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Folge Nr: 227

B2P118 – Stiller Riese, tiefes Wasser – Der Gastronom Jing Chen

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Über die Folge:

Grias eich!

Er ist der einfachste komplexe Mensch der mir bisher beim Podcasten untergekommen ist. Er hat zwar viel zu sagen, wirkt darin aber gleichzeitig still und doch bestimmt. Wenn er so dasitzt kann man sich im ersten Moment nicht entscheiden ob der Riese am gegenüberliegenden Tischende schüchtern ist oder es eine Art zurückhaltender Respekt ist. Ersteres war es sicher nicht.

Mit seinen 29 Jahren hat er es auch noch auf die Forbes 30 under 30 Liste geschafft und betreibt in unterschiedlichen Konstellationen bereits mehrere Lokale in Wien, so gesehen ein kleines Gastro-Imperium. Alle mit unterschiedlichen asiatischen Konzepten. Der gebürtige Wiener wuchs die ersten Jahre in China auf. Zum Kindergarten kehrte er aber wieder zurück nach Wien auf den Meiselmarkt. Naja, ok – damals wurde er eher noch “zurückgekehrt”, das wars dann aber vermutlich auch schon mit der Unselbstständigkeit.

Ursprünglich wollte er ja Physiker werden, dann wäre aber ein schwer talentierter Gastronom ans Universum verloren gegangen. Und wenn man ihm beim Reden so zuhört und Glauben schenkt, dann ist sein Erfolg einfach eine Abfolge von logischen Entscheidungen, die man, wenn man nachdenkt, einfach treffen muss. Kurzum, die 5 Lokale, regelmäßigen Fernsehauftritte und 120.000 Follower auf Instagram kennt man ihm nicht an. Dafür wirkt er irgendwie viel zu entspannt. In etwa so, wie ein stiller, tiefer Bergsee.

Wenn euch also interessiert, wie ein wirklich erfolgreicher junger Mensch eigentlich so tickt, was ihn ausmacht und wie er bis hierher gekommen ist, dann ist diese Folge genau das richtige für euch. Wer mehr über die chinesische Küche lernen will, der muss Jing auf den Social Medias folgen oder schreibt uns, damit wir noch eine Folge zur Küche Chinas machen.

Was ihr aber fix machen könnt, wenn ihr es nicht eh schon gemacht habt: Den BauertothePeople Podcast abonnieren und ein paar Sterne dalassen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ - Und nicht vergessen: Auf YouTube könnt ihr Jing auch bei seinen Ausführungen zusehen. Viel Freude beim Reinhören und Reinschauen!

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Einblicke:

Transcript - B2P118 – Stiller Riese, tiefes Wasser – Der Gastronom Jing Chen

Jing: Das große Bild ist halt wirklich diese demografische Wandel in Wirklichkeit,

Jing: der sich eigentlich auf die Gastronomie extrem auswirkt.

Jing: Es ist auch der Konsum, weil ohne Gäste hast du auch keine Gastronomie.

Jing: Und wenn die Jungen anders konsumieren als die Alten, wenn sie unter Anführungszeichen

Jing: diese Leistung nicht erbrinden, erwarten sie sich diese Leistung auch nicht.

Jing: Also das ist ein Umkehrschluss, nicht?

Jing: Das heißt, die werden dann essen gehen, aber dann ist scheißegal,

Jing: ob der Service passt oder sonst irgendwas. Weil die geben eh weniger Trinken, in Anführungszeichen.

Jing: Die wollen dieses Schickimicki nicht, weil sie selber dieses Schickimicki nicht geben wollen.

Jing: Also wenn du in China fliegst, nach zwei Jahren, am selben Ort und Stelle findest

Jing: du dich nicht mehr wieder.

Jing: Weil das sind einfach neue Konzepte, neue Lokale. In Amerika genauso.

Jing: Heute ist der Hype, morgen ist der Hype. Bei uns ein Café Sacher blüht.

Jing: Ja, aber das ist halt ein Alleinstellungsmerkmal hier in Wien fast schon.

Jing: Zu Traditionsbetriebe. Genau, Traditionsbetriebe und so weiter.

Jing: Das darf auf jeden Fall nicht aussterben.

Jing: Das ist auch genau das, was ich gesagt habe, im China, Meister und man folgt

Jing: dem und dann lernt man das genauso und macht genauso und ändert nichts.

Jing: Das ist authentisch, das ist konservativ, das sind viele von meinen Meistern,

Jing: die es mir so beigebracht haben.

Jing: Wenn du nur eine Veränderung dran machst, hast du quasi sein Rezept verändert,

Jing: hast du eigentlich verkackt.

Jing: Ich denke durchaus, wir könnten uns hinsetzen, wenn wir keine Ansprüche hätten.

Jing: Alle so Maschinen machen lassen.

Jing: Effektiv. Mittlerweile kannst du Content produzieren lassen von Artificial bla bla bla.

Jing: Was heißt in 10 Jahren? Du musst nicht mal Auto fahren, musst gar nichts mehr.

Jing: Dann denkt man sich, okay gut, das will ich nicht.

Jing: Aber das ist nicht deine Entscheidung, ob du es willst oder nicht.

Jing: Es kommt einfach so, wie es kommt.

Jing: Für mich ist ein guter Lehrer wichtiger als ein guter Politiker oder was auch

Jing: immer. Das ist einfach der Rückgrat von unserer Gesellschaft.

Jing: Weil der gute Kopf, ein guter Professor, er zieht auch gute Schüler an, gute Studenten an.

Jing: Die kommen von aller her wegen dir, wegen ihm und so weiter.

Jing: Aber das dürfen die Lehrer auf der anderen Seite nicht vergessen.

Music: Music

Jing: Leute, holt's zusammen, sonst dauert's nicht mehr recht lang.

Jing: Auf einmal tut's einen gescheiten Schreiber und dann graucht alles zusammen.

Willy: Bauer

Willy: to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,

Willy: Menschen und Landwirtschaft.

Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leid zu.

Willy: Grüß euch! Ja, er ist der einfachste, komplexe oder vielleicht auch der komplexeste,

Willy: einfache Mensch, der mir bisher beim Podcasten untergekommen ist.

Willy: Er hat zwar viel zu sagen, wirkt darin aber gleichzeitig still und doch auch bestimmt.

Willy: Bei mir zu Gast im Bauer zu der Bibel Podcast Studio, da war der Wiener Gastronom der Jing Chen.

Willy: Ja, und wenn er so da sitzt, dann kann man sich im ersten Moment nicht wirklich

Willy: entscheiden, ob der Riese da am gegenüberliegenden Tischende schüchtern ist

Willy: oder es eine Art zurückhaltender Respekt ist.

Willy: Ersteres war es dann sicher nicht.

Willy: Mit seinen 29 Jahren hat er es noch auf die Forbes 30-under-30-Liste geschafft.

Willy: Und er betreibt in unterschiedlichen Konstellationen bereits mehrere Lokale

Willy: in Wien. So gesehen ein kleines Gastro-Imperium.

Willy: Und alle diese Lokale mit unterschiedlichen asiatischen Konzepten.

Willy: Der gebürtige Wiener, der wuchs die ersten Jahre in China auf.

Willy: Zum Kindergarten ist er dann aber wieder zurückgekehrt nach Wien auf den Meiselmarkt.

Willy: Naja, okay, damals, da wurde er eher noch zurückgekehrt.

Willy: Das war es dann aber vermutlich auch schon mit seiner Unselbstständigkeit.

Willy: Ursprünglich wollte er ja Physiker werden.

Willy: Dann wäre aber ein schwer talentierter Gastronom ans Universum verloren gegangen.

Willy: Und wenn man ihm so beim Reden zuhört und dem auch Glauben schenkt,

Willy: dann ist sein Erfolg einfach eine logische Abfolge von Entscheidungen,

Willy: die man, wenn man ein bisschen nachdenkt, einfach treffen muss.

Willy: Kurzum, die fünf lokale regelmäßige Fernsehauftritte und 120.000 Follower oder

Willy: schon mehr inzwischen, die kennt man ihm irgendwie nicht an.

Willy: Dafür wirkt er irgendwie viel zu entspannt.

Willy: In etwas so wie ein stiller, tiefer Bergsee.

Willy: Wenn euch also interessiert, wie ein wirklich erfolgreicher junger Mensch eigentlich

Willy: so tickt, was ihn ausmacht und wie er bis hierher gekommen ist,

Willy: dann ist diese Folge genau das Richtige für euch.

Willy: Wer mehr über die chinesische Küche lernen will, der muss dem Jing auf seinen

Willy: Social Medias folgen oder er schreibt uns, dann machen wir vielleicht noch eine

Willy: zweite Folge zur Küche Chinas und darüber hinaus.

Willy: Was ihr aber fix machen könnt, wenn ihr es nicht eh schon gemacht habt,

Willy: den Bauer zu der Bibel Podcast abonnieren und ein paar Sterne da lassen.

Willy: Und nicht vergessen, auf unserem

Willy: YouTube-Kanal könnt ihr den Jing auch bei seinen Ausführungen zusehen.

Willy: Und jetzt viel Spaß beim Reinhören und ja auch beim Reinschauen.

Jing: Ich habe die Zeile für jeden...

Jing: Naja, ja, ist relativ.

Willy: Die Zeit ist relativ. Jing, nehmen wir das als Start in den Podcast.

Jing: Ja.

Willy: Die Zeit ist relativ. Das ist, glaube ich, bei unserem Langformat,

Willy: ist die Zeit auch immer ein bisschen relativ. Das kann sein,

Willy: dass sich das ein bisschen in die Länge zieht.

Willy: Fühlt sich aber immer kürzer an, wie es wirklich ist. Kann ich Ihnen da versprechen, also keine Sorge.

Willy: Die fünf Stunden werden sich wie im Flug vergehen.

Jing: Fünf Stunden?

Willy: Nein.

Jing: Wenn wir im Raumschiff sitzen, wird es sicher wie im Flug vergehen.

Willy: Genau, wie in Lichtgeschwindigkeit. Ja, grüß euch zu einer neuen Folge des Bauer

Willy: to the Bible Podcast hier im Bauer to the Bible Podcast Studio in Wien.

Willy: Ich habe meinen heutigen Gast wie immer und bei allen Gästen wieder quasi rücksichtslos

Willy: irgendwie ins Interview hinein manövriert.

Willy: Oder Interview ist ja nicht ein Gespräch hinein manövriert.

Willy: Ja, grüß dich, schön, dass du da bist. mein heutiger Gast, damit ich es gleich

Willy: richtig sage, Jing Chen. Ist das, habe ich es richtig gesagt?

Jing: Ja, ich würde 70 Prozent.

Willy: 70 Prozent, cool. Fast Pareto. Wie sagt man es richtig?

Jing: Es gibt kein richtig. Also im Grunde genommen, wenn du die korrekte Aussprache

Jing: im Chinesischen verfolgen möchtest, im Chinesischen sagt man immer zuerst den

Jing: Nachnamen und dann den Vornamen.

Jing: Das heißt, das ist schon mal falsch. es wäre eigentlich Chen Jing und dann wäre

Jing: es halt noch die Betonung

Jing: weil die chinesische Sprache eine tonale Sprache ist,

Jing: da muss man sehr auf die Töne achten und es wäre dann Chen Jing und das G ist

Jing: kein G sondern mehr so ein und dementsprechend das ist halt in Summe

Jing: 70% richtig ausgesprochen Also für die Einleitung wird das schon passen.

Willy: Für die Einleitung passt, oder? Also nicht komplett verhaut.

Jing: Genau. Okay, super.

Willy: Ich habe ja deine Videos ein bisschen durchgeschaut. Du hast ja mal auch über

Willy: die richtige Aussprache des Wortes China, China, China und so weiter geredet.

Willy: Und in Wirklichkeit hast du gesagt, es müsste China heißen.

Willy: Das ist richtig. Hast du chinesische Wurzeln quasi?

Jing: Ich habe chinesische Wurzeln. Unterm Strich wäre das eigentlich die korrekte

Jing: Aussprache. Also von der Herleitung her.

Jing: Also wenn man es logisch nachvollziehen möchte, woher das Wort jetzt grundsätzlich

Jing: kommt, weil das Wort gibt es ja nicht nur im Chinesischen.

Jing: Also das Wort China, China, China, das ist eine lateinische oder eine europäische Erfindung.

Jing: Dementsprechend kann man eigentlich, man diskutiert eigentlich über etwas,

Jing: was quasi erfunden worden ist, also aus nichts entstanden ist.

Jing: Und ich finde es relativ irrelevant, also die aussprache grundsätzlich

Jing: Weil man kann es halt betrachten als Dialektunterschied, aber viele Deutsche

Jing: nehmen das halt nicht so.

Jing: Da muss man überkorrekt sein, beziehungsweise es gibt nur einen Standarddeutsch,

Jing: es gibt nur einen Hochdeutsch und das deutscheste Deutsch ist das deutsche Deutsch. Ja, nee.

Willy: Genau. Über Klischees werden wir heute noch ein bisschen quatschen,

Willy: glaube ich. Da bist du jetzt ein bisschen in deiner Rolle vielleicht auch ein

Willy: sehr geeigneter Gast heute hier. Um ein paar hartnäckige Klischees vielleicht

Willy: aufzubrechen, die wir da in Österreich so möglicherweise mit uns herumtragen.

Willy: Aber jetzt sind wir schon wieder

Willy: mitten im Gespräch, ich habe noch nicht einmal die Einleitung gehabt.

Willy: Ja, also die Aussprache ist jetzt nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du da bist.

Willy: Du bist ein relativ erfolgreicher Gastronom, trotz deiner jungen 29 Jahre, die du noch hast.

Willy: Forbes 30 unter 30, wo dann quasi unter 30-jährige Talente ausgezeichnet werden,

Willy: unternehmerische Talente.

Willy: Und man sagt dir nach, du hast inzwischen schon ein kleines Gastro-Imperium

Willy: aufgebaut, was dich quasi im Umkehrschluss zum Imperator macht.

Willy: Wie geht es dir denn damit?

Jing: Imperator ist irgendwie so ein negativ behafteter Begriff.

Jing: Erinnert mich immer an einen Diktator. Ich weiß nicht, ob ein Imperator...

Jing: Der richtige Begriff ist für mich. Und Imperium würde ich das jetzt auch nicht nennen.

Jing: Ich denke, wir haben eine gute, ich weiß nicht, ich habe eine gute Community,

Jing: mit der ich zusammen etwas aufgebaut habe.

Jing: Und unterm Strich ist es halt die Gastronomie, in der wir uns fortbewegen.

Jing: Es könnte natürlich jede andere Branche sein, aber es ist jetzt wieder mal die

Jing: schwierigste Branche, die man sich ausgewählt hat.

Jing: Aber das war es nicht immer so. es ist irgendwie zur schwierigsten Branche geworden.

Jing: Früher war die Gastro noch geil, also mit früher, vor meiner Geburt.

Jing: Ich kann mich nur erinnern.

Jing: Danke.

Jing: Ich arbeite an der Renaissance. Alle Gastronomen arbeiten an der Renaissance.

Willy: Weg Gastronomie, Leihwand again?

Jing: Genau, so auf die Art.

Jing: Wird viel Input brauchen, wird viel Energie brauchen, viel junge Kraft brauchen,

Jing: viel von jeglichen Seiten, viel Vielfalt, viel neue Ideen, viel Inspiration, viel.

Jing: Und ich glaube, ich bin einfach in eine Lücke hineingerutscht,

Jing: wo es gerade gepasst hat.

Jing: Und ich fühle mich jetzt nicht jung per se.

Jing: Also altersentsprechend nicht jung.

Willy: Du fühlst dich älter als du bist?

Jing: Ja, möglicherweise.

Willy: Bei mir ist es genau möglich. Das müssen wir ungefähr Gleichheit dann.

Jing: Genau, können wir was sagen. Ja, ich denke, ich bin vielleicht sogar ein bisschen älter als du.

Jing: Unter dem Strich.

Willy: Da kommen wir noch drauf.

Jing: Ja, das können wir vielleicht noch ein bisschen ausrexerzieren.

Willy: Alter Seele.

Jing: Ja, genau, wie alt die Seele in Wirklichkeit ist.

Jing: Aber ja, es war einfach eine schöne

Jing: Zeit, in der ich mich für die Gastro entschieden habe, Corona und so.

Willy: Ach, du hast entschieden? Da kommen wir mal eh noch drauf. ja eh.

Jing: Ja, aber grundsätzlich...

Jing: Ist es halt passiert und ich glaube durchaus,

Jing: dass einfach vieles darauf hingesteuert hat und viele Zufälle würde ich nicht

Jing: sagen, aber viele Glücksmomente, es sind so viel Andrang und Arbeit.

Willy: Ich habe mir jetzt nur aufgeschrieben für den Start, du warst jetzt bei den Oscars.

Willy: Wirst du Schauspieler? Was tust du jetzt bei den Oscars?

Jing: Nein, ich war dort kochen. Du warst nur kochen? Ja, nur kochen, genau.

Willy: Wie kommt man zu den Oscars zum Kochen?

Jing: Das ist ein Betriebsgeheimnis.

Willy: Ein Betriebsgeheimnis, okay.

Jing: Nein, es ist, wie wir wissen, also wie wir wissen könnten,

Jing: werden die Oscars oder der Governors Ball wieder vom Puck, mit einem sehr renommierten

Jing: österreichischen Kärntner-Koch.

Jing: Er ist Kärntner.

Jing: Er wird seit über 30 Jahren von dem veranstaltet, gemacht.

Jing: Ich mache das so lange, so alt bin ich quasi.

Jing: Es hat sich dann effektiv so ergeben, dass man einen Kontakt irgendwie

Jing: hergestellt hat, sagen wir. Und im Endeffekt hat sich das dann ergeben.

Jing: Die Chance, ob ich dort mitkochen möchte, dann habe ich gesagt,

Jing: natürlich ist es eine Erde. Ja, da war ich halt drüben.

Willy: Also du hast aktiv mitgekocht in dem Team?

Jing: Ja, aktiv. Das ist ein großes Team.

Willy: Ja, ich wollte gerade fragen.

Jing: Wie groß war das Team? Also ich habe das Stammpersonal, über 100 Leute.

Jing: Und dann insgesamt, an dem Tag waren es sicher 300 Leute, die halt aktiv an

Jing: dem Catering gearbeitet haben. Wir mussten mehrere tausend Leute,

Jing: also drei, vier tausend Leute bewirten.

Jing: Das ist schon heftig.

Jing: Danach sind alle tot gewesen.

Jing: Es hat neun Uhr begonnen und dann bis in die Nacht hinein.

Willy: Du bist eh gewohnt wahrscheinlich aus der Gastro.

Jing: Oder?

Willy: Ist das ein normaler Arbeitstag?

Jing: Ob es normal ist, ich meine, für die Gastroverhältnisse ist es ein normaler Arbeitstag.

Jing: Aber was normal ist heutzutage, ist es schwierig zu definieren.

Willy: Hast du den Wolfgang Bucke getroffen?

Jing: Ja.

Willy: Er hat mich eh gesehen, über so Fotos. Auf Social Media hast du noch Zeit gehabt?

Jing: Ich habe ihn auch ein bisschen sugiert und so. Also es war schon eine lustige Zeit.

Willy: Du hast ihn sugiert?

Jing: Ja.

Willy: Hast du vorher schon gewusst, dass du ihn sugieren wirst? Nein.

Willy: Oder hat es dir spontan gegeben?

Jing: Nein. Also im sugieren meine ich mir ein bisschen so genägt,

Jing: Spaß gemacht. Ja, ja, ja. Er ist ein cooler Typ.

Willy: Was war denn deine Aufgabe?

Jing: Seit dem Tag? Meine? Ja. Ich war quasi, er holte sich ja ab und an mal Legionäre

Jing: aus seinen anderen Lokalen und international.

Jing: Und ich war zugeteilt dem Elliot, das ist ein, der führt das Grillrestaurant

Jing: von Wolfgang Puck in England.

Jing: Und, also der ist dort der...

Willy: Das ist ein Imperium quasi dann schon. Das ist schon eher ein Imperium.

Jing: Könnte man das Imperium

Jing: bezeichnen, wenn man so möchte. Vor allem, ich meine, er hat ja auch schon effektiv äh

Jing: 40 Jahre macht der Gastro selbstständig, glaube ich. Da kocht er schon seit eh und je.

Jing: Und kann man schon alles im Pergum auf jeden Fall.

Willy: Ist das jetzt der Parkstein, oder?

Jing: Ja, das ist jetzt der Parkstein.

Willy: Entschuldigung. Nein, das passt schon. An dem merkt man wieder deine Jugend.

Willy: Dass du gerade beim Podcast das Handy in der Hand hast. Also da merkt man wieder,

Willy: dass quasi ein Teil von dir doch noch sehr, sehr jung ist und der andere Teil

Willy: wieder unglaublich weise und alt dann schon irgendwo.

Jing: Möglicherweise. Unter Umständen, wo waren wir jetzt?

Willy: Du warst beim Poker und warst mit deinem Kollegen mit Elliot gemacht.

Jing: Ah, genau, richtig. Und er wurde zugezogen, um ein paar britische Speisen dort

Jing: aufzutischen, die in den letzten paar Jahren sehr gut angekommen sind bei den Oscars.

Jing: Vor allem sein Beef Wellington, Fish and Chips, das, was wir auch unter dem

Willy: Guten britischen Essen.

Jing: Nicht dem Baked Beans und dem, ich weiß nicht was. Pudding. Ja, Pudding, Blutpudding.

Jing: Nee, und ich habe dann hauptsächlich das Beef Wellington gemacht und die Fischenchips

Jing: und eben die Sachen, und dann halt ein bisschen in der Küche noch geholfen,

Jing: wo ich helfen konnte, ein bisschen schneiden, ein bisschen,

Jing: und mit den Leuten plaudern, tratschen,

Jing: ein bisschen über die ganzen Hintergrundgeschichten der Köche und so.

Jing: Also ich habe sehr, sehr viel gesehen, sehr, sehr viel mitgenommen, war zehn Tage drüben.

Jing: Zehn Tage? Ja, also nicht jeden Tag, aber fast jeden Tag war ich schon in der Küche.

Jing: Ich glaube, es waren sieben Tage.

Willy: Also du hast wirklich viel gearbeitet?

Jing: Ja, an sieben, sechs.

Willy: Was war die Strategie dahinter? Wolltest du mitkochen? War das immer schon der

Willy: Traum, dass du mal mitarbeitest? War das auch so ein bisschen eine Strategie?

Willy: Wow, es gibt ja guten Content, präsentiert die Marke auch wieder.

Willy: Was war da der Hintergrund? Was war der Hauptbeweggrund, dorthin zu gehen?

Jing: Ich habe Schwierigkeiten, dass jetzt im Nachhinein irgendwie,

Jing: also im Vorhinein war es mir nicht klar, im Nachhinein ist es mir noch weniger

Jing: klar, warum ich das jetzt in der Endeffekt gemacht habe.

Willy: Plötzlich in L.A.?

Jing: Ja, es war wirklich unterm Strich...

Jing: Es war eine plötzliche Situation, auch eine plötzliche Realisierung,

Jing: als ich dann effektiv dort war.

Jing: Ich war noch nie in Amerika und dann das erste Mal gleich LA,

Jing: gleich halt auch Oscars unter Anführungszeichen.

Jing: Also war schon sehr überwältigend. Ich bin jetzt eigentlich noch gerade,

Jing: also ich bin vielleicht schon vom Jetlag fertig, das ist ja eine Woche her erst.

Jing: Aber ich hatte so einen dicken Jetlag, wo ich zurückgekommen bin.

Willy: Die Richtung ist furchtbar, gell?

Jing: Ja, das erkenne ich ja nicht. in Asien ist es genau umgekehrt.

Jing: Wenn du nicht ankommst, ist es halt richtig kacke, weil du nicht schlafen kannst.

Willy: Gegen die Zeit vor.

Jing: Genau, aber jetzt nach L.A., ist es eine neun Stunden Zeitunterschied außerdem.

Willy: Neun sind es?

Jing: Ja, es ist heftig. Also wenn du ankommst, drüben ist es so, als würdest du einfach

Jing: die Nacht durchmachen und kannst gut schlafen.

Jing: Wenn du zurückkommst, die Welt steht Kopf. Also ich, das ist ganz schlimm.

Jing: Die ersten zwei Tage, ich wusste nicht mehr, wo oben und unten sind effektiv.

Jing: Muss man schon einplanen.

Willy: Das schmerzt schon fast körperlich. Ich habe es auch gemerkt.

Jing: Also ich habe damit nicht gerechnet, deswegen habe ich trotzdem Arbeit erledigt,

Jing: aber ganz, ganz also auf dem

Jing: Mindest-Stamina-Level gefühlt. Also es war komplett, also ich war im Arsch,

Jing: kann man wirklich sagen.

Willy: Oder bist du jetzt rechtzeitig quasi zum heutigen Podcast wieder fit.

Jing: Topfit. Ja, zwei Kaffees helfen. Okay, schnell noch einen Schluck Kaffee.

Willy: Nimm den Kaffee.

Willy: Ja, das mit dem Chatlag kann ich definitiv bestätigen. Das heißt,

Willy: du hast eigentlich nicht gewusst, warum du hingefahren bist,

Willy: warst du es jetzt noch viel weniger, aber es war eine gute Erfahrung.

Jing: Ja, im Endeffekt ist das auch sehr viel mit, wie sagt man, Secrecy,

Jing: man muss es halt in die Geheimhaltung, bla bla bla, und man muss halt irgendwie aufpassen.

Jing: Ich habe es niemandem erzählt im Endeffekt, bis auf die Leute, die halt mit waren.

Jing: Und halt vielleicht noch zwei, drei vertraulich quasi noch erwähnt,

Jing: dass ich da drüben bin und dass ich halt dort bin, aber dann mehr als das gibt

Jing: man erstens nicht her und mehr als das habe ich auch selber nicht so in dem Ausmaß erfahren.

Jing: Bis ich dann effektiv dort war, habe ich dann alles erst erlebt und ich weiß

Jing: gar nicht, ob ich alles erzählen darf, was ich dann dort erlebt habe, im Endeffekt nicht.

Willy: Das kannst du selber einschätzen.

Jing: Ja, aber es ist im Grunde genommen schon sehr, sehr augenöffnend.

Jing: Also nicht nur, dass ich dort kochen durfte und grundsätzlich die ganze Situation erleben durfte,

Jing: sondern auch vielmehr den Hintergrund plus eben auch die Stadt selber,

Jing: auch Hollywood, wie das so abgeht und so.

Willy: Hast du die große, weite Welt jetzt quasi.

Jing: Wie schmeckt sie? Hat sie dich verführt? Da bin ich wieder bei 70%.

Jing: Ich glaube, 70% habe ich mir schon vorstellen können. 30% neu ist dazugekommen.

Jing: Jetzt habe ich ein 100%iges Bild von allem.

Jing: 99% sagen wir.

Willy: Bleib mal bescheiden.

Jing: Und das war eine sehr, sehr angenehme Erfahrung. Und toll.

Jing: Würde ich auf jeden Fall nicht entgehen lassen, wenn ich noch einmal die Entscheidung treffen müsste.

Jing: Und hat sich auf jeden Fall definitiv ausgezahlt.

Jing: Publicity mäßig, ich wollte schon immer ein bisschen was in diese Richtung halt

Jing: public machen, natürlich, aber ich habe mir halt gedacht, okay,

Jing: einerseits wollte ich nicht spammen, das heißt Too much?

Jing: Ja, es ist schon auch eine Erfahrung und es ist auch cool und die Leute sind

Jing: auch irgendwie, wow, er hat mir einen Oscars gekocht, und so weiter.

Jing: Auch meine Freunde waren sowieso, hast du mir nicht erzählt.

Jing: Aber unterm Strich ist es doch auch wieder nur eine Arbeit. Also ich habe auch

Jing: nur gekocht, wenn du verstehst ich meine.

Jing: Und man muss ja auch dort dementsprechend verhalten, professionell und nicht

Jing: irgendwie so wie… Ja genau, und auch nicht, ich bin Happy Deppi und ich bin mehr unterordnen dort,

Willy: Oder?

Jing: Du bist Teil des Teams. Genau, ich bin Teil des Teams. Ich bin…

Jing: Also ich bin es ja nicht mehr gewohnt, unter anderen Leuten zu kochen,

Jing: weil wenn ich in die Küche gehe, dann stehe ich auf meinem Vogue und ich ballere die Sachen raus.

Jing: Und ich gebe quasi das Tempo und den Intervall vor, wie die Speisen rauszugehen haben.

Jing: Weil in der chinesischen Küche ist es so, der, der im Vogue steht, der gibt das Tempo an.

Willy: Das ist der Tempomacher.

Jing: Ja, natürlich, weil wenn du schnell bist, müssen die anderen schnell sein.

Jing: Wenn du eh slow bist, dann können die anderen quasi dir zuarbeiten.

Jing: Können dann chillen. Also chillen nicht, aber es staut sich dann im Endeffekt, oder?

Jing: Und das ist genau das Tempo auch mit dem Service und so weiter.

Jing: Das ist halt ganz anders wie in der europäischen Küche.

Jing: Und da habe ich auch diesen riesigen Kontrast, weil das war eine riesige Küche.

Jing: Und wie gesagt, so viele Leute, die da drin gearbeitet haben,

Jing: also unterm Strich Teil des Teams gewesen zu sein, war wirklich toll.

Jing: Also super Erfahrung, viel Neues gelernt, viel Neues gesehen.

Jing: Vor allem, wie du so viele Leute auf einmal bewirktest. Ich meine,

Jing: ich mache auch Catering, aber nicht in dem Ausmaß. Das ist absurd.

Willy: Ja gut, das ist halt wirklich eines der Caterings.

Jing: Und vor allem, mit welchem Niveau dann die Leute quasi catern und mit was für

Jing: einer Erwartung dann die Leute kommen.

Jing: Wenn wir nur ein Beef Wellington mit Catering machen, ist schon...

Jing: Ja, es ist kein Spaß. Das Produkt, das dann... Du musst dir denken,

Jing: das geht ja über mehrere Stunden und so weiter und das muss ja wirklich auch

Jing: präsentabel sein, perfekt gegart. Also das ist

Jing: No joke. Also auch noch jetzt rückblickend ein bisschen Ehrfurcht vor der Ganzen,

Jing: aber das war wirklich super.

Willy: Ist dir schwer gefallen, sich wieder unterzuordnen? Du bist ja da in Österreich,

Willy: bist du angehender Star, bist du schon zumindest in der Szene?

Jing: Ich glaube, für mich war es viel einfacher, weil ich nicht, einerseits,

Jing: ich habe nicht diesen Anspruch als Koch.

Jing: Ich behaupte, also nicht, dass ich das behaupte, sondern ich habe wirklich nicht diesen Anspruch.

Jing: Ich vermittle gerne Wissen und tausche Wissen aus.

Jing: Also ich sehe das mehr als Wissen,

Jing: als irgendwie Selbstrepräsentation oder Selbsterfüllung, sondern vielmehr,

Jing: was kann ich jetzt dabei lernen, was kann ich da mitnehmen und unter anderem

Jing: ist es ja auch so, dass es europäische Küche ist, britische Küche.

Jing: Ich weiß nicht, wie viele Leute hier in Österreich selber schon mal ein Beef

Jing: Wellington gemacht haben, unter Anführungszeichen.

Jing: Ich selber habe ja, ich kann ja, ich mache Steaks und so weiter,

Jing: aber so ein Beef Wellington von Grund auf.

Jing: Und außerdem hat er ja auch nicht so ein traditionelles Rezept,

Jing: er hat auch sein eigenes Rezept, wie er sich das vorstellt und so weiter.

Jing: Also sehr viel mitgenommen und auch ein tolles Produkt im Endeffekt,

Jing: weil die verwenden halt andere Zutaten und so weiter. Also man lernt einfach sehr, sehr viel.

Jing: Und ich glaube, man sollte sich unterordnen. Also unterordnen ist auch wieder

Jing: so ein schwieriges Wort. Aber es war immer auf Augenhöhe. Es war nicht so, hey, Jing, du musst...

Willy: Es gibt ja da die Hierarchie. Küche ist hierarchisch, ne? Du hast das vorher gesagt.

Jing: Ja, aber der Elliot ist ja auch schon einer, ein jüngerer Koch.

Jing: Also der ist vielleicht zwei, drei Jahre älter als ich.

Jing: Das ist auch krass, oder? Dass in dem halt auch schon ein Chefkoch drüben ist

Jing: und so. Aber der hat das ja auch schon

Jing: durchschaut. Dieses systematische Unterordnen und so weiter,

Jing: das gibt es halt nicht mehr.

Jing: Also es gibt es schon noch, aber es ist nicht notwendig für eine gewisse Leistung,

Jing: die man hervorbringen möchte.

Jing: Allen voran, weil heutzutage einfach so viele Maschinen mithelfen und alles

Jing: irgendwie auch mit Hilfe von Maschinen geht.

Jing: Es gibt halt viel weniger diese Notwendigkeit, das Handwerk.

Jing: Natürlich sollte man es beherrschen, aber es ist es nicht mehr diese Verpflichtung

Jing: dazu, perfekt schneiden zu können und so weiter, das ist die Maschine dafür,

Jing: unter Anführungszeichen. Und er ist auch einer,

Jing: der sagt auch die ganze Zeit, es ist quasi wie heißt dieser Begriff?

Jing: Work-Life-Balance, genau. Er propagiert das auch.

Willy: Ich habe davon gehört.

Jing: Ja. Und das ist in einer Gastro auch frisch. Es ist richtig frisch,

Jing: dass man so eine Mentalität hat und so weiter.

Jing: Also das ist ein richtig, richtig cooler, toller Typ, der auch,

Jing: ich glaube, auch zukunftsweisend wird.

Jing: Vor allem, wie sich die Gastronomie gestalten wird in den nächsten Jahrzehnten.

Jing: Weil es ist immer toll, von früher zu berichten und wie geil es früher gewesen ist.

Jing: Aber wir sind in einem anderen Zeitalter, wir sind wirklich in einer anderen Generation.

Jing: Die Mentalität hat sich verändert, der Bezug zum

Jing: Und es ist halt viel zugänglicher geworden alles, international und so weiter.

Jing: Du bist zehn Stunden entfernt von L.A., wenn du wirklich Bock hast auf irgendetwas,

Jing: unterm Strich, ob du jetzt zehn Stunden runterfährst wie in Sizilien,

Jing: keine Ahnung, worunter, oder ob du jetzt nach Asien fliegst,

Jing: du hast das alles vor der Haustür unter Anführungszeichen.

Jing: Ob es gut oder schlecht ist, ist es wieder was anderes. Aber es ist einfach,

Jing: die Situation hat sich verändert.

Willy: Die Welt ist klein geworden.

Jing: Ja, die Welt ist klein geworden.

Jing: Und diese Erfahrung muss man halt machen und dementsprechend sich auch anpassen

Jing: und effektiv auch mit der Zeit gehen.

Willy: Wer nicht mit der Zeit geht.

Jing: Geht mit der Zeit, genau.

Willy: Nur für unsere Zuhörerinnen. Wir sind quasi über die Einleitung noch nicht hinaus.

Willy: Wir sind aber schon mitten im Thema eigentlich, schauen dann mal bei dir in die Vergangenheit.

Willy: Ich habe das jetzt auch Thema gesagt, Gegenwart und Zukunft der Gastronomie,

Willy: was mich ein bisschen getriggert hat.

Willy: Ich habe selber kocht gerne in den 90er-Jahren.

Willy: Also ja, es war früher mal geil, es war aber auch hart, es war eine andere Zeit, glaube ich.

Willy: Geht sich Work-Life-Balance und Gastronomie, geht sich das deiner Meinung nach aus?

Willy: Also nicht nur für Einzelpersonen, sondern für die Gastronomie als Branche?

Jing: Ich glaube, es sind mehrere Themen, die wir hier angreifen müssen.

Jing: Das größte Thema ist eigentlich der Generationenkonflikt, behaupte ich jetzt mal.

Jing: Ich habe das selbe Problem auch mit meinen Älteren, also mit meinem Vater zum

Jing: Beispiel, mit meiner Mutter,

Jing: weil die meinen, also die haben halt eine andere Perspektive,

Jing: was Arbeit betrifft und auch Leistung und auch Drang und Geschwindigkeit.

Jing: Und es ist definitiv derzeit ein Generationskonflikt in dem Sinne, weil viele Leute, die

Jing: Erfolgreich sind in der Gastronomie oder sehr, sehr lange schon in der Gastronomie

Jing: drinnen sind, sind ja Leute, die das selber miterlebt haben,

Jing: diese Arbeitswut, fast schon dieses Druckzwang.

Jing: Und natürlich verstehen die das, wenn man das nicht unter Umständen weitergeben

Jing: möchte, aber die haben halt,

Jing: es ist so wie, du hast eine Lösung für ein Problem schon immer so gehabt und

Jing: jetzt versuchst du eine neue Lösung für das selbe Problem quasi zu suchen,

Jing: dann kommen halt unterschiedliche Meinungen mit hinein und man hat definitiv

Jing: dahingehend ein Generationsproblem,

Jing: wo der Fokus sein sollte, wo die Prioritäten sein sollten und das äußert sich

Jing: natürlich auch bis ins Politische mit hinein, weil es ist auch ein Generationsproblem, was sich die

Jing: Jüngeren vorstellen, was sich die Älteren vorstellen, was sich die Leute in

Jing: der Mitte so wie wir sich vorstellen.

