael: ein paar Kilometer und wieder heimgefahren.
Michael: Und diese Laufstrecke, der Original Reisekass Reisensignation,
Michael: habe ich damals beim Wegfahren am ersten Tag genauso gefilmt.
Michael: Ich bin durch diesen Wald gefahren, bin da oben stehen geblieben,
Michael: habe aufs Innviertel nochmal geschaut, dort wo ich lebe und habe gedacht,
Michael: so jetzt fahre ich weg. Und das ist genau die Signation.
Willy: Wirklich? Also das ist auch eine Geschichte. Das ist so wichtig,
Michael: Oder? Ja, und diese CD habe ich damals drin gehabt für die Sportliste,
Michael: weil wir waren über das Kicken, über das Fußballspielen, totale Sportfreunde,
Michael: Fans und haben das immer, wenn wir vorgeglühen gesessen sind,
Michael: haben wir die Sportes immer gehört und dieses Lied, also ich habe das damals
Michael: schon gehört und ich habe das damals auch dort so gehört.
Michael: Ja, und dann bin ich weggefahren, zwei Monate entlang der Grenze rund um Österreich
Michael: gefahren und immer wieder vom Kürbestandl in Salzburg oder am Untersberg aufgegangen
Michael: oder an Maulwurffänger, ein Mauskarl, der war in der ersten Ausstellung dabei oder in Murr,
Michael: Im Lungau, Prankstangen oder einen Autostopper oder, oder, oder.
Michael: Oder einen Elvis in Kärnten mit einem Jörg Haider-Tattoo, der einen Pickel auf
Michael: der Stirn hat und ich sage, was war denn da?
Michael: Und der sagt, da hat er mir geißen, gestochen. Also von bis.
Michael: Und habe dann immer wieder Leute besucht, die ich gekannt habe.
Michael: Und dann bin ich heim. Und habe um die 60 Leute gefilmt. Und meine Vision war,
Michael: naja, meine Oma hat irgendwann mal gesagt, die Oma habe ich auch gefilmt daheim in der Küche.
Michael: So die vierte Oma, die hat mir einen Rosenkranz gekriegt, das ist von der Signation, die Oma.
Michael: Dann habe ich im Bus reingehängt, obwohl ich damals schon aus der Kirche,
Michael: ich glaube, zwei Neubeln bin ich ausgetreten. Ja, ich habe es mir auch schon.
Willy: Großenkranz im Bus, nämlich.
Michael: Ja, als Zeichen von der Oma. Und die Oma, nein, fahre ich ins Ausland.
Michael: Das habe ich dann oft gebrochen mit den Auslandsfolgen ein paar Mal.
Michael: Und bei uns ist es eh so schön. Irgendwo gibt es eine Aufnahme,
Michael: wo sie gesagt hat, nein, wie das Bier, machst du jetzt da so einen Blödsinn?
Michael: Und auf alle Fälle habe ich da, und meine Vision war, zu sagen, naja,
Michael: jetzt mache ich das für mich und dann mache ich halt in Hohenzoll in meinem
Michael: Ort einen Vortrag, so wie mein Bruder, der hat halt auch nach Australien einen
Michael: Tiervortrag gemacht oder was weiß ich, mache ich halt auch bei uns im Ort einen
Michael: Filmvortrag über diese Reise,
Michael: und das Ziel war innerlich sicher, einfach ich will auch wieder gern so frei
Michael: am Ort umfahren und Menschen fühlen mir, die taugt was dann,
Michael: weil ich einfach das nicht finde.
Michael: Weil ich einfach viel mehr Befriedigung finde in dem, dass ich mir denke,
Michael: cool, wenn wer brennt für seine Sache.
Michael: Das ist schon ein selbstloser Wahnsinn, weil es gibt ja genug andere,
Michael: oder die sagen, es geht um mich und das, was ich verdiene und ich mache.
Michael: Und wenn man das hat, freut man sich aber auch, wenn wer anderer sowas macht, wo man so erstaunt ist.
Michael: Und das haben Dokumentarfilmer oder Menscheninteressierte Menschen so an sich, sich so mitzufreuen.
Michael: Man wird nicht gleichsüchtig, aber mit diesem Antrieb, auch wie der Gänstel,
Michael: der lebt einfach so, und es geht nicht ums Geld, und der macht das einfach und
Michael: scheißt auf das, was andere sagen, und, und, und.
Michael: Mit dem Motiv, und das auch zu teilen. Das war schon da, zu sagen,
Michael: es wäre doch ziemlich geil, wenn ich klasse Leute filmen und das erteilen kann,
Michael: dass das andere auch sehen und das andere ansteckt. Ich glaube, das treibt uns alle.
Michael: Ja, da sitzen wir im selben Boot. Komplett, ja. Und deshalb wir sitzen da im
Michael: selben Boot auf der Donau. Zum Trinken gibt es nichts. Nein, doch.
Willy: Du willst nur Wasser.
Michael: Ich bin sehr genügsam in der Fasnetzeit. Es gibt auch so Lutschtabletten.
Willy: Die sind richtig schleimig, aber die Stirn bleibt.
Michael: Alles gut. Du sagst mir, es war nicht zerbröselt.
Willy: Nein, nein, nein, du machst das super an.
Michael: Ja, und auf alle Fälle auf alle Fälle war das der Antrieb und dann war aber im Hinterkopf,
Michael: Ja, aber richtig viel. Ich habe dann 2012 sogar meinen Vortrag gemacht,
Michael: da hat mir der Bürgermeister angekündigt, im Gemeindesaal quasi,
Michael: und er so, ja, wer hätte gemeint, dass aus dem Michel einmal sowas wird.
Michael: Also es war immer sehr witzig, oder das war später, glaube ich,
Michael: sogar, nach der ersten Folge.
Willy: Ich habe mich da gekannt.
Michael: Ja, ja, zu dem komme ich gleich. Und das ist ja eine Irritation.
Michael: Einer meiner Lieblingsprotagonisten, der ist kürzlich wiederholt worden,
Michael: in der, ich kann sagen, ein Ponga-Folge, ist in der TV-Tech jetzt noch,
Michael: oder sonst auf YouTube sind alle Folgen.
Willy: Eine Ponga-Folge?
Michael: Reisegras Reisenbonger, der Sau schneit Sepp in Radstadt, der da oben steht
Michael: mit seiner Sog im Schnee und holt Sachen außerschneit und der sagt,
Michael: du bist der Y, du brichst aus wie sein Sohn.
Michael: Der scheißt sich was, was der Vater sagt, du tust, was du willst, weil du bist der Y.
Michael: Und ich meine, die haben nicht mehr gewusst, die Generations haben mich gar
Michael: nicht befasst. Da sitzt Alpha, Beta. Da sitzt Alpha, kommt und Z.
Michael: Und was er aber sagt ist, weil wie Reisegras Reisen dann gestartet hat,
Michael: auch mit dem AF, hat es natürlich viel gegeben.
Michael: Oder nicht wenige, die mich angesprochen haben und gesagt haben,
Michael: du bist quasi der Judas im Dorf, weil bei der Muse, da hätte man die gebraucht,
Michael: aber stattdessen bist du ja was Besseres, bist du ja beim ORF.
Willy: Deswegen habe ich ganz am Anfang gefragt, weil du gesagt hast, Gemeinschaft.
Michael: Erstens, das habe ich damals nicht erlebt, weil ich war ja immer ein Teil der
Michael: Gemeinschaft. Wenn du aus Gemeinschaften
Michael: aber ausbrichst oder dagegen schwimmst, da wird es spannend.
Michael: Dann gibt es einen großen Teil der Gemeinschaft, der das mittragt oder sagt, super.
Michael: Und irgendwer, ich weiß nicht mehr, wer es war, wo ich das gelesen habe,
Michael: hat auch gesagt, da ist am Anfang dieses Extreme, dieses Verstoßene,
Michael: und wenn aber Erfolg ist, dann klopfen sie da auf die Schulter.
Michael: Und jetzt zum Sauschnitzep und der Sauschnitzep und ich habe oft geglaubt,
Michael: das ist der Neid, der Neid für was, wo man eigentlich nicht neidig sein muss,
Michael: aber ich war plötzlich im Fernsehen und dann hat es viel gegeben,
Michael: der glaubt, das ist vielleicht was Besseres, ich war ja nie beim ORF angestellt,
Michael: ich wünschte, ich wäre es finanziell wie ein Kratky oder sonst wer.
Michael: Mit den guten Verträgen. Da kann jeder Produzent gerade noch sein, wenn er weiß.
Willy: Du weißt es, dass du noch arbeiten musst, ist mir sowieso ein Ressel.
Willy: Genau, ich bin die Limousine,
Michael: Die Limousine ist jetzt super gefahren, ja genau, Genau, und jetzt denkst du,
Michael: weil die Privatwirtschaft hat so viel geboten und jetzt habe ich halt auch so Verträge.
Michael: Ich bin als Einzelunternehmer 2012, ich wollte nicht, kurze Ausschweifung,
Michael: ich komme aber wieder zurück.
Willy: Du machst es gut.
Michael: Ich wollte nicht, beim Skillehrern zwischen den Saisonen, wollte ich nicht arbeitslos
Michael: angestellt, arbeitslos angestellt sein. Jetzt habe ich mich selbstständig gemacht 2012.
Michael: Ich bin seit 2012 Filmproduzent, durchgehend und krebsche so durch mein Leben.
Michael: Und habe in dieser Zeit mit Reiseckers Reisen überleben können.
Michael: Aber in einem finanziellen Spektrum, das weit weg ist, das weit weg ist von
Michael: dem, was ich mir vorstelle. und wäre ich nur bei der Borealis oder in der Technik,
Michael: würde ich ganz andere Summen haben.
Michael: Aber der Preis dieser Freiheit, also das ist der Preis der Freiheit.
Michael: Ich war kreativ frei, habe überhaupt davon leben können, überleben,
Michael: aber halt ohne Sicherheit.
Michael: Der Produzent hat damals gesagt, das wird ein, zwei Jahre gehen,
Michael: dann werden sie die schießen beim AF, dann ist es vorbei mit dem Format.
Michael: Und im Endeffekt ist es immer wieder, aber immer die Unsicherheit.
Michael: Es war nie eine Sicherheit da.
Michael: Wenn irgendwo ein paar Tausend Euro abgegangen sind im ganzen Förderkonstrukt,
Michael: Koproduktionen, hat es geheißen, dann ist es halt nicht.
Michael: Koproduktion ist ein anderes Thema. Jetzt zurück zum Sauschneid-Sepp und Neid.
Michael: Kaum war das wohl im Fernsehen. Hat es Leute gegeben, die glaubten,
Michael: das ist ein Wahnsinn, der muss mit Geld überschüttet werden und und und, was nicht so war. Und,
Michael: Viele haben dann gesagt, der hat einen Klick, aber ich habe es gemacht.
Michael: Da bin ich wieder da, der sagt, ich habe auch den Mut gehabt, das zu machen.
Michael: Und da sah ich schon jetzt etwa gesagt, es ist nicht ein Neid.
Michael: Ich habe mir geglaubt, manche sind neidig, obwohl es keinen Grund gibt.
Michael: Nein, es ist die Irritation, dann kommt die Stagnation, dann kommt die Depression
Michael: und dann kommt die Aggression. Und das erklärt er in der Folge so super.
Willy: Das steht auch in gewissen Lehrbüchern drinnen.
Michael: Keine Ahnung, das hat er sich alles zusammen. Aber er bringt das so cool,
Michael: da steht der Handwerker aus dem FF, in der Ponga-Folge, Sauschnitz-App,
Michael: wo er sagt, nein, es ist nicht der Neue, das ist die Irritation,
Michael: Stagnation, Depression, Aggression und das begleitet mich ganz oft seitdem,
Michael: weil ich mir auch denke, naja, immer dann, wenn irgendwer irritiert ist mit dem, was du machst,
Michael: ist es, so wie er, ich zitiere ihn jetzt nochmal, der kann in dein System nicht
Michael: rein, weil wenn es er das zulässt, dass du in sein System reinkommst oder er
Michael: in dein, dann fühlt er sich selber nicht so gut oder wertgeschätzt und das ist
Michael: in ganz vielen Teilen unseres Lebens so, wenn man das ein bisschen denkt,
Michael: ohne dass man es jetzt psychologisch,
Michael: hochstochert, dann sagst du, es ist wirklich oft so, es sind so Irritationen,
Michael: manche reagieren, so wie sie reagieren, weil sonst würden sie das anerkennen,
Michael: was du machst und so schützt du dein System, ohne da jetzt psychologisch in
Michael: die Meta-Ebene zu kommen.
Michael: Aber da liegt schon eine grundsätzliche alltagssprachliche leichte Wahrheit drin.
Michael: Und damals, wie Reisekass Reisen gestartet ist, also prinzipiell war es nur
Michael: so, ich habe das gemacht und habe mir dann gedacht, ich habe jetzt so viele
Michael: Sachen gesammelt, habe das dank dem Videoschnittkurs mit meinem gebrauchten MacBook gebraucht,
Michael: habe ich das irgendwie so zusammengestöpselt, auf drei, vier Stunden,
Michael: diese 60 Begegnungen, Highlights, noch mit weicher Blende.
Willy: Auf drei, vier Stunden?
Michael: Auf drei, vier Stunden.
Willy: Wie viel Material hast du denn gehabt?
Michael: Boah, 60 mal, ich glaube, 100, 200 Stunden, Mini-TV-Kassetten,
Michael: die habe ich alle nur daheim. Alle nur daheim.
Willy: Ja, hoffentlich hast du die nicht ohne gehabt.
Michael: Nein, nein. Und habe dann das so zusammengeschniehen,
Michael: teilweise doch mit weicher Blende, weil man dachte, nein. Und,
Michael: ich habe dann ein langes Mail geschrieben an einem Abend an die Geierhalterfilme und habe geschrieben,
Michael: was ich gemacht habe, dass ich das Projekt gemacht habe und was ich damit erreichen
Michael: will und dass das halt viel cool war, weil ich schätze die Firma,
Michael: weil ich die Filme kenne und das faszinierend finde, dieser Blick auf Menschen
Michael: und überhaupt und ob ich vielleicht sie treffen könnte.
Michael: Und die haben zurückgemeldet nach ein paar Tagen, das klingt unglaublich und
Michael: der ORF sucht vielleicht eh so Österreichsachen und die haben nicht Content
Michael: geschrieben, ich mag auch das Wort Content, nicht heute ist alles Content,
Michael: sondern der ORF sucht eh solche Inhalte. Footage.
Michael: Hat es auch nicht gegeben. Damals der Franz Grabner, Gott hab ihn selig,
Michael: der ist leider verstorben, der Doku-Chef vom ORF, war der Kollege,
Michael: war heute Martin-Traxl-Kultur verantwortet, Franz Grabner, leider an Krebs dahingeschieden
Michael: und der hat den Mum gehabt,
Michael: mit der Geierhalter zur Kommunizierung gesagt hat, nein, der war damals,
Michael: weiß ich nicht mehr, ob das damals war, 24 Stunden Berlin, Tag und Nacht oder
Michael: so Geschichten, man braucht als ORF ein bisschen mehr vom ländlichen Raum.
Michael: Und zu der Zeit gibt es mich, der das Mail schreibt, an die Geierhalter.
Michael: Und die Geierhalter haben zurückgeschrieben, komm vorbei.
Michael: Und ich sehe mich dann noch sitzen, ich bin dann irgendwie hingefahren.
Michael: Das war aber noch vor dem Schilleran.
Michael: Nach meiner Reise, glaube ich, gleich im Oktober, November fahren,
Michael: bevor ich Schillerassaison gestartet bin, 2009.
Michael: Und habe dann, Moment, war das 2009?
Michael: Ja, das war wirklich 2009, 2009 geht es nicht aus, jetzt muss ich überlegen. Doch 2009 war es 2009.
Michael: Und habe, Moment, Moment,
Michael: Jetzt muss ich überlegen. Ja, Lothar. Nein, 2008. 2008 muss gewesen sein,
Michael: weil 2009 waren im Herbst die ersten Folgen. So war es.
Michael: Das war noch 2.8, da war die Reise, glaube ich, die erste.
Willy: 2.9 waren die ersten Folgen, aber aus dem alten Material,
Michael: Oder wie? Ja, ja, gemischt, gemischt. Und auf alle Fälle war ich bei den Geierhalter-Filmen,
Michael: um da jetzt gut schneiden zu können.
Willy: Ich merke noch einen softer Übergang von quasi deiner Biografie in Reiseckers
Willy: Reisen, da haben wir keinen harten Cut jetzt.
Michael: Kannst du eine Blende machen?
Willy: Machst du aber blendend, wirklich.
Michael: Nein, da bin ich eine, ich genieße das sehr, weil es mir auch lustig ist.
Michael: Aber nicht auch wieder nicht aus einer Selbstbestätigung heraus,
Michael: sondern einfach einer Freude, weil es gelungen ist, dieses Herzblutprojekt zu teilen.
Michael: Auf das will ich aussehen. Das ist mir ganz wichtig.
Michael: Und weil es nicht um einen finanziellen Benefit gegangen ist,
Michael: sondern einfach, dass ganz viele Menschen sehen.
Michael: Und die Geierhalters, da war nicht einer, sondern da ist der Markus Glaser Produzent,
Michael: Michael Kitzberger, die haben zum Beispiel gemacht, Geschichten von Franz,
Michael: Spielfilme, sonst kennt man immer Niki Geierhalter, die Dokus der Niki ist da
Michael: gesessen, Wolfgang Widerhofer, Dramaturg, eh vieles, was der macht.
Michael: Nein, das sind alle vier Tag gesessen. Auf der Couch haben sie Zeugnummer.
Michael: Ich weiß nicht mehr, ob es alle vier waren. Vielleicht waren es ja noch drei.
Michael: Ich neige oft zu Übertreibungen. In der Erinnerung.
Willy: Ein Journalist.
Michael: Ein Journalist. Scheiße, ich habe nie Journalisten. Nein, ich bin kein Journalist.
Michael: Da war ich Publizistik studiert. Nein, wurscht. Und dann sind die Tag gesessen
Michael: und haben sich das gesamte Material angeschaut.
Michael: Durch. Und haben sich das angeschaut und angeschaut und angeschaut.
Michael: Und manchmal ein Kopfbeidl, manchmal gelacht.
Michael: Und dann haben sich gesagt, das ist so eigenwillig, so besonders.
Michael: Ganz anders. als erstens die direkte. Authentisch. Authentisch.
Michael: Und das kann halt sein, dass es wirklich dem Franz Grabner gefällt.
Michael: Und da gibt es jetzt Nubeln, der ist auch so genau jetzt zu einer einer spaziert,
Michael: der hat irgendwie eine Wirtschaftsstudie mal abbrochen, der Gernot Krasl,
Michael: Cutter und Editor, also Editor, guter Freund,
Michael: der jetzt auf dem Nicke Melkrad schneidet und immer wieder Filme schneidet,
Michael: auch für die Geihalter und andere Sachen.
Michael: Der ist damals einspaziert und hat gesagt, mein lieber Geihalter,
Michael: er tut gern schneiden, sucht sich nicht so wen.
Michael: Und dann haben sie gesagt, jetzt gibt es da zwei so, wir bringen euch zusammen.
Michael: Und haben zu mir gesagt, was hältst du davon, wenn du dich einfach zusammensitzt
Michael: und wir zeigen ihm und ihr schneidet sich so ein und ich habe gesagt,
Michael: ich gehe jetzt chillern, ja, sie müssen eh erst und überhaupt und ich mache, ja.
Michael: Und auf alle Fälle ist dann passiert, dass wir zusammen, der Gernot und ich,
Michael: in ein paar Tagen diese zwei, drei Minuten Pseudosignation, noch vor dieser
Michael: Signation, aber schon in Ansätzen mit dem Bus so rundum gehen und Spür gehen,
Michael: dass man die Kamera sieht im Spiegel, das Liedl war auch schon dabei,
Michael: da haben noch Pickerl-Aberglätseln von meinem Bischof Box, aber da waren so
Michael: Fußballpickerl oben und.
Michael: Dass der einen Trailer geschniehen hat, einen Teaser, für den Franz Grabener.
Michael: Und dann sind wir damals zum AF und ich sehe den Franz noch sitzen,
Michael: war ihm bei diesem Termin, geht ein Raum auf und dann sitzt er drinnen auf seinem Sessel.
Willy: Wie man sich das vorstellt, oder was?
Michael: Wie man sich das vorstellt, eine Chick braucht.
Willy: Echt? Ah ja, klar. Nein, das war ja schon. Achso, ja, okay.
Michael: Sein Büro, Private Space. Daneben liegt der Haufen, starte DVDs und ich habe irgendwie so, DVDs?
Michael: Schau mal her, da liegen DVDs, das habe ich alles zum Anstellen.
Michael: Warum soll ich das jetzt von dir da... Und ich habe gesagt, weil es anders ist.
Willy: Erster Test. Super.
Michael: Weil es anders ist. Und dann sitzt der drin, auf einem kleinen Fernseher,
Michael: noch nichts Flatscreen, war ein kleiner Fernseher, und schaut das,
Michael: und wir sitzen so daneben, ich habe den die ganze Zeit angeschaut aus dem Augenwinkel,
Michael: und hat die ganze Zeit die Augen zu.
Michael: Und ich glaube, der schläft, der schläft, der hört nur.
Michael: Und dann hat er was aus, hat er Taun aufgemacht, und hat mir genau gesagt,
Michael: was er gesehen hat, und dann hat er gesagt, das gibt es nicht.
Michael: Das gibt es nicht. Der kann doch nicht, jetzt hat er das gesehen.
Michael: Er war voll bei der Sache, voll auf Zack.
Michael: Und er hat gesagt, ja, das ist eh cool, weil sie brauchten für den Nationalfeiertagsvorabend
Michael: 2010, darum, es war doch neun, so war es.
Michael: Entschuldigung, es war neun alles, neun war es.
Michael: Und er hat gesagt, sie brauchten 2010, für den Nationalfeiertagsvorabend brauchen sie ein Programm.
Michael: Und da haben sie Werner Botte, auf der Suche nach dem Super-Dialekt,
Michael: Werner kennt mich ja von Plastic Planet und so weiter, Green Lai,
Michael: super Dokumentarist, in seiner Wiener Stritz-Manier.
Michael: Und sie haben irgendwas
Michael: Mit Statistik Österreich, da war ein Krisemann irgendwie dabei und irgendwas
Michael: mit Absurdistan, Merkatz, oder wie heißt der Film?
Michael: Und so ein bisschen Österreich-Schiene. Die Nacht. Nein, das war noch nicht
Michael: die Nacht. Nein, nein, nein, nein. Das war so ein Special für den Nationalfeiertagsvorabend.
Michael: Und da können wir da doch ein paar Minuten einzwicken, aber er glaubt,
Michael: drei oder sechs Minuten, weil sonst fallen die Leute daheim mit einem epileptischen
Michael: Anfall vom Sessel und bombardieren den ORF, warum man sowas sendet,
Michael: was wahr geht. Aber zwei, drei Minuten traut er sich.
Willy: Er wusste wieso, also er hat wahrscheinlich sogar Recht gehabt.
Michael: Aber er muss erst schauen, intern, ob sie da ein bisschen ein Budget kriegen,
Michael: weil ich werde ja nicht so viel Material haben. Ich habe schon Material,
Michael: aber vielleicht braucht es noch was.
Michael: Die Produzenten haben dann gehalten, dann bin ich Schillerin gegangen und der
Michael: Markus Glaser, Produzent, hat gesagt, wir müssen schauen und am letzten Tag
Michael: des Schillerins im April, irgendwann, 2010, von 9 auf 10 die Saison,
Michael: habe ich meine Zelte abgebrochen,
Michael: habe gewusst, das mit Luxemburg,
Michael: das war schon vorher vorbei, nein, das war nachher erst, das war nachher,
Michael: das war auch noch so mit Luxemburg, aber beruflich voll unsicher.
Michael: Und habe gewusst, scheiße, jetzt steige ich in das Auto einfach heim,
Michael: ins Elternhaus, wo ich noch gewohnt habe, immer wieder.
Michael: Und habe nichts außer schon das Selbstbewusstsein, das hat mich auch gestärkt,
Michael: zu wissen, ich habe eine abgeschlossene Mechanikerlehre, eine Mechaniker-Elektrikerlehre,
Michael: ein abgeschlossenes Studium und wenn alle Strickreißen,
Michael: arbeite ich einfach wieder in der Forschung und wenn nicht, ich wäre mir nie zu schade.
Willy: Alles hat schon gewartet auf dich, nicht?
Michael: Ach so, stimmt. Nein, ich brauche jetzt erst zwei Kinderhause.
Willy: So stimmt das, genau.
Michael: Oder ich würde mich auch in eine Werkstatt stellen. Das war immer so mein Fundament,
Michael: zu sagen, ich wäre mir auch nicht zu schade, weil es hat dann viel gegeben,
Michael: naja, aber wenn du ein paar Jahre weg bist, wer soll dich denn dann noch einstellen?
Michael: Immer so diese Skepsis und dieser Pessimismus von außen, also sehr oft auch.
Michael: Nicht Zuspruch, oh, ist super, was du machst. Eher im Gegenteil.
Michael: Eher Ängste und Sorgen, sagen wir es einmal so. Nicht einmal Pessimismus,
Michael: Ängste und Sorgen, was man mehr mitkriegt.
Michael: Damals hat mir eine Bekannte mal erzählt, also ich gehe den Jakobsweg und vier
Michael: Freundinnen und eine sagt, bist du wahnsinnig?
Michael: Was ist, wenn du sehr gewaltigt wirst? Die nächste sagt, was ist,
Michael: wenn du dich ausraubt? Die nächste sagt, was ist, wenn du deinen Fuß brichst?
Michael: Und eine sagt, voll cool, das würde ich auch gerne. Und das ist so bezeichnend für unser Leben.
Willy: Wie viele haben sie dir gesagt, du sollst das nicht machen? Oder es wird nichts, was du da tust?
Michael: Viele. Viele haben gesagt, es kommt nicht durch, was glaubt ihr denn?
Michael: Und dann, an diesem letzten Tag, fahre ich heim, Handys hat es schon gegeben,
Michael: schebert das Telefon, Markus Glaser, Geihalter, Michael, es ist fix,
Michael: das wird was im Herbst, wir stellen dich an, kriegst du ein bisschen Kohle,
Michael: was wir halt im Budget haben,
Michael: das waren damals, weiß ich nicht, waren das 1000 Euro oder 1100 Euro oder irgend
Michael: sowas, wir stellen dich an und dann kannst ein paar neue Folgen machen oder
Michael: ein paar Gegenden noch fahren, weil der Franz vom ORF, quasi der Grabner,
Michael: wünscht sich ein paar Bundesländer noch, vielleicht Kärnten, weil er in Kärnten...
Willy: Was muss das für ein geiler Anruf gewesen sein?
Michael: Das war ein Wahnsinn.
Willy: Ich sehe gerade von mir wieder die Autobahn und der eine fährt zum Skilehrer
Willy: und der Michael der fährt in die Richtung weiter.
Michael: Genau. Und dann bin ich so weggefahren wieder, habe noch gesammelt,
Michael: bin einmal da hingefahren, einmal dort hingefahren und dann haben wir mit Gernot
Michael: das intensiviert und haben diese drei ersten Folgen geschnitten,
Michael: die auf der ersten DVD noch sind oder irgendwo in einem Archiv, die damals,
Michael: sechs, sechs und zwölf Minuten waren am Nationalfeiertagsvorhaben, 25.
Michael: Oktober 2010, da war der Mauskarl, der ist glaube ich schon verstorben aus meinem
Michael: Umfeld, der Maulwurffänger, der Auftragskiller ist, der für Bauern Maulwurfsfallen
Michael: aufstellt, damit das Mähwerk nicht beschädigt wird.
Michael: Und in Oberösterreich war damals, ich weiß nicht, wie es heute ist,
Michael: der Maulwurf nicht naturgeschützt, wie in anderen Bundesländern.
Michael: Und um diese Mähwerkschäden zu verhindern, fangt er die Maulwürfe.
Michael: Und das war dieser Mauskarl oder eben eine Sennerin in Filzmoos,
Michael: die Gitti, oder, oder, oder.
Michael: Und die Prankstangen oder in Tirol ein Schnapsbrenner und diese drei Folgen waren der Auftakt.
Michael: Und was in die drei Folgen passiert ist, ist folgendes, dass der OEF für die
Michael: Quote misst, Willkommen im Werbefernsehen, wo natürlich Werbung auch das Programm
Michael: finanziert und nicht nur der Gebührenzahler oder die Gebührenzahlerin.
Michael: Und deshalb braucht es die Quotenmessung. Wer da ein näheres Interesse hat,
Michael: Free Rainer, super Film, Spielfilm, ein alter deutscher Spielfilm hat.
Michael: Und dann ist mir mitgeteilt worden, dass diese Quote dieser Sendung extrem gut
Michael: war, weil je später das wird, dass du merkst, diese Quotenstatistik,
Michael: Quotenmessung runter, und die war eben. Also die war sehr positiv.
Willy: Du hast den Abstieg aufgeholt.
Michael: In die Richtung. Und dann bin ich wieder Schilleran gegangen,
Michael: in diesem Oktober dann, 10 auf 11, wieder so in der Unsicherheit.
Michael: Und dann hat sich herausgestellt, da hat dann der Martin Traxl den Mumm gehabt,
Michael: noch mit dem Franz damals, zu sagen, weil wir als Kultur, weil es war damals
Michael: über die Kulturabteilung, wir hosten das, okay, wir machen ein paar Folgen,
Michael: der Reiseker darf ein paar Folgen machen.
