Folge Nr: 220
B2P115 – Kakao für Einsteiger – Der Schweizer Auswanderer und Kakaobauer Bruno Lötscher
Von der Vielfalt des Kakaos von der so viele nichts wissen
B2P Abonnieren:
Über die Folge:
ja, Pura Vida ist in Costa Rica viel mehr als nur ein Spruch des dortigen Tourismus Marketing. Pura Vida gehört dort zur Identität und zum nicht von der Hand zu weisenden Mantra einer ganzen Nation.
Und wie es sich halt so ergibt, hatte ich das Glück, dort wieder einen ganz besonderen Spezialisten kennenzulernen. Und das sage ich wirklich mit dem größten Respekt und fast schon ein bisserl Bewunderung für die Mottos “Scheiß da nix und tu einfach”.
In dieser Folge des BauertothePeople Podcast war ich wieder unterwegs um Glokale Perspektiven einzusammeln und mit euch zu teilen. Und diese Reise hat mich auf die Kakao-Farm von Bruno Lötscher geführt. Der gebürtige Schweizer ist so viel Tico, so nennen sich die Costa Ricaner liebevoll selbst, wie man als gebürtiger Alpenbewohner überhaupt nur werden kann.
Und diese Reise hat ihn zwar schnell aus der viel zu kalten Schweiz an ein Stückchen Strand in Costa Rica verschlagen aber noch lange nicht zum Kakao. Und dieser Strand bestand aus nicht viel mehr als Sand, Palmen und Bruno. Dort war sonst nix und Bruno hatte nix, außer Träume und ziemlich lange Haare. Aber wie sagt man doch: never judge a Book by its Cover. Da ist keiner in Costa Rica ausgestiegen, um sich jung schon einen Lenz zu machen, nein, Bruno ist vielmehr eingestiegen.
Von diesem Strand hat er sich dann weiter-, durch- und hochgearbeitet und ist dann letztlich auf seiner Kakao-Farm im Herzen der Halbinsel Osa in Costa Rica gelandet. Ob er dabei den Kakao oder der Kakao ihn gefunden hat, ist gar nicht so wichtig. Sie haben sich gefunden.
Und seither baut Bruno Kakao an, setzt voll auf Bio und Nachhaltigkeit und stellt zusammen mit einem Partner auch seine eigene Schokolade vulgo Schoggi her, Brunos Chocolates.
Und rund um Kakao und Schokolade eröffnet sich eine neue Welt, in die wir in dieser Folge mit Bruno zumindest mal einsteigen können. Die Kakaofrucht ist für sich schon faszinierend. Allein schon, weil die Frucht quasi aus dem Ast herauswächst, und es ist auch nicht die Bohne die einen als erstes fasziniert, sondern die wunderbar süße Pulpe in der die Bohnen eingeschlossen sind. Die Bohnen sind übrigens die Samen der Kakaofrucht. Und es gibt halt nicht nur einen Kakao, sondern viele Kakaopflanzen.
Und wie beim Kaffee, beim Wein und vielen anderen Dingen, bei denen unser Sensorium bis heute noch ausbaufähig ist, gibt es auch hier Terroir, feine Nuancen und eine ganze Welt, die man bei der Frucht und ihrer Veredelung entdecken kann. Und für viele von uns und hier nehme ich mich ganz besonders nicht aus, ist diese Reise zum Kakao die Möglichkeit eines Anfangs, wie Brunos Ankunft auf seinem Strand in Costa Rica. Kakao für Einsteiger. Viel Freude beim Reinhören.
INFOS ZUR FOLGE
Website von Bruno und Aura
www.kakoart.org
Bruno und Aura auf Instagram
www.instagram.com/kakoart_brunos_chocolate
Bruno und Aura auf Facebook
www.facebook.com/Finca-Venecia-100010971151710
Bleib verbunden mit BauertothePeople!
Newsletter:
→ Jetzt abonnieren – Erhalte regelmäßig exklusive Insights und Hintergrundinfos direkt in dein Postfach.
→ Apple Podcasts: Jetzt anhören
→ Spotify: Jetzt anhören
→ YouTube: Jetzt ansehen
Social Media:
→ Facebook: bauertothepeople.at
→ Instagram: @bauertothepeople
→ TikTok: @bauertothepeople
→ LinkedIn: BauertothePeople
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
Und Jetzt?
Abonniere, folge und teile – so bringst du frischen Wind in den Dialog!
Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!
Transcript - B2P115 – Kakao für Einsteiger – Der Schweizer Auswanderer und Kakaobauer Bruno Lötscher
Bruno: Ich hatte mir ein Grundstück am Strand gekauft. Der Mann hat gesagt,
Bruno: du brauchst Zeit, um das zu bezahlen, kein Problem.