Jing: Weil wir haben ja noch 20, 30 Jahre vor uns und die Jungen sind noch nicht mal

Jing: drinnen und die Alten sind schon fast weg.

Jing: Und dann hat jeder seine eigene Perspektive. Aber da muss man denken,

Jing: okay, vor 20 Jahren gab es nicht mal so viele Leute, die in diesem alten Dasein

Jing: waren, unter Anführungszeichen wegen schlechten Gesundheitswesen,

Jing: auch wegen Krieg und so weiter.

Jing: Und damals hat halt so Leute wie in unserem Alter haben halt quasi definiert, was das Go-To ist.

Jing: Und da haben sich die Jüngeren angeschlossen und die Älteren waren sowieso,

Jing: okay, gut, ihr seid die, die jetzt maßgeblich dazu beitragen werden,

Jing: dass wir jetzt quasi ein gutes Lebensende haben.

Jing: Der hat ja jetzt die Demografie ja komplett umgedreht, also es ist ein Trichter nach unten.

Jing: Bis 250, 260, bis sich das irgendwie zu einem Rechteck dann wieder quasi stabilisiert.

Willy: Die Altersverteilung in der Gesellschaft von ganz unten nach ganz oben quasi

Willy: ist unten wenig, machen wir dann oben viel.

Jing: Boomer.

Jing: Und wenn man das aber nicht in Betracht zieht, dass man als Ältere,

Jing: auch wir, dass wir Entscheidungen treffen für die Jüngeren, die eigentlich unsere

Jing: Zukunft sind, unter Anführungszeichen, die nicht mit einbezieht,

Jing: dann hat man sehr, sehr viele, also das ist ein Generationskonflikt, oder?

Jing: Wenn die kommen und sagen, okay, ich möchte nicht mehr diese Leistung erbringen,

Jing: natürlich erbringen sie diese Leistung, aber nicht mehr, für welchen Gegenwert.

Jing: Also da muss man sehr, sehr viele konkrete Beispiele mit hernehmen.

Jing: Natürlich ist das alles individuell auch noch sehr, sehr unterschiedlich.

Jing: Weil Lebensgeschichten, Hintergründe und persönliche Fähigkeiten,

Jing: nur das große Bild ist halt wirklich dieser demografische Wandel in Wirklichkeit,

Jing: der eigentlich sich auf die Gastronomie extrem auswirkt.

Jing: Es ist auch der Konsum, weil ohne Gäste hast du auch keine Gastronomie.

Jing: Und wenn die Jungen anders konsumieren als die Alten, wenn sie diese Leistung

Jing: nicht erbringen, erwarten sie sich diese Leistung auch nicht.

Jing: Das ist ein Umkehrschluss.

Jing: Die werden dann essen gehen, aber dann ist es scheißegal, ob der Service passt

Jing: oder sonst irgendwas, weil die kriegen, die geben eh weniger Trinken,

Jing: oder in Anführungszeichen.

Jing: Die wollen dieses Schickimicki nicht, weil sie selber dieses Schickimicki nicht

Jing: geben wollen, verstehst du, ich meine?

Jing: Die wollen gechillt zur Arbeit kommen, gechillt mit den Gästen umgehen,

Jing: dann gibt es halt gechillte Gäste und dann ist es halt so ein gegenseitiges,

Willy: Verstehst du, ich meine?

Jing: Und da ist halt, okay, dann hast du halt sehr, sehr viele Betriebe,

Jing: die eben dieses Starre, dieses

Jing: dass was gut ist, muss schick sein, was gut ist, muss halt starr sein und was

Jing: gut ist, muss halt alles sitzen.

Jing: Und dann hast du auf der anderen Seite so, aber dort gehe ich ja gar nicht hin

Jing: als Junge, weil ich erstens mir das nicht leisten kann, weil ich gehe gleich

Jing: mal davon aus, okay, wenn es so schick ausschaut, ist es zu teuer für mich. Genau.

Willy: Das geht mir nichts an.

Jing: Und auf der anderen Seite gehst du dann halt in Lokale, wo es halt nicht so

Jing: schick ist, aber trotzdem eine gewisse Qualität gibt, also das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Jing: Da setzen die Fragen an. Also da setzen die Fragen an, da diskutieren wir auch

Jing: dann im Endeffekt, also von dem ausgehend, was ist jetzt die Zukunft der Gastronomie,

Jing: wer ist der Kunde, wer ist der Gast?

Jing: Wenn ich jetzt nicht einmal mehr diese Wünsche als Gast habe,

Jing: wem biete ich das jetzt an?

Jing: So, dann haben wir in Österreich oder in Wien vor allem das Gute,

Jing: dass wir im Endeffekt viele Touristen haben.

Jing: Aber Corona hat halt alles wieder umgeworfen, eine andere Geschichte erzählt.

Jing: Was machst du jetzt ohne den Touristen?

Jing: Aber jetzt kommen die wieder zurück, jetzt lehnen sie sich wieder zurück und

Jing: sagen, okay, gut, jetzt fahren wir wieder diese, das was wie vor 100 Jahren

Jing: funktioniert, fahren wir einfach weiter, schauen, dass wir die Touristen reinbekommen

Jing: und dann hat sich die Geschichte und dann dreht sich das eh wieder.

Jing: Aber das ist nur der, unter Umständen, es sind nur die Gegenden,

Jing: wo halt wirklich touristisch ist.

Jing: Erster Bezirk, es gibt halt noch mehr.

Jing: Genau, nur dann zentriert sich das und dort wird alles, relativ teuer und alles

Jing: rundum und dumm geht dann wieder quasi, und da redet man wieder über eine gewisse

Jing: Art der Umverteilung, verstehst du?

Willy: Das ist wie mit den Supermärkten und den verarmenden Ortskernen.

Willy: Genau. Und um die Touristen-Hot-Sports hast du dann alles, da ist teuer,

Willy: da ist dein Ding und rundherum verarmt alles. Genau.

Jing: Und ich denke durchaus, dass es auch wenig Willen gibt, weil wir sind in Österreich.

Jing: Und nicht, dass Österreich irgendwie nicht federführend ist.

Jing: Es sind federführende sehr vielen Nischen und auch sehr, sehr viele Grundsätze.

Jing: Und wir haben viele, viele Köpfe, kluge Köpfe, viel Wissen, viel...

Jing: Es ist eigentlich ein sehr, sehr tolles Klima und eine sehr,

Jing: sehr tolle Gesellschaft.

Jing: Und wir sind kritisch und so weiter und wir pendeln uns hin und her.

Jing: Nur die Problematik ist, dass in der ersten Linie,

Jing: dass das bei uns mittlerweile, vielleicht auch durch Social Media,

Jing: und das will ich eigentlich gar nicht mehr befeuern, Effekt,

Jing: dass wir einfach keine Geduld mehr haben für die anderen Leute,

Jing: für so einen Podcast, wo wir dann

Jing: ausschweifen können, unsere Gedanken. Ich muss jetzt eigentlich,

Jing: also wenn die Frage kommen wäre, mittlerweile ist er so, wenn du dir so Zeitungen

Jing: anschaust, 30 Sekunden, 10 Fragen an den und den Bildungsminister, den und den.

Jing: Das ist halt der springende Punkt. Und ich bin einer, ich könnte so weit ausschweifen

Jing: mit meinen Gedanken und wir können das exerzieren bis zum Gehtnichtmehr.

Jing: Aber keiner hat heutzutage mehr die Geduld oder die Lust dazu.

Jing: Und da sollte man einen Schritt zurückgehen, weil dieses Superlative,

Jing: Das wird irgendwann nochmal komplett, es geht in Richtung, es wird aussterben, dieses Superlative.

Jing: Das Moderate muss wieder zurückkommen, verstehst du, ich meine?

Jing: Es ist nicht das Beste, das Beste, das Beste, das Beste, das Schnellste, sondern vielmehr so

Jing: Okay, wir haben jetzt wieder diese Ruhe, wie ich sie in meiner Jugend kennengelernt habe.

Jing: Also wir haben ein Problem, das schauen wir uns an,

Jing: dann wird diskutiert, dann schweifen wir ein bisschen raus, ein bisschen rein,

Jing: dann werden halt alle Probleme mit reingenommen und so weiter und dann versucht

Jing: man einen Kompromiss zu finden oder sich gegenseitig irgendwie die Argumente gegenüberzustellen.

Jing: Aber heutzutage ist es ja gar nicht mehr so. Ich habe recht,

Jing: ich habe recht. Und dann wird gestritten und dann irgendwann wird man gefetzt.

Jing: Aber das ist ja, das zeugt nur davon, dass die Menschen quasi vielleicht auch

Jing: wieder psychologisch gesehen aufbrausender werden durch diesen schnellen Takt der Welt.

Jing: Das ist aber ein grundsätzliches Problem.

Jing: Das muss man an einer Wertegangkei angehen. Aber das ist wieder was anderes.

Jing: Das sind so viele Probleme gleichzeitig. Das Einzige, was hilft derzeit,

Jing: ist es langsamer und ruhiger anzugehen, weil wir werden viel älter.

Jing: Also wir haben mehr Zeit.

Jing: Wir haben gleichzeitig mehr Zeit, aber haben weniger Zeit. Also es ist absurd.

Jing: Die bahnbrechenden Deckungen in Griechenland und so weiter, die ganzen Philosophen,

Jing: man, die haben ein ganzes Leben lang für einen einzigen, den wir jetzt als den

Jing: Satz hernehmen vom Philosophen XY, für den hat er, weiß nicht, 30 Jahre gebraucht.

Jing: Der ist dort gesessen und hat nur noch nachgedacht, aber wir denken mittlerweile

Jing: so schnell und so viel, aber der Austausch ist gering.

Jing: Und dann nimmt man einfach vieles nicht mehr zur Kenntnis, was der Gegenüber

Jing: dir vermitteln möchte. Natürlich sind viele Leute auch überfordert.

Jing: Also mit der schier Anzahl an Informationen, die auf einmal kommen und aus verschiedenen Ecken.

Jing: Wen darfst du noch glauben? Wen kannst du noch glauben?

Willy: Unsicherheit.

Jing: Unsicherheit. Glaubensschenken. Das ist also ultimativ.

Jing: Also ich will jetzt nicht komplett jetzt, also ich will jetzt wieder zum zentralen

Jing: Thema zurückkommen. Ich bin noch

Jing: Gastronomie der Zukunft.

Jing: Also ich denke, dass mit diesen Hype-Produkten und so weiter,

Jing: das ist jetzt auch nur ein Hype gewesen.

Jing: Ich hoffe, wir besinnen uns wieder und gehen wieder zurück zu dem Ursprung,

Jing: wo wir eigentlich in der Gastronomie herkommen.

Jing: Nämlich einfach gutes Essen machen, einfach das Handwerk auch feiern.

Jing: Aber gleichzeitig, also ich habe das jetzt gesehen, ich habe in Asien,

Jing: also ich habe jetzt beide Seiten vor mir. Und Europa ist genau nicht mit.

Jing: China hat jetzt, also als kommunistisch-sozialistisches Land hat jetzt einen Turbo-Kapitalismus.

Jing: Aber da geht nicht schnellerer Kapitalismus als China derzeit,

Jing: weil du hast die Menschenmengen, du hast dieses krasse Internetvernetzungs-Dings,

Jing: noch schlimmer als bei uns, kein Bargeld, da geht es ruckzuck.

Willy: Alles aus einer App, ne?

Jing: Genau, und ein Hype, und der Hype kann quasi skaliert werden auf 100%,

Jing: auf 300%, auf 1000%, das heißt, es könnte ein Laden sein und im nächsten Jahr

Jing: zurückkommst, hast du 20.000 von denen.

Jing: Was es auch immer ist, Pasta in einer was auch immer, oder ein Steak oder sowas,

Jing: was halt gerade jetzt trendy ist,

Jing: unter Anführungszeichen. Also Turbokapitalismus bis zum geht nicht mehr.

Jing: Und dann wird das halt runtergebrochen, jeder Arbeitsschritt wird dann industrialisiert

Jing: und so weiter. Und das ist halt, okay, gut, das ist auf der einen Seite.

Jing: Es ist halt die Frage, ob wir das irgendwie auch so verfolgen wollen,

Jing: dass alles irgendwie quasi aus der Maschinenproduktion herauskommt.

Jing: Was natürlich für uns als Mensch irgendwie hilfreich ist, weil wir dann weniger arbeiten müssen.

Jing: Aber das ist dann wieder Energiefrage. Das ist mal die eine Seite.

Jing: Und auf der anderen Seite, Amerika hast du halt sehr, sehr gute Produkte zum

Jing: Teil und auch Leute, die halt quasi ein Verlangen haben nach der Sensation.

Jing: Nur das Problem ist, unbezahlbar für den Normalsterblichen. Unbezahlbar.

Jing: Kein Mensch kann sich L.A. leisten, wenn du nicht gerade ein paar Millionen

Jing: bei den Seiten heilst. So wie es ist.

Willy: Du musst es nach zehn Tagen wieder abreisen.

Jing: Ja, es ist absurd, wie teuer L.A. ist.

Jing: Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel in dem Ausmaß, wie wir sie kennen.

Jing: Du kannst nicht zu Fuß latschen.

Jing: Einzige Option Taxi oder Uber. Und das ist auch wieder sauteuer, kapitalistisch.

Jing: Ist auch etwas, was wir nicht unbedingt, wenn wir uns zurücklegen und überlegen,

Jing: ist nicht das, was wir haben wollen bei uns hier.

Jing: Ich sage jetzt mal, in Österreich und insbesondere auch vielleicht in Europa

Jing: nicht haben möchten, dieses absolute, was in Amerika ist, dieses Auseinanderdriften,

Jing: nur die Reichen können sich die geilsten Sachen leisten und die Armen müssen halt Fast Food essen.

Jing: Oder wie in Asien, wo alles irgendwie so quasi so krass industrialisiert wird,

Jing: dass die Arbeitskraft komplett verschwindet und alle sind irgendwie auf Maschinen

Jing: und die Menschen sind einfach nur noch Heimhocker.

Willy: Europa ist irgendwie so zrissen immer so zwischen den Polen.

Willy: Wir waren im Kalten Krieg damals zwischen Russland und den USA.

Willy: Jetzt ist es wieder Russland, aber natürlich Chinas aufstrebende Weltmacht.

Willy: Wieder so zrissen, auch kulturell und Europa ist irgendwie so dazwischen.

Jing: Fühlst du es auch? Ich fühle es extrem, weil in China hast du halt das Problem,

Jing: wir haben schon immer die größte Bevölkerung oder eine der größten Bevölkerungen in der Welt gehabt.

Jing: Ich glaube, Indien hat es überholt. wirklich? Ja, ich glaube.

Jing: Ich glaube, ich bin mir nicht sicher.

Jing: Ist es nicht. Es ist auch gut, wenn es weniger wird, weil im Grunde genommen

Jing: haben sie immer die effizienteste Lösung suchen müssen, um halt die schiere

Jing: Masse an Menschen durchzufüttern, damit keiner verhungert, unter Anführungszeichen.

Jing: Und so ist das eben auch in der Gastronomie. Bei denen drüben ist es egal,

Jing: was der Service, nichts.

Jing: Hauptsache das Essen passt, schnelles Essen, macht satt, fertig.

Jing: Tatsächlich? Ja, sonst kannst du es dir nicht leisten, im Endeffekt.

Jing: Und alles, was on top of that kommt, dieses brutal geile und so weiter, vor allem in China,

Jing: passen sie halt mittlerweile sehr darauf auf, dass das nicht so ausartet in

Jing: Richtung quasi Luxus, weil einfach das ein schlechtes Bild für den Sozialismus wirft.

Jing: Aber früher natürlich der Kaiser und so weiter, hat sich alles gegönnt und die

Jing: anderen, also früher war es eher so wie in Amerika, du hast den Kaiser,

Jing: da ist halt diese obere Schicht, die dann alles gefressen haben,

Jing: was halt, und die anderen haben halt verhungert.

Jing: Aber das war eh überreicht extrem hohe Ungleichverteilung und ich glaube durchaus

Jing: dass das irgendwie ein Thema sein muss, auch in der Gastronomie,

Jing: dass das irgendwie, es wird immer, also es ist wie bei einer Gauschen-Verteilung,

Jing: es ist immer, hast du auf der einen Seite ein,

Willy: Äh, äh, Glockenkurve meinst du jetzt, ne?

Jing: Genau, auf der einen Seite ein Signal da und dann in der Mitte zentrieren sich

Jing: halt die meisten Leute und das ist halt das Schönste, was du haben kannst, du hast halt ein paar,

Willy: Es ist leicht, das nicht zu beschreiben.

Jing: Auch mathematisch leicht zu beschreiben. Aber mittlerweile in Amerika ist es

Jing: nicht so eine Kurs, es ist auf der einen Seite mega hoch, auf der anderen Seite

Jing: in der Mitte ist vielleicht ein Mulde oder ein Konstant, ich weiß nicht genau.

Willy: Das Gini-Koeffizient ist dort extrem hoch.

Jing: Glaube ich. Ja, und ich denke, das muss man einfach alles irgendwie mitbedenken

Jing: und vor allem auch ich als jetzt Gastronom oder Anführungszeichen versuche das, die Situation

Jing: nicht nur national, sondern international zu begreifen.

Jing: Ich nehme ja auch viele Ideen aus Asien, aus Amerika mit, um das hineinfließen zu lassen,

Jing: das, was ich finde, wie man die Gastronomie entscheidend weiterbringen kann,

Jing: weil mein Beitrag dazu ist ja auch nicht unbedeutend, denke ich, weil jeder Gastronom

Jing: Quasi bringt was dazu bei.

Jing: Vor allem mit Preisstrukturen, mit, mit, mit, mit,

Jing: weil wenn du als Gastronom quasi oder als Koch etwas Gutes anbietest zu einem

Jing: mäßigeren Preis, dann werden alle denken, hey, ich kann diese Preise nicht mehr

Jing: halten, dann muss ich vielleicht auch günstiger werden.

Jing: Natürlich denken nicht alle so, aber das ist halt, es ist immerhin noch ein

Jing: Wettkampf, weil wir haben trotzdem ein kapitalistisches System und alle Leute

Jing: sind halt quasi Mitbewerber in dem ganzen,

Jing: man kann andere Zielgruppen haben, aber im Gesamten gesehen hat man doch durchaus

Jing: schaut man sich gegenseitig doch an.

Jing: Was machst du, was macht er, was funktioniert bei dir gut, mache ich vielleicht

Jing: auch, mache ich gleich gegenüber von dir auch und so weiter und so fort. Und

Jing: Und gesamt gesehen, ich möchte, das was ich nicht möchte,

Jing: also mein Ziel ist es auf jeden Fall, ich möchte nicht, dass die Gastronomie

Jing: so in der Form, wie ich sie als Kind, Jugendlicher und jetzt mittlerweile auch

Jing: als Erwachsener kennengelernt habe, ausstirbt, weil ich bin wirklich,

Jing: diese Art der Gastronomie, wie wir sie in Wien haben, sagen wir, Österreich,

Jing: aber in Wien haben, ist einfach auch relativ einzigartig.

Jing: Also der Wiener Gaumen ist ja bekannt, nicht?

Jing: Wir haben aber einen Anspruch auf die Sachen, die wir zumindest kennen, nicht?

Jing: Also die neuen Sachen, das sind wir so, aber auf die Sachen,

Jing: die wir kennen, das ist so, naja, der Schnitzen muss genau so,

Jing: so, so, so, der Kaffee muss so, so, so und der Service muss so, so, so.

Jing: Also ich denke durchaus, wir haben halt unsere Vorstellungen und unsere strikten

Jing: Verhaltensregeln und unsere Moral hinter der ganzen Sache und das ist auch gut.

Jing: Das ist auf jeden Fall gut, das darf man nicht verlieren, Aber man muss sie anpassen, irgendwie.

Jing: Also es muss sich irgendwie schon zeitgemäß verhalten. Es muss sich zeitgemäß verhalten.

Willy: Ich bremse dich da jetzt ganz kurz. Nein, nein, überhaupt entschuldige dich

Willy: bitte nicht. Das ist gut. Also ich finde das sehr grandios.

Willy: Was mir jetzt auffällt, ist meine ursprüngliche Frage, wenn ich da mitschreibe,

Willy: entschuldige bitte, weil ich da hin und wieder mitschreibe, sonst brauche ich für mich.

Willy: Ich habe dich gefragt, nach dieser Work-Life-Balance,

Willy: ob Gastronomie und Work-Life-Balance überhaupt zusammenkommt.

Willy: Und wir sind jetzt quasi über diese verschiedenen Schritte, die du jetzt ja

Willy: durchgegangen bist. Eigentlich ist es ja systematisch.

Willy: Gastronomie ist ein bisschen, so wie es du beschreibst, ein Abbild der jeweiligen Gesellschaft.

Willy: Es kristallisiert sich so ein bisschen, so wie wenn du es nimmst,

Willy: so ein Vergrößerungsglas. Willst du Gesellschaft verstehen oder die Gesellschaft

Willy: verstehen in dem Land, in dem du bist?

Willy: Beispiel, hast du das jetzt gesagt, von China? Unglaublich so quasi befreit,

Willy: um sämtliche Schalen, die du nicht benötigst,

Willy: weil du aus Gesellschaft eine Menge an Menschen zu versorgen hast und widerspiegeln

Willy: tut sich es dann im Gericht, in der Küche, im Stil des Restaurants,

Willy: in all dem, was du dann halt quasi in der Gastronomie als Abbild,

Willy: als kleines Abbild der Gesellschaft wieder findest.

Willy: Stimmt, stimmt, definitiv. Und das habe ich jetzt irgendwie schön gefunden,

Willy: weil du jetzt im Prinzip Gastronomie als Gesellschaftskritik formulierst.

Willy: Was mich da jetzt interessiert wie wie bringst du all diese Gedanken,

Willy: also du hast jetzt einfach glaube ich eine Viertelstunde durchgerät,

Willy: systematisch du weißt, wo was du bist, aber du bist sehr Meta also es wird immer

Willy: mir vorgeworfen dass du irgendwie so,

Willy: wie schaffst du dann, dass du diese Dinge,

Willy: also dass du dich in deiner Meta in deinem Metaverse.

Willy: Nicht verlierst sondern diese Dinge dann auch auf den Punkt bringst,

Willy: weil die meisten Menschen, die es so,

Willy: Also ausschweifen, ich bin ja auch ein bisschen so und ich bringe die Sachen

Willy: auch nicht auf den Punkt, aber du bringst es ja auf den Punkt,

Willy: du machst Konzepte, du machst Lokale, du machst ja was, du bist ja auch Unternehmer

Willy: und nicht nur Philosoph.

Willy: Wie schaffst du das, dass du quasi aus diesem strukturierten Kudelmuddel im

Willy: Kopf quasi dann ganz konkrete Projekte auch rauskristallisierst und dich dann

Willy: quasi auch für Dinge entscheidest?

Jing: Ich glaube, dieses Meta, was du beschreibst, ist die Vorbereitung des Mentalen

Jing: eben auf die quasi, sagen wir, weltlichen, auf die echten Sachen, wenn man so möchte.

Willy: Passt ist so die Beschreibung? Ja, definitiv.

Jing: Ja, nein, das ist sehr, sehr gut. Es ist die beste Beschreibung eigentlich.

Jing: Ich denke, der Mensch sollte ein Denker sein und dann die Gedanken irgendwann einmal umsetzen.

Jing: In Handeln bringen. Ja, in Handeln bringen irgendwie, wie man das auch philosophisch

Jing: formuliert. ich habe mich nie großartig mit Philosophie auseinandergesetzt.

Willy: Die Mainings-Philosophen haben Philosophie studiert wahrscheinlich.

Jing: Dahingehend habe ich wirklich fast keine Ahnung. Für mich sind es zwei Dinge.

Jing: Ich denke durchaus, dass ich sehr interessiert bin am Weltgeschehen,

Jing: weil wir uns in der Welt bewegen und leben und unter Umständen auch Veränderungen

Jing: zumindest anstoßen wollen.

Jing: Also jetzt nicht großartig. Ich finde, Veränderungen sollten nicht plötzlich passieren.

Jing: Davor habe ich immer Angst. Plötzliche Veränderungen sind immer Veränderungen,

Jing: die ich nicht haben möchte.

Willy: Revolution hat selten schöne Kinder.

Jing: Aber wenn man einen schönen, guten Weitblick hat und es haben ja sehr,

Jing: sehr viele Physiker, sage ich auch so, wie es ist, viele können Ereignisse prophezeien,

Jing: weil du einfach schiere Load von Informationen hast und aus denen quasi die

Jing: wichtigsten Impots hernimmst Und dann kannst du schon ein paar Vorhersagen machen,

Jing: die zu sehr, sehr krassen Genauigkeiten da jetzt,

Jing: das ist genauso wie, da kommt ein Erdbeben, woher weißt du das?

Jing: Es gibt halt Informationen seismisch und Klima.

Jing: Und das ist das, was eigentlich, jetzt schreibe ich wieder aus,

Jing: das ist das, was uns die westliche Welt, Europa einfach groß gemacht hat,

Jing: einfach an Wissenschaft zu glauben.

Jing: Also zu glauben, ich meine, Wissenschaft heißt ja nicht umsonst Wissenschaft, man versucht zu wissen.

Jing: Und wenn man viel weiß, dann kann man sehr, sehr viel schaffen und prophezeien,

Jing: wenn man so will. Aber in Wirklichkeit macht man nur eine Prognose.

Jing: Also für die Leute, die es nicht wissen, denken, oh, das ist eine Prophezeiung,

Jing: in Wirklichkeit ist es nur eine Prognose. Also ich kann nicht zu 100% sagen,

Jing: aber ich kann zu 90% sagen, da kommt da ein Erdbeben in den nächsten 50 Jahren.

Jing: Oh, das ist ja eine Prophezeiung. Früher war es eine Prophezeiung,

Jing: der Orakel hat gesprochen, was auch immer. Der hat halt, ich weiß nicht, was er geschaut hat.

Jing: Hat er wahrscheinlich seine Theorie gehabt im Endeffekt. Aber unterm Strich,

Jing: ich denke durchaus, ich habe sehr, sehr viel Zeit in der Physik verbracht.

Jing: Da habe ich sehr, sehr viel Zeit gehabt, über Physik nachzudenken,

Jing: aber auch um all das herum.

Jing: Und ich bin glücklicherweise eben mit dieser Melange von Asien und Europa und

Jing: diesem amerikanischen Einfluss

Jing: richtig durchgeschüttelt, dass ich halt wirklich viel behaupte,

Jing: von den wichtigsten Sachen relativ viel gesehen habe.

Willy: Aus der Welt geschüttelt, von der Welt gerührt.

Jing: Und dementsprechend kann man das halt, und der letzte Schritt ist ja halt,

Jing: das einfach auf Papier zu bringen, wie du sagst, versuchen und aus Auf eine

Jing: Speisekarte. Auf eine Speisekarte, ja, quasi.

Willy: Schräg.

Jing: Aber hier, glaube ich, ist der konkrete Faktor, der dazwischen noch ist,

Jing: Also ich weiß nicht, ob man es Zufall nennt oder Glück oder Determinismus oder

Jing: was auch immer, aber es ist einfach ein Pfad.

Jing: Es ist etwas, was diese Gedanken quasi dann hier in die Welt bringen.

Jing: Eine Schnittstelle. Eine Schnittstelle, die dann, es kommen ja Chancen,

Jing: es kommt da dann irgendwie.

Jing: Du triffst halt irgendwie, hätte ich gedacht, das ist ja auch etwas,

Jing: was ich nicht prophezeiten kann, dass ich bei den Oscars koche.

Jing: Passiert einfach. Also ich weiß gar nicht, wie das passiert ist.

Jing: Ich kann es dir jetzt nicht einmal mehr sagen, wie das passiert ist.

Jing: Es ist einfach passiert.

Jing: Ich hatte eine kurze Schnittstelle, aber das war vor mehreren Jahren.

Jing: Du hast Redenkommunziert.

Jing: Ja, möglicherweise. Genau, deswegen sage ich, man muss kommunizieren. Tun.

Jing: Und das ist genau das. Man muss sich mental vorbereiten, aber mit den richtigen,

Jing: also nicht, was ist richtig. Also wirklich viel denken.

Jing: Viel denken, viel lesen. Lesen haben die Leute auch schon mittlerweile verlernt.

Jing: Ich habe früher auch mehr gelesen.

Jing: Jetzt schaue ich leider mehr Videos. Aber die richtigen Leute vermitteln trotzdem

Jing: noch das Gelesene halt bildlich gut.

Jing: Es gibt sehr, sehr viele gute Leute, die die Informationen jetzt herabschneiden.

Jing: Und so ist es eigentlich noch besser für mich. Bevor ich jetzt ein Buch lese,

Jing: wenn er das in fünf Minuten erklären kann und ich kann ja irgendwie die wichtigsten

Jing: Passagen da jetzt herausholen und der hat das schon für mich quasi zusammengefasst,

Jing: dann nehme ich alles auf. Aber im Endeffekt ist es die Chance.

Jing: Dann ist es Zufall, ob man diese Gedanken dann wirklich in die Welt bringen kann.

Jing: Und danach ist es halt dieser instinktive, die Arbeit, die man dazu leisten möchte.

Jing: Man kann sagen, was man möchte, aber wenn du die Chance hast,

Jing: du sie ergreifst, aber nicht dahinter stehst mit 300%, nicht nur mit deinem

Jing: Gedanken, sondern wirklich mit deinem Körper. Wenn du nicht in der Küche drin

Jing: stehst, kann die Speisekarte noch so fancy sein.

Jing: Und daran hapert es auch viele Leute. Viele Leute wollen in die Gastro,

Jing: aber vergiss nicht, Gastro ist Arbeit.

Jing: Aber nicht nur Arbeit, Arbeit, sondern so wie...

Willy: Jetzt kommen wir wieder zurück zur Work-Life-Balance. Vergiss nicht,

Willy: jetzt erinnere dich wieder.

Willy: Vergiss nicht, Gastro ist Arbeit. Jetzt bist du quasi wieder ein bisschen in

Willy: dem alten Schema von Mama und Papa drin.

Jing: Natürlich, genau, richtig.

Willy: Vergiss nicht, Gastro ist Arbeit. Und jetzt wieder zurück. Also wie bringe ich

Willy: Work-Life-Balance und Gastronomie heutzutage zusammen?

Jing: Ich denke, Generation ist genau die Übergangsgeneration, die versucht,

Jing: das abzufedern. Also ich bekomme in Wirklichkeit alles noch zu 100 Prozent mit.

Jing: Also dieses ich habe keine Work-Life-Balance, das sage ich so,

Jing: wie es ist, weil alles ist Arbeit bei mir derzeit.

Jing: Also derzeit, was sage ich derzeit? Zeit meiner Geburt ist alles Arbeit.

Willy: Ja, kannst du dann das Gegenteil? Jetzt will ich es fordern.

Willy: Du kannst nicht, du kannst nicht, ich verstehe den Wunsch der Work-Life-Balance in der Gastronomie.

Willy: Ich rede aber auch mit vielen Gastronomen und sagt, die scheitern an der Personalsuche,

Willy: die scheitern einfach an der schieren Arbeitszeit.

Jing: Aber das ist Zukunft. Das heißt, also ich sage dir jetzt die Lösung.

Jing: Die früher hatten keine Work-Life-Balance oder halt wenig Work-Life-Balance. Also quasi

Jing: Aber dafür eine Gegenleistung in Form von Monetären und so weiter oder irgendeine

Jing: Form oder halt Sicherheit in ihrem Leben oder sonst irgendwas,

Jing: je nachdem, was die Hintergrundgeschichte ist.

Willy: Eine Wertschätzung vielleicht noch für ein Büro.

Jing: Genau, genau. Und du konntest rausgehen und so weiter und du hast halt irgendetwas davon abbekommen.

Jing: Aber dafür keine Work-Life-Balance, sagen wir so. Die heutige oder die nachkommende

Jing: Generation unter Umständen wollen halt Work-Life-Balance, was ich auf jeden

Jing: Fall zu 100% vertrete und effektiv auch selber haben möchte.

Jing: Nur leider bin ich in der Zwischengeneration.

Jing: Und da sehe ich meine Aufgabe. Ich sage es wirklich, damit die danach das genießen

Jing: können, aber sie brauchen diese Wertschätzung nicht oder dieses große Geld nicht,

Jing: was man früher haben wollte.

Jing: Früher hast du gearbeitet, um ein Haus zu bauen, um nach außen hin irgendwie,

Jing: weißt du mal, und heutzutage, okay, naja, ich kann eh auch mit Secondhand,

Jing: ich kann auch chillen und was auch immer, für mich ist wichtig,

Jing: dass ich das Leben fühle und so, das ist, ich lieb's,

Jing: dass man diese Herangehensweise ist, weil das ist das, was wir immer wollen, warum der Frieden

Jing: der Frieden garantiert so etwas, verstehst du dich mal, ne, und aber da kommt

Jing: eben die Generation dazwischen, also wir, ins Spiel, die dann sagt,

Jing: okay, ich muss eigentlich das Doppelte machen, ich muss es für die machen und

Jing: ich muss es für die Nächsten machen,

Jing: damit die das vor mir nicht umsonst gemacht haben und die nach mir quasi

Jing: auch unter Umständen die Lorbeeren ernten, einfach das genießen können.

Jing: Verstehst du, ich meine?

Jing: Aber es ist ja nicht so, als würden wir es nicht mehr genießen.

Jing: Wir sind ja genau in der Übergangsphase. Wir sind aufgewachsen,

Jing: ohne Computer, mit Computer und dann jetzt sowieso komplett digitalisiert.

Jing: Das heißt, wir sind von A nach B, die nach uns, die werden hier reingeboren

Jing: und alles ist digital also die wissen ja nicht einmal mehr

Jing: Die reale Welt von der virtuellen Welt krass zu unterscheiden,

Jing: verschließe ich meine und das ist halt auch etwas, was man im Hinterkopf behalten

Jing: muss weil die früher können sich mit der virtuellen Welt gar nicht auseinandersetzen,

Jing: weil sie einfach so viel Reales erlebt haben

Jing: Auch Schmerzen. Virtuelle Schmerzen sind keine, also es sind nicht diese Hunger und

Jing: Ängste und so weiter. Das hat man ja heute, kann man gar nicht mehr haben.

Jing: Haben wir auch nicht mehr so in dem Ausmaß gehabt. Sicher auch,

Jing: aber nicht mehr so in dem Ausmaß.

Jing: Und das Abgedämpfte müssen wir komplett, ich finde, muss man komplett aus der

Jing: Welt schaffen für die Generationen nach uns, damit sie das wirklich gar nicht mehr haben.

Jing: Und es ist halt blöd, dass wir gerade in der Zwischengeneration,

Jing: aber vielleicht auch gut.

Willy: Was haben wir für Schmerzen?

Jing: Also ich bin aufgewachsen, also ich selber,

Jing: das ging es nicht wirklich so gut, sagen wir so, einfach, einfach und auch das,

Jing: was ich gesehen habe und so weiter, also ich bin ja in keinem guten…

Willy: Schauen wir mal, wo du herkommst, das brauchen wir ja für den Kontext jetzt.

Jing: Ich meine, meine Eltern sind ja auch ausgewandert aus China quasi,

Jing: sind ja nicht hier geboren oder sonst irgendetwas, sind auch hergekommen, konnten auch nicht zu,

Jing: die Sparer nicht und so weiter und haben sich auch irgendwie von 0 auf 100 alles

Jing: aufgebaut, wenn man so möchte, ein Leben aufgebaut.

Jing: Und das ist in den 80er Jahren gewesen, wo halt Arbeitskräfte reingeflogen worden

Jing: sind und dann Leute arbeiten mussten im Endeffekt, weil sie einfach auch damit...

Willy: Eingeflogen worden sind.

Jing: Also meine Mutter wurde als Au-pair, glaube ich, oder sowas,

Jing: also so habe ich das halt hereingeflogen und hat sich dann irgendwie hineingearbeitet

Jing: und ist dann in die Gastronomie gekommen, wie viele Chinesen auch,

Jing: und arbeiten als Kellner.

Willy: Das ist wieder so das Klassische.

Jing: Genau, aber das ist das Klassische. Warum?

Jing: Weil jeder, du musst dir denken, wie viele Branchen gibt es für Menschen,

Jing: die die Sprache nur zum Teil beherrschen und gleichzeitig aber etwas mit ihren

Jing: eigenen Händen aufbauen können, also wo sie wirklich mit Arbeit und Lebenszeit,

Jing: Geld und Gegenleistung erwirtschaften können.

Jing: Du hast deinen Bau, du hast die Pflege, du hast die Gastronomie.

Jing: Das sind die Jobs, wo jetzt alle sagen, wir haben keine Leute,

Jing: aber das sind genau die Jobs, wo du quasi Lebenszeit opferst für Geld.

