Folge Nr: 223
Interview – Maul- und Klauenseuche
Die wichtigsten Informationen aus veterinärmedizinischer Sicht - Prof. Johannes Lorenz Khol
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Über die Folge:
Im Gespräch mit Prof. Lorenz Khol, Leiter des Kompetenzzentrums für Wiederkäuer im Alpenraum an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VetMed), stellt Willy die wichtigsten Fragen rund um die Maul- und Klauenseuche, darunter:
- Wie verläuft die Krankheit?
- Was wird dagegen unternommen?
- Wie sollte man sich verhalten?
- Gibt es Bedenken für Konsumentinnen und Konsumenten?
Eine besonders wichtige Frage ist dabei auch, ob es wirklich notwendig ist, alle Tiere in einem bestimmten Umkreis zu „keulen“, also zu töten, um die Seuchenverbreitung zu stoppen. Zudem wird diskutiert, warum nicht präventiv geimpft oder eine endemische Durchseuchung der Tierbestände in Kauf genommen wird.
Die wichtigsten Anlaufstellen für aktuelle Fragen und Entwicklungen sind die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie die Kommunikationsplattform VerbraucherInnengesundheit (KVG) des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK). (siehe Links)
VetmedRegio Tirol
https://www.vetmeduni.ac.at/wiederkaeuermedizin-und-kamelidenmedizin/ueber-uns/vetmedregio-tirol
Infoseite der AGES
https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/maul-und-klauenseuche
Infoseite des KVG
https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/tiere/krankheiten/mks.html
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thx an Jürgen Buchner
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… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transcript - Interview – Maul- und Klauenseuche
Willy: Das Bauer-to-the-People-Interview. Aktuelle Themen, die uns alle betreffen.
Willy: Aus einer Welt, die uns bewegt.
Music:
Willy: Grüß euch zum Bauer-to-the-People-Interview aus gegebenem Anlass.
Willy: der Maul- und Klauen-Seuche, kurz
Willy: MKS. Ich habe mir das ein bisschen recherchiert. Der erste Fall war am 10.
Willy: Jänner in Brandenburg in Deutschland. Das war ein kleiner Betrieb mit Wasserbüffel.
Willy: Am 7. März war dann was in Ungarn. Am 21. März im Süden der Slowakei.
Willy: Und jetzt vor zwei Tagen, am 26.
Willy: März, wieder ein Betrieb in Ungarn in Grenznähe mit 3000 Rindern.
Willy: Unweit der österreichischen Grenze eben.
Willy: MKS besser verstehen, jetzt wäre das Ziel von heute, weil es ist jetzt immer mehr in den Medien,
Willy: in den einzelnen Journalen und ich glaube, viele Leute fragen sich,
Willy: was ist Maul- und Klauen-Seuche, wie gehe ich damit um und ja,
Willy: das Ziel von unserem heutigen Gespräch soll es sein, das ganze Thema ein bisschen besser einzuordnen.
Willy: Wir haben es aufgeschrieben, so begründete Befürchtungen zu erklären,
Willy: aber auch, sage ich mal, unbegründete Ängste vielleicht in dem ganzen Thema
Willy: vielleicht auch abzubauen.
Willy: Ja, und frei nach dem Motto, durchs Reden kommen die Leute zu haben,
Willy: werden wir diesen Versuch heute unternehmen.
Willy: Und zwar, jetzt bin ich, an der Veterinärmedizinischen Universität Wien,
Willy: am Klinischen Zentrum für Wiederkäuer und Karmelidenmedizin mit dem Leiter des
Willy: Kompetenzzentrums für Wiederkäuer im Alpenraum, Professor Lorenz Kohl.
Johannes Lorenz Khol: Genau.
Willy: Servus. Grüß dich. Erstens einmal danke, dass du dir Zeit nimmst so spontan.
Willy: Ich habe gestern angefragt, du hast gestern zurückgesagt und heute bin ich schon
Willy: da, damit wir das Ganze am Sonntag also zeitnah auch ausstrahlen können.
Willy: Das Wichtigste, glaube ich mal, für die Leute, die uns zuhören und zusehen,
Willy: auch auf YouTube, ganz wichtig, ist zu verstehen, mit wem ich heute rede,
Willy: warum du quasi befähigt bist, zu diesem Thema auch Auskunft zu geben und wer
Willy: du auch eigentlich bist.
Willy: Und das Erste, was mich interessieren würde, einfach mal zu deiner Person,
Willy: wie wird man denn Veterinärmedizin, wie bist du zu dem Ganzen gekommen,
Willy: warum ist das dein Thema?
Johannes Lorenz Khol: Ja, gern. Erstmals vielen Dank für die Einladung, auch wenn ich ganz ehrlich
Johannes Lorenz Khol: lieber über etwas anderes sprechen würde, aber es ist halt jetzt so.
Johannes Lorenz Khol: Also bei mir ist es so, ich komme aus überhaupt keine Tierärztefamilie,
Johannes Lorenz Khol: gar nicht. Niemand hat etwas mit Tieren zu tun, bei mir war immer der Wunsch da,
Johannes Lorenz Khol: was mit Tieren zu machen. Naturtier, ganz von Kindheit an.
Johannes Lorenz Khol: Und dann war lange die Frage, soll ich Zoologie studieren? Will ich nicht,
Johannes Lorenz Khol: soll ich. Will ich Zoologie studieren oder Veterinärmedizin?
Johannes Lorenz Khol: Und dann ist es hin und her. Und dann war es halt so weit, und dann hat mir
Johannes Lorenz Khol: ein Tierarzt gesagt, geh, du wirst doch nicht in irgendeinem Museum sitzen und Knochen zählen.
Willy: Ah, das wäre eine Zoologie gewesen. Das wäre eine Zoologie gewesen,
Johannes Lorenz Khol: Sicher auch interessant. Lernen was Gescheites und wäre Tierarzt. Und so war es dann.
Johannes Lorenz Khol: Und es ist bei mir vom ersten Moment an eine Leidenschaft, die bis heute anhält.
Johannes Lorenz Khol: Die Kombination aus Medizin und Stall, also ich muss sagen, zuerst in meinem
Johannes Lorenz Khol: Studium wollte ich mich auf den Bereich der Pferdemedizin spezialisieren.
Johannes Lorenz Khol: Ich habe Pferde immer noch gerne, ich bin darauf gekommen, dass Wiederkäuer
Johannes Lorenz Khol: Rinder eher für die Ehe mein Herz schlägt, weil ich das total interessant finde,
Johannes Lorenz Khol: es sind ganz tolle Tiere erstens einmal.
Willy: Die Augen strahlen, man sieht es.
Johannes Lorenz Khol: Und zweitens haben wir eben diese Kombination, wir machen Medizin,
Johannes Lorenz Khol: ich sage immer Medizin, Gummistiefeln.
Johannes Lorenz Khol: Also man ist im Stall, man muss im Moment eine Lösung finden für ein Problem.
Johannes Lorenz Khol: Den Ticket schlecht, der Bauer, die Bäuerin hat Interesse daran.
Johannes Lorenz Khol: Wir haben natürlich Interesse daran, es muss aber eine möglichst einfache,
Johannes Lorenz Khol: praktikable und auch kostengünstige Lösung sein für ein medizinisches Problem.
Johannes Lorenz Khol: Und das finde ich die Herausforderung und das Schöne daran.
Willy: Okay, also auch das Ökonomische auch mit dem Humanen oder wie sagt man,
Johannes Lorenz Khol: Mit dem Ethischen vielleicht?
Willy: Mit dem Ethischen bei dir also in Einklang zu bringen.
Johannes Lorenz Khol: Genau, über Ökonomie werden wir eh noch reden müssen heute, aber das spielt halt bei uns immer mit.
Johannes Lorenz Khol: Die Bauern, die Bäuerinnen haben ihre Tiere sehr gern, aber im Endeffekt leben
Johannes Lorenz Khol: sie davon. Das heißt, die müssen Geld verdienen.
Johannes Lorenz Khol: Und in diesem Spannungsfeld oder auch, dass man zum Beispiel ganz einfach ermitteln,
Johannes Lorenz Khol: was diagnostizieren muss.
Johannes Lorenz Khol: Ich habe kein Röntgen mit, ich habe keine großartigen Geräte,
Johannes Lorenz Khol: das kann ich hier in der Klinik alles machen.
Willy: Du kommst mit der Tasche quasi, nicht mit dem LKW, oder? Du kommst mit der Tasche,
Johannes Lorenz Khol: Dem Hirn und deinen Händen und deinen Augen und Ohren und sollst da zu einem,
Johannes Lorenz Khol: Entscheidung kommen. Das ist das, was mich so fasziniert.
Willy: Das freut mich jetzt ein bisschen ab. Ich bin halt auch noch mit einem Rucksack
Willy: gekommen, habe alles drin und dann sollen zwei Antworten kommen.
Willy: Das haben wir schon einmal gemeint. Das heißt, du hast Veterinärmedizin studiert
Willy: und bist jetzt quasi der Leiter vom Kompetenzturm für Wiederkoll.
Willy: Das heißt, es betrifft...
Johannes Lorenz Khol: Genau, vielleicht noch, wie es dazu kam, weil geplant war das nicht,
Johannes Lorenz Khol: wie bei so vielen. Also ich habe gedacht, ich werde Tierarzt,
Johannes Lorenz Khol: dann gehe ich in die Praxis und werde Landtierarzt.
Johannes Lorenz Khol: Dann war ich mit Studien fertig, habe die Möglichkeit bekommen,
Johannes Lorenz Khol: eine Doktorarbeit zu machen auf der damals Klinik für Wiederkorea.
Johannes Lorenz Khol: Habe die gemacht, das mache ich jetzt noch die paar Jahre und dann gehe ich in die Praxis.
Johannes Lorenz Khol: Dann war gerade eine Stelle frei und so kam eines zum anderen und da bin ich
Johannes Lorenz Khol: an der Universität geknüpft und zufrieden damit, muss man auch sagen.
Willy: Ja, ja, du wirkst trotz des ernsten Themas, du wirkst sehr zufrieden und du
Willy: bist jetzt auch schon gespannt auf das Thema, weil das ist heute als Interview,
Willy: da wollen wir den Fokus wirklich auf das Thema legen.
Willy: Ich glaube, wir haben jetzt ein bisschen ein Gespür für dich,
Willy: ein bisschen ein Gespür, wie du heute kommst.
Willy: Aber jetzt ins Thema, was ist denn diese Maul- und Klaunseuche,
Willy: jetzt mal so als Einstieg, MKS auch genannt, was ist das für,
Willy: und was heißt eigentlich Seuche in dem Kontext?