Michael: Und jetzt haben wir aus dem Material ein paar Folgen gemacht,
Michael: ein paar Neu-Tres und dann hat die ORF Kultur, ORF 2 im Kulturmontag die Oberösterreich-Folge
Michael: gemacht, die Kärnten-Folge haben wir gemacht, das waren noch Bundesland-Folgen
Michael: mit ein paar Highlights dieser Bundesländer.
Michael: Und da war dann dasselbe, dass im Kulturmontag plötzlich die Quoten so gut waren,
Michael: dass diese Kurven nach unten in die Waagerechten gekommen sind.
Michael: Und das war quasi the license to kill, ja, also um wieder da im Agenten-Dings zu sein.
Michael: Das war quasi die Berechtigung, dass mich im Orf ein bisschen nervös war und
Michael: gesagt hat, eigentlich...
Willy: Leicens zu Film eigentlich.
Michael: Leicens zu Film ist super. Leicens zu Film, danke.
Willy: Normalerweise bin ich nicht so langsam.
Michael: Ja, das ist wichtig, dass wir als Gesellschaft wieder wegkommen von dieser Kriegsrhetorik
Michael: und Kriegsmedienberichterstattung wieder mehr in Richtung Frieden. Leicens zu Film. Danke.
Willy: Bis dann.
Michael: Und auf alle Fälle hat der ORF auch ein Problem gehabt.
Michael: Die Kultur hat gesagt, wir haben einen eigenen Auftrag als Kulturabteilung für
Michael: Kulturmontag und Co., die machen ja unglaublich viele Sachen.
Michael: Wir sind nicht der Host von so einem Format. Und gleichzeitig ist das Format
Michael: so eigenwillig schräg. Die Leute haben doch keinen epileptischen Anfall gehabt.
Michael: Das geht vielleicht auch länger.
Willy: Du machst nicht Fisch und Fleisch, nicht da, nicht da, nicht da.
Michael: Ja, die Bundeslandfolgen waren plötzlich 25 Minuten. Weil ich habe immer darauf
Michael: vertraut und gewusst, das hält.
Michael: Und dann hat man irgendwie gesagt, ja, aber wo muss das hin,
Michael: das passt uns nicht wirklich.
Michael: Und dann ist plötzlich der Weg Richtung OF1 entstanden, an die Warnadomische
Michael: Chef die Nacht und der hat gesagt, oder Donnerstagnacht am Anfang,
Michael: dann die Nacht, und der hat gesagt, du, ganz ehrlich,
Michael: das ist ja kein Kabarett, was du machst und keine Comedy schaust,
Michael: jetzt im Positiven, also keine Comedy, das ist ja mehr, du hast viel alte Leute
Michael: dabei, du hast viel Handwerk, du hast, aber es ist irgendwie cool, es ist trotzdem.
Willy: Wie neppert das Genre dann?
Michael: Ja, es ist schade, hat es nicht Roadmovie, Doku-Roadmovie.
Willy: Roadmovie habe ich immer wieder gelesen.
Michael: Aber ja, aber sie haben es nicht und er hat gesagt, ganz ehrlich,
Michael: er hat Willkommen Österreich als Platzhirsch, er hat dann Science-Busters damals massiv,
Michael: heute auch immer wieder und dann dahinter und ich habe aber damals schon immer
Michael: rebelliert und habe gesagt, mit der großen Dankbarkeit, dass das überhaupt gelaufen
Michael: ist, habe ich gesagt, er reicht doch eh noch wenn um 23.30 Uhr,
Michael: weil ich will viel erreichen.
Michael: Das war schon so dieses Motivinnere, das war doch schön, wenn das viele Leute
Michael: erreicht. Ich will schon das gesehen werden.
Willy: Oder? Ich will auch,
Michael: Und er hat dann gesagt, Freunde, Berge da hinten sind, wenn da 400.000 da sind
Michael: von Willkommen in Österreich, dann 200 irgendwas, Science Busters,
Michael: da hinten sind dann 150.000 Leute über.
Michael: Also was willst du? Und er hat auch gesagt, wenn du da hinten bist,
Michael: da wirst du weniger angegriffen, dass du verschwindest.
Michael: Weil wenn du irgendwo primetime oder irgendwo bist, du hast ein ganz anderes
Michael: Kaliber, dass irgendwer dir wegsaget oder sonst was.
Michael: Und so ist das dann passiert und auch mit den Quoten enormst.
Michael: Und ich habe mir dann aber gleich immer gewehrt und habe gesagt,
Michael: diese Quotengeilheit, die da generiert wird, die obliegt einfach dem Business
Michael: dieser Welt, dass Werbung auch verkauft wird natürlich und auch den ORF finanziert.
Michael: Und diese Werbung total absurd ist, weil sie ist wichtig für den ORF,
Michael: aber wenn Willkommen Österreich ist und dann fünf Minuten Werbung ist und dann
Michael: seins passt das, dann bricht ja in dieser Werbezeit eh die Quoten zusammen.
Michael: Und dann misse ich wieder plötzlich die Quoten und dann bricht es wieder zusammen.
Michael: Das ist ja voll absurd. Das ist ja komplett absurd.
Michael: Aber es ist so das System, das so gebaut ist und ich habe dann immer gesagt,
Michael: Es ist absurd, sich in der Werbepause das zu killen und gleichzeitig dann zu
Michael: sagen, jetzt müssen wir schauen, wie viele Quoten das hat.
Michael: Und der OF hat dann immer auch als Gesamtes geschaut. Was ist gleichzeitig auf
Michael: OF2? Ist gerade zufällig ein extrem starkes Kreuz und Quer oder ein Weltjournal oder irgendwas.
Michael: Aber in Summe hat Reisekreis bei den Quoten... Kreuzquote. Sehr,
Michael: ja. Die Kreuzquote war der Konkurrent. Gibt es wirklich?
Willy: Nein, gibt es das wirklich?
Michael: Keine Ahnung. Die Kreuzquote. Aber es hat reüssiert.
Michael: Um es so zu sagen. Und gleichzeitig Das Hauptmerkmal war natürlich von UF,
Michael: wir haben wenig finanzielle Mittel,
Michael: Das war noch nie anders. Aber dann sind wir wieder wie bei Alben,
Michael: kannst du in der Familie auch sagen, wir haben wenig finanzielle Mittel,
Michael: aber jetzt reden wir über die Priorität.
Willy: Wir haben früher auch schon mit vielen Mitteln gehabt.
Michael: Reden wir über die Priorität. Ist die Priorität. Und da sind wir aber in der
Michael: Politik, auch in der inhaltlichen, ist es jetzt legitim zu sagen,
Michael: wir finanzieren Geld, wir finanzieren die Formel 1.
Michael: Ich als ehemaliger Gerhard Berger-Fan, damals, heutzutage ist anders.
Michael: Was ist mit dem Sport? Was ist da? Und diese Vielfältigkeit eines.
Willy: Offenen, öffentlichen Auftrag, oder?
Michael: Ja, genau. Und im Endeffekt für Produzenten hast du das aus Produzentensicht,
Michael: weil Reiseckersreisen ist eine Koproduktion.
Michael: Das heißt, es ist kein Auftrag, wo der ORF hergeht, ihr macht,
Michael: du als Firma machst und wir zahlen alles und schaffen auch, sondern es ist eine Koproduktion.
Michael: ORF beteiligt sich, Fernsehfonds beteiligt sich, wie auch bei Podcasts und Film
Michael: von Wien oder oberösterreichische Kulturförderung.
Michael: Und aus diesem Ganzen krebscht man das zusammen, dass diese Produktion möglich
Michael: ist. Auf alle Fälle ist das dann so in die Bahnen geleitet worden.
Michael: Ich habe plötzlich das machen können, hauptberuflich, was mir Spaß macht.
Michael: Aber immer wieder nach jeder Staffel, mit der totalen Unsicherheit,
Michael: geht es weiter oder nicht.
Michael: Es war nie die License to Film als Wildcard so.
Willy: Und du hast das nicht ausgezahlt mit der ersten Staffel. Also einfach,
Willy: dass man das einmal so versteht.
Willy: Es ist nicht viel Geld drinnen, es ist nicht Reichtum drinnen und du musst immer
Willy: wieder schauen von einer Staffel zur nächsten. Jetzt sind es fünf in Mittler. Vor allem, weil
Michael: Diese Staffel war ja nicht so schnell abgedreht, wie es ausschaut,
Michael: das machst du in ein paar Wochen, sondern das war ein Produktionszeitraum von
Michael: über zehn Monaten und mit der ganzen PR dazu, die ich hauptsächlich gemacht habe.
Michael: Naja, es war ein fünf, sechs Tage Dreh ungefähr.
Michael: Pro Folge oder was? Ja, plus minus fünf Tage Dreh.
Michael: Dann auch die Drehvorbereitung, ganz viel Recherche.
Willy: Erst einmal ein bisschen so eine Folge systematisch, damit man sich das vorstellen
Willy: kann, weil man sieht immer die 25 Minuten, das wirkt so, dass quasi dann einen
Willy: Tag die ganze Folge gespielt haben und immer einen Menschen,
Willy: einen super Menschen nach dem anderen finden.
Willy: Und dann bist du fertig und am Abend gehst du heim und dann schneit es während
Willy: und immer morgen ist es fertig. So wirkt es.
Willy: Aber das ist ja immer gut, wenn es so wirkt, wie wenn es einfach war.
Michael: Und das ist die Kunst. Das ist wie so Lucky Look leben.
Michael: Du fährst wohin oder reitest wo in den Horizont und du erlebst deine Abenteuer
Michael: und am Schluss gehst du noch zum Wirten oder sonst was.
Michael: Und im Endeffekt ist es so, ich habe in einer Durchschnittsfolge gefilmt,
Michael: sage ich jetzt einmal, 15, 20 Menschen oder Begegnungen oder Momentaufnahmen.
Michael: Davon kurze, lange, mittlere, das zeugst du vielleicht am Wegesrand,
Michael: wenn du ins Kurze erwischst und fünf Minuten quatschst oder eine halbe Stunde.
Michael: Wie viel davon war geplant?
Michael: Keiner. Es hat keinen Plan gegeben in dem Sinn. Wirklich?
Michael: Was gegeben hat? Nein, es hat keinen Protagonistenplan gegeben,
Michael: außer ich habe Tipps gekriegt.
Michael: Wenn ich wen gehabt habe, habe ich gesagt, du hattest mal da unten im Spital
Michael: am Mühlstettersee, da habe ich aber einen Kousin und der macht das oder kennt
Michael: den Skibauer, dann habe ich einen Tipp gehabt.
Michael: Aber sonst bin ich in meinen Bus eingestiegen, was nicht selten war, bin weggefahren,
Michael: bin auf die Autobahn aufgefahren, oder woher immer, und habe dann die Liebe
Michael: durch meine jetzige Frau nach Vöcklerbruck kommen, verschlagen,
Michael: und bin dann irgendwo reger Vöcklerbruck rein,
Michael: schaue doch Sprachfehler, jetzt kommt es raus, im Innenviertel hat es das nicht
Michael: gegeben, und fahre dann auf die Autobahn auf, und habe mal, nein,
Michael: jetzt tun wir doch die Lunger, und da, dann fährst du da hin,
Michael: und dann bist du im Ungewissen.
Michael: Und das ist aber auch der Kick, das ist auch der Reiz, weil sobald du beim Reisen,
Michael: sobald du zu viel planst, bist du blockiert, dann hast du Erwartungen.
Michael: Wenn ich, ich plane schon auch gerne, ich bin ein Planmensch,
Michael: ich habe so Google-My-Maps-Karten, wo ich voll gerne, wenn man wo hinfährt,
Michael: das ein bisschen einzeichnet, weil es mir lustig ist.
Michael: Also mir ist ein Reisekass-Reisebüro verloren gegangen.
Willy: Reisekass-Reisebüro?
Willy: Du bist ja wahrscheinlich am Spitzen, du bist ja noch jung.
Michael: Also individuelle Reiseangebote, wenn wir angefragt, du fängt welche Österreich
Michael: tun. Also ich kann Österreich träume sagen, sehr, sehr gut. Zumindest von der menschlichen Seite.
Michael: Und bin wo hingefahren, habe gefilmt und habe aber mit dieser Freiheit mich
Michael: einzulassen zu können auf das, was kommt und was kommt dann.
Michael: Und das ist der Punkt. Weil wenn wir nur mit den Smartphones oder mit unserem
Michael: Plan durch die Gossen rennen, dann werden wir nur das erleben,
Michael: was wir geplant haben. Und sind enttäuscht, wenn wir es nicht erleben,
Michael: weil sich der Plan ändert.
Michael: Wenn wir aber ohne diese Erwartung umlaufen und es passiert irgendwas, dann ist das Leben.
Michael: Und das ist aus dokumentarischer Sicht genau diese Essenz.
Michael: Und es ist dann der Mittelweg, sind wir wieder beim Sowohl-als-auch,
Michael: dass es eh beides braucht.
Michael: Natürlich ist es geil, wenn wir mit einem Smartphone beim Reisen alles checken,
Michael: aber ich verwärme dagegen, dass man nur mal wo reingeht, wo man die Bewertungen
Michael: durchfüttert und, und, und, dann kann da überhaupt nichts mehr passieren,
Michael: dann kann es da gar nicht passieren, dass du in Wien, wo ein Gulasch ist oder
Michael: ein Schnitzel, wo du das nächste Mal sagst, nein, da gehe ich nie mehr hin,
Michael: weil ich war zwei Tage krank,
Michael: das will eh keiner von uns. Aber dann ist vielleicht was anderes noch passiert.
Michael: Es wird sicher irgendein Wiener oder Wienerin geben, die sagt,
Michael: ich bin bei dem und dem Essen krank worden, habe aber dort meine Liebe meines
Michael: Lebens kennengelernt. Also es gibt Geschichten wie so an dem Meer.
Michael: Und jeder hat seine Geschichte. Ich habe oft Leute gefühlt, die haben gesagt,
Michael: nein, ich habe keine spannende Geschichte. Da sage ich, doch,
Michael: jeder hat seine Geschichte.
Michael: Genau.
Michael: Und das, glaube ich, ist für uns ein Fest. Jeder, natürlich.
Michael: Und was so ein Kernelement war, ich komme gleich zurück zu dem Ablauf der Folgen,
Michael: dass ich als Innenviertlerried, Fußball und so damals Folge aus,
Michael: gewusst habe, Braunau hat in Ried nicht
Michael: den guten Ruf. Das war damals auch Hitler-Geburtshaus und Braunau halt.
Michael: Und wir sind maximal ins Kino gefahren, wie es in Ried noch keines gegeben hat
Michael: oder keines, je nachdem.
Michael: Und da habe ich mir gedacht, bei meiner Reise nach dem Forellenzirkus,
Michael: ich fahre bewusst nach Braunau, weil ich will irgendeine positive Assoziation in Braunau.
Willy: Das Fleiß vor Ihnen, nicht? Das Fleiß. Weil es in meinem Hirn schon abgeräumt hat.
Michael: Und damals hat es gegeben das alte Schiff oder irgendwas mit Schiff,
Michael: so ein Wirtshäuschen am Stadtplatz und da habe ich mir gedacht,
Michael: ich gehe einfach da essen.
Michael: Und da habe ich gesagt, Gibt es irgendwas, was bei euch super ist?
Michael: Ja, Rostbraten. Passt. Dann ist dieser Rostbraten gekommen und der war der beste
Michael: Rostbraten meines Lebens.
Michael: Bis heute noch. Also diese Erinnerung an dieses Essen, das war einfach unglaublich.
Michael: Der Gnädel, die Soße. Das war so gedünsteter.
Willy: Oder?
Michael: Ja, also einfach aus dem Kellermatt. So richtig Zwiebelrostbraten.
Michael: Also man merkt meinen kulinarischen Background.
Michael: Und das war so mit Lamparie, wenn so Holzvertefelungen sind.
Willy: Hat nichts mit Lampen zu tun, habe ich auch lange gehört. Lamparie ist die Holzvertefelung.
Michael: Nein, aber im Hintergrund waren zwei, drei so Aldemana, so Staumdischbriller
Michael: am 11, 12 für Mittag wahrscheinlich.
Michael: Und einer hat über so geredet und geredet. Und ich habe mir gedacht,
Michael: boah, das stimmt, der hat so Erzählerstimmen, der klingt, der hat irgendwas Spannendes.
Michael: Ich muss mich jetzt selber überwinden. Ich habe das auch nicht gelernt,
Michael: da jetzt so mutig jetzt mal wen anzusprechen.
Michael: Und das ist, ob man es glaubt oder nicht, auch nach zehn Jahren Reisekäsreisen
Michael: in Summe, war es immer wieder eine Herausforderung.
Michael: Weil wir sind ja nicht jeden Tag gleich, dass man wen anspricht und sagt,
Michael: ma du, Entschuldigung, also diese Hemmschwelle, das ist jetzt nicht so neid,
Michael: da habe ich jede Erfahrung.
Willy: Und du hast ja nicht das Tanz mit deiner Brille gehabt, oder?
Michael: Ja, schon. Aber diese Erfahrung ist jetzt nicht, nur weil ich es jetzt schon
Michael: 2000 Mal gemacht habe, fällt es mir ganz leicht, dass ich jeden immer anspreche.
Michael: Vor allem dann, wenn wer Urlaub ist oder im Privaten ist.
Michael: Das heißt, bei der Liniano-Folge, ganz schwer sind Menschen in einem Urlaub
Michael: und da Menschen zu stören,
Michael: zu reinzukrochen und zu sagen, übrigens, ich bin Filme-Macher,
Michael: darf ich euch kurz filmen, da am Bodeplatz oder sonst wo, am Bode-Strand,
Michael: das ist immer wieder eine Hemmschwelle, wahrscheinlich aus der Höflichkeit.
Michael: Und jetzt noch Brauner zurück, ich höre die Geschichte, ist mein Rostbrand schnell,
Michael: schnell, zahlt, weil ich gewusst habe, der haut ab und bin dem nach. Ich habe ihn verfolgt.
Willy: Verfolgt hast du ihn?
Michael: Ich habe ihn verfolgt. Allein die Filmakademie, Studenten und Studentinnen wissen,
Michael: von was ich rede, Verfolgungen.
Michael: Ich habe letztens bei einem Schulworkshop, wo ich meine Kinder zeige,
Michael: weil die dann auch Spaß zu filmen, sage ich, Schatz, wenn nachgehen,
Michael: da geht ein Schüler bei einem Baumsetzungsprojekt mit einem Pflok,
Michael: wenn filmisch nachgehen oder begleiten, einfach nur in der Stille.
Michael: Niki Geierhalter, Deluxe, also Niki weiß, von was ich rede, und seine Filme,
Michael: das ist so schön, und einfach Film wirken lassen, ohne dass man, ja, wurscht.
Michael: Und geht ein nach, und gehe wieder nach und sage, und da wischen dann draußen
Michael: und sage, Entschuldigung, ich glaube, Sie haben was, ich bin Filmemacher,
Michael: da ist eine Kamera, Sie haben was Besonderes an sich, da war ich noch so siev, also.
Michael: Dürfen wir ihn ja begleiten, weil ich habe da Kamera mit. Ich bin Filmemacher.
Michael: Irgendwie so habe ich das gesagt, glaube ich.
Michael: Und der schaut mich an und sagt, ja, ich habe wirklich was. Geh mit.
Willy: Das ist da oft passiert, gell?
Michael: Ja, aber so in dem Moment, das war damals das erste Mal, und ich bin da mitgegangen
Michael: durch Braun in eine Gassel um mich. Quelle-Shop.
Michael: Da haben wir gedacht, aha, Bügeleisen, keine Ahnung, Toaster, Waschmaschine.
Michael: Und dann steht der da, zeigt mir seinen Shop. Und ich so, ja.
Michael: Aber ich habe jetzt eigentlich was anderes gemeint, weil machst du irgendwas
Michael: besonders? Da sagt er, ja, ja, warte mal, jetzt zeige ich dir meinen Job,
Michael: da warten musst du schon hin.
Michael: Und er erzählt und erzählt und sagt, nein, das Geschäft tagt er mir.
Michael: Aber eigentlich, er moderiert gern Veranstaltungen.
Michael: Er moderiert und spricht da gern, sagt er, das hört man wegen der Stimme.
Michael: Und dann sagt er, aber ob ich den Karol Gott kenne?
Michael: Er sagt, natürlich, ich bin ein Meier. Er sagt, aber das andere Lied,
Michael: einmal um die ganze Welt.
Michael: Er sagt, ja, das kenne ich von meinem Vater, weil der war Schlager-DJ und so.
Michael: Er sagt, nein, er kann das singen.
Michael: Und dann hat er das gesungen. Vor mir im Geschäft, an der Pudel,
Michael: im Quelle-Shop, singt er einmal um die ganze Welt mit voller Imprunst,
Michael: Gänsehaut kriege ich jetzt noch,
Michael: steht da, singt er es und ich bin da gestanden nach dem Pferdetypen vom Forellenzirkus,
Michael: der zweite Magic Moment, haben mir gedacht, what the fuck, ich bin genau dort,
Michael: wo ich glaubt habe, dass ich hingehe.
Michael: Und der singt es und ich habe mich dann bedankt und ich weiß einfach nicht mehr,
Michael: das ist nie auf Sendung gegangen, ich habe das Material noch,
Michael: das ist nie auf Sendung gegangen, ich weiß nicht mehr warum,
Michael: hat es beim Mikro was gehabt oder ich weiß nicht mehr.
Michael: Es war nicht am Schnitt dann, oder kann ich mich erinnern, dass das für die
Michael: anderen gar nicht so, aber in dem Moment, ja.
Michael: Und das ist auch so eine gute Erkenntnis, nicht alles, was man selber ist auch,
Michael: ich sage wert, so geteilt zu werden oder so verbreitet zu werden,
Michael: aber der Moment war so besonders.
Michael: Und das war so ein symbolischer Wert, der bei ganz vielen anderen oft war.
Michael: Und auch überhaupt nicht auf Selbstdarstellung, also der war nicht so,
Michael: ich mache das jetzt nur, damit ich ins Fernsehen komme, so was.
Michael: Das habe ich damals noch gar nicht gewusst, mit Fernsehen. Das hat eh keiner
Michael: gewusst. Jeder hat gesagt, für was machst du das? Und ich habe gesagt,
Michael: na für mich, ich möchte es dann schon herziehen.
Michael: Ich habe immer brav versucht, das ehrlich zu machen, zu sagen,
Michael: da ist eine Kamera und darf ich das eh verwenden.
Michael: Ich habe dann später auch über einen Anwalt erfahren, da gibt es Einverständniserklärungen.
Willy: Das wollte ich auch fragen.
Michael: Der hat auch gesagt, wenn du das
Michael: auf Bild und Ton hast, das ist oft im dokumentarischen ein Graubereich,
Michael: und wir haben es dann in die Folgen auch nicht jedes Mal eingeschrieben,
Michael: nicht bei jedem Protagonisten oder Protagonistin, hallo Michirasecker,
Michael: hallo Michirasecker, hallo Kamera, dann wirst du ein Wahnsinnig als Zuschauer oder Zuschauerin.
Michael: Aber wir haben immer geschaut, dass pro Folge einmal drinnen ist,
Michael: dass man checkt, der erklärt die Kamera auch.
Willy: Du hast es immer erklärt?
Michael: Immer, außer...
Willy: Aber immer nachher, aber nicht gleich am Anfang, oder? Weil du dich zerstörst halt im Moment, oder?
Michael: Ja, vor allem, wenn ich über den Zaun wo reinsteige oder irgendeine gehe und
Michael: sage, servus Michal Reisecker, was machst du da und Dings und ich bin Kamera,
Michael: ein Filmemacher und habe da aber eine Kamera und die läuft schon beim Zubergehen,
Michael: aber ich darf es nur verwenden, wenn dir das nicht passt. Und ich habe diesen...
Willy: Da wirst du entschattet.
Michael: Ich habe diesen Moment sicher oft in einem Graubereich benutzt als Dokumentarfilmer.
Michael: Aber immer so, dass es für mein Gewissen passt.
Willy: Aber im Nachhinein immer dann quasi die Zustimmung geholt.
Michael: Ja, außer wenn im Hintergrund wer durchgeht und so weiter.
Willy: Das geht nicht.
Michael: Und was die Abläufe der Folgen betrifft, es schaut so einfach aus und es ist
Michael: immer so in der Kunst oder im Film oder sonst wo, im Podcast,
Michael: also für die Hörerinnen und Hörer, wir sitzen ja da in Wirklichkeit drei Tage,
Michael: wie ein Camping-Setting, wie ein Zelt.
Willy: Genau, die drei Stunden, die sind ja aus den 30 Stunden zusammengeschnitten. Aus den drei Tagen.
Michael: In dessen Situationen, meine Kinder haben schon Papa, wann kommst du wieder heim?
Willy: Ja, die haben schon drei Mal angerufen.
Michael: Und meine Frau. Und auf alle Fälle ist es eine Illusion zu glauben,
Michael: also wirklich dieses unvorbereitete, spontane, ja, fünf Tage plus minus,
Michael: und dann, aber vorher die Recherche, und Recherche nicht nach Leuten,
Michael: weil die Leute nicht planen können, außer ich weiß von wem, der sagt, da ist das, das und das.
Michael: Und was ich aber irgendwie online gewusst habe, ist ja eh uninteressant,
Michael: weil ich will nicht dahin, was jeder, Entdeckergeist. Man will ja nicht mal auf der Sämme.
Michael: Und natürlich habe ich aber auch oft, habe ich irgendwann mal Leute getroffen,
Michael: die schon mal im Fernsehen waren, wie in der Pinzgau-Folge, Winterfolge,
Michael: den Fritz Sendlhofer, Bordwördmeister. Der mit dem Superborscht.
Willy: Der ist super.
Michael: Der war natürlich schon öfter wo, genau.
Michael: Der war überall.
Michael: Ja, der war überall. Aber ich habe nicht... Oder der Helmut Wittmann,
Michael: Märchenerzähler im Albtäu und so, den ich nicht gekannt habe.
Michael: Den habe ich nicht gekannt.
Michael: Und ich habe aber vorher sehr viel geografisch recherchiert. Das heißt, ich bin schon,
Michael: Drehvorbereitung, viel daheim gesessen und habe dann mir die Geografie,
Michael: weil es mir ja die Geografie war immer Lieblingsfach von mir,
Michael: schon in der Hauptschule damals, und habe das gescannt quasi und habe gewusst,
Michael: okay, was sind denn da die ganzen Orte,
Michael: wie schaut das so aus, wenn ich, und habe aber keine Nächtigungen reserviert,
Michael: weil ich es ja nie gewusst habe.
Michael: Das heißt, diese, die hoffnungsvolle Couch, das war in der Realität so,
Michael: dass ich bei der ersten Nacht, wo ich dann Richtung Zell am See gelandet bin,
Michael: nach das Kirchendorf für Forenzirkus und irgendwann am See.
Michael: Campingplatz damals 2009 Campen, ich glaube einen Euro haben wir schon gehabt.
Michael: Ich glaube 29 Euro, Bus mit Strom und in der Früh war alles feucht.
Michael: Weil See in der Nähe, Herbst, alles war feucht und nass.
Michael: Ich denke mir, scheiße, weil das war kein Campingbus, sondern trotzdem nur.
Michael: Und dann bin ich draufgekommen, Campen ist damals so in geworden und die haben
Michael: schon voll draufgekauft und haben bei 35 Euro gezahlt und bin mir draufgekommen,
Michael: bei jeder Oma kostet eine Nacht mit Frühstück auch 35 Euro damals.
Michael: Und wir haben gedacht, nein, nichts mehr campen.
Michael: Ich habe aber auch lustige Sachen erlebt.
Michael: In Lofa, in Unkern bei Lofa, das Deutsche Eck, bin ich irgendwo heimgefahren
Michael: vor dem Dreh, haben mir gedacht, das ist schon so finster, ich bin voll müde,
Michael: ich drückte schon her, ich fahre jetzt nicht mehr heim, ich schlafe wo.
Michael: Und da war so irgendwo ein Schüdel, Privatpension so und so,
Michael: ein altes Jägerhaus, so ganz, und da waren zwei 70, 80-jährige,
Michael: 80-jähriges Pärchen schon im Schlafhemd aufgemacht, die Oma,
Michael: so um 7, 8 Uhr auf die Nacht, nach Salzburg heiter wahrscheinlich,
Michael: und ja, im Dachboden haben wir ein Zimmer. Und dann habe ich das Zimmer gekriegt.
Michael: Und ziehe ich das Doppelbett und da liegen lauter Hundehaare.
Michael: Kaum bleibt das ganze Bett. Da denke ich mir, boah, ich habe nichts gegen Tiere.
Michael: Ich liebe Tiere, Katzen oder so.
Michael: Und Hunde sind ja auch cool. Aber ich habe mir gedacht, boah.
Michael: Und ich bin so müde, ich kann denen das nicht sagen, weil die sind jetzt unten,
Michael: wahrscheinlich sind sie schon ins Bett gegangen, irgendwie wird es schon gehen.
Michael: Und ich tue die Decken weg wieder, dann habe ich auf der Seite noch eine Decken
Michael: gefunden und habe mir die irgendwie hingelegt und habe mir gedacht,
Michael: ich muss noch duschen gehen, mir ist voll geheult, ich muss duschen und gehe
Michael: ins Bad rein, schaue in die Duschtasse, das war so ein Bogen und da gehst du
Michael: rein, so ein halb offenes Bad im Zimmer,
Michael: so ein voll 60er-Jahr-Style, war ein lauter schwarze Kugel in der Duschtasse.