Jing: Aber das ist wieder eine ganz andere Diskussion, wie man diese Leute dann,

Jing: mit welcher Leistung man diesen Leuten geben kann.

Willy: Mit den Schmerzen. Genau.

Jing: Wenn du dir Bauarbeiter, ich finde Bauarbeiter zum Beispiel,

Jing: ist einer der härtesten Jobs.

Jing: Es gibt natürlich noch härterer, aber alles, was mit dem Bau zu tun hat,

Jing: dass du in Minen und so weiter, Straßen,

Jing: Wie wirst du, gibt es überhaupt eine Summe, die du irgendwie,

Jing: also das ist halt mein Gedanke, gibt es überhaupt eine Summe,

Jing: die du nennen kannst, wie du den Jüngeren vermitteln kannst, so mach das für das,

Jing: damit das dir besser geht, irgendwie, was ich meine, es ist so,

Jing: kriegt sie dann nicht dazu, außer es ist halt ein existenzieller Drang und da

Jing: sind auch viele Vertreter von diesem Existenziellen, der Mensch ist von Natur

Jing: aus so, dass er man muss seine Existenz bedrohen, damit er irgendwie was dagegen macht.

Jing: Ich weiß nicht, ob das nicht ein bisschen zu altmodisch ist, also zu konservativ.

Jing: Ich denke durchaus, wir haben mittlerweile so viele industrielle Mittel, so viel Knowledge.

Jing: Man kann alles machen ohne, also ich könnte mich, also ich denke durchaus,

Jing: wir könnten uns hinsetzen, wenn wir keine Ansprüche hätten. Alles um Maschinen machen lassen.

Jing: Effektiv. Mittlerweile kannst du Content produzieren lassen von Artificial bla

Jing: bla bla und was das heißt in 10 Jahren, muss ich mal Auto fahren,

Jing: muss gar nichts mehr. Und dann denkt man sich, okay gut, das will ich nicht.

Jing: Aber das ist nicht deine Entscheidung, ob du es willst oder nicht.

Jing: Es kommt einfach so, wie es kommt.

Jing: Du musst es halt hinnehmen oder nicht hinnehmen oder du geleitest es zu einem

Jing: relativ friedlichen Möglichkeit der Umwandlung der Gesellschaft oder es wird halt Clash geben.

Jing: Und ich bin kein Vertreter von Clash, deswegen arbeite ich doppelt so hart,

Jing: damit diese friedliche Lösung entsteht. Verstehst du?

Jing: Anstatt irgendwie die einen werfen hin, die sagen, gast, du ist Kacke, weg.

Jing: Und die anderen sagen, nee, es ist nicht Kacke, wir gehen jetzt zurück 1980 und machen so weiter.

Jing: Ich kann mit beiden Lösungen leben, das sage ich natürlich, aber die werden

Jing: trotz all dem in irgendeiner Form Schmerzen haben.

Jing: Verstehst du? Dann nehme ich lieber den Schmerz doch auf mich selber irgendwie.

Jing: Ich weiß, ich werde niemals das erreichen, was die Vorgänger von mir erreicht haben.

Jing: Ich sage es so, wie es ist, weil es einfach eine andere Zeit war und ich werde aber gleichzeitig

Jing: Nicht dazu beitragen, dass das irgendwie auch der Leidig, und das,

Jing: was halt die Gastro wirklich schlecht macht, weitergegeben wird.

Jing: Und da bin ich im Zwiespalt.

Jing: Und ich habe junge Leute, die mit mir zusammenarbeiten und ich habe alte Leute,

Jing: die mit mir zusammenarbeiten.

Jing: Da musst du halt wirklich gut fahren, damit die auch miteinander auskommen.

Jing: Weil die denken sich, wie können die so? Und die anderen denken sich, wie können die so?

Jing: Und das ist hier ein Risik, aber es ist halt, wir müssen nur bis 2050 überstehen.

Jing: Das ist halt demografisch.

Jing: Wenn wir das dann überstehen, dann haben dann haben wir wieder das goldene Zeitalter,

Jing: weil du hast genau ein Rechteck quasi an jungen, mitteljungen und älteren Leuten und dann hast du es.

Jing: Aber derzeit ist das, das ist das Gefährle, aber nicht nur für uns,

Jing: überall auf der Welt ist genau dasselbe Problem. Genau dasselbe Problem.

Jing: Und das müssen die Jungen verstehen, da muss man denen beibringen,

Jing: okay gut, vielleicht ist es noch nicht Zeit für diese Work-Life-Balance,

Jing: vielleicht müsst ihr doch noch ein bisschen, also nicht so hart wie früher,

Jing: aber stattdem trotzdem noch was beitragen, damit das halt irgendwie,

Jing: weil es kommt ja noch wer nach euch.

Jing: Also wenn ihr das nicht macht, wenn ich alt bin und ihr das nicht macht,

Jing: dann ist dann alles verloren. Das muss man denen vermitteln.

Jing: Auch ein Zukunftsgedanken. Ihr könnt euch ja eine Wohnung kaufen oder etwas

Jing: auch materialistisch realistisches.

Jing: Wie früher zum Beispiel. Baut ihr ein Haus, wenn du 30 Jahre gearbeitet hast

Jing: und dann genießt deine Pension halt dieses klassische.

Jing: Genau, aber du kannst denen irgendwas vermitteln.

Jing: Auf der einen Seite und auf der anderen Seite musst du natürlich bei den Leuten,

Jing: die auch sehr, sehr viel diesem Land und ihr Leben eigentlich dem ganzen System

Jing: und den nächsten nachfolgenden Generationen gegeben haben, weil die hatten ja

Jing: auch, die haben ja alles aufgebaut, wie man so möchte,

Jing: musst du auch vermitteln, okay, ihr seid in Sicherheit und ihr kriegt alles,

Jing: was euch unter Anführungszeichen versprochen wurde, aber ihr müsst auch,

Jing: weil die haben die meiste Nachsicht für die nachkommenden Generationen,

Jing: weil die arbeiten für die Generationen nachher.

Jing: Und das ist halt das, was ich arg finde, wie man es zusammenbringt,

Jing: die Leute gegeneinander zu bringen, was ich meine.

Jing: Eigentlich ist es viel einfacher, wenn die zusammenarbeiten. Das ist so einfach.

Willy: Das ist genau das, wo ich jetzt einhaken möchte.

Willy: Ich habe vor kurzer Zeit einen Podcast gehabt, mit Josef Riegler,

Willy: Ex-Landwirtschaftsminister, Vizekanzler, und hat die ökosoziale Marktwirtschaft.

Willy: Das, was Ihnen für dieses Argument jetzt speziell aussieht, ist, er ist 1938 geboren.

Willy: Und er hat mir im Podcast erzählt, bei ihnen in der Bauernstube sind wirklich

Willy: noch die Nazis drin gestanden und haben ihren Soldat.

Willy: Und das war Kriegende. Dann war Österreich zwischen 1945 und 1955 nicht eigenständig.

Willy: Also die haben Not erlebt.

Willy: Die Nachricht seid ihr auch. Aber die haben diese Schmerzen gehabt.

Willy: Die haben diese Schmerzen gespürt und aus dem Bewusstsein, der Erfahrung dieses

Willy: Schmerzes heraus, haben die Dinge einen Wert bekommen.

Willy: Jetzt bin ich immer nicht sicher. Also es ist jetzt kein Plädoyer für den Schmerz

Willy: jeder Generation, aber eine gewisse Art des Schmerzbewusstseins,

Willy: Schmerzempfindens etc.

Willy: Ist ja auch notwendig, um quasi sich über die Abwesenheit von Schmerz,

Willy: über Erfolg, über ein Haus, das man bauen kann oder ein Auto,

Willy: das man kaufen kann, auch zu freuen.

Willy: Weil wenn ich den Schmerz wegnehme, an der ganzen Generation,

Willy: und ein bisschen hast du gesagt, du arbeitest jetzt doppelt so hart,

Willy: um ihnen quasi den Schmerz auch zu nehmen.

Willy: Ist das, glaubst du, überhaupt so gescheit? Weil dort, wo wir jetzt wieder sind.

Willy: Geschichte wiederholt sich. damals im Podcast, bin Josef auch gesagt,

Willy: ist die Vergessenheit des Schmerzes, den wir damals gehabt haben,

Willy: zu wissen, dass es auch anders sein könnte.

Willy: Und müssen wir wirklich so schauen auf die nächste Generation oder müssen wir

Willy: ihnen einfach auch die Möglichkeit geben, diesen Schmerz ein bisschen zu empfinden.

Willy: Also Gastronomie auch aus den Schattenseiten. Also es gibt ja einen Nachteil

Willy: in der Gastronomie, um jetzt den Bogen zur Gastronomie wiederzuschlagen.

Willy: Arbeitszeiten sind halt einfach ich will quasi als Gast am Abend nach der Arbeit

Willy: essen gehen. Das heißt, es muss irgendwie am Abend nach der Arbeit arbeiten.

Willy: Nachteil vielleicht, wenn man es so sehen will. Gehört das nicht einfach auch dazu?

Willy: Oder müssen wir das quasi mit diesem Begriff der Work-Life-Balance,

Willy: weil da ist ja dann Abendarbeit, würde dann rausfallen ein bisschen.

Willy: Dann hast du nachher drei Tage, Wochen vielleicht.

Willy: Am Wochenende ist es auch schlecht, du hättest gern das und das.

Willy: Kann mir der Gastronomie das zumuten, dass mir das nimmt? Oder ist das einfach

Willy: Gastronomie und ich lasse mich auch bewusst darauf ein? Jetzt habe ich eine lange Frage gestellt.

Jing: Wenn du unterm Strich jetzt mal

Jing: Warum arbeiten die Leute denn Wochenenden überhaupt?

Willy: Warum arbeiten Leute überhaupt?

Jing: Ja, genau. Das ist eine allgemeine Frage, die man nicht mit einer definitiven

Jing: Antwort beantworten kann, weil im Endeffekt ist es halt so, dass bestimmte Ruhetage,

Jing: bestimmte Festivitäten usw. aus der Kultur herauskommen.

Jing: Warum können Asiaten unter Anführungszeichen den ganzen Weihnachten durcharbeiten?

Jing: Weil sie kein Weihnachten haben.

Jing: Also für uns gibt es kein Weihnachten. Für uns gibt es das neue Jahr,

Jing: das chinesische, aber das ist dann im Februar.

Willy: Aber da würden wir dann auch nicht arbeiten. Da tut es dann weh.

Jing: Genau, aber das ist unterm Strich. Aber dann ist es ein kollektives Ding,

Jing: weil wenn du nach China gehst, zu, Neujahr, hat nichts offen.

Jing: Es hat einfach alles zu. Das ist das Verständnis von frei haben. Alle haben frei.

Jing: Es ist so wie in Italien, im August haben wir dieses, was weiß ich,

Jing: dann sind alle Chili-Vanilli.

Jing: Und dann sagst du, okay gut, dann läuft die Gastronomie ja trotzdem,

Jing: aber wer ist dann in der Gastronomie drinnen?

Jing: Wer arbeitet denn dort? Dann sind es vielleicht die Leute, die unter Umständen

Jing: für die das nicht irgendwie relevant ist und die dann halt dafür im Dezember

Jing: frei haben. Unter Anführungszeichen.

Willy: Dann plädoyere ich für Diversität eigentlich wieder.

Jing: Ja natürlich, du musst einfach im Endeffekt es muss der richtige Deckel auf den richtigen Topf.

Jing: Und das ist heutzutage eigentlich viel einfacher als früher,

Jing: weil du so vernetzt bist, weil du im Endeffekt so viele Entscheidungen treffen kannst.

Jing: Aber es rieselt alles von oben herab.

Jing: Warum muss ein Gastronom denn offen haben an solchen Tagen?

Jing: Es gibt bestimmte Fixkosten. Wenn du zum Beispiel Gastronom bist und Gastronom

Jing: in der neuen Schule, sagen wir, und dir gehört das Lokal im Eigentum, sagen wir.

Jing: Warum solltest du offen haben, wenn du keine Fixkosten hast? Warum?

Jing: Also es tut dir nicht weh, außer dass du dann quasi weniger Gewinn hast.

Jing: Aber für einen eigentlichen, der sich einmietet, du hast keine andere Wahl.

Jing: Du musst vielleicht sogar deine, oder gerade aufbauen, du hast Fixkosten im

Jing: Sinne von Kredite und so weiter, etc.

Jing: Das heißt, unterm Strich

Jing: sind es nicht die Faktoren, die das bestimmen, die als Gastronom selber oder

Jing: als Mitarbeiter oder als Arbeiter oder als Selbstständiger, was auch immer.

Jing: Wir definieren die Faktoren nicht, sondern das Umfeld.

Jing: Also wenn ich könnte, würde ich auch am Wochenende geschlossen haben,

Jing: aber das ist der beste Umsatz.

Jing: Und dann musst du halt wieder mit Gedanken spielen, wie du das am besten umsetzen

Jing: kannst, dass es halt generationenübergreifend dann wiederum weitergegeben wird.

Jing: Weil früher war am Sonntag auch nicht gearbeitet. oder so wie ich es verstanden

Jing: habe, was ich meine. Es ist einfach, aber...

Willy: Ich habe mir vorher ein Mindset aufgeschrieben. Es ist auch so ein populärer

Willy: Begriff, aber im Endeffekt, was du sagst, ist, das Problem existiert nur,

Willy: weil wir das Problem, also konstruktivistisch hast du schon wieder das Problem.

Willy: Wenn ich es nicht aus Problemen sehe, ist es weg.

Willy: Ja, ist es. Das heißt, was du jetzt sagst, ist, wir haben Denkmuster übernommen,

Willy: weil im Prinzip, weil du jetzt vorher gesagt hast, alle haben zu.

Willy: In Österreich war ja das Thema, das Problem, oder ist es, Sonntagsöffnungszeiten.

Willy: Gibt es nicht. Alle haben am Sonntag Freitag das Herren, bla bla bla.

Willy: Außer die Gastro, die muss arbeiten.

Willy: Und das ist schon so ein bisschen das Leid. Ich habe in den 90er Jahren Koch

Willy: gelernt, am Sonntag und am Samstag, eigentlich war es nicht der Sonntag,

Willy: sondern am Samstag sind sie alle fortgegangen.

Willy: Nur ich habe Frühdienst gehabt, ich habe am 6. dort stehen müssen.

Willy: Ich habe nicht fortgekommen.

Willy: Und wenn ich es gemacht habe, dann war der Sonntag furchtbar schmerzhaft. Schmerzen wieder.

Willy: Das ist schon ein bisschen so

Willy: eine Leidensgeschichte. Wenn man aber den Sonntag dann quasi entzaubert.

Willy: Mindset-Geschichte wieder, aber gehört natürlich eine gesellschaftliche Leistung

Willy: dazu, politische Entscheidungen etc.

Willy: Zu sagen, der Sonntag ist nicht so weh, tut mir der Sonntag nicht so weh,

Willy: weil ich konnte theoretisch am Montag oder am Dienstag auch fortgehen.

Willy: Also damals als Kind hättest du nicht.

Willy: Und das ist im Prinzip, was du sagst, trat es im Kopf an den Rädchen, oder?

Willy: Oder sucht ihr, oder wie ist das so?

Jing: Es ist einfach, die Umgebung gibt dir was vor und du versuchst dich anzupassen im Endeffekt, oder?

Jing: Und wie die Umgebung auszusehen hat, sind es wieder wir selber,

Jing: die das quasi beeinflussen.

Jing: Wenn die jungen Leute sagen, hey, da wird nicht mehr gearbeitet,

Jing: dann wird alles am Sonntag zu haben.

Jing: Egal, ob du willst oder nicht, du kannst dich zwingen, die legen sich auf die

Jing: Straße und sagen, das ist genau dasselbe, wir hatten, also in meiner Jugend,

Jing: Nachtgastronomie war geil, Wochenende, bumm, bumm, bumm, gibt es nicht mehr.

Jing: Weil die Jungen nicht mehr wollen und die Alten, also ich kann auch nicht mehr.

Jing: Ich kann auch nicht mehr.

Jing: Es ist ja so, wie es ist.

Willy: Nein, das war es gar nicht mehr.

Jing: Vielleicht war es halt zu will, du kannst nicht.

Jing: Und die bestimmen ja im Endeffekt, was jetzt noch relevant ist.

Jing: Früher war es ja relevant, und nach Gastronomie ist auch der Umsatz gut gegangen

Jing: und so weiter. Und heutzutage Leute, fahre mal zu Hause.

Jing: Also wie gesagt, vor allem in der Gastronomie ist es halt, wenn du die Kunden

Jing: nicht hast, dann brauchst du auch keine Leute, die drin arbeiten.

Jing: Und wenn du die Kunden hast, dann wirst du auch immer Leute finden,

Jing: die unter Umständen drin arbeiten wollen, weil sie Teil davon sein wollen.

Jing: Verstehst du, ich meine? Es ist so, es ist ein...

Willy: Aber fühlst du dich nicht unmächtig, weil du sagst, es sind so große Strukturen,

Willy: die sich verändern müssen.

Willy: Eine ganze Generation von Jugendlichen muss ihr Zugang zum Fortgehen ändern.

Willy: Du als Gastronom, der du jetzt bist, kannst du,

Willy: reagierst du nur, nimmst du dir nur wahr diese Strukturveränderungen oder hast

Willy: du das Gefühl, du bist da handlungsmächtig und kannst diese Strukturveränderungen

Willy: auch gestalten? Oder wo agierst du da?

Willy: Weil ich glaube jetzt nicht immer, wir haben schon gesagt, du hast ein kleines

Willy: Imperium, aber das ist natürlich, um jetzt gesellschaftliche Dynamiken,

Willy: ganze Kohorten von Generationen zu ändern, bist du doch noch zu klar,

Willy: glaube ich. Das geht nicht um eine andere Struktur.

Willy: Aber wo ergibst du dann? Spürst du das so an der Grenze, wenn man von Schnittstellen

Willy: geredet, du merkst, wo sich die Gesellschaft hindeut und brauchst dann das passende

Willy: Gastro-Konzept dann dazu oder wie machst du das?

Jing: Du hast es selber gesagt, das ist Konversation. Und wie funktionieren Konversationen

Jing: halt, du sagst ja alles über soziale Medien, Ich bekomme so viel über soziale

Jing: Medien bis hin zu den einzelnen Gedanken der Menschen mit, obwohl ich die nicht kenne.

Jing: Da kann irgendein 15-Jähriger plötzlich auf TikTok irgendwas schreien.

Jing: Das passt mir nicht. Und dann reflektiert das ja einen gewissen Teil der Gesellschaft.

Jing: Und auf das kann ich reagieren. Weil ich genau weiß, hey, so ticken die.

Willy: Woher warst du das, dass es die so ticken?

Jing: Es kommt. Du spürst es. Du spürst es und du redest ja auch mit anderen.

Jing: Also natürlich nicht aus einem Einzelfall. Natürlich überbruchst du das.

Jing: Es ist jetzt nicht so, okay, aus dem schließe ich jetzt, sondern schon mehrere

Jing: Faktoren und dann baue ich mir schon auch ein Argument zusammen,

Jing: etwas zu machen oder etwas nicht zu machen.

Willy: Validierst du das quasi?

Jing: Genau, richtig. Und unterm Strich ist es genau das,

Jing: was ich finde, was als Gastronom gemacht werden sollte, sich nämlich anzupassen

Jing: an die Gesellschaft, nicht umgekehrt versuchen, die Leute dazu zu zwingen,

Jing: etwas zu machen, was halt nicht zukunftsfördernd ist.

Jing: Verstehst du, ich meine? Also du, da geht es schon mehr in Richtung politische,

Jing: gesellschaftspolitische.

Willy: Ja, aber du musst.

Jing: Im Endeffekt sehen,

Jing: früher gab es keine Nachbarbeschwerden, unter Anführungszeichen.

Jing: Die waren ja selber fort am Wochenende und deswegen will sie sich beschweren.

Jing: Nur jetzt werden die Leute ruhiger, dann wirkt sich das natürlich auch auf deinen Betrieb aus.

Jing: Du musst früher zumachen, Gastgarten darf nicht so lange offen sein.

Jing: Letztens, gestern hast du mit einem Kollegen gesprochen, und ich meine,

Jing: der heiratet halt außerhalb von Wien, weil in Wien muss nach 11 Uhr Senderpause,

Jing: weil sonst kriegst du Stress, unter der richtigen Stress.

Willy: Hochzeitanzeige.

Jing: Genau sowas, aber in Niederösterreich geht es halt noch. Und natürlich ist es

Jing: halt auch schwierig jetzt

Jing: bundesländerübergreifend das jetzt groß zu machen, weil die Regierung ist ja

Jing: ganz Österreich, aber es ist halt anders überall.

Jing: Und ich kann in Wien, muss ich mich genau diesen Gegebenheiten dann anpassen

Jing: und muss auch genau diese Gegebenheiten finden.

Jing: Natürlich entstehen dann Marktlücken, die man erkennen kann,

Jing: wenn man genau das, die umgekehrte Seite ansieht.

Jing: So alle kacken ab.

Jing: Vielleicht ist das jetzt eine Chance für mich, wenn man es halt gut irgendwie

Jing: und ich habe halt die möglichen Mittel und die mögliche Idee und die möglichen

Jing: Leute, die dann das aufziehen können, dann hast du wieder gleichzeitig einen Bonus.

Jing: Aber dann ist halt die Frage, ob du jetzt die Kraft hast, das zu machen im Endeffekt

Jing: und wie lange das dann auch noch steht.

Jing: Und ich sage so, wie es ist, die meisten, also wenn du halt nur kurz überlegst,

Jing: nicht viele Gastronomie

Jing: Lokale, also Österreich ist schon sehr, oder Wien vor allem,

Jing: ist so ein krasser Sonderfall, dass halt Institutionen bestehen können über

Jing: 100 Jahre, weißt du, das ist krass.

Jing: In China stirbt jeder, also wenn du in China fliegst, nach zwei Jahren hast

Jing: du am selben Ort und Stelle, findest du dich nicht mehr wieder,

Jing: weil das sind einfach neue Konzepte, neue Lokale.

Jing: In Amerika genauso, nicht? Heute ist der Hype, morgen ist der Hype.

Jing: Bei uns ein Café Sacher blüht, ja, aber das ist halt ein

Jing: Eigenstellungsmerkmal hier in Wien fast schon. Traditionsbetriebe und so weiter.

Jing: Das darf auf jeden Fall nicht

Jing: Da muss man sogar politisch sagen, okay, dann muss man da jetzt irgendwie um

Jing: das, um das, um die Sinnhaftigkeit,

Jing: ich kann es nicht, ich kann es schwer in Worte fassen, weil Altes und Neues

Jing: gleichzeitig zu balancieren ist das Schwierigste und da ist eben auch die,

Jing: der politische und der gesellschaftliche Wille gefragt, ob man das aufrechterhalten

Jing: will, aber für mich ist es wichtig, dass man das aufrechterhält,

Jing: andere würden sagen, nein, wir müssen die alte Fassade abreißen und so nachher,

Jing: aber im Endeffekt friedlicher Übergang.

Jing: Es kommt, wie es kommt. Und ich weiß, ich weiß unter Umständen,

Jing: ich habe meine Vorstellung, wie es kommen wird.

Jing: Und die Zukunft wird ganz anders aussehen, als wie wir sie uns jetzt ausmalen im Endeffekt.

Jing: Und davor scheißen sie sich natürlich alle an. Alle scheißen.

Jing: Ich scheiß mich auch an. Also wenn in fünf Jahren die Zeit vorbei ist mit allen

Jing: anderen Sachen und so weiter.

Jing: Aber damit damit befasse ich mich ja.

Jing: Und ich glaube, es ist auch wichtig, dass man selbst als Individuum realisiert,

Jing: deine Zeit kann auch mal ablaufen, verstehe ich meine. Und das wollen die wenigsten.

Jing: Dass älter werden, dass okay ins Vergängliche überschreiten.

Jing: Es kann sein, dass ich in fünf Jahren einfach, weißt du, meine Lokale komplett

Jing: umbesucht werden und alles weg.

Jing: Aber das schmerzt mich ja gar nicht in dem Sinne, weil ich bin ja nur Teil dieses

Jing: ganzen Entstehens und wieder wieder kollabierend im Endeffekt.

Jing: Aber das ist ja nicht so schlimm. Das ist Wandel, das ist die Zeit.

Jing: Also ich verstehe einfach nicht, warum man etwas festhalten muss.

Jing: Aber ich sehe halt, dass man quasi den Wandel nicht plötzlich machen sollte, sondern langsam.

Jing: Stetig. Weil wenn du keinen Nachfolger hast für dein Traditionslokal,

Jing: dann gibt es dein Traditionslokal auch nicht mehr.

Jing: Und selbst wenn du einen Nachfolger hast und dein Nachfolger hat andere Ideen,

Jing: dann hast du diese Tradition, die du als Tradition empfunden hast,

Jing: sondern einfach eine neue Tradition.

Jing: Und das wollen auch viele Leute nicht. Also viele Leute haften einfach an dem...

Willy: Thema Hofnachfolge in der Landwirtschaft Same-Same.

Jing: Echt? Es ist aber... Es ist nicht so schlimm.

Jing: Ich möchte den Leuten einfach nicht sagen, es ist nicht so schlimm,

Jing: dass sich Sachen verändern. Es passiert einfach. Aber Veränderungen beängstigen

Jing: halt die meisten Leute. Die nicht? Ja.

Jing: Mein Leben besteht nur aus Veränderungen.

Jing: Ich habe noch nie Nicht-Veränderungen in meinem Leben erlebt.

Jing: Und ich denke, das Leben ist gut, wenn man es halbwegs monoton durchziehen kann,

Jing: wenn es nicht so viele Höhen und Tiefen hat.

Jing: Aber das ist auch relativ zu sehen. also für manche Leute, wenn ein Haustier

Jing: abkratzt, das ist irgendwie so der Low Point of his life, weißt du?

Jing: Und das ist auch verständlich.

Jing: Aber keine Angst davor haben, weil es passiert so oder so, aber man muss einfach,

Jing: man sollte nicht dazu beitragen, was irgendwie beschleunigt wird oder entschleunigt

Jing: wird, sondern einfach, einfach go with the flow.

Jing: Also es ist halt mega komisch, das zu sagen, aber das ist halt auch das,

Jing: was uns in Österreich wirklich ein bisschen definiert,

Willy: Gefühle in Worte zu fassen.

Jing: Oder wie? Ja, machen wir, machen wir. Quasi. Ja, quasi.

Jing: Das können wir eh so. Und dann eiern wir halt rum, aber im Endeffekt...

Willy: Aber das ist ja positiv eigentlich. Das ist ja dieses Langsame.

Jing: Das ja umeiern, oder? Ja, aber derzeit ist es nicht so. Das ist das,

Jing: wovor ich Angst habe, ist, dass es nicht mehr so ist in der Konfliktlösung,

Jing: in der Problemlösung und in der Suche von dem,

Jing: weil dann die Leute einfach komplett ausschweifen und dann auseinander gehen

Jing: und dann extremer bilden und das ist halt zu heftig.

Willy: Du bist quasi das gastronomische Bandant zu den Zielen von Bauer,

Willy: zu der Bibel, wir treten ja damit an, dass wir ausschweifen,

Willy: dass wir die Leute wieder zusammenbringen.

Jing: Dass wir zurückholen, zurückholen und so weiter. Es ist nicht mal so extrem,

Jing: wie die Leute das im Internet so die ganze Zeit so rausballern.

Jing: Ich weiß nicht, woher das kommt und ich weiß auch nicht, wie leicht man eigentlich

Jing: falsch und Missinformationen und Fehlinformationen da einfach die ganze Zeit

Jing: irgendwie sich aufbläst, was ich meine.

Jing: Die Welt ist nicht so, also es ist kompliziert, aber es ist nicht so...

Jing: Extrem, wie man es sich vorstellt. Es ist nicht ja, nein. Alles ist dazwischen.

Jing: Es muss so oder es muss so. Selbst die Wissenschaft diskutiert ja noch über

Jing: viele Themen, wo sie sich nicht einig sind.

Jing: Aber diese Diskussion ist friedlich. Es ist nicht so, ich hau deine Goschen.

Willy: Es ist peer-reviewed. Also wenn du mit Wissenschaftlern redest,

Willy: siehst du schlagen, es ist zwar nicht direkt, aber es ist teilweise wirklich kämpfen bis aufs Blut.

Jing: Aber es ist okay.

Willy: Aber es ist kontrolliert und es artet nicht komplett aus.

Jing: Nein, natürlich nicht.

Willy: Aber das mit den Medien habe ich heute gerade wieder gehört,

Willy: Negativity Bias heißt das.

Willy: Es ist uns scheinbar auch ein bisschen evolutionär angelegt,

Willy: dass wir bei negativen Nachrichten eher hinhören, weil es das potenziell auch

Willy: mehr Gefahr für uns bringen könnte.

Willy: Es ist quasi in uns ein bisschen evolutionär sogar drinnen und die Medien sagen ja im Endeffekt,

Willy: also Social Media sowieso, also die lauten, das, was du sagst,

Willy: das Polarisierende, das Laute, das Angstmachende, wir haben eine Affinität dafür.

Willy: Und die Frage ist natürlich, jetzt haben wir den Filter verloren,

Willy: früher hat es ja quasi den Qualitätsmedienfilter gegeben, was nur ein Herz ist,

Willy: einfach Open Gate, das kannst du einfach raufleeren auf die Leute.

Jing: Aber ich sage es mal so, da habe ich eigentlich, da habe ich schon irgendwie

Jing: das Gefühl, dass irgendetwas daherkommen muss, in Form von einem Gesetz oder

Jing: in irgendeiner Form von, Ich meine,

Jing: früher die Diskussionen untereinander haben ja nicht so eine Reichweite.

Jing: Auch wenn man dann irgendwann mal kurz abschweift und mit Missinformationen

Jing: in Kontakt kommt, kann man sehr schnell wieder berichtigen, indem man sich fortbildet,

Jing: liest oder sonst irgendetwas oder mit Experten, mit richtigen Experten sich auseinandersetzt.

Jing: Aber mittlerweile ist halt die Reichweite durch die sozialen Medien so groß

Jing: geworden, dass man einfach so viel Unsinn, Irrsinn,

Jing: auch wenn das nicht beabsichtigt ist, auch wenn die denken, ja gut,

Jing: ich habe das jetzt von jemandem mitbekommen, dem ich vertraue,

Jing: aber der könnte irrsinn und dann vergrößere ich und bin sein Sprachrohr,

Jing: dann ist es halt sehr, sehr schwierig für den Normalen, der nicht die Expertise

Jing: hat in diesem Sachverhältnis, in diesem Feld, zu unterscheiden,

Jing: ob das jetzt die richtige oder die falsche Information ist. Wie sollst du das machen?

Jing: Genau, aber man sollte diesbezüglich Leute, die halt zumindest Reichweite haben,

Jing: Einen kleinen, also nicht unbedingt eine, nicht zensieren, sondern eine gewisse

Jing: Hürde vorlegen, wie zum Beispiel, du hast eine bestimmte Follower oder du hast

Jing: eine bestimmte Reichweite.

Willy: 120.000 auf Instagram bei dir zum Beispiel.

Jing: Zum Beispiel, wenn du dann mal irgendwas quasi von dir gibst,

Jing: dass es dann auch irgendwie gewisse gerechte Strafen dafür gibt,

Jing: wenn das wirklich dann dazu führt, dass dann Leute dann...

Willy: Wie würde man die kontrollieren? Also was würdest du für deinen Kanal,

Willy: machen wir es direkt bei dir, weil dann betrifft es sich selber,

Willy: wie würdest du da Qualitätskriterium anlegen?

Willy: Ausbildungs deinerseits, müsstest Ausbildungsnachweise bringen,

Willy: Qualifikationsnachweise, gibt es eine externe Zertifizierungsagentur,

Willy: die teilweise deine Inhalte auf Wahrheit oder auf Faktizität prüft oder wie würdest du das angehen?

Jing: Wir haben Institutionen, wissenschaftliche Institutionen, die einfach Informationsoutput

Jing: rauslassen, die, wie du sagst, peer-reviewed sind und auch einfach Relevanz haben in Wahrheit.

Jing: Natürlich können die auch unter Umständen falsch sein, Nature kann auch mal

Jing: ein Blödsinn publischen und so weiter.

Jing: Das ist falsch, Indikation. Genau, aber das Problem ist,

Jing: das Gute daran ist, es sind Leute dahinter,

Jing: die nicht irgendwie, jetzt mal kurz einen Satz drüber rauslassen,

Jing: sondern die zum Teil für diese Aussage 20, 30 Jahre Lebenszeit dahinter stehen.

Jing: Und nur um diese eine Aussage quasi zu falsifizieren oder quasi,

Jing: Also diese Institutionen, denen darf man schon Vertrauen schenken und auch Glauben

Jing: schenken, vor allem in Europa, die nicht fremdfinanziert werden,

Jing: sondern das ist halt das Wichtigste, das ist das, was eigentlich die Einheit,

Jing: die europäische Einheit, was die meisten Leute nicht realisieren,

Jing: alles was fremdfinanziert ist, kann unter Umständen, aber das wird auch dann

Jing: peer reviewed, also es sind ja Konflikte dazwischen.

Jing: Aber in Europa sind die meisten Universitäten darauf ausgelegt,

Jing: oder die Forschungen, dass es der Allgemeinheit zugutekommt.

Jing: Und nicht bestimmten Industrien. Und keine Drittmittel. Genau, keine Drittmittel.

Jing: Deswegen sagen die, in Europa erforschen wir, aber wir sind nie kapitalistisch

Jing: erfolgreich. Wir erfinden MP3, aber die Amerikaner ziehen den Profit,

Jing: die erfinden das und die Chinesen ziehen Profit.

Jing: Ja, aber das ist, weil wir eben darauf aus sind, die Informationen gründlich

Jing: und dem Sachverhalt entsprechend richtig.

Willy: Das Vorsorgeprinzip quasi. Erst einmal schauen, ob es potenziell schädlich ist

Willy: und dann zulassen. Und das ist ja aber das Mindset.

Jing: Ja, aber natürlich, wenn es jetzt international ist, werden viele andere davon profitieren.

Jing: Aber das ist ja nicht unser Ziel. Also wenn es unser Ziel wäre,

Jing: von allem zu profitieren, dann musst du dir wieder Gedanken machen,

Jing: okay, dann ist die Forschung vielleicht doch ausgerichtet

Jing: auf das Geld und so weiter, wie zum Beispiel in Amerika ist es ja krass. Also

Jing: wenn man Geld reinsteckt in bestimmte Forschungsinstitute, dann hat man halt

Jing: bestimmte Ziele, die man erfolgt.

Jing: Und in China ist es halt vom Staat finanziert.

Jing: Und da gibt der Staat eigentlich den Ton vor, was darfst du forschen,

Jing: was sollst du forschen, wie sollst du forschen.

Jing: Dann sagt man in Europa wieder, okay, vielleicht ist es doch gut,

Jing: wenn man so eine Kontrolle hat, weil dann ist es zielgerechter.

Jing: Wir forschen nicht in die Pampa

Jing: hinein. Aber dann ist halt, Forschung ist genau das, man weiß ja nicht,

Jing: was für Erkenntnisse man erlangt. Man weiß ja nicht, in welchem Bezug man das verwenden kann.

Jing: Die Leute, die, letztens habe ich ja einen Beitrag zum MP3, der hat das erfunden,

Jing: der hat gedacht, okay, gut, dann habe ich das erfunden.

Jing: Aber dann wurde das genutzt, der Nutzen ist weitaus über dem,

Jing: was man, weil einfach nicht dieser wirtschaftliche Gedanke dahinter ist.

Jing: Der gemeinnützige Gedanke. Genau, der gemeinnützige Gedanke.

Jing: In Europa ist einfach so stark, dass man sich gegenseitig...

Willy: Gemeinnützigkeit für den Arsch, oder? Nein. Nein, es ist bewusst provokant.

Willy: Ich habe jetzt immer diese Frage, ich habe ja Studenten, ich stelle eine Frage,

Willy: am Ende des Tages, es gibt nur noch zwei Menschen auf dieser Welt,

Willy: der eine ist ein europäischer Philosoph oder europäische Philosophin und das

Willy: andere ist ein internationaler Schläger.

Willy: Und dann stellen sich die zwei gegenüber und die entscheiden jetzt über die

Willy: Zukunft der Welt. Wer wird sie durchsetzen?

Jing: Es werden beide sterben im Endeffekt, weil einer vielleicht auf kurzrichtiger

Jing: Sicht und der andere wird nicht überleben.

Willy: Alleine meinst du. Aber was wird passieren?

Willy: Das ist natürlich eine rhetorische Frage, der Schläger, der schlockten Philosophen.

Willy: Wenn du es jetzt umlegst, das ist die Metapher auf heute, es ist eh schön.

Willy: Man kann bei Europa sehr viel über Kolonialismus und blablabla,

Willy: also du kannst wirklich viel diskutieren und da ist nicht alles top.

Willy: Okay, wir sind vorsorgeorientiert. Wir schauen erst, was es auswirken kann,

Willy: deswegen auch bei Gentechnik etc.