Willy: Weil das ist ein starkes Wort eigentlich. Genau.
Johannes Lorenz Khol: Also die MKS, Maul- und Klaunseuche, ist eigentlich die Tierseuche schlechthin,
Johannes Lorenz Khol: ist die Modelltierseuche und auch vielleicht die gefährlichste Seuche für die Tiere.
Johannes Lorenz Khol: Also was ich jetzt einmal zuerst sagen muss, was sie nicht ist.
Johannes Lorenz Khol: Also sie ist für den Menschen nicht gefährlich, überhaupt nicht,
Johannes Lorenz Khol: auch für unsere Haustiere nicht gefährlich.
Johannes Lorenz Khol: Also für unsere nicht-paarhoofigen Haustiere. Also Hund, Katze, kann nichts passieren.
Johannes Lorenz Khol: Das Tückische, es ist eine Viruserkrankung. Und sie hat auch nichts zu tun,
Johannes Lorenz Khol: als wäre ich immer wieder gefragt, mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit der Kinder,
Johannes Lorenz Khol: die die im Kindergarten manchmal haben.
Willy: Okay, das hätte ich jetzt gerade aufgeschrieben.
Johannes Lorenz Khol: Hat damit nichts zu tun. Heißt halt nur Hand, Mund, Fuß und Maul und Klaue.
Johannes Lorenz Khol: Und deshalb ist die Assoziation.
Willy: Ja, genau.
Johannes Lorenz Khol: Gut, ist eine Viruserkrankung. Und dieses Virus hat ein paar blöde Eigenschaften
Johannes Lorenz Khol: für uns. Nämlich, es ist hoch ansteckend, es reicht theoretisch schon ein einziges
Johannes Lorenz Khol: Viruspartikel, um ihn hier anzustecken. Okay.
Johannes Lorenz Khol: Es breitet sich sehr rasch und weit aus.
Willy: Das Wesen über die Luft.
Johannes Lorenz Khol: Genau, es kann zum Beispiel über Wind, über die Luft vertragen werden.
Johannes Lorenz Khol: Es kann über die Kleidung vertragen werden.
Johannes Lorenz Khol: Also es kann über das Heu, ein Stroh, ein Bauern kauft beim anderen Stroh.
Johannes Lorenz Khol: Dort ist es drinnen, kann er es sich einschleppen.
Johannes Lorenz Khol: Wichtigste ist natürlich die Übertragung von Tier zu Tier.
Johannes Lorenz Khol: Und es ist so hoch ansteckend, dass meistens in einem Bestand,
Johannes Lorenz Khol: dass wenn eine Kuh krank wird, kurz darauf alle oder fast alle erkranken.
Johannes Lorenz Khol: Und daher Seuche. Es breitet sich rasch aus und sehr, sehr viele Tiere werden krank.
Willy: Das ist die Definition, also kann man so sagen, das definiert eine Seuche quasi,
Willy: also dass es sehr rasch sich ausbreitet,
Johannes Lorenz Khol: Genau, und weitere Teile, also nicht lokal bleibt, sondern eben,
Johannes Lorenz Khol: dann spricht man von Pandemie, Epidemie, das kennen wir ja leider jetzt zum
Johannes Lorenz Khol: Glück, aber leider die Worte teilweise.
Johannes Lorenz Khol: Die wenigsten Tiere sterben daran, das muss man auch sagen.
Willy: Genau, der Krankheitsverlauf ist schwer,
Johannes Lorenz Khol: Also denen geht es richtig schlecht, die haben hohes Fieber,
Johannes Lorenz Khol: das macht so Aphten, sagen wir so Blasen im Mund, im Maul, ist hochgradig schmerzhaft,
Johannes Lorenz Khol: dann fressen sie nichts mehr, haben hohes Fieber.
Johannes Lorenz Khol: An den Klauen kriegen sie Entzündungen, die wirklich sehr schmerzhaft sind,
Johannes Lorenz Khol: weil die Kuh ja mit dem ganzen Gewicht auf den Klauen steht.
Johannes Lorenz Khol: Also denen geht es dreckig.
Willy: Also ist das Eitrig?
Johannes Lorenz Khol: Eitrig zunächst einmal nicht. Es ist eine Entzündung, es löst sich die Klaue
Johannes Lorenz Khol: ab und es kann sogar passieren, dass wir das Ausschuhen, dass der Klauenhorn
Johannes Lorenz Khol: sich ablöst. Das tut einfach wahnsinnig weh.
Johannes Lorenz Khol: Jeder, der sich mal einen Fingernagel ausgerissen hat oder ausreißen lassen
Johannes Lorenz Khol: musste, weiß, wie weh das tut. und pass auf eine ganze Klaue.
Johannes Lorenz Khol: Das ist hochgradig schmerzhaft.
Willy: Okay, schauen wir nochmal. Also fragen wir nochmal vielleicht,
Willy: welche Tiere sind jetzt konkret davon betroffen, welche nicht?
Johannes Lorenz Khol: Genau, sehr gut. Also betroffen sind Klauentiere. Nämlich die,
Johannes Lorenz Khol: die Paarhufer, die zwei Klauen haben.
Johannes Lorenz Khol: Also das sind klassischerweise bei uns die Rindfächer, die Rinder,
Johannes Lorenz Khol: Schafe, Ziegen und Schweine.
Willy: Okay.
Johannes Lorenz Khol: Die sind hochgradig betroffen, die kriegen es sehr leicht. Weiters kriegen es noch die Kamele,
Johannes Lorenz Khol: Alpacas, Lamas gehören da dazu auch. Kamele und auch Hirsche.
Johannes Lorenz Khol: Also alle, die sind nicht ganz so empfänglich.
Johannes Lorenz Khol: Also Wildtiere auch? Ja, Wildtiere auch. Zu einem geringeren Ausmaß.
Johannes Lorenz Khol: Die brauchen mehr, dass sie erkranken.
Johannes Lorenz Khol: Aber alle, die können es kriegen. Und alle anderen nicht. Also kein Pferd, keine Katze, kein Hund.
Johannes Lorenz Khol: Schweine habe ich dir vorhin vergessen vielleicht. Da werden mich die Kollegen
Johannes Lorenz Khol: von der Schweineklinik nachher schimpfen.
Johannes Lorenz Khol: Also die Schweine auch. Schweine sind sehr empfänglich und auch oft betroffen.
Johannes Lorenz Khol: aber sonst keine Tiere und auch der Mensch nicht.
Willy: Also das ist einmal unkritisch also Entwarnung einmal für Konsumentinnen und
Willy: Konsumenten, beziehungsweise für Menschen also es ist nicht auf den Menschen übertragbar auch
Johannes Lorenz Khol: Wenn man es, selbst wenn man es konsumieren würde mit dem Fleisch oder mit der Milch ist klar.
Willy: Okay, gut zu wissen was sind jetzt, du hast es eh schon ein bisschen angesprochen,
Willy: was sind die Symptome der Krankheit, wie ist der Krankheitsverlauf, wie lange dauert es?
Willy: ist das unterschiedlich, wir haben ein Interview schon gehabt zur Blauzungenkrankheit,
Willy: da war das von der Größe der Tiere sehr abhängig, also kleine Tiere sind relativ
Willy: schnell verendet, hat der Kollege damals gesagt.
Willy: Also was ist der Krankheitsverlauf und woran erkennt man, jetzt als Experte,
Willy: aber vielleicht auch als Laie, diese Krankheit?
Johannes Lorenz Khol: Also der Krankheitsverlauf hängt, wie immer bei den Viren, ein bisschen vom Stamm ab.
Johannes Lorenz Khol: Aber der klassische Krankheitsverlauf ist sehr schwerwiegend,
Johannes Lorenz Khol: plötzlich beginnend hohes Fieber.
Johannes Lorenz Khol: Also die Tiere haben hohes Fieber. Und Speicheln, vor allem bei Rindern ist das so.
Johannes Lorenz Khol: Durch diese Entzündung im Maul, durch diese Aphten, das tut weh,
Johannes Lorenz Khol: produzieren die ganz viel Speichel.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, die stehen da mit gesenktem Kopf, weil sie matt sind,
Johannes Lorenz Khol: und es rinnt innen der Speichel aus dem Maul.
Johannes Lorenz Khol: Das wäre das Alarmsignal.
Johannes Lorenz Khol: Bei Schweinen ist es eher Larmheit, dass die nicht mehr aufstehen können oder
Johannes Lorenz Khol: aufstehen wollen, weil sie die klauen. Da ist das Speicheln nicht so stark ausgeprägt.
Johannes Lorenz Khol: Also ich würde mal sagen, hohes Fieber mit Speichelfluss und Larmheit,
Johannes Lorenz Khol: da sollte man auf jeden Fall an die MKS denken und mehrere Tiere erkrankt,
Johannes Lorenz Khol: das ist ganz, ganz selten wenn es ein Tier in einem Betrieb ist,
Johannes Lorenz Khol: dann ist es wahrscheinlich am nächsten Tag 10, also es geht wirklich.
Willy: Also wenn es ein Tier einmal schwächelt oder so und dann aber über einen Zeitraum,
Willy: längeren Zeitraum, aber die anderen nicht, dann ist es eher,
Johannes Lorenz Khol: Aber da sollte man nicht abwarten also wenn man den Verdacht hat,
Johannes Lorenz Khol: Tierarzt, Tierarztin anrufen, das tun die Landwirte in der Landwirte eh.
Johannes Lorenz Khol: Und wir haben dann genau unsere Vorgehensweise. Da können wir vielleicht auch noch drüber reden.
Willy: Okay, ja, klar. Du hast das eh schon angesprochen. Was bedeutet das jetzt für
Willy: die Tiere bei der Blauzungenkrankheit?
Willy: War es auch das Thema, dass die Tiere einfach Bläschen gehabt haben,
Willy: auch auf der Zunge, aber auch andere Entzündungen.
Willy: Und dass sie deswegen nichts gefressen haben. Genau. Und das nicht fressen eigentlich
Willy: dann das eigentliche Thema war, weil sie an der Krankheit selber, glaube ich.
Johannes Lorenz Khol: Genau, so Schmerzen, hohes Fieber, weil jeder ist nicht angenehm.
Johannes Lorenz Khol: fühlt man sich nicht wohl, dann fressen sie nicht und dann halt diese Schmerzen
Johannes Lorenz Khol: an den Klauen im Maul und am Euter teilweise.
Johannes Lorenz Khol: Und, weil du jetzt schon oft die Blauzunge angesprochen hast,
Johannes Lorenz Khol: das ist auch eine Differenzialdiagnose. Also wenn ich, ein Blauzungenfall kann
Johannes Lorenz Khol: manchmal nicht ganz eindeutig...