Michael: Da haben wir gedacht, boah, das ist alles so abpfeffert, aber ich checke es
Michael: nicht und ich höre über was. Dann schaue ich rauf, ein Siebenschläfer.
Michael: War da ein Siebenschläfer oben, der hat mich angeschaut, ich habe sogar ein
Michael: Foto, ich habe nämlich Fotos gemacht von dieser ersten Reise,
Michael: da habe ich noch voll viele Fotos gemacht, da habe ich Fotos,
Michael: schaut mich der Siebenschläfer so an und ich war voll erschrocken,
Michael: ich bin nicht ein Schisser bei solchen Sachen und irgendwie so, was tue ich?
Michael: Und hab ich dann irgendwie versucht, mit dem Plastik-Mieskübe den irgendwie
Michael: zu der Wischen, damit ich den irgendwie rausbringe.
Michael: Und hab dann abgeschrien, ich weiß nicht mehr, wie die geheißen hat,
Michael: ob Erne oder Hilde oder sonst was und dann ist die gekommen,
Michael: nein, der Mann ist eh Jager, aber kommen wir halt mit dem Quer,
Michael: sag ich, nein, wir müssen den irgendwie befreien und sie hat gesagt,
Michael: nein, sie weiß ja eh, im Tochbarn haben wir voll für Siebenschläfer, Junge.
Michael: Und da ist halt einer reingekommen. Und jetzt habe ich auch gewusst,
Michael: wo die ganzen Haare hergekommen sind im Bett. Von dem Siebenschläfer.
Michael: Und auf alle Fälle haben wir dann den Eingefahren und haben ihn raus.
Michael: Und ich habe dann diese Decken drüber getan, habe dann irgendwie eingepackt,
Michael: weil mein Schlafsack habe ich ja mitgehabt, Schlafsack geholt und habe dann da geschlafen.
Michael: Aber das war auch, und ich habe mir dann geschworen, nie mehr irgendwie schon ein bisschen checken.
Michael: Und erst später ist das dann gekommen, nach Jahren, plötzlich mit Booking oder mit wo.
Michael: Das war halt dann diese Freiheit auch, so sehr ich Booking eigentlich nicht mag.
Michael: Ich habe mir dann oft über Booking-Zimmer gesucht, habe dann angerufen und gesagt,
Michael: ich sehe nicht, dass das die Provision zahlt für Booking.
Michael: Ich zahle es euch direkt. Aber ich habe gesehen, da ist was frei.
Michael: Du hast einfach eine schnelle Datenbank gehabt.
Michael: Und habe dann, ich weiß nicht, wann ich es zusammenziehen müsste,
Michael: in die 60, 70 Folgenreise, das Reisen, glaube ich, was war denn so,
Michael: wo ich überall geschlafen habe oder beim Schneiden in Wien,
Michael: teilweise bei meinem Cousin in der Wohnung oder voll für Airbnb damals in irgendwelche
Michael: Zimmern, also man sieht mein Reichtum.
Michael: Ich habe mir die Unterkünfte im 17.
Michael: Und 18. neben der Geierhalter zusammengeratzt, irgendwo oder bei Freunden.
Michael: Ich habe leider kein Haus im Waldviertel oder am Attersee oder sonst was und
Michael: bin auch nicht mit Erbe vollgestopft.
Willy: Das ist auch nicht. Nein. Wir haben Pferde gemeinsam.
Michael: Und was uns vielleicht auch verbindet, ist dann dieser schöne philosophische
Michael: Satz. Heini Staudinger, glaube ich, weiß, mehr sein als haben.
Michael: Und Auskommen ist wichtiger als Einkommen. und trotzdem ist es im Idealismus
Michael: der Kunst sehr, sehr, sehr schwer, wenn man dann weiß, man hätte eigentlich
Michael: eine technische Ausbildung und wäre ich in dem Beruf, in irgendeiner Firma XY,
Michael: wäre ich jetzt wahrscheinlich bei 4, 5, 6.000 brutto, keine Ahnung,
Michael: und so krebsche ich irgendwie dahin und mit den Schulworkshops,
Michael: die ich mache, über den Bund gefördert, OERD, wo man.
Willy: Diversen… Also reiseiges Reisen gibt es nach wie vor nur jetzt in Form von Schulworkshops,
Willy: oder? Genau. Also wo du das verarbeitest danach.
Michael: Genau, um da ein bisschen anzuschließen in der Historie. also jetzt so die Folgen noch fertig.
Willy: Ja, ja, da habe ich noch, da so deine Folgen.
Michael: Wie gesagt, also sicher eine Woche auch Recherche an der Geografie,
Michael: wo ich gewusst habe, wo will ich dann immer um Atomkurven, immer wieder,
Michael: dann ins Ungewisse fahren, dieses Lucky Lookleben, dann heimkommen.
Willy: Sammeln. Das heißt aber auch nicht, quasi, da hat er dann der ORF oder die Regisseure
Willy: etc., wo du nicht reingeredet hast, oder?
Willy: Mach das, den brauchst, Reichweite, Maximierung.
Michael: Und das ist die Freiheit. Und hätte ich dasselbe Format mit anderen Privatsendern,
Michael: ohne dass ich die Namen jetzt nenne, hätte ich sicher die irgendwie Vorgaben
Michael: gekriegt. Irgendwie. Und diese Freiheit habe ich gehabt.
Willy: Zum Beispiel, ja.
Michael: Ja, ja. Ich habe es nur gehört, Geschäft mit der Liebe wird kurzzeitig einmal
Michael: gestoppt, weil, nein, ich weiß nicht.
Willy: Das ist abgesetzt jetzt, aktuell.
Michael: Aber ja, da gibt es auch super journalistische Einträge, wo steht,
Michael: na ja, aber was mit dem anderen Wahnsinn, den man sonst wo sieht oder schon gesehen hat.
Michael: Also da fangen wir mal an in der Branche, dass wir da schauen,
Michael: was ist denn irgendwie wertvoll für das. Aber gut, das ist ein anderes Thema.
Willy: Wie ist es dir gegangen mit Reichweite? Du hast ja trotzdem den Druck der Reichweite,
Willy: weil sonst hast du quasi im klassischen linearen Fernsehen keinen Platz.
Michael: Aber ganz weniger, weil die Reichweite in der Reichweite so super war.
Willy: Hast du aufhörst ein Klick gehabt?
Michael: Nein, Klick, das Format, ich glaube nicht Klick. Das Format,
Michael: erstens war ich gut eingebettet, das ist das Glück, eingebettet zu sein in einer
Michael: starken DIN-Nacht, das über Willkommen Österreich und Science Passage.
Michael: Ja, aber trotzdem würde es, wenn es nicht funktioniert hätte,
Michael: werde die Quoten auch zusammenbrochen. Und das ist nicht passiert.
Michael: Weil es in seiner Formatkonzeption, was wir sehr schnell gesehen haben, oder auch ich,
Michael: diese Kurzweiligkeit, wenn du das jetzt schaust und offen dafür bist,
Michael: nicht wegzuzappen, wo dieser Rahmen, der entstanden ist, weil es 4 zu 3 war
Michael: und wir dann gesehen haben, mit dem Ralf Ricker, mit einem super lustigen Grafiker,
Michael: dann gesehen haben, hey, das hat einen Nebeneffekt, es ist ein gewaltiger USP oder so ein Branding,
Michael: dass wenn du durchzappst, es ist nicht wie alles andere, es ist speziell.
Michael: Es ist speziell. Und dann, wenn du jetzt wer bist und sagst,
Michael: mit dem, was ich jetzt tassiere kann, überhaupt nichts anfangen,
Michael: dann ist der nach 5 Minuten eh wieder vorbei und dann kommt eine andere Geschichte.
Michael: Und um was ich den Zuschauer und die Zuschauerin so beneide,
Michael: was ich selber nicht erleben werde und nie erlebt habe, ist dieses und was kommt
Michael: dann nicht zu wissen, was als nächstes kommt. Und das ist so elementar.
Michael: Ich weiß nicht, was ich gefilmt habe. Aber die Folge zu schauen...
Willy: Aber in dem Moment hast du es auch nicht gewusst. Es war halt nur ein Fünf-Tage-Verteilung.
Michael: Ja, genau. Ich habe es anders gehabt. Ich habe es in meinem privaten Abenteuer
Michael: gehabt. Ja, genau. Das ist ein kurzer Argument. Aber in der...
Michael: Und das war dann für mich so schön.
Michael: Okay, jetzt kann ich ganz viele Menschen teilen, diese Lebensgeschichten.
Michael: Und die sitzen daheim Ob vom Laptop oder vom Fernseher. Und wissen nicht,
Michael: was kommt. Du weißt vielleicht, bongo, wenn du cool bist, lest du dir nicht ein.
Michael: Darum habe ich mir keinen Podcast vorher angehört, weil ich will einfach nicht
Michael: wissen, was kommt. Ich schaue mir keinen Trailer fast nicht mehr an vor einem Film.
Michael: Ich trage durch, wenn mir irgendwer einen Trailer zeigt, die Kinder,
Michael: na Willow, schaue mir sich bitte Willow an, der Trailer.
Michael: Ich schaue mir überhaupt keinen Trailer an. Weil wenn ich in einem Film sitze
Michael: und nicht weiß, was kommt, das ist so schön, dass man nicht immer weiß, was kommt.
Michael: Die meisten Trailer erzählen eh schon den ganzen Film.
Michael: Und das ist genau das. Das ist, was kommt dann und dann in so eine Folge einzutauchen
Michael: und jetzt kommt nur wer und nur wer und nur wer.
Michael: Und dann sind wir in der subjektiven Bewertung auch.
Michael: Naja, dann sind halt Leute dabei,
Michael: die mich vielleicht nicht berühren oder triggern und wer andere schaut.
Michael: Das ist subjektiv. Und diese Kurzweiligkeit ist sicher ein Geheimnis von Reisikers Reisen.
Michael: Aber ich habe so viel Material, dass ich wüsste, dass manche Folgen hätten auch
Michael: zwei Stunden funktioniert.
Willy: Das ist meine Frage, die ich gerade habe.
Michael: Und ich habe Leute, die kannst drei Stunden zuschauen, aber ich habe die Sendezeit
Michael: nicht gehabt und nicht gekriegt.
Willy: Wie geht es dir denn damit? Weil ich habe jetzt den Luxus, ich kann nicht so
Willy: lange reden, solange die Gäste Zeit haben, bis wir dann vom Sessel fallen oder so.
Willy: Aber ich habe wirklich bei ein paar Episoden das Gefühl gehabt,
Willy: Von dem hätte ich einfach so gerne mehr gewusst, von der Person.
Willy: Hast du da mit dir mehr Gerät und hast du das zumindest für dich selber,
Willy: die die Zeit genommen mit den Leuten?
Willy: Da sind so viele Leute drinnen gewesen, ich will mehr von dir wissen.
Michael: Es hat einen Menschen gegeben, wie einmal im Mölltal, der war nicht in der Folge,
Michael: es hat im Mölltal einen Gamsbordbinder gegeben.
Michael: Der war ein Wahnsinn. Seine Frau hat dabei Kropfen gemacht. Der war ein Wahnsinn.
Michael: Und gleichzeitig war ich damals beim Bildhau im Mölltal, da war ich glaube ich
Michael: sechs oder sieben Stunden, der war aber dann nicht auf Sendung,
Michael: der hat halt einfach dann beim Schnitt nicht, das ist ja nicht ausgegangen,
Michael: weil wir eine andere Geschichte gehabt haben, haben wir gesagt, na irgendwie,
Michael: nein, und dieses Schneiden mit dem Gernot oder auch den anderen später,
Michael: das ist, Entschuldigung, dieses Schneiden, das ist wie,
Michael: Puzzle bauen, wie ein Mosaik. Und du baust ein Puzzle und schaust,
Michael: dann gibt es irgendwelche Subthemen, die entstehen, Thema Arbeit,
Michael: Thema Liebe, ganz subtile Themen, wer ist wo, was macht die Folge und die ganze
Michael: Dynamik, wenn der jetzt aber als Erster ist und der als Letzter ist.
Michael: Oder muss immer, es ist ja nicht immer, dass jede Folge philosophisch aufhören
Michael: muss oder mit irgendeinem Satz, wo du dann am Schluss in der Abspannmusik denkst, boah, ja.
Michael: Und das ist so, und der Schnitt, da reden wir von guten zwei Wochen.
Michael: Und die Geierhalterfilm ist ein Schnitt, wo man dem eine Zeit gibt.
Michael: Das ist eine Firma, wo Dokumentarfilme oft ein halber Jahr geschnieden werden.
Willy: Weil es dann im Kino
Michael: Den Unterschied macht und dann Niki seine Filme oder auch andere von der Firma
Michael: oder auch vielen anderen Firmen in Österreich, brauche ich jetzt gar nicht nur
Michael: die Gehalte oder ob es vom Arrasch oder irgendwen in dem Land oder also von
Michael: jedem, den ich da... Aber es ist ein Stil.
Willy: Den haben wir Marken gezeigt, es ist wie so ein Signature, die ist ein Ort zu kochen.
Michael: Naja, Niki hat einen ganz eigenen Stil der Filme, klar, da gibt es Leute,
Michael: die sagen, das kann ich mir nicht anschauen und dann gibt es Leute,
Michael: die eintauchen in diese Filme, der ist auf internationale Filmfestivals,
Michael: aber auch andere österreichische Filme von bis,
Michael: also endlos aber schneiden ist ein kreativer Prozess und dann gibt es vielleicht
Michael: Fernsehkarte, die sagen wir in meiner Branche, da sitze ich drei Stunden,
Michael: kriege ich Zeit vom Studio für diese 45 Minuten irgendwas und wie könntest du
Michael: da zwei Wochen sitzen und das ist ein bisschen,
Michael: das kann auch nicht aufhören oder wenn ich mit Schulworkshops,
Michael: wenn ich sage, nehmt CapCut oder was auch immer und schneidet euch eine Version
Michael: von dem Material, was ihr gefilmt habt,
Michael: weil letztens in der Schule, die haben einen Horrorfilm gemacht und denkst mit
Michael: Brillenkamera, aber auch mit Smartphone kombiniert und dann ist das Messer so
Michael: da und dann liegt die Schülerin da, voll cool inszeniert und sie sagen,
Michael: eigentlich könnten sie jetzt noch Stunden weiter schneiden, sie könnten ja vier
Michael: Versionen schneiden aus dem, was sie gefilmt haben.
Michael: Und da sage ich immer, das ist so eine Metapher, das ist wie,
Michael: ein Material ist wie ein Baum und dann kannst du den beschnipseln und du musst
Michael: dir gut überlegen, was ist der Stamm, was ist die Geschichte?
Willy: Bonsai.
Michael: Naja, oder machst irgendeine Dujanhecken mit ein paar Zecken,
Michael: oder, keine Ahnung, oder ist es ein Birken, oder ist, auf was ich raussehe,
Michael: auf das Beschneiden, ist, welche Äste lasse, welche Zwickle weg,
Michael: welche Handlungsstränge du kannst, das ist eine Geschichte, bei Reisekreisen
Michael: speziell, wenn jetzt vier Stunden wo war. Und der erzählt, sagen wir mal Handwerk.
Michael: Ich habe es aber unterteilt in On the Road.
Michael: Eins der High-End-Erlebnisse On the Road war die Kroatien-Folge.
Michael: Und das war die letzte Folge, was ich überhaupt gemacht habe.
Michael: Ich habe so ein Projekt gemacht von 2009 bis 2019.
Michael: Und als Papa, als Jungvater mit Kindern 2014 und 2016 geboren,
Michael: hat es irgendwann angefangen.
Michael: Der Preis dieses Lucky-Looks-Lebens mit, okay, ich kann es machen und überleben,
Michael: aber ich werde jetzt nicht in Geld schwimmen.
Michael: Weil es nie ums Geld gegangen ist das, dass auch vor Familie schon es so war,
Michael: wenn ich Montag bis Freitag wo gesessen bin im Brandner Tal im Vorarlberg jeden
Michael: Tag in einer anderen Unterkunft,
Michael: war das soziale Leben daheim die Freunde, Vereine das Leben ist daheim und ich
Michael: bin wie ein Monteur auf Montage,
Michael: hab tagsüber wunderschöne Momente erlebt mit Menschen und Geschichten aber auf
Michael: die Nacht bin ich allein und ich bin jetzt nicht der volle Drangler oder sonst
Michael: was trinke so ganz wenig bis gar keinen Alkohol,
Michael: und gegen früher, gegen wilde Zeiten aus dem Innviertel und Studium.
Willy: Aber wir haben sonst das Bier eingekühlt.
Michael: Ein Piertränker bin ich gar nicht, ganz schräg für ein Innviertel,
Michael: ich mag keinen Hopfen und auch keinen Kaffee.
Willy: Ich weiß auch, was du nicht willst.
Michael: Wein, Wein, Wiener Wein, Wein, Wien, Wien, ich bin ein Michael-Heupel-Typ.
Michael: Nein, nein, nein.
Michael: Und auf alle Fälle, das ist der Preis, weil man sieht dann nur immer so das Ja, Ja und,
Michael: Und das wird mit Familie, mit Beziehung erstens schon mal spannender und mit Kindern sowieso.
Michael: Und wenn du dann Familie hast und immer wieder wegfahrst, also ich weiß noch,
Michael: wie meine große Klar war, ganz klar, habe ich die Bilder im Kopf,
Michael: ich steige in meinem Bus hervorweg und meine Frau mit Baby am Arm winkt uns.
Michael: Und da fährst du oft unter Tränen weg, weil du sagst, da kommt so ein Verantwortungsgefühl.
Michael: So, ich fahre jetzt weg und in fünf Tag komme ich wieder heim und das stammt
Michael: die Familie daheim. Also kann ich nur tiefst.
Willy: Hat man das Schlecht Wissen eigentlich auch, weil der Job so schön ist und das ist ja eigentlich so.
Michael: Ja, so schön. Ich habe auch, das war schon heute die Arbeit da,
Michael: so sehr es mir Spaß gemacht hat.
Michael: Weil, das wird oft vergessen, das wird oft vergessen, dass man glaubt,
Michael: nur weil wer kreativer Spaß am Job hat, dass es deshalb immer einfach ist.
Willy: Das ist der Punkt.
Michael: Das ist Anspannung, das ist Konzentration. Das ist, man wird ja immer professioneller.
Michael: Man weiß dann sehr wohl, das hat mich damals der Ralf Jakobs schon informiert,
Michael: der hat gesagt, wenn du einen Schwenk machst mit der Kamerabrille,
Michael: du musst schon überlegen, dass du so schwenkst.
Michael: Oder Laufschuhe anziehst, damit du nicht ständig rüttelst.
Willy: Ein bisschen dämpft.
Michael: Das heißt, ich war immer extrem konzentriert und am Abend dann eh K.O.
Michael: Und das war ganz selten bei der Großglöckner-Folge, kann ich mich nur erinnern,
Michael: Großglöcknerstraße, Fusch, irgendwo da unten, Tankstelle, Bus,
Michael: Tanken, neben mir 15er Steirer zugefahren, ein Traktor mit einem lustigen Kerl.
Michael: Oh, servus, du bist der Reisecker, oder?
Michael: Sag ich, ja, kennst du gleich die Sendung? Nein, aber da steht Reisecker am Bus.
Michael: Sag ich, wie bist denn du? Er ist der und der Bauer, er macht da einen Bauer
Michael: noch für Eis. Der habe ich noch lange nicht gewusst, dass ich Eis mache.
Michael: Nein, du kommst vorbei auf eine halbe, sage ich, ein Bier trinke ich nicht, oder einen Wein auch.
Michael: Sag ich, ja, eigentlich, und dort bin ich dann versumpft bis zwei in der Früh,
Michael: volle Gaudi, und am nächsten Tag habe ich es gebüßt, weil heiß war es und das
Michael: war halt, und das war aber in den zehn Jahren vielleicht fünfmal.
Michael: Fünfmal, dass ich wirklich so sitzen geblieben bin und so Halligalli,
Michael: weil sonst einfach schon...
Willy: Die Energie ausgeht, oder?
Michael: Ja, die Energie ausgeht, auch wie ich jünger war, oder ganz,
Michael: aber einfach schon so professionellen Anspruch,
Michael: Vielleicht bin ich ja innerlich ein Perfektionist. Meine Frau und ich sagen
Michael: oft, wir sind dort Kunst studiert als jetzt selbstständige Masseurin und wir
Michael: sagen, wir sind schon, wenn man künstlerischen Anspruch hat,
Michael: neigt man zum Perfektionismus.
Michael: Aber wenn man es nicht wirklich ist, dass alles perfekt sein muss,
Michael: ist jetzt nicht so etwas wie Menschen, die sagen, das muss jetzt die Brätln
Michael: und das Glas genauso herstellen, weil...
Willy: Eine andere Art von Perfekt. Eine andere Art.
Michael: Und beim Schnitt ist es genau das, da lernt man dann schon locker zu sein und
Michael: loszulassen, weil sonst ist es nie perfekt. Es würde nie aufhören.
Michael: Und da hilft, der kreative Blick von außen.
Michael: Dass man sagt, von außen muss wer drauf schauen und dass man auch was lernt.
Michael: Und sagt, kill your darlings.
Michael: So dieses Beispiel mit dem Dokumentar für mich der in der Wüste in der Savanne
Michael: liegt. Filme your darlings. Ja, Filme your darlings.
Michael: Der drei Tag auf die Löwenbabys war und dann filmt er, der kommt heim und sagt
Michael: zum Produzenten, schau, ich hab so einen Wahnsinn und Dings.
Michael: Und der Regisseur sagt zum Kameramann, Wahnsinn, super.
Michael: Und jetzt schauen wir am Schnitt und dann schneiden soll er und dann ist er
Michael: in der Klassen-Doku über Afrika, kommt die Erkenntnis, dass man sagt,
Michael: du, übrigens, die Löwenbabys haben ausdeckert, weil wir brauchen das dramaturgisch
Michael: oder für die Geschichte nicht dienlich.
Michael: Kinder- und Tierbabys sind immer super, aber wir brauchen es nicht.
Michael: Und dann stehst du und sagst, nein, nein, nein, da war ein Soundsturm,
Michael: ich bin fast verregt, ein Skorpion hat mich ein bisschen, ein Schlangen hat
Michael: mich, die habe ich gefilmt, die hat noch nie wer so gefilmt,
Michael: hat noch nie wer gesehen, noch nie wer ein Löwenbabys so gefilmt,
Michael: die sind so super, die müssen drin sein, sehr klar.
Michael: Und dann wird gemeinsam entschieden, bei einer Sichtung, oder die,
Michael: was, das sage ich, Voll cool, alles toll, danke, aber es geht sich nicht aus.
Michael: Und dann die Größe zu haben oder die Erfahrung zu kriegen, zu sagen,
Michael: mit Abstand oder mit Erfahrung einfach, stimmt, das habt ihr recht,
Michael: jetzt wo sie nicht drin sind, es hat wirklich mit der Geschichte nichts zu tun.
Michael: Und das ist die Kunst auch im kreativen Bereich, da loszulassen.
Michael: Aber jetzt bin ich komplett abgeschweift, jetzt habe ich Ihren Faden verloren.
Michael: Nein, du brauchst überhaupt.
Willy: Du schweißt gar nicht ab. Wir sind immer noch drinnen im Reise-Gerz-Reise,
Willy: ich versuche das immer noch zu verstehen, wie das abgelaufen ist und ehrlich
Willy: gesagt, ich habe ein paar so Szenen aufgeschrieben.
Michael: Aber Entschuldigung, haben wir jetzt die Publikumsfrage beantwortet? Die Publikumsfrage?
Willy: Was war die? Was war die Publikumsfrage? Die war, ob du reich bist und ob du
Willy: quasi schon im Urstand bist.
Willy: Aber du hast jetzt gesagt, du hast jetzt Familie?
Michael: Ja, wir wohnen in einem Haus auf Mitte.
Willy: Auf Mitte, deswegen auch nicht bei der Borealis wieder.
Michael: Nein, nein, nein, stimmt.
Willy: Du bist noch jung.
Michael: Wir haben einen super Vermieter und haben beide keinen, ich habe das super gefunden,
Michael: ich schätze die Doc1 sehr,
Michael: die Doc1 Format und da war auch immer das Thema Erben und das ist schon so in
Michael: dem Land, obwohl man es nicht gern hört, dass die Wahrheit die ist,
Michael: dass manche erben oder viel erben und manche nicht.
Michael: Und wenn du im Haben nicht viel hast, dann ist es schwieriger.
Michael: Und für mich war damals das so schwer zu wissen, das war so eine Erkenntnis
Michael: bei der Pro Realis, dass man sagt hat, ich verdiene voll viel.
Michael: Wenn ich eine Partnerin hätte in der Technik, die verdient auch voll viel.
Michael: Und trotzdem voll den Kredit aufnehmen für ein Haus.
Michael: Wenn du nicht von Haus aus einmal 300.000, 400.000 an Grund hast oder irgendwas
Michael: gekriegt hast, dann ist das einfach ein extrem schwerer Weg.
Michael: Und will ich deshalb mein Leben, das so...
Willy: Investieren in das, was du am Ende das hast.
Michael: Ja, und es gibt kein, das will ich gar nicht bewerten, weil ich habe Respekt
Michael: für jeden, der sich ein Hause stellt, auch mit Erbe und Kredit aufnimmt und
Michael: jeder soll sein, leben so leben, wie er es will, aber man muss sich dann selber entscheiden,
Michael: will ich mehr sein oder haben oder gibt es das sowohl als auch,
Michael: sowieso auch, dass man mit viel haben mehr sein hat. Darum, ich will es nicht bewerten,
Michael: Sonst kriegen wir beide einen Shitstorm. Ich will es echt nicht bewerten,
Michael: aber es ist so, wenn es im Haben halt nicht viel heißt, ist es schwieriger.
Michael: Und da bin ich jetzt beim Harald Friedl, der einen wunderschönen Film Brot gemacht
Michael: hat und auch glaube ich, ich weiß nicht, ob er 24 Stunden kostet,
Michael: oder ob er einen Pflegefilm vor kurzem,
Michael: der ist ein super Kinofilmer und der Harald ist ein super Dokumentarfilmer und
Michael: der Harald Friedl hat beim Ö1-Interview vor kurzem irgendwo gesagt,
Michael: es ist schon ein Privileg, Filme machen zu können und wenn du Kinofilme machst
Michael: als Dokumentarfilmer, musst du dir das auch leisten können.
Michael: Und das ist genau der Punkt, dass auch ein Werner Bote oder andere oder Jakob
Michael: Rossmann, Ö1-Film oder andere junge oder super coole kreative Menschen,
Michael: sagen, okay, ich kann nicht nur, weil ich einen Film gemacht habe,
Michael: der ins Kino kommt und Preise kriegt, ist das nicht die Legitimation,
Michael: das einfach zu machen, weil es so leicht geht.
Michael: Da sind wir wieder bei den Armen mit Executive Producer oder sonst was.
Michael: Wenn du oder ich oder jeder von uns, der jetzt vielleicht kreative Träume hat,
Michael: sagt, naja, wenn ich 400.000 auf der Seite hätte, dann mache ich auch mein Projekt.
Michael: Kann aber auch frustrierend sein, weil Geld allein ist nicht alles.
Willy: Und das macht dich nicht kreativ,
Michael: Wenn du es quasi aus dem Vorhang schiffst. Ja, jetzt steht dir vor,
Michael: erstens das, nur wenn du das machst und du bringst das nicht in die Breite,
Michael: in Zeiten von YouTube, du kannst hundertmal versuchen, da einen Kanal aufzubauen,
Michael: du siehst ja nur immer das Positive, wenn ich jetzt, da sind wir bei den Vergleichen,
Michael: wenn ich Facebook, ich habe mein Projekt oben als Facebook, super,
Michael: aber wenn ich immer nur die anderen sehe, beim Glücklichsein,
Michael: dann fühle ich mich schlecht.
Michael: Das ist so Klassiker, ich war auf Reise, das Reisen drehen, irgendwo am Abend,
Michael: dann schaust du, wie geht es dir so, und dann der eine steht am Berggipfel,
Michael: der Nächste ist mit der Familie wandern, der Nächste macht gerade,
Michael: naja, da geht es wieder ums Vergleichen.
Willy: Aber sag mal, wie hast du, ich stelle mir dir jetzt vor, du fährst mit deinem
Willy: Bus, es hat zwar fünf Tage gedauert, aber du siehst, und dann bleibst du einfach stehen.
Michael: Ja, das wollte ich raus.
Willy: Hast du dich da überwinden müssen?
Michael: Da gar nicht, da bin ich dann voll im Element. Und das beste Beispiel ist,
Michael: auf das wollte ich jetzt erst raus, danke für den Link, ich habe immer gekämpft
Michael: für die Auslandsfolge, weil da war einfach gesagt, ne, Österreich, ja.