Willy: Vorsichtiger und so. Wir sind sehr philosophisch, die EU-Einstimmigkeitsprinzip

Willy: und so weiter und so fort, also eh schön.

Willy: Nur, wenn du jetzt links und rechts schaust, was bringt es uns denn?

Willy: Also das ist quasi so schon eine philosophische Frage, wenn das Narrativ der

Willy: Welt ein anderes ist, weil sich das Europäische nicht durchsetzt,

Willy: also das ist manchmal so ein bisschen der Eindruck, den man gewinnen könnte,

Willy: ja, was bringt es denn dann?

Willy: Schegstam ist auch tot, ist so quasi die österreichische Variante. dafür, ne?

Willy: Was gibt's, wie kamst du dem entgegnen?

Jing: Da ist der Zeitbegriff wieder sehr, sehr wichtig.

Jing: Wo ist der Frieden denn? Wer hat denn der Frieden derzeit am längsten?

Jing: Verstehst du? Unterm Strich.

Jing: Und wie weit wird die Entwicklung mit der Zeit gehen?

Jing: Also ich gehe davon aus, dass Europa in der Form, wie wir sie haben und wie

Jing: wir sie jetzt fortführen mit den Konversationen, mit denen, okay,

Jing: wir sind zwar viele Länder, aber wir versuchen halt einen Kompromiss zu finden,

Jing: viel weiter kommen wird.

Jing: Also ultimativ, als ein Land wie, ich nenne jetzt kein Land,

Jing: aber ein anderes Land, das nicht so regiert, weil die Menschen machen die Gesellschaft aus,

Jing: die Menschen machen das Land aus, die Gesellschaft macht das Land aus und ob

Jing: es blüht oder nicht blüht, liegt ja trotzdem wiederum an den Menschen.

Jing: Nur die Zeit, also wenn, sagen wir, Staatsoberhäupte, unter Anführungszeichen,

Jing: unsterblich wären, wenn gewisse Strukturen unsterblich wären,

Jing: dann kann man sagen, vielleicht ist es doch besser, anders zu agieren,

Jing: weil im Endeffekt kann sich das nicht ändern, außer durch eine Revolution.

Willy: Die nicht gut ist.

Jing: Genau, die nicht gut ist, aber im Endeffekt haben die alle ein Ablaufdatum.

Jing: Alle haben ein Ablaufdatum. Menschen haben ein Ablaufdatum.

Jing: Aber wenn man die Jungen ranlässt, dann ist das Ablaufdatum halt erneuert.

Jing: Dann gibt es neue Leute, frische Kraft.

Jing: Nur diese Leute werden in anderen Systemen komplett aus Acht gelassen.

Jing: Das heißt, man merkt es selber.

Jing: Die Regierungen überall auf der Welt, was für Leute da drin sitzen,

Jing: ganz oben alle über 70, 80.

Jing: Wie kann in so einem System die Langfristigkeit, wie kann es eine Langfristigkeit geben?

Jing: Wenn du den Frühling selber, wie soll ich das sagen?

Jing: Also ich will es in Metaphern sagen, weil ich nicht bestimmte...

Jing: Ich liebe Metaphern. Ich will nicht bestimmte kritisieren oder sonst irgendwas,

Jing: aber du musst halt überlegen, wenn das Junge nicht blühen kann,

Jing: dann ist alles nur laub und das zerfristet dich einfach selbst.

Willy: Und nichts nachkommt.

Jing: Es kommt nichts nach. Es kommt nichts nach. Wir denken, wir arbeiten einfach

Jing: ins Leere hinein, nur wir haben die viel langfristigere Lösung,

Jing: weil wir die Jungen mitreden lassen, weil wir die

Jing: Andersdenkenden mitreden lassen und alle halt irgendwie in der Konversation aber friedlich

Jing: teilhaben können.

Jing: Überall anders ist so mein Wort gegen dein Wort und wenn ich halt die stärkere

Jing: Faust habe, sorry, aber wie lange hast du die stärkere Faust?

Jing: Dann kommt wer andere mit der anderen stärkeren Faust und dann dreht sich das halt im Kreis.

Jing: Und leiden tut er ja nur in die Gesellschaft darunter, weißt du, was ich meine?

Jing: Und das da wird in Europa nicht passieren und kann auch garantieren,

Jing: dass es nicht passieren kann mehr mittlerweile, weil ich sag dir mal,

Willy: In einer Zeit, wo man Angst davor hat, dass vieles wieder passiert,

Willy: kommt es mit einer positiven.

Jing: Optimistischen Ich sage dir, wieso es nicht passieren kann. Weil ultimativ geht

Jing: es ja darauf an, wenn man sagt, regional vom dritten Weltkrieg,

Jing: aber der dritte Weltkrieg ist nichts anderes als zwei Atombomben und dann ist es aus für alle.

Jing: Also es ist im Endeffekt nur ein Gelabere, weil Krieg kann nicht mehr so passieren,

Jing: kann nicht mehr, außer es gäbe keine Atomwaffen, sagen wir unter Anführungszeichen.

Jing: Solange es Atomwaffen gibt, kann es den Krieg in der Form gar nicht mehr geben,

Jing: weil es ist entweder, ja oder nein. Also ja, weg, Ende.

Jing: Also dann überlebt halt irgendwie, aber dann kannst du nicht wissen, wer überlebt.

Willy: Also so einen 30-jährigen Krieg gibt es nicht mehr, wenn man 30 Minuten wahrscheinlich.

Jing: Wenn es halt wirklich drauf ankommt, ist es in 30 Minuten vorbei.

Jing: Oder in einer Stunde oder in einem Tag oder was auch immer.

Jing: Natürlich kann man Angst davor haben, aber davor hat jeder Angst.

Jing: Davor haben nicht nur wir Angst, sondern auch Aggressoren haben Angst.

Willy: Und dadurch ist es wieder unbegründet, weil es eh jeder ist.

Jing: Genau, jeder hat Angst davor.

Willy: So wie mit dem Haus, der du gesagt hast. Er wird sterben, fülle dich damit ab.

Jing: Genau. Aber wir müssen trotzdem für das Richtige arbeiten.

Jing: In dem Ganzen, in der Menschheitsgeschichte ist es halt genau so und wir hatten

Jing: halt noch nie so einen Punkt, wo man denkt, hey, das könnte eigentlich,

Jing: das Ende der Menschheit bedeutet das.

Jing: Also wenn jetzt etwas schief läuft, ist es das Ende der Menschheit.

Jing: Aber wer wird die Verantwortung darüber tragen, den Ende der Menschheit quasi

Jing: zu verursachen, der wird dann wirklich in die Menschheitsgeschichte eingehen.

Willy: Die hat keiner mehr liest.

Jing: Aber zumindest gibt es da jemanden. Aber unterm Strich ist, glaube ich,

Jing: derzeit noch keiner verrückt genug, um das jetzt umzusetzen.

Jing: Also es wird immer Zankereien geben, aber das ultimative Ziel wird nicht sein, ey, wir

Jing: kämpfen oder was, weil unterm Strich, Atomwaffen hat Europa auch.

Jing: Also ich sag's jetzt mal so, wie es ist, weißt du, was ich meine?

Jing: Wenn's halt wirklich drauf ankommt.

Willy: Ja, vergiss mal. Frankreich hat's wieder letztens wieder angeboten und in der

Willy: Technik gerufen, hey du, wir haben da doch auch was.

Jing: Ne? Genau, also wenn was passiert, dann du eine, ich eine, dann du noch eine

Jing: und ich noch eine und Europa ist nur so groß, du brauchst vielleicht zehn Stück

Jing: und dann ist es eh schon vorbei.

Jing: So und dann, weißt du, blöd gesagt, nicht?

Jing: Und dann ist Amerika auch da und so, okay, dann mach ich auch und China und

Jing: Indien und wer auch immer alles da hat, aus Japan.

Jing: Ich habe keine Ahnung, wer die alle hat. Aber es ist vorbei.

Willy: Du kannst eh nichts machen. Es ist quasi ummächtig vor der Unmacht,

Willy: deswegen quasi mit Eile umdrehen.

Willy: Macht. Also, wurscht. Mach weiter.

Jing: Und wir für uns selber ist natürlich die Situation kacke, weil es wirtschaftlich

Jing: einen großen Einfluss hat, weil Sorge, wie Weltpolitisch genau. Psychologie wieder.

Jing: Aber es gibt auch einen realen, natürlich wegen dem Notstand der Energie,

Jing: weil Energie einfach so eine starke Ressource ist, auf die wir uns irgendwie

Jing: zurücklehnen als Arbeiterschaft.

Jing: Ich weiß ja selber, wenn ich jetzt nicht die Energie hätte, bräuchte ich irgendwie

Jing: zehn Leute mehr, um dieselbe Arbeit zu machen, weil, weißt du,

Jing: Kombidampf, bla bla, aber früher ist halt alles irgendwie Maschine,

Jing: dann machst du halt Feuerholz und Brenzner.

Willy: Dein Wok mit Feuerholz, wie du quasi nach Hause gereist bist,

Willy: also nach Hause, Kinderkreis bist,

Willy: hast du das gesagt mit dem Vokum, viel mehr Arbeit, da hast du das glaube ich

Willy: selber gesagt, das könnte ich gar nicht machen.

Jing: Und ich finde es auch krass, dass halt die, die am meisten Angst haben,

Jing: sind eigentlich die Leute, die am wenigsten Angst haben sollten im Endeffekt.

Jing: Weil die Jungen, die haben Sorge, aber ich glaube nicht, dass sie Angst haben, was ich meine.

Jing: Ich glaube, die, die Angst haben, sind die Leute, die einfach schon Um...

Jing: Was zu verlieren haben. Also ganz dumm gesagt, wenn ich eh nichts zu verlieren

Jing: habe, wovor habe ich denn Angst im Endeffekt? Und viele reiten auch auf dem, verstehst du?

Willy: Privilegien, Status.

Jing: Aber darauf sollte man sich nicht irgendwie ausruhen. Wir müssen weiter als

Jing: Gesellschaft, wir müssen neue Sachen erkunden, wir müssen die Gastronomie revolutionieren.

Jing: Also revolutionieren, ich will nicht revolutionieren, ich will einfach nur langsam

Jing: verändern, so den Wandel mitgehen und so weiter.

Jing: Aber nicht negativ, sondern positiv. und nicht so abrupt.

Jing: Also für viele, man muss halt wissen, in der Gastro ist es halt so,

Jing: es verändert sich 30 Jahre lang nichts und dann kommt etwas und alle sind dann

Jing: so schaar. Boah, die Küche.

Jing: Ja, aber auch in so Raucherlokale und so und Nichtraucherlokale.

Willy: Außer in Österreich.

Jing: Ja, aber Pfandpflicht.

Jing: Warum? Es ist eine Diskussion, die man nicht führen sollte. es ist einfach so

Jing: warum haben wir das nie früher gemacht was ich meine und dann ist er so warm

Jing: und da hat dieser klima schützer aber unterm strich

Jing: Gastro ist auch ein Pfannsystem, was ich meine, mit den Gläsern und so weiter.

Jing: Das ist eh schon etabliert.

Jing: Es ist halt nur noch nicht in die Gesellschaft hinein integriert,

Jing: dass alle Leute das machen. Aber in bestimmten...

Willy: Das verstehe ich jetzt nicht. Gastro ist ein Pfannsystem?

Jing: Also ich verwende Gläser. Ja, das ist ein Pfannsystem. Es hat schon ein System. Ach so.

Willy: Ja.

Jing: Oder die Fässer sind auch Pfannen.

Willy: Ah, so meinst du. Ja, ich bin schon dabei.

Jing: Du schmeißt ja die Fässer nicht weg.

Willy: Das ist ein Standard eigentlich. Das ist ein Standard.

Jing: Natürlich. Und du zahlst ja auch für das Pfannen und kriegst das wieder zurück

Jing: und das wird halt abgewickelt und das ist auch ein System, das es einfach schon

Jing: gibt, unter Anführungszeichen.

Jing: Natürlich ist es halt für die Gastro wieder anders, weil wir halt,

Jing: ich weiß nicht, aber das war halt immer so, ich bin da reingegangen und da gab

Jing: es halt das Pfandsystem, aber früher war es ja auch nicht so.

Jing: Früher war es auch aus Flaschen, aus den Plastikflaschen wahrscheinlich die

Jing: Soda, Zitronen gemacht, keine Ahnung.

Willy: Da gibt es ja den Anspruch irgendwie so, alle wussten, dass es nicht geht,

Willy: bis einer kam und dann kam Thomas und der wusste das nicht.

Willy: Es sind so gelernte Systeme. Das ist so ein bisschen die erlernte,

Willy: Unselbstständigkeit.

Jing: Aber in Österreich passiert eh alles schon so langsam. Man kann sich nur drüber

Jing: aufregen. Entweder man regt sich drüber auf, es ist zu langsam.

Willy: Aber du bist ja ein Plädoyer für die Langsamkeit.

Jing: Außer die Veränderung. Ja, aber darüber kann man sich auch...

Jing: Ich würde es in keinem anderen Land der Welt sagen, außer in Europa.

Jing: Wir haben halt das Privileg, dass wir langsam sein dürfen.

Willy: Muss man sich leisten können.

Jing: Natürlich muss man sich leisten können im Endeffekt. Aber wir brauchen es auch nicht mehr.

Jing: Also wie gut kann es dir noch gehen, wenn es, also das ist natürlich blöd,

Jing: das ist jetzt auch nicht richtig formuliert. Es gibt noch immer Leute,

Jing: denen es sehr, sehr schlecht geht.

Jing: Aber es ist halt kein Vergleich mehr dazu, zu dem, was ich kennengelernt habe als schlecht.

Jing: Oder was meine Eltern oder vor allem deren Eltern noch einmal,

Jing: weil ich kenne ja, meine Großeltern sind schon verstorben, weil der war im Korea-Krieg.

Jing: Was ich meine, mein Großvater, die wurden geschickt, um...

Jing: Ja, und dann sind das halt die Diskussionen, die du niemals führen wirst,

Jing: aber zu denen ich irgendwie beitragen muss,

Willy: Weil du weißt… Hast du nur einen Bezug dazu?

Jing: Zum Korea-Krieg?

Willy: Nein, zu den Verlusten, was du jetzt gesagt hast. Nein, ich habe mein Verständnis.

Jing: Natürlich, ich habe keinen Bezug,

Jing: aber mein Bezug ist zu meinen Eltern und der Bezug, hier arm zu sein.

Jing: Aber hier arm zu sein, ist nicht dasselbe wie in China arm zu sein,

Jing: beziehungsweise wie dasselbe wie… Aber warst du das? Natürlich.

Willy: Jetzt lernen wir dich nämlich normalerweise steigen wir biografisch ein in den

Willy: Podcast das haben wir jetzt ein Packticket Entschuldigung ein Packticket,

Willy: ja ich werde in der Zwischenzeit die Frage langsam formulieren,

Willy: wir haben jetzt quasi ein wenig dein Weltbild für Leute am Podcast nehmen wir

Willy: gerade sein Packpickerl,

Willy: wir haben jetzt ein bisschen dein Weltbild und eine Sichtweise auf die Dinge gehört.

Willy: Und jetzt wollen wir ein bisschen herausfinden, nämlich woher dieses doch,

Willy: sage ich mal, sehr besondere und für dein Alter sehr reflektierte Weltbild kommt.

Willy: Du hast es jetzt ein paar Mal schon erwähnt,

Willy: dein Großvater war im Koreakrieg, deine Eltern sind ausgewandert,

Willy: du kennst beide Seiten, das ist ja glaube ich auch die große Stärke,

Willy: deswegen freue ich mich, dass du da im Podcast bist, weil du so ein bisschen

Willy: vermitteln kannst zwischen zwei unterschiedlichen Welten, weil du einen sehr

Willy: direkten Bezug hast zu zwei Welten.

Willy: Und jetzt möchte ich verstehen, in welcher Welt bist du damals reingeboren worden,

Willy: aus welchem Humus hat sich quasi deine Überzeugung und deine Sicht auf die Welt entwickelt?

Willy: Also in deinen Worten jetzt und was war das für eine Zeit?

Jing: Es ist eine sehr, sehr lange Geschichte. Ich weiß nicht mal,

Jing: ob wir genug Zeit haben dafür, aber grundsätzlich, also so kurz und informativ wie möglich gestalten.

Jing: Das Destillat. Ja, genau. Das Destillat, genau. Meine Eltern sind relativ jung

Jing: hergekommen. Also mein Vater war, glaube ich, so 16 oder so. 16?

Jing: 16 oder 18. Er sagt ihm, also es sind variiert.

Jing: Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie er das ist. Genau, es ist schon 40 Jahre

Jing: her. Er war sehr, sehr jung hier, aber hat Stationen gehabt in Frankreich und

Jing: war halt immer in der Küche tätig.

Jing: Aber er ist halt hierher gekommen, weil seine Schwester schon da war und hier

Jing: auch schon verheiratet war und so.

Jing: Und die hatten hier halt schon eine Basis hier quasi und haben auch schon eine Mietwohnung gehabt.

Jing: Also damals hat es ja noch, 80er Jahre, genau, ist es hergekommen,

Jing: eben aufgrund dessen, dass man hier Jobs noch hatte, weil in China damals die Wirtschaft war nichts.

Jing: Also in China war 80er Jahre Kulturrevolution gerade, also wenn überhaupt,

Jing: vielleicht war er noch, ich weiß nicht, das ist einfach, weiß man nicht mehr viel von der Zeit.

Jing: Aber im Endeffekt kommt er eben aus einer Zeit, wo sehr, sehr Gewalt,

Jing: in China auch sehr, sehr viel Gewalt war und auch oben, unten,

Jing: Klassenkampf, und auch grundsätzlich vieles falsch gelaufen ist,

Jing: würde ich mal so behaupten.

Jing: Würde nicht so sehen, aber ich sehe es schon ein bisschen so.

Willy: Man muss ja nicht immer einig sein.

Jing: Ja, aber es ist halt die Nachwehen vom Krieg, also vom riesigen Weltkrieg nach Wien.

Jing: Und China war ja nie die Priorität, von der Welt irgendwie aufzubauen,

Jing: vor allem mit Welt meine ich eigentlich Amerika, wenn wir Europa aufzubauen

Jing: und Asien ist ja so, aber wurscht.

Jing: Jedenfalls hat sich halt, aber da geht wieder die ganze Migrationsgeschichte

Jing: ganz weit zurück, weil man muss halt anschauen, wie sind Chinesen überhaupt

Jing: nach Europa gekommen, über die Seidenstraße, über Handel und so weiter,

Jing: über den Wasserweg, quasi den ganzen Weg nach Niederlande und dort Antiquitäten

Jing: und Handeln im Endeffekt, sind über Handelswege hierher gekommen und man hat

Jing: halt viel Handel betrieben und es gibt ja schon...

Willy: Globalisieren eigentlich.

Jing: Genau, in den Niederlanden gibt es jetzt schon Chinesen schon oder auch in Amerika

Jing: sind schon, also jetzt in L.A.

Jing: Zum Beispiel, das sind ja Generationen deutlich, die sind schon komplett amerikanisch.

Jing: Also die haben null Bezug mehr zu China, außer dass es Aussehen unter Anführungszeichen,

Jing: aber die haben null also mit denen kannst du es gar nicht mehr irgendwie...

Jing: Die Mentalität ist amerikanisch.

Jing: Und woran sieht man das? Diese Gastfreundlichkeit ist eine andere.

Jing: Die ist mega freundlich mit dir und dann sind sie halt ... Hey, how are you?

Jing: Super welcome. Ja, dann reden wir die ganze Zeit und dann ist aus.

Jing: Aber in China ist es vielleicht nicht direkt so freundlich und ein bisschen so distanziert.

Jing: Aber wenn man gastfreundlich ist, ist man super gastfreundlich und dann ist

Jing: es auch etwas, was ein bisschen länger wird.

Jing: Und da drüben, da merkst du jetzt schon, die sind 300, 400 Jahre dort.

Jing: Also ich weiß nicht wie lange, oder 200. Auf jeden Fall Generationen.

Willy: Generationen, nicht die gleichen Leute natürlich.

Jing: Ja, und dann merkst du auch die Differenz zu dem in Europa, weil vor allem in

Jing: Österreich, ich glaube, es gab schon immer hier und da mal Chinesen,

Jing: eben aufgrund dieser diplomatischen Beziehung, aber in dem Kontext,

Jing: mein Urgroßvater hat schon damals diese Wasserwege beschritten,

Jing: aber nach Niederlande damals.

Jing: Da hat die immer schon eine Connection gegeben und wir haben Steine verkauft,

Jing: weil dort, wo die herkommen, das ist so ein Steinmetz-Kunst.

Willy: Ja, ja. Also die Kunst herkamen.

Jing: Die haben dann verkauft im Endeffekt und sind dann noch mit diesen Holzbooten

Jing: oder Holzschiffen oder was auch immer hergekommen.

Jing: So habe ich es halt erzählt bekommen und es hat immer eine Verbindung gehabt zu Europa.

Jing: Ich habe einen Urgroßonkel, der hat sich in Deutschland vor vielen,

Jing: also wahrscheinlich gibt es keinen Kontakt mehr auf jeden Fall,

Jing: aber der hat eine Deutsche geheiratet.

Jing: Wahrscheinlich sind die Kinder auch schon, das würde ich nicht mehr wiedererkennen.

Jing: Vielleicht nur den Nachnamen, vielleicht nicht, ich weiß nicht,

Jing: wir haben auch nicht mehr denselben Nachnamen.

Jing: Aber es ist halt, ich glaube immer eine Verbindung nach Europa,

Jing: also über Jahrhunderte schon.

Jing: Aber halt nicht in dem Ausmaß, dass man sagt, okay gut, wenn wir sich hier festsetzen.

Willy: Eine Handelsverbindung.

Jing: Genau, eine Handelsverbindung. immer zurückgegangen, es war offen zumindest.

Jing: Genau, es war offen, immer, ja, weil so funktioniert ja der Handel im Endeffekt früher, nicht?

Jing: Und meine Eltern sind halt in den 80er Jahren gekommen, sind aber unterschiedlich

Jing: gekommen, die haben sich hier getroffen.

Willy: Achso, nicht gemeint, nein.

Jing: Nein, nein, nein, die haben sich hier getroffen. Zwei unterschiedliche Familien, da, da, da,

Jing: und aber doch aus derselben Region, sagen wir, also nicht aus derselben Kleinstadt,

Jing: sondern mehr, mehr so, also schon aus dem selben Dorfprovinz oder so, wie man sein möchte.

Willy: Bundesland.

Jing: Ja, wenn man, es ist wirklich, du weißt, was ich meine.

Jing: Und dann haben sie sich hier kennengelernt, im Endeffekt ihr auch in der Gastronomie,

Jing: weil er hat gekocht, sie hat kellnert und dann haben sie halt irgendwie,

Jing: ja, verliebt und Kinder.

Jing: Und so bin ich auf die Welt gekommen.

Willy: Du aus Liebe, ne?

Jing: Also ich wurde hier im Wilhelminenspital wurde ich geboren. Es gibt es jetzt nicht mehr,

Willy: Es ist Was heißt das jetzt anders?

Jing: Ich glaube, es ist jetzt Otterkring oder Klinik Otterkring.

Willy: OTK bist du quasi Otterkring geboren.

Jing: Ja, aber... Ja, geboren, ja.

Jing: Heißt es Otterkring? Wie war es das denn? Ich weiß nicht, aber es heißt nicht

Jing: mehr Wilhelminenspital. Ich glaube, es ist Otterkring.

Willy: Wurscht, Wien.

Jing: Wurscht, ja, Wilhelminenspital. Und aufgewachsen bin ich aber,

Jing: also ich war, ich glaube ein paar Monate war ich hier.

Jing: Da haben wir damals noch am 15. gelebt, in der Jonsstraße im Meißelmarkt.

Jing: Und dann wurde ich, hat meine Mom mich nach China gebracht, weil damals die

Jing: Lebensunterhaltskosten in China einfach viel geringer waren im Endeffekt.

Jing: Ja, viel, viel geringer. Ja, und meine Oma war ja dort und die hatte eh keine Pension.

Willy: Also, du warst da geboren und dann nach China?

Jing: Ja, genau. Nach zwei Jahren oder drei war ich dann dort und hab dann nur Chinesisch

Jing: gelernt und so weiter mit meiner Tante und so weiter und bin dort eigentlich

Jing: quasi aufgewachsen im Dorf. Okay.

Jing: Und dann für den Kindergarten und so weiter in dem Alter bin ich dann wieder zurückgekommen. Okay.

Jing: Weil es sich einfach Sinn gemacht hat. Es sind zwei, drei Jahre zumindest die

Jing: Kultur dort anzueignen.

Willy: Wann ist es wichtig jetzt zwei, drei Jahre?

Jing: Ja. definitiv.

Willy: Was kriegt denn mit aus A2, 3-Jährigen?

Jing: Nein, aber man hat schon ein bisschen den Bezug da noch zu. Weil immer wenn

Jing: ich zurückgehe, fühlt es sich sehr vertrauter.

Jing: Also es ist schon, und das war auch wichtig für meine Eltern,

Jing: dass ich halt irgendwie, bei den Chinesen sind die Wurzeln immer so wichtig,

Jing: weil es ist dieser Aberglaube an Ahnen, Ahnenkult und so weiter, dass man,

Jing: dass die Familie halt, also dieses Konfuzianistische, dass die Familie in Einheit

Jing: und dieses Hierarchische, dass die Älteren über den Jüngeren stehen und so weiter.

Jing: Aber das ist halt, das hat sich halt so hineingegliedert. Und viele,

Jing: die in Österreich geboren, Chinesen und auch aufgewachsen sind,

Jing: haben halt diesen Sprung schon gehabt, immer kurz nach China zurück und dann wieder zurück hierher.

Jing: Einfach erstens Lebensunterhalt, weil wenn meine Eltern arbeiten,

Jing: das ist ja das, was wir jetzt als Problem haben, wie kannst du arbeiten und

Jing: gleichzeitig Kinder aufziehen.

Jing: Also entweder du hast halt irgendwie einen Elternteil, der in Pension ist und

Jing: auf die Kinder aufpassen kann, oder du hast ein gutes Kindergartenversorgungssystem,

Jing: was derzeit diskutiert wird ohne Ende.

Jing: Ich habe meine eigene Meinung, was das betrifft. Natürlich muss es sein.

Jing: Also ich habe halt nichts von der Herzprämie, sagen wir mal so,

Jing: wie es ist. Aber die Leute sollten selbstständig arbeiten können und gleichzeitig

Jing: auch den Lebensunterhalt von ihren Kindern finanzieren können.

Jing: Und das war halt damals nicht so der Fall.

Jing: Deswegen haben sie mich zurückgebracht nach China. Dort hat meine Tante auf

Jing: mich aufgepasst, meine Oma. Und halt abwechselnd. Große Familien war es damals noch.

Willy: Dann hat das Kindergartennetz griffen quasi.

Jing: Strukturiert. Genau. Sie haben dich vermisst. Ja, nee, aber ich war am Meiselmarkt.

Jing: Im Kindergarten für das erste Jahr und dann sind wir umgezogen am Gürtel,

Jing: neunten Bezirk und dort war ich dann im Kindergarten.

Jing: War immer, wie soll ich sagen,

Jing: Also Meitermarkt und Gürtel waren ja nie gute Gegenden.

Jing: Also für Wiener Verhältnisse gute Gegenden, aber für chinesische Verhältnisse immer gute Gegenden.

Jing: Also so gesehen, Waldgürtel war ja Rotlicht, damals immer.

Willy: Ja, da im zweiten Jahr.

Jing: Ja, und Jonstraße war halt auch SDS. Ja, war unten auch Rotlicht.

Jing: Also von dem her, das gibt es jetzt nicht mehr. Das ist ja alles schon Vergangenheit.

Jing: Das ist jetzt was, wir reden von 20, 30 Jahre her.

Jing: Und das ist aber nur 20, 30 Jahre her. Es hat sich auch viel verändert im Endeffekt.

Jing: Also Meißelmarkt kann ich mich sehr gut erinnern. Also dieser Geruch,

Jing: dieser typische Meißelmarktgeruch, wenn ich da reingehe, erinnert mich halt

Jing: wieder an dieses ganze, ja, das ist der Markt halt.

Jing: Aber im 9. am Gürtel bin ich dann aufgewachsen, bin im Kindergarten gewesen, auch in der Schule.

Jing: Es ist das Tollste, was dir wieder erfahren kann, wenn der Zufall dir

Jing: Bildungsniveau gibt.

Willy: Welcher Zufall?

Jing: Das ist halt das Schlimme, was ich halt sehr, sehr schnell realisiert und mitbekommen habe.

Jing: Das chinesische Mindset verlangt immer, dass die Bildung an erster Stelle ist,

Willy: Also das leistungsorientiert oder bildungsorientiert?

Jing: Bildungsorientiert, wissensorientiert.

Willy: Wissen. Aber Wissen um das Wissensweg oder Wissen als Leistungstool oder?

Jing: Wissen als Leistung bis hin zum...

Jing: Bis zum Erfolg, sagen wir. Als Erfolgsgeheimnis, warum man jeder chinesische

Jing: Elternteil, jeder ist auch wieder, 90% sagen wir, okay, nehmen wir irgendeine

Jing: Zahl her, wollen, dass ihre Kinder Ärzte werden oder

Jing: irgendwelche gutverdienenden Ärzte, gutverdienenden Anwälte und so,

Jing: weißt du, dieses klassische...

Willy: Als Wohl für das Kind oder als Wohl für die Familie?

Jing: So vom Hintergrund her? Beides. Wenn es ihm gut geht, geht es uns gut. Das ist halt so...

Willy: Weil du gesagt hast, konfuzianisch, die Familie, das Fundament.

Jing: Genau, ich baue was auf, dann baust du was auf für deine Kinder und dann geht

Jing: es halt so weiter. Das ist halt dieses Konfusionistische. Ja, ja.

Willy: Ich glaube, es ist nicht wichtig, also es ist ganz wichtig für die ganz klar,

Willy: wahrscheinlich für Menschen.

Jing: Ja, genau. Das ist halt, das ist schon Jahrtausende erprobt, wenn man so möchte.

Willy: Ja, es ist drinnen.

Jing: Ja, aber genau, es wurde nur einmal umgelegt, eben durch die zwei Weltkriege,

Jing: wurde das komplett erschüttert, dieses System. Aber es hat sich wieder ein bisschen da eingefahren.

Willy: Ist es kollektivistisch, kann man das so sagen?

Jing: Ja, das ist das Kollektiv, definitiv.

Willy: Aber das Kollektiv als Familie oder das Kollektiv als nächstgrößere Einheit?

Jing: Konfuzios hat gesagt, die erste Einheit ist die Familie und mit der Familie

Jing: gibt es dann das Land, den Staat. Also das ist quasi so.

Willy: Also das Individuum spielt gar keine Rolle quasi, oder? In dem Sinne.

Jing: Kann man fast so sagen. Also das ist jetzt nicht explizit so formuliert,

Jing: aber im Grunde genommen heißt das, du musst dich quasi dem größeren Wohl,

Jing: dem allgemeinen Wohl unterstellen.

Willy: Aber was macht das mit dem Denken? Das ist das, was mir so ein bisschen, was ich, was macht das?

Jing: Es ist, es ist, Es sind zwei Sachen. Also entweder, also jetzt drückwirkend

Jing: betrachtet, ich meine, ich habe beides in mir, den Respekt vor den Älteren einfach

Jing: aus Prinzip, weil das wird dir einfach angeeignet.

Jing: Es ist so, du musst respektieren.

Willy: Aber das ist etwas, mit dem du brichst

Willy: gerne, oder? So quasi Prinzipien zu brechen und Mindsets zu ändern.

Jing: Nein,

Jing: Es ist etwas, man sagt im Chinesischen, es ist ein bisschen eine Knochen hinein.

Jing: Also ich kann das gar nicht. Zum Beispiel, ich war beim Prof,

Jing: der war alt, älter, Entschuldigung, immer alt ist.

Willy: Ich bin alt, der war älter.

Jing: Nee, aber ich konnte mich nie, also abgesehen, ich hatte nicht Ehrfug vor seinen

Jing: Leistungen, sondern Ehrfug vor seinem Alter.

Jing: Und ich mag das nicht, aber das ist bei mir einfach schon so.

Jing: Aber im Österreichischen sind es gar nicht mehr so weit hergeholt,

Jing: weil dieser Respekt, dieses Siezen, Das hat schon ein bisschen eine Verbindung zu dem.

Jing: Zum Beispiel im Deutschen hast du das nicht so krass, aber hier hast du schon

Jing: ein bisschen so das Hierarchische, vielleicht nicht aus dem Alter unbedingt

Jing: oder vielleicht schon, aber es ist ein anderer Zugang.

Jing: Und da trifft man sich halt schon ein bisschen. Vor allem auch,

Jing: weil es ist halt auch viel kulturbedingt.

Jing: Wenn du eine Hochkultur hast beziehungsweise eine Kultur, die halt über mehrere

Jing: Jahrhunderte sich erstreckt, dann kristallisiert sich hört etwas heraus,

Jing: was halt für Stabilität sorgt.

Jing: In Österreich, in China. Deswegen ist Amerika so unkultiviert.

Jing: Also hat keine Geschichte. Aber unter Umständen ist es das, was halt für Stabilität

Jing: unter Anführungszeichen sorgt.

Jing: Nur das hat man in der Kulturrevolution das alles wieder verwerfen.

Willy: Aber man hat es eh nicht rausgebracht.

Jing: Die Schüler haben ihre Lehrer, Kinder ihre Eltern verpfiffen.

Jing: Weißt du, der hat so richtige...

Willy: Gesellschaften-Zins.

Jing: Genau, aber das ist schnell wieder zurückgegangen. Also schnell,

Jing: es ist schon zurückgegangen, weil einfach die Werte sich so...

Jing: Das Krasse am Konfuzianismus ist, dass du es nicht nur als Philosophie-Richtung

Jing: hernehmen kannst, sondern kannst es eigentlich auch als Gesellschaftsordnung

Jing: bis hin in die Religion hinein, also bis hin in den Aberglauben hinein strecken.

Jing: Und da beginnt es halt krass zu wirken, weil wenn du dein Glauben mit solchen,

Jing: also das sind wie viele Religionen auch, wenn du dein Glauben mit irgendeiner

Jing: Gesellschaftsordnung, aber nicht

Jing: mit dem Gesetz per se, also es sind schon Gesetzmäßigkeiten, verbindest,

Jing: dann kann was sehr, sehr Krasses entstehen.

Jing: Weil meine Eltern haben einen sehr, sehr starken Ahnenkult, also einen Glauben

Jing: an Vorfahren und so weiter und Nachfahren und so weiter.

Jing: Vorfahren bringende Nachfahren und Nachfahren bringende Vorfahren und diese

Jing: Connection, das ist der Glaube.

Jing: Aber dieser Input bringt halt sehr viel in dieses Hierarchische,

Jing: damit man den Älteren quasi Respekt zahlt und so weiter.

Jing: Jedes Mal, wenn ich nach China gehe, muss ich quasi das Grab meiner Vorvorfahren

Jing: besuchen, damit ich halt gutes Glück… Es sind Rituale,

Willy: Traditionen, es sind Dinge, wurscht von welcher Seite man sich nähert,

Willy: das ist jetzt grundsätzlich ein Stabilisierengesellschaft.

Jing: Genau, ich nehme das aber mit, weil ich dann weiß, woher ich komme und da Anführungszeichen.

Jing: Man weiß halt, woher man kommt, man weiß noch nicht, wohin man geht im Endeffekt.

Willy: Die Frage ist, du weißt, woher du kommst, aber warst du jetzt quasi mit,

Willy: es sind ja zwar sehr unterschiedliche Welten, eher sehr individualistische, westliche.

Jing: Sage ich jetzt einmal,

Willy: Östliche, wenn man so sagen kann, eher kollektivistisch. Wie bringt man die

Willy: zueinander, dass die nicht miteinander in Widerspruch stehen?

Jing: Ich bin froh, dass ich nicht in Amerika bin, weil wenn ich die amerikanischen

Jing: Chinesen anschaue, dann haben sie ja komplett dieses, das sind zwei absolute

Jing: Normen, verstehst du? Das ist komplett individualistische und so weiter.

Jing: Und da clasht sich und da macht sich auch wirklich fertig.

Willy: Und in Europa geht's.

Jing: Also vor allem in Österreich geht's. Kompromiss. Ja, Kompromiss.

Jing: Und in Europa hast du, also man nimmt das ja nicht so wahr, aber in Wirklichkeit

Jing: hast du das sehr, sehr fest in den Grundzügen auch auch durch dieses Schuldische und durch dieses,

Jing: will ich nicht sagen Kaiserliche, aber doch irgendwie dieses Erbe von dieser

Jing: Struktur, was ich meine.

Jing: Es ist nicht unbedingt feudal, aber du weißt, früher waren es feudale Strukturen,

Jing: aber ich denke, doch einige Kaiser haben versucht, das aufzubrechen, auch langsam.

Jing: Also nicht so von heute auf morgen wie in Frankreich zack, guillotine und dann

Jing: Französische Revolution, sondern Maria Therese hat dann schulen und dann kommen halt...

Willy: Ein bisschen abgeben von der Macht.