Willy: Was ist eine Differenzialdiagnose für alle Menschen, wie wir die jetzt gerade nicht wussten?
Johannes Lorenz Khol: Also eine Diagnose ist, du hast diese Krankheit höchstwahrscheinlich oder ich
Johannes Lorenz Khol: weiß es, weil ich einen Test gemacht habe.
Johannes Lorenz Khol: Wenn ich aber jetzt anfange, eine Diagnose zu stellen, habe ich ja in meinem
Johannes Lorenz Khol: Kopf oder habe ich gelernt eine Liste und sage, mit diesen Symptomen,
Johannes Lorenz Khol: das kann, ist höchstwahrscheinlich dieses, kann aber auch noch.
Willy: Dass das andere noch nicht aus.
Johannes Lorenz Khol: Und das sind meine Differenzialdiagnosen. Die sind nicht ganz so wahrscheinlich,
Johannes Lorenz Khol: aber können auch zutreffen.
Willy: Ah, könnte auch sein. Genau.
Johannes Lorenz Khol: Und wenn ich jetzt einen Blauzungenfall habe, bei einem Schaf,
Johannes Lorenz Khol: muss ich immer auch denken, hoppla, könnte das nicht vielleicht auch die MKS sein. Und umgekehrt.
Willy: Und das musst du dann sukzessive ausschließen?
Johannes Lorenz Khol: Genau, und wenn ich jetzt wirklich diesen Verdacht habe, es könnte,
Johannes Lorenz Khol: also bei Blauzungen und MKS ist eine anzeigepflichtige oder meldepflichtige Erkrankung bei uns.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, ich muss sowieso die Amtsärztin anrufen und die übernimmt dann das Weitere.
Willy: Genau, den Verlauf schauen wir uns nachher vielleicht auch an,
Willy: was passiert, wie ein Betrieb sich da verhalten muss.
Willy: Wie kann jetzt diese, also, na, bleiben wir noch bei den Tieren,
Willy: wie erkenne ich denn, wann Tiere leiden?
Willy: Also das ist so schwierig, weil die Kühe schreien ja nicht, oder sie,
Willy: wie zeichnet wird, hier geht das?
Johannes Lorenz Khol: Genau, das ist vielleicht auch noch etwas, was ich interessant finde bei der
Johannes Lorenz Khol: Veterinärmedizin, die Tiere können uns ja nicht sagen, wo es wehtut.
Johannes Lorenz Khol: Sie können nur Zeichen geben, das heißt, das müssen wir rausfinden.
Johannes Lorenz Khol: Und jede Tierart leidet ein bisschen anders.
Johannes Lorenz Khol: Bei Pferden kennt man das, dass sie gerne koliken, nennt man das so wild,
Johannes Lorenz Khol: sie verschmerzen sich an den Bauchstreten oder richtig toben, sagen wir mal.
Johannes Lorenz Khol: Rinder und Wiederkäuer leiden leider eher still in sich hinein.
Johannes Lorenz Khol: So ein bisschen wie Katzen, die sich ihr zurückziehen, wenn sie Schmerzen haben.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, wie erkennt ich, dass ein Ring Schmerzen hat, ist eben,
Johannes Lorenz Khol: dass es nicht frisst. Das ist immer so ein Alarmsignal.
Johannes Lorenz Khol: Und dann haben sie so einen ganz typischen, das klingt jetzt für den Laien vielleicht
Johannes Lorenz Khol: komisch, so einen ganz typischen nach innen gekehrten Blick.
Johannes Lorenz Khol: Das lernt man. Sie haben so einen stummen, leidenden Gesichtsausdruck.
Willy: Und Kopf gesenkt.
Johannes Lorenz Khol: Kopf gesenkt, genau. Und dann haben wir in der Veterinärmedizin einen sogenannten
Johannes Lorenz Khol: Untersuchungsgang, wo wir, das lernen wir auch hier an der Universität,
Johannes Lorenz Khol: Schritt für Schritt die Punkte abarbeiten.
Johannes Lorenz Khol: Und das ist ganz genau, ich sage, ich mache immer als erstes das,
Johannes Lorenz Khol: als zweites das, damit man so einen Plan hat, den man abarbeitet.
Johannes Lorenz Khol: Und interessanterweise seit immer schon steht an erster Stelle dieses Untersuchungsplans MKS.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, wenn ich zu einem Betrieb komme, wenn ein Tier zu mir kommt,
Johannes Lorenz Khol: schaue ich als erstes nach, immer, ist nicht anlassbezogen, könnte das vielleicht MKS sein.
Johannes Lorenz Khol: Schaut mal ins Maul hinein, sind da Bläschen und nur wenn das ausgeschlossen
Johannes Lorenz Khol: ist, dann mache ich meine Untersuchung weiter. Und das wird jetzt leider natürlich wieder wichtiger.
Willy: Ist das schon Differenzialdiagnose dann? Nein.
Johannes Lorenz Khol: Wir sind im Akademischen. Wir machen zuerst unsere Untersuchung,
Johannes Lorenz Khol: sammeln die, wie der Hausarzt auch, Hausärztin, sammeln unsere Befunde dann
Johannes Lorenz Khol: fassen wir die Befunde zusammen und sagen, das ist meine Diagnose und das sind
Johannes Lorenz Khol: meine Differenzialdiagnose.
Johannes Lorenz Khol: Manchmal ist es ganz klar, manchmal ist es nicht ganz klar, dann muss ich einen
Johannes Lorenz Khol: Test machen oder weitere Untersuchungen anstellen.
Willy: Was kostet so eine Behandlung? Und wie läuft so eine Behandlung dann eigentlich ab von einem Tier?
Willy: Wenn ich es jetzt feststellen würde, angenommen, wie wird so eine Behandlung
Willy: dann ablaufen? Wird überhaupt behandelt?
Johannes Lorenz Khol: Gehen wir noch von der MKS?
Willy: Wir sind bei der MKS, ja.
Johannes Lorenz Khol: Da gibt es keine Behandlung. Ein Tier, das MKS hat, muss getötet werden.
Johannes Lorenz Khol: Wir sagen gekeult, das ist ein schiefes Wort.
Willy: Ich tötete das auch nicht schöner.
Johannes Lorenz Khol: Ja, genau, richtig. Aber gekeult ist noch martialischer vielleicht.
Johannes Lorenz Khol: Also das Fachwort ist die Keulung.
Willy: Gemerzt, glaube ich.
Johannes Lorenz Khol: Ja, kann man auch sagen, das Merzen. Ja, genau, das Merzen ist von größeren Betriebsständen.
Johannes Lorenz Khol: Weil wir nicht wollen, dass das Tier weiter ausscheidet und andere ansteckt.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, MKS wird nicht behandelt.
Johannes Lorenz Khol: Ein Behandlungsverbot. Ein Behandlungsverbot. Genau, das heißt,
Johannes Lorenz Khol: wenn ich den Verdacht habe, jetzt sind wir schon das zweite Mal, dass wir darauf kommen.
Johannes Lorenz Khol: Ich habe den Verdacht, dieses Tier hat vielleicht MKS.
Johannes Lorenz Khol: Dann greife ich zum Telefon und rufe die zuständige Amtsdärztin Amtsdärzt an,
Johannes Lorenz Khol: und sage, du, ich glaube, ich habe hier ein Tier, das könnte eventuell MKS haben.
Willy: Wie oft passiert sowas in Österreich? Wie viele Verdachtsfälle gibt es da pro
Willy: Jahr, wo der Landwirt vermutet, hey, das kann...
Johannes Lorenz Khol: Ein Zwei, wenn überhaupt. Ja, und man muss auch jetzt dazu sagen,
Johannes Lorenz Khol: das haben wir vielleicht auch noch nicht bedrückt, wir haben keine MKS in Österreich,
Johannes Lorenz Khol: nach wie vor nicht. Alles, was wir jetzt machen, ist Vorbeuge.
Johannes Lorenz Khol: Aber jetzt sind natürlich die Tierärzte, die Amtsärzte in der Grenzregion unterwegs
Johannes Lorenz Khol: und untersuchen ganz viele Rinder.
Johannes Lorenz Khol: Aber jetzt gehen wir wieder zurück. Dann heißt es in Fall, dann sagt der Tierärzt,
Johannes Lorenz Khol: gut, am Telefon der Amtsärzte, der Betrieb ist gesperrt. Das heißt,
Johannes Lorenz Khol: es darf niemand raus und niemand rein.
Willy: Heißt wie niemand? Niemand.
Johannes Lorenz Khol: Niemand.
Willy: Das heißt zu Hause, so Quarantäne.
Johannes Lorenz Khol: Zu Hause, es gibt im Gesetz genaue Ausnahmen für Hebammen, Ärzte und so weiter.
Johannes Lorenz Khol: Aber grundsätzlich heißt es.
Willy: Tiere und Menschen bleiben am Betrieb.
Johannes Lorenz Khol: Möglichst in den Stall, Fenster zu, Tür zu, Ende.
Willy: Wow.
Johannes Lorenz Khol: Und dann rückt der Amtsdärzt an, das geht relativ schnell, und macht seine Untersuchungen.
Johannes Lorenz Khol: Aber es ist ein wirkliches Standstill, also der Betrieb ist gesperrt,
Johannes Lorenz Khol: wäre gesperrt. Wir haben es nicht in Österreich, aber es wäre so.
Johannes Lorenz Khol: Der nimmt seine Proben und da muss relativ schnell bestätigt werden, ob es MKS ist oder nicht.
Johannes Lorenz Khol: Und so ist es ja auch in den Betrieben, von denen du gesprochen hast,
Johannes Lorenz Khol: abgelaufen. Es hat zum Glück gut funktioniert. Die Diagnose war sehr schnell gestellt.
Willy: Also noch einmal, die Diagnose, hast du gesagt, es gibt den Ablauf,
Willy: nachdem man vorgeht. Gibt es dann auch quasi einen Test, an...
Johannes Lorenz Khol: Genau, es gibt einen Test, aber es gibt keinen Schnelltest. Das heißt,
Johannes Lorenz Khol: der Amtsärzt, die Amtsärztin kommt, die sind speziell geschult,
Johannes Lorenz Khol: die sagen entweder, du, warst ein bisschen übervorsichtig, ich glaube,
Johannes Lorenz Khol: das ist nicht MKS, ich bin mir relativ sicher, wir können das Ganze wieder ablassen.