Michael: Und durch den Film von Wien war da immer ein Wien-Anteil dabei,
Michael: durch das kenne ich mittlerweile ganz Wien, vom SM-Club bis zum Kran,
Michael: vom Durga-Fest, also Reisekasseisen-Ottakring, eine meiner Lieblingsfolgen,
Michael: wo ich da im Atelier Mystik lande, wo die Vereins,
Michael: die waren, da war ich irrsinnig überrascht, was da für ein Vertrauen war,
Michael: weil ich wollte ein Vorgespräch, zwei Stunden, das gesagt hat,
Michael: wenn wir die da filmen lassen in diesem Vereinslokal und dann ist unten ein
Michael: Käfig und da lässt sie wirklich einsperren und sie sagt, naja,
Michael: und ich habe gesagt zu dieser Eigentümerin, lass dich du da einsperren und sie
Michael: hat gesagt, nein, ich nicht oder das mit dem Kran oder sonst was,
Michael: also diese Lebenswelten, also da bin ich für Wien um, Lebenswelten,
Michael: ja, diese Lebenswelten und diese Momentaufnahmen und jetzt komme ich zum Hauptmotiv,
Michael: was mich so triggert hat,
Michael: einfach um die Vorurteile zu zerramschen, um die wegzufetzen,
Michael: Weil wir haben alle Vorurteile, immer, ich auch noch, immer wieder,
Michael: immer wieder aufgrund unserer Muster durch Anerziehung, durch Sozialisation,
Michael: durch genetische Vererbung, was man mittlerweile weiß über Generationen und
Michael: die habe ich selber immer, trotz 3.30 Uhr reisen Menschen.
Willy: Das kriegst du selber nicht raus, oder?
Michael: Sicher, keiner von uns. Und wer so sagt, der soll sich ertappen.
Michael: Und dann komme ich mit 3.30 Uhr reisen und bediene diese Vorurteile,
Michael: dass es irgendwen gibt und sagt,
Michael: da steht jetzt der fertige Hackler und dann lasst du dir Lebensweisheit raus,
Michael: dass du denkst, alter Schwede.
Michael: Ja, und dann zerfetzt es mir Vorurteile als Zuschauer oder Zuschauerin und ich
Michael: mir denke, das hätte ich nicht geglaubt, dass der Mensch sowas sagt oder sonst
Michael: was und um das geht es mir und das ist eine massive innere Befriedigung, die es mit Geld nicht,
Michael: aufzuwerten und das hat mir immer so viel Freude bereitet, dass ich merke,
Michael: mit dem Format hast du Vorurteile zusammen und für mich selber.
Willy: Wenn sich jetzt irgendwer fragt, warum er da sitzt beim Power-to-the-people-Podcast, genau deswegen.
Willy: Genau das wollen versuchen wir. Ich habe mir das aufgenommen,
Willy: du hast den Schlosser auf der Eisenstraße.
Michael: Nein, das war die Reisekurs Niederösterreich-Folge, sogar die Bundesland-Folge
Michael: noch eine der ersten. Da habe ich in Ipsitz den Steg.
Michael: Aber das ist der Eibel Sepp und der Waller Joe, glaube ich heißen es.
Michael: Und die waren in der Niederösterreich-Folge. Und der eine ist so mit einem nackten
Michael: Oberkörper-Rosenmann, der hat diese ganzen... Das ist der Künstler gewesen.
Michael: Der hat es geschafft. Und der andere, nicht der Eibel Sepp, sondern der Waller
Michael: Franz so der Joe, war der Franz, glaube ich.
Michael: Das war der Hackler. Das war der Hackler, der voll geschwarzt hat,
Michael: weil ich glaube, jetzt bricht mir ein Haar.
Willy: Ja, so jetzt haut er dir dein Ding und was wie auch von mir.
Willy: Und dann hat er so gescheite Sachen aus sich gehauen, wie er zum Reden angefangen hat.
Michael: Ja, ich komme mit der Sozialversicherung und habe gesagt, dann haut es dir auf
Michael: die Pappen, das ist ein Burt oder irgend sowas, wenn es dir nicht so ist.
Willy: Ich habe mir in einer anderen Sprache gesagt, der hat so gescheite Sachen und
Willy: du hättest am Anfang, denkst du, sofort aburteilt.
Willy: Ja, klar. Aber man hat auch gedacht, wie ich den gesehen habe,
Willy: wie es da einer bist, wenn man doch der
Willy: was ist da, nicht?
Michael: Ja, aber das geht es. Und dann haut er so gescheite Sachen aus.
Willy: Und das ist genau das, wo ich mir denke, wo ich dann selber wieder merke,
Willy: Alter, du hast den Menschen vorverurteilt und hast nicht einmal mit ihm geredet.
Willy: Und wenn man aber dann hingeht, so wie es das du da gemacht hast, bei dieser Folge,
Michael: Da nach vorne.
Willy: Leck mich am Arsch.
Michael: Ich bin total daneben gelegen. Ja, und das ist der Punkt. Und das ist der Mehrwert.
Michael: Mich hat nach der Folge, damals hat mir auf Facebook einen Vater geschrieben
Michael: und hat geschrieben, ich muss mal sagen, das war Monate später,
Michael: Sein Sohn hat wegen der Folge die Schlosser leer angefangen.
Michael: Das war voll schön. Aber was mich noch mehr gefreut sind, einfach die Momente,
Michael: dass du denkst, und es gibt viele Filmemacher und Filmemacherinnen,
Michael: die werden gefragt, na schön, die werden gefragt, verändert der Film die Welt? Nein.
Michael: Nein und ja, was verändert schon die Welt? Wir alle. Ja, eh,
Michael: vom Einzelnen, beim Butterfly-Effekt, ob im Kinderradl umfällt,
Michael: wir verändern sicher alle was und wir hängen alle zusammen. Ja, eh.
Michael: Aber der Punkt ist, ich muss auch offen sein für sowas. Ich muss das auch sehen
Michael: wollen und spüren, da sind wir bei Empathie und solche Sachen.
Michael: Das gibt ja auch die Schüler in die Workshops mit, dass ich sage,
Michael: das eine ist das Gadget, die Kamerabrille ist nur die Technik,
Michael: ob das ein Smartphone ist, die Kamerabrille ist null wert, der ganze Scheiß
Michael: ist nichts wert, wenn ihr nicht damit umgekehrt.
Michael: Wenn ihr keinen Mut habt, keine Neugier, kein Interesse, mit dem Ding auf einen
Michael: Menschen zuzugehen und euch Fragen traut, was ist los mit dir,
Michael: dann hast du keine Chance.
Michael: Und damit haben wir Vorurteile zusammen. Und das nach Corona,
Michael: wo alle in die Isolation waren, bin ich lange mit diesen Schulworkshops,
Michael: das hat dann nach Corona so angefangen.
Michael: Und habe ich ein Beispiel gehabt, habe ich auch in der Rier,
Michael: der Klasse, erzähle ich ein bisschen was aus meinem Lebensweg,
Michael: zeige was her, eh diesen Forellenmenschen, der dann wird wie ein Pferd,
Michael: wo schon mal alle sagen, hey, es gibt es ja nicht.
Michael: Ich sage, doch, das gibt es. Es gibt Menschen, die haben irgendwas,
Michael: obwohl wir es nicht glauben. Und dann machen wir so Gruppenmübungen,
Michael: warum machen wir das, was wir machen.
Michael: Mit Lehrlingen baue ich das jetzt gerade auf, das Format, so Zoom-In,
Michael: so näher betrachten mit vier Firmen und Lehrlingen.
Michael: Und dann geht es genau um das, dass man sagt, okay, wir machen alle das,
Michael: was wir machen, aber warum? Warum sitzt du da?
Michael: Warum? Was ist von der Windel bis heute passiert, dass du da sitzt?
Michael: Und das machst du mit der Führungskraft genauso wie mit einem Lehrling oder
Michael: mit einem Schüler. jetzt stehst du da in der dritten HAC oder dritten HBL so
Michael: können sie dir beim Spar in der Wurstabteilung glücklich sein.
Michael: Ich kenne eine Mutter die hat mir erzählt, ihr Sohn hat Jus studiert und sie
Michael: haben sich schon so gefreut dass er jetzt seinen Weg macht nein,
Michael: er macht einen Ferialjob beim Spar,
Michael: in der Imbisstheke und hat sich da in die Arbeit verliebt, weil die Kollegen
Michael: sind so cool, jetzt ist der Dreier dort und voll happy, die Eltern sind fix
Michael: und fertig gewesen nach abgeschlossen.
Michael: Kurz vorher die Eltern sind fertig gewesen und die hat dann gesagt,
Michael: nein, aber der ist so glücklich der ist so glücklich und da sind wir genau in
Michael: dem, wo schieben wir unser.
Willy: Wie schieben wir die Welt zusammen?
Michael: Ja, wo schieben wir es zusammen? Und jetzt Druck auf die Schüler die machen
Michael: so Übungen und wo ich dann sage so ein bisschen New Work was treibt dich an
Michael: und warum machst du was du machst oder was willst du wirklich, wirklich machen,
Michael: was ist passiert, warum stehst du jetzt in dieser dritten HBL und machst nichts
Michael: anderes ja wegen der Schwester, wegen dem Bruder, wegen den Eltern oder weil
Michael: ich halt, oder hat es sich so ergeben oder was immer okay, passt,
Michael: und dann erzählen wir mal so jeder über den anderen, was er so macht,
Michael: so Gruppenübungen, und dann kriegt jeder Brünen als Team, weil allein ist es
Michael: schon schwieriger, und dann schwirren die aus, und die sind ausgeschwirt,
Michael: damals in der Corona-Zeit noch.
Michael: Zum Stadtfriedhof,
Michael: und dann kommen sie zurück, und dann schauen wir diese Clips an,
Michael: wie es ihnen gegangen ist, und da geht es genau nicht ums Endergebnis,
Michael: weil es gibt viele Pädagogen, die sagen, ich will einen Film sehen,
Michael: es geht um Leistung und um Ergebnis, so genau ist der Side-Effekt,
Michael: aber es geht ums Tun, und es geht ums Sein und ums Gespüren,
Michael: das ist ja viel mehr Mehrwert.
Michael: Ist halt nicht verkäuflich, ist schwieriger.
Michael: Und dann kommen die zurück und sagen das her, ganz gebufft, ganz buff,
Michael: und sagen, sie haben einen Pensionisten gefilmt an einem Grab und haben,
Michael: nein, was sagen sie zu Corona, haben sie einen anderen getraut,
Michael: wir haben eine Brille, ein Schulprojekt, dürfen wir filmen?
Michael: Ja, passt schon, für was? Wird das verwertet? Nein, eh nur für die Schule und Dings.
Michael: Ja, und haben sie, was sagen sie zum Tod oder zu Corona?
Michael: Und der steht da, schaut so, wir haben das Material angeschaut,
Michael: schaut so ab und sagt, da liegt meine Frau, Alle sind Corona gesteuern vor zwei Wochen.
Michael: Dann Stille. Die Schülerinnen kommen zurück und sagen, unglaublich,
Michael: und sind geflasht und haben einen ganz anderen Zugang. Also das sind die Momente.
Michael: Oder am Wochenmarkt in Vöcklerbruck ein paar Schülerinnen, die mit einem alten,
Michael: so, danke für ein Wasser, genau, jetzt geht's los.
Willy: Ich hab doch gedacht, das ist uns drinnen, jetzt hat es so ausgeschaut.
Michael: Obwohl ich nicht raucher bin, geht's jetzt los. Nein, ich hab es schon.
Willy: Du hast eine Lutschtablette, ich sag's dir nur. Ich hab ja auch Vorrang.
Michael: Nein, aber dann hast du immer so ein Lutschtablette.
Willy: Das ist urgrausig, aber du kannst super reden.
Michael: Ja, aber im Mikro ist nicht mehr so ein Lutsch-Lutsch.
Michael: Schülerinnen oder Berufsschüler war das, filmen am Wochenmarkt in Vöcklerbruck,
Michael: einen 75-80-jährigen Pensionisten, der da immer mit seinen Honigprodukten steht,
Michael: der ausschaut, wie der Honig im kann, sonst nichts.
Michael: Und ja, trauen sie sich nicht richtig. Und dann hilft einer,
Michael: ich bin da immer dabei, sage ich, Schatz, ich kann euch ansprechen,
Michael: aber probiert es selber, traut es euch.
Michael: Und es gibt auch Schüler, die stehen, wo beim Pillar kommt, irgendwer auszuholen,
Michael: wir haben ein Schulprojekt, dürfen wir sich filmen? Und dann steht wer da und
Michael: sagt, schleicht es euch. Wie gehe ich mit dem um?
Willy: Wie gehe ich mit dem um?
Michael: Ja.
Willy: Lass mich einfach unsichern für alle anderen.
Michael: Ja, und das fährt auch ein.
Willy: Wie geht man damit um?
Michael: Mir ist in Klagenfurt einmal passiert, Wörthersee-Folger sitzt dann auch da,
Michael: lässt einen Standard, super Bild, Schloss am Ort, Schloss Hotel Ort,
Michael: Schloss am Wörthersee, ein bisschen Roll-Black-Manier, habe mir gedacht,
Michael: da steht ein paar Roll-Black-Fragen und irgendwie, der sitzt da,
Michael: so, war keine Kronenzeitung, sondern ein Standard.
Michael: Geh hin, sage ich, hallo, Michael, ich bin Filme, mache da eine Kamera,
Michael: darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen? Habe ich sogar Ihnen gesagt,
Michael: da ist es dann oft so ein bisschen Unsicherheit, Respekt.
Michael: Und ich bin da gestanden, habe ich auch lange nicht, habe mich zwei Tage beschäftigt.
Willy: Ja, wie beschäftige ich das auch?
Michael: Nein, das hat so nachgehalten, diese Aggression, habe mir gedacht, das gibt es doch nicht.
Michael: Und da könnte man cool sein und lästig und sagen, naja, der hat halt so laus
Michael: über die Leber gelaufen oder darf ich auch sein, dass wer einfach einmal so,
Michael: vielleicht einen schlechten Moment hat oder so ist.
Michael: Oder ich hätte auch sagen können, aber ich war nicht so baff,
Michael: obwohl ich sehr wortgewandt bin, bin ich auch nicht immer so baff.
Michael: Ich war einfach nur fertig und das hat mich zwei Tage beschäftigt.
Willy: Warum tut er das?
Michael: Warum? Ich hätte auch fragen können, wieso sind sie zu aggressiv oder habe ich
Michael: ihn irgendwie gestört. Ich war einfach so baff.
Willy: Du bist wieder gegangen.
Michael: Genau, ich bin in dem Moment gegangen. Ich soll nicht immer gleich drauf,
Michael: alle nicht, auch ich nicht.
Willy: Nein, nein, nein.
Michael: Und jetzt zu den Schülerinnen da bei dem Imker, na ja, dann interviewen sie
Michael: den und Honig hin, Honig her und auf einmal fährt der aus.
Michael: Ja, und er war mit der Imkerei, mit dem Läuse, beim Waldhonig,
Michael: da ist auch so Läuse-Dings dabei.
Willy: Das sind Läuse, ne?
Michael: Ja, und die Schule, wow. Und nein, was er so erlebt hat, waren sie einmal fuhrt.
Michael: Na ja, er war über den Imkerverband, war in Australien und Dings und die Schüler,
Michael: dann eben der Schwule voll fertig.
Michael: Nein, dass der Eure da in Australien war, da wollen sie selber mal hin.
Willy: Eure Leid waren in Australien, wie geht denn die?
Michael: In Australien, dieser Bauer, dieser Imker. Und dass die Welt aufgeht.
Michael: Also auf das will ich raussehen, dass diese Faszination da ist,
Michael: dass da plötzlich was entsteht oder eine Geschichte sich auftut,
Michael: mit der man nicht rechnet und Vorurteile zusammen hat. Und ich habe,
Michael: das ist so dann endlich zu dem On the Road, so,
Michael: 2000, ziemlich eh vielleicht 10 schon oder so, gefilmt, oder weiß ich,
Michael: in dem Jahr für die Bundeslandfolge, für die Oberstreichfolge in Gösern,
Michael: und da habe ich erfahren,
Michael: die hat so eine Keltenhütte oder so und die hat im Garten einfach kleine Keltenhütte
Michael: gehabt und hat so Scheiben gemacht für so Schützen, weiß ich aber nicht,
Michael: ob mit Gewehr oder mit Pfeile oder so was ich, und Gamsport hat es abunden und,
Michael: und war bei der im Garten und das Erste, was war, zuerst habe ich beim Haus angelegt, bin eine,
Michael: und ich kurze Hosen angehabt und das ist mir leider oft passiert und das war so ein bisschen so,
Michael: ich habe keine Angst vor Hunden, dass sie mich beißen und ich habe dann immer
Michael: Angst gekriegt, dass sie mich ausschlecken.
Michael: Ich habe gelebt und dann kommt der kleine Waldi aus oder der Dackler und hat
Michael: meine Wadeln angeschlägt.
Michael: Die haben im Sommer wahrscheinlich geschwitzt mit sauer Salz ausdicht und der Hund hat sich gefreut.
Michael: Aber, dann hat man das gezeigt und gezeigt und ich habe gesagt,
Michael: und der hinten im Garten, das habe ich auch gewusst.
Michael: Also ich habe es dann schon hingelenkt und gesagt, naja, nein,
Michael: sie vertraut mir eh, können wir schon reingehen. Und dann haben wir sich da reingesetzt.
Michael: Die war sogar in einer Folge, die war eh in dieser damaligen Oberösterreich-Folge.
Michael: Irgendwo war es dabei, oder in diesen ersten Clips.
Willy: So viele Folgen, da weiß man auch nicht mehr, wo es genau war.
Michael: Die meisten, die können es hinskizzieren. Viele Namen weiß ich auch noch.
Michael: Von der weiß ich auch einen Namen noch.
Michael: Stutzgier. Nein, vielleicht auch nicht mehr. Schau mal hier.
Michael: Auf alle Fälle sitzen wir da drinnen und sie waren auch so, dass sie einfach
Michael: für die Kernessenz für die ganzen Aussagen war, er ist schuld,
Michael: dass es mir schlecht geht.
Michael: Es ist immer einfacher für uns, wenn wir sagen, er, Gott oder wer immer,
Michael: ist schuld, dass es mir schlecht geht.
Michael: Und das war auch so ein Moment damals, wenn man dachte, stimmt,
Michael: diese Ausreden sind immer leichter, nein, wegen dem und dem und dem und dem,
Michael: aber ich bin es nie selber.
Michael: Und off-camera hat es mir dann irgendwie gesagt, du bist der volle Transponder.
Michael: Und ich so, wie? Nein, das, was du machst, du fährst immer dumm,
Michael: sammelst Momentaufnahmen, Lebensgeschichten, so wie mich, und zeigst das wem.
Michael: Du wirst das noch so viel Leuten sagen, weil das war noch nicht damals fix mit Eif und so weiter.
Michael: Das werden noch so viel sehen. Und nur weil du das machst, dir geht es ja gar
Michael: nicht um dich, du verteilst das nur. Du sammelst das und verbreitest das.
Michael: Und das ist ganz wichtig und ich habe das dann irgendwie so,
Michael: Also, da habe ich mir gedacht, voll spannend, sie hat irgendwie recht,
Michael: weil mir macht ja genau das Spaß.
Michael: Ich sammle es, will es verbreiten und habe dann volle Freude daran, wenn ich es viel sehe.
Willy: Du sagst auch nicht den anderen Leuten, was sie da sind, sondern du sagst auch über die Geschichten.
Michael: Und es geht nicht um mich, natürlich ist Reisegäste Reisegäste ein Format,
Michael: was von meinem Dialog lebt und oft so viel, dass der Cutter sagt,
Michael: der Gernot, hätte er doch am Mund gehalten.
Willy: Das passiert mir ständig.
Michael: Ich kann es ja nicht abschätzen vorher, es gibt ja Menschen,
Michael: jetzt muss man sich vorstellen aus dem Drehalltag.
Willy: Lass uns reden, hättest du Pause gemacht.
Michael: Bitte, was? Ah, Gleck, Gleck. Jetzt gibt es, wenn der ist ganz ruhig,
Michael: wo ich viel reden muss oder fragen muss.
Michael: Und dann gibt es vielleicht zwei Stunden später, wo ich weiterfahre,
Michael: irgendeine Geschichte, wo der redet wie ein Wasserfall und ich bin aber noch
Michael: voll im Flow von dem, noch voll gewohnt, dass ich voll anschieben muss oder voll viel frage.
Michael: Und jetzt mal, wenn der was sagt, rede ich schon wieder weiter und dann ist
Michael: irgendein schöner Moment, wo der was wahnsinnig Geiles sagt oder voll was Schönes und ich rede rein.
Michael: Und dann sitzt wer am Schnitt, in dem Fall der Gernot, und dann sagt er,
Michael: boah, jetzt geht mir genau die Luft ab.
Michael: Und das ist halt,
Michael: Das Format lebt halt auch von dem, aber von was ich aussehen will,
Michael: sag ich schon wieder, von was ich aussehen will, oder langer Redner, kurzer Sinn.
Michael: Es ist nie um mich gegangen, mir ist es nie um mich gegangen.
Michael: Es war wichtig, dass ich wieder mal so Anmoderationen mache.
Michael: Ich stehe jetzt da am Westbahnhof, innerer Stadt, einer meiner absoluten Lieblingsfolgen.
Michael: Unglaublich, mit einer türkischen Taxifahrerin, einem Detektiv,
Michael: der fast eine Suizid-Anleitung gibt in der Sendung und einem Missbrauchsopfer
Michael: und einem Bubble, also eine Wahnsinnsendung.
Michael: Entschuldigung, dass ich da jetzt so spoilere, aber innerer Stadt ist eine Wahnsinnsendung
Michael: und da gehe ich halt am Westbahnhof zu einem Spiel gehen, halb abgefuckt,
Michael: ein schlechtes Bild, schlechte Bildqualität und mache eine Anmoderation.
Michael: So, ich stehe jetzt da am Westbahnhof und jetzt schauen wir mal.
Michael: Und das war auch wichtig immer, das habe ich halt gemacht, aber es war nie das
Michael: Format, wie dann später erst entstanden ist mit den ganzen YouTube-Formaten,
Michael: wo, sage ich jetzt mit dem PS, 90% der YouTuber nicht die Sache filmen, sondern sich.
Michael: Ich stehe jetzt da am Wasserfall in Bali und ich stehe da und es geht um Mii, Mii, Mii.
Willy: War es wichtig, dass man die nicht gesehen hat? Also immer nur so in der Reflexion
Willy: von irgendwelchen Scheiben, wo es dir dann quasi kurz...
Michael: Für mich war es extrem wichtig, weil erstens bin ich nicht bekannt worden.
Michael: Ich habe irgendwann einmal eine Geschichte gehört vom Bekannten.
Willy: Wie dein Gesicht denn auszuschneiden, oder?
Michael: Nein, es wird jetzt kein... Ich habe nichts gegen deinen Podcast,
Michael: aber ich glaube jetzt nicht, dass das Reichweite hat wie das Neujahrskonzert.
Willy: Nein, auf was ich aussehen will. Noch nicht.
Michael: Stimmt.
Willy: Mit dir kann es besser werden.
Michael: Die Leute können mich nur mit Brüllen.
Willy: Achso, stimmt. Und die Kopfhörer...
Michael: Was spannend war, wenn er Reiseckers Reisen vorgebracht war und ich war in Wien,
Michael: dann hat es oft Leute gegeben in der U-Bahn und wenn ich mit ihm gerne darüber
Michael: geredet habe, in der U-Bahn, sind er hergekommen, weil ich kenne die Stimme. Sag ich, nein.
Michael: Doch.
Michael: Sie sind Reiseckers Reisen. Sag ich, ich bin Mauder in Oberösterreich normalerweise.
Michael: Nein.
Michael: Sag ich, nein, ich bin sie, aber ich bin nicht Reiseckers Reisen,
Michael: Michael Reisecker. Ja, ich habe es gewusst, aber so über den Ton.
Michael: Und das war bei Reiseckers Reisen so wichtig zu wissen, es ist eigentlich wie ein Hörbuch.
Michael: Wie ein Ö1-Feature, dass das einfach jedem dann oft nach einem finalen Schnitt
Michael: von Gernot auf die Folgen angehört und dann spürst du, wie funktioniert eine Geschichte im Ton.
Michael: Und das Bild ist sekundär, das heißt diese Wackelei, die geschuldete Kamerabrille,
Michael: es war nie der Anspruch der Perfektion, dass das Bild perfekt sein muss,
Michael: weil es um die Ton, um die Hörgeschichte geht. War es Audio first?
Michael: Ja, sicher, ganz klar, weil das Bild kann nicht perfekt sein,
Michael: es war geht immer irgendwo.
Willy: Ja, ja, schon, aber natürlich war es wichtig.
Michael: Natürlich. Natürlich ist Bild wichtig gewesen.
Willy: Es wäre nicht ohne das Bild gegangen.
Michael: Nein, es wäre ein ganz anderes Format, aber es würde als Hörbuch gehen.
Michael: Und das ist ja nie, im Kino geht es auch nicht und dann haben wir mal,
Michael: das hat mich so gefreut, dann hat der Wolfgang Widerhofer, der Unterrichter
Michael: in Linz, Kunststudentenfilm, dann hat mich mal zu Studenten eingeladen vor Jahren
Michael: und dann haben wir sich im Movimento drei, vier Folgen angeschaut hintereinander.
Michael: Da habe ich so drei, vier Jahre hintereinander ausgesucht und er hat gesagt,
Michael: er war so baff, dass das im Kino so geil funktioniert. Ich sage,
Michael: Wolfgang, ich habe es immer gewusst.
Michael: Das funktioniert überall, weil es einfach um Menschen geht und die Geschichten so echt sind.
Michael: Es funktioniert auch im Kino und ich hätte sofort die Kino-Auskupplung gemacht
Michael: oder ich mache sofort aus dem ganzen Tonnen Material machen,
Michael: die einen Kinofilm, wenn es einen Produzenten oder einen Sponsor da draußen
Michael: gibt, weil die Produzenten sagen, wir kriegen das nicht finanziert.
Willy: Du kennst die Leute eh alle. Was hast du noch?
Michael: Nein, aber es ist, die Produzenten kämpfen so wie sie immer ums Überleben,
Michael: auch die, die in der Branche sind.
Michael: Es ist einfach trotzdem immer schwer genug und einen Kinofilm zu finanzieren,
Michael: ja, oder ein neues Rest, aber ich würde sofort, wenn es jemanden draußen gibt,
Michael: der sagt, hey, ich bin Investor und jetzt machen wir einen Reisekursreisen-Kinofilm
Michael: aus dem ganzen Material.
Willy: Sieht zwar schon wieder gut, wenn wir so viele Zuhörer hätten wie ein Neujahrskonzert,
Willy: weil dann da hat es ein bisschen mehr hören, aber wenn es mal einer hert,
Willy: nachdem er uns die Kohle gegeben hat, für ihn noch was Übriges für den Kino-Film,
Michael: Da, da. Ich kann nicht mehr im ersten Anfall.
Willy: Im ersten Rettung.
Michael: Nein, aber jetzt endlich zu diesen On-the-Road-Protagonisten.
Willy: Endlich jetzt, oder was? Ja.
Michael: Und zwar habe ich die Auslandsfolgen dann doch immer durchgesetzt. Liniano, Berlin, USA.
Michael: USA waren ein bisschen andere Geschichten, da habe ich beim Skilehrern zweite
Michael: Saison, ich war irgendwo in Rom, habe mich dann in eine Amerikanerin verschaut,
Michael: die gesagt hat, nein, sie fliegt eh immer dumm für die Regierung,
Michael: sie kommt einmal, wenn ich Ski fahren lerne.
Michael: Sag ich, ja komm, dann ist die gekommen, habe ich Ski fahren gelernt,
Michael: habe sie von München abgeholt am Flughafen und ich habe sie dann in Amerika
Michael: besucht, auch mit meinem Traum ein bisschen Arbeit und...
Willy: Wie weit sie halb so zusammen?
Michael: So Klassiker, ja, oder vielleicht früher, kürzer oder länger und ich habe es
Michael: da so Skilehrer-Leug geholt, ja.
Michael: Ich habe aber dann es auch nicht bereut, weil ich hätte auch in dieser Zeit,
Michael: wo ich Beziehung gehabt habe, um meine Seitenanekdote des Schielehrer-Klischees
Michael: noch auszuschmücken, habe einmal eine Gruppe gehabt aus Köln,
Michael: vier Damen, Krankenschwestern, so um die 30, 35,
Michael: also doch schon familiäres Alter mit Familien und so.
Michael: Die sind da gekommen, ich war ein Schielehrer, die waren dann ziemlich enttäuscht,
Michael: weil die haben gleich mal die Ringe hergeschnalzt und gesagt,
Michael: sie haben jetzt drei Tage Karneval.
Michael: Sag ich, was, Karneval ist jetzt bei mir da?
Michael: Ne, das ist wie zu Hause im Karneval, da werden die Ringe zu Hause in der Schublade
Michael: gelassen und Mann und sie, und die haben einfach da sturmfrei.
Michael: Und ich so voll naiv, ja wie, ja da ist die Ehe nicht, Ehe.
Michael: Und ich hab gesagt, ja was heißt das jetzt, dass sie sind hier,
Michael: um Spaß zu haben. Da hab ich eh nur Kollegen, die kann ich euch vermitteln,
Michael: weil ich bin in einer Beziehung und die sind wirklich mit dieser Absicht da gewesen.
Michael: Und ich naiv als, ich naiver Mensch, hab dann irgendwie geglaubt,
Michael: das sind nur Schielehrer-Geschichten.
Michael: Also da hat man schon vieles erlebt.
Michael: Oder den Kollegen, der erzählt, war einmal in Tirol und da hat ein russischer,
Michael: Gast gehabt, eine Sie und der Ehemann hat dann ein Geldkauf verbracht und hat
Michael: gesagt, schau, für die paar tausend Euro kümmern Sie, die haben meine Frau,
Michael: die zwei Tage. Da wäre ihr Business gemacht.