Jing: Von der Absolutheit. Genau, dann holen wir ein paar Kanzler rein und so weiter,

Jing: die haben halt schon ein bisschen, weißt du, was zu sagen.

Jing: Aber das ist klug, das ist vorausdenkend.

Jing: Hätten die Nachfolger auch so gedacht, wäre das wahrscheinlich jetzt eine,

Jing: nicht nur eine Republik, sondern irgendwie auch eine Pseudomonarchie, so wie in England.

Willy: Jetzt habe ich eine blöde Frage, kann es sein, dass uns zumindest in Österreich,

Willy: dass das deswegen zusammen geht, weil uns beides ein bisschen wurscht ist,

Willy: auf eine konstruktive Art und Weise wurscht ist.

Willy: Ein bisschen konfuzianisch oder ein bisschen kollektivistisch passt schon.

Willy: Wir nehmen es nicht zu ernst, ein bisschen liberal, ein bisschen individualistisch,

Willy: aber man nimmt es nicht zu ernst, weil wenn man es absolut setzt, geht es nicht zusammen.

Jing: Ja, das ist es.

Willy: Es ist ja quasi im konstruktiven Sinne eine gewisse Wurstigkeit gegenüber der

Willy: Absolutheit dieser Ansätze.

Jing: Ja, genau das ist es. Man denkt die ganze Zeit, China ist absolut in ihren Aussagen

Jing: und versucht halt irgendwie Dominanz.

Willy: Das wirkt so, oder? Zumindest habe ich den Eindruck.

Jing: Nein, innerhalb dieser Strukturen ist man sehr bedacht.

Jing: Das heißt, man versucht nie Brücken zu zerstören, verstehst du das meine?

Jing: Selbst wenn ich einen Erzfeind habe, so sagt man im Chinesischen.

Jing: Also wenn es wirklich, aber das ist halt ein sehr krasser Gedanke,

Jing: dann ist es entweder Vernichtung, also im Sinne von beide gehen unter oder wir

Jing: leben halt so parallel, aber friedlich, trotzdem mit dem Hintergedanken,

Jing: wir sind halt doch verfeindet, unter Anführungszeichen, so wie Amerika, China.

Jing: Wir würden niemals, das siehst du auch im Koreakrieg, mit wie vielen Menschen

Jing: leben sie quasi, das haben 1 zu 10.

Jing: Die haben 10 geopfert um einen von denen quasi.

Jing: So krass ist dieses Kollektivistische und das ist auch einfach dort drüben,

Jing: weil du hast relativ homogene Bevölkerung Du hast auch 90 Prozent,

Jing: keine Ahnung, Han-Chinesen und so weiter.

Jing: Da haben wir ja alle etwa dieselbe Richtung und so weiter. Das ist einfacher,

Jing: wenn du halt auch homogen bist. Das ist natürlich so.

Jing: Aber man kann ja auch homogen in den Gedanken sein allein.

Jing: Natürlich haben sie untereinander auch Stress mit Provinzen und so weiter,

Jing: weil ja auch unterschiedliche Sprachen sprechen zum Teil.

Jing: Das sind zwar Dialekte, aber für mich sind es unterschiedliche Sprachen,

Jing: die nur einen gemeinsamen Kern haben im Endeffekt.

Jing: Aber all das beiseite gelegt, Das hat halt sehr, sehr viel Einfluss auf mich genommen.

Jing: Und ich habe diese, also zurück zur Bildung, warum ich finde...

Jing: Bildung das Wichtigste ist grundsätzlich. Einerseits hat das Chinesische

Jing: Mich mental darauf vorbereitet, dass ich mit Bildung sehr weit kommen kann.

Jing: Also wohin es geht, ist eigentlich relativ wurscht. Aber wenn du gebildet bist,

Jing: gebildet im Sinne von einfach den regulären Weg gehst, kannst du nicht falsch gehen.

Jing: Man kann nicht falsch gehen, weil es sind Grundstrukturen, es sind Systeme da.

Jing: Man kann halt nicht vielleicht, das will ja auch keiner. Wenn es freie Bildung ist.

Willy: Also wenn es nicht quasi Ideologie ist.

Jing: Selbst, ja, wenn es halt schulische und dieses ganze strukturierte und logische,

Jing: systematische Schule, Uni oder halt auch Sekundarwege und so weiter.

Jing: Egal, einfach etwas, ein Handwerk erlernen oder ob das jetzt irgendwie quasi

Jing: ein Doktor machen oder was auch immer. Das sind alles, das sind Bildungswege.

Jing: Und früher in China ist es so, entweder du bist halt irgendwie ein Gelehrter

Jing: gewesen, aber die wurden auch nicht hoch angesehen, du bist zwar klug,

Jing: aber du kannst ja nichts, so unter Anführungszeichen,

Jing: dann hat man die Leute, die Kinder zum Beispiel immer 10, dann schickt man einen

Jing: dorthin und einen dahin und dann hat es halt irgendwie 5, den schickt man dann

Jing: zum Kochmeister, weil damals gab es keine

Jing: so, also in der 80er und 60er oder überhaupt in der Kaiserzeit gab es keine

Jing: Kochschulen du hast einen Meister,

Jing: das wird dein neuer Vater, der adoptiert dich und du bist dann Gefolge fürs

Jing: Leben und so wird dann auch deine, seine quasi seine Bildung weitergegeben.

Jing: Natürlich sind dann viele Meister ausgestorben, weil einfach neue Sachen gekommen sind.

Jing: Das sieht man sehr, sehr viele chinesische Filme, wie alte Trompeten.

Jing: Also das sind nicht Trompeten, aber die schauen aus wie Trompeten.

Jing: Das war eigentlich ein Meisterwerk quasi. Also du lernst als Kind schon mal Atmen.

Willy: Ein Meisterwerk, jetzt weiß man was.

Jing: Als Kind schon mal das Atmen, also Atemtechniken, du musst viel laufen und so weiter.

Willy: Du hast schon gewusst, das Kind wird einmal den Meister.

Jing: Genau, der Meister musste ich aber akzeptieren früher. Also so wie beim Kochen,

Jing: genau dasselbe. Ich habe meinen Meister und dem diene ich.

Jing: Bis ich selber Meister bin im Endeffekt, nicht? Aber ich werde nie Meister über

Jing: meinen Meister, weil er hat mir alles beigebracht. Das ist halt so dieses System

Jing: gewesen. Früher hat es sich ja komplett umgewandelt.

Jing: Aber Grundfesten sind da. Man muss irgendwie ein Handwerk oder etwas erlernen,

Jing: mit dem man irgendwie durchs Leben kommt. Und das ist in China insbesondere wichtig.

Jing: Noch einmal, riesige Bevölkerungsstruktur.

Jing: Wenn du nicht ein Skill hast, um dich herabzusetzen von einem anderen,

Jing: dann wirst du einfach auf offener Straße liegen gelassen. Aber dort ist es halt so...

Willy: Also mega leistungsorientiert.

Jing: Ja, aber es ist aber manifestiert darin, weil es einfach so eine lange Kulturgeschichte

Jing: hat und die Leute verstehen das von selbst. In Amerika ist es nicht so.

Jing: Da denkt man nicht so, okay, man muss irgendwie was, man muss hustlen.

Jing: Aber was heißt hustlen? Das ist egal, weißt du, du musst einfach,

Jing: ob du es jetzt moralisch korrekt machst oder nicht, das ist denen egal, weißt du, hustlen.

Jing: Aber in China ist es schon so, okay, Tarnwerk oder irgendwie eine bestimmte,

Jing: weißt du, und du fügst dich halt irgendwie wie ein Puzzleteil in dieses gesamte

Jing: Puzzle hinein und baust halt dieses große Puzzle noch aus, was ich meine.

Jing: Und natürlich kann es passieren, dass dein Handwerk irgendwann einmal zugrunde

Jing: geht, was halt passiert ist im Endeffekt.

Jing: Deswegen gab es ja dann die Revolution und so, aber es hat sehr,

Jing: sehr lange funktioniert.

Jing: Also tausende Jahre hat es sehr, sehr lange funktioniert. Und das wurde mir

Jing: hier mitgegeben, weil meine Eltern sagten, sie haben halt nur ein Handwerk gelernt,

Jing: aber mit dem kommst du hier nicht rein.

Willy: Was war das Handwerk deiner Eltern?

Jing: Meine Mama hat eigentlich Schneiderin gelernt.

Willy: Wieso?

Jing: Ja, aber es ist halt, da gab es viele Schneiderinnen in China.

Jing: Weil die Fabriken gekommen sind.

Jing: Da kannst du das Handwerk wieder

Jing: schmeißen, weil im Endeffekt bist du eine Fabrikarbeiter im Endeffekt.

Jing: Und dann hat sie es hierher geschafft und hat es dann irgendwie Deutsch gelernt

Jing: und dann ist sie Kellnerin geworden.

Jing: Aber zu mehr als das hat es im Endeffekt nicht mehr gereicht,

Jing: weil sie hätte sicher viel mehr machen wollen.

Jing: Nur das ist ja auch ein guter Weg, was ich meine.

Jing: Auch angesichts dessen heutzutage wäre auch gut, wenn wir wieder ein paar Leute

Jing: reinbekommen, die Bock haben und so weiter. Aber das ist wieder eine andere

Jing: Geschichte. Ja, es gibt viele Geschichten.

Willy: Ja, ja, ja.

Jing: Das selbe gilt für meinen Vater, Kochen und so weiter.

Willy: Handwerkkochen.

Jing: Ja, ja, ja.

Willy: Gelernt in...

Jing: Das Ding ist, nach der Kulturrevolution, wenn man so will, ist halt das ganze

Jing: System ein bisschen zusammengebrochen. Ja. Ich meine, er hat schon Kochen...

Willy: Die Kontinuität ist voll am langen zwischen der Meisterschaft und den Schülern.

Jing: Und so weiter. Genau, genau.

Jing: Kann man schwer beurteilen, wie super authentisch er noch, aber er kann gut

Jing: kochen, nur er hat halt seine, also auch Küchenrichtungen und so weiter und

Jing: dann wurde das schon eigentlich schon, in der Zeit wurde das schon zum Teil schon sehr, sehr

Jing: stark gegliedert, verstehst du, ich meine, diese Meistergeschichte,

Jing: eine Generation vor ihm war das noch so, also ich habe Meister kennengelernt,

Jing: die sind aber so 10 Jahre, also nur 10 Jahre, die haben dann wirklich noch einen

Jing: Meister gehabt, sind nur mit 6 zu Meister oder mit 10 zu Meister und dann haben

Jing: sie die ganze Scheiße erlitten, wenn man möchte und ausgepeitscht und weißt du,

Jing: wenn der Meister scheiße drauf war, das ist wirklich wie ein Leibhäger.

Jing: Das kann man wirklich, das hat mein Vater natürlich nicht mehr erlebt,

Jing: zum Glück, sonst wäre er auch ein anderer Mensch und dann hätte er nicht diese

Jing: Werte weitervermittelt, die er jetzt mir weiterfindet.

Jing: Er ist noch sehr, sehr konservativ, mittlerweile auch schon ein bisschen offener,

Jing: weil er schon sehr, sehr lange hier ist, aber die Grundzüge,

Jing: Bildung ist das Wichtigste, Bildung bringt dich weiter, ein Handwerk musst du

Jing: erlernen und du musst dich in deinen, du musst in Regelnformen,

Jing: in den Normenformen, in den

Jing: Gesetzmäßigkeiten, vom Gesetz musst du halt irgendwie Ehrfrucht haben,

Jing: etc. Diese Sachen wurden schon mitgeteilt.

Willy: Ist das streng? Tut das weh? Ist das einengend, dieser Druck auf Bildung?

Willy: Oder ist das etwas, ist das auch angenehm oder konstruktiv?

Jing: Du weißt ja gar nicht, ob das effektiv, du weißt ja nicht, ob das jetzt streng

Jing: gemeint ist oder nicht. Das war immer ein strenger Haushalt.

Jing: Also es ist immer streng.

Jing: In heutigen Verhältnissen ist das schon in heutigen Verhältnissen wäre das schon

Jing: nicht mehr okay. Es ist schon zu viel.

Willy: Also du bist schränkt aufgewachsen.

Jing: Ja, zu viel ist gut. Also das ist vergleichsweise noch, man muss immer vergleichen, relativ.

Jing: Also ich wurde schon hier und da mal geklopft, aber nicht mehr so geklopft wie

Jing: die früher, mit was auch immer, Routen und so weiter.

Jing: Das ist ja auch wieder der Übergang

Jing: zum und heutzutage solltest du das ja nicht, weil wir wissen besser.

Jing: Wir haben die Psychologie des Kindes studiert, wir wissen sehr,

Jing: sehr viel. Das vergessen ja die Leute auch.

Jing: Psychologie, Sigmund Freud, das ist ja auch hier. Also

Jing: Aber das ist auch wieder Wissen, das jetzt nachkommt, nicht?

Jing: Aber das muss man den Leuten wieder vermitteln.

Jing: Das ist ja nicht so klar. Man denkt immer, okay, Erziehung ist nur quasi wie heißt das?

Willy: Stock und Zuckerbrot und Beitsche.

Jing: Aber das ist es ja nicht im Endeffekt.

Willy: Belohnung und Bestrafung.

Jing: Wir sind ja keine Hunde. Wir haben ja Kinder mittlerweile.

Willy: Du konditionierst doch Kinder nicht, du sollst sie erziehen.

Jing: Genau, du sollst sie nicht konditionieren. Das war früher halt die Gangart.

Jing: Bei meinem Vater auch schon nicht mehr.

Jing: Er hat schon sehr, sehr viel versucht, sehr früh uns zu erklären,

Jing: warum er denkt, dass es richtig ist.

Jing: Beziehungsweise welcher Umgebungsdruck ihn dazu zwingt, zu denken,

Jing: dass es richtig ist. Das ist das, was wir jetzt im Endeffekt machen.

Jing: Und deswegen bin ich im Bildungsweg immer mit sehr, sehr viel,

Jing: also das ist durchgedrückt. Er war kein guter Schüler. Also kein guter Schüler.

Jing: Du? Ja, im Sinne von, ich hatte halt...

Willy: Das würde mich interessieren, ja.

Jing: Nein, ich denke, ich bin nicht dumm. Ja.

Jing: Aber es ist halt, du kommst halt sehr, sehr schwer in das Bildungssystem hinein,

Jing: wenn du sprach, also das ist jetzt das heutige Problem, das ist genau die Gesellschaft,

Jing: das sehe ich genau vor mir, die selben Probleme, die ich gehabt habe,

Jing: haben wir jetzt als Gesellschaft.

Jing: Wenn du mit einer anderen Sprache reinkommst, also ist nicht nur das Sprachproblem

Jing: ein Problem, sondern Mobbing durch Lehrer, durch Schüler und so weiter.

Jing: Hast du das gehabt? Ja, natürlich, das ist ganz normal. Tatsächlich?

Jing: Ja, ich nicht immer so schlimm wie meine Schwester, deswegen bin ich auch wie

Jing: eine Blume bin ich geblüht und meine Schwester hat halt ein bisschen Schwierigkeiten

Jing: gehabt. Sie ist aber auch ein bisschen älter als ich und so weiter.

Jing: Und da merkt man einen Unterschied. Und mein Bruder ist zum Beispiel komplett,

Jing: der ist ja in Chinesisch schon schlecht, würde ich fast sagen.

Willy: Also jüngerer Bruder.

Jing: Ja, mein jüngerer Bruder. Aber dafür ist er schon mental hier angekommen.

Jing: Also wirklich hier angekommen.

Jing: Und da merkst du halt auch diesen Generationenkonflikt hier drinnen.

Jing: Alle denken, das ist irgendwie so eine neue Sache. Und viele Leute auch,

Jing: wo ich jetzt online gegangen bin, hey, wie kann ein Chinesis so gut Deutsch

Jing: sprechen oder was auch immer.

Jing: Ich habe das nie so realisiert, bis halt diese Ebene erreicht worden ist mit

Jing: sozialen Medien, weil in Wien ist es ja fast nicht so schlimm,

Jing: weil die Leute wissen ja, wir sind zuwanderungsnah und alle Leute,

Jing: also es gibt Menschen von allen Ethnien, aber in Deutschland in manchen Ecken

Jing: sind ja immer so, oh mein Gott,

Jing: Deutsch sprechen in der Chinese.

Jing: Aber das ist jetzt, Aber dieses Bildungsding haben meine Eltern bei mir wirklich

Jing: durchgeboxt. Also wenn ich schlechte Noten hatte,

Jing: wirklich sehr, sehr schlechte Zeit gehabt in dem Sinn. Aber mein Glück war im

Jing: Endeffekt, ich hatte eine gute Volksschullehrerin.

Willy: Ah, schau.

Jing: Bildung ist genau das, was ich sage. Zufall und Glück.

Jing: Meine Schwester hat keine gute Lehre. Das kann ich so viel sagen,

Jing: wie sie ist. Wenn du von Lehren gemobbt wirst, dann ist sie schon vorbei.

Jing: Dann bist du eigentlich schon doppelt gestraft, weil du kommst mal schon rein

Jing: und dieses Bildungsniveau, ich rede jetzt nicht mal von meinen Eltern,

Jing: sondern Akademiker versus Nicht-Akademiker.

Jing: Das Niveau ist halt ein bisschen anders, natürlich, weil die können sich vielleicht

Jing: auch noch Nachhilfe finanzieren lassen und so weiter und so fort.

Jing: Das kriegst du ja nicht. Und meine Eltern haben mir zum Beispiel die Nachhilfe

Jing: dann im Endeffekt doch erlaubt, weil wir waren eine bilinguale Volksschule aus

Jing: irgendeinem Grund. Das haben die auch nicht gewusst, das war Zufall.

Jing: Und ich kann ja relativ gut Englisch, denke ich.

Jing: Da bin ich halt nicht irgendwie reingeboren, sondern einfach reingekommen und

Jing: dann haben sie realisiert, okay, du musst auch Englisch lernen,

Jing: damit du halt, aber das war ein anderes Niveau für die 90er Jahre,

Jing: weißt du, Englisch war, ich weiß nicht, ja, es war im Kommen, nicht, irgendwie.

Willy: Du hast schon gemerkt, da gibt es Länder, die reden Englisch,

Willy: da muss man vielleicht einmal mitmachen.

Jing: Genau, genau, muss man vielleicht einmal. Und dann, mit dem bin ich dann eben,

Jing: hatte ich einen meiner besten Freunde in meiner Volksschule,

Jing: der hat mich halt dazu gebracht, dass ich halt in eine bessere Schule gekommen

Jing: bin, im Endeffekt danach, zwar nicht privat, aber auch eine bilinguale Schule,

Jing: wo dann das Niveau auch, also nicht anders, aber das Bildungsniveau ist mehr gefördert worden.

Jing: Also auch das Englische und so weiter, das Internationale. Und

Jing: Deswegen habe ich auch ein breites Spektrum an, ich denke mal,

Jing: so fundiertes Allgemeinwissen, wenn man so möchte.

Jing: Ich meine, nicht nirgendwo richtig spezialisiert, außer vielleicht ein bisschen

Jing: in der Physik und ein bisschen im Kochen.

Jing: Aber alles andere kann ich schon mitreden, unter Anführungszeichen.

Jing: Das kann man ja nicht von allen Leuten jetzt verlangen, weil viele Leute,

Jing: und das ist meine Ansicht zur Bildung auch, dass man vor allem in der Zeit unserer

Jing: Zeit, dass man sich in allen Ebenen ein bisschen bilden sollte,

Jing: um zumindest ein bisschen differenzieren zu können. Ein guter Allgemeinbilder.

Jing: Ja, damit man zumindest differenzieren kann, ist das richtig oder falsch, was ich meine.

Jing: Ansonsten ist es halt schwierig, durch die Welt zu gehen, wo alle Leute so viel

Jing: Zugang zu so viel Information haben und dann das Richtige herauszufischen.

Jing: Das habe ich ja mittlerweile auch schon schwierig und viele zum Teil,

Jing: glaube ich, Experten haben auch Schwierigkeiten, jetzt müssen sich zweimal drüber

Jing: irgendwie schauen, ob das jetzt richtig oder falsch ist im Endeffekt.

Jing: Und da müssen wir ansetzen, die Leute dazu bringen und allen voran natürlich

Jing: Sprache, Logik, das sind die zwei wichtigsten Sachen. Alles andere kann man dann im Nachhinein...

Willy: Also Denken. Denken und Denken in Worte fassen.

Jing: Weil das habe ich auch früh realisiert, in welcher Sprache denkst du.

Jing: Ich glaube, die Leute, die auch schwierig sind, Ich denke in Deutsch.

Jing: Ich kann schon umschweifen, aber das ist ein Charakterumschwung und so weiter.

Jing: Und wenn ich dann im Chinesischen bin, rede ich auch ein bisschen anders.

Willy: Haben die drei Jahre gereicht, um Chinesisch zu lernen?

Jing: Nein, ich war dann noch in einer chinesischen Schule. Am Wochenende?

Jing: Am Wochenende, genau. Das wurde auch noch gefällt. Da sieht man,

Jing: wie wichtig die Bildung im Chinesischen ist.

Jing: Dass man die Kinder auch am Wochenende quasi in Schulen schickt,

Jing: um nochmal ein Skill der chinesische Nebenwahl zu erlernen.

Jing: Du wirst sehen, die sind, also viele chinesische Kinder werden halt in verschiedene Interessen,

Jing: und da finanziert sie wirklich gerne bei solchen Musikinstrumente und so weiter,

Jing: was sie halt für richtig halten und was fördernd ist für die nächste Generation.

Jing: Also nicht nur für das Kind, sondern für das Kindeskind.

Willy: Man hat Erfurt. Aber denk quasi nachhaltig, also in mehreren Generationen dann, oder wie?

Jing: Also nicht über die übernächste Generation, aber schon.

Willy: Ist es gut oder ist es too much, weil hin und wieder, man kriegt den in,

Willy: wie soll ich sagen, nur Dokus oder so, aber so eine Leistung,

Willy: so eine Bildung und da noch rein und da ist noch, wie du sagst,

Willy: ein Wochenende oder sowas. Ist das,

Willy: Würdest du sagen, ist das gut oder ist das dann too much schon?

Willy: Überfordert man dann keine Teilhose?

Jing: Man kann vieles mitnehmen, denke ich. Aber die alten Strukturen,

Jing: das Problem mit alten Strukturen ist ja, dass sie kein internes System haben,

Jing: um das zu revidieren, ob das richtig oder falsch ist.

Jing: Also wenn mal vorne falsch begonnen wird, dann wird es halt immer falscher.

Willy: Folgefehler.

Jing: Genau, Folgefehler. Aber bei uns passiert das nicht, weil jede Generation ist

Jing: für sich eine Generation.

Jing: Man nimmt nicht zu viel von der, schauen was mit, aber man versucht halt die

Jing: Fehler vom letzten, und man streitet auch mit den Generationen davor. Okay, das geht jetzt.

Jing: Aber in China ist es halt weniger, viel weniger.

Jing: Also das ist schon ein Machtwort quasi, wenn von oben was herum, also von Großvater.

Willy: Die Vergangenheit strahlt immer durch.

Jing: Also es ist gut und schlecht. In solchen Zeiten würde ich, aber in solchen Zeiten

Jing: würde ich was behaupten, man muss die Strukturen ein bisschen aufbrechen.

Jing: Aber nicht zu sehr, weil noch nicht zu schnell, wie gesagt, es ist einfach ein

Jing: Zeitwandel, ein langsamer Wandel,

Jing: weil in China hat man das große Problem derzeit auch, dass die jungen

Jing: Generationen mit diesen Strukturen aufbrechen wollen, aber nicht wissen wie.

Jing: Und vor allem, die haben ein noch viel größeres demografisches Problem in der Ein-Kind-Politik.

Jing: Das haben wir ja, das sind ja im Vergleich dazu eigentlich noch gechillt.

Jing: Nur bei denen ist es halt versetzt.

Jing: Bei denen kommt es halt in 15 Jahren oder 20, keine Ahnung.

Jing: Aber es kommt auch. Aber bei denen kommt es dann richtig. Weil auf ein Kind und das ist unmöglich.

Jing: Also wir haben halt, okay gut, wir haben vielleicht überproportional viele Leute,

Jing: die dann in Pension sind und so weiter, wir müssen halt schaffen und damit die

Jing: halt, der Wohlstand aufrechterhalten ist, aber die dort drüben haben dann richtig

Jing: die Kacke am Dampfen und bei denen,

Willy: Das ist richtig spitz, das ist dann schon ein Kreisel.

Jing: Genau, weil die prognostizieren ja, dass sie bis Ende dieses Jahrhunderts,

Jing: dass sie um ein Drittel, also das ist dann quasi um die Hälfte schrumpfen,

Jing: irgendwie so in der Richtung. Was? Ja.

Jing: Die Chinesen, dann auf einmal 1,5 Milliarden und danach sind es halt noch 800

Jing: oder 700 Millionen oder irgendwas in dem Bereich.

Willy: Unglaublich, wie sich die Gesellschaft dann auch verändert kann von der Struktur.

Jing: Überleg einmal, die ganzen Wohnungen, die gebaut werden, jede zweite Wohnung

Jing: steht im Endeffekt leer, was ich meine.

Jing: Es ist vielleicht nicht so gut und jetzt tun die ja, das ist halt das Gute in

Jing: China, kannst halt immer alles steuern und propagieren, so mehr Kinder und die

Jing: ganzen Medien und so weiter, mehr Kinder Heiraten, Stabilität, Kinder, Heiratung.

Willy: Weißt du über A-App?

Jing: Und dann halt Geld, du kriegst Geld für Kinder. Aber versuch das mal hier umzusetzen.

Jing: Aber das kannst du nicht erzwingen. Das ist der Lauf der Dinge.

Willy: Das musst du diskutieren. Sag, warum war deine Lehrerin so wichtig für dich?

Willy: Weil ich habe das immer, gerade im Podcast jetzt, prägende Menschen,

Willy: prägende Erlebnisse, aber meistens Menschen in der Jugend sind so,

Willy: so wichtig für den weiteren Verlauf oft.

Willy: Was war bei dir so? warum war sie so wichtig?

Jing: Ich denke, im Kindergarten hatte ich, also das ist krass, man sich daran erinnern

Jing: kann, aber da hatte ich eine Susanne.

Jing: Ja, die heißt Susanne einfach.

Willy: Die Tante Susanne war das damals.

Jing: Die Kindergartenhaut-Tante. Ich weiß nicht mehr, wie sie aussieht.

Jing: Ich weiß vieles nicht mehr, aber ich weiß, die hatte ich glaube,

Jing: einen niederösterreichischen Akzent, Dialekt oder was auch immer.

Jing: Und da fühlt man sich halt irgendwie und die hat halt, die war auch nicht sanft,

Jing: die war schon rau, die waren alle rau im Kindergarten. Das war so dieses raue,

Willy: Aber es ist okay.

Jing: Ich habe viel irgendwie von diesem

Jing: Österreichischen, Deutschland mit hineinbekommen, geprügelt bekommen.

Jing: Also geprügelt wurde nicht, aber diese Struktur, dieses Denken,

Jing: dieses familiäre, auch die Sprache.

Jing: Und dann in der Schule selber waren das dann ganz junge Lehrer. Zum Glück.

Jing: Weil in der Schule junge Lehrer, die halt schon Weitsicht gehabt haben. Also ganz jung.

Jing: Ja, wie wir jetzt halt. Wie wir, ja. Nicht keine 50 Jahre Alte,

Jing: die jetzt sowieso auf die Pension warten und ihre Kinder sind ihr egal.

Willy: Du hast eigentlich Ahnung, wie heute ich bin.

Jing: Nein.

Jing: Ich dachte, du wärst so um die, weiß nicht, Ende 30, Mitte 30?

Willy: Ich bin 45.

Jing: Echt? Okay, gut.

Willy: Das ist das letzte Wir, was du gesagt hast.

Jing: Ja, das ist das letzte Wir.

Willy: Respekt vor dem Alter, du.

Jing: Aber durchaus, ich denke durchaus, dass die ein Bild gezeichnet haben,

Jing: dass es irgendwie zukunftsträchtig ist, die Kinder auf ihren weiteren Weg im Wissen

Jing: eine Wissenslaufbahn irgendwie, weil die haben wirklich versucht, was beizubringen.

Jing: Also war es nicht wirklich egal. Also zum Teil hört man ja von Lehrern,

Jing: denen es einfach egal ist.

Jing: Man kann es nicht pauschalisieren. Ich kann nur sagen, meine Lehrerin versus

Jing: die Lehrerin von meiner Schwester.

Jing: Vielleicht war es ihr auch nicht egal. Vielleicht war meine Schwester auch ein

Jing: schlimmes Kind. Ich weiß es nicht im Endeffekt, was der Umstand war jetzt effektiv.

Jing: Aber es hat halt es ist eine Gegenseitigkeit. und auch natürlich innerhalb der Klasse, die Dynamik.

Jing: Ich war ein ganz, also ich persönlich war ein schlimmeres Kind.

Willy: Du warst ein schlimmes Kind.

Jing: Ja, viel geweint, weil ich, wenn du vieles nicht verstehst, also du bist im

Jing: Endeffekt benachteiligt in dem Ganzen, weil die Leute kommen rein und können

Jing: halt schon viele Sachen, werden ja vorbereitet, waren zum Teil in der Vorschule.

Jing: Meine Eltern wissen nicht immer, was eine Vorschule ist im Endeffekt,

Jing: was ich meine. Die kennen Kindergarten, steck dich in den Experts der Schule,

Jing: was die Empfehlung war von einer Kindergartentante und dann hat sich die Geschichte

Jing: und macht einen Weg und die wissen ja nicht, was hinter den Noten steht,

Jing: wie viel Fleiß und nicht Fleiß und das ist halt alles

Jing: und das ebnet den Weg für den späteren Verlauf, weil das sind ja auch die Jahre,

Jing: wo du eigentlich am besten Sprache lernen kannst, am besten halt sich

Jing: kristallisiert, für was zu dich oder alles, was später kommt,

Jing: ist ja, baue dir auf dem auf.

Jing: Und das darf man halt nicht vernachlässigen und das sehe ich ja bei meinem Bruder,

Jing: dem habe ich halt viel mitgegeben und so weiter, der hat genau denselben schulischen

Jing: Laufbahn verfolgt wie ich, weil ich habe ihm gesagt, nein, du musst jetzt in

Jing: die Schule kommen, scheiß auf deine Freunde,

Jing: das ist die bessere Schule, weil ich wusste es dann im Endeffekt danach,

Jing: Komm hierher, weil hier gute Bildung und so weiter, ich kenne Lehrer und so

Jing: weiter, den, den, den und so weiter und so kristallisiert sich das dann heraus

Jing: und so ebnet das den Weg für später,

Jing: egal was du machen möchtest, das ist egal, das ist im Endeffekt egal was später

Jing: kommt, aber du bist halt von Grundzügen auf, bist du vorbereitet für manche Sachen im Leben,

Jing: die dir dann später vielleicht Schwierigkeiten bereitet hätten oder vielleicht

Jing: wäre es dann komplett schiefe Bahn eingerückt, nur auf Basis dessen,

Jing: dass man die von Anfang an gut mit hineinträgt in die Gesellschaft, verstehe ich mal.

Jing: Und das ist halt absurd wichtig und das ist das,

Jing: Auch der Grund, warum ich umso mehr irgendwie dazu beitragen möchte,

Jing: dass es irgendwie zurückkommt,

Jing: weil vieles einfach von meinem Leben, wo ich Glück gehabt habe,

Jing: ich möchte, dass es weiter fortgeführt wird, was ich meine, sonst macht das keinen Sinn,

Jing: wenn man das jetzt irgendwie einfach so hinschmeißt und so weiter.

Jing: Man kann auch sagen, hey, und ich verstehe diese Diskussion auch nicht,

Jing: warum die Leute heutzutage sagen, wir hatten früher, meine Eltern haben so Ehrfurcht

Jing: vor Lehrern gehabt, auch wenn das Kacklehrer waren, ich sag's so wie es ist, Ehrfurcht, weil warum?

Jing: Die haben so eine wichtige Aufgabe und das versteht man nicht, weißt du?

Jing: Und das ist auch das, was in der Gesellschaft auch ein bisschen fehlt,

Jing: irgendwie, das Respekt der Lehrer, Sommerferien, ja.

Jing: Gib du dich mal mit fucking 25 Kindern da jetzt, weißt du, und von denen,

Jing: weißt du, wer will diesen Job noch machen, weißt du?

Jing: Natürlich gab's halt ein paar Leute, Beamtenstatus und so weiter.

Jing: Aber unterm Strich, was ist, für mich ist ein guter Lehrer wichtiger als ein

Jing: guter Politiker oder was auch immer.

Jing: Das ist einfach, das ist das Wichtigste, das ist irgendwie so der Rückgrat von unserer Gesellschaft.

Jing: Ein guter, weil der gute Kopf, ein guter Professor, er zieht auch gute Schüler an, gute Studenten an.

Jing: Die kommen von aller her wegen dir, wegen ihm und so weiter.

Jing: Aber das dürfen die Lehrer auf der anderen Seite nicht vergessen.

Jing: Natürlich gibt es auch viele junge Lehrer, die dadurch halt Und die haben halt

Jing: irgendwie einen Ansporn und auch irgendwie einen Andrang, weil man wird nicht

Jing: Lehrer aus irgendeinem Grund.

Jing: Ich sag's so wie es ist. Die wollen halt auch was Gutes beitragen,

Jing: aber wenn man die ganze Zeit nur Scheiße entgegenbekommt, dann ist es auch kein

Jing: Spaß mehr für den Lehrerjob, was ich meine.

Jing: Und dann schert alle, wie man kann und sagt, alle Lehrer sind irgendwie,

Jing: machen eh nichts, schauen nur fern.

Jing: Das ist gestriftet ein bisschen weit auseinander, was ich meine.

Jing: Zum Teil, Eltern klagen Lehrer wegen Noten und so Geschichten.

Willy: Es polarisiert sich wieder. Es ist heftig.

Jing: Es muss zurückkommen.

Willy: Langsamer werden, Mindset ändern. Ich sehe da schon ein gewisses Muster.

Willy: Jetzt warst du in der Schule, du hast nachher, deine Eltern haben dann schon

Willy: ein eigenes Restaurant gehabt, oder?

Jing: Nein, die waren nicht selbstständig.

Willy: Die waren nicht selbstständig? Nein, wir waren nicht selbstständig.

Willy: Aber Gastronomie, oder? Hast du in deiner Jugend viel Gastronomie mitgekriegt eigentlich?

Jing: Ja, ja. Das schon?

Willy: Irgendwo muss ja die gastronomische Wurzel quasi ein bisschen herkommen.

Jing: Ja, abgesehen davon, dass wir immer gut gegessen haben, weil immer gut gekocht

Jing: wurde zu Hause. Das ist schon mal ein Vorteil.

Willy: Nein.

Jing: Es ist aber die Realität. Wenn du früh in Kontakt kommst mit gutem Essen,

Jing: oder gutem Essen, also relativ gutem Essen,

Jing: dann weißt du auch Wertschätzung bis hin zu also ich habe sehr,

Jing: sehr viel erlebt, wie meine Eltern gekocht haben, weil das hat,

Jing: diese Perspektive hat man ja nicht mehr heutzutage.

Jing: Früher war das auch noch semi-legal, die haben ja auch noch geschlachtet zu Hause. Tatsächlich?

Jing: Nicht mehr, ja. Also ich will jetzt nicht eine große Glocke läuten,

Jing: aber du musst wissen, die Leute sind aus Ungarn hergefahren,

Jing: so Viehzüchter und die...

Willy: Haben die ganzen Viecher gebracht, ne?

Jing: Genau, und ich weiß nicht, ob du das noch kannst.

Willy: Nein, man hört immer noch so, ja, heute sind es Gerüchte, Gerüchte,

Willy: die dann wieder verzehrt werden, wenn wir da Horradschüften rausarbeiten.

Jing: Nein, die sind einfach mit einem Lastwagen zum kleinen Laster gekommen,

Jing: da gab es halt lebendes Geflügel und wenn man so möchte, Bio-Eier oder was auch

Jing: immer man das nennen möchte.

Jing: Einfach Eier, die frisch gerade gelegt worden sind von diesen.

Jing: Und da haben sich halt sehr viele, die sich mit Chinesen und auch andere,

Jing: Also alle Arten von Geflügel geholt frisch und dann zu Hause noch,

Jing: wie in China halt, frisch.

Willy: Das kannst du dir erinnern?

Jing: Ja, in der Badewanne. Also es ist schon etwas, was man sieht und ich konnte

Jing: das dann nicht essen. Ich sage es so, wie es ist.

Jing: Ich habe aber kein Problem damit, das auch zu machen.

Jing: Aber ich weiß nicht, es war einfach...

Jing: Ich esse, das Odeur war anders. Es schmeckt ganz anders, wenn du es frisch,

Jing: wie wenn du es aus dem Kühlhaus oder, es schmeckt halt viel,

Jing: du schmeckst halt viel mehr Leben, habe ich das Gefühl.

Jing: Also es ist ganz, ganz komisch, das irgendwie zu formulieren.