Johannes Lorenz Khol: Oder sagt, naja, ich bin mir auch nicht ganz sicher, wir lassen das so und dann
Johannes Lorenz Khol: nimmt er eine Probe von diesem, von Blut und von diesen Entzündungen,
Johannes Lorenz Khol: es geht ins Labor und es ist eine PCR, die kennen wir jetzt ja leider seit Corona
Johannes Lorenz Khol: auch alle, das geht relativ schnell und dann wird MKS bestätigt oder ausgeschlossen.
Johannes Lorenz Khol: Und so lange ist der Betrieb zu.
Willy: Okay, darf auch nichts, zwei, drei Tage?
Johannes Lorenz Khol: Genau, zwei, drei Tage.
Willy: Ja. Wäre dann wahrscheinlich alles, wenn es ein Milchproduktierender Betrieb ist.
Johannes Lorenz Khol: Gelagert werden, ja. Wenn wirklich was ausgeschleust werden muss,
Johannes Lorenz Khol: wenn jemand raus muss, wenn man ins Krankenhaus muss, dann muss man ins Krankenhaus,
Johannes Lorenz Khol: dann wird der umgezogen, geduscht und so weiter und wird wirklich ausgeschleust.
Willy: Wow.
Johannes Lorenz Khol: Ja.
Willy: Wow. Warum ist diese Krankheit, also der letzte Fall, glaube ich,
Willy: war in den 80er Jahren, glaube ich. In den 80er Jahren, genau.
Willy: Warum ist diese Krankheit, obwohl in den 80ern das letzte Mal vorgekommen,
Willy: immer noch am Anfang der Liste, immer noch scheinbar so bedrohlich,
Willy: warum ist das immer noch so virulent?
Johannes Lorenz Khol: Da sind wir jetzt bei der Wirtschaftlichkeit.
Johannes Lorenz Khol: Wenn ich eben diese Erkrankung habe, gibt es erstens einmal sofort Handelsbeschränkungen.
Johannes Lorenz Khol: Ganz, ganz viele Länder. Wenn alle freien Länder in Europa, so ja auch wir,
Johannes Lorenz Khol: sagen, wir nehmen jetzt keine Tiere und tierischen Produkte aus der Slowakei und Ungarn mehr an.
Johannes Lorenz Khol: Wir haben Angst davor, weil das Virus dort ist. Weil das Virus transportiert werden kann.
Willy: Oder?
Johannes Lorenz Khol: Handelsseuche, glaube ich, haben wir gelegt. Genau. Und dann würde ich natürlich
Johannes Lorenz Khol: genauso sagen, wenn das bei uns auftritt, würden alle anderen Länder sofort
Johannes Lorenz Khol: sagen, österreichische, lebende Tiere, Fleisch, Milch, Käse, Stopp. Nichts mehr.
Willy: Wegen den Tieren.
Johannes Lorenz Khol: Wegen den eigenen Tieren. Um den eigenen Tierbestand gesund zu halten.
Johannes Lorenz Khol: Dann würde diese ganze Regelung anlaufen, der Betrieb wird untersucht,
Johannes Lorenz Khol: angenommen, es ist positiv, dann müssen Rinder getötet werden.
Johannes Lorenz Khol: Jetzt sind das in der Slowakei, in Ungarn große Betriebe mit 3.000 Tieren.
Johannes Lorenz Khol: Bei uns sind es kleinere Betriebe mit 20, 25, 100, 150 Tieren.
Johannes Lorenz Khol: Trotzdem ist es der ganze Betrieb von einer Landwirtschaft. Das heißt,
Johannes Lorenz Khol: diese Tiere, es sind nicht nur menschlicher und ein tierschutzmäßiger Schaden,
Johannes Lorenz Khol: sondern es sind auch ein finanzieller Schaden.
Willy: Existenzieller Schaden.
Johannes Lorenz Khol: Existenzieller geschah. Auch wenn es gute Ausgleichszahlungen und so weiter
Johannes Lorenz Khol: gibt, aber es ist ein existenzieller Schaden, es ist eine psychische Belastung.
Johannes Lorenz Khol: Und das geht ja dann, wenn ich nichts tue, geht das ja immer weiter.
Johannes Lorenz Khol: Und das erinnert sich vielleicht manche noch in den 2000er Jahren,
Johannes Lorenz Khol: waren in England ein größerer MKS, Seuchenzug, da wurden hunderttausende Rinder gekeult.
Johannes Lorenz Khol: Ein Schaden in Millionen Pfund. Landwirtschaft hat sich in Wahrheit bis heute nicht davon erholt.
Johannes Lorenz Khol: Und das ist der Grund, warum sich in Europa alle Länder entschieden haben,
Johannes Lorenz Khol: wir streben die Seuchen Freiheit an.
Johannes Lorenz Khol: Es gibt andere Kontinente, in Afrika gibt es Länder, da ist die MKS,
Johannes Lorenz Khol: wir sagen endemisch, also Verhalten, die leben damit.
Johannes Lorenz Khol: Die sagen, okay, bei mir haben die Tiere halt immer wieder mal MKS,
Johannes Lorenz Khol: das ist natürlich auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.
Willy: Aber die Frage ist ja mir auch gekommen, weil jetzt ist diese,
Willy: die Krankheit ist nicht per se tödlich für die Tiere.
Willy: Sie ist für den Menschen nicht gefährlich. Die Produkte könnte ich ganz normal
Willy: konsumieren, das heißt die Milch, das Fleisch etc.
Willy: könnte ich ja ganz normal mein Schnitzel essen und mein Milch trinken oder sowas.
Willy: Warum versucht man die völlig freizuhalten, warum versucht man das nicht einfach
Willy: so, wie sagt man, durch Seuchen, dann haben sie alle, dann baut man quasi eine
Willy: gewisse Immun und dann habe ich es endemisch, wie du gesagt hast, halt im System drinnen,
Willy: weil der Versuch ich jetzt ist ja, wenn er, und ich habe ein bisschen gefragt,
Willy: welche Fragen hättet ihr zu dem Thema und da ist ganz oft jetzt gekommen, ja, hey, ich habe seit,
Willy: Jahren, Jahrzehnten baue ich mir einen Tierbestand auf. Geht es ja um Zucht
Willy: und so, was ich dann am Betrieb an Tieren etc.
Willy: habe. Und die werden dann alle bei einem Verdachtsfall, da gibt es dann ein
Willy: krankes Tier, und dann werden alle gequält.
Willy: Wieso kann ich die nicht einfach krank werden lassen, schaue,
Willy: wer überlebt, behandle das Ganze und dann ist es wieder gut.
Willy: Weil es besteht ja so gesehen keine Gefahr für die Konsumenten.
Willy: Das ist das, was ich noch nicht ganz verstanden habe in dem Kontext.
Johannes Lorenz Khol: Ist nachvollziehbar, aber es gibt Länder und Kontinente, wo das so ist.
Johannes Lorenz Khol: In manchen Ländern Südamerika, ist es so.
Johannes Lorenz Khol: Aber es ist eben dann nicht wieder gut. Das ist das Schwierige.
Johannes Lorenz Khol: Nämlich, die Tiere haben keine belastbare Immunität.
Johannes Lorenz Khol: Das Virus ändert sich ein bisschen und kommt wieder.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, ich habe alle zwei, drei Jahre so Seuchenzüge durchs Land und enorme
Johannes Lorenz Khol: wirtschaftliche Schäden und nie diese Leistung, die ich jetzt erreichen kann mit meinen Tieren.
Johannes Lorenz Khol: Nur ein wirklich gesundes Tier, dem es auch gut geht, kann eine hohe Milchleistung
Johannes Lorenz Khol: erbringen, kann gesundes, kann qualitätvolles Fleisch produzieren.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, es ist wirklich die Entscheidung, wir wollen diese gesunden Tiere,
Johannes Lorenz Khol: um bessere Qualität zu haben, um höhere Leistung zu haben und um auch gesunde
Johannes Lorenz Khol: Tiere zu haben, weil ich möchte nicht alle zwei, drei Jahre,
Johannes Lorenz Khol: dass wieder die Seuche ausbricht.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, man würde sich ja arrangieren mit dem Erreger.
Johannes Lorenz Khol: Ein bisschen wie jetzt, kommen wir schon wieder zum Corona, wie es ja jetzt bei uns ist.
Willy: Ja gut, wir haben ja die Erfahrung,
Johannes Lorenz Khol: Wenn wir jetzt alle Corona haben, immer wieder, dann regt sich keiner mehr auf.
Johannes Lorenz Khol: Aber es wäre wirtschaftlich wirklich Ich glaube, man kann fast sagen, desaströs.
Johannes Lorenz Khol: Und ich verstehe natürlich, dass der Bauer, der sagt, super,
Johannes Lorenz Khol: mein Nachbar hat MKS oder hätte, wir haben es ja nicht.
Johannes Lorenz Khol: Bei mir ist gar nichts und trotzdem werden meine Tiere gecoilt.
Johannes Lorenz Khol: Ist fürchterlich, ist wirklich auch eine Belastung.
Willy: Aber siehst du da noch irgendwo so ein Madem-Frie-Raum oder ist das einfach
Willy: so ein etabliertes System, dass einfach das Risiko, da gibt es ja verschiedene
Willy: Zonen, soweit ich dir festgehe.
Willy: Es gibt dann quasi die Kernzone, also ein Kilometer-Radius war das zumindest in Deutschland.
Johannes Lorenz Khol: Ja, genau. Meistens ist das 3-Kilometer-Radius üblich.
Willy: Und die Schutzzone, ja.
Johannes Lorenz Khol: Genau, in dieser Kernzone werden dann wirklich alle Tiere gekeult.
Johannes Lorenz Khol: In der Schutzzone werden alle Tiere untersucht.
Johannes Lorenz Khol: Und dann gibt es die Überwachungszone, wo man besonders aufmerksam ist. Das sind 20 Kilometer.
Willy: Glaube ich, oder?
Johannes Lorenz Khol: Mindestens, das wird meistens so angepasst. Wenn dann ein Tal ist,
Johannes Lorenz Khol: das gerade über die 20 Kilometer rausreicht, dann wird man nicht den letzten
Johannes Lorenz Khol: Zipfel sagen, das ist keine Zone mehr.
Willy: Okay, da ist ein bisschen ein Spielraum,
Johannes Lorenz Khol: Aber mindestens. Und diese Vorgehensweise
Johannes Lorenz Khol: ist auch auf europäischer Ebene koordiniert. Das ist überall gleich.
Johannes Lorenz Khol: In der EU, wir können da nicht machen, was wir wollen. Sondern wir haben gemeinsam
Johannes Lorenz Khol: erarbeitet die genaue Richtlinie, wo wir sagen, so gehen wir als EU mit der MKS um.
Johannes Lorenz Khol: Nämlich Seuchenfreiheit ohne Impfung. Das ist das Ziel.