Michael: Also diese Geschichten gibt es auch, aber.
Michael: Es gibt ganz viele Geschichten, so wie in Alpendorf. Das Leben ist schön,
Michael: die einfach mit Familie, Kinder, Natur und nicht jedes Klischee ist.
Michael: Und da sind wir wieder dort, es gibt nicht dieses Pauschale.
Michael: Und das ist in jeder Branche so, bei jedem Verein. Nicht alle Vereine sind so.
Michael: Nicht jeder Beruf ist so, nicht jeder Bauer ist so, nicht jeder Kunstprofessor ist so.
Michael: Und da sind wir genau dort, dass wir als Menschheit, glaube ich,
Michael: und auch als Gesellschaft das brauchen, nicht zu pauschalieren.
Michael: Aber es ist viel einfacher, bin ich wieder beim Sauschneiz-App,
Michael: wenn man alle in den Topf hat und sagt, die Wahrheit lasse ich gar nicht in
Michael: mein System, weil das irritiert mich.
Willy: Ich verstehe es ja. Im Prinzip ist es soziologisch gesehen eine Reduktion von
Willy: Komplexität in einem System.
Michael: Und deshalb funktioniert der Populismus oder sonst was so gut,
Michael: weil es viel einfacher was erklärt und dann ist schwarz oder weiß und dann kann
Michael: man hihauen und so oder so.
Michael: Und das stört uns jetzt nur kurz zusammengefasst als Gesellschaft vor massive
Michael: Herausforderungen und gefährdete Demokratie, die in sich sowieso an sich immer
Michael: schon gefährdet ist, aber ja, zurück zu deinen...
Willy: Ich habe gestern einen Pitch gehabt, da habe ich genau so argumentiert,
Willy: warum Bauer-to-the-people ein journalistisches Projekt notwendig ist.
Michael: Ja, und viele andere auch.
Willy: Weil man einfach den Dialog, genau, viele andere auch, weil man den Dialog auch wieder fördern muss.
Michael: Und der Dialog kommt zu kurz, weil viele in die Abwehrhaltung gehen und sagen,
Michael: nein, es bringt ja eh nichts, oder sie gar nicht mehr trauen,
Michael: oder es auch nicht lernen, wenn jetzt Generation,
Michael: Z und Alpha nachkommen und wissen, wir leben in einer KI-generierten Welt,
Michael: mit digitalen Tools und das ist so wichtig und richtig,
Michael: das hat ja extreme Vorteile,
Michael: aber dann müssen wir aufpassen, glaube ich, dass das andere nicht auf der Strecken
Michael: bleibt, diese menschlichen Attribute und gesellschaftlichen,
Michael: konservativen Steinzeit-Sachen, auf die man gar nicht mehr so wertigt.
Michael: Aber jetzt zurück zum Kroatien-Protagonisten.
Michael: Ich habe es dann geschafft,
Michael: diese Auslandsfolgen zu machen und dann,
Michael: Ich wollte aber eigentlich eh noch kurz erzählen vom Schielehrer,
Michael: dass ich eben die Amerikanerin, also zurück zur Amerikanerin,
Michael: und durch die Amerikanerin, die mir dann dort in Amerika erklärt hat,
Michael: eigentlich habe ich einen Mann und zwei Kinder, das habe ich da nur nicht gesagt,
Michael: ich hole dich doch nicht vom Flughafen ab, habe ich gesagt, okay,
Michael: ups, da habe ich mich gescheit, verdammt.
Michael: Das heißt, die hat mir das irgendwie verheimlicht und dann hat sie gesagt,
Michael: nein, ich kann dich doch nicht abholen, schön, dass du gekommen bist,
Michael: sie hat sich voll gefreut und alles.
Michael: Ich war ein paar Wochen vorher einmal bei ihr ein paar Tage,
Michael: da waren der Mann und die Kinder nicht da. Das hat sich irgendwie so abgesaust.
Willy: Das hast du gar nicht mitgekriegt.
Michael: Nix. Und dann beim zweiten Besuch hat es gesagt, nein, übrigens,
Michael: ich lasse die Katze aus dem Sack, da gibt es ein anderes Leben,
Michael: was sie hat. Ich habe mir da was vorgekackelt.
Michael: Und ich war fix und fertig im Flughafen und habe gewusst, mein Fliege wieder
Michael: heim. Aber meine Taschen ist nicht gekommen. Ich habe die Kamerabrülle mitgekriegt,
Michael: weil ich drüben drehen wollte.
Michael: Und dann war ich am Flughafen, habe nichts mitgekriegt, mein Laptop war noch
Michael: nicht da, habe irgendein so ein Gratis von der Fluglinie einen Zahnbürstall
Michael: und Hose gekriegt, dass du nachher schlafen kannst in einem Zimmer,
Michael: und habe gewusst, sobald ich meine Sachen habe, fliege ich heim,
Michael: weil ich war einfach innerlich schon verletzt und und habe mir dann ein MacBook
Michael: ausgeglichen von einer jungen Dame auf dem Tisch,
Michael: die war vielleicht, so wie alt war ich da, eh so, Mitte 20,
Michael: die war vielleicht 20 und Namen weiß ich nicht mehr, ob ich kurz schauen kann
Michael: wegen der Flüge und so oder irgendwie, was ich noch schauen wollte auf dem Laptop
Michael: und haben wir ins Gespräch gekommen, was sie so macht, die war voll heuer und
Michael: voll gut gelaunt und voll, nein, sie fliegt nach Europa.
Michael: Sie ist Friseurin, sie hat jetzt gekündigt und sie schaut jetzt drei Wochen Europa an. Was ich tue?
Michael: Sag ich mir, ich wollte mir drei Wochen Amerika anschauen und bin aber eigentlich
Michael: jetzt so ein bisschen Herz gebrochen und eigentlich will ich heim.
Michael: Und sie, nein, weil ich komplett geteppert bin. Ich war fünf,
Michael: sechs Jahre jünger, ich habe mir voll den Zuspruch, voller Energie gestratzt.
Michael: Nein, ich muss das nutzen und Washington und New York und das und das.
Michael: Und dann habe ich gesagt, nein, du hast recht, danke, ich bleibe da. Yes.
Michael: Und das war ein Ausschlag dafür, wieder an meine Taschen gekommen ist,
Michael: habe mir ein Hostel gesucht in Washington,
Michael: habe gefilmt am Capital, also beim Capital habe ich dann in der USA folge,
Michael: Reisekreise in USA, es sind zwei Sprachen, einmal auf Deutsch und einmal auf
Michael: Englisch auf YouTube, ist ausgestrahlt worden vor der Obama-Wahl damals 2012, so als Special of OF2,
Michael: hat die OF nachher dann erst generiert, dass ich das schneiden darf,
Michael: das habe ich einfach nur gefilmt und irgendwann haben sie dann gesagt,
Michael: das passt uns doch eh rein, also es war auch ein Glück, das habe ich quasi auch
Michael: selber alles vorfinanziert in diesem...
Michael: Und habe dort, ich meine, der Beschneidungstyp ist dabei, der ist ein Wahnsinn,
Michael: und habe dort auf einer Bank eine gesehen, die hat so gelesen,
Michael: so, und habe mir gedacht, cool, und habe die gefilmt, und war eine junge Schwedin,
Michael: oder so jung wie ich, also in meinem Alter ein bisschen jünger,
Michael: und habe gesagt, Nasi ist, haben wir so ins Gespräch gekommen, abseits vom Filmen,
Michael: Nasi war da mit einem Südamerikaner zusammen, und der hat sich irgendwie voll verarscht.
Willy: Und habe gesagt, cool,
Michael: Leidensgenossen, und Nasi möchte eigentlich auch noch rumfahren,
Michael: sie hat die Kreditkarten von ihrem Papa, eigentlich kennen sie noch,
Michael: dann sage ich, dann fahr wir gemeinsam noch,
Michael: weil ich habe keine Kreditkarten, ich bin so naiv umgeflogen,
Michael: habe nicht gecheckt, beim ersten Mal schon, dass man Kreditkarten braucht in
Michael: dem Land, weil ohne Kreditkarten geht gar nichts, ich habe nur Geld mitgehabt
Michael: oder irgendwie ein Konto mit einem Ersporten und dann ja, fahr wir gemeinsam,
Michael: passt, weil sie macht Fotos, ich mache Filme, passt, fahr wir drei Wochen durch Amerika.
Willy: Echt?
Michael: Ja, und haben wir den Deal gemacht, No Sex, Just Work, dass ich auch nichts
Michael: irgendwie zwischenmenschlich, sondern einfach nur Kollegen, Sie macht Fotos
Michael: und ich habe Unmenge an Fotos für ihr noch auf meiner Fistplatte daheim und
Michael: dann sind wir gefahren, Washington,
Michael: Knoxville, zuerst mit dem Bus, dann haben wir sie Auto gemiett,
Michael: dann sind wir oben in Nashville, Tennessee, also Memphis, oben in New Orleans,
Michael: der New Orleans Typ ist drinnen, das war noch Katrina, der sitzt da fort mit
Michael: dem Butter, das ist dieser Schwarze, der da am Ufer sitzt in der Folge,
Michael: dann Florida, Key West, Key West,
Michael: ein Typ mit einem Metal Detector, Dann haben wir einen anderen Typen drinnen
Michael: mit so der Latzosen so typisch und zwei, drei Damen, die am Strand über Obama
Michael: reden und so und einen Typen, der demonstriert gegen Drohnen.
Michael: Also höchstpolitische Folge.
Michael: Und das ist dann entstanden in Richtung Wahl. Das war 2011, war ich dort.
Michael: Und 2012 ist diese Folge entstanden, Reisekursreisen USA.
Michael: Und das war auch so, wo ich mir gedacht habe, unglaublich, so aus dem Moment,
Michael: dass du immer wieder, wenn du etwas riskierst, geht halt etwas aus, auch wenn du stark bist.
Michael: Auch wenn du riskierst, stark bist. Und es ist halt allein viel einfacher wie mit Familie.
Michael: Und das war aber so der Auslandsfolgenhebel, dass ich dann argumentieren konnte.
Michael: Dann habe ich die Berlin-Folge gemacht, Doppelfolge Berlin. Und im ORF hat man
Michael: immer gesagt, es wird nicht funktionieren, weil Reisekursreisen lebt vom Dialekt.
Michael: Und gesagt, nein, das stimmt nicht.
Michael: Es ist mit 30 Jahren USA schon, dass es nicht vom Dialekt lebt und es geht auch
Michael: nicht nur um die Kamerabrüllen, da geht es schon um diese Neugier und ich bin
Michael: auch überzeugt, dass das jeder machen kann, aber jeder ist anders.
Michael: Darum taugt es mir mit den Schülern so, dass ich sage, die Brüllen ist das auch
Michael: nicht, aber trotzdem habe ich es in der Form gemacht halt,
Michael: aber ich bin überzeugt, das kann jeder in seiner Form halt anders machen und
Michael: dann hat Berlin funktioniert, auch mit wahnsinns Figuren und wahnsinns Menschen,
Michael: und dann habe ich so ein bisschen die Legitimation gehabt, so wie es auch war mit,
Michael: Lignano oder eben die Kroatien-Folge.
Michael: Und die Kroatien-Folge, wie ich dann gewusst habe, so irgendwann kommt der Punkt,
Michael: ich habe dann schon gemerkt, irgendwie, ich hätte so die Vision,
Michael: mehr Europa-Folgen zu machen. Mit dem Zug durch Europa, mit dem E-Bike.
Michael: Und der Eiff hat immer gesagt, naja, eigentlich es passt uns so, wie es funktioniert.
Michael: Da wird es kompliziert, auch von der Finanzierung mit Projektförderer.
Michael: Und ich habe dann gesagt, es wird der Punkt kommen, da werde ich es dann einmal
Michael: auf Stopp drücken, weil ich habe immer ein bisschen Ehrfurcht gehabt,
Michael: ich will nicht, dass mich der OF abschließt und irgendwann sagt,
Michael: nein, wir wollen das nicht mehr, sondern ich will die Freiheit haben,
Michael: es selbst zu beenden, was ganz schwer ist, aber selber loszulassen und selber sagen,
Michael: okay, jetzt ist das Werk vollendet, ich druck auf Stopp, ich will es selber
Michael: in der Macht haben, wenn ich auf Stopp druck oder in der Hand habe.
Michael: Und das war mir wichtig, das hat dann bei den letzten ein, zwei Staffeln schon
Michael: angefangen, dass ich gespürt habe, das muss von mir kommen.
Willy: Ende hast du gespürt.
Michael: Ende für mich selber, weil ich gespürt habe, ich will ja mehr daheim sein mit
Michael: zwei kleinen Kindern. Ich war, jetzt kann ich mich nur mal zum Lucky Look nehmen,
Michael: ich war 100 Nächte im Jahr weg.
Michael: 100 Nächte mit Drehs, beim Schnitt war er dabei, wobei es dann Staffeln gegeben
Michael: hat mit den Kindern, wo ich am Schnitt nicht dabei war, wo der Gernot geschnitten
Michael: hat oder eine zweite Cutterin, wo ich einfach die Vorbereitung und noch ein Dreh.
Michael: Aber ich war einfach so viel weg. Und wenn du so viel wegschläfst,
Michael: irgendwann sagst du, du willst ein bisschen mehr daheim sein,
Michael: wo ich immer wieder gerne, ich bin ein reiselustiger Mensch und habe immer Fernweh.
Michael: Ja, aber reichen tut es nie, wenn mir wer erzählt kriege ich sofort Fernweh.
Michael: Und da hilft Wien schon ein bisschen, auch wieder oder irgendwas anderes.
Michael: Und dann habe ich die Kroatien-Folge gemacht und ich habe wie vier oder fünf
Michael: Jahre waren wir in Kroatien, in Rab, auf der Insel Rab, mit Onkels und so.
Michael: Und ich habe viel Asthma gehabt als Kind und Lungenentzündungen gehabt, viel Asthma gehabt.
Michael: Und das hat sich dort auch mit Klima-Hausarzt damals zu meiner Mama gesagt,
Michael: hey, fahrt ihr da hin, auch wenn der Burg Rang ist, das Klima und und und
Michael: habe so die Erinnerungen zu einem alten Fahrt von meinem Onkel mit einem Anhänger,
Michael: wo man dann Familie zwei Wochen da runterfährt im Sommer bei strömendem Regen
Michael: und in dieser Zeit, vier oder fünf werde ich gewesen sein,
Michael: war der Gassenhauer in Österreich Anfang 80 der Sonne entgegen,
Michael: mit dem Erwin Steinhauer und so weiter,
Michael: und das war so die Gassenhauer Serie, diese Aussteigersaga, wo ein paar Männer
Michael: da runterfahren, sich anblätschern und so ein paar Lebensweisheiten philosophisch, Valundress.
Michael: Und die Serie war ein bisschen so eine Kindertserie aus dieser Zeit und die
Michael: haben mir immer wieder mal angeschaut, auch später im Leben,
Michael: waren immer krank, war daheim, irgendwie Fernseher, haben immer wieder das angeschaut.
Michael: So ein bisschen eine Lieblingsserie, aber ohne zu bewerten, ohne zu sagen,
Michael: ist das jetzt politisch korrekt, dass da Männer und wie sie,
Michael: es war halt eine Serie dieser Zeit damals und hat mir dann vorgenommen.
Michael: Auch so ein bisschen mit der Metapher und was kommt dann, wenn ich mal groß
Michael: bin, werde ich Kapitän, ich habe keinen Bootsfabel oder so, Ich mache eine Kroatienfolge,
Michael: im Wanderer mache ich die dort. Und habe die dann irgendwann genehmigt gekriegt vom Arf.
Michael: Und ich habe gewusst, das hält auch länger. Das hält auch länger,
Michael: wie die 25 Minuten. So viele Folgen würden eine Stunde funktionieren.
Michael: Und habe dann die Genehmigung auch gekriegt, endlich, Bali-Folge habe ich auch
Michael: einmal gemacht, weil ich in Bongo eine gefilmt habe.
Michael: In der Bongo-Folge ist die, ich glaube, die Skilehrerin hat sich gesagt,
Michael: ich heirate den Balinesen, der da runterfährt.
Michael: Und die hat mich nach Bali eingeladen. So ist die Bali-Folge entstanden. Und habe aber diese...
Michael: Kroatien-Folge, 45 Minuten gekriegt, habe in einer Party angefangen zu filmen
Michael: und bin dann auf Zeres übergesetzt mit der Fähre und habe dann auch Valun,
Michael: gedreht und dort eben das ist so ein bisschen die eigene Hommage gewinnt,
Michael: also ein bisschen die Signation von der Sonne entgegen einbaut und am Schluss im Abspann eben
Michael: so ein bisschen von dem Titelsong damals aus dem Lied und da habe ich gewusst,
Michael: okay, das war die letzte Folge auch dieser letzten Staffel 2019 und habe gewusst,
Michael: das war es, das ist für mich das Kapitel zu, das war Reisek's Reisen in der Form.
Michael: Für mich bis dato endgültig.
Willy: Bis dato endgültig, danke.
Michael: Weil das Einzige, was aufgeworfen ist, ist ein Gulasch. Also von dem habe ich
Michael: sehr viel. Ich habe gestern ein Gulasch gegessen, aufgeworfen.
Michael: Und habe damit es geschafft, das loszulassen und für mich Reisegäste selbst
Michael: zu beenden, ohne dass irgendwann der Todesstoß kommt.
Michael: Nein, wir finanzieren das nicht oder die Förderung greift nicht mehr und und
Michael: und. Und habe das dankbar auf die Seite gelegt, auch für neue Sachen.
Michael: Erstens mehr daheim sein, aber auch im filmischen Neuherausforderungen. Zum Beispiel...
Willy: Du bist da durch Dokumentarfilmer geworden, oder?
Michael: Durch Reisigeres Reisen. Durch Reisigeres Reisen.
Willy: Du hast es ja nicht gelernt vorher.
Michael: Nein, ich habe schon über Bekannten... Ich habe Boku Doku...
Michael: Ja, ein Boku Doku habe ich gemacht einmal. Boku Doku.
Michael: Genau, Sebastian Pölzl. Der ist dann der Boku. Der hat damals noch mit,
Michael: Wolfgang Hackl und Peter Zurek. Peter Zurek ist Dreisart-Urgestein oder so,
Michael: so mit Renata Schmidkons in der Zeit.
Michael: Und die haben versucht, an der BOKU einen Dokumentarfilmkurs zu etablieren aus
Michael: der A1+, also ehemaliger Filmfirma, wo der Gernot verbandelt war,
Michael: um jungen BOKU-Studenten auch zu ermöglichen, medial auch Projekte filmisch zu begleiten.
Michael: Ich glaube, BOKU-DOKU, ich weiß nicht, ob es das jetzt noch gibt,
Michael: habe das mitgemacht, habe dann Leute kennengelernt, die da drin sitzen,
Michael: die Amy hat die Kassen, die irgendwie bei Ö1, und habe gesagt,
Michael: du kannst, du weißt ja, du kannst, das war so 11, 12, habe damals einen eigenen
Michael: Dokumentarfilm gemacht auf vier Rädern, der ist auf YouTube,
Michael: Traumreise nach Kahn, über den Harald Hötzing, mit einem guten Freund damals,
Michael: der im Rollstuhl sitzt, habe da selber Kamera gemacht, weil ich gewusst habe, das ist so intim,
Michael: habe mir selber die Produktion aufgestellt über ein paar Landesmittel, ganz wenig Budget,
Michael: wie halt so die klassischen Filme sind, über das BMUKK mit Förderung und und und.
Michael: Habe zum Glück ein bisschen Förderung gekriegt, sonst wäre es gar nicht gegangen.
Michael: Und habe diesen Dokumentarfilm gemacht, der ist dann auf OF2 ausgestrahlt worden,
Michael: dank Martin Draxl, der gesagt hat, das ist thematisch spannend.
Willy: War das nur ihr zwei da unterwegs quasi?
Michael: So vier, zwei Assistenten, persönliche Assistenten, dank Fonds Soziales Wien
Michael: hat der Harry persönliche Assistenz gehabt.
Willy: Ach so, seine Assistenten.
Michael: Ja, seine und ihr allein für Ton und alles.
Willy: Und das hast du alles gern, Kamera auf Kinoniveau etc., das hast du alles in der Zeit gern.
Michael: Kino, das war einfach eine Eigenproduktion, die wir dann im Schick Kanäle vorgestellt
Michael: haben. Das war nie so ein Kino-Release mit einem Verleih.
Michael: Aber doch durchaus ein Film, der herzeigbar ist. Und das ist gegangen um diese
Michael: persönliche Lebensgeschichte vom Harry.
Michael: Und ihn als Ulrich Seidl-Fan. Der Harry ist ein irrsinniger Ulrich Seidl-Fan
Michael: gewesen. Der ist leider schon verstorben mit 35, 36.
Michael: Hat muskelschwunden. Man hat ihm immer prognostiziert seinen Eltern.
Michael: Er wird bald sterben. Und er ist 35 geworden. Mit vollem Programm.
Michael: Bier, Kiffen, Leben genießen.
Michael: Und hat in einer kleinen Wohnung gewohnt in Wien.
Michael: Und hat dort seine Geschichten gehabt und ich habe dann irgendwann im Rausch
Michael: haben gesagt, hey, weißt du, was wir vorne einfach noch können,
Michael: weil da hatte ich wohl zu einer Seidel-Premiere von Paradies Liebe,
Michael: ich habe den Ulrich Seidel angeschrieben, ich habe den nicht gekannt,
Michael: habe geschrieben, habe bei ihnen das geschildert, ob das nicht möglich war, dass wir da irgendwie,
Michael: sie haben geschrieben, ja, Interview mit dem Ulrich dort vor Ort sehr gern,
Michael: wir können halt einfach zu der Party kommen, wo dann die Filmleute bei uns sind für Österreich,
Michael: und kann selber das Filmfestival habe ich auch angemeldet, die haben geschrieben,
Michael: okay, ziemlich crazy, hat noch nie wer so gefragt, Ja, wir kriegen Festivalpässe.
Michael: Und so ist der Film entstanden. Ein Rollstuhl mit der GoPro und, und, und.
Willy: Fragen musst du.
Michael: Ja, fragen musst du. Das ist auch, was ich die Schüler immer sage,
Michael: oder auch meine Kinder schauen.
Michael: Und das ist auch so ein bisschen eine Lebenseinstellung, wenn ich nicht frage,
Michael: oder wenn ich beim Furt gehen will, verliebt bin oder sonst was.
Michael: Ich war nie der aufreißte Typ so.
Michael: Aber die Ausgangssituation ist ein Nein.
Michael: Oder auch bei irgendwas. Und ich kann nur gewinnen, weil wenn ich eine Frage,
Michael: kommt vielleicht ein Ja raus, und wenn es ein Na rauskommt, bin ich wieder bei
Michael: der Ausgangssituation.
Michael: Aber der Mut und die Überwindung, das zu tun, und um das geht es mit den Schulprojekten.
Michael: Aber jetzt zu Reisekäsreisen, wo sind wir stehen bleiben?
Willy: Du hast das eigentlich 2019 zu gemacht, noch ein bisschen als Dokumentarfilmer.
Michael: Ja, genau. Ich bin autodidaktisch reingewachsen, habe über die Amy von Boko
Michael: Doku gehört, du kannst auf der Filmakademie Gastkurse machen.
Michael: Da war ich ein, zweimal bei Michi Palm oder Konstantin Wolf,
Michael: die da filmhistorisch viel anschauen und machen.
Michael: Ich habe aber gewusst, nach einem technischen Studium, ich kann nicht nur mehr
Michael: jetzt Filmakademisch studieren, das kann ich mir nicht leisten.
Michael: Das kann ich mir nicht leisten, geschweige denn vom Einigkommen.
Michael: Oder irgendwo, die Renate Schmidt kommt, so habe ich damals kennengelernt,
Michael: über den Gernot, die hat dort der Gernot einen Film geschnitten von der Renate,
Michael: einen sehr wertvollen Film über das Leben der Ruth Klüger, das Weiterleben der
Michael: Ruth Klüger, die in Amerika gewohnt hat.
Michael: Und die Renate war damals so, dass sie gesagt hat, hey Michi,
Michael: du musst mit deiner Ambition, du kannst da in Deutschland noch Filme studieren
Michael: oder probierst bei verschiedenen, vielleicht kommst du ein und ich habe gesagt,
Michael: ich kann mir das nicht leisten und ich habe ein anderes Leben.
Michael: Ja, genau, andere Verantwortung.
Michael: Und da war ich nicht so leichtsinnig oder naiv, sondern einfach Verantwortung.
Michael: Und das war auch das, wo sich das dann trennt, das zog es nicht um jeden Preis.
Michael: Wo ich auch jetzt merke, als Vater von 8- und 10-jährigen Kindern,
Michael: leider tut die Kreativität auch, aber das Leben kriegt andere Wertigkeiten.
Michael: Und wir haben halt nur eine beschränkte Zeit, das müssen wir uns alle bewusst
Michael: sein, ob wir es wollen oder nicht.
Michael: Und habe aber dann auf der Filmakademie wir haben das gemacht und habe so dokumentarisch
Michael: über die Geierhalterfilme am meisten gelernt,
Michael: über diese Wahnsinnsfirma, die menschlich auch so in Ordnung ist und wo man
Michael: einfach viel mitkriegt und habe dann Filmprojekte noch eingereicht und auch
Michael: dort erlebt, das heißt, naja.
Michael: Ist halt inhaltlich nicht so und vielleicht ist das eh der Reihsekretär oder
Michael: das eh ein Fernsehprojekt und die Beinheit der Wahrheit, wenn du Kinoprojekte
Michael: hast und sind es noch so gute Ideen, dann gibt es vielleicht 50 oder 100 oder
Michael: andere auch und 10 werden gefördert, das ist die Wahrheit im Film.
Michael: Beinheit der Wettbewerb. Es geht immer ums Fördern, es ist der beinharte Wettbewerb,
Michael: der nie werten kann nach der besten Idee, weil die gibt es nicht,
Michael: das ist immer subjektiv und im Auge des Betrachters, das ist leider das Grausliche in der Kunst,
Michael: dass irgendwer für sein Gemälde ein Million kriegt und der andere nicht,
Michael: das ist einfach leider auch eine Wahrheit.
Michael: Und habe dann gewusst, ich kann mir das nicht leisten, dass ich irgendwie zwei
Michael: Monate wohin sitze und Drehböcher schreibe und vielleicht geht es irgendwann.
Michael: Ich kann mir das finanziell nicht leisten.
Michael: Und meine Frau war damals cool, die hat gesagt, du hast doch den Wittmann gefilmt,
Michael: den Märchen erzählert und der macht so Schulworkshops. Mach doch das.
Michael: Und habe mir das Konzept erarbeitet.
Michael: Du lebst auch wieder von Förderungen, ganz gering.
Willy: Ja, Kultur generell.
Michael: Ja, wieder die falsche. Und habe dann irgendwie gewusst, in diesem Dreieck,
Michael: da hat mich meine Ischel-Vergangenheit eingeholt.
Michael: Ich mache daheim mit dem Sporten, was ich habe, Eiswerkstatt. Bin ein bisschen,
Michael: vorbelastet, weil mein Vater bei Knorr war und dann hat Oniläber Knorr geschluckt
Michael: und da gehört Eskimo dazu.
Michael: Und habe bei irgendeinem Wimmelbuch mit der kleinen Tochter gesagt,
Michael: das wäre doch cool, so Eis.
Michael: Und irgendwie Handwerk und Lebensmittel, vielleicht die Rache,
Michael: die Positive von den 3000 Menschen, die alle was mit Handwerk machen und ihren Ding.
Michael: Und habe mir dann daheim, dort wo wir auf Miete sind, habe ich eine Bio-Eiswerkstatt aufgezogen.
Michael: Slowfoodbetrieb, Klimabündnisbetrieb, High End.
Willy: Echt Eis?
Michael: Ganz klar, aber keine Eisdiele, also wirklich in der Nische extrem hochwertig.
Michael: Wir haben eine gute Slow Food Community in Vöcklerbrock, Markt der Erde,
Michael: mit extrem hochwertigen Produzenten, was der Mond selber quetscht aus dem Waldviertel
Michael: oder Sandtorn, Sorbet oder, oder, oder.
Michael: Aber nur im Kleinvertrieb, bei einem Bio-Bauernladen am Attersee und auf Hof
Michael: und machen hauptsächlich Eis-Workshops.
Michael: Das heißt, wenn irgendwer sagt, hey, geil, er will zum Reisekirchen zu mir kommen,
Michael: auch ohne Kamera auf einen Eis-Workshop, habe vier erwachsene Blöds oder fünf, sechs mit Kindern und,
Michael: vermittelt dort die Freude an dieser Bewusstseinsbildung, dass man nachhaltig
Michael: und hochwertig Eis macht, aber mit dem Wissen, weil es jetzt gibt es sicher,
Michael: wenn du sagst, ja, aber Eis ist Zucker, ja, im Eis ist Zucker und auch wenn
Michael: er der Bio-Rübenzucker ist aus Niederösterreich, ist und bleibt das Zucker,
Michael: ist es ein Genussprodukt und wenn du jeden Tag Eis isst, hast du ein Problem gesundheitlich.
Michael: Wenn es das selten ist, wird es sich ausgehen und ich habe dann oft viele schon
Michael: da, die dann irgendwie sagen, naja, aber es gibt einen Tattelzucker,
Michael: das wäre viel besser und das und das, sage ich, naja, schau,
Michael: aber das muss ich importieren, hat einen hohen Wasserverbrauch.