Jing: Es schmeckt ganz anders. Oder vielleicht war die Fütterung anders.

Jing: Ich weiß nicht, was es war im Endeffekt.

Jing: Oder vielleicht ist es so, wie es schmecken sollte. So Bio und,

Jing: und, und das, so freiläufende Hühner.

Jing: Und die schmecken halt dieses intensive, dieses, dieses Leben.

Jing: Oder vielleicht war das einfach eine psychologische Geschichte bei mir als Kind.

Jing: Aber ich konnte, die haben es auch anders zubereitet, muss ich sagen.

Jing: Alles, was gekauft worden ist vom Supermarkt, haben sie anders zubereitet als

Jing: das, das haben sie super authentisch und original chinesisch mit irgendwelchen

Jing: Wurzeln und so und vielleicht was das, ich weiß nicht, das sind viele Faktoren.

Willy: Aber es war richtige, also authentisch.

Jing: Ja, die haben alles, die haben das Blut verwendet, die haben die Organe verwendet,

Jing: die haben die Knochen verwendet, also den Hahnen kam gestritten,

Jing: wer das Essen darf und so.

Willy: Woher kommt das eigentlich? Das hört man ja immer, chinesische Küche,

Willy: also inzwischen ist ja die traditionell chinesische, die originale,

Willy: ist ja der Trend jetzt nicht, also jetzt geht man ja, wie ich war ja, Curryhuhn,

Willy: auch Tschetsi und so weiter, also ist meine Jugend, Curryhuhn geliebt,

Willy: also chinesisch essen, ganz toll, was die Chinesen so essen und so.

Willy: Jetzt ist es ja traditionell und da ist ja ganz oft die Lokale,

Willy: dass ja wirklich sehr, sehr viel vom Tier verarbeitet wird.

Willy: Also eigentlich nose to tail in Reinkultur oder mega nachhaltig.

Willy: Woher kommt diese Tradition, wirklich das ganze Tier zu essen?

Willy: Ich sage jetzt mal, du hast vorher gesagt, zwei Milliarden Leute,

Willy: das wird alles reduziert auf das Wesentlichste.

Willy: Ist es aus der Not geborenen quasi Ding oder ist es eher aus einer Tradition

Willy: heraus oder ist es so, woher kommt das?

Jing: Ich glaube, es ist aus der Not geboren zwar, aber wenn man es jetzt unterm Strich wirklich

Jing: subjektiv beurteilt, sind ja diese, wenn man das Tier jetzt ganz beurteilt,

Jing: man hat nur ein Tier, dann sind ja gerade die Sachen, die wir hier als weh sehen,

Jing: quasi die Raritäten und Delikatessen.

Jing: Du hast nur so eine Niere, unter Anführungszeichen.

Willy: Oder einen Kamm.

Jing: Oder nur einen Kamm, oder? Aber der Hühnerbrust ist so ein Ding,

Jing: oder das Filet ist so ein Ding, oder die Lände ist so ein Ding.

Jing: Aber du hast halt nur eine Schnauze und die Schnauze ist nur so.

Jing: Und die Schnauze ist eigentlich ein geiles, also es schaut halt kliniker aus,

Jing: aber es ist ein geiles Produkt. Ohren.

Jing: Schweineohren zum Beispiel. All diese Sachen, ich meine,

Jing: das sind eigentlich etwas, was im Chinesischen als Delikatesse zählt versus,

Jing: also natürlich sind sie vielleicht nahreich, vielleicht nicht so nahreich wie

Jing: die anderen Körperteile, aber von einem Tier, je weniger es gibt, desto rarer ist es.

Jing: Ich kann aus, wie soll ich sagen, ich kann aus einem Schwein auch nur

Jing: Einen kleinen was auch immer herausschneiden, aber dafür habe ich Schweinebauch

Jing: habe ich auch maß, kiloweise.

Jing: Und das ist es glaube ich viel mehr, was man irgendwie nicht vor Augen hält,

Jing: ist der Bezug, vor allem je weiter man im Westen geht, desto weniger Bezug hat

Jing: man zum Originalprodukt.

Jing: Wenn du in Amerika schaust, wie die Hühnerbrust ausschaust. So ein Ding.

Jing: So ein Handel, so eine Brust. Ja, so eine Brust, genau. Woher guckt es dich?

Jing: Was ist das für ein Handel? Was ist das für ein Vieh? Aber diesen Bezug hat

Jing: man halt noch in bestimmten Regionen. Also das schwindet auch immer mehr.

Jing: Man sieht das ja auch mittlerweile fast nur noch als Delikatesse.

Jing: Man sieht halt irgendwie so Hühnerfüße und sieht nur noch das Essen,

Jing: aber nicht mehr das Tier.

Jing: Aber früher hat man wirklich alles. Ich habe das vor mir.

Willy: Genau, wollte ich fragen. Ich hab's ja alles verarbeitet, mit dem bist du aufgewachsen.

Jing: Ja, du spielst mit dem Kaninchen in der Früh und am Abend was auf dem Tisch.

Jing: Es ist ein Nutztier, Haustier und dein Abendessen.

Jing: Und alles von dem im Endeffekt. Was du essen kannst, kannst du essen.

Jing: Und das ist auch erprobt.

Willy: Kann man das lernen oder muss man mit dem sozialisiert worden sein?

Jing: Ich denke durchaus.

Willy: Wie schwierig ist es dann quasi traditionell, also ich sag jetzt einfach immer

Willy: traditionell, wie schwierig ist es dann, dass quasi einem sozialisierten Europäer,

Willy: zu vermitteln, dass das eigentlich Delikatessen sind, normal ist,

Willy: also normal, was immer normal ist, wie schafft man das dann?

Willy: Das ist ja dann quasi dein täglich Job, wenn du quasi in einem Restaurant sowas

Willy: anbietest, wie schwierig ist es das zu vermitteln?

Jing: Ja, es kommt ja darauf an, welchen Bezug man dazu hat. Wenn man keinen anatomischen

Jing: oder keine grundsätzlichen biologischen Vorstellungen hat vom Tier selber,

Jing: dann ist es halt ein Gericht. Dann kann es Schweineohr sein oder es ist halt

Jing: irgendwas Knuspriges von irgendeiner Frucht oder was auch immer.

Jing: Also es interessiert dich ja nicht. Und wenn ich es gut zubereite jetzt,

Jing: wenn ich das Odeur vernichte und es halt irgendwie so hinschneide,

Jing: dass du nicht mehr wiedererkennst, das könnte eine Jackfruit sein,

Jing: keine Ahnung was es ist, was ich meine.

Jing: Und dann denkst du so, okay, aber das ist ja

Jing: das ist genau das, was ich

Jing: als Koch mache. Ich bin kein Fleischhauer, kein Fischer oder sonst irgendwas.

Jing: Die können das viel besser als ich. Das Tier zerlegen.

Jing: Aber dafür bin ich einer, der

Jing: kann das so hinbiegen, dass du nicht das Gefühl hast, dass du das isst.

Jing: Ich könnte das... Wenn du ein Chinesen bist, du siehst alles Chinesisch,

Jing: du bestätzt A und B und dann kriegst du es serviert und isst es einfach,

Jing: du weißt nicht, was es ist, aber es schmeckt.

Willy: Aber entschuldige die Frage, wenn du jetzt sagst, nimm mal Schweineoar.

Jing: Du brauchst die Assoziation nicht, damit es gut schmeckt.

Willy: Ich habe die.

Jing: Assoziation und manchmal ekelz mich davor.

Willy: Aber es war nicht Teil der klassischen chinesischen Küche in China,

Willy: das Schweineoar als Schweineoar zu tarnen, wie du gerade gesagt hast,

Willy: um es zu essen, sondern da gehört ja die Wahrnehmung genauso dazu.

Jing: Genau, genau. Da wird es schon schwieriger,

Willy: Oder?

Jing: Du meinst jetzt, wenn ich jetzt komplett traditionell gerichtet,

Jing: wenn ich schneide, schneide Schnauze. Du musst es sehen auch.

Willy: Das ist ja schon wieder so quasi vereuropäisiert. Ich schneide zusammen in Streiferl.

Jing: Damit du diskutierst. Ja, aber die Frage war ja, wie bringe ich es dem näher?

Jing: Ich bringe es ihm so näher. Durch die Verschneierung? Einfach so zu tun, als wäre es nicht.

Jing: Es macht einen Unterschied, ob ich dir jetzt ein Fettstück vom Schweinebauch

Jing: gebe oder ein Fettstück von der Schnauze.

Jing: Oder halt die Haut. Oder ob ich dir den Haxen gebe oder ob ich dir die Stelze

Jing: gebe. Das ist ja auch dieses Fett dran. Das ist ja alles dieses Fett, die Haut.

Jing: Es schmeckt anders. Natürlich schmeckt es anders. Es ist ein anderer Körperteil.

Jing: Andere Maserung, andere Konsistenz auch zum Teil, je nachdem,

Jing: wie du es zubereitet. Aber im Endeffekt kannst du es ja nicht wissen.

Jing: Deswegen kann man auch so viele Sachen quasi ...

Jing: Also man muss halt eine Vorstellung haben, was passiert mit den Sachen.

Jing: Ja, viele Gerichte erkennst du nicht wieder, verstehst du, ich meine.

Jing: Das ist ja auch der Sinn der, meinetwegen, Au-Cuisine, irgendwelche Knochen

Jing: zu verarbeiten zu irgendwelchen Fonds und dann irgendwie, wer würde einen Knochen so essen?

Jing: Ich würde einen Knochen so essen, ich würde einen Knochen mag so,

Jing: aber wenn der Knochen mag jetzt in der Suppe drin ist oder irgendwie ist reduziert,

Jing: dann ist es wieder wurscht, nicht?

Jing: Aber wer sagt dir, was da drin ist im Endeffekt, nicht? Aber das ist ja auch irrelevant.

Willy: Aber wie weit willst du quasi, wenn du traditionelle Kirche machst,

Willy: wie weit willst du dekonstruieren oder wie weit…,

Willy: musst du die dekonstruieren, um sie dann quasi aus, ich sage jetzt mal pauschal,

Willy: in Österreich anbieten zu können.

Willy: Hat sich da der Grad der Dekonstruktion verringert über die letzten Jahre?

Willy: Also man kann mehr zeigen von dem, oder ist es immer noch so,

Willy: weil auf der Speisekarte nie war mal was über Insekten gemacht,

Willy: Ausstellung zu Insekten als Lebensmittel.

Willy: Du kannst es viel besser verkaufen, wenn du es quasi faschierst und in eine

Willy: Fleischlauerl gibst, oder wenn du es aus der ganzen auf den Teller legst.

Willy: Also du brauchst immer so eine leichte Dekonstruktionsleistung,

Willy: um etwas verträglicher zu machen.

Willy: Reduziert sie die oder muss man es doch noch komplett dekonstruieren?

Jing: Ich glaube, also

Jing: es war immer, also ich denke, es war immer gleich. Also die Leute,

Jing: die das nicht als E-Kraft gesehen haben, die wird es geben und die Leute,

Jing: die das als E-Kraft sehen, die wird es auch geben. Aber das ist erklärend.

Willy: Oder wie bei Insekten. Insekten essen ist ja im Prinzip...

Jing: Würde ich fast nicht so behaupten. dass es gelernt ist.

Willy: Sozialisierte Ekel vor Insekten zum Beispiel, oder?

Jing: Weiß ich nicht, ob es wirklich so ist. Ich meine, das ist ein großer Faktor,

Jing: auf jeden Fall. Ja, aber es gibt ja Leute, die sind einfach Angst vor Spinnen.

Jing: Aber es ist, glaube ich, etwas, was einfach auch prehistorisch vielleicht auch

Jing: quasi... Ich weiß nicht, ob es sozialisiert ist oder ob das instinktiv ist,

Jing: wenn wir Schlangen sehen. Schlangen, was mein Gift.

Jing: Ob das jetzt sozialisiert ist oder ob wir jetzt schon instinktiv sehen,

Jing: das Ding hat mehr als zwei Beine, wir sind oder keine Beine und wir sind.

Jing: Verstehst du? Deswegen vielleicht essen wir lieber Kühe und manche Leute essen

Jing: ja keine Meeresfrüchte, weil es einfach so ekelhaft ausschaut oder Angst,

Jing: aber Säugetiere sind uns näher und das kann man, verstehst du, ich meine?

Jing: Aber es ist halt unterm Strich Sozialisierung ist definitiv,

Jing: aber vieles ist, glaube ich, einfach auch in uns instinktiv drinnen,

Jing: wenn wir etwas sehen, was halt unseren Augen nicht gefällt.

Jing: Also ich weiß nicht, inwiefern das jetzt instinktiv sein kann,

Jing: aber ich denke schon, ein gewisses Unterbewusstsein kriegt man quasi erbt man

Jing: da irgendwie mit, weil man bestimmte Gefahren einfach aus dem Weg gehen möchte,

Jing: unter Anführungszeichen. Das ist man dann vielleicht

Jing: nicht so gerne. Also ich kann mir vorstellen, ich bin mir nicht sicher.

Jing: Also was jetzt Gefahr ausstrahlt, was nicht. Aber es gibt sicher Sachen,

Jing: die für uns halt nicht so ansprechend sind.

Jing: Und dann später vielleicht noch durch Sozialisierung nochmals.

Willy: Wann du jetzt draufblickst, also auf die, du bist ja quasi mit,

Willy: die chinesische Küche gibt es ja nicht.

Willy: Es gibt ja viele regionale Küchen, es gibt ja nicht die österreichische Küche,

Willy: aber in Österreich klar ist.

Willy: Aber was würdest du sagen, sind so die ganz klassischen Unterschiede zwischen

Willy: einer österreichischen Küche, einer chinesischen Küche, auf Basis von Geschmack,

Willy: Konsistenz, wenn man es versucht zu charakterisieren,

Willy: was trennt die Küchen, was verbindet sie? Wie würdest du es am besten beschreiben?

Jing: Ich habe ein bisschen einen, also du meinst jetzt die österreichische Küche

Jing: oder die europäische Küche?

Willy: Beide, ja die österreichische.

Jing: Du musst wissen,

Jing: die ursprünglichen

Jing: Kulinariken grundsätzlich jetzt unabhängig davon, ob man jetzt die chinesische

Jing: oder die österreichische jetzt ansieht,

Jing: wenn man die kaiserliche Küche jetzt ein bisschen betrachtet,

Jing: also so viel habe ich mich jetzt nicht hineinstudiert, dass ich jetzt sagen

Jing: kann, aber wenn du schaust, wie die die Rezepte aufgebaut haben früher,

Jing: was vom Tier verwendet worden ist,

Jing: was als quasi als Geschmacksträger.

Jing: Wir verwenden ja Öl, die verwenden Fett, Talg,

Jing: Ähm, ähm, tierisches Fett. Tierisches Fett, Butter, blablabla.

Jing: Wir verwenden ja irgendwelche vielleicht, äh, ähm, Natron oder Stabilisatoren,

Jing: was auch immer, und wir verwenden einfach 10 Eier.

Jing: Der hält dann, weißt du, was ich meine? Ja, aber das ist so,

Jing: entweder du schlägst dann, weißt du, und heute haben wir Maschinen und das Eiweiß

Jing: wird halt steif geschlagen.

Jing: Früher sind halt eine Stunde gestanden, damit der Kuchen steht.

Jing: Das heißt, der Zugang ist immer dasselbe gewesen.

Jing: Du hast halt irgendwas, du musst mit allem was anfangen und aus der entsteht dann die Kulinarik.

Jing: Weil am Anfang war halt Feuer und du hast das reingeschmissen und dann Maja-Reaktion

Jing: und dann schmeckt es halt geiler und ein bisschen Salz. Boah, Salz.

Jing: Und dann hast du halt Steak und was auch immer.

Jing: Und dann vielleicht Rare, vielleicht Semino, was auch immer.

Jing: Aber dann, um von dort dann weiterzugehen, so, ich habe jetzt Knochen,

Jing: was kann ich mit dem Mangel? Okay, mach jetzt dein Werkzeug draus.

Jing: Aber später dann herauszufinden, okay, in dem Knochen ist noch Knochenmark und

Jing: mit dem Fett kann ich auch noch was machen und nicht nur hernehmen und irgendwie

Jing: verbrennen oder was auch immer.

Jing: Der Zugang ist einfach der menschliche Zugang mit dem historischen Wissen.

Jing: Wenn du verstehst, was ich meine. Nicht dieses wissenschaftliche,

Jing: weil aus der Kultur heraus entstanden. Genau, aus den Umgebungen, aus dem Terror.

Jing: Und einfach zu sehen, als ich habe eine Niere, das Ding hat eine Niere,

Jing: also das ist halt irgendwie dieselbe Funktion.

Jing: Also was es genau macht, wissen wir halt nicht. Wir versuchen halt irgendwie

Jing: herauszufinden, aber wenn ich das esse, hilft es vielleicht meiner Niere,

Jing: weil es halt Niere ist Niere.

Jing: Also das ist halt irgendwie der chinesische Aspekt, dass Sachen,

Jing: die du isst, oder hier sagt man ja auch, du bist, was du isst, nicht?

Jing: Und dass das dem hilft.

Jing: Deswegen essen ja auch Rinderpenisse und so weiter. Aber unter Umständen ist

Jing: es halt, es ist genau dieselbe Konstruktion der Küche.

Jing: Es gibt sehr, sehr viele Parallelen. Aber wirklich.

Jing: Und die kaiserliche Küche hat sich auch mit den französischen Küchen ausgetauscht.

Willy: Du weißt, dass von der kaiserlichen machst du jetzt die...

Jing: Ja, halt K&K hier. Und halt die kaiserliche Küche drüben. Die haben sich nicht so krass beeinflusst.

Jing: Ja, aber dort, aber hier einerseits durch die Multikulti-Ungarn und die ganzen Einflüsse,

Jing: aber eben dann quasi reduziert auf das Wesentliche und dann gab es ja schon im 18., 17.

Jing: Jahrhundert ja schon so richtige Leistungen, Kochleistungen,

Jing: was man wirklich als Leistung betrachten kann, wie man das irgendwie so richtig

Jing: quasi rezepttechnisch auch durchdacht.

Jing: Zwar mit anderen Argumenten, aber doch durchdacht angegangen ist.

Willy: Elaborierte Rezepte, wo es schon mehr Kulturgut geworden ist.

Jing: Das Einzige, was die Franzosen gut gemacht haben, Entschuldigung,

Jing: dass ich das jetzt sage, aber sie haben noch mehr Struktur reingebracht.

Jing: So wie in der Mathematik.

Jing: Wirklich, die haben wirklich dieses Strukturierte, wie in Frankreich, dass man

Jing: Soßenbasis hat und so weiter und halt irgendwie quasi alles irgendwie so nach

Jing: einer Logik, nach der Systematik hingeht und auch die Küchenmannschaft aufbaut wie eine Brigade.

Jing: Das ist halt das, was die halt quasi... Aber definierte Küchensprache ist französisch.

Jing: Genau, das ist das, was sie komplett durchgespielt haben.

Jing: Aber die Art zu kochen und so weiter, das ist im Österreichischen wirklich

Jing: Wenn es einem Kaiser genügt, unter Anführungszeichen, dann muss es schon was haben.

Jing: Und kann man sagen, durchaus, vielleicht, dass die Kochtechniken im Französischen

Jing: dann noch mehr verbessert wurden, aber ich denke, durchaus unsere Mehlspeisen

Jing: und so weiter, also dieser Zugang, den

Jing: früher, das ist schon, es ist eine eigene Leistung, unter Anführungszeichen,

Jing: was es für Torten gibt und so, das gibt es in China nicht.

Jing: Also diese Art der Kultur, dieses Süße.

Willy: Warum eigentlich? Kannst du das

Willy: erklären? Hast du eine Antwort drauf oder weißt du es sogar vielleicht?

Jing: Der Aufwand, solche Sachen zu machen, der rentiert sich nicht.

Jing: In China ist schnelle Küche einfach das Wichtigste, was du machen kannst.

Jing: Dass du frisches Produkt so schnell wie möglich einfach eisfertig zubereitest

Jing: und einfach damit... Effizienz. Effizienz, genau.

Jing: Wie gibt es das? Wie kannst du ein Gulasch kochen für, weiß ich nicht, fünf Stunden?

Willy: Fünf ist ja viel zu wenig. Und dann dreimal aufwärmen noch.

Jing: Und die Hälfte der Bevölkerung wäre schon krediert. nicht, aber es ist,

Jing: also es ist jetzt dumm gesagt. Ja, ja, klar.

Willy: Ja, reduziert heute auf Kernaufsage.

Jing: Genau, hier, hier, deswegen haben die halt so viel Fokus drauf gelegt zu fermentieren,

Jing: weil es ist eine Vorstufe von dem, okay, ich muss mal halbbarer machen auf der

Jing: einen Seite, aber der Geschmack kommt dann durchs Fermentieren,

Jing: weil die Zeit macht's, aber ich brauche

Jing: keine Energie fürs Fermentieren in Wirklichkeit, weil das ist die Natur,

Jing: es ist der Wind, es ist die Sonne, also ich tue es Sonnentrocknen,

Jing: ich tue es reifen, ich tue es was auch immer und hier ist es, okay,

Jing: ich muss halt effektiv doch auch Energie.

Jing: Und das nimmt es ja halt deswegen mit, weil wir hier auch kalt haben.

Jing: Und die Wärme, wenn wir eh schon Wärme haben, können wir die Wärme auch abwärmen,

Jing: auch nutzen, um was zu kochen. Also wenn wir schon Feuer haben.

Jing: Also denke ich durchaus, dass das irgendwie eine Verbindung damit hat.

Willy: Also was du jetzt sagst, ist so ein bisschen, wenn ich das ganze Gespräch jetzt

Willy: ein bisschen reflektiere, chinesische Küche,

Willy: Auch Kultur ist ein bisschen,

Willy: effizient, aus der Not heraus, auf der schieren Menge der Menschen.

Willy: Es waren ja nicht immer viele Leute.

Jing: Das waren immer schon viele Leute.

Willy: Ja? Also das ist wirklich, geht nicht nur 100 Jahre zurück, sondern wirklich

Willy: weit zurück, immer schon viele Leute.

Jing: Ja, an irgendeinem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte hatte in China ein Drittel

Jing: der Weltbevölkerung oder so. Oder irgendwie so eine ganz, ganz grammatische Zahl.

Willy: Okay, aber es ist wichtig für das Verständnis, Weil ich kann sagen,

Willy: China war immer schon groß, es waren immer schon viele Menschen, das heißt,

Willy: lang zurück in der Kultur hat sich die Kultur immer schon aus einer gewissen

Willy: Ressourceneffizienz heraus entwickeln müssen und aus dieser Grundbedingung,

Willy: also eine wichtige Grundbedingung,

Willy: haben sich dann ganz viele Sichtweisen, Küchen,

Willy: Kochtechniken etc.

Willy: Abgeleitet auch, oder?

Jing: Das ist das eine, das andere ist aber auch Ressourcen. Ich sage es einmal so,

Jing: Europa war in Bezug auf Kulinarik nie so ressourcenreich wie der Nahe Osten

Jing: oder der Ferne Osten, weil es auch klimatisch bedingt ist.

Jing: Die Kartoffel ist ja auch aus Amerika gekommen oder Paradise und so weiter.

Jing: Das gab eine italienische Küche ohne Tomaten.

Jing: Das kannst du dir nicht vorstellen, oder? Aber das ist erst nach Kolumbus.

Jing: Das ist vielleicht ein paar hundert Jahre alt. Man kann ja gar nicht älter sein.

Jing: Was haben die früher gemacht? Weißt du, was ich meine? Und das ist halt der springende Punkt.

Jing: Keine Ahnung. Ja, genau. Was haben die früher gemacht? Was haben die früher

Jing: gegessen? Ich meine, das stellt sich eh nie jemand die Frage im Endeffekt.

Jing: Herkunft und woher? Naja, doch.

Jing: Ja, ich stelle mir die Frage. Und ich frage mich halt selber,

Jing: okay, wie authentisch kann etwas sein, wenn das Produkt, wie zum Beispiel,

Jing: ihr seht schon, Chili kommen auch aus Amerika. gar.

Jing: Das heißt, die Schärfe muss früher von irgendwas anderes kommen.

Jing: Ingwer, Senf, Wasabi, sowas. Aber nicht vom Chili. Aber Chili ist jetzt das dominante Ding.

Jing: Und wenn man sagt, Chili gibt es vielleicht seit 300, 4.

Jing: Irgendeine Zeitspanne, die nicht die ganze Menschheitsgeschichte überdauert hat.

Willy: Nicht bei der Sinosaurier, sondern...

Jing: Und dann von Authentizität zu sprechen. Immer wenn ich diese Diskussion habe,

Jing: der Junge, der kann doch gar nicht, weil der ist aufgewachsen hier, aufgewachsen dort.

Jing: Der kann auch gar nicht authentisch. Aber was ist denn authentisch? Was ist authentisch?

Jing: Was ist denn, also wenn es schmeckt, ist es authentisch oder wenn es jetzt gut

Jing: ausschaut, ist es authentisch. Ich weiß nicht, was es ist, im Endeffekt.

Willy: Naja, heute muss alles authentisch sein. Es gibt nichts Authentischeres.

Jing: Als einer kocht wirklich für dich. Das ist heutzutage mein Set von authentisch.

Jing: Solange so wenig wie möglich maschinelle Arbeitsschritte drin gewesen sind,

Jing: ist es authentisch. Ich sage es so, wie es ist. Ich sage es so, wie es ist. Egal.

Willy: Also Authentizität, Ich sehe zum Gegenbegriff, zu industriell.

Jing: Genau. Ohne Spaß. Es ist wirklich genauso, wie ich es als Authentizität...

Jing: Es gibt auch nicht... Es gibt hunderttausende Varianten vom Wiener Schnitzel.

Jing: Also natürlich, es sind nicht...

Jing: Ich sage es so, wie es ist. Ich sage es so, wie es ist. Es macht einen Unterschied,

Jing: welches Fett du von mir in das ist.

Willy: Guteschmeiß.

Jing: Spalten sich die Geister manche Sachen.

Willy: Mir ist es immer... Ich finde es besser.

Jing: Wenn es... Ja, aber...

Willy: Sag.

Jing: Manche meinen, es ist es besser, wenn man es einfach in einem,

Jing: sagen wir mal, nicht tierischen Fett frittiert oder sowas.

Jing: Ich meine, das kann ich ja nicht irgendwie wegnehmen von dem, verstehst du?

Jing: Es sind einfach verschiedene Ansätze und wie die Butterbröseln auszusehen,

Jing: die Semmelbröseln auszusehen haben, ist auch eine Frage.

Jing: Müssen es ganz fein sein, grob? Ich habe keine Ahnung.

Willy: Du hast doch nicht einmal angefangen,

Willy: ein Rührei machen. Also das ist ja schon ein komplexes Gericht.

Jing: Aber wofür streitest du im Endeffekt?

Jing: Wenn du anerkennst, die Leistung deines Gegenübers, der dir kocht,

Jing: und das schmeckt dir, dann ist dieses Verhältnis schon aufgebaut.

Willy: Zwischen Streit und Einigkeit ist ja ein großer Raum, der durchaus spannend

Willy: sein kann, wo du quasi in einem konstruktiven Wettstreit miteinander trittst.

Willy: Du hast einen Streit, du hast die Einigkeit, beides ist fad.

Willy: Also, das ist fad und das ist deppert.

Willy: Aber zwischendrin spürt halt irgendwie... Ist eh gut, dass es verschiedene Schnitzeln gibt.

Jing: Mir tut es schon wie, wenn Leute zum Beispiel in gebratenen Nudeln Paprika reingeben.

Jing: Das sage ich so, wie es ist. Weil ich kenne es nicht so.

Jing: Machen aber Leute. Machen auch, glaube ich, zum Teil Chinesen,

Jing: aber ich bin einfach der Meinung, das hat da drin nichts verloren.

Jing: Aber da halte ich meine bescheidende Meinung für mich und koche mein Gericht.

Willy: Jetzt wissen es alle.

Jing: Es ist eine Schwierigkeit, weil ich habe es halt so beigebracht bekommen und

Jing: mein Palette ist auch von meinen Eltern ein bisschen geerbt.

Jing: Du hast eine Referenz im Kopf, ne? Genau.

Jing: Wenn da jetzt Paprika drin ist, ist es doch irgendwie anders.

Jing: Es ist so wie, keiner diskutiert bei einer Pasta, ob jetzt in eine Bolognese

Jing: XY reinkommt oder nicht reinkommt. Oder Carbonara.

Jing: Boah, das ist ja das. Sahne. Ja, genau.

Jing: Aber was ist denn so schlimm daran, beides so authentisch zu realisieren,

Jing: wenn beides auf seine Art oder Beide schmeckt. Da geht es um Identität,

Willy: Oder? Ich glaube, da fühlen sich Menschen in ihrer Identität,

Willy: in ihrer Tradition entwurzelt.

Jing: Solange du deine Butter nicht selber geschlagen hast, solange du die Kuh nicht

Jing: selber gemolken hast, solange du deine Guanciale nicht selber irgendwie...

Willy: Deinen Wok nicht selbst geschmiedet hast.

Jing: Wo beginnt Authentizität? Ich kaufe mir meinen Wok aus der Industrie von irgendeinem

Jing: Kambodscha oder keine Ahnung, oder ich kaufe mir einen Guanciale irgendwo aus

Jing: Spanien, keine Ahnung, woher das Ding kommt. Und dann sage ich, okay, authentisch.

Jing: Es gibt, ich weiß nicht, ist es die Rückverfolgbarkeit in der Zeit?

Willy: Historizität quasi.

Jing: Ja, aber dann weiß ich, ich weiß, sind das frische Nudeln oder welche Nudeln passen dazu?

Jing: Das ist ja wieder ein ganz, ganz, ganz großer Diskurs an, welche Nudeln passen zur Bolognese?

Willy: Einer der Filmbegriffe, den jeder verwendet, jeder glaubt, der weiß was und

Willy: sobald du dann die Frage stellst, was heißt authentisch, dann zerfällt der Begriff in tausend Teile.

Jing: Ich sage einfach...

Willy: Regionalität.

Jing: Wenn einer wirklich for real für dich kocht, also

Jing: Das ist authentisch. Außer es schmeckt nicht, dann kannst du nicht authentisch

Jing: schlecht, aber bist du auch authentisch? Was ich meine, das bist du.

Jing: Du hast ein schlechtes Gericht gemacht, bist du authentisch schlecht. Das ist authentisch.

Jing: Ist das so, wie es ist, nicht? Du hast gut gekocht, authentisch gut.

Jing: Authentisch ist immer auf den Menschen, denke ich, bezogen und vielleicht sogar auf das Individuum.

Jing: Ob du authentisch bist, ist das Gericht dementsprechend authentisch.

Jing: Aber sobald irgendwie fälschlicherweise das Gericht von einem anderen als deines

Jing: bezeichnest, dann ist es ja, ich weiß nicht, ob das, ich weiß es nicht.

Jing: Ich will diesen Begriff jetzt nicht irgendwie in einer Schublade stecken und

Jing: sagen, ich habe jetzt recht, das ist authentisch.

Jing: Jeder soll sich für sich selber irgendwie herausfinden, Meinungen kann jeder

Jing: haben, aber im Endeffekt muss es für mich einfach nur schmecken.

Willy: Wenn ich quasi die Küche deiner Kindheit, deiner Eltern, wie für dich gekocht wurde,

Willy: kriege ich das? ist das, käme das an der Autohätizität vielleicht noch irgendwo in die Nähe.

Jing: Beziehungsweise,

Jing: ich habe China-Restaurant essen immer gefeiert, ich dachte immer,

Jing: das wäre die Art und Weise, und zu Hause ist so, machen wir irgendwas gerade,

Jing: aber zu Hause habe ich ganz was anderes gegessen, also zu Hause habe ich ganz was anderes gegessen,

Jing: also zu Hause habe ich ganz was anderes gegessen, als im Restaurant,

Jing: aber ich habe immer gedacht, dass beides authentisch ist, also es ist Restaurant

Jing: essen und zu Hause, Also so wie, ich gehe in ein Restaurant essen und esse irgendwie

Jing: Pizza, aber ich mache mir die Pizza nicht unbedingt zu Hause, sondern esst dann.

Willy: Aber ihr wart nie in einem China-Restaurant, wie sie quasi aus meiner Jugend

Willy: her, ihr seid nie auf, ihr seid nie, ich merke auch, wie die Sprache ist,

Willy: ihr seid nie auf Curryhund und auch Tschets gegangen, oder doch?

Jing: Doch, auch. Ja, mache ich jetzt auch immer.

Willy: Ihr müsst auch noch geschwind die Kamera machen.

Jing: Sprich ruhig weiter. Ich meine allgemein, ähm,

Jing: Ich weiß nicht, ob das die anderen Leute machen, die in der Gastronomie auch tätig sind.

Jing: Aber ich, mein Vater ist zum Beispiel einer, der isst urungern sein eigenes

Jing: Essen. Aber wenn es andere Leute kochen, isst das irgendwie gerne.

Willy: Ist sein eigenes Essen nicht gern?

Jing: Also nicht gern, sondern er ist halt so, das kenne ich aber von einigen Köchen,

Jing: die so sind, die ihr eigenes Essen nur probieren.

Willy: Ist das so, wie wenn ich meine eigenen Podcasts nicht anhöre?

Jing: Möglicherweise. Ich weiß nicht, was es ist, aber es ist bei mir auch oft so,

Jing: dass ich viel glücklicher darüber bin für andere Leute zu kochen, denen es schmeckt.

Willy: Ja, okay.

Jing: Und vielleicht ist es nicht einmal das, was mir schmeckt. Was ich meine?

Jing: Mein Vater kocht die ganze Zeit acht Schätze, aber das ist ja nicht das,

Jing: was ihm schmeckt, sondern vielleicht ist es das, was einfach gut geht. Weißt du, was ich meine?

Jing: Und er isst aber viel lieber einen Schnitzel. Aber das kocht er nicht. Verstehst du?

Jing: Und da beginnt, also ich weiß nicht, wo es beginnt oder wo es endet.

Jing: Aber im Endeffekt, ich bin ein Allesfresser, nicht nur in Bezug auf die Zutat,

Jing: sondern in Bezug auf alles.

Jing: Solange es gut ist. Und natürlich habe ich mein eigenes Bewertungsschema,

Jing: das darf nicht giftig sein.

Jing: Es darf nicht giftig sein. Es darf nicht giftig sein. Es darf nicht irgendwie

Jing: es darf unter Umständen nicht

Jing: es darf nicht giftig sein, es darf nicht versalzen sein. also den Grundriss muss es einfach halten

Jing: also wir haben bestimmte Geschmäcker die nicht überreizt werden sollten wenn

Jing: es zu scharf ist, ist es ja auch schlecht also alle denken, es muss so scharf

Jing: sein wie möglich aber das ist ja auch schlecht gekocht man kann

Willy: Schlechtes Kochen durch viel.

Jing: Schärfe kaschieren genau, das ist der springende Punkt es ist vielmehr ein Ausbrancierung

Jing: von vielen Sachen wie in vielen Leben auch und vieles probieren

Jing: Und ich habe es halt auch realisiert, dass der Zugang, ich sage es halt so,

Jing: wie es ist, ich habe halt wirklich Glück, dass ich den Zugang von beiden Seiten

Jing: kenne, von dem chinesischen und vom europäischen.

Jing: Ich habe fast, so gesehen, fast beide Gaumen, auch wenn meine Genetik das irgendwie

Jing: nicht erlaubt, ich habe keine Ahnung.

Jing: Aber im Endeffekt ist es halt so, ich kann einen Schnitzel genießen,

Jing: ich kann auch bestimmte, ich kann einen Beuschel genießen, aber ich kann gleichzeitig

Jing: auch diese ganze Schafe genießen und ich kann auch Milch trinken,

Jing: nicht so wie viele Chinesen, die sich ansparen bei Milch und Butter und Laktosientoleranz.

Jing: Ich kann es einfach. Ich kann einfach beide Seiten.

Jing: Und deswegen, wenn ich meinem Vater zum Beispiel serviere Carbonara, das ist er sehr ungern.

Jing: Er ist einfach sehr deftig und sehr viel Käse.

Willy: Weit außerhalb der Referenz.

Jing: Ja, und es ist halt für ihn nicht mehr natürlich, wenn man so möchte.

Jing: Und dann die Natürlichkeit für Leute seiner Generation ist sehr wichtig,

Jing: weil sie keine Referenz haben zu dem, was gut oder schlecht oder gefährlich

Jing: oder nicht, sondern sie sehen halt, sie sind das, mit dem sie aufgewachsen sind,

Jing: mit dem fühlen sie sich wohl.

Jing: Deswegen gehen die auch, wenn die außer Essen, immer chinesisch essen.

Jing: Wenn ich den... Das ist ein Grund. Wenn ich den zum Beispiel vietnamesisches

Jing: Essen serviere, sind die auch so.

Jing: Und da denkt man sich, okay gut, das ist ja alles asiatisch. Nein, ist es nicht.

Jing: Sushi zum Beispiel isst meine Mama ungerne, aber Sashimi isst sie sehr gerne.

Jing: So rohen Lachs isst sie. Mein Vater zum Beispiel gar nicht.