Willy: Das heißt, wir haben uns nochmal zurück auf das Thema generell mit dem Keulen,
Willy: warum nicht durch Seuchen lassen, sondern warum Seuchenfreiheit hast du es genannt.
Willy: Das ist aber im Prinzip ja auch eine politische Entscheidung.
Willy: Wir möchten gesunde Tiere haben, leistungsfähige Tiere.
Willy: Würden wir quasi durch Seuchen lassen, hätten wir einfach so ein, sage ich mal,
Willy: 75 Prozent durchgehend, wenn ich so will. Also wir hätten eine dauerhafte Leistungsminderung
Willy: der gesamten Tierpopulation und landwirtschaftlichen Population.
Johannes Lorenz Khol: Und ganz, ganz viele Exportmärkte würden wegbrechen, weil die sagen...
Willy: Weil die, wenn die sagen, wir sind Seuchenfrei, wir wollen das Risiko, dass ihr uns das...
Johannes Lorenz Khol: Ja, genau.
Willy: Okay, also das ist eigentlich ja...
Johannes Lorenz Khol: Deswegen der Ausdruck handelsabhängig.
Willy: Deswegen hast du ganz am Anfang schon gesagt, die wirtschaftlichen Implikationen,
Willy: das heißt, wir würden nicht mehr exportieren können, beziehungsweise Europa
Willy: oder die Länder, die halt durchsorgt sind.
Willy: Das heißt, wir importieren auch nicht aus Ländern, wo das, es gibt ein Importverbot,
Willy: kann ich dann logisch ableiten aus dem, oder?
Johannes Lorenz Khol: Ja, genau.
Willy: Okay, das ist interessant. Und weil du jetzt immer den Vergleich,
Willy: den guten, natürlich naheliegenden Vergleich mit Corona gebraucht hast,
Willy: ein Riesenthema, was mir jetzt untergekommen ist, was auch ganz oft gekommen
Willy: ist, ist das Thema Impfen.
Willy: Warum? Es wäre ja möglich, gegen die MKS, Maul- und Klauen-Seuche zu impfen,
Willy: es wird aber nicht gemacht. Was ist da der Grund, warum wird nicht geimpft?
Willy: Das ist auch für die Frage gekommen.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Also es gibt einen Impfstoff, der wird teilweise jetzt auch eingesetzt,
Johannes Lorenz Khol: wenn man in diesen Kernzonen geschwind einmal alle Tiere impft,
Johannes Lorenz Khol: damit sie weniger Virus ausschein, bis man so weit ist, dass man sich heult.
Willy: Was? Ja.
Johannes Lorenz Khol: Überlege einmal, du musst 3000 Tiere töten und entsorgen. Das ist eine Aufgabe.
Johannes Lorenz Khol: Das geht nicht, das stellt man sich einfach vor. Da hängt viel dran,
Johannes Lorenz Khol: was überlegt werden muss. Jetzt kommt das nächste schöne Wort,
Johannes Lorenz Khol: bis hin zur Kadaverentsorgung.
Willy: Die Körperverwertung.
Johannes Lorenz Khol: Die Körperverwertung muss man sich überlegen. Die sind überlastet mit 3.000 Tieren auf einmal.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, ich brauche ein paar Tage. Und um diese Zeit zu überbrücken,
Johannes Lorenz Khol: werden, soweit ich weiß, jetzt in der Slowakei wurde das gemacht,
Johannes Lorenz Khol: einmal alle Tiere geschwind geimpft.
Johannes Lorenz Khol: Dann drücke ich einmal die Last, dass die weniger ausscheiden, bis sie gekeult sind.
Johannes Lorenz Khol: Aber warum man nicht generell impft? Wo für aktisch? Weil wir eben diese ganz
Johannes Lorenz Khol: verschiedenen Stämme haben. Das heißt Stämme. Das heißt, ich impfe gegen einen Stamm.
Willy: Da sind wir wieder bei Corona im Vergleich. Anfa.
Johannes Lorenz Khol: Und mein alter Professor, mein Lehrmeister hat immer gesagt,
Johannes Lorenz Khol: Impfen heißt sich mit der Krankheit arrangieren.
Johannes Lorenz Khol: Das muss manchmal sein. Bei Corona zum Glück haben wir die Möglichkeit. Aber,
Johannes Lorenz Khol: Wenn ich impfe, oder das Virus sagt, wo man impft, da lass dich ruhig nieder, weil da bleibt es.
Johannes Lorenz Khol: Weil ich kriege es nie durch eine Impfung ganz raus aus der Population.
Johannes Lorenz Khol: Weil ein paar scheinen es dann doch wieder aus und dann ein paar sind zu spät
Johannes Lorenz Khol: geimpft oder nicht geimpft, dann ändert sich das Virus ein bisschen,
Johannes Lorenz Khol: kann wieder wo aufflackern.
Johannes Lorenz Khol: Also Impfen ist gut, um es runterzudrücken, aber wenn man eine Freiheit haben
Johannes Lorenz Khol: will, das wird bei der MKS, ich bin kein Impfexperte, aber zumindest bei der
Johannes Lorenz Khol: MKS, wird der Impfung nicht erreichen.
Willy: Nicht möglich. Also um das in einfachen Worten, also das war jetzt wahrscheinlich
Willy: eh schon einfach, aber nur, dass man sagt, der Glaube, dass man impfen würde
Willy: und dann würde man quasi ein Immunität wie so eine Grippeimpfung. Genau.
Willy: Gut, es gibt auch wieder eine Grippe, nicht? Genau. Ich impfe gegen gewisse
Willy: Stämme, aber ich bin nicht frei.
Johannes Lorenz Khol: Genau.
Willy: Und um diese wirtschaftlichen Verflechtungen, was du vorher angesprochen hast,
Willy: zu 100 Prozent einhalten zu können, handlungsfähig, also wirklich im Sinne handelnsfähig
Willy: zu bleiben, brauche ich aber eine solche Freiheit und das wird mit der Impfung
Willy: auch nicht hergestellt.
Johannes Lorenz Khol: Nein, genau.
Willy: Okay, das heißt, ich habe einfach unterschiedliche Systeme, Wirtschaft,
Willy: Medizin, Ethik etc., die miteinander versucht werden, in einen Einklang zu bringen.
Johannes Lorenz Khol: Und in der Nutztierhaltung hat die Wirtschaft einen starken Einfluss, ist klar.
Johannes Lorenz Khol: Weil das machen die alle gerne, die ihre Nutztiere zu halten,
Johannes Lorenz Khol: aber sie wollen ja einen Nutzen davon haben. Und das ist ja auch legitim.
Willy: Okay. Gehen wir vielleicht noch einmal den Ablauf durch.
Willy: Wir haben ihn jetzt eh schon ein paar Mal gestreift und angesprochen.
Willy: aber der Bauer sieht auf einmal, ui, Blaserl, oder mein Tier ist schwach,
Willy: hat einen Verdachtsfall, sagt jetzt, Tierarzt, bitte schaut vorbei, schaut euch das an.
Willy: Der Tierarzt, der Veterinärmediziner heißt ja Tierarzt,
Johannes Lorenz Khol: Oder? Genau, oder Veterinärmedizinerin.
Willy: Ja, natürlich, ja, ja, klar. Kommt dann, schaut auf den Betrieb,
Willy: sagt, okay, Verdachtsfall ist da. Genau. Informiert dann wen?
Johannes Lorenz Khol: Dem zuständigen Amtstierst oder dem zuständigen Amtstierärzt.
Willy: Also das ist quasi in der...
Johannes Lorenz Khol: Das ist in der Bezirksverwaltungsbehörde angesiedelt. Wie bei Menschen gibt es ja auch Amtsärzte.
Johannes Lorenz Khol: Das sind also amtlich angestellte, speziell geschulte Organe, wie man so schön sagt.
Willy: Organe, ja.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Und die oder der kommen dann und schauen sich das an.
Willy: Okay, also erst der Tierarzt, dann der Amtstierärztin.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Und in dem Moment, wo der Tierarzt oder die Tierärztin den Amtstierarzt
Johannes Lorenz Khol: oder die Amtstierärztin anruft, sind wir, das ist jetzt wieder eine technische
Johannes Lorenz Khol: Verfahrensspitzfindigkeit, weisungsgebunden.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, was mir der Amtsärzt, der Amtsärztin dann sagt, das muss ich machen.
Johannes Lorenz Khol: Da kann ich sagen, ich glaube dir nicht.
Willy: Wird da schon was geleitet oder muss der das dann noch einmal feststellen?
Johannes Lorenz Khol: Der sagt, du hast erste, der kennt sich, man kennt sich ja. Sagt die,
Johannes Lorenz Khol: der sagt, ja, wirklich, dann sagt er, gut, bleib vor Ort, leite mal schon alles
Johannes Lorenz Khol: ein, mach alles zu und so weiter, ich bin eine halbe Stunde da oder was auch immer.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, der sagt ihm gleich, was er als erstes machen soll.
Willy: Also da beginnt eigentlich schon mit deinen, Sagen wir mal, du bist der Tierarzt,
Willy: der jetzt am Betrieb ist, rufst deinen Bekannten, den Amstierarzt an und mit
Willy: dem Anruf startest du schon einen Prozess.
Johannes Lorenz Khol: Genau, starte ich die Kaskade der Seuchenbekämpfung. Und das probiere ich auch,
Johannes Lorenz Khol: ich halte auch die Vorlesung zur MKS bei uns zum Beispiel, probiere ich auch
Johannes Lorenz Khol: den Studierenden beizubringen, oder das tun wir ja alle, ist das nicht so besonders.
Johannes Lorenz Khol: Wenn die Tierärztin, der Tierarzt diesen Verdacht nicht hat,
Johannes Lorenz Khol: weil er nicht gescheit hinschaut, weil er sagt, er am Telefon geht,
Johannes Lorenz Khol: es wird schon nichts sein, oder es im Stall zu dunkel ist, das ist der größte
Johannes Lorenz Khol: Fehler, der passieren kann.
Johannes Lorenz Khol: Weil nur wenn die Tierärztin der Tierarzt diese Kaskade in Gang setzt,
Johannes Lorenz Khol: kann die Seuchenbekämpfung starten.
Johannes Lorenz Khol: Also der Tierärztin der Tierarzt, der Tierarzt ist das wichtigste Glied der
Johannes Lorenz Khol: Seuchenbekämpfung, weil ich muss einmal den Verdacht äußern.
Willy: Aber ist da nicht ein Megadruck drauf, auf die und auf allen anderen Tierärztinnen
Willy: jetzt eine Fehldiagnose zu stellen?