Bruno: Da habe ich am Strand mal mit dem Buschmesser Platz gemacht.
Willy: Hast du mit 19 in Costa Rica am Strand ein Grundstück gekauft? Einfach mal so.
Bruno: Ja, mit 19 habe ich es reserviert. Mein Vater hat immer gesagt,
Bruno: Land und Boden, das ist immer was Wertvolles, das geht nicht kaputt.
Bruno: Wir haben hier über 150 verschiedene Obstbäume angepflanzt und unter anderem
Bruno: waren auch 20 Kakaobäume.
Bruno: 20 Kakaobäume. Aus diesen 20 Kakaobäumen haben wir heute 40.000. Ein bisschen mehr.
Bruno: Diese Bohnen werde ich nicht zu diesem Spottpreis verkaufen.
Bruno: Jetzt mache ich Schokolade.
Bruno: Ich hatte wieder einen Freund, der macht Schokoladen-Tour.
Bruno: Dem konnte ich dann meine Schokoladen verkaufen und Und der hat sie dann den
Bruno: Touristen weiterverkauft. Und so kam das erste Schokolade.
Willy: Das war das erste Business-Modell.
Bruno: Die haben mir gesagt, jetzt musst du diesen Kunstdünger hinschmeißen und dann
Bruno: mit diesem Gift sprühen. Und da hat es eigentlich nichts gegeben.
Bruno: Und meine Mutter hat die Pflanzen da mit Löwenzahnblättern gesprüht für Dünger.
Bruno: Und da habe ich mich angefangen zu informieren und habe dann gesagt,
Bruno: ich kaufe keinen Gift mehr. Aber jetzt machen wir Bio.
Bruno: Die zwei, die wir hier haben, das sind Trinitarius. Was ist denn nun ein Trinitario?
Bruno: Weil alles ist Theobroma Cacao.
Bruno: Das ist der Name. Theobroma Cacao. Das ist der lateinische Name,
Bruno: das heisst Speise der Götter.
Bruno: Früher konnte bei den Indianern der Cacao bloß die Leute essen,
Bruno: die Regierung hoch, politisch hoch oder Priester oder Krieger.
Bruno: Eines Morgens war da ein schwarzer Jaguar oben auf der Strasse.
Bruno: Ich habe gedacht, ich sterbe vor Angst.
Bruno: Das war der Dschungel damals. Und er lief dann auf die Strasse hin.
Bruno: Zuerst habe ich gedacht, das sei ein Hund. Da habe ich gesagt, das ist kein Hund.
Bruno: Der Wind kam vom Berg. Da hat er mich nicht gerochen. Da ist er einfach die
Bruno: Strasse weitergelaufen.
Music: Music
Willy: Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,
Willy: Menschen und Landwirtschaft.
Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute zu.
Music: Music
Willy: Grüß euch. Ja, Pura Vida, das ist in Costa Rica viel mehr als nur ein Spruch
Willy: des dortigen Tourismusmarketing.
Willy: Pura Vida gehört dort zur Identität und zum Mantra einer ganzen Nation.
Willy: Und wie es sich heute so ergibt, hatte ich das Glück, dort wieder einen ganz
Willy: besonderen Spezialisten kennenzulernen.
Willy: Und das sage ich wirklich mit dem größten Respekt und fast schon ein bisschen
Willy: Bewunderung für die Mottos Scheiß da nix und tu es einfach.
Willy: In dieser Folge des Bauer2ThePeoplePodcast war ich wieder unterwegs,
Willy: um lokale Perspektiven einzusammeln und dann mit euch zu teilen.
Willy: Und diese Reise, die hat mich auf die Kakaofarm von Bruno Lötscher geführt.
Willy: Der gebürtige Schweizer ist so viel Tico und so nennen sich die Kostarikaner
Willy: liebevoll selbst, wie man als gebürtiger Alpenbewohner überhaupt nur werden
Willy: kann, wenn man die Berge hinter sich lässt und sich selbst auf die Reise macht.
Willy: Und diese Reise, die hat ihn zwar schnell aus der viel zu kalten Schweiz an
Willy: ein Stückchen Strand in Kostarika verschlagen, aber damals noch lange nicht zum Kaukau.
Willy: Ja und dieser Strand bestand damals aus nicht viel mehr als Sand, Palmen und Blumen.
Willy: Bruno. Das weiß uns nichts. Und der Bruno, der hat auch nichts gehabt,
Willy: außer viele Träume und ziemlich lange Haare. Aber wie sagt man so schön?