Jing: Aber rohen Rind isst sie nicht. Also das ist irgendwie auch viel Präferenz und

Jing: das kann man einfach nicht definieren und da muss man das in den Video wieder

Jing: in den Vordergrund stellen und einfach,

Jing: man kann ja nicht, als Gastronom weiß man das, oder auch Koch,

Jing: man kann nicht alle pleasen mit einem Gericht. Dem einen schmeckt es, dem anderen nicht.

Jing: Es gibt kein ultimatives Gericht. Das ist das fadeste Gericht,

Willy: Das allen schmeckt. Das charakterloseste.

Jing: Genau, aber auf der anderen Seite…

Jing: Will ich halt zumindest, dass es den meisten Leuten schmeckt.

Jing: Dass ich halt nicht kritisiert werde von allen Leuten, dass es halt schlecht ist.

Jing: Aber da gibt es halt schon ein paar Sachen, auf die man achten muss.

Jing: Nicht übersalzen, nicht übersüßen. Nicht giftig. Nicht giftig, genau.

Jing: Aber in den Grundzügen ist es einfach das Verständnis.

Jing: Ich sehe es auch bei meinen Eltern. Und ich sage, die sollen was Europäisches

Jing: kochen, Spaghetti. Die machen einfach chinesische Spaghetti.

Jing: Es ist ganz, ganz absurd.

Willy: Chinesische Spaghetti.

Jing: Ja, es ist Ketchup drinnen in Frankfurt und ich vertraue mir, es ist

Jing: das, was man hier als sacrilegious, wie sagt man im Deutschen,

Jing: einfach als hättest du irgendwie irgendwas Religiöses gerade

Willy: Was ungetascht zu stören oder so. Ihr freut jetzt gerade das Wort Ja.

Jing: Aber genau, das, was die Philippinen zum Beispiel, weißt du nicht,

Jing: ob du bei Jollibees mal warst, das, was dir als Spaghetti machen zum Beispiel, schmeckt finde ich.

Jing: Also es ist Ketchup, Frank-Butter und Spaghetti-Nudeln.

Jing: Sakrileg. Sakrileg, genau.

Jing: Es ist halt so, wie es ist.

Willy: Warum hast du eigentlich damals gastronomisch geprägt? Warum hast du studiert?

Willy: Du hast Physik studiert.

Willy: Warum Physik und und,

Willy: Warum dann die Rückkehr in die Gastronomie?

Jing: Warum Physik? Ich denke, jeder soll ein bisschen Physik studieren.

Jing: Aber ob man auf die Grundzüge des Universums oder der Welt, des Menschen, was auch immer.

Willy: Kommen wir wieder zurück zum Anfang.

Jing: Zurückzukommen ist halt das Reinste, was du machen kannst, entweder Mathe oder

Jing: Physik. Denke ich durchaus.

Willy: Du hast vorher gesagt, du warst ein durchschnittlicher Schüler.

Willy: Oder Physik und Chemie, Physik speziell, aber Physik und Mathe,

Willy: das machen dann schon eher die, ich sage mal, die mit einer Affinität,

Willy: das waren dann meistens auch oft die Gescheitern, zumindest die,

Willy: die was dann weitergemacht haben.

Willy: Warst du so ein….

Jing: Man kann sich auch überschätzen im Leben, nicht?

Willy: Das ist ja die Realität.

Jing: Ich meine, ich überschätze mich sehr oft in einer Gastro, also rückblickend

Jing: und auch nur überschätzt.

Jing: Man überschätzt sich die ganze Zeit und dann geht man über die Grenzen hinaus

Jing: und dann kreiert man vielleicht hoffentlich mit Glück und Zufall und Blut und

Jing: Schweiß und was auch immer etwas Neues und wird erfolgreich oder nicht erfolgreich,

Jing: je nachdem, wie man Erfolg misst.

Jing: Und bei Physik war es genau, Physik war für mich, ich bin froh,

Jing: dass ich das Tuch gedrückt habe und ich bin froh, dass ich studiert habe,

Jing: aber es ist, wenn ich es im Vorhinein so

Jing: gesehen hätte, wie es dann im Endeffekt geworden ist, es ist ja nie so,

Jing: wie man es sich vorstellt,

Jing: dann hätte ich, weiß ich nicht, ob ich dann nicht Schiss davor gehabt hätte,

Jing: das irgendwie anzufangen.

Jing: Es ist, weil Schulphysik ist ein, es ist so wie Schulmathematik oder sonst irgendetwas,

Jing: was man in der Schule lernt Chemie.

Jing: Also man kommt rein und dann denkt, man hat schon irgendeine Basis in Physik,

Jing: weil man hatte ja schon in der, im Gymnasium hat man schon ein paar Jahre Physik

Jing: gehabt, da kommst du rein und dann kannst du gleich anschließen und dann machen

Jing: wir ein paar Experimente.

Jing: Du kommst rein und studierst eigentlich alles von neu.

Jing: Und das erste Semester war mein schlimmstes Semester und da habe ich auch realisiert,

Jing: Bei mir war die Volksschule relativ gut, aber die Oberstufe war das Niveau,

Jing: also ich will jetzt keine Schulkritik jetzt üben und so weiter,

Jing: man könnte schon ein höheres Niveau erwarten in unserem Land.

Jing: Ob es jetzt, ich meine, weil halt Österreich auch sehr, sehr titelgeil ist und

Jing: jeder halt irgendwie studiert haben muss und so weiter, was eigentlich komplett

Jing: absurd ist, weil in der Schweiz.

Jing: Auch in Bezug auf Verdienst und auch auf Ansehen und so weiter,

Jing: ist das Sekundar oder wie den Weg, den zweiten Weg, den dritten Weg,

Jing: ist es genauso gut angesehen, wenn nicht sogar eher angesehen,

Jing: wenn du ein Handwerk kannst, wenn du halt bestimmte Sachen in deinem Feld quasi extrem gut kannst,

Jing: wird das besser entlohnt oder du hast halt eine gewisse Wertschätzung der Arbeit.

Jing: Köche verdienen auch relativ gut und so weiter. Aber natürlich passiert das

Jing: wieder auf einem anderen System. Das sage ich jetzt nicht, dass das System irgendwie

Jing: besser ist dort drüben etc.

Jing: Es ist jetzt effektiv, aber so, dass es dort drüben... Also zwei große Unterschiede.

Jing: Das eine ist, hier fliegst du durch, wenn du in einem Fach quasi...

Jing: Am Fünfer. Ja, genau. Also dort nimmst du es mit.

Jing: Dort ist es so, wenn du in einem überragend bist und im anderen Kacke,

Jing: dann kann das überragend irgendwie das Kacke... Abfedern. Genau, abfedern.

Jing: Und auch mit einem negativen Abschluss zum Beispiel in Deutsch,

Jing: aber du bist halt in Mathe, bist du halt der Überflieger, dann kommst du halt

Jing: irgendwie durch, bist du dem Ziel, zu dem, du kommst im Endeffekt und dann spezialisierst

Jing: dich nachher eh sowieso dort rein.

Jing: Aber natürlich ist es nicht so, dass ich sage, wir müssen so machen,

Jing: aber wir müssen halt ein bisschen überdenken, wie das Schulsystem oder worauf

Jing: wir uns irgendwie zukünftig vorbereiten.

Willy: Was wäre dein Zugang?

Jing: Mein Zugang?

Willy: Oder was wäre der Wunsch?

Jing: Allgemeinbildung, das habe ich gesagt. Allgemeinbildung und also Bildung darf

Jing: nichts kosten. Also bis zum gewissen Grad nichts kosten.

Jing: Das ist das Wichtigste überhaupt. Das ist das Einzige, wo du Menschen weiterbringen

Jing: kannst und nicht irgendwie, und das sage ich jetzt nicht, jetzt Bildung im Sinne

Jing: der klassischen Bildung, weil wenn du siehst, wie ich,

Jing: ich will es jetzt nicht irgendwie groß aufziehen, aber ich sage es jetzt in

Jing: jeder Branche, wenn ich mir Elektriker anschaue, Installateur oder eben Koch,

Jing: du kannst dieses Theoretische nicht vernachlässigen, weil aus der Theorie entstammt die Praxis.

Jing: Das heißt, du könntest als Elektriker zuerst ein Studium machen oder parallel dazu.

Jing: Dann sagt man, was braucht ein Elektriker für ein Studium? Wie wäre es denn,

Jing: ein bisschen Physik studiert? So ein bisschen die Schaltkreise nicht nur am Planen.

Willy: Das Warum seines Büros. Genau, warum, warum, warum. Nicht das Wasser.

Jing: Genau, warum verlegst du jetzt diese Rohre und nicht diese Rohre oder was auch

Jing: immer. Oder beim Kochen auch.

Jing: Früher war es immer ein Handwerk, oder? Das ist auch genau das,

Jing: was ich sage. im China Meister und man folgt dem und dann lernt man das genauso

Jing: und macht es genauso und ändert nichts.

Jing: Das ist authentisch, das ist konservativ. Das sind viele von meinen Meistern,

Jing: die es mir so beigebracht haben, wenn du eine Veränderung drin machst,

Jing: hast du quasi sein Rezept verändert, hast du eigentlich verkackt.

Jing: Aber unterm Strich, wenn ich ihn frage, warum machst du das?

Willy: Können wir uns auf eine Definition von Authentizität einigen,

Willy: die lautet authentisch bist du dann, wenn du das Warum deines Handeln kennst.

Jing: Aber das geht ja noch bis zum gewissen Grad. Ich meine, das ist eine gute Aussage.

Willy: Naja, wenn du sagst, das ist mit dem Rohr, weil wenn ich jetzt Elektriker bin,

Willy: ich bekomme mit Strom in das.

Willy: Aber der hat halt ein Rohr herum, das isoliert irgendwas und du weißt,

Willy: warum das Rohr in der Dimension da drinnen ist und du kannst mir das sagen und

Willy: du legst nicht einfach nur ein Kabel in ein Rohr.

Willy: Ja, aber nicht nur das. Und dann weißt du das, warum du das tust.

Jing: Genau, aber es geht ja noch tiefer. Es geht ja noch tiefer. Da will dann sagen,

Jing: okay, gut, das schützt vor dem und dem, aber dann kannst du einen physikalischen

Jing: Hintergrund da auch noch hinterfragen.

Jing: Weil es fließt ja kein Strom, es sind ja eigentlich die, es sind ja die Energiewellen, die da jetzt...

Willy: Ja, aber irgendwann nach dem letzten Grund... Ja, aber irgendwo muss man ja...

Jing: Ja, aber das ist das, was ultimativ unsere Gesellschaft weiterbringen wird,

Jing: weil es bringt nichts, das sage ich aber, das ist nur so jetzt hineingeworfen, es bringt nichts,

Jing: mit Asien zu kämpfen um die Jobs, die eh keiner machen möchte im Endeffekt,

Jing: weil die immer billiger produzieren und immer billiger sein werden als wir.

Jing: Es ist besser, wir haben sogar, sagen wir, Schneider, die sich mit der Materie,

Jing: mit Biologie auskennen, dass sie wissen, wie Rinder funktionieren,

Jing: wie Leder quasi zu Leder wird.

Jing: Das ist ja die große Meisterschaft,

Willy: Das kennt man, ich kenne jetzt eigentlich eher traditionell aus dem japanischen,

Willy: wo du sagst, ich beschäftige mich wirklich 20, 30 Jahre, das ist ja das Prinzip.

Jing: Was du gesagt hast. Ja genau, aber bei denen ist es noch immer handwerksbezogen.

Willy: Handwerksbezogen.

Jing: Genau, aber wie ich meine, es ist wissensbezogen.

Willy: Wissensbezogen. Ja, ich meine, wenn ich jetzt koche.

Jing: Aber nicht aus einer Meta-Ebene und über alle blicken und so,

Jing: allwissen und so, ich weiß es besser, sondern vielmehr das Handeln, wie du sagst,

Jing: das Warum mit hineinzunehmen, ist halt in den Grundfesten,

Jing: dann haben wir halt einen Bezug und so sind wir halt immer und das ist das,

Jing: was Europa in Wirklichkeit definiert, dieses Besserwissen, unter Anführungszeichen,

Jing: aber halt ohne dem Klugscheißer-Ding, sondern wirklich das Besserwissen.

Willy: Das Besserwissen.

Jing: Genau, das Besserwissen. Und darauf die Bildung dann auszubilden.

Jing: Wenn du dann hingehst, in der Schweiz wird das schon ein bisschen so in diese

Jing: Richtung verfolgt, habe ich das Gefühl.

Jing: Wie gesagt, wenn du in bestimmten Thematiken sehr, sehr gut drinnen bist,

Jing: dass du das dann verfolgen kannst und dann halt das wirklich bis zum Ultimum

Jing: machen kannst und dann bist du auch ein Experte darin, auch wenn du nicht irgendwie

Jing: Professor von irgendwas bist,

Jing: aber der Professor weiß ja auch nicht alles besser.

Jing: Wenn du dein Spezialgebiet hast, den Schallplatten XY hast du und dich wirklich

Jing: bis hin zurück verfolgen, also du bist halt der Experte in Schallplatten,

Jing: was auch immer und dann reicht das ja schon.

Jing: Also ich meine, wie viele von denen gibt es, ich weiß nicht mehr.

Jing: Und aber du musst halt alle Fragen kennen und alle antworten drauf.

Willy: Als Meisterschaft.

Jing: Genau, als Meisterschaft und das geht ein Leben lang. Also das wissen ja die

Jing: meisten Leute nicht, okay, ich habe jetzt drei Jahre zum Beispiel Kochlehre und ich bin jetzt Koch.

Jing: Weiß ich nicht, ob das jetzt so in dem Ausmaß nicht stimmt oder stimmt,

Jing: aber es gibt noch sehr, sehr viel zu erkennen und zu studieren.

Jing: Das ist genau wie das Physikstudium nie aufhört.

Jing: Ich kann Bachelor machen, ich kann Master machen, ich kann PhD machen,

Jing: ich kann Postdoc machen, aber in Wirklichkeit forsche ich die ganze Zeit an

Jing: Fragen, die noch nicht beantwortet sind.

Jing: In der Küche gibt es so viele Fragen, es macht sich aber keiner irgendwie die

Jing: Mühe darüber, warum macht man, warum, was ich meine. Und da geht es ja auch schon über

Jing: Foodsicherheit, ein bisschen zu, weißt

Jing: du, Ernährungswissenschaftler wären eigentlich sehr, sehr gute Köche.

Jing: Denke ich durchaus, aber die haben mit dem Handwerk nichts zu tun,

Jing: die können vielleicht nicht nochmal, ich weiß es nicht, jetzt sind wir vorhin

Jing: genommen, nicht nochmal schneiden, sagen wir.

Jing: Aber es wäre gut, wenn du einen Koch hättest, der auch vielleicht Ernährungswissenschaftler

Jing: ist, oder einen Fitnesstrainer, der gleichzeitig auch Koch ist und so,

Jing: weißt du, das ist auch Crossover, Fusion

Jing: Aber da reicht es ja auch quasi ein, also das systematisch irgendwie von der Lehre,

Jing: wie wir sie im klassischen Sinne kennen, wegzugehen und das halt wirklich zu,

Jing: aber da braucht es halt brillante Köpfe. Das ist das, was ich sage.

Jing: Leute, die halt auch dieses Wissen haben und es so formulieren können,

Jing: dass das auf Basis dessen, der Professor weiß wirklich vieles mehr.

Jing: Und wenn ich mich spezialisiere, bin ich in meinem eigenen Feldprofessor und

Jing: dann sind wir eigentlich fast so auf Augenhöhe, kann man schon drüber diskutieren,

Jing: aber ich mache das dann und er macht das dann und dann hat man halt irgendwie,

Jing: was ich meine, der Schüler, im Chinesischen soll der Schüler nie den Lehrer übertrumpfen.

Jing: Bei uns soll es der Gegenteil sein, dass du, ich möchte was weitergehen,

Jing: weil ich werde auch alt, aber du musst jetzt was Neues, bring was Neues,

Jing: bring was, so kommt der Fortschritt und so weiter.

Jing: Und dahingehend, ich weiß gar nicht, wo die Frage begonnen hat.

Willy: Nein, passt schon. Du hast ja irgendwann einmal gesagt, so ein Spruch,

Willy: also die Frage war ja auch ein bisschen, du hast Physik gemacht,

Willy: du hast irgendwann einmal so gesagt, bei so einem Video, ein Differenzieren

Willy: ist Handwerk, integrieren ist Kunst und so,

Willy: wo es auch ein bisschen so Richtung die Meisterschaft dann geht,

Willy: aber hast dann auch einmal gesagt, du bist im Physikstudium,

Willy: du hast in Zürich, glaube ich, studiert,

Willy: in einem Meer voller Wale geschwommen, du hast dich als Fisch gefühlt oder sowas, glaube ich.

Willy: Du schwimmst jetzt im Ozean der Gastronomie, Wie fühlst du dich da?

Willy: Hast du dich entschieden, deine Meisterschaft in der Gastronomie zu suchen, im Kochen?

Jing: Und ich habe halt Schwierigkeiten dabei, weil wir wieder zwei Welten angrenzen,

Jing: weil das Handwerk, ich habe sehr, sehr viel Respekt vor dem Handwerk.

Jing: Also wirklich sehr viel Respekt.

Jing: Den hatte ich, bevor ich wirklich selber begonnen habe, so mich hineinzusteigern

Jing: ins Kochen. Ich konnte halt schon immer irgendwie kochen.

Willy: Aber das ist das... Hast du eine Ausbildung gemacht? Eine Kochlehre? Nein, nein, nein.

Jing: Keine Lehre? Keine, keine Kochlehre. Spannend. Aber eben quasi,

Jing: ich habe zwei Meister gehabt und meinen Vater. Das heißt, es ist eigentlich

Jing: eine andere Art der Lehre.

Jing: Und dann eben der Zugang aus dem, sagen wir, aus dem Akademischen,

Jing: das Ding halt anders zu sehen im Endeffekt.

Jing: Ich sehe eine Kochstelle nicht als Kochstelle, ich sehe halt viel mehr.

Jing: Ich sehe Temperaturen, ich sehe Messungen.

Jing: Das ist ja, was eine Zeit lang auch quasi die Art Cuisine war,

Jing: war ja dieses ganze Molekular-Ding und so weiter.

Jing: Aber das ist halt nur, ja, aber wurscht, lassen wir mal beiseite.

Jing: Aber im Grunde genommen ist Kochen ja viel mehr Physik, als man möchte,

Jing: oder Chemie oder Biologie im Endeffekt, Anatomie.

Jing: Zum Teil können ja Fleischhauer, machen ja nichts anderes als Chirurgen,

Jing: nur mit halt größeren Werkzeugen.

Jing: Aber wenn du wirklich so kleine Sachen… Oh Mensch,

Willy: Ja, was du mir zuschaust.

Jing: Wie schnell die das machen. Also ich hatte früher nie diesen Bezug,

Jing: dass das Handwerk so krass sein könnte.

Jing: Aber nachdem jetzt das Handwerk immer mehr so aus unserem Fokus herausfällt,

Jing: umso mehr realisiere ich eigentlich, was das für ein Handwerk ist.

Jing: Walkschwinge und dass jede Bewegung

Jing: Es ist wirklich absurd, das zu sagen,

Jing: aber jede Bewegung ist quasi ein Muskelreflex von dem Handwerker. Ja.

Jing: Also dieser Schnitt.

Willy: Aber du fällst wieder zurück quasi ein bisschen auf die alte Tradition.

Willy: Also du versuchst irgendwie quasi in der Zukunft diese Meisterschaft.

Jing: Aber die realisieren das selber nicht. Das ist der sprüngende Punkt.

Jing: Die, die es realisiert, das hast du vorhin angemerkt, die Japaner haben es realisiert,

Jing: dass das erst kommt, wenn du zehn Jahre lang denselben Fisch geschnitten hast,

Jing: dass du diesen oder halt bei manchen geht es vielleicht schneller, drei Jahre.

Willy: Hoffentlich, ja.

Jing: Ja, aber dass es im Endeffekt das ist und dann kannst du halt den einen Fisch gut schneiden.

Willy: Ja, das eskaliert ja dann gleich wieder mal in ganz schräge Eigenarten.

Jing: Aber dieses Handwerk so für diese Begeisterung, das haben wir aber hier auch

Jing: in sehr, sehr vielen Sachen.

Jing: Nur wir haben halt den Bezug und diesen Fokus verloren und die verlieren selber

Jing: den Fokus, weil sie das weniger selber wertschätzen.

Jing: Wenn du realisierst, wie vergöttert Köche in Europa werden, aber in China sind

Jing: Köche die ärgsten irgendwelche Leute, was ich meine. Das ist wirklich so, war auch früher so.

Jing: Die Franzosen haben das irgendwie gebracht, dass der Koch irgendwie so ein richtiges

Jing: Symbol für für, ich weiß nicht, was das ist, aber so verehrbarer ist.

Jing: Früher waren Köche ja richtige.

Jing: Früher waren Köche nicht so gut angesehen. Und in China mittlerweile ein bisschen

Jing: besser, aber früher, wenn du nichts kannst, bist du Koch so quasi.

Jing: Wenn aus dir nichts wird, oder wie man sagt, nicht?

Jing: Und das ist halt der springende Punkt, wo du dann das Handwerk halt realisierst,

Jing: aber gleichzeitig das sind Grenzen meines Wissens.

Jing: Ich habe mich immer besser gefühlt mit Wissen, aber wenn du dann zum Handwerk

Jing: gehst, bist du mit deinem Wissen wirklich, stoßt dann irgendwo an.

Jing: Also du brauchst deine Zeit, um da jetzt hineinzukommen. Das Wissen kannst du

Jing: dann aneignen, aber die Umsetzung vom Wissen ist einfach…

Jing: so relevant mittlerweile, aber genauso umgekehrt.

Jing: Also die haben das alles gelernt, aber wenn ich die frage, warum,

Jing: sind die natürlich auch an ihrem Latein angestoßen, weil sie sich auch nicht

Jing: zu viele Gedanken drüber gemacht haben, warum sie jetzt gerade das Öl eine Sekunde

Jing: vorher oder nachher reingeben, aber sie machen es immer gleich.

Jing: Also man denkt die ganze Zeit, okay, es ist das Rezept und das ist das,

Jing: was mich auch ärgert, es ist nicht das Rezept.

Jing: Das Rezept sagt dir nicht genau an, welche Temperatur, der Gradient,

Jing: also wie die Veränderung, worauf du achten musst, Portionen,

Jing: das macht alles so einen gravierenden Unterschied, man denkt das nicht.

Jing: Deswegen gibt es ja auch immer, bei dem schmeckt es irgendwie besser als bei dem.

Jing: Auch wenn das Rezept gleich ist, kann es sein, dass der Zucker eine halbe Minute

Jing: später abgelöscht hat, weil dann mehr Karamellisation, mehr

Jing: Alkohol rein oder was auch immer und dann hast du eine ganz andere Note und

Jing: dann überstimmt die eine das eine oder das andere und dann hast du halt ein anderer,

Jing: aber Zutaten immer gleich, 100 Milliliter und bei ihm ist es auch 100 Milliliter,

Jing: aber das ist nicht 100 Milliliter, das ist so 50 jetzt und 50 später oder wie

Willy: Hast du das gelernt so schnell?

Jing: Ich habe wirklich Meister, also echte Meister Meister in meiner Küche,

Jing: die genau was ich gesagt habe,

Jing: das mit der Zeit mitgenommen haben, weil die sagen, wie die Sachen,

Jing: also wir Sachen erlernen ist so, okay gut, ich gebe dir irgendwie quasi,

Jing: ich gebe dir was vor und liest das durch und dann schießt mal Fragen und dann

Jing: diskutieren wir drüber. Bei denen ist er so, schau zu.

Jing: Er sagt, schau zu. Also ich sag mal, wie kochst du das? Schau zu.

Jing: Bei uns, also normalerweise so, da gibt es das Rezept und so 100 Milliarden

Jing: und dann machst du die Schritte und dann bist du, schau zu.

Jing: Schau zu und dann so, ja, so, so und dann musst du halt quasi,

Jing: um das Gericht zu perfektionieren, so wie er es macht, musst du genau seine

Jing: Bewegungen imitieren. Das ist das Harte, das ist unmöglich.

Jing: Unsere Anatomie ist anders. Du bist ein bisschen kleiner, das ist unmöglich

Jing: und da kommt die Authentizität auch wieder zum Vorschein, weil ich kann niemals

Jing: so kochen wie, ich hab das dann gefilmt irgendwann einmal, weil ich es nicht gepackt hab,

Jing: da fehlt irgendwas, verstehst du?

Jing: Ich meine, das hat mich so aufgefallen, die meisten Leute würden das irgendwie

Jing: so mit 90% durchgehen lassen, aber ich hab selber gewusst, das ist nicht der

Jing: Geschmack, den er jetzt irgendwie auf den Teller bringt.

Jing: Ich weiß nicht, was es ist, aber es ist irgendwas und dann hab ich halt realisiert,

Jing: okay, für ein Gericht Videos studiert.

Willy: Das wird beim Skifahren bei dem perfekten Lauf für die Arne,

Willy: bis du da hast, Videoanalyse gemacht.

Jing: Bei einem Gericht habe ich das gemacht und dann habe ich es nie wieder gemacht,

Jing: weil ich dann realisiert habe,

Willy: Okay gut, das wird nichts.

Jing: Da müsste ich jetzt 20 Jahre hinter ihm stehen und die ganze Zeit den Zähmchen schieben.

Jing: Aber wenn ich 90% von dem mitnehmen kann und das zu meinem eigenen Handwerk

Jing: und zu meinem Wissen hinzufüge, dann habe ich eigentlich schon meine eigene

Jing: authentische Art und Weise, das zu machen. Es wird nicht zu 100% so schmecken, wie es bei ihm ist.

Jing: Aber es wird auch schmecken. Es

Jing: wird so schmecken, wie es bei mir ist im Endeffekt. Und das bin nun ich.

Jing: Und das ist das, was ich mit Bildung und Handwerk, das muss kombiniert werden.

Jing: Und da braucht es Leute, die das wirklich auch wirklich, wirklich,

Jing: wirklich so sehen, weil das realisiert man nicht.

Jing: Was ein Maurer zum Beispiel, was einen guten Maurer und einen schlechten Maurer

Jing: so differenziert, oder ein guter Maler.

Jing: Das ist absurd. Wie die malen? Also, das ist ja nicht, das ist,

Jing: du denkst, okay, ich kann auch malen, aber weißt, wie der malt,

Jing: der malt, der braucht nicht mal, du brauchst deine Hilfswerkzeuge und so weiter

Jing: und der hat zwei Sachen, zack, zack und hat's. und die Geschwindigkeit auch.

Willy: Ein Maler ist brutal, wenn du dir das anschaust. Ein guter Maler,

Willy: wie du herumscheißt mit Papier und Bicken und Ding und der...

Jing: Ja, genau. Technik.

Willy: Unglaublich.

Jing: Das ist aber auch angelernt und so weiter.

Willy: Ich mache genau das gleiche, wie der bei mir draufzumschaut und schaut die ganze Wohnung aus.

Jing: Aber du kannst auch so viel Theorie lesen, wie du willst. Du kriegst die Technik

Jing: und du kannst so viel Technik machen, wie du willst. Vielleicht fehlt es da

Jing: ein bisschen an der Theorie.

Jing: Vielleicht muss er dann irgendwann einmal die Theorie verstehen,

Jing: wie Farben zustande kommen. Da kann man ja Farben studieren.

Jing: Es gibt ja ein Studium, das sich befasst mit Farben.

Jing: Also wie Farben entstehen, welche Farben, blablabla.

Jing: Der könnte ja nicht normaler sein, sondern auch Innendesigner.

Jing: Also Mentalinnendesigner, aber halt ein Handwerk.

Willy: Mit der Basis, ja.

Jing: Ja, ist ja im Endeffekt genau das.

Willy: Wenn du das Warum lernst und was wir gesagt haben, mehr oder weniger.

Jing: Und vor allem angesichts dessen, dass wir halt so oder so zukünftig sehr,

Jing: sehr viele Arbeiten unter Anführungszeichen abgeben müssen und außerdem wie

Jing: immer älter werden. Was machen wir jetzt 40 Jahre lang, einfach nur den selben Wok schwingen?

Jing: Nein, du musst halt die Liebe dazu finden, die Gründe dazu finden,

Jing: dass sie noch intensivieren und dann halt noch mehr wissen.

Willy: Was ist denn das Warum in der Küche? Also ist es das Lernen der Grundtechniken?

Willy: Wie weit würdest du gehen und sagen, dieses Warum, was man in der Küche braucht?

Jing: Wo man ansetzen müsste. Wie man jetzt gesagt hat,

Willy: Beim Maler, wo du gesagt hast, der könnte innenarchitekt werden,

Willy: weil er die Formen studiert hat. Genau, genau.

Willy: Was ist das in der Gastronomie, dieses Grundwissen, wo du sagst,

Willy: das sollte ich studieren, um.

Jing: Du brauchst anatomisches Grundwissen. Also Biologie solltest du auf jeden Fall

Jing: ein bisschen... Biologie?

Jing: Ja, natürlich, weil du Kräuterkunde, ob jetzt...

Willy: Pflanzen, ja, also Pflanzen, Tiere, woher kommt das?

Jing: Genau, Spezies unterscheiden können, was ist der Fisch, was ist der Fisch.

Jing: Aber das ist natürlich schon sehr, sehr weit, weil da lehne ich mich sehr weit aus.

Jing: Das sind Fächer-Expertisen für sich.

Jing: Aber eine gewisse Grundsubstanz muss man schon haben, um zu wissen,

Jing: okay, der Fisch ist nicht dasselbe wie der Fisch, was ich meine.

Willy: In deinem Wasser, im Inhaltsstoff, mit der Fütterung, blablabla, das hängt zusammen.

Jing: Aber das lernst du nicht. Das lernst du ja gar nicht. Ich habe mich natürlich

Jing: mit der Kochlehre auseinandergesetzt. Es gibt schon...

Willy: Du kriegst Fleischteile so quasi, die Schale im Plastikzirkel.

Jing: Aber frag dich einmal, du kriegst gelernt, Fleischteile hier in Österreich,

Jing: wie man sie quasi seziert und dass es da da spielt.

Jing: Aber wenn du spazierst nach Amerika, dann hast du ganz andere Fleischteile auf

Jing: einmal und dann bricht deine Bildung bricht zusammen und du denkst,

Jing: was habe ich überhaupt gelernt?

Jing: Das heißt, es geht gar nicht darum, die Fleischsteile der Aussehung zu lernen,

Jing: sondern vielmehr den Hintergrund, warum wir das jetzt so differenzieren bei uns.

Jing: Und in China zum Beispiel ist das gar kein Stück, das irgendwie...

Willy: Woran kann ich ja Fleisch erkennen, dass ich weiß, was kann ich damit machen, zum Beispiel, oder?

Jing: Genau, richtig, ja.

Willy: Fasern, etc.

Jing: Das sind halt viele Sachen im Endeffekt, die dann die Leute zu spät

Jing: realisieren oder halt dann im Handwerk selber, also natürlich ist es die Basis

Jing: und man lernt alles neu dazu, aber wie wäre es, wenn man das einfach in den

Jing: Vorhinein irgendwie ein bisschen sauberer macht, quasi

Jing: Kunststrukturen schon besser macht, aber das ist dann wieder gesellschaftlich,

Jing: weißt du, wer will den Koch werden, weißt du, ich meine, dann ist es wieder so,

Jing: aber wenn du das irgendwie so aufbaust, wenn du hingehst, hey,

Jing: Allgemeinbildung ist ja schon da, weißt du, ein bestimmtes Verständnis für Mathe,

Jing: Weißt du, bei Umrechnungen zwischen verschiedenen, auch Physik natürlich,

Jing: das kann alles nur helfen, kann nicht schaden.

Jing: Und dann kann die Kochausbildung auch zehn Jahre gehen, wie beim Arzt.

Jing: Warum hat der Arzt eine zehnjährige Ausbildung oder was auch immer und der Koch

Jing: muss nach drei Jahren fertig sein, unterm Strich. Weißt du, was ich meine?

Jing: Und da beginnt es, aber da kann es ja niemals enden. Ich kann mich nie,

Jing: ich könnte nie enden, warum, weil ich zum Beispiel, ich kenne mich jetzt in

Jing: der chinesischen Küche relativ gut aus, aber wenn du mich fragst,

Jing: hey, mach mal eine Pizza, bin ich halt so, okay, ich bin eine halbe Portion.

Jing: Ich kann schon irgendwie Pizza machen, aber ich will mir da jetzt nicht aus dem Messen mit Leuten.

Jing: Und dann kann ich, wie kannst du dann behaupten, du bist der beste Koch?

Jing: Wie kannst du behaupten, du bist der beste in dem und dem?

Jing: Also ich meine, du kannst gar nichts im Endeffekt vor der Ehrfucht des Schaffens, weil

Jing: Und da beginnt es dann auch wieder zu bröckeln an vielen anderen Zeiten.

Jing: Natürlich ist es auch wieder systematisch bedingt, dass man nicht möchte,

Jing: dass alle Leute so viel krasser werden, aber das ist das, worauf es hinausläuft, was ich meine.

Jing: Wenn du dann schaust, hey, Alter, dieses Grundwissen für Reduktionen,

Jing: das er hat, und so, boah, shit, ich check's gar nicht.

Jing: Aber dann ist es halt vielleicht so, dass er sich wirklich nur darauf spezialisiert

Jing: hat und 10 Jahre lang nur das gemacht hat. Aber das ist egal.

Jing: Aber dann hast du halt, also Grundkenntnisse und dann geht man auch weg von

Jing: dem, was heutzutage auch ein großes Problem ist, Leute zu bewerten.

Jing: Woher weißt du ChatGPT oder ob er das jetzt wirklich alles auswendig weiß oder was auch immer,

Jing: sondern vielmehr diese Grund, weißt du, das Lernen im Studium ist es zu lernen,

Jing: einfach immer weiter zu lernen und niemals aufzuhören zu lernen, weil du einfach

Jing: Öffnest die Büchse der Pandora und sagst, hey, ich habe jetzt mal ein Wissen

Jing: angeeignet und ich will einfach wissen, was hinter dem Wissen steckt,

Jing: bis halt ich an einem Zenit angelangt bin,

Jing: der Richtung Meta geht, in Richtung Philosophie und dann sage ich,

Jing: okay, gut, dann gehe ich wieder einen Schritt zurück und biege dann rechts ab

Jing: und so geht das halt dann weiter im Leben und das ist halt das Schöne und da

Jing: entfaltet sich, da kann sich so viel entfalten, weil wenn du Kombinationen ansiehst

Jing: von all den Sachen, was wir noch nicht entdeckt haben,

Jing: also da kann es gar nicht fertig werden, also da kann die, man kann denken,

Jing: die Welt ist schon fertig, weißt du, wir haben halt irgendwie Roboter,

Jing: die sich selber hängen und was auch immer, aber ne, also die Schönheit

Jing: darin ist einfach zu erkennen, dass man einfach noch viel mehr erkunden kann, kombinieren kann.

Jing: Das ist genau dasselbe, da gab es ja auch eine Rechnung oder Studie dazu,

Jing: wie viel Musik produziert wird.

Jing: Irgendwann muss es ja enden. Du hast nur ein paar Noten, du hast nur ein paar

Jing: Instrumente. Irgendwann muss es ja enden.

Jing: Alleine Kombination an Musik, das wird nicht enden.

Jing: Bevor es das endet. Ich denke mir immer, jetzt habe ich einen geilen Sommerhit,

Jing: das wird der letzte Geile sein. Es kann nicht mehr getroffen werden.

Willy: Wahrscheinlich, dass es irgendwann einmal den letzten Sommer gibt.

Willy: Wahrscheinlich größer ist es, dass es irgendwann den letzten Sommer nicht gibt.

Jing: Genau, und das ist dasselbe mit der Küche, dasselbe mit den Entdeckungen und

Jing: so weiter. Und das ist auch die Perspektive, die den jungen Leuten fehlt.

Jing: Ich will nicht in der Struktur reinwachsen. Ich will natürlich mit der Struktur

Jing: sein, weil das garantiert auch Sicherheit und auch Zukunftlichkeit.

Jing: Aber ich möchte trotzdem was Neues oder beziehungsweise etwas,

Jing: was halt richtig gär ist oder sich richtig gär anfühlt, als was davor gewesen ist, was ich meine.

Jing: Und ich bin ja auch so, wenn ich jetzt die ganze Zeit kochen müsste,

Jing: die ganze Zeit dasselbe.

Jing: Chinarestaurants, die seit 40 Jahren lang dasselbe Menü haben,

Jing: was sind das für Leute, die dahinterstehen, die ganze Zeit denselben Meister.

Jing: Schon ein Meister, da können die stolz drauf sein, aber ich hätte nicht mehr

Jing: die Geduld, das auf den Teller zu bringen, was die auf den Teller bringen,

Jing: jeden Tag in derselben Qualität, in demselben, also Tempo natürlich,

Jing: das ist auch ein sehr großer Faktor, der jetzt außer Acht gelassen wird,

Jing: man sieht immer die Leute kochen, aber weißt du, was für ein Tempo die anlegen,

Jing: wenn die dann richtig kochen, also die richtigen,

Jing: weißt du, boah, also Teigtaschen machen kann ich ja auch, das ist schön und

Jing: so, weißt du, mache halt in meiner Stunde so 20 Stück.