Willy: Genau. Also Sicherheit, zur Sicherheit tue ich lieber schnell einmal diagnostizieren,
Willy: wie ich mache ein Fehl. Also ein Fals-Positiv, oder?
Johannes Lorenz Khol: Super, ganz genau. Und deshalb gibt es da eine Spitzfindigkeit.
Johannes Lorenz Khol: Es gibt das Tool der Ausschlussuntersuchung.
Willy: Aha, die Ausschlussuntersuchung.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, ich kann sagen zum Amtsärzt, ich bin mir zu 90% sicher,
Johannes Lorenz Khol: das ist kein MKS, aber ich möchte ganz sicher sein.
Johannes Lorenz Khol: Kontrollieren wir es bitte, ohne dass ich die ganze Kaskade in Gang setze.
Johannes Lorenz Khol: Einfach zur Sicherheit.
Willy: Eine zweite Meinung.
Johannes Lorenz Khol: Eine Objektivierung. Ich kann nicht einfach sagen, du, das schau mal lieber
Johannes Lorenz Khol: an, ich schicke eine Probe ins Labor auf MKS.
Johannes Lorenz Khol: Dann fallen dort alle eine Umacht, weil sie sagen, der hat eine MKS nicht erkannt.
Johannes Lorenz Khol: Und ich kann sagen, Amtsdärztin, Amtsdärzt, das ist höchstwahrscheinlich kein
Johannes Lorenz Khol: MKS, aber gehen wir bitte auf Nummer sicher.
Johannes Lorenz Khol: Dann kommen die auch und ziehen diese Probe, der Betrieb wird nicht gesperrt, gar nichts.
Willy: Ah, das löst es auch?
Johannes Lorenz Khol: Das löst es noch nicht aus. Man will damit verhindern, man möchte damit verhindern,
Johannes Lorenz Khol: dass man sagt, ich möchte nicht schon wieder umsonst den Amtsdärzt holen und
Johannes Lorenz Khol: die ganze Sperre und dann am Ende ist nichts. Ich sage lieber nichts.
Johannes Lorenz Khol: Und dann war es doch, MKS. Man kann sagen, ich bin mir nicht ganz sicher,
Johannes Lorenz Khol: vielleicht ist es eh Blauzunge, aber bitte machen wir eine Ausschlussuntersuchung.
Johannes Lorenz Khol: Und dann sagt man, ja, es passiert noch nichts, aber wir lassen es mitlaufen.
Willy: Okay, Verdacht wird bestätigt, der Prozess wird ausgelöst. Amtsdärzt kommt auch
Willy: vorbei, untersucht es noch einmal.
Willy: Was passiert da im Kontext schon weiter? Weil da ist ja dann quasi schon ein
Willy: Seuchenverdacht, also ein Gefahrenverzug. Was passiert da?
Johannes Lorenz Khol: Also wenn wirklich Seuchenverdacht ist, dann wird, wie schon gesagt,
Johannes Lorenz Khol: der Betrieb wirklich gesperrt und diese 3-Kilometer-Zone gesperrt.
Willy: Betriebssperre und Schusszone.
Johannes Lorenz Khol: Dann tritt ein Seuchenstab zusammen. Da ist der Bürgermeister,
Johannes Lorenz Khol: Polizei ist vertreten und so weiter. Es muss auch im Verkehr geregelt werden zum Beispiel.
Johannes Lorenz Khol: Das nimmt dann relativ schnell große Kreise an.
Johannes Lorenz Khol: Der Amtsveterinär ist vertreten, wahrscheinlich auch der örtliche Tierarzt.
Johannes Lorenz Khol: Und dann überlegt man gemeinsam, wie man die gesetzlichen Vorgaben umsetzt,
Johannes Lorenz Khol: die Sperrzonen einrichtet,
Johannes Lorenz Khol: Und dann nimmt das so seinen Lauf. Und dann haben wir irgendwann die Bilder,
Johannes Lorenz Khol: die es ja gibt, wo dann wirklich abgesperrt ist.
Willy: Wer ist dann eigentlich zuständig für, wofür eigentlich? Weil die Tiere müssen
Willy: untersucht werden, die Tiere müssen dann gekeult werden.
Willy: Die müssen ja dann auch obtransportiert und irgendwie, wie sagt man,
Willy: verwertet werden, verwertet werden etc. Wer ist da verantwortlich?
Johannes Lorenz Khol: Verantwortlich ist die Amtsärztin, der Amtsärztin, der hinter sich einen Krisenplan und Krisenstab hat.
Johannes Lorenz Khol: Also die Bezirksverwaltungsbehörden, nicht anlassbezogen, sondern immer,
Johannes Lorenz Khol: sind auf sowas vorbereitet.
Johannes Lorenz Khol: Machen die Lade auf und sagen, hier ist unser Krisenplan Notfall.
Johannes Lorenz Khol: Prozess wird gestartet. Prozess wird gestartet.
Willy: Im Idealfall.
Willy: Es ist lässig in den 80er Jahren. Die könnten sich mal vorstellen,
Willy: dass die relativ verstaucht sind in der Lade.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Man schaut zwar, und das machen wir auch auf der Uni hier,
Johannes Lorenz Khol: dass die Krisenpläne immer aktuell sind, aber man wird natürlich ein bisschen
Johannes Lorenz Khol: gemütlich und faul, wenn Wenn lange nichts ist.
Willy: Aber das ist das System, wie man nennt.
Johannes Lorenz Khol: Genau, aber das ist bei uns, wir haben eine ausgezeichnete Veterinärverwaltung,
Johannes Lorenz Khol: das klappt wirklich gut. Also die sind auf Zack.
Willy: Aber wer holt die Tiere jetzt ab oder wo kommen die Tiere hin?
Willy: Im Endeffekt sind ja die Tiere, die gekeilt werden. Die müssen ja wohin.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Wie funktioniert das? Es gibt ja auch in Nicht-MKS-Zeiten die Tierkörperverwertung.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt nämlich... Genau, die TKV.
Johannes Lorenz Khol: TKV, kurz gekürzt. In Wien ist die da ja bei Tullen in der Nähe,
Johannes Lorenz Khol: wenn man vorbeifährt, richten wir es manchmal.
Johannes Lorenz Khol: Da gibt es regionale Zentren. und die haben ihre Transportfahrzeuge,
Johannes Lorenz Khol: das heißt, wenn der Bauer jetzt ein Tier hat, das verstirbt oder getötet werden
Johannes Lorenz Khol: muss aus anderen Gründen, eingeschläfert werden muss,
Johannes Lorenz Khol: meldet er das bei der Tierkörperverwertung an, die schicken einen Lastwagen
Johannes Lorenz Khol: von ein paar Stunden meistens oder am nächsten Tag, der holt die ab und bringt
Johannes Lorenz Khol: die in Verwertungszentren.
Johannes Lorenz Khol: Da gibt es nur wenige in Österreich und dort werden sie dann seuchensicher dorthin
Johannes Lorenz Khol: transportiert, immer, nicht nur, wenn wir jetzt Gefahr in Verzug haben,
Johannes Lorenz Khol: und dort seuchensicher verwertet.
Johannes Lorenz Khol: Nun haben sie natürlich eine gewisse Kapazität,
Johannes Lorenz Khol: Und wenn jetzt da so Seuchen kommen sollten, dann muss man sich überlegen,
Johannes Lorenz Khol: was macht man, dann gibt es Zwischenlager und so weiter.
Johannes Lorenz Khol: Also es gibt ein System, das bereit ist für solche Dinge.
Willy: Okay, das heißt, um das nochmal grafisch darzustellen, ja grafisch, ne?
Willy: Amst die Arzt, der Amst die Arzt dann ist verantwortlich, hat einen Krisenstopp,
Willy: koordiniert das Ganze, es gibt Krisenpläne.
Willy: De facto abholen, die Tiere prozessieren,
Willy: wie auch immer das jetzt richtig sagt, ist zuständig, die DKV.
Johannes Lorenz Khol: Gibt es eine Spezialfirma.
Willy: Eine Spezialfirma, die genau dafür zuständig ist, damit das sicher abgeholt
Willy: wird, sicher verwertet wird und dann quasi eingedämmt wird.
Johannes Lorenz Khol: Die hat auch wieder ihren Krisenplan und ist akkreditiert und muss nachweisen, dass sie das alles...
Willy: Da muss viel ineinander greifen.
Johannes Lorenz Khol: Da muss viel ineinander greifen und das ist die Herausforderung.
Willy: Okay, aber Österreich ist dafür aus deiner Sicht gut gewappnet, oder sollte das kommen?
Johannes Lorenz Khol: Sollte es sein, ja. Genau. Aber noch einmal, wir haben es ja nicht.
Johannes Lorenz Khol: Also es ist alles bisher Prophylaxe.
Willy: Das ist ganz, ganz wichtig. Es ist bis jetzt nur grenzvoll. Ich habe da ja die
Willy: Grafiken mitgenommen. Jetzt ist zwar alles sehr neu.
Willy: Das heißt, die Schutzzone, also wie ist die größte Zone?
Johannes Lorenz Khol: Die erweiterte Schutzzone, kann man sagen.
Willy: Die erweiterte, die greift quasi nach Österreich hinein, aber da passiert noch
Willy: nichts, oder? Gibt es schon Maßnahmen in Österreich, Vorsichtsmaßnahmen?
Johannes Lorenz Khol: Es gibt Vorsichtsmaßnahmen. Also im engeren Bereich, direkt an der Grenze,
Johannes Lorenz Khol: gibt es schon einen Bereich, wo keine Tiere raus und rein transportiert werden
Johannes Lorenz Khol: dürfen, wo jetzt alle untersucht werden.
Willy: Also wo der Handel quasi gestoppt hat,
Johannes Lorenz Khol: Was wir gesagt haben. Ja, genau, aber es muss niemand getötet werden.
Johannes Lorenz Khol: Da wird jetzt alle Tiere untersucht. Das ist zum Glück jetzt ein Bereich,
Johannes Lorenz Khol: der nicht ganz so viel dicht ist. Also da sind es nicht ganz so viele.
Johannes Lorenz Khol: Und dann im Weiteren wird nur die Biosicherheit, sagen wir, raufgefahren.
Johannes Lorenz Khol: Die Biosicherheit. Die Biosicherheitsmaßnahmen.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, man schaut, dass keine fremden Personen auf den Betrieb kommen,
Johannes Lorenz Khol: dass sich alle die Stiefel umziehen, dass man jetzt auch keine Tiere aus Ungarn
Johannes Lorenz Khol: kauft, das darf man eh nicht.