Willy: Never judge a book by its cover. Da ist keiner in Costa Rica ausgestiegen,
Willy: um sich dann jung schon einen Lenz zu machen.
Willy: Nein, der Bruno, der ist vielmehr eingestiegen.
Willy: Und von diesem Strand hat er sich dann weiter durch und hochgearbeitet und ist
Willy: dann letztlich auf seiner Kakaofarm im Herzen der Halbinsel Osa in Costa Rica gelandet.
Willy: Ob er dabei den Kakao oder den Kakao hingefunden hat, das ist eigentlich gar
Willy: nicht so wichtig. Sie haben sich gefunden.
Willy: Ja und seither baut der Bruno Kakao an.
Willy: Setz voll auf Bio und Nachhaltigkeit und stellt zusammen mit einem Partner auch
Willy: seine eigene Schokolade, Vulgo Schokolade her. Brunos Chocolates.
Willy: Und ja, rund um den Kakao und Schokolade, da öffnet sich eine komplett neue
Willy: Welt, in die wir in dieser Folge mit dem Bruno zumindest einmal einsteigen können.
Willy: Die Kakaofrucht, die ist für sich schon faszinierend. Allein schon,
Willy: weil diese Frucht quasi aus einem Ast herauswächst.
Willy: Und es ist auch nicht die Bohnen, die einen als erstes fasziniert,
Willy: sondern diese wunderbar süße, weiße Pulpe, in der die Bohnen eingeschlossen sind.
Willy: Die Bohnen, die sind übrigens die Samen der Kakaofrucht und es gibt auch nicht
Willy: nur eine, sondern viele verschiedene Kakaopflanzen.
Willy: Ja und wie beim Kaffee, beim Wein und bei vielen anderen Dingen,
Willy: bei denen unser Sensorium bis heute noch ausbaufähig ist, gibt es auch beim
Willy: Kakao Terroir feine Noisen und eine ganze Welt,
Willy: in die man bei der Frucht und bei ihrer Veredelung einsteigen und die man entdecken kann.
Willy: Und für viele von uns, und da nehme ich mich besonders nicht aus,
Willy: ist diese Reise zum Kaukau die Möglichkeit eines Anfangs.
Willy: Wie Brunos Ankunft damals auf seinem Strand in Costa Rica.
Willy: Eben Kaukau für Einsteiger. Viel Freude beim Reinhören.
Bruno: Bei dieser Hitze den ganzen Tag die Machette, das Buschmesser schwingen.
Bruno: Also ich bin ja schon müde, wenn ich nur mit ihnen hochlaufe.
Bruno: Und dann fangen die erst an zu arbeiten.
Willy: Danke für diese Worte und für diese ehrlichen Worte. Du hast gerade mit diesen
Willy: Worten das offizielle Podcastgespräch eröffnet.
Bruno: Ja, genau.
Bruno: Meine Mitarbeiter sind wirklich, die sind tüchtig.
Bruno: Die sind nicht und es macht auch Spaß, mit Ihnen zu arbeiten.
Willy: Schön. Also wir starten gleich mit einer Ode an den Mitarbeiter.
Willy: Meine lieben Hörerinnen und Hörer des Bauer2ThePeople-Podcasts,
Willy: ich bin heute hier in einer ganz besonderen
Willy: Mission im Rahmen der lokalen Perspektiven-Tour von Bauer2ThePeople.
Willy: Es ist heute, es ist für mich auch etwas Besonderes, mein erster Podcast außerhalb von Europa.
Willy: Ich sitze in Costa Rica auf der Finca Venezia von Bruno Löcher,
Willy: der hier Kakaobauer ist.
Willy: Der ist aber und Schokolade herstellt. Bist du Schokoladier?
Bruno: Ja, ich bin so ein Chamäleon, würde man sagen.
Bruno: Weil ich bin nicht Kakaobauer und ich bin nicht Schokoladier.
Bruno: Wir machen wirklich vom Pflanzen deines Kaka-Baums bis die Schokolade im Supermarkt
Bruno: abzugeben. Wir machen alles.
Bruno: Und das gibt es wenige, die wirklich die ganze Kette selber machen.
Willy: Und ihr macht alles. Und was sich jetzt im Gespräch dann langsam herausstellen
Willy: wird, ist, du hast auch alles schon irgendwie mal gemacht.
Bruno: Ich habe schon viel gemacht in meinem Leben. Es war nie viel geplant.
Willy: Aber es ist trotzdem viel passiert.