Jing: Die ballern da Teigtaschen hunderte Stücke da raus. Das ist ja auch ein Tempounterschied.

Willy: Das ist unglaublich.

Jing: Aber unterm Strich, das sind einfach so viele Sachen, die man erkunden kann.

Jing: So viel Positives sind die. Und die verfangen uns irgendwo in der Leere,

Jing: weil einfach, weil wir einfach mittlerweile auch zum Teil Algorithmus getrieben und so weiter auf unsere

Jing: innersten Reflexe und Instinkte zurückreduziert werden.

Jing: Schade, diese Feeds bei manchen Leuten ist ja wirklich nur noch instinktiv.

Jing: Du musst auf deren Instinkt dann zurückgreifen. Plötzlich extreme Farben, extreme Geräusche.

Jing: Es ist absurd. Also das ist ja das, Schritt zurück, langsamer, Kochlehre, Kanzlerin.

Jing: Das ist ja auch das, was die nicht checken. Also nicht checken,

Jing: die checken es schon, aber die haben immer so einen Leistungsdruck. Warum?

Jing: Ich finde es ork, dass die Leute sagen, hey, wir müssen das in drei Jahren und dann in sechs Jahren.

Jing: Und wenn du jetzt, in England ist es zum Beispiel extrem, wenn du 21 bist,

Jing: noch nicht irgendwas gereicht hast, bist du vorbei mit deinem Leben.

Jing: Das ist halt okay. Das ist halt dieser Druck.

Jing: Aber in Wirklichkeit, um etwas, also in der Wissenschaft reden wir jetzt,

Jing: aber in Wirklichkeit, wenn du etwas erreichen spezialisiert,

Jing: kannst du auch deine Zeit lassen, weil wir werden so alt.

Jing: Wir haben keinen Vergleich. Wir denken, Zeit ist, also wenig Zeit.

Jing: Die Leute, früher hatten wenig Zeit. Wir haben wirklich Zeitzeit.

Willy: Ich wäre früher schon dort gewesen.

Jing: Ich hätte jetzt schon zehn Kinder.

Willy: Du bist jetzt schon relativ alt.

Jing: Ja, ich hätte jetzt schon zehn Kinder, vielleicht, sogar mehr.

Jing: Und drei davon wären schon...

Willy: Aber das ist jetzt das Ding, was bei dir so ein bisschen gegeneinander geht.

Willy: Du bist jetzt, ich erinnere dich nochmal, du weißt das eh, aber die Leute,

Willy: die zuhören, du bist 29 Jahre alt. Du hast inzwischen wie viele Restaurants? Fünf, sechs?

Jing: Ja, sowas inzwischen.

Willy: Wo du teilweise Eigentümer, teilweise beteiligt bist. Wie geht das mit langsam

Willy: und ohne Leistungsdruck zusammen, dass mir gegenüber ein 29-Jähriger sitzt,

Willy: der Physik studiert hat, dann quasi irgendwo nach Koch gelernt hat,

Willy: wie geht das an Leistungsdruck? Was ist dein besonderes Talent,

Willy: dein besonderes Geheimnis aus deiner Sicht?

Jing: Wenn ich dir sage, ich denke, ich bin langsam, würdest du mir das glauben?

Willy: Nein, natürlich nicht.

Jing: Das ist ja der springende Punkt. Es gibt aber Leute, die sind noch schneller

Jing: als ich. Also ich bin in einem Umfeld.

Willy: Achso, du bist...

Jing: Ich bin schon der Langsame. Du lachst jetzt.

Willy: Was ist das für ein Umfeld?

Jing: Ja, das ist halt...

Willy: Du bist doch eben im Speedteam der Nationalmannschaft.

Jing: Nein, aber es gibt Leute, die sind ein bisschen älter, die haben jetzt auch

Jing: viel mehr erreicht, unter Anführungszeichen. Und das ist natürlich relativ zu sehen.

Jing: Aber wenn du nur in Gastro-Geschichten schreibst, habe ich Freunde, die haben schon mehr.

Jing: Aber weitaus mehr Einfluss und Mitarbeiter.

Jing: Oder egal, wie du das messen müsst, es sind mehr, es sind einfach mehr,

Jing: was ich meine. Und das sind ja nicht älter.

Jing: Der Fokus war halt anders. Mein Fokus war immer ein bisschen wissensbesogen.

Jing: Andere sind halt kapitalistisch eher unterwegs und wollen halt mehr in diese

Jing: Richtung, also wirtschaftlichen Erfolg und so weiter. Für mich war die Balance immer zu halten.

Jing: Und das ist halt ein glücklicher Zufall, dass im Endeffekt alles so gut passiert ist.

Willy: Aber wie bleibst du so ruhig? Jetzt kann man sie ja sehen bei uns auf dem YouTube-Kanal.

Willy: Du wirkst tiefenentspannt. Du hast fünf Lokale. Ich weiß nicht einmal,

Willy: wie ich mit einem umgehe.

Willy: 121.000 Follower. Du hast da noch Instagram, jetzt warst du gerade wieder bei

Willy: den Oscar-Verleihungen und so weiter. Und du bist gechillt.

Willy: Du wirkst tiefenentspannt. Wie geht das in der Gastro generell und bei dir mit dem Pensum?

Jing: Akzeptanz, dass alles schieflaufen gehen kann. ich sehe es halt bei vielen Leuten,

Jing: die etwas aufbauen, wenn man so möchte.

Jing: Egal, ein Lebenswerk oder wie sie es auch immer sehen.

Jing: Oder ein Imperium oder das Kaiserreich von China und wenn das vor deinen Augen

Jing: verbrannt wird und so weiter, dann springst du halt irgendwo und dann,

Jing: weißt du mal, ich habe kein Funkenbezug mehr dazu, was ich meine, zu dem Input,

Jing: weil ich einfach, vielleicht auch durch die Physik, deswegen sage ich die Leute,

Jing: ich sollte ein bisschen Physik studieren.

Willy: Einfach den Bezug... Merken wie bedeutungslos wir eigentlich sind, oder wie?

Jing: Aber ich habe letztens mit einem Gespräch gehabt, der so, er geht Bergsteigen,

Jing: also wirklich so gletschern und so.

Willy: So ein Berg und walk.

Jing: Ja, und nur um zu sehen, what the fuck ist das, weißt du, es ist so,

Jing: ich bin da irgendwo am Spitze des Mountains, es ist unten eh nix,

Jing: ich kann jederzeit irgendwo rein und dann ist es vorbei und weißt du mein,

Jing: wofür das alles, aber das ist natürlich sehr, sehr

Jing: sehr, sehr pessimistisch, aber unterm Strich ist es ja,

Jing: ich möchte jetzt keine negativen Vibes raussenden oder sonst irgendetwas,

Jing: man muss einfach die Vergänglichkeit immer im Hinterkopf haben,

Jing: einfach mit dem Leben akzeptieren und dann einfach weitermachen im Endeffekt.

Jing: Aber nicht, es ist kein Zwang, weißt du, es kann halt in die Brüche gehen,

Jing: es kann alles in die Brüche gehen.

Jing: Und vielleicht ist es auch etwas, was du vorhin gesagt hast,

Jing: man muss den Schmerz erleben, damit man Schmerz kennt.

Jing: Ich habe schon relativ viel Schmerz erlebt. Vielleicht ist es auch das. Ich weiß es nicht.

Jing: Aber ich glaube, man kann das, wenn man Empathie hat, auch lesen.

Jing: Verstehst du? Man muss es nicht erleben.

Willy: Man muss jedes Rad neu erleben.

Jing: Nein, ich muss nicht im Krieg sein, damit ich weiß, wie kacke Krieg ist.

Jing: Ich muss nicht unbedingt irgendwie Scheiße gefressen haben, zu wissen,

Jing: dass Scheiße nicht gut ist für mich, was ich meine.

Jing: Und ich niemals Scheiße fressen will und ich nicht will, dass andere Leute Scheiße fressen.

Jing: So einfach ist es, was ich meine. Ich kann mir genau vorstellen,

Jing: wie es den Leuten gegangen ist.

Jing: Also dieses Sympathievermögen, ich weiß nicht, ob das jeder hat,

Jing: ich hoffe jeder hat, ich denke sogar jeder hat, vielleicht müssen ein paar Leute unterdrücken oder so.

Jing: Aber du liest es und dann spürst du es ja. Irgendwo spürst du es. Und das ist es.

Jing: Auch Freude spürst du. Du siehst ja, wie sehr ich mich, auch Ruhe spürst du.

Jing: Also wenn ich die Ruhe vermittle, als irgendein angesehener Politiker,

Jing: wennetwegen. Ich mache, es ist alles okay.

Jing: Dann sind alle auch ein bisschen ruhiger. Ich meine, es ist ja wurscht.

Jing: Also ich sage jetzt nicht wurscht im Sinne von jetzt kann mir jeder machen, was er will.

Jing: Nein, nicht diese Art von Wurscht, sondern wir sind alle in einer Struktur.

Jing: Wir sind alle mit einem Gegenüber und einem Miteinander.

Jing: Aber gleichzeitig nicht vergessen, dass wir auch nur quasi Reisende der Zeit oder was auch immer.

Jing: Im Chinesischen sagt man, wir sind nur Gäste auf diesem Planeten.

Willy: Was bist du konstruktiver Nihilist?

Jing: Oder? Nein, du gehst bis zum Ende vom Weg, dann drehst du halt um und sagst,

Jing: da ist kein Weg mehr und dann gehst du halt den Weg wieder zurück.

Willy: War die Erkenntnis bei dir ein Prozess?

Jing: Ein ganz, ganz schlimmer Prozess. Da muss ja nicht mal viel dazu,

Jing: du musst einfach nur realisieren, dass es vergänglich ist und dann bist du halt

Jing: am Suchen Und das befreit dann,

Willy: Oder wie?

Jing: Nein, die Quantenmechanik hat mich befreit.

Willy: Die Antwort auf alle Produkte.

Jing: Die Quantenmechanik, also QM, das ist Quantenmechanik, QM1, also die Vorlesung

Jing: und das Studieren selber von Quantenmechanik, also wirklich das Studieren,

Jing: Studieren, hat mich befreit.

Jing: Aber erst gegen Ende. Weil am Anfang war das sehr, sehr grausam.

Jing: Weil der Zugang war ein anderer. Ich hatte immer einen sehr,

Jing: sehr abergläubischen Zugang, auch durch meine Eltern und so weiter.

Jing: Aber wenn du dann drin bist und dann einfach jeder um dich checkt irgendwie,

Jing: aber nur du sitzt da und du wirst es einfach nicht checken, wie kann das sein?

Jing: Wie kann es sein, dass manche Sachen einfach passieren, wie sie passieren,

Jing: aber gleichzeitig einfach logisch keinen Sinn machen und jeder akzeptiert das.

Jing: Und dann kommt die Akzeptanz und sagt, ja, warum nicht?

Willy: Und dann kommt dieser Satz, das Leben ist ein Hilbertraum.

Jing: Ja, genau.

Willy: Das ist dann die Konsequenz aus dieser Erkenntnis.

Jing: Die Welt ist ein Hilbertraum. Nein, das ist nur ein Spaßsatz,

Jing: den ich, ich meine, ich habe den Bezug eigentlich zu Shakespeare ursprünglich

Jing: gehabt. Die Welt ist eine Bühne.

Jing: Und dann, irgendwann einmal im Studium, habe ich dann vom Prof halt irgendwie

Jing: so mitbekommen, dass quasi alles in unserem Sein eigentlich ein Raum ist.

Jing: Nein, das ist ein Vektorraum und da leben halt Vektoren und mit diesen Vektoren

Jing: kannst du bestimmte Eigenschaften von Teilchen beschreiben und halt kannst auch

Jing: viele Transformationen machen dazwischen und so weiter und das ist halt auch,

Jing: im Endeffekt kannst du eigentlich sehr, sehr viel beschreiben,

Jing: was die Welt ist und die leben alle gleichzeitig auf dem man sagt Hilbert-Raum,

Jing: aber es ist in Wirklichkeit es kann sich nicht vorstellen,

Willy: Was ist es.

Jing: Ist es ist der Raum der Integration es ist der Raum der quadratintegrablen Funktionen,

Jing: Vektoren, was auch immer.

Jing: Und du kannst quasi nur dieses Produkt oder die Integration auf dem Raum durchführen, zufälligerweise.

Jing: L2 nennt sich das irgendwie.

Jing: Und aus irgendeinem Grund sind alle Vektoren, die uns beschreiben oder unsere Quantenmechanik

Jing: auf dem Existenz und dann sagt er halt, ja, ja.

Willy: In diesem Raum existieren alle möglichen Zustände gleichzeitig. Genau.

Willy: Das erinnert mich an Schrödingers Katze, oder? Die ist gleichzeitig tot und

Willy: lebt, weil man einfach den Tipp beobachtet hat.

Jing: Genau, da haben wir schon einen Bezug dazu, aber das ist halt die mathematische

Jing: Formulierung mit dem Hintergrund, mit dem Wissen, dass halt die ganzen Zustände auf dem Raum leben.

Jing: Es ist kein Raum per se, es ist einfach etwas Mathematisches.

Willy: Es ist eine totale existenzielle Bedrohung, die dir dann im Endeffekt befreit hat.

Willy: Du bist gleichzeitig alles und nichts, eigentlich ist es völlig wurscht.

Willy: Und dadurch, das war deine...

Jing: Wurscht ist es nicht, aber... Nein, ich habe einen Leitsatz.

Willy: Wir sind in Wien.

Jing: Ich glaube an die Wissenschaft, aber ich hoffe trotzdem auf einen Gottbegriff.

Willy: Größeren Sinn.

Jing: Ich hoffe auf einen Gott. Ich glaube nicht, aber ich hoffe.

Willy: Aber ganz ehrlich, das ist jetzt wirklich ein elementares Teil,

Willy: weil im Prinzip viele Menschen haben Stress, Viele Menschen haben existenzielle Sorgen,

Willy: viele Menschen denken über die Bedeutung von diversen Dingen.

Willy: Du hast jetzt gesagt, für die war quasi eine emotionale, seelische und dann

Willy: auch irgendwo körperliche Erlösung und gleichzeitig auch vielleicht der Schlüssel

Willy: zum Erfolg, dass da alles, also ich sage es jetzt auf Wienerisch,

Willy: alles ein bisschen wurscht ist.

Willy: Aus einer intellektuellen Erkenntnis heraus, dass eh alles sein kann,

Willy: oder? Also Schicksal in dem Sinne,

Willy: gibt es...

Jing: Ich hoffe darauf.

Willy: Du hoffst aufs Schicksal? Ja, natürlich.

Jing: Es gibt ja mehrere Auslegungen und es gibt ja auch Determinismus, es gibt

Jing: also es gibt viele Begriffe in der Metaphysik, die will ich jetzt gar nicht

Jing: ausschweifen oder sonst irgendwas, aber ich denke, ich hoffe, dass es halt

Jing: dass unsere unser Pfad, unser Weg, dass es uns halt irgendwie definiert, doch durchaus eine

Jing: quasi eine Determinierung hat, nicht irgendwie den Chaos und dem Zufall überlassen

Jing: ist, sondern vielmehr halt.

Willy: Aber woraus hast du dann eine Liste Frage zu dem Ding und dann kommen wir eh zum Ende.

Willy: Woraus, wenn aus dieser sag ich jetzt mal wieder pauschal, es ist eh Wurscht,

Willy: oder es kann alles sein, woraus schöpft du dann Sinn?

Willy: Also woraus destillierst du dann den Teil deines Lebens, für den du dich entscheidest,

Willy: dass er für dich relevant ist und den du dann quasi gehen möchtest?

Willy: Woher definierst du das?

Jing: Wenn ich daran hoffe, dass die Existenz eine Bedeutung hat, obwohl ich weiß,

Jing: dass der Glaube daran eigentlich sehr, sehr gering ist, dann Ähm...

Jing: Nehme ich das einfach als Aktion, also die Existenz eines Nichtszufalls,

Jing: eines Pfades, eines Weges.

Jing: Ich wurde halt geboren als Buddhist, quasi, wenn man so religiös ist,

Jing: dann bin ich halt Buddhist, entscheide mich jetzt für nichts anderes, das ist halt passiert.

Jing: Man könnte auch als Christ oder als Moslem oder als alles andere auch auf die

Jing: Welt gekommen sein, egal.

Jing: Das ist halt der Anfang von mir, von meinem jetzigen Sein oder Nichtsein.

Jing: Und wenn ich das Axiom jetzt einfach akzeptiere, dann geht es Hand in Hand.

Jing: Mein Vater war Koch, mein Vater war Mediziner, ich werde auch Arzt und dann

Jing: wird mein Sohn auch Arzt. Und es geht halt weiter.

Jing: Das ist so wie in der Mathematik, wenn man man glaubt die ganze Zeit,

Jing: das ist ja auch nicht absolut.

Jing: Du musst dir trotzdem Axiom hernehmen, du musst dir Sachen vordefinieren.

Willy: Vorannahmen, ja. Ja, natürlich.

Jing: Aber Sachen, die du nicht beweisen kannst. Das sagt ja Induktion.

Jing: Aber manche Sachen musst du einfach so hinnehmen, wo sie sind

Jing: Unendlichkeitsaktion, bla bla bla dann nimmst du es hin, so wie du in deinem

Jing: Leben setz dich hin und sagst, es ist ja zum Beispiel so, dass ich in Wien geboren wurde, am 22.

Jing: Und in die Universität und wir zu Hause und wir machen halt jetzt was weiter,

Jing: was soll's man weiß nicht, wohin man geht, aber man weiß immer,

Jing: woher man kommt und aus dem kann man irgendwie die Hoffnung ableiten,

Jing: dass es danach irgendwie

Jing: doch weiter geht, unter Anführungszeichen und das ist irgendwie so der Umkehrschluss

Jing: irgendwie, dass das irgendwie so

Jing: sich im Kreis bewegt, wenn man so möchte.

Willy: Und trifft man dann im Endeffekt, um das runterzubrechen auf das Praktische,

Willy: trifft man dann leichte Entscheidungen, also leichte Entscheidungen für Investitionen,

Willy: leichte Entscheidungen für jetzt gehe ich noch einmal ins Risiko und mache noch ein Lokal auf,

Willy: leichte Entscheidungen für das Projekt geben wir jetzt auch noch an.

Willy: Ist es dann leichter, weil man nicht so sehr ans Scheitern denkt?

Jing: Ich möchte, wenn ich darauf hoffe, dass die Entscheidungen, also man denkt ja

Jing: immer, man hat selber die Entscheidungen.

Jing: Also ich hoffe, wie schon von Anfang an gesagt, das sind nicht meine Entscheidungen,

Jing: die jetzt getroffen werden.

Jing: Es ist schon meine subjektive Wahrnehmung, dass die Entscheidungen von mir gefallen

Jing: werden, aber ich denke durchaus, dass der Weg sich dir selber öffnet und das

Jing: Ja oder Nein im Endeffekt aus dem Umstand heraus entsteht.

Jing: Manchmal sind Sachen einfach so logisch, du kannst, wie willst du Nein sagen,

Jing: zu einem Ding, das zu 100% ein Ja ist.

Jing: Weil dann gehst du ja entgegen dem, was für dich quasi bestimmt gewesen ist

Jing: und dann fließt du und dann kommt dein Kammerbegriff rein.

Jing: Aber im Endeffekt, also ich sehe meine Entscheidungen nicht als meine Entscheidungen,

Jing: sondern das Umfeld entscheidet in Wirklichkeit mit.

Jing: Ich sage es so, wie es ist.

Jing: Ich weiß natürlich, ich kann natürlich zurückverfolgen. Das ist es ja. Bis zum gewissen Grad.

Jing: Aber dann ende ich dann irgendwann mal wie alle anderen auf dieser Welt auch

Jing: irgendwo bei Gott. Aber das ist Reduktionismus.

Willy: So weit gehst du nicht.

Jing: Ja, aber so weit gehe ich natürlich nicht.

Jing: Einen Schritt vorher bleiben wir stehen. Aber dann realisiere ich,

Jing: warum das alles passiert.

Jing: Warum werden auf einmal Lokale frei zum Beispiel, jetzt nur auf die Gastro bezogen.

Jing: Wieso mache ich das jetzt, wenn du fragst?

Jing: Ich wollte das ja nicht, wenn eine A-Lage frei wird, zu einem Preis,

Jing: also nicht, dass ich nichts wollte, ich meine, aktiv irgendwie auch was zugeflogen

Jing: und so weiter, man sieht es ja, nicht?

Jing: Aber wenn Leute keine Lust mehr haben und quasi alles im Umschwung ist,

Jing: man irgendwo dazu beitragen kann, also es ist eine Generation, wo halt...

Willy: Eine Geschichte endet.

Jing: Genau, eine endet und eine andere beginnt, wie du sagst, ja, genau, und

Jing: Wie kann man da Nein sagen? Man kann dann nur Nein sagen, wenn...

Jing: Ich weiß nicht, es ist einfach logisch für mich, dass man da zu Ja sagt, im Endeffekt.

Jing: Es passiert, so wie beim Oscars.

Jing: Willst du mit? Sag ich dann Nein. Ich hab nicht proaktiv danach gefragt.

Jing: Es ist einfach, die Chance hat sich ergeben. Nein.

Willy: Sag ich doch nicht Nein.

Jing: Oder?

Jing: Vielleicht haben meine aktiven Entscheidungen dazu geführt, dass es passiert

Jing: ist, dass ich ein Video auf Social Media... Aber das mit den Social Media ist

Jing: auch nicht durch mich selber begonnen.

Jing: Ansonsten wäre ich ja der Erste, der das gemacht hat. Sondern ich habe Leute

Jing: gesehen, die das gemacht haben. Ich fand das lustig und spannend und offen.

Jing: Und dann habe ich gesagt, okay, machen wir das auch.

Jing: Und dann inspiriert man sich gegenseitig und geht dann einen Schritt weiter.

Jing: Es ist alles, man denkt immer, man ist frei von Entscheidungen.

Jing: Aber in Wirklichkeit, die Entscheidungen werden dir schon auch irgendwie in den Weg gelegt.

Jing: Ob du das halt ergreifst. Vorher ist es, ob du das siehst. ob du es siehst,

Jing: ergreifst. Ich glaube, deswegen muss man halt im Hintergrund die ganze Zeit mitdenken.

Jing: Und ich denke, leider zu viel.

Jing: Nicht nur auf die Gastro bezogen, deswegen denke ich auch weit über das hinaus.

Willy: Selang es dir nicht hemmt. Und es schaut nicht so aus, du wirkst nicht gehemmt. Nein, es tut weh.

Jing: Es tut deswegen weh, weil ich einfach, man sagt ja dieses Weltschmerz und so weiter.

Jing: Aber ich habe vielleicht, also das tut mir wirklich weh.

Jing: Also vor allem in einer Generation, wie wir uns befinden, im absoluten Überfluss,

Jing: im absoluten Frieden, fast schon bei uns halt zumindest,

Jing: dass man trotz all dem noch immer…

Jing: Ich weiß nicht, das ist, also ich kann es gar nicht in den Worte fassen,

Jing: wie schwierig es ist, weil du musst halt überlegen,

Jing: diese Schmerzen, die haben ja alle schon hunderttausendmal erlebt,

Jing: was ich meine, Vorfahren, Vorfahren, Abervorfahren und so weiter und wir haben

Jing: so viel Wissen und so viel Schmerzerfahrung.

Jing: Ja und gleichzeitig so viele Bücher und so viele, wurde verfilmt,

Jing: wurde alles und dann denkt man, Fake News und dann ist er abgestempelt.

Willy: Und trotzdem wird er offen für Äußern.

Jing: Aber ich meine, ich tue dem nicht schwer.

Jing: Es ist einfach, wir müssen uns da in eine Richtung bewegen, wo alles wieder

Jing: auf den Tisch kommt, wo man offener ist.

Jing: Das ist das Einzige. Sobald man sich versperrt, sobald Isolation,

Jing: also egal ob es jetzt das Individuum oder als Land oder als Familie,

Jing: das ist ja Isolation führt zu gar nichts.

Jing: Isolation führt zu Protektionismus, dann gibt es halt irgendwie,

Jing: klar ist, dann gibt es halt... Ja, auch, ja natürlich.

Jing: Ich meine, es funktioniert vielleicht intern irgendwann einmal,

Jing: bis halt das wahre Licht… Bis du im

Willy: Innersten quasi in dich zusammenfällst oder sowas.

Willy: Ich glaube, wir werden irgendwann einmal einen zweiten Teil machen.

Willy: Es ist so super, ich habe jetzt da vier Zettel mit Fragen.

Willy: Du hast ungefähr gesehen, wie oft ich auf diese Zettel draufgeschaut habe, oder? Grandios, super.

Jing: Ich rede halt sehr, sehr gerne und sehr viel.

Willy: Ich auch gerne zu und stelle gerne Fragen.

Jing: Oh, cool.

Willy: Also irgendwann machen wir einen Teil zwei. jetzt machen wir da einfach mal

Willy: einen Cut und ich schicke dich jetzt quasi mit den letzten Fragen dann nochmal

Willy: Richtung, du musst sicher noch was arbeiten heute, oder?

Jing: Ich habe schon einige Nachrichten, ja, muss ich noch was verrufen, die es da hat.

Willy: Fast nicht gesehen, ja.

Willy: Wenn du jetzt in einer utopischen Welt was ändern könntest, am Lebensmittelsystem,

Willy: was würdest du jetzt im Moment ändern?

Willy: Wenn du könntest, in einer utopischen Welt.

Jing: Was meinst du mit Lebensmittelsystem?

Willy: Du weißt, was dir einfällt, das kann von der Gastro-Kampen bis zur Rohstoffversorgung.

Willy: Keine Ahnung. In einer utopischen Welt, wo du wirklich machen kannst,

Willy: was du tust, was wäre das Ding, was du ändern würdest?

Jing: Ja, dass jeder Essung bekommt. Trivial, ne? Auch noch. Ja, das ist...

Jing: Ich meine, wäre eigentlich durchaus möglich, aber das ist jetzt nicht in meinen

Jing: Händen, aber in einer utopischen Welt würde ich sagen, niemand sollte hungern,

Jing: weil ich kenne Hunger auch.

Willy: Du kennst Hunger?

Jing: Ja. Bis zu einem gewissen Grad. Jeder kennt Hunger. Ja, okay.

Jing: Aber zumindest das. Jeder sollte auf jeden Fall eine Mahlzeit. Okay.

Willy: In einer realistischen Welt, in deiner Welt, was steht auf deiner Bucketlist ganz, ganz oben?

Jing: In der Realisten derzeit?

Willy: In deiner Welt, ja. Und deiner Zukunft.

Jing: Nach den Oscars habe ich eigentlich alles gereicht.

Willy: Eigentlich tut er, oder?

Jing: Ich bin schon fertig. Genau, ich bin fertig und ich kann schon einpacken.

Jing: Der nächste soll kommen. Ich habe keine Lust mehr.

Jing: Nein, das ist ehrlich. Das meine ich jetzt ganz ehrlich. Echt jetzt?

Jing: Ich hoffe einfach noch immer, dass einfach neue Sachen kommen und so weiter.

Jing: Dass es einfach im Allgemeinen zurück zu dem kommt, was ich gewohnt bin,

Jing: aber ich habe keine Angst vom Neuen.

Jing: Ich hoffe, dass das die Gesellschaft auch so langsam aneignet,

Jing: dass die Alten nicht Angst haben vom Neuen und die Neuen nicht Angst haben vom Alten.

Jing: Das ist einfach diese gegenseitige Angst, dass das System erdrückt die einen

Jing: und die anderen sind dazu, ich habe Angst vor Veränderungen,

Jing: aber es passieren Veränderungen,

Jing: jeder hat halt seine eigene Meinung, wie die Zukunft auszusehen hat.

Jing: Nehme ich niemanden weg? Will ich auch niemanden wegnehmen? Aber da soll man

Jing: sich gegenseitig auch irgendwie ein bisschen unterstützen dahingehend.

Jing: Und weil es gibt schon eine utopische Lösung, die kommt dann,

Jing: ob man will oder nicht, das wird einfach passieren im Endeffekt.

Jing: Weil das Umfeld wird es dann im Endeffekt dann realisieren.

Jing: Und ob das, die einzige Frage ist, ob das jetzt kriegerisch passiert oder ob

Jing: es einfach, ob die Menschheit klug genug ist, den sanften Weg zu gehen.

Jing: Ich meine, es wird sicher unruhen, aber ultimativ wird es halt nur eine Lösung geben.

Jing: Darauf bin ich gespannt. Ich meine, ich weiß nicht, ob es in unserer Generation

Jing: noch ersichtlich sein wird, aber hoffentlich, ich weiß nicht, in 100 Jahren.

Willy: Das heißt, auf deiner Bucketlist steht drauf, das noch zu erleben,

Willy: oder wie? Ja, definitiv.

Willy: Du bist 29, wie alt ist deine Seele?

Jing: Also ich habe das schon sehr früh, mit 14 war ich schon 60. Das habe ich mir

Jing: dann irgendwann mal so...

Willy: Wie stellt man das fest?

Jing: Einfach die Art und Weise, wie man denkt, glaube ich. Also Gedanken und so weiter.

Jing: Ich weiß nicht, das ist auch grob formuliert, dass man irgendwie alte Gedanken

Jing: haben kann oder frische Gedanken.

Jing: Aber dieses, wie du sagst, dieses, was, dieses,

Jing: dieses, dieser, jetzt fehlt mir,

Willy: Eine konstruktive Nihilismus.

Jing: Ja, genau, das habe ich schon sehr, sehr früh gehabt.

Willy: Ja?

Jing: Ja, ich glaube, das kommt dann, das hat man damals ja auch bei Goethe oder so

Jing: gelesen, dass er gegen Lebensabschnittsende auch ein bisschen so die Graben, also die, weißt du,

Jing: die Graben, die Luft des Grabes oder den Ruf

Willy: Des Grabes schon gespürt. Die Hand, die Quale, was er ein bisschen abgedrückt hat.

Jing: Das habe ich schon sehr, sehr früh gehabt, ja,

Willy: Durchaus. Jetzt weißt du gerade bei Goethe und Lebensende und dem Ding,

Willy: du bist natürlich jung, sehr jung, aber trotzdem, wenn du dich irgendwann einmal

Willy: komplett schleichst, jetzt aus deiner

Willy: Perspektive, wofür soll man sich aus jetziger Sicht an dich erinnern?

Willy: Das ist so der Legacy.

Jing: Nein.

Willy: Nein. Nein.

Jing: So große Frage. Nein, es gibt zu viele Weltgrößen, die in Vergessenheit geraten

Jing: sind, werden halt von einigen erinnert und so weiter, aber an dieses,

Jing: das ist halt das Dilemma unserer Zeit, an dieses schaffen wirst du niemals,

Jing: also ich weiß nicht, ob niemals, ich bin jetzt so absolut, aber kannst du es

Jing: schwer, schwer anhängen.

Jing: Also weil einfach, also musst du schon sehr, sehr krasse Sachen machen mittlerweile,

Jing: damit du auch in unserer, in der Lebenszeit überhaupt, in so einer vernetzten

Jing: Welt überhaupt gesehen zu werden,

Jing: wenn überhaupt dann über die, weiß nicht, die Generationen hinweg,

Jing: das ist, das war immer ein Traum, auch natürlich, wenn du Physik machst,

Jing: das findest, das ist halt so Einsteinsmethoden und so ein bisschen Wasserreichen, sagen wir mal so.

Willy: Bei den Oscars warst du, du könntest noch bei den Nobelpreisen dann antanzen, ne?

Jing: Nein. Ich habe einen Nobelpreis. Du hast da einen Nobelpreis gehabt?

Jing: Nein, ich habe kennengelernt. Wirklich? Cool.

Willy: Und wie sind die so?

Jing: Du bist ein normaler Mensch. Jeder, der glaubt, du findest, wenn du Fragen politisch,

Jing: sozial, ökonomisch, keine Ahnung, irgendwelchen Physikern stellst, lieber nicht.

Jing: Nein, die haben andere Ansichten vom Leben.

Jing: Das sind sehr, sehr logische Menschen. Muss nicht alles passen.

Jing: Das ist unter Umständen nicht mal Empathie da drinnen.

Willy: Man soll nicht immer alles in Menschen hineininterpretieren,

Willy: was man glaubt, dass sie sein sollen.

Jing: Genau. Aber sehr, sehr respektable Leistung auf jeden Fall.

Jing: Also zum Teil muss ich sagen, das, was die geleistet haben, ist schon bahnbrechend,

Jing: aber die meisten Leute werden sich an die nicht erinnern.

Jing: Ich kenne die ganzen Namen natürlich, aber wie Schrödinger und so weiter,

Jing: die haben ja alle den Nobelpreis gekriegt, aber im Endeffekt bleiben für die

Jing: Allgemeinheit da trotzdem nur die ganz, ganz, ganz, ganz wenigen wichtigen,

Jing: so wie beim der erste Typ am Mond,

Jing: Armstrong oder der zweite kennt nie ihren Namen,

Jing: wie willst du das noch toppen, was gibt es denn noch zu toppen,

Jing: du musst der erste Mensch auf dem Mars sein, dann gibt es vielleicht noch jemanden

Jing: zu remembern, weißt du, oder derjenige, der den Weltfrieden bringt,

Jing: der dann alle Menschen alle Nationen vereint und ein Avatar.

Willy: Naja, du hast noch Zeit. Also aus jetziger Sicht noch nichts,

Willy: aber du kannst ja noch mindestens, sagen wir mal, du bist 29,

Willy: sagen wir mal 60, hast noch Zeit, dass du irgendwas reißt, was dir wirklich unsterblich macht.

Jing: Nein, wenn dann nur noch 10, weil dann bin ich auch schon zu alt und man muss

Jing: mal die Jungen ranlassen.

Willy: Wirklich, du sagst einem 45-Jährigen. Jetzt hast du ein bisschen mehr zum Schluss.

Willy: Okay, jetzt glaube ich, jetzt musst du, nein, es muss dann gehen.

Willy: Zum Abschluss. Gibt es irgendeinen Spruch, ein Witz, ein Zitat oder sonst irgendwas,

Willy: mit dem du uns jetzt nach Hause schickst?

Willy: Oder ich dich jetzt am Schick.

Jing: Vielleicht kannst du ein Zitat, vielleicht kannst du es jetzt zusammenfassen,

Jing: weil ich habe ja schon so lange geredet, ich habe jetzt gar nichts mehr im Kopf

Jing: in meiner Biene. Du hast wirklich, bist klar?

Jing: Leer würde ich nicht sagen, aber ich bin jetzt entleert.

Willy: Du bist jetzt gut, oder?

Jing: Ich bin jetzt gut.

Willy: Wie kann ich dich zusammenfassen? Ich habe fertig. Du bist ein konstruktiver

Willy: Nihilist, bist du schon, nicht?

Willy: Ja. Du hast ein neues Wort kreiert. Ja.

Willy: Ich glaube, langsam geht es dem Ende zu. Langsamkeit war halt so das Wort von dir, oder?

Willy: Das ist halt am zentralsten gekommen. Scheißt ja nichts.

Jing: Genau.

Willy: Und ist langsam.

Jing: Wir haben alle die Zeit unseres Lebens. Dieser ganze Rush und so weiter,

Jing: das ist einfach es ist absurd.

Jing: Vor allem, die Leute sollen sich was überlegen mit dem ganzen sozialen Medien,

Jing: Chaos und so weiter, dass das wirklich nicht zu viel Fehlinformationen verbreitet

Jing: werden, das muss wirklich mal passieren.

Jing: Also da, also ich versuche so wenig politisch zu sein wie möglich,

Jing: aber mittlerweile kann ich gar nicht mehr meine Klappe halten bei so etwas,

Jing: weil es mich wirklich schon, also nicht nur triggert, triggert halt schon die

Jing: ganze Zeit, aber es ist schon gefährlich.

Jing: Es ist wirklich, wirklich absurd gefährlich, was das für Einflüsse nimmt.

Willy: Also ein Appell zum Schluss. Was heißt das, weniger Social Media oder bewussteres Social Media?

Jing: Bewussteres auf jeden Fall. Weniger kannst du nicht mehr.

Willy: Gleich schon wieder das Telefon. Aber was wir jetzt machen, beim nächsten Podcast

Willy: reden wir dann tatsächlich auch mal mehr über Gastronomie, weil eigentlich habe

Willy: ich einen Gastronomen heute eingelebt, aber jetzt verstehen wir wenigstens dein Warum.

Willy: Ich glaube, es war ein sehr authentisches Gespräch.

Jing: Ja, ich bin jetzt gerade aufgestanden, jetzt habe ich Hunger.

Willy: Und jetzt, was ich mir gemerkt habe vom Anfang, Chen Jing.

Jing: Ja, Chen Jing.

Willy: Vielen Dank für das Gespräch.

Jing: Danke, danke, danke. Kürte.

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