Willy: Und es ist Zucker.
Michael: Und es bleibt auch Zucker, auch wenn er gesünder ist, wie Rübenzucker. Und, genau.
Michael: Und deshalb ist es so wichtig, dass man sich wieder nicht kasteiht und sagt,
Michael: es gibt einen sowohl als auch und nicht einen entweder oder.
Michael: Und auch wenn ich irgendwo mal im Sommer bin und meine Kinder sagen,
Michael: oder ich, jetzt mag ich ein Magnum und das ist Industrie, Massenware, ja, dann ist es halt.
Michael: Oder wenn mir wer sagt, ja, aber man kann nicht immer Bio, sage ich,
Michael: nein, muss man auch nicht, weil wenn ich auf irgendeinem City,
Michael: am Stadttrepp bin in Berlin oder irgendwo und ich gehe essen,
Michael: wenn ich da jetzt mal mich kastei und sage, ja, aber ich tue jetzt,
Michael: das ist das nur, wenn das das und das und das ist.
Michael: Und das muss jeder für sich selber dann bewerten.
Willy: Ist das jetzt der neue Spitz, mehr oder weniger, das heißt?
Michael: Der neue Spitz? Das heißt,
Michael: Ach so, ja, 100 pro, 100 pro.
Willy: Reisegger war also Hochplateau eigentlich, wenn du willst.
Michael: Ja, und auch meine Beziehung, meine Frau ist auch Hochplateau.
Willy: Weil wir seit 2012,
Michael: 2009 haben wir sie schon kennengelernt, am Ute Bock, von der Ute Bock in Temmelkamm,
Michael: das eine Kulturverein in Tetzel hat,
Michael: haben wir sie schon kennengelernt, dann haben wir drei Jahre wieder aus der
Michael: Augen verloren und ich habe damals schon gesagt, ich fahre da jetzt weg mit
Michael: einem Bus und sie hat Kunst studiert, war bei Swarovski und hat gesagt,
Michael: die macht Massageausbildung und drei Jahre später haben wir sie wieder getroffen,
Michael: am Free Tree Festival in Thaiskirchen.
Michael: Also auch im Innenviertel ist viel liberales, cooles Kulturgut und sind seit
Michael: 2021 in einer eingetragenen Partnerschaft.
Willy: Da tragt man auch schon...
Michael: Ich habe gesagt, die heiraten nicht so klassisch. Aber der Ring war mir dann
Michael: doch wichtig. Da hat sich recht gelacht.
Willy: Seit 2012.
Michael: Gratuliere. 2021.
Willy: Aber seit 2012 sind es wieder zusammen. Also ist ja eine schöne, lange Zeit.
Michael: Wir waren nie nett zusammen, wir haben sich nur 2009 erst kennengelernt und
Michael: drei Jahre verloren. Und dann zufällig wieder getroffen.
Michael: Also wir sind, und das ist eine Riesenbeständigkeit für so einen Menschen wie mich.
Michael: Und das Eis ist sicher ein Plateau, weil Leute, die mich kennen,
Michael: sagen, ja, jetzt hat er halt wieder was, er findet, dass ich wieder neu komme.
Willy: Das ist jetzt ein bisschen so eine aufgelegte Frage.
Michael: Ja, und das Eis ist auch so, das habe ich immer noch, ich habe es gewusst,
Michael: das kann man nur im Nebenberuf machen, weil würdest du von dem überleben wollen,
Michael: das ist überhaupt keine Chance.
Willy: Das schmilzt du dahin.
Michael: Das schmilzt du weg, mit der Klimaerwärmung vergiss es. Und du hast beim Eis,
Michael: es ist beinharte Handarbeit.
Michael: Das heißt, ich stehe da wirklich, und ich mache ein Steckerl-Eis,
Michael: so Palettas, so Lucha, händisch einpauke, die werden gegossen.
Michael: Wenn ich da drinste, nächste Woche produziere wieder ein, zwei Tage.
Michael: Das ist beinharte Handarbeit.
Willy: Ab wann kriegt man das?
Michael: Jederzeit. Ich habe einen regionalen Online-Shop.
Willy: Das verlinkt man sowieso dann.
Michael: Bio-Eisek auf Insta.
Willy: In den Shownotes findet man sich das.
Michael: Bio-Eisek auf Insta.
Willy: Bio-Eisek, Eisek.
Michael: Ich habe die Verpackung selber aufgesucht, weil ich Kunststoffforscher war.
Michael: Bio-Eisek. Also IKK-Verpackungen und Lucha. Aber,
Michael: Ich habe Eiskurse gemacht während Corona in Deutschland und Italien,
Michael: also mich da ausgebildet.
Michael: Und die Wahrheit ist das, dass dann auch einer gesagt hat zu Eiskur,
Michael: oder er hat gesagt, ganz ehrlich, mach eine Brand, mach eine Marke und stelle
Michael: was hin, lass das produzieren.
Michael: Und ich sage, nein, das bin ich nicht, ich bin ja nicht der,
Michael: der den Vertrieb anstachelt.
Willy: Du willst einfach kein Geld verdienen, du hast Angst vor Geld verdienen.
Willy: Psychologisch haben wir ja gesagt, wir müssen ein bisschen psychologisch daran
Willy: arbeiten, du hast Angst vor Geld.
Michael: Das heißt, du hast das auf den Punkt gebracht und jetzt ist aber der Punkt erreicht,
Michael: wenn du als Künstler Eis machst oder Filme, Dokumentarfilme und dann geht es
Michael: um Förderungen, die du kriegst oder nicht kriegst, oder um Schulworkshops,
Michael: du bist abhängig und jetzt kommt der Punkt,
Michael: wo ich genau in dem Lebensabschnitt bin,
Michael: wo ich diese Angst transformieren muss, in Freude Geld zu verdienen,
Michael: und mein neuestes Konzept sind die Lehrlingsworkshops.
Willy: Also ich habe mir gedacht, Bitcoins, jetzt geht ja noch was.
Michael: Nein, da brauchst du was zum investieren. Da brauchst du was zu investieren.
Michael: Jetzt bist du zerbrochen.
Michael: Diese Zoom-In-Lehrlings-Workshops, die ich jetzt eh, ob mein mehr verteilen wird auf Facebook.
Michael: Das heißt, ich werde auf Facebook benutzen, da die Reise-Gas-Reisen-Community
Michael: zu... Aber ich weiß noch nicht, ob ich das schaffe, dass ich dann wirklich selber ein Video mache für das.
Michael: Mit der Brillenkamera. Ich fühle mich gerne andere, aber mich selber so.
Michael: Aber ich werde das dann dort präsentieren und sagen, hey Leute,
Michael: ihr lieben Firmen, Menschen von Peace, ich habe ja Lehr gemacht selber,
Michael: ich habe Abendschuhl gemacht, Also ich weiß, woran ich rede,
Michael: mache das mit Herzblut und möchte das gerne an Lehrlinge weitergeben,
Michael: so wie ich die Schulworkshops gemacht habe,
Michael: dass Lehrlinge ihrer eigenen Firmen mit den Brillenkameras entdecken oder mit
Michael: Smartphones, mit dem Zoom-in-Workshop und diese Betriebe dann den Mehrwert haben,
Michael: so mit Employer Branding und Co., Employing Experience.
Michael: Dass die Lehrlinge auch mit allen ins Gespräch kommen und da einen coolen Kreativ-Workshop haben.
Michael: Und, das habe ich vorgestern erst gesehen, die Wirtschaftskammer fördert das
Michael: auch sogar, so ausbildungsübergreifende Maßnahmen. Das ist wieder Förderung.
Michael: Wahrscheinlich der Hardcore-Unternehmer würde sagen, hey, was ist mit dem?
Michael: Ja, aber das ist die Kunst. Alles, was kreativ ist, lebt leider von Förderung.
Willy: Aber die Kurse kann man die auch direkt irgendwo bei dir buchen?
Willy: Ist das irgendwo bei dir zu finden? Ja, die EIS-Kurse, aber die anderen Kurse,
Willy: was du hast, Schulkurse etc., alle Kurse?
Michael: Einfach über mein Homepage reiseckers.at mich kontaktieren.
Willy: Da finden wir sie, wenn das ist. Aber das ist jetzt so quasi,
Willy: jetzt kriegst du es in Bildung, wenn man es zusammenfasst. Eis formen und bilden.
Michael: Ja, genau. Und dieses Dreieck, jetzt Eis und die Schulworkshops und ich habe
Michael: dann, ich habe gesagt, Politik mache ich nicht.
Michael: Und ein guter Freund von mir ist aber in Rego bei den Grünen und hat irgendwann
Michael: gesagt, hey, ich habe dann irgendwie beschlossen, 2021 für die Wahl,
Michael: das war ein bisschen arg, weil der Hochzeitstermin war am 18.
Michael: September und die Wahl war eine Woche später. Das war jetzt nicht so super vom Timing.
Michael: Und habe dann beschlossen, was zu tun. jetzt prinzipiell schon unabhängig. Das hast du gewählt.
Michael: Ja, genau, dann hoffentlich mich. Und habe dann beschlossen,
Michael: was zu tun in der Gemeinde, wo ich lebe.
Michael: Und zwar schon aus dem Antrieb aus, so zu sagen, die Farbe, es geht nicht primär
Michael: um die Farbe, es geht damit, für mich selber ist es um das gegangen,
Michael: ich habe zwei Kinder in einer Gemeinde, in einer Familie und möchte auch was mit beitragen.
Michael: Und das ist ganz wichtig, weil wenn die politische Partizipation nicht passiert
Michael: und mehr und mehr junge Menschen nicht einmal politisch aktiv sind,
Michael: auch in Gemeinderäten und Ausschüssen und, und, und, dann wird das veraltern und wegstehen.
Michael: Egal für was für Partei, weil die coolen Jungen egal für was für Partei gehen
Michael: studieren oder wohnen woanders oder ziehen weg.
Michael: Politische Teilhabe ist extrem wichtig, ist aber sehr unbeliebt,
Michael: weil du musst persönlich das einmal aushalten, weil es wird auch persönlich
Michael: und es ist sehr... Hauptsächlich persönlich.
Michael: Oder genau, je nach Farbe oder Gemeinde oder im Endeffekt, wurscht.
Michael: Und ich glaube, unabhängig von Farben ist es extrem wichtig,
Michael: dass man wo was mit bewirkt.
Michael: Und bewirken hast. Und in der Politik, man braucht Mehrheiten,
Michael: das kann sehr ungut sein, weil wenn du keine Mehrheiten hast,
Michael: vor allem bei ich habe viele Kollegen, gerade bei den Grünen in irgendeinem
Michael: Land, wo du jetzt sagst, naja, wir machen in der Gemeindegruppen grüne Sachen,
Michael: aber in der politischen, aktiven Arbeit haben wir nichts zu sagen,
Michael: weil wir die Mehrheiten nicht haben.
Michael: Und jetzt wurscht, aber in Summe ist es sehr, sehr, sehr wichtig,
Michael: weil man trotzdem, auch wenn man Diskurse hat oder Streitigkeiten oder unterschiedliche
Michael: Meinungen oder Wörderanschauungen, weil man was bewirkt. Auch vieles gemeinsam.
Michael: Auch in Gemeinden, wo es vielleicht nicht viel Gemeinsames gibt,
Michael: man bewirkt trotzdem was und was so wichtig ist, was wir alle lernen dürfen,
Michael: das hat vor kurzem ein grüner Kollege gesagt, Rudi Hemmelsberger,
Michael: der im Landtag ist in Oberösterreich und Bürgermeister, grüner Bürgermeister
Michael: in Attersee am Attersee, der hat gesagt, dass wir alle lernen müssen und dürfen.
Michael: Dass wir mehr Toleranz haben und mehr Solidarität, Toleranz,
Michael: vor allem, dass wir die anderen Meinungen akzeptieren.
Michael: Dass man mit diesem Bobo-Grüne-Vorurteil oder sonst was oder Vorurteile gegenüber
Michael: der F oder Vorurteile gegenüber was für Partei auch immer, dass man hergeht und dem anderen zuhört.
Michael: Und so funktioniert es auch bei uns in der Gemeinde, dass man schaut dem anderen
Michael: zuhört und nicht sagt, nur weil du ein Grüner bist und kein Elektroauto hast, was soll das?
Michael: Und isst du überhaupt Fleisch, was soll das? Oder nur weil du bei der FPÖ bist,
Michael: im Gemeinderat, durch welche Antriebe auch immer, ob es Familie ist oder Überzeugungen.
Michael: Rede ich sowieso nichts mit dir, weil ihr seid es alle so und wart es alle so,
Michael: ist es trotzdem wichtig, dass man den Diskurs schafft und das Zuhören und auch
Michael: versteht, dass man sagt, ich verstehe deine Welt und die Sicht der Dinge und ich verstehe deine.
Michael: Und nur weil du bei der FPÖ bist, bist du nicht ein Nazi und nur weil du bei
Michael: den Grünen bist, bist du nicht ein Klimakleber.
Michael: Und nur so gelingt es uns als Gesellschaft und das glaube ich aus tiefster Überzeugung,
Michael: dass wir uns weniger spalten und mehr verbinden und wegkommen von dem,
Michael: was jetzt gerade passiert.
Michael: Mit diesem Wahnsinn, der von Amerika rüberkommt, mit diesem absoluten Wahnsinn,
Michael: Ein Vertrauenverlust in Institutionen, in der Politik.
Michael: Es hat letztens eine Wirtschaftsprofessorin, jetzt weiß ich nicht mehr,
Michael: wie es heißt leider, mein Hirn ist schon wie ein Sieb, geschrieben in die Salzburger
Michael: Nachrichten, diese Angst vom Technofaschismus, wenn plötzlich Firmen dirigieren.
Michael: Ein Bekannter von mir hat gesagt, naja, wenn die frische Hochzeit ist mit der
Michael: rosa-roten Brille von Musk und Trump, brauchen wir nur darauf warten,
Michael: bis der erste Scheidungskrieg ist. Und plötzlich ist gerade die Trennungsphase.
Michael: Aber mit dieser Gefahr, was da kommt, oder was dann das auslöst,
Michael: wenn plötzlich so eine Zollankündigung kommt, wie gestern oder vorgestern,
Michael: und dann schaust du auf ORF.at irgendeinen Artikel und dann steht im Wording
Michael: gestern oder vorgestern drinnen,
Michael: Vergeltung, Kämpfen und ich war echt erschüttert, was da für Wording plötzlich passiert.
Willy: Wir sind Anfang April 2025, nur für die Leute, die das Ganze in zwei Jahren vielleicht hören.
Michael: Ja, und dann ist plötzlich eine Rhetorik unterwegs in unseren journalistischen
Michael: Medien, die uns als Menschheit massiv gefährdet in dem, was wir tun und eigentlich
Michael: haben wollen, weil wir wollen ein gutes Leben für alle und eigentlich das behalten.
Michael: Und das ist aber das, was ich schon glaube, dass dieses Behalten des Wohlstandes,
Michael: den wir aufgebaut haben oder unsere Eltern oder sonst wer, der aber viel aufgebaut
Michael: worden ist auf Ausbeutung, dass das nicht funktionieren wird.
Michael: Und auch was Transformationen betrifft in grüne Themen oder nachhaltige Themen,
Michael: die ja jede Partei für sich vereinnahmen kann, das sind nicht nur grüne Themen,
Michael: wird es auch um das gehen.
Michael: Ich bin auch ein Techniker. Der technische Fortschritt allein wird es nicht
Michael: lösen. Es wird, glaube ich, vor allem der Verzicht lösen.
Michael: Und Verzicht oder irgendwo ein bisschen weniger von dem, was wir gewohnt sind,
Michael: das ist keine menschliche Eigenschaft.
Michael: Weil nur, weil wir plötzlich Läds haben, statt Glühbirnen, und dann es eh den
Michael: Effekt gibt, dass das aber alles dann trotzdem mehr wird, weil du nicht mehr
Michael: zwei Glühbirnen hast, sondern nicht nur dein Läders hast, sondern plötzlich
Michael: alles, was Läden machst, gibt
Michael: es eh einen Fachbegriff, den man hier an den Stunning gespeichert hat.
Willy: Ein Rebound-Effekt.
Michael: Ja, Rebound, danke.
Willy: Größere Autos.
Michael: Ja, es geht schon um den Verzicht. Und wenn das aber nicht passiert,
Michael: weil es keine menschliche Eigenschaft ist, weil wir, ich habe ihn auf der Donauinsel
Michael: einmal angefilmt, der war auch nicht in der Folge, der war ein Wahnsinn,
Michael: der hat mir erklärt, er ist Zeichner, hat für Schulhefte 1960 oder 70,
Michael: hat er die ganzen Skizzen gezeichnet und die Modelle der Überpopulation,
Michael: da bin ich fast bei Werner Botte dann bei Population Boom, bei seinem Film mit
Michael: der Überbevölkerung und dieser Herr damals hat mir gezeigt, diese Heftl,
Michael: wo er gezeichnet hat, für die Schulbücher damals schon World Growth,
Michael: irgendwas, Diagramme und Exponential kaufen.
Michael: Und der hat damals gesagt, er hat damals schon gewarnt, und das ist alles immer
Michael: so eintreten, dieses exponentielle Wachstum. Bei Bakterien oder bei Menschen.
Michael: Oder beim Turbokapitalismus. Ich habe die Ulrike Herrmann gefühlt bei der Wien-Folge.
Michael: Ich habe damals nicht so wirklich gewusst, wer das ist. Das habe ich erfahren.
Michael: Dann habe ich angefragt. Und die habe gesagt, die ist im Haus, kommt vorbei.
Michael: Und habe irgendwie gewusst, habe nicht gewusst, ob die Links-Links oder Ökonomen so, so.
Michael: Und die hat damals auch gesagt, so ein Turbokapitalismus, der wie ein abstürzendes
Michael: Flugzeug ist. und wir sitzen alle drinnen und wissen aber nicht,
Michael: wo es nach dem Kapitalismus kommt.
Michael: Das heißt, wir haben ja eh alle die Lösung nicht, manche schon,
Michael: manche glauben sich um alles verstanden.
Michael: Müssen uns quasi irgendwie dahin retten, uns anzulügen und zu sagen,
Michael: naja, es geht trotzdem eh immer so weiter, wie wir es gewohnt sind.
Michael: Auch wenn ich in Lignano bin und erfolge traue und sage, voll schön,
Michael: dort mag ich es so, weil ich bin als Kind dort gewesen und meine Kinder auch schon,
Michael: aber ob dann im Mittelmeer die Leichen umschwimmen, weil Menschen absaufen,
Michael: die zu uns kommen wollen, oder ich war gestern im Weltmuseum in Wien,
Michael: kann man noch wärmstens empfehlen, die Hosenausstellung,
Michael: haben Sie eine Hosenausstellung über Jeans und alles Mögliche und Hosen,
Michael: die vor 3000 Jahren irgendwo gefunden worden sind, in irgendeiner Salzwüste.
Michael: Also voll unterhaltsam. War mit meiner Frau, weil die Textil studiert hat.
Michael: Und am Schluss ist die Doc Arns einblendet, wo der Lisa Gartenstätter mit dem
Michael: Beitrag, wo es halt da in Ghana ist, auf dem Müllhalten dieser Welt,
Michael: wo die ganzen Stoffe zusammenkommen. Von unserem Fast Fashion-Wahnsinn.
Michael: Und egal in welchem Bereich, da kann ich halt mit Stunden drüber reden,
Michael: über Lebensmittel oder sonst sonst was.
Willy: Machen wir einen zweiten Teil.
Michael: Ja, da bin ich zu wenig versiert. Da gibt es andere, die besser in dieser Materie sind.
Michael: Aber ich habe durchaus eine Meinung und meine Meinung ist, man wird es nicht
Michael: schaffen als Gesellschaft,
Michael: dass wir da mehr wieder in den Dialog kommen und uns so separieren lassen dieses
Michael: Entweder-Oder, nichts leichter wie das, da hat man nicht Corona gebraucht dafür,
Michael: da gibt es andere Sachen.
Michael: Dann ist das zu einfache Antwort, aber wir leben in einer Zeit,
Michael: wo das sehr schnelllebig ist und wir sind in einer sehr schnelllebigen Zeit
Michael: und deshalb ist es sehr einfach, immer ins Entweder-Oder zu gehen,
Michael: weil jeder hat seine eigene Wahrheit in der Hosentaschen, wir können alles durchgoogeln,
Michael: in Zukunft mit KI ausgenerieren und da ist es ganz Steinzeit und Oldschool,
Michael: wenn anderen zuzuhören und irgendwie sich auf das einlassen.
Michael: Es ist viel einfacher zu sagen, nein, das ist nicht so und das ist nicht so
Michael: und das ist sehr gefährlich und deshalb ist die Demokratie so gefordert, glaube ich,
Michael: massiv vom Aussterben bedroht, aber ist immer schon und da ist nur zu hoffen,
Michael: dass eine Generation, die da jetzt wächst und kommt,
Michael: obseits vom Smartphone und von den technischen Möglichkeiten in eine nicht konservative,
Michael: nicht traditionelle, aber einfach in eine menschliche Haltung kommt,
Michael: den Dialog nicht zu übersägen und diese menschlichen Eigenschaften.
Michael: Weil das merke ich mit 2, 3, 4 genauso, dass ich mir denke, unglaublich,
Michael: was das Smartphone tut mit mir, in der Familie oder wo auch immer.
Michael: Ich habe es jetzt angefangen, dass ich gesagt habe, nein, mit der Selbstständigkeit,
Michael: Eis und so, Smartphone nicht mehr in der Küche, wo meine große Tochter gesagt
Michael: hat, Papa, wir schenken dir einen Käfig, dann kannst du es irgendwo reinhören,
Michael: wir verstecken einen Schlüssel.
Michael: Wo ich gesagt habe, ich habe es nur in einem anderen Raum, aber nicht in der
Michael: Küche, wo sich unser Leben abspielt, weil wir viel selber kochen und gern.
Michael: Weil das einfach ein Wahnsinn ist, was das macht, als Familie oder mit einem selber.
Michael: Und gleichzeitig brauchen wir es alle. Das heißt, da sind wir in dem sowohl als auch.
Michael: Und das ist nur ein Teil. Es ist ein nettes Smartphone-Verantwortlich.
Willy: Ja, aber jetzt pass auf, mir noch wichtig ist, diese Frage zu stellen.
Willy: Du hast jetzt viel über den Dialog geredet. Wir haben vor kurzem einen Josef
Willy: Riegler, oder ich war bei einem in Graz, Herrn Gretchen, der ist ja auch bekannt
Willy: dafür, dass er quasi über die Partei hinweg gut Dialog führen hat können und
Willy: die Sachen auch zusammengen.
Willy: Du bist jetzt ewig durch Österreich gereist. Erstens mal, was ist die österreichische
Willy: Seele deiner Meinung nach?
Willy: Und das Zweite, die noch wichtigere Frage ist, du hast jetzt viele Fragen gestellt.
Willy: Ich stelle auch schon lange Fragen, aber du stelle noch viel,
Willy: viel länger Fragen. Du hast viele Leute getroffen.
Willy: Wie stört man richtig Fragen, damit man in diesen Dialog kommt?
Willy: Ja.
Michael: Also ich fange mit der zweiten Frage an.
Willy: Bitte, wie du bist.
Michael: Sicher nicht mit dem journalistischen Wer, Wie, Was, Wann, Wo oder sonst was.
Willy: Nicht aus dem Lehrbuch.
Michael: Nicht aus dem Lehrbuch, wo ich glaube, das ist alles überholt,
Michael: dass wir jetzt glauben, es ist jedes Lehrbuch, da wird uns jeder Journalist
Michael: richtig anfeinden, sondern mit einer Grundeigenschaft, die Neugier,
Michael: Mut, Interesse, Empathie heißt.
Michael: Mit einer Ehrlichkeit außer, die aus dem Herzen, glaube ich,
Michael: einfach, wenn Anderen symbolisiert, mich interessiert, wirklich,
Michael: wirklich, was du machst.
Michael: Und das ist bei Reiseckers Reisen auch das Geheimnis oder bei den Schulworkshops,
Michael: wo ein Schüler, ja, da haben wir halt.
Michael: Und dann ist bei den Dreierteams wirklich wer dabei, der halt dann irgendwie
Michael: von den Dreier Migrations-Teenager, wo die Lehrerin sagt, die haben Schwarm
Michael: mit der Übung, die finden dann eine alte Oma, die vom Krieger erzählt und die Schüler sind baff.
Michael: Und nur deshalb funktioniert es, wenn du ehrlich, wenn anderen fragst und auch
Michael: wirklich das wissen willst.
Willy: Wie frage ich denn ehrlich? Muss ich eigentlich die mehrere Zeiten die Pappen
Willy: halten, weil mich viele Sachen einfach nicht interessieren?
Willy: Und dann, wenn mir etwas interessiert, wie komme ich denn ins ehrliche Fragen?
Willy: Wie kriege ich denn ein Interesse dafür? Man läuft ein bisschen an der Welt vorbei.
Michael: Jetzt weiß ich, was du meinst. Ich glaube, das geht durch eine Offenheit,
Michael: aber das sind alles so Schlagwörter.
Willy: Ja, ich weiß. Stimmt.
Michael: Und ich glaube, das ist wie bei vielen Sachen, wie bei Talente oder Eigenschaften,
Michael: die man hat oder nicht hat. Ich glaube, das haben wir nicht alle.
Michael: Ich glaube, erstens haben wir das nicht alle, diese Neugier oder diese Empathie
Michael: oder irgendwas für andere, weil es ist ja total legitim, dass es Schüler gibt
Michael: oder Menschen, die sagen, ja, mich interessiert es trotzdem nicht.
Michael: Ich kämpfe mit meinem Leben.
Michael: Ich habe keine Ambition oder Neugier oder sonst was, das mich juckt,
Michael: was der links von mir, mein Nachbar im Haus Nummer so und so macht,
Michael: weil ich eh mit meinem Auto kämpfe.
Michael: Und da ist es mir ziemlich wurscht, ob der mal in Ghana ein Praktikum gemacht
Michael: hat oder, keine Ahnung, Spinnenzüchter ist oder ATE ist oder was er politisch denkt.
Michael: Wir Menschen neigen oft dazu, was nur zu tun, glaube ich, wegen einem eigenen Nutzen.
Michael: Ich werde auch intrinsisch, also tief in mir werden, eigenen Nutzen gehabt für
Michael: das Projekt, eigene Motivation. Man hat sich schon versucht.
Willy: Psychologisch auch arbeiten ein bisschen.
Michael: Ja, man muss ja nicht alles daraus erklären, werden, aber so hat halt jeder
Michael: Entdecker oder jeder… Ja.
Willy: Du hast gesagt, wir müssen in Dialog kommen, deswegen frage ich,
Willy: wir müssen wirklich in Dialog kommen, wieder mehr miteinander reden oder zumindest
Willy: den anderen nicht so eine Drohne ins Eck stören, also den jeweils anderen.
Michael: Ich glaube, es geht einmal los, wie ich es in den Schulworkshops mache,
Michael: dass ich sage, was ist passiert von der Windel bis heute und warum machst du,
Michael: was du machst, dass man sich selber einmal reflektiert oder dass es einen gibt,
Michael: der einen da aus der Komfortzone, Dass es wen gibt,
Michael: der sagt, hey, warum bist du so, wie du bist oder denkst du so,
Michael: wie du denkst oder warum machst du, was du machst und was beschäftigt dich?
Michael: Und da sind wir aber dann beim Zuhören. Was sind deine Sorgen?
Michael: Was sind deine Sorgen, deine Ängste?
Michael: Aber so habe ich es ich bei Reisekass Reisen nicht angelegt,
Michael: weil ich habe es in meiner Leichtigkeit so angelegt, dass ich gewusst habe,
Michael: ich bin kein Ed Moschitz, kein Investigativ-Schauplandsmensch,
Michael: der jetzt kommt und das Schwierige sucht oder den Konflikt sucht oder die Brandherde
Michael: sucht, sondern Reisekass Reisen ist ein positives Format,
Michael: könnte man 100% genauso in die Gegenrichtung auch machen, dass du durch Österreich fährst,
Michael: Suderer, Jammerer, schlimme Fälle, arge Sachen bringst und mein Zugang war ein
Michael: positiver. Das war halt mein Antrieb.
Willy: Bei der Suderer bist du eher schnell abwogen, habe ich so ein bisschen mitgekriegt.
Willy: Oder zumindest waren die Cards relativ kürzer oder so.
Michael: Es war nicht, es hat mir vom TV Media mehr in einem Beitrag einmal ein Kompliment
Michael: gemacht oder dort in dem Büro, der hat gesagt, einem fasziniert das,
Michael: weil da ist der Seidel, da ist die Spira und dann gibt es deinen Gipfel,
Michael: wo Reiseckers Reisen fährt und du bist genau in der Mitten.
Michael: Du hast nicht den Blick durchs voyeuristische Schlüsselloch wie beim Seidel-Film,
Michael: gleichzeitig schlachst du das nicht so aus wie die Spira und Reiseckers Reisen
Michael: ist charmant in der Mitte.
Michael: Danke, jetzt hast du die Frage. Und wir haben es in Wien oft so erklärt,
Michael: dass wir gewusst haben, wenn ich der Wiener war, nach dem Wiener Dialekt,
Michael: der in Tirol, wo über den Gartenzahn steigt, dann hätte es vielleicht Leid gegeben,
Michael: die hätten mich rausgekaut.
Michael: Vielleicht hilft da der oberösterreichische Dialekt und dieses gerade, inviertlerische.