Willy: Was kann man da im Betrieb tun eigentlich? Also hat man dann Desinfektionsmatten?
Johannes Lorenz Khol: Genau, man hat dann Desinfektionsmatten, so Desinfektionsteppiche.
Willy: Wo einfach Desinfektionsmittel drauf ist, wo man drüber gehen muss.
Johannes Lorenz Khol: Genau, wo man drüber gehen muss. Oder auch die Fahrzeuge drüber fahren,
Johannes Lorenz Khol: an den Reifen kann sie auch hängen bleiben.
Willy: Das ist ja, genau.
Johannes Lorenz Khol: Und das werden jetzt zum Beispiel auch wir an der Weltmeerduni in Wien hier,
Johannes Lorenz Khol: wir sind ja gerade, wir kleben gerade dran mit Wien an dieser Schutzzone.
Johannes Lorenz Khol: Wir werden jetzt ab Sonntag, glaube ich, auch zur Sicherheit so einen solchen
Johannes Lorenz Khol: Teppich auflegen bei der Einfahrt.
Johannes Lorenz Khol: Weil bei uns ist doch viel rein und raus.
Willy: Ihr seid doch eigentlich eine Hochrisikogruppe, weil ihr habt ja viel mit dem zu tun, oder?
Johannes Lorenz Khol: Genau, so ein bisschen Maßnahmen setzen wir jetzt auch.
Johannes Lorenz Khol: Nicht, wenn wir Angst haben, aber einfach, um dazu beizutragen,
Johannes Lorenz Khol: es nicht zu verschleppen.
Willy: Okay, weil ich glaube, eine Landwirtin hat das auch geschrieben,
Willy: jetzt im Hinblick auf die Konsumentinnen und Konsumenten, weil jetzt haben wir
Willy: viel über, was tun die Bäuerinnen und Bauern, was passiert da in der Kette,
Willy: Rettungskette sage ich schon, in der Sicherheitskette oder in der Risikokette.
Willy: Aber eine Bäuerin hat geschrieben, liebe Leute, wir müssen bedenken,
Willy: wie ansteckend diese Seuche ist und womit man das alles übertragen kann.
Willy: Das heißt, das ist die berühmte Wurstsemmel, die, was ich irgendwo nehme,
Willy: wegschmeißt, der Hirsch frisst, tragst dann weiter zur Wütsau,
Willy: die Wütsau-Rennen am Betrieb.
Willy: Und auf einmal ist das, was kann ich denn da jetzt als Konsumentin,
Willy: Konsument tun, ohne das jetzt Panik zu verbreiten?
Willy: Wo muss ich aufpassen? Was ist wirklich gegeben? Worauf muss ich schauen?
Johannes Lorenz Khol: Genau. Also Panik ist nicht gut, das ist ja klar, und Angst ist auch nie gut.
Johannes Lorenz Khol: aber man kann schon was beitragen.
Johannes Lorenz Khol: Also keine rohen Lebensmittel jetzt aktuell aus Ungarn und der Slowakei mitbringen.
Willy: Keine rohen Lebensmittel.
Johannes Lorenz Khol: Das kann die Wurstschämme sein, das kann, Milch transportiert man vielleicht
Johannes Lorenz Khol: nicht roh, aber es kann ein Rohmilchkäse sein, den nicht mitbringen und schon
Johannes Lorenz Khol: gar nicht beim Fenster rausschmeißen auf der Raststation oder dem Schweinstall füttern.
Johannes Lorenz Khol: Das kann ich machen. Nicht, das wird man wahrscheinlich ja eh nicht,
Johannes Lorenz Khol: aber nicht in Landwirtschaftsbetriebe gehen, mit dem gleichen Gewand und dann hierher.
Johannes Lorenz Khol: Also, da kann man selber dazu beitragen.
Willy: Aber so soll ich ja keinen Hebel.
Johannes Lorenz Khol: Hat man wenig Hebel.
Willy: Wo man vielleicht nicht dran denkt oder so. Aber es wurscht,
Willy: wenn man nichts wegschmeißen kann. Keine rohen Lebensmittel über die Grenze.
Johannes Lorenz Khol: Genau. Und vielleicht meinen Hund nicht in den Stall reinlaufen lassen und dann
Johannes Lorenz Khol: in den nächsten Stall, wenn ich spazieren gehe.
Willy: Soll man ja sowieso nichts. Sie können es übertragen.
Johannes Lorenz Khol: Sie können es am Fell übertragen. Das nennen wir Biosicherheitsmaßnahmen.
Johannes Lorenz Khol: Also, dass man einfach den Kontakt möglichst vermeidet. Den Wind können wir
Johannes Lorenz Khol: eh nicht kontrollieren, aber diese Dinge kann man bis zu einem gewissen...
Willy: 60 Kilometer habe ich da gehört. Durch Wien, da gibt es so Zahlen,
Willy: 60, 80 Kilometer etc. Aber es war als Hausnummer.
Johannes Lorenz Khol: Das sind Extremfälle, aber das ist auch erwiesen, dass das geklappt hat.
Willy: Wodurch stirbt das Virus eigentlich dann ab? Weil, du hast es gesagt,
Willy: keine rohen Lebensmittel.
Willy: Muss ich es pasteurisieren oder sterilisieren? Ab welchen Temperaturen und in
Willy: welchen Bedingungen verliert das Virus seine Funktion oder seine Aktivität?
Johannes Lorenz Khol: Ich kann die Temperatur nicht genau sagen, aber Pasteurisierung tötet es ab.
Johannes Lorenz Khol: Also alle pasteurisierten Lebensmittel sind absolut unbedenklich.
Johannes Lorenz Khol: Und dann gibt es...
Willy: Zum Übertragen, weil sie sind so nicht gefährlich.
Johannes Lorenz Khol: Ja, sie sind so nicht gefährlich, richtig. Gibt es spezielle Desinfektionsmittel,
Johannes Lorenz Khol: also man braucht früher was klassisch, die Natronlauge, also das war wirklich
Johannes Lorenz Khol: das Einzige, was eigentlich gewirkt hat, mittlerweile gibt es andere.
Johannes Lorenz Khol: Also man braucht hier spezielle Desinfektionsmittel, die auch gegen MKS wirksam
Johannes Lorenz Khol: sind. Nicht jedes Desinfektionsmittel ist gegen MKS wirksam.
Willy: Okay. Das heißt, das sind so die wichtigsten Dinge, an denen wir...
Johannes Lorenz Khol: Das sind die wichtigsten. Wenn ich zum Beispiel mein Gewand,
Johannes Lorenz Khol: wenn ich in einem Betrieb war, im Rinderbetrieb, warum auch immer,
Johannes Lorenz Khol: oder außer das Sperrzeugkampf, wenn ich mein Gewand ausziehe,
Johannes Lorenz Khol: in die Wäsche schmeiße, ist schon auch einmal höchstwahrscheinlich das Virus weg.
Willy: Wie werden eigentlich Landwirte und Landwirte geschult für diesen Umgang?
Johannes Lorenz Khol: Ja, die werden von Landwirtschaftsvertretern, von der Landwirtschaftskammer genauso...
Willy: Da gibt es dann auch so entsprechende...
Johannes Lorenz Khol: Ja, die haben auch ihre Schulungen laufen.
Willy: Okay, die 6. Frage habe ich mir jetzt noch gar nicht gestellt.
Willy: Ja, das Keulen haben wir jetzt im Prinzip schon gesagt, weil ich es mir da nochmal
Willy: aufkriege, diese Taktik, alles Keulen, das war einfach ein Riesenthema bei denen.
Willy: Es ist einfach aus den Gründen genannt, es wäre möglich, es nicht zu tun,
Willy: aber dann würde man quasi alle diese anderen Parameter, all diese anderen Systeme,
Willy: würde man in ganz andere Probleme, in andere Dimensionen reinlaufen.
Willy: Das heißt, es ist ein komplexes Problem.
Johannes Lorenz Khol: Es ist ein komplexes Problem und das ist unschön, das möchte natürlich niemand.
Johannes Lorenz Khol: Und da komme ich wieder auf meine Direktorinnen und Direktoren zurück,
Johannes Lorenz Khol: der den Seuchenverdacht aussprechen muss.
Johannes Lorenz Khol: Je früher ich anfange mit diesem Keulen in einem echten Seuchenfall,
Johannes Lorenz Khol: umso mehr Tiere kann ich im Endeffekt retten.
Johannes Lorenz Khol: Also wenn ich warte, wenn das Virus sich schon 2-3 Tage, 4-5 Tage,
Johannes Lorenz Khol: eine Woche ausbreiten kann, bevor jemand draufkommt, muss ich am Ende viel mehr
Johannes Lorenz Khol: Tiere keulen, als wenn ich wachsam bin und gleich eindämmen.
Johannes Lorenz Khol: Das ist auch wieder eine Tierschutzfrage.
Willy: Wo kann ich mich am besten über das Thema informieren? Außer natürlich jetzt
Willy: in dieser Podcast-Folge von Power to the People.
Willy: Aber wenn mich das Thema jetzt interessiert, ich unsicher bin,
Willy: was ist so die erste Anlaufstelle für die Information?
Johannes Lorenz Khol: Es gibt sehr gute Informationen im Internet, auf der AGES, die Österreichische
Johannes Lorenz Khol: Agentur für Ernährungssicherheit.
Willy: Wird verlinkt.
Johannes Lorenz Khol: Und auf der Plattform Verbrauchergesundheit.
Willy: Verbrauchergesundheit.
Johannes Lorenz Khol: Auch verlinken. KVG.
Willy: KVG, ja, wird verlinkt.
Johannes Lorenz Khol: Die haben wirklich super allgemein verständliche Informationen,
Johannes Lorenz Khol: also auch für Laien und dann immer aber auch weiterführende,
Johannes Lorenz Khol: wenn sich jemand vertiefen will, verlinkt weiterführende Dokumente und die berichten
Johannes Lorenz Khol: auch über die aktuelle Situation, tagesaktuell.
Willy: Eine Frage, die ich mir da noch aufgeschrieben habe, ist natürlich,
Willy: aber die ist eigentlich implizit schon beantwortet, internationale Tiertransporte,
Willy: Transportunternehmen sind natürlich in so einer Zeit, gibt es eine Ausreise
Willy: oder ein Fahrverbot wahrscheinlich.
Johannes Lorenz Khol: Genau, so mit Ungarn und Slowakei haben wir jetzt ein Fahrverbot,
Johannes Lorenz Khol: und da fürchten wir eher ein bisschen so die Privattransporte,
Johannes Lorenz Khol: da muss man aufpassen, wenn jemand sein Schafe über die Grenze bringt.
Willy: Was ist das viel noch?