Michael: Das hat einmal ein Gerald Hartl, glaube ich, oder geheißen, der hat mir meinen
Michael: Bussponsor gesponsert für 2009, Inviertelaufkleber damals, für 300 Euro.
Michael: Voll lieb. Ich habe mich damals voll gefreut für meinen ersten Bus.
Michael: Und der hat einmal gesagt zu mir, der Inviertel hat den nicht in Grau,
Michael: meine ich, aber ich halte dich auch nicht raus.
Michael: So eine Geradheit, ein bisschen arger Spruch. Aber dieses...
Michael: Dieses Gerade und Mutige und es ist ja total schwierig, weil wenn wir jetzt
Michael: sagen, wir müssen bei einem Dialog kommen und dann gibt es Leute.
Willy: Die sagen, ich will nicht, ich kann nicht, ich traue mich nicht.
Michael: Ich will nicht, dann sind wir bei der Bildung. Ich glaube, wir sind bei der
Michael: Bildung, dass man als junger Mensch es lernen muss, aus sich rauszugehen.
Willy: Die Bildung ist auch so ein Schlagwort. Die Antwort auf alles ist immer die Bildung.
Michael: Naja, der Wiederkehr wird es jetzt nicht lösen alleine. Wenn das erst das Handyverbot
Michael: ist, jemand hat gedacht, wie ich das gelesen habe, ja eh, aber wenn das das
Michael: Wichtigste ist, was als erstes irgendwo aufpuppt in die Medien,
Michael: dann denke ich mir, da würde jeder Pädagogin, jede Pädagogin und sage,
Michael: wir haben ganz andere Probleme.
Michael: Also ich sehe es, bei meinen Mädels sind da voll geschehen, die haben ganz andere
Michael: Herausforderungen. Und dann glaube ich aber schon, dass es ein Budget ist,
Michael: sind wir wieder beim Prioritäten setzen.
Michael: Für was setzt man denn unser Budget ein? Für was setzt man denn in Europa das
Michael: Budget ein? Für die Verteidigung. Für die Förderung von der,
Michael: jetzt gerade für die Rüstungsindustrie.
Michael: Jetzt ist es legitim, wenn man sagt, ja, aber wir brauchen das,
Michael: was in der Welt passiert, das ist doch gescheit.
Michael: Aber wenn ich die Summen sehe, können wir denken, ja cool, jetzt drehen wir
Michael: in Österreich, was wir wo brauchen an Finanzen und dann reden wir darüber,
Michael: was die Schulen schon ewig nicht haben oder bräuchten und dann reden wir noch
Michael: gar nicht von dem, dass wir drauf kommen, naja, wer macht denn die Arbeit noch?
Michael: Das Personal geht auch ab, in der Pflege, in der Bildung, im Sozialen.
Michael: Aber es wird wahrscheinlich jeder der Hörer oder Hörerinnen unterschreiben,
Michael: wenn ich jetzt die These in den Raum stehe und sage, naja, jetzt ist uns allen
Michael: Soziales und Bildung sehr wichtig und dann rechnen wir es ja mal alle aus,
Michael: wie viele budgetäre Mittel haben diese Bereiche und wie viele haben andere.
Michael: Und dann ist es auch legitim, wenn wer sagt, klassisch wirtschaftlich,
Michael: naja, aber geht es der Wirtschaft gut, geht es uns allen gut,
Michael: wenn es der Wirtschaft nicht gut geht, bei dem, was jetzt auf uns zukommt,
Michael: mit Rezession vielleicht in Amerika und so weiter geht und bei uns auch oder keine Ahnung,
Michael: dann können wir sich, und da sind wir genau in dem Dialog, dass wir sagen,
Michael: okay, jetzt hat jeder andere Probleme.
Michael: Jetzt könnten die Grünen sagen, naja, Klima, Klima, Klima. Und wer anderer sagt,
Michael: was interessiert mich das Klima, wenn ich von der Teuerung betroffen bin?
Michael: Oder was interessiert mich irgendein Elektroauto, irgendein PV,
Michael: wenn ich mir das Leben schon nicht leisten kann?
Michael: Und da hilft nur der Dialog des gemeinsamen Problems.
Michael: Und beim Reden kommen die Leute zusammen. Das klingt so banal einfach,
Michael: aber ich glaube, die Leute kommen erst dann zusammen, wenn sie eine persönliche
Michael: Bedrohung haben, wenn sie Probleme haben. Einen Bezug.
Michael: Einen Bezug, jetzt sind wir genau dort. Wenn ich eine Veranstaltung mache,
Michael: wo es um Fördermittel geht für PV, kommen 100 Leute.
Michael: Wenn ich eine Veranstaltung mache mit irgendeinem Subthema, wo es keinen betrifft, kommen zwei Leute.
Willy: Du musst den Bezug erklären können, weil ich glaube, fast jedes Thema hat einen Bezug zu deinem Leben.
Willy: Du musst ihn nur erkennen und herstellen können, quasi aus Sicht der anderen Person, die dich hört.
Willy: Weil es betrifft dich fast alles irgendwie, aber du weißt es nicht.
Willy: Deswegen denkst du, das kann mir wurscht sein.
Michael: Ein Beispiel, die Schulen machen, letzte Woche bei uns in der Schule, laden Experten ein,
Michael: Logopädie und Psychologen und Polizistinnen wegen Cyber-Geschichten an Schulen
Michael: und Smartphone und Herausforderungen der digitalen Welt für Kinder in der Volksschule und Eltern.
Michael: Und dann haben die das Thema, dass da mehrere Gemeinden zusammenfangen,
Michael: weil sie sagen, es mögen sich ganz wenig an.
Michael: Und die, die kommen, die einen Bezug haben, das sind dann eh die,
Michael: die reflektiert sind und eh in der Babel, die sagen, wir sind bemüht,
Michael: dass wir unsere Kinder da begleiten.
Michael: Und die anderen, die kommen gar nicht. Und jetzt wäre es genau ein Vorteil,
Michael: dass wir sagen, die, die, was da ganz viele schwere Themen haben,
Michael: die wollen nicht einmal kommen, das wäre unfair, das wäre, glaube ich,
Michael: nicht legitim, dann macht man es sich zu einfach, sondern da gibt es vielleicht
Michael: viele, die so ruhen im Leben, dass sie nicht einmal kommen können.
Michael: Die haben keine Ressourcen. Die haben keine Ressourcen, ob es jetzt zeitliche
Michael: oder finanzielle Ressourcen sind und das ist der Punkt, man macht es sich zu
Michael: einfach, wenn man in seinen Bubblen, in denen wir alle sind,
Michael: die anderen verurteilen und das ist genau der Punkt.
Michael: Und da eine Lösung zu finden, zu sagen, ja, ich komme mir trotzdem in den Dialog,
Michael: das geht einmal los mit zuhören, zuhören, zuhören, zuhören.
Michael: Und das muss aber wer finanzieren können, zeitlich und finanziell,
Michael: oder sich leisten können.
Michael: Und dann sagen die, die erzählen sollen, wo dann wer da ist,
Michael: vielleicht zum Zuhören, ich habe gar nicht die Ressourcen, dass ich das erzähle,
Michael: weil ich einfach nicht kann.
Willy: Aber sowas wie das, was du sagst, ich nenne es jetzt immer Dialogjournalismus
Willy: oder wie auch immer man das Ganze dann titulieren will.
Michael: Ja, ist gut.
Willy: Das ist ein Gemeingut. Das kannst du am Markt nicht finanzieren.
Willy: Da brauchst du wieder Förderung. Da sind wir wieder dort. Weil das ist im Prinzip
Willy: Vollkornbrot. Ich sage immer, Bauer zu der Bibel ist wie Vollkornbrot.
Willy: Hoffentlich irgendwie sexy Vollkornbrot. Da musst du Vollkornbrot wieder ein bisschen sexy machen.
Willy: Die 3-Stunden-Folge ist halt super, aber wir müssen es runterbringen quasi einmal
Willy: auf 7 Minuten. Wir müssen es auch bekömmlich hinnehmen.
Michael: Dann sind wir in der Marktbüche. Sonst verkauft es sich nicht.
Willy: Ja, aber es wird auch nicht gehört. Du hast quasi einen Wettbewerb um die Ressourcen
Willy: der Zeit in deinem Hirn, von deinen persönlichen Ressourcen.
Willy: Ich kann mir das nicht drei Stunden lang anhorchen.
Willy: Viele können. Die reden es dann vielleicht weiter und es hat eine Multiplikator-Wirkung,
Willy: so ein Trickle-Down-Effekt.
Willy: Aber wenn du wirklich mehr als Leute erreichen willst, dann musst du ja ein bisschen nachrichten.
Michael: Oder es ist auch genug dabei, wo man sagt, das ist schön, dass die da einen
Michael: Senf erzielen, aber es interessiert mich einfach nicht mehr.
Michael: Oder mei, das ist halt dem sein Wahrheit. Aber wie schön der Bezug.
Willy: Ja. Der Bezug dieser Episode, der Bezug der Folge etc.
Willy: Das ist, glaube ich, ist dir besser gelungen mit 25-Minuten-Formaten.
Willy: Die regen eher zum Andenken, zum Nachdenken und erklären es halt alles.
Willy: Ja, 100 Pro. Aber sie triggern.
Michael: 100 Pro. Und dann reden wir aber davon, dass wenn ich das Schülern zeige,
Michael: die 16, 17 sind, wo die Lehrer sagen, die werden weg sein nach 10 Sekunden,
Michael: weil die leben auf TikTok und Co und alles, was danach kommt. Genau.
Michael: Und da macht man es aber zu einfach. Das ist genau das, wo man sagen würde,
Michael: dass ein klassischer Niki-Geyer-Halter-Film oder ein Doku im Kino gar nicht mehr funktioniert.
Michael: Und
Michael: Es wird immer so Tendenzen, es wird immer so Wellenbewegungen geben,
Michael: dass irgendwas wieder mehr in ist oder auch nicht.
Michael: Und was aber schon passiert, wenn wir in einer Zeit aufgewachsen sind,
Michael: wo es fünf Fernsehkanäle gibt oder plötzlich eine Satzschüssel mit 20,
Michael: 30, 100 Fernsehkanäle und plötzlich lineares Fernsehen gegen das Aussterben
Michael: kämpft, weil es nicht mehr logisch ist, dass ich mir zur Zeit was anschaue.
Michael: Ja, wir haben es aber nur erlebt, andere erleben es sich gar nicht mehr.
Michael: Weil es gar nicht mehr logisch ist, dass ich mir nicht jederzeit sowieso alles anschauen kann.
Michael: Wenn ich beim Eismachen Zeit habe, beim Lutsch einpacken, dass ich mir irgendwo
Michael: auf ZDF, ARD oder OEF, Mediathek was anschaue, bin ich überfordert,
Michael: weil man denkt, es gibt zu jedem Thema alles.
Michael: Wir sind so reizüberflutet im Positiven für den Konsum dieser Medien,
Michael: dass es alles gibt, dass es ein Wahnsinn ist,
Michael: wenn ich halt wahrscheinlich einen Podcast suche zu irgendeinem Thema,
Michael: wer es finden, wenn ich zum Thema Liebe, zum Thema Sex, zum Thema Glaube,
Michael: alles, und dann gibt es aber nicht einen, sondern zehn.
Michael: Da rede ich nicht mehr von Büchern, da rede ich von so einem Überangebot,
Michael: und dann sind wir bei der menschlichen Ressource.
Michael: Dann erzählt mir eh schon wer, ich brauche das gar nicht mehr lesen,
Michael: weil ich kann mir 15 Minuten in der App anhören, die es für mich zusammenfasst.
Michael: Und da frage ich mich auch, wenn wir als Menschheit so elitär,
Michael: künstlich unterstützt, unterwegs sind, dass wir sagen, naja,
Michael: ich brauche auch das und das nicht mehr konsumieren oder mich mit dem nicht
Michael: mehr beschäftigen, weil es im Speed so schnell geht und so schnell kriege ich,
Michael: wegen meiner Ressource Zeit, für meine Freizeit, die aber trotzdem bei allen
Michael: weniger wird, obwohl die Technologie immer besser wird.
Willy: Rebound-Effekt.
Michael: Rebound-Effekt. Wie soll es uns dann gelingen, dass wir sich für die elementaren
Michael: Dialoge Zeit nehmen, wenn wir es gerade verlernen?
Michael: Also das, das ist die enormste Herausforderung und das ist, da sind wir als
Michael: Menschheit, ich bin ein positiver Mensch, aber die Herausforderung ist so enorm,
Michael: es gibt aber auch die Zeithaxen der Menschheit von Millionen Jahre zurück bis
Michael: zu dem kleinen Zweigerl Mensch, obseits des ganzen Tierreichs,
Michael: was es gibt in der Evolution, dass wir denken, naja,
Michael: wir perfektionieren uns, keine Ahnung, exponential, technologisch ins Nirvana,
Michael: ohne zu wissen, was denn dann wirklich kommt.
Michael: Und wenn mich die achtjährige Tochter fragt, der Papa, jetzt habe ich mir nachgedacht,
Michael: aber wenn wir dann sterben, was ist denn dann wirklich, weil das ist ja voll
Michael: unlogisch, wenn nichts ist, sage ich, naja, vorher war nichts, hat es weder, nein,
Michael: nachher ist nichts, jetzt kannst du glauben, dass, je nach Glaube,
Michael: was passiert, von Wiedergeburt bis, und dann sagt, weil es die Harari-Kinderbücher
Michael: schätzen und checken, das sagt, naja, aber auch wenn das ist,
Michael: dann sitzt du da auf einer Wolk oder bist ein Engel oder bist Wiedergeburt,
Michael: so buddhistisch, aber dann muss ja trotzdem danach was kommen.
Michael: Oder wenn das Universum unendlich ist, es muss ja trotzdem außerhalb,
Michael: außerhalb, außerhalb was kommen. Das ist eine total absurde Vorstellung.
Willy: Das Verhierungen können das nicht denken.
Michael: Nein, wir können es nicht denken. Und stattdessen, anstatt dass wir sagen,
Michael: ja, love and peace, und jetzt haben wir just fun, geht sich auch nicht aus,
Michael: wenn wir den Planeten zerstören oder dann noch Kriege machen.
Michael: Und irgendwie aber erklärt, Kriege müssen sein, aber wenn die Menschheit nur
Michael: auf Harmonie war, war die Population-Bumm-Geschichte schon lang gegessen,
Michael: dann war die Überbevölkerung schon lang eine Katastrophe.
Michael: Und das ist dann irgendwie so absurd. Das heißt, und wir sitzen da im Wohlstands-Europa
Michael: noch im Wohlstands-Europa viele, das heißt nicht, dass es bei uns keine Armut
Michael: gibt, leider doch genug,
Michael: in welcher Form auch immer, und philosophieren über die Dinge des Seins,
Michael: während in andere Erdteile nicht einmal Wasserstrom ist oder sonst was.
Michael: Und warum geht es uns so gut, dass wir Filmstudios haben oder Brillenkameras
Michael: und uns leisten können, da ein bisschen Filmchen zu machen oder sonst was oder
Michael: Podcasts, ohne das zu schmälern?
Michael: Weil wir andere ausgebeutet haben auf dieser Erde. Ich habe letztens erst geschaut,
Michael: der ist eh schon ein bisschen öder, der Zopf, Wahnsinnsfilm, der Zopf über,
Michael: verschiedene Frauen und ihre Geschichten, Spielfilm, ist ja nicht cool,
Michael: und geht es um eine Geschichte in Indien, geht es um eine Geschichte in Kanada,
Michael: geht es um eine Geschichte in Italien und die verweben sich auch ein bisschen,
Michael: die verzopfen sich ein bisschen.
Michael: Und zeiglich war diese Harari-Geschichte mit die Brahmanen, mit die Unberührbaren,
Michael: was da vorkommt in dem Kinderbuch,
Michael: dass das halt wirklich so war und auch noch so ist in Indien,
Michael: dass es Leute gibt, die man halt nicht angreifen darf oder Mädels dürfen nicht
Michael: in die Schule, weil, weil es Mädels sind und und und, ja, und was bei uns noch
Michael: war, meine Oma war noch eine von zwölf Dirndln, eine von zwölf Kindern und war noch Markt, ja, Tieren,
Michael: also die waren noch, brauchen wir uns in der Alpensage anschauen,
Michael: Knecht und so weiter, Siebtelbauern, Simon Schwarz damals und was jetzt passiert ist, Gott sei Dank.
Michael: Frauenthemen, Frauenwahlrecht und ich sage zu meinen Töchtern oft,
Michael: ja, ich meine, was soll der Schatz?
Michael: Es sind so viele Frauen, die verstehen das nicht, warum Frauen nicht gleich viel verdienen.
Michael: Und es tut sich so viel, wir sind als Gesellschaft auf so einem weiten Weg,
Michael: haben aber außerhalb von unseren Bubbles so viel Armut in dieser Welt und so viele Themen,
Michael: dass dann eben, jetzt komme ich wieder zurück, dass es so naiv wird zu glauben,
Michael: wir schwimmen da weiter in diesem Wohlstandswahnsinn und das Einzige,
Michael: was wir brauchen, ist der Dialog.
Michael: Aber es wird damit beginnen, weil wenn der Dialog nicht passiert global,
Michael: ob es jetzt der UNESCO ist oder ich arbeite bei den Workshops viel mit SDGs,
Michael: Sustainable Development Goals und auch IDGs, die Innen, die Fünf und das ist
Michael: alles nett und schön und super.
Michael: Wenn ich dann aber wieder im Radio höre, die ganzen Ziele, die sich jetzt starten,
Michael: irgendwo ausdenken, die werden dann nicht eingehalten, ist ja wurscht.
Michael: Und lange Rede, kurzer Sinn, jetzt bin ich wieder dort bei so einem Wording,
Michael: wenn wir nicht begreifen, dass die Welt erst ändert, wenn man es ausbehalten,
Michael: aufhört, dass es dann erst besser wird, wird sie sich nicht ändern, zum Guten für alle.
Michael: Und das Tragische dabei ist aber, dass wir evolutionsbedingt,
Michael: wenn wir jetzt alle nicht nur in Glaubens- und Religionsfanatismen versinken
Michael: oder ansetzen, die berechtigt super sind, wenn sie einem viel helfen im Leben,
Michael: finde ich beeindruckend,
Michael: dass wir dann uns anschauen müssen, was ist der Mensch als Lebewesen an sich?
Michael: Eher ein harmonisches Geschöpf oder ein Raubtier? Dann bin ich leider beim Zweiteren.
Michael: So sehr ich Menschen liebe durch Reiseckers Reisen und durch meine Haltung.
Michael: Homo-wansinnikus, ja, weil wenn ich die jetzige Medienlandschaft verfolge und
Michael: sehe, was da abgeht seit Putin und Russland oder auch Trump und Co,
Michael: Und wie meine Kinder dann fragen, ja, aber Papa, wenn es eh den Hitler gegeben
Michael: hat und so Kriege und das und das und die Mittelalter, wo sie in den Kinderbüchern
Michael: schon klasse sehen, die Mürbungen und Ritter.
Willy: Warum tun wir denn das wieder?
Michael: Warum tun wir denn das wieder? Das kann ja nicht sein, das sind ja erwachsene
Michael: Leute, die müssen das ja wissen.
Willy: Ja, Kinder verstehen ansehen, wir sind zu blöd.
Michael: Genau, das ist der Punkt, ja.
Willy: Aber um das positiv zu beenden,
Michael: Ich weiß nicht, wer es letztens gesagt hat, und das ist immer dieses Sowohl-als-auch,
Michael: man darf sich da nicht trübsalblasend schlecht reden und deshalb ist das sowohl
Michael: als auch so wichtig und der positive Punkt ist, letztens wo gehört,
Michael: auf Jahr 1 oder irgendwo,
Michael: oder weiß ich, beim Otto-Lechner-Film vielleicht sogar, oder nicht, mein Hirn,
Michael: der Mensch hat, nein, vielleicht hast du Otto Lechner im Film gesagt,
Michael: dass er irgendwo gelesen hat vom Kafka, weiß nicht, dass der Mensch erst ein
Michael: Mensch wird, wenn er ein Kind bleibt.
Willy: Oder wird wieder zum Kind.
Michael: Ja, irgendwie so. Und das ist sehr, sehr schön, weil diese Einfachheit der Kinder,
Michael: die uns dann, durch was auch immer, abhanden kommt, mit allen Vor- und Nachteilen.
Michael: Die hilft uns sicher sehr viel. Was aber nicht heißt, dass Kinder automatisch
Michael: mit allen im Dialog sind.
Michael: Kinder allein sind ja schon grausam. Kinder können grausam sein im Kindergarten
Michael: in der Schule, was Mopping betrifft.
Willy: Das ist wie das Datum vom Mindviertel, oder? Er haut dir zwar nicht rein,
Willy: aber er hilft dir nicht aus. Kinder sind so brutal gerade.
Michael: Wenn du Kinder im Kindergarten hast und siehst, wie Kinder sind,
Michael: dann siehst du, was wir für Lebewesen sind, dass wenn du in der Spielgruppe
Michael: bist, was lustig ist, ist lustiger, wenn einer draußen ist und die Tränen fließen,
Michael: weil er draußen ist und nicht dazugehört, aus welchen Gründen auch immer.
Michael: Also wir, das menschliche Sein, wir sind jetzt nicht die harmoniebedürftigsten
Michael: Superwesen, die alle, das merkt man uns Erwachsene oder Kinder,
Michael: wir sind nicht so alle happy peppy.
Michael: Und nur mal auf den Dialog zurück, weil die Frage ist wirklich spannend,
Michael: geben und nehmen, wenn ich kein
Michael: Interesse habe im Dialog, kann man es auch künstlich nicht generieren.
Willy: Ja, aber wenn dann alle einfach kein Interesse daran haben,
Michael: Dann kollabiert es.
Willy: Dann kollabiert es halt einfach. Die Frage ist ja, soll ja uns gelingen oder
Willy: wir arbeiten ja aktiv mehr oder weniger dran mit dem, was wir tun.
Michael: Ich glaube ich glaube, dass ein Podcast oder ein Reiseckersreisen oder was auch
Michael: immer oder muss ja nicht jeder irgendein Format machen, aber wenn irgendwer
Michael: in seiner Welt, wo er in einem Verein oder in seiner Lebenswelt in seiner Bubble,
Michael: irgendwen so anregt oder sowas vorlebt, dass er sich denkt oder gespürt dass
Michael: man anderer das nachahmt im Positiven, dann bewegt man schon was,
Michael: aber es ist zu einfach zu glauben, da bin ich bei The Green Life von Werner Butter,
Michael: das muss man dann allein lösen, weil dann sagt der Klasse Marktner,
Michael: du Konsument, wenn du jetzt Green kaufst und irgendwie Nachhaltig kaufst,
Michael: dann löst du eh das große Problem.
Michael: Und da ist der Truglos zu glauben, dass wir dann allein einzeln lösen,
Michael: weil die globale Welt viel zu komplex ist und nicht nur Großkonzerne,
Michael: auch große politische Systeme, ob jetzt im Konsum oder,
Michael: politische Konstrukte, einen viel leichteren Hebel hätten, wie uns einzureden,
Michael: ja wir lösen sie eh im kleinen Daheim im Supermarkt beim Billa oder sonst wo.
Michael: Und deshalb ist die Welt ja als großes Ganze so gefordert. Aber diese Systeme,
Michael: ob Unternehmen oder Regierungen, sind ja nicht verschwörungstheoretische Apparate,
Michael: die das absichtlich dann erst stecken ja Menschen dahinter.
Michael: Das sind ja Menschen wie du und ich, die halt zufällig in ihrem Lebensweg dann
Michael: da wohl mitregieren oder so sind oder auch der Trump oder sonst wer,
Michael: wo er irgendwann ein Baby, das in die Windel geschissen hat und ist zu dem geworden,
Michael: was er ist und hat irgendwo vielleicht auch einen Kern,
Michael: wo man eigentlich menschlich...
Willy: Und das ist der Ansatz, wo man die Menschen verstehen kann.
Michael: Ich verstehe nicht, wenn ich das lese, was da jetzt mit den Zöllen passiert,
Michael: warum es keinen gibt, der den Mumm hat, zu sagen, es muss endlos bei dem bleiben,
Michael: ein Dialogforum zu schaffen, dass man sich zusammensetzt, was eh immer wieder passiert.
Michael: Und dann geht wahrscheinlich der Profi und sagt, ja lieber Reisecker,
Michael: naiv, ein kleiner Wurm da irgendwo in Österreich, ich sitze eben im Selensky
Michael: und dann kommt irgendwer verarscht und der fährt wieder heim.
Michael: Ja eh, dann muss man es halt noch hundertmal probieren.
Michael: Und das ist meine Hoffnung oder mein Wunsch an das Universum oder die Welt.
Michael: Dass es dann ein Dialogforum gibt, sei es in Davos oder sonst irgendwo.
Willy: Keine Ahnung. Ach so, das ist nicht UN.
Michael: Oder ja, genau, oder in Wien, wo wir dann zusammensitzen und dann sitzt der
Michael: Trump und der Putin und wie so alle heißen.
Willy: Die hucken eh da drinnen alle in der UN, aber die glauben halt alle momentan
Willy: nicht mehr so wirklich dran, dass das funktioniert, oder? Genau.
Willy: Oder brauchen wieder ein neues Dialogforum.
Michael: Die brauchen ein neues Dialogforum, wo man sagt, hey Leute, eigentlich ihr habt
Michael: Kinder oder Familie und irgendwo, bevor wir sich alle um die Gegend über die
Michael: Heise schießen und die ganze Wirtschaft zusammenflacken, reden wir doch darüber, ja.
Michael: Aber wenn es so leicht wäre, hätte es keine Kriege gegeben, weil dann sind wir
Michael: genau dort, dass immer nur beim Dialog endet und nie zu Gewalt kommt.
Willy: Kennst du unser Intro?
Michael: Nein.
Willy: Leidt man bewusst nichts. Sonst dauert es nicht mehr recht lang.
Willy: Auf einmal tut es ein gescheites Schäberer und dann krocht alles zusammen.
Willy: Heindling, bayerische Band.
Willy: Trifft es jetzt auch wieder. Wir müssen einfach wieder zusammenkommen und miteinander reden.
Michael: Ja, um da abzuschließen musikalisch, kann ich nur sagen, eine meiner Lieblingsnummern,
Michael: was auch für mich Reisekurs Reisen so, Gänsehaut, ambitioniert,
Michael: also bei vielen Staffeln habe ich das beim Wegfahren wieder gehört.
Michael: Die haben mir das übrigens damals geschenkt.
Willy: Wir Heimling auch, ich habe einfach gefragt.
Michael: Genau, sind wir wieder dort. Du auch, oder was? Ich habe damals den angeschrieben,
Michael: dann hat sich der Manager gemeldet, habe ihnen das geschickt,
Michael: gesagt und dann haben sie mich zum Konzert in der Stadthalle immer eingeladen,
Michael: da war ich dann Backstage, habe ihnen eine DVDs geschenkt und sie haben gesagt,
Michael: nein, sie finden das super, der Flo, der Schlagzeuger, er hat sich das angeschaut,
Michael: das ist voll witzig, wieder Gänzler, voll cool und da sind wir wieder beim Fragen.
Michael: Aber fast jetzt, dass ich wollte.
Willy: Ja, ja, aber so geil, dass es mit dir auch so war.
Michael: Der Titel ist das ja auch auf den Lab geschneidert, ja.
Michael: Aber auch nicht künstlich hingezaubert, sondern ich habe das halt damals auch so gehört.
Michael: Aber auf was ich aussehen wollte, es gibt von Lala, von diesem Vokalensemble,
Michael: ob die noch so unterwegs sind oder nicht, gibt es das Lied, gekaberte Lied,
Michael: original ist glaube ich von dem anderen, Kämt's Außer.
Michael: Und da ist eine Textseile, Kämt's Außer, wir brauchen die geraden,
Michael: die gestandenen Leute. Das ist eine extrem schwungvolle Vokalnummer.
Michael: Und das ist auch sowas, was mir aus der Seele spricht. Jetzt braucht die Leute, die den Mumm haben,
Michael: und mutig sind und auch was sagen und auch wissen, dass das vielleicht,
Michael: das ist jetzt wurscht, ob das in der politischen Arbeit ist oder ob das in einem
Michael: Verein ist, wo du aufstehst und für was einstehst, ob das in der Familie ist.
Michael: Dass du einfach sorgst für das, was du denkst und zu dem du stehst. Haltung.
Michael: Gar nicht so Werte, aber einfach, wenn man eine Meinung hat und sagt,
Michael: das ist so und ich traue mir das auch so.
Michael: Auch wenn sie mich bloßstönen, wenn ich wen am Schlips drehe,
Michael: wenn es peinlich wird oder wenn ich vielleicht sogar nachher drauf komme,
Michael: weil eigentlich war es ein Blödsinn oder ich habe einen verletzt,
Michael: dass man dann auch ehrlich sagen kann, Entschuldigung, es tut mir leid,
Michael: ich war jetzt schnell im Hirn oder es war nicht gescheit und das ist lebender Dialog.
Michael: Und wenn wir aber alle glauben, das dürfen wir nicht mehr, weil das ist peinlich
Michael: und das und das und wir können ja, und das ist nicht en vogue,
Michael: weil wir in einer Welt leben, wo alles perfekt sein muss, von Insta bis sonst
Michael: noch was, dann haben wir ein Problem und in der leben wir aber.