Johannes Lorenz Khol: Sollte nicht, passiert leider hin und wieder, ob es jetzt in dem Fall ist,
Johannes Lorenz Khol: weiß ich nicht, Aber wir bezeichnen die manchmal als Hobbyhalter,
Johannes Lorenz Khol: die halt so schön zwei, drei Schafe haben.
Johannes Lorenz Khol: Da passiert manchmal das Unwissenheit, dass jemand was transportiert.
Willy: Ich habe jetzt letztens, ich glaube es war sogar gestern, darüber geredet,
Willy: dass ein Gnadenhof, ich weiß jetzt nicht mehr, wie er heißt, scheinbar viele Tiere.
Willy: Und die Frage, woher kommen die Tiere? Das sind Scheidungsschweine,
Willy: hat es gekreist. Das heißt, viele Menschen halten sich zu Hause Schweine,
Willy: also nicht jetzt kommerziell als Landwirtschaft, sondern wirklich schon als Hausschwein.
Willy: Wie geht man denn mit diesen Haltern von Paarhöfern, die zu Hause gehalten werden,
Willy: um? Das ist ja so ein Graubereich eigentlich, oder?
Johannes Lorenz Khol: Rechtlich überhaupt kein Graubereich.
Willy: Also geht nicht.
Johannes Lorenz Khol: Geht schon. Geht schon. Aber es sind vor dem Gesetz Nutztiere.
Johannes Lorenz Khol: Das heißt, wenn ich in der Zone bin, wo gekeult werden muss,
Johannes Lorenz Khol: noch einmal, wir haben es nicht, muss auch das geliebte Hausschwein,
Johannes Lorenz Khol: das mit mir in meinem Garten wohnt, wenn es in den Radius ist,
Johannes Lorenz Khol: ist es ein Schwein und damit empfänglich, weil das Virus macht keinen Unterschied.
Willy: Ob das aus der Couch liegt quasi oder im Stahl liegt,
Johannes Lorenz Khol: Muss es auch gekäult werden. Also vor dem Gesetz sind es Nutztiere. Punkt.
Johannes Lorenz Khol: Zwischenmenschlich oder ethisch natürlich unglaublich schwierig.
Willy: Ich denke jetzt an Händeln, die vorne sind dann da nicht drunter,
Willy: aber viele Menschen heute haben einfach zwei, drei, vier Händeln und die sind
Willy: jetzt wahrscheinlich nicht bei der Behörde gemeldet, für die Eier daheim.
Willy: Wie groß ist denn der Graubereich von Tieren, die jetzt nicht gemeldet sind
Willy: und die da quasi unter dem Radar ein bisschen...
Johannes Lorenz Khol: Kann ich dir keine Zahlen nennen, aber ich kann vielleicht den Aufruf starten,
Johannes Lorenz Khol: dass wenn ihr zu Hause Wiederkäuer habt, Klauntiere, bitte meldet euch beim
Johannes Lorenz Khol: Amtsdärzten, bei der Amtsdärzten, dann wissen wir, wo sie sind und dann können
Johannes Lorenz Khol: sie auch geschützt werden.
Willy: Okay. Das war wieder ein Aufruf, quasi danke.
Willy: Welche Fragen habe ich denn jetzt zu diesem Thema? versucht das Ganze ein bisschen
Willy: zu umreißen was habe ich jetzt noch nicht gefragt, was aber in dem Kontext sehr, sehr wichtig ist
Willy: weil hin und wieder vergisst man ganz große Blöcke und dann ist das Interview
Willy: vorbei, man geht heim und denkt, scheiße das hätte ich jetzt eigentlich wissen müssen ich glaube,
Johannes Lorenz Khol: Da sind euch alles Wichtige angesprochen.
Willy: Geh herauf ich muss jetzt selber noch in meine Zettel schauen ob da noch was ist
Willy: Krankheit, die Kosten der Behandlung, haben wir gesagt, das bringt nichts,
Willy: weil es keine gibt in dem Fall.
Johannes Lorenz Khol: Die Kosten der Seuche sind sehr hoch wirtschaftlich.
Willy: Kann man das beziffern?
Johannes Lorenz Khol: Ich kann es nicht beziffern, aber der Präsident von der Slowakei,
Johannes Lorenz Khol: der FIKO, hat glaube ich von dem einen Bestand in der Slowakei gesprochen,
Johannes Lorenz Khol: mit vielen Tieren, der hat von 10 Millionen nur in diesem einen Bestand besprochen,
Johannes Lorenz Khol: wo 1500 Tiere gekeult werden musste.
Willy: Ah, jetzt habe ich die eine Frage, die hätte ich mir geärgert,
Willy: wenn ich es nicht gestellt hätte.
Willy: Wo ist das jetzt wieder hergekommen? Das war ja weg, jetzt lacht er.
Willy: Scheiße, jetzt fragt er es doch.
Willy: Wo kommt das Ding her? Es ist weg.
Willy: Seit da war ich 8 Jahre, ich bin jetzt 45, da war ich 8, 8, glaube ich,
Willy: war in Österreich. Bin mir nicht sicher.
Johannes Lorenz Khol: 81.
Willy: Oder 81. Noch länger. 44 Jahre.
Willy: Wo ist das Ding gewesen? Kann das irgendwie konserviert werden?
Willy: Kann das irgendwo liegen? Oder woher kommt das auf einmal?
Johannes Lorenz Khol: Das ist tatsächlich eine der wenigen Fragen, die ich dir überhaupt nicht beantworten
Johannes Lorenz Khol: kann, die dir niemand beantworten kann. Man weiß es nicht.
Johannes Lorenz Khol: Man weiß es nicht bei dem Fall in Brandenburg, der ja nicht zusammenhängt jetzt
Johannes Lorenz Khol: mit dem Ungarnslobakeigeschehen, rein örtlich. Das ist ein Cluster sozusagen.
Johannes Lorenz Khol: Völlig im Dunkeln. Man weiß es nicht.
Willy: Also Brandenburg ist ja der zweite Weg auch dafür.
Johannes Lorenz Khol: Man nimmt an Lebensmittelabfälle, aber das nimmt man an, weil man nichts Besseres weiß.
Willy: Wie lange kann so ein Virus überleben? Ich fahre jetzt nach Südamerika,
Willy: in ein Land, wo es endemisch ist.
Willy: Kaufe mir dort eine Wurst zusammen. tue sie in meine Taschen,
Willy: vergiss die da drinnen, flieg wieder heim.
Willy: Irgendwann hole ich die Jacken aus, einen Monat später oder sowas,
Willy: fahre zum Bauernhof und da fahre mir die Wurstsemmel, weil ich was suche, außer.
Johannes Lorenz Khol: Ein Monat die Wurstsemmel.
Willy: Genau, ist ein schlechtes Beispiel, aber wie lange kann der Virus überleben?
Willy: Also ist das wirklich so, oder stirbt der nach einer Zeit, oder wie stirbt der Virus?
Johannes Lorenz Khol: Ja, da erwischst du mich jetzt schlecht vorbereitet, der stirbt wirklich nach
Johannes Lorenz Khol: einer gewissen Zeit. Ganz genau kann ich es dir nicht sagen.
Willy: Aber wir schreiben es in die Show Notes rein. Müssen wir recherchieren.
Johannes Lorenz Khol: Also eine Woche geht sicher, überlebt er sicher.
Willy: Aber nicht dauernd.
Johannes Lorenz Khol: Aber nicht dauernd. Es ist kein so ein Sporenbildner, der ewig im Boden bleibt.
Johannes Lorenz Khol: im Bereich von Wochen, aber ich kann es dir leider nicht genau sagen.
Willy: Nein, das macht überhaupt nichts.
Johannes Lorenz Khol: Aber die Mischstämme nach einer Woche kann schon noch gefährlich sein.
Willy: Die ist schon noch gefährlich. Das heißt, solche Reisen sind potenziell,
Willy: und es wird ja auch nicht, ich kann in das Land reisen, kann zurück,
Willy: es kann ja in meiner Kleidung, es ist ja relativ leicht sogar,
Willy: jetzt wenn ich darüber nachdenke, aus so einem endemischen Land,
Willy: einreisend nach Österreich,
Willy: mit dem Gewand, das, was ich dort noch angehabt habe, da in den Stall gehen.
Johannes Lorenz Khol: Genau, da muss man nur sagen, wer geht in den Stall, das ist ja nicht so das
Johannes Lorenz Khol: gängigste, was man macht, aber wenn, sollte man wirklich aufpassen.
Johannes Lorenz Khol: Und wenn man genau schaut, an den meisten Ländern sind auch Hinweisschilder
Johannes Lorenz Khol: an der Grenze, nur geht man halt wie an solchen Schildern vorbei,
Johannes Lorenz Khol: dass man aufpassen soll.
Willy: Bei seiner nächsten App oder so.
Johannes Lorenz Khol: Genau, da jemand seinen Flieger wischen muss.
Willy: Also das ist wahrscheinlich auch der Punkt, wo das dann herkommt wahrscheinlich.
Willy: Wir haben auf der Welt jetzt endemische Länder mit Exportverboten,
Willy: aber natürlich können wir reisen, die Menschen können sich bewegen und da ist einfach...
Johannes Lorenz Khol: Genau, aber es gibt keinen Hinweis konkret, wie das jetzt geschehen ist.
Johannes Lorenz Khol: Das wissen wir nicht. Vielleicht wissen wir es einmal. Weil die Untersuchungen
Johannes Lorenz Khol: laufen, aber wir wissen es nicht.
Willy: Wenn wir es irgendwann einmal wissen, machen wir noch einmal Erfolge darüber.
Willy: Du sagst, ich habe jetzt nichts Wichtiges vergessen. Die Konsumentinnen sind jetzt informiert.
Johannes Lorenz Khol: Ich hoffe.
Willy: Wir wissen jetzt ungefähr, worum es bei der Krankheit geht und wir hoffen einfach
Willy: einmal, dass sie an der Grenze quasi bei der Kontrolle abgefangen wird und nicht ins Land kommt.
Johannes Lorenz Khol: Genau, wir halten sich ja nicht an Grenzen, aber wir tun alles dafür,
Johannes Lorenz Khol: um die Einschleppung zu verhindern und hoffen, dass es gelingt.
Willy: Ja, dann sage ich vielen, vielen Dank für deine Zeit, für die Infos und ich
Willy: hoffe, es war für euch jetzt auch ein bisschen informativ zu dem Thema und wir
Willy: konnten ein paar Fragezeichen, vielleicht in Rufzeichen oder in Nicht-Fragezeichen.
Johannes Lorenz Khol: Das hoffe ich auch, vielen Dank.
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