Michael: Dadurch ist das so herausfordernd. Aber ich glaube, dass es immer die Gegenbewegung
Michael: gibt und deshalb muss man dann so gelassen sein, dass man sagt,
Michael: ob es jetzt dann in 50 Jahren ist oder in 100 oder in 200 Jahren,
Michael: es wird ja wieder so Gegenbewegung geben ins Positive zu dem,
Michael: was jetzt gerade passiert.
Michael: Und das Game of Thrones habe ich damals durchgesagt nachdem es der Hardy,
Michael: der vom Film auf vier Rädern empfohlen hat, habe ich die ganze Nacht durchgeschaut,
Michael: bin so reingekippt in diese Serie und hat mir dann oft gedacht,
Michael: Filmempfehlung, war Serienempfehlung ist eh schon über alt mittlerweile,
Michael: aber in heutigen Zeiten hat mir dann schon oft gedacht, naja,
Michael: alles was da so global passiert, Game of Thrones, Leute, also Brot und Spiele
Michael: macht und der hat den zusammen und da wird wieder das beschossen und,
Michael: was ich mir halt oft denke damals waren wir in Rom zum 40er meiner Frau, so zwei, drei Tage Rom.
Michael: Und was für mich so imposant war in Rom, so dieses, naja, das ist so ein Imperium,
Michael: was die Römer aufgeführt haben und es ist auch zerbrochen, es ist auch angegriffen
Michael: worden, es ist auch zerfallen und das sind sich für nicht bewusst.
Michael: Ob es jetzt der Putin ist, ob es der Trump ist, ich bin fös und fest davon überzeugt,
Michael: dass jedes Imperium dieser Welt, jedes, alles wird wieder zerfallen und seit
Michael: Game of Thrones, weiß man so, mit Brot und Spiele, die Welt ist so, Latter.
Michael: Und das Problem ist aber, dieses Leid und diese Probleme, die das Ganze nach
Michael: sich zieht, wir könnten sie ja viel schöner und viel leichter haben.
Michael: Und da ist die philosophische Frage, kindert man das wirklich als menschliches
Michael: Wesen, streben wir diesen Frieden und Harmonie in Wirklichkeit an oder haben
Michael: wir in uns höher, schneller, weiter und den anderen eliminieren und deshalb
Michael: beschissen, weil es in unserer Gene liegt,
Michael: weil wir archaisch, animalisch leider so sind.
Willy: Das ist die große Streiterei und die große Frage, wo sich der Mensch von Grund
Willy: auf eher ein kooperatives Wesen oder ein wettbewerbsorientierendes Wesen.
Willy: Und da sind sie sich einig. Momentan sagen sie eigentlich in einer Zeit,
Willy: der Konflikt ist, dass er eigentlich mehr so kooperierend ist,
Willy: grundsätzlich, aber das ist halt in diesem Rahmenbedingungsstelle.
Michael: Naja, jetzt können wir mit dem Philosophieren, welcher Ökonom oder welcher Forscher
Michael: oder sonst was mit dem und dem verdient und seine eigene Wahrheit ist richtig
Michael: gesorgt und wir sind auch wieder beim Sowohl-als-auch.
Michael: Nur uns, wir haben, ich habe in der Linz-Folge ein Scholar gefilmt, eine freie Schule.
Michael: Keine Waldorfschule, aber einfach so eine private Schule. Und da ist damals
Michael: gehängt so eine Zeitleiste, so eine Montessori-Zeitleiste eben von der Zelle
Michael: bis ins jetzt mit den ganzen Eiszeiten und diesen lateinischen Wörtern,
Michael: der Gezeiten, Millionen, Jahr, 200, 100 und die Tiere.
Michael: Oder der Mensch, ne? Ja, genau, der Mensch ist ein Futsal. Und diese Leisten
Michael: haben mich damals so begeistert.
Michael: Und meine Frau hat mir das zum Geburtstag geschenkt. Die hat mir sowas gemacht
Michael: von der Schulleiter und hat mir das zum Geburtstag geschenkt als Bild.
Michael: Das hängt in unserem Wohnzimmer.
Michael: Und die Kinder haben von Anfang an begriffen, dass ich immer sage, hey, schaut zu mir her,
Michael: da waren die Pflanzen, da die Fahne, da die Dinosaurier, da die Elefanten,
Michael: die Säugetiere, die Fische und da dieser kleine Pipifax, sieben Millimeter auf
Michael: dieser zwei Meter langen Leinwand, dieser Seitenarm, das ist die gesamte Menschheit,
Michael: das was sie jetzt über den Harari oder sonst werden erklärt haben,
Michael: oder es war einmal das Leben.
Willy: Ja, Superserie, ich liebe sie.
Michael: Und diesen Pragmatismus, da uns einzubilden, was wir denn nicht sind,
Michael: Und da müssen wir weg, von der Einbildung müssen wir weg und hin auf Bildung,
Michael: dass Kindergärten und Schulen die Ressourcen hätten, dass man schon lernt,
Michael: wie man diese Frage, die du mir gestellt hast, gemeinsam besser beantworten kann.
Michael: Wir werden es nicht lösen können, aber wir könnten sich viel intensiver damit
Michael: beschäftigen und damit verbunden hätten wir wahrscheinlich weniger Konflikte.
Michael: Und das war wahrscheinlich nur die zweite Frage, die erste habe ich vergessen.
Willy: Die erste Frage war die nach der österreichischen Seele.
Michael: Die österreichische Seele?
Willy: Was du beschreiben kannst oder deine Beschreibung der österreichischen Seele.
Michael: Es gibt nicht die Einheitsseele. Ich glaube, die ist so bunt,
Michael: wie die Menschen in Österreich.
Michael: Und das Wichtige ist aber, fernab von Gabaliers und Fendricks,
Michael: einem von Austria, letztens die Fendricks-Sendung gehört zu seinem Geburtstag,
Michael: das Lied war ja gar nicht so gedacht, aber, aber, aber, dass man in allem, was passiert,
Michael: Verständnis sieht, und auch in
Michael: der österreichischen Seele, und die nicht zuordnet auf ein Entweder-Oder,
Michael: sondern dieses Sowohl-als-Auch einfach stehen lässt und sagt,
Michael: es gibt nicht die eine Seele, genauso so wie es nicht den einen Michi Reisecker
Michael: gibt oder den einen Willi Bauer zu der People,
Michael: weil und das ist aber so schwer, da sind wir wieder beim Sauschen Rezept mit der Irritation,
Michael: wenn jetzt irgendwer sagt, das ist der von Reiseckers Reisen,
Michael: aber der ist auch bei den Grünen in einem Gemeinderat,
Michael: weil er in seinem Ort mitwirken will und halt das war, was für er am besten
Michael: passt über einen Freund und der andere ist halt für der und der und der Partei,
Michael: oder der ist ein Bio-Eismacher oder macht ein Lehrlingsworkshops.
Willy: Rollen.
Michael: Ja, da überforderst du ja viele, weil es ist viel einfacher,
Michael: wenn ich, du bist so und der ist so. Da sind wir wieder bei den Vorurteilen.
Michael: Und das ist so wichtig, neben dem Abseitsklischee vom Raunzer und Sutheranten
Michael: und die Kölner in Wien sind so und die Tiroler sind so und die sind so.
Michael: Und ja, auch ich mit Reisekäsreisen habe in jedem Bundesland die Schubladen
Michael: gefunden, die irgendwie so sind. Oder die anderen auch.
Michael: Oder dass der Vorarlberger sagt, in der Vorarlberg-Folge damals bei den Bundesland-Folgen
Michael: in Dorren mit dem Gnadenhof, der Rudi Lengle hat der geheißen,
Michael: der sagt, der typische Vorarlberger ist ein scheiß Typ, der ist stur,
Michael: der ist bla bla bla. Und das könntest du von jedem Bundesland machen.
Michael: Und das ist, mit einem gewissen Schmunzeln anzunehmen.
Michael: Und das ist aber uns, das ist glaube ich so wichtig, dass auch schon Kinder
Michael: oder Schüler lernen, es gibt nicht die eine Version von dir.
Michael: Wir sind so vielfältig, der Hirn ist so vielfältig und du darfst so und so und
Michael: so sein. Und es ist nichts falsch und richtig, solange du nicht illegal oder irgendwas args machst.
Michael: Und da sind wir wieder beim Verständnis und bei der Solidarität oder beim Verständnis,
Michael: dass man annimmt, dass wer anderer so ist, wie er sein will.
Michael: In einer liberalen Freien wird. und das wollen aber nicht alle und das ist dann
Michael: schwer, weil wenn der eine das nicht will und der Nächste sagt,
Michael: du verstehst mich sowieso nicht, so entsteht dann irgendwie die Gewaltspirale
Michael: und wieder mit Irritation,
Michael: Stagnation, Depression, Aggression, da kann ich der schon was abgewinnen,
Michael: dass ich sage, müssen wir halt in der Irritation kommunizieren.
Willy: Da muss ich mal besuchen fahren.
Michael: Ja, der ist ein Wahnsinn.
Willy: Da würde ich das einmal einen Podcast machen, mit der Blick auf die Zeitachse,
Willy: eh schon wieder völlig überzogen.
Michael: Ich soll schon lange im Zug sitzen. Ups, ich soll schon lange im Zug sitzen.
Willy: Ups. Gut, dann fährt der aber schon, in dem sitzen soll ich.
Willy: Dann sagst du mir, erstens, ich habe jetzt irgendwas ganz, was wichtig ist,
Willy: über speziell Reiseggas Reisen vergessen.
Willy: Oder du vergessen. Irgendwas, was ganz wichtig ist, was wir jetzt beheinander haben.
Michael: Ja, ein Riesendanke an alle Menschen, die da irgendwie teil waren.
Michael: Ein Riesendanke an alle Protagonisten und Protagonistinnen, die da überrumpelt
Michael: worden sind, von mir an die ganzen Menschen, die mitgewirkt haben jemals.
Michael: Ohne die war das nichts geworden.
Michael: Es ist, das Wichtigste ist, es ist kein Einzelprojekt.
Michael: Das war zwar ich, der das gemacht hat, aber im Hintergrund vom Tonstudio,
Michael: Filmstudio, Geierhalter und und und, Schnitt, Gernot und und und andere.
Michael: Erstens und an die, die fast vor Mitternacht, an die ganzen Menschen da draußen,
Michael: an euch, die irgendwie das auch geschaut haben oder immer wieder schauen oder
Michael: einfach entdeckt haben oder mitgereist sind und ohne, und das ist mir ganz wichtig. Ja, ja.
Willy: Wie viele Leute hast du eigentlich wieder getroffen vor deinen Reisen?
Michael: Immer wieder viele. Ich habe manche besucht, habe eine DVDs vorbeibrocht.
Michael: Und dann habe ich die Leute, die machen auf und schauen mir an. Ja, bitte, wer, was?
Michael: Ohne Brille haben sie mich nicht gekannt. Ich habe keine Brüllen im echten Leben.
Michael: Noch nicht. Mein Arzt hat einmal gesagt, ihr geht jetzt in Pension und in ein
Michael: paar Jahren muss ich mich suchen wegen der Brüllen. Und ich habe gesagt, wieso?
Michael: Das war mit 40, vor zwei Jahren oder so. Und er hat gesagt, na, jetzt geht es los.
Michael: Ich habe gesagt, na, sicher nicht. Ich isse Karotten und ich habe doch gute
Michael: Augen. Er sagt, nein, in ein paar Jahren geht es los.
Michael: Und dann hat er gesagt, dann können Sie die Kamera-Brüllen aufsetzen.
Michael: Ich sage, haben Sie es einmal gesehen?
Michael: Ja, ja. Ach ja.
Willy: Abschlussfragen. Was würdest du an unserem Lebensmittelsystem,
Willy: und wir sind immer noch quasi in der Klassik, ändern in einer utopischen Welt, wenn du könntest?
Michael: Sofort Herkunftskennzeichnung. Herkunftskennzeichnung, damit jedes verkaufte
Michael: Lebensmittel, was ich als Konsument kaufe, nachvollziehbar ist.
Michael: Und bei Bio-Sachen ist die Nachvollziehbarkeit enorm gegeben.
Michael: Es ist eine Prioritätensache, dass Menschen sagen, ich will mir das oder kann
Michael: mir das nicht leisten und gleichzeitig vielleicht die Priorität beim iPhone
Michael: ist um 1200 Euro oder bei dem Urlaub, den ich mir lieber leist,
Michael: weil ich auf Lebensmittel schaue und deshalb zu Discount oder billigst Lebensmittel kaufen muss.
Michael: Aber in unserem System wäre es ein erster wichtiger Schritt,
Michael: dass wenn ich wo in einem Wirtshaus oder in einem Gast ist oder sonst wo,
Michael: wo es ist, dass ich siehe, wo das herkommt.
Michael: Und dann würden viele Menschen checken und sagen, das stecke ich mir nicht rein,
Michael: weil das ist nicht gesund oder nicht gescheit.
Willy: Sagt das jetzt der Mensch Michael Reisek oder der Politiker Michael Reisek?
Michael: Nein, das sagt der Bio-Eis-Produzent Michael Reisek und der Mensch,
Michael: dem als Endviertler ewig nur wichtig war, Bratel, Salami, Wurst,
Michael: Schenken, Schnitzel, Kartoffeln, aufgewachsen mit Fleisch und jausen, jausen, jausen.
Michael: Und der Mensch, der aber erlebt, vor allem durch meine Frau,
Michael: die ernährungsmäßig gut auf sich schaut, dass wir genauso mit der Jausen von
Michael: Oma, Opa auch immer wieder in Berührung kommen und das einfach gut ist.
Michael: Von Peace, aber dass man dann auf einmal gespürt, was tut einem wirklich gut
Michael: und was heißt das, wenn man sich jetzt bewusster ernährt oder nicht um neun
Michael: auf die Nacht noch eine Bratleine zieht oder und manchmal ist es aber wichtig,
Michael: dass man dann um zwei in der Früh den Kebab noch isst oder die Würstel.
Willy: Also keine Selbstgasteiung. Bewusstes Verzichten, hast du ja gesagt,
Willy: aber ohne dass man es permanent verbietet. Verzichten, nicht verbieten.
Michael: Oder Bewusstsein und der Punkt ist halt leider oft so, da sind wir wieder beim
Michael: Menschen, dass die Freiwilligkeit nicht funktioniert sehr oft und gleichzeitig
Michael: alle verpflichten, das ist ein Schmoren, das ist eine Katastrophe, will man auch nicht.
Michael: Da sind wir wieder dort, aber ich glaube, wichtig wäre, ja, da sind wir wieder
Michael: bei der Bildung, wenn Kinder schon lernen,
Michael: aber es hilft auch nichts, wenn die Eltern sagen, das kaufen wir einfach nicht,
Michael: aber eine Herkunftskennzeichnung, glaube ich, wäre ein erster Schritt in dem Land, dass man,
Michael: ernährungstechnisch in eine andere Richtung geht und ich erlebe es live mit
Michael: als Bioproduzent, dass ich viele Zulieferer von mir, der Bauernhof,
Michael: der die Biomilch hat und und und, viele hören auf, weil sie einfach,
Michael: in diesem Marktsetting nicht mehr überleben, weil,
Michael: große Konzerne sehr bestrebt sind, dass die Romantik, die wir alle haben wollen,
Michael: den Wochenmarkt, Bio oder nicht,
Michael: dass die halt auf einmal nicht mehr gibt, weil der Discounter oder Supermarkt eh alles hat.
Michael: Und dann wird es, und das glaube ich, wenn es so weitergeht,
Michael: da habe ich in der Lahrberg-Folge den Linsenbauer gefilmt, den Oberladen Josef,
Michael: der hat damals schon gesagt, da kommt halt dann, wir haben früher in kleinen
Michael: Dörfern alles gehabt, die ganze Selbststruktur, den Müller, den Bäcker,
Michael: den Fleischer. Die Kunden. Die Kunden.
Michael: Und irgendwann sind halt alle ausgefahren, wo es billiger ist und auf einmal
Michael: hat es das nicht mehr gegeben.
Michael: Und wir haben halt als Gesellschaft, als Konsumenten das selber aus der Hand
Michael: gegeben und jammern dann, dass es nicht mehr da ist.
Michael: Und das ist also eine menschliche Eigenschaft.
Willy: Was steht auf deiner Bucketlist ganz oben?
Michael: Auf meiner Bucketlist, auf meinen To-Do-Listen, was steht da ganz oben?
Michael: Äh,
Michael: Keine Angst haben vom Geldverdienen. Einmal jetzt, einmal anfangen,
Michael: anfangen, anfangen Geld verdienen, damit ich auch überleben kann,
Michael: damit finanziell, das nicht so herausfordernd ist.
Michael: Und Wertigkeit, auch beim Eis zum Beispiel, nicht sagen, rechtfertigen,
Michael: das ist teuer, weil es Bio ist und die Lieferanten vererzahlt werden und das
Michael: fair sein muss, sondern, so wie man in der letzten Saison schon angefangen hat,
Michael: nicht immer zu rechtfertigen, sondern zu sagen, es hat einen Wert,
Michael: es ist nicht teuer, es ist wertig, es hat einen Wert, dass ein Mensch dahinter mit Handarbeit.
Willy: Wir sind da sehen wir dann.
Michael: Ja, genau. Aber so reisetechnisch,
Michael: nicht wirklich das eine konkrete Reiseziel.
Willy: Das war ein Inner-Development-Goal, was du gerade gehabt hast,
Willy: oder? Ja, stimmt. Kann ich auch oben stehen.
Michael: Ich habe keine Bucketlist. Wenn ich sowas sehe, das macht man eher so,
Michael: ich denke mir, ich habe keine persönliche Bucketlist. Ja, genau.
Michael: Ich bin so voll in meinem Alltag dann doch mit diesem politischen Engagement, mit viel Sitzungszeit.
Willy: Warum flasterst du dir denn so zu eigentlich mit so vielen Sachen?
Michael: Vielleicht kommt es davon, das können sicher viele Menschen auch,
Michael: wenn einem viel interessiert und viel lustig ist, dass man es gern tut und dann
Michael: sich selbst hintergeht und sagt, das ist wichtig und das und da ein Projekt und das.
Michael: Und dann plötzlich nicht der Mensch ist, der um vier nach einem normalen 9-to-5-Job
Michael: sagt, jetzt habe ich zwei, drei Tage in der Woche nur für mich oder für meinen Verein oder sonst was.
Michael: Es ist dann schon immer so love it or leave it. Wenn es nicht passt, ändert man es eh.
Michael: Aber auf der Bucketlist einfach im Sein das Leben schon genießen.
Willy: Und Geld verdienen.
Michael: Naja, nicht Geld verdienen als Metapher, dass Geld so wichtig ist,
Michael: aber dass es fürs Leben reicht. Ja, ich.
Michael: Aber es war ja auch eine bewusste Entscheidung, dass wir, meine Frau und ich
Michael: gesagt haben, wir wollen die Kinder auch bewusst viel Zeit mit den Kindern haben.
Michael: Und viel auch daheim sein und so aber kochen und irgendwie bewusst und nicht,
Michael: ja, das sind nicht so bewusste Entscheidungen und die muss jeder für sich treffen und so ist es richtig.
Willy: Wenn Michael Reiseckers Reise irgendwann einmal ganz endet, wofür soll man sich an dich erinnern?
Michael: An diese, wir haben das in der Visionzuche gemacht, das eigene Sterbebett,
Michael: das ist auch ein Teil einer Visionzuche, du machst dein eigenes Sterbebett und
Michael: redest mit denen, die da noch besuchen kommen. Das ist hardcore.
Michael: Das können Sie eingemachten.
Michael: Aber was schön ist, glaube ich, ein,
Michael: An die digitale Erinnerung, sofern es irgendwo im Filmarchiv oder sonst noch
Michael: gespeichert sind, diese Folgen, dank OF-Ausstrahlung oder YouTube,
Michael: dass man erstaunt über diese menschliche Gratheit und Ehrlichkeit,
Michael: über diesen Zugang, über den menschlichen Zugang, dass man sich von außen betrachtet
Michael: denkt, der hat sich einfach nichts geschissen, hat das einfach gemacht,
Michael: kostet es, was es wolle und hat die Leute so direkt packt.
Michael: Mit der Art und Weise, dass das schon einzigartig war, nicht nur wegen der Kamerabrille,
Michael: sondern mit der Art, das auch zu irgendwas aus einem inneren Antrieb auszumachen zu müssen.
Willy: Das ist etwas, also das ist mehr wie eine Sendung gewesen für dich,
Willy: das warst du quasi. Dieses Reisiges.
Michael: Genau, und durch das war das, wie ich dann beschlossen habe,
Michael: das zu beenden, das war in dem Zusammenhang, wie damals auch das Pirat gestorben
Michael: ist, wo ich dann mitgekriegt habe, dass im Orf schon gecastet wird,
Michael: wer denn das weiter macht.
Michael: Und dann ist die Nina Horowitz gekommen und jemandem dachte, voll arg.
Michael: Unsere Welt, kaum ist was aus, muss ich schwer ersetzen. Und da war für mich klar,
Michael: ich habe schon so diesen Gedanken, Reiseckersreisen auch bei irgendwelchen Fernsehmessen
Michael: vielleicht zu verkaufen und zu sagen, dass die Spanier dann Reiseckersreisen
Michael: machen mit einem Spanier, wo ich das technische Briefing mache,
Michael: wo ich dem Hilfe inhaltlich für einen Schnitt.
Michael: Ein Franchise. Und dann aber gemerkt, Eis statt Franchise.
Willy: Ingetler-Eis machst du jetzt nicht Franchise.
Michael: Nein, ich bin nicht mehr im Invertreter, ich bin ja der Vöcklerbrook.
Michael: Achso, Vöcklerbrook, Eis.
Michael: Und habe aber dann mit dem Ableben von der Elisabeth Tespira,
Michael: mit dieser Wertschätzung, wie sie trotzdem auch so viele unglaubliche Menschengeschichten
Michael: gefilmt hat und Alltagsgeschichten und Liebesgeschichten, und habe dann gewusst,
Michael: mein Liebesgeschichten, also Liebesgeschichten, wenn das gleich so weitergeht,
Michael: das ist irgendwie voll der arge Gedanke, dass alles immer weitergehen muss.
Michael: Und Reiseckersreisen war dieses Projekt und das ist aus, und wenn man was anderes
Michael: macht, kommt was anderes. Also dieses Loslassen.
Michael: Dieses Loslassen, ja,
Michael: Was war die Frage? Achso, was man sich erinnern sollte.
Willy: Es geht nur um die Frage, die Antwort ist wichtig.
Michael: Und das ist die Kunst, also das ist bei allem die Kunst. Das ist mit Kindern
Michael: die Kunst, dieses Loslassen, dass keine Babys mehr sind, dieses Loslassen,
Michael: dass plötzlich ein Labo hingängen oder dieses Loslassen, dass man in einer Beziehung
Michael: dem anderen den Freitag gibt, dass man sagt, ja, du bist du und ich bin ich und wir bereichern sie.
Michael: Wir haben so gelesen, diese I-Punkt-Theorie, der andere ist in der Beziehung der I-Punkt.
Michael: Und das I muss aber solide bleiben, sonst fällt er runter. Wenn ich anfange,
Michael: dass ich den anderen verbirge, dann verbirgt sich das I, dann fällt der E-Punkt
Michael: ab, dann kann eine Beziehung nicht mehr funktionieren.
Michael: Und das ist so eine schöne Metapher, wenn man in einer Beziehung,
Michael: der andere nur den E-Punkt vom anderen trägt oder mithat,
Michael: dann kann man sich so ganz bereichern und muss dem anderen auch seine Wahnsinnigkeiten
Michael: lassen oder unterstützen und sich aber ehrlich sagen können,
Michael: weil man sagt, das ist ein kompletter Blatt sein.
Michael: Und dann hat man es schon mal leichter, wenn man glaubt, man muss den anderen
Michael: immer irgendwie verändern wollen. Und da sind wir wieder beim Loslassen.
Michael: Und das ist in ganz vielen Themen ganz, ganz, ganz wichtig. Und loslassen auch
Michael: von all den Muster, wenn man dann was Neues entdeckt.
Michael: Muss man aber auch die Fähigkeit haben, dass man was Neues entdecken will.
Michael: Und wir sind halt nicht alle gleich.
Michael: Und es gibt halt viele, die wollen nichts Gleiches. Die wollen nur das,
Michael: was sie tun. Und alles andere ist eine Betrohung und eine Irritation.
Willy: Veränderung macht mich in meinem Leben nicht stabiler.
Michael: Nein, stabiler sicher nicht, aber für manche ist es eine Bereicherung,
Michael: für manche ist es Angst. Es gibt Leute, die sagen, das ist ein Wahnsinn.
Michael: Die sitzen lieber seit einer Ausbildung dann 70, 60 Jahre im Büro und mich fasziniert
Michael: das, weil man denkt, Wahnsinn, was für ein Geschenk, wenn ich mit dem glücklich
Michael: sein kann, wenn man das genügt.
Michael: Und das ist das Anerkennende und zu bewerten, weil im Gegenteil,
Michael: ich schätze sogar, ich finde es ja faszinierend, wenn mir wer erklärt, er ist,
Michael: in der Buchhaltung oder wo er immer und sitzt da vielleicht seit 40 in einer
Michael: Firma und ist da happy und geht da raus und geht da rein und sagt,
Michael: weil nachher fange ich eh mein Leben an im Verein oder in der Freizeit und das
Michael: finde ich ja beeindruckend.
Michael: Nur man sucht es nicht aus, wie man ist. Man hat es auch nicht ausgesucht.
Willy: Was glaubst du, wie viele Leute denken, wir halten der so ein Leben aus,
Willy: wenn alle daumenlang was Neues
Willy: macht oder so. Irgendwas, das halten die nicht aus. Ja, und was gut ist,
Michael: Dann habe ich da mal gefühlt, irgendwann haben wir gesagt, na gut,
Michael: sind wir nicht alle gleiche. Ja, genau.
Michael: Und das ist, aber in Wirklichkeit dieses, es ist ja ein Geschenk an die Zuschauer,
Michael: die das gesehen haben oder sehen, dass man sich denkt, Wahnsinn,
Michael: der macht das für mich, der entdeckt für mich solche Welten oder.
Willy: Geht bei einem
Michael: Hausdäne. Ja, oder eine Bedrohung. Vielleicht haben wir jemanden gesagt.
Willy: Nein, der macht es nur, weil er Geld verdienen will oder sonst irgendwas.
Willy: Das wäre mir schon wichtig.
Willy: Ich hoffe dir genauso, dass man die gute Absicht und das hinter dem Projekt zieht.
Michael: Ja, da habe ich nie Bedenken gehabt, weil das Projekt an sich selbst schon erklärt.
Michael: Da hätte ich nie Bedenken gehabt.
Willy: Stimmt, hast recht.
Michael: Nein, irgendwo hat man mir eine Aktion gesagt, nein, das ist sicher ein Narzisst,
Michael: so eine Selbstdarstellung. Also wie ist es?
Michael: Aber ich habe zu 99% nur viel Mails gekriegt nach den Sendungen und so oder
Michael: Facebook-Nachrichten und im Normalfall.
Michael: Aber es ist wie bei allem, Es ist ja nur ein Angebot, das zu nicht konsumieren,
Michael: sage ich jetzt nicht, aber das dort mitzureisen oder ein Angebot gewesen und
Michael: es obliegt jedem selbst.
Michael: Ob er da mitreisen hat können oder nicht.
Willy: Das hast du schön gesagt. Letztes Ding ist eigentlich, mit welchem Spruch,
Willy: mit welchem Witz, mit welchem Zitat würdest du uns jetzt nach Hause schicken?
Willy: Tu dich damit jetzt auch dann.
Willy: Famous last words.
Michael: Na eh, ein bisschen so Heini Staudinger-like. Auskommen ist wichtiger als Einkommen.
Michael: Und das Allerwichtigste, mehr sein als haben.
Michael: Jetzt mit oder ohne Kinder, weil ich fest daran glaube, dass uns in dieser,
Michael: dass es alle von uns immer so geht, dass wir nie so leben, als war es der letzte Tag.
Michael: Aber jeder von uns die Geschichten kennt, entweder selber, dann weiß man es
Michael: eh nicht mehr, oder sonst im Umfeld, wo irgendwer wegstirbt oder irgendwas ist,
Michael: und dann ist wieder alles so, hätte doch, war die doch.
Michael: Und dass uns schon bewusst sein sollte, dass wir die Zeit, die wir haben,
Michael: und die ist global, also welttechnisch gesehen, einfach sehr,
Michael: sehr, sehr, sehr begrenzt und kostbar,
Michael: dass man schon zufrieden und happy sein sollte in dem, was man tut und was man
Michael: mit Freude machen sollte.
Michael: Und das ist auch bei Schülern so oder selber so, dass man denkt,
Michael: auch wenn ich dann mit dem Eis oder sonst welche Themen in Summe soll es Freude machen.
Michael: Auch wenn sich das nicht immer ausgeht, aber auf Dauer was zu machen,
Michael: was nicht Freude macht, ist ungesund.
Michael: Und auch so, dass das Glück oft nicht daneben ist und man muss halt aufklammen. So eine Wuchtel.
Willy: Den nehmen wir. Lieber Michael Eisecker, wir schließen das Kapitel Podcast ab.
Willy: Ich sage danke für deine ausreichende Zeit.
Michael: Wird das die Ben-Hur-Sendung?
Willy: Nein, wir haben eine längere.
Michael: Ich bleibe nur da. Nein, passt.
Willy: Und ich wünsche dir jetzt eine gute Heimreise und danke, dass du da warst. und ja.
Michael: Vielen Dank für die Einladung. Hat mich sehr gefreut.
Music: Music