Bruno: Es ist viel passiert, viel Gutes passiert und dass ich jetzt hier am Kakaopflanzen bin,
Bruno: hast du auch 2008 mit dieser Finanzkrise, Immobilienkrise, hat das dann mein
Bruno: ganzes Leben ein bisschen durcheinander gebracht.
Willy: Das erste Mal oder zum x-ten Mal?
Bruno: Nein, es hat öfter wieder Änderungen gegeben.
Willy: Aber das war die massivste?
Bruno: Das war schon die massivste, ja. Und es war auch für mich die beste,
Bruno: weil ich hatte damals das Baugeschäft mit 150 Mitarbeitern, Sicherheit,
Bruno: finanzielle Sicherheit, das Ganze und dann kam diese Krise.
Bruno: Und das war dann auch gut, zwang diese Krise, Lebenswandel und dann hier mit
Bruno: der Farm und mit der Plantage.
Bruno: Am Anfang waren wir dann noch nicht Bio und dann habe ich dann gemerkt,
Bruno: dass mit Bio besser ist und hat sich das Ganze so entwickelt.
Willy: Das heißt, wir reden auch heute nicht über das Leben eines Landwirten,
Willy: der von Beginn an Landwirt war, sondern du bist quasi auch ein Berufsmehrfachquereinsteiger,
Willy: zuletzt quer eingestiegen in die Landwirtschaft.
Bruno: Genau.
Willy: Du hast ja, wir haben ja vorher schon geredet, sehr viel von Dr.
Willy: Google gelernt, wie du deinen Lehrherrn und Lehrmeister nennst.
Bruno: Genau.
Willy: Aber bevor wir quasi in die Gegenwart kommen, wo wir jetzt sitzen und auch über
Willy: Kakaoanbau und Schokoladeherstellung reden, schauen wir doch einmal zurück zu
Willy: deinen Beginnen, zu deinen Anfängen.
Willy: Wie man unschwer überhört, bist du kein gebürtiger Kostarikaner,
Willy: sondern du bist irgendwo eher in den Alpen auf die Welt gekommen.
Bruno: Ja, ich komme aus der Schweiz. Deswegen mein wunderbares Hochschweizerisch,
Bruno: dass mich auch alle in Deutschland und Österreich verstehen.
Willy: Du könntest auch anders.
Bruno: Ja, ich gebe mir grosse Mühe, dass ich das so über meine Lippen bringe.
Bruno: Aber ich komme aus Luzern und da hinten aus den Bergen, aus dem Entlebuch, Marbach.
Bruno: Das ist wirklich so fast wie bei Heidi aus den Filmen.
Willy: Ach, so romantisch. Also schöne Schweizer Gegend.
Bruno: Schöne Schweizer Gegend. Also gehört zu den schönsten Schweizer Gegenden, ja.
Willy: Okay, und es macht natürlich Sinn, dass man aus der schönsten Schweizer Gegend
Willy: auswandert, weil es woanders schöner ist.
Bruno: Ja, ja, man sagt ja auch, Costa Rica ist die Schweiz von Zentralamerika.
Bruno: Ah, da ist der Zusammenhang.
Willy: Wir können eigentlich jetzt schon aufhören, wir haben das Wichtigste gehört.
Willy: In welcher Familie bist du reingeboren worden? Was war das für eine Zeit und welche Familie?
Bruno: Meine beiden Großeltern waren Bauern, Bergbauern.
Willy: Bergbauern? Bergbauern, Heidi.
Bruno: Ja, ja, also mein Vater ist Bergbauern-Bub und meine Mutter ist Bergbauern-Tochter.
Bruno: bis ich in den Kindergarten ging, bin ich viel, viel bei meiner Grossmutter
Bruno: gelebt, auf dem Bauernhof.
Bruno: Also ich war das erste Grosskind und dann meine Spielkameraden,
Bruno: das waren immer die kleinen Schweinchen, die kleinen Katzen,
Bruno: die kleinen Hunden, die kleinen Ziegen.
Bruno: Also ich hatte eine sehr schöne Jugend.
Willy: Deine Spielkameraden auch?
Bruno: Ja, vielleicht nicht immer. Nein, ich hatte doch so einen alten Super-Acht-Film
Bruno: mit einem Gummiband die armen Schweinchen da hinterherjagen,
Bruno: aber das ist schon eine schöne Erinnerung, ja.
Bruno: Und danach habe ich eigentlich Tischler gelernt.
Willy: Tischler hast du gern?
Bruno: Ja. Warum?
Bruno: Ja, ich habe immer gerne mit den Händen gearbeitet. Ich bin immer der Macher.
Bruno: Macher? Ja, das Büro mag ich eigentlich nicht. Ich bin nicht der Schreiberling, ich bin der Macher.
Bruno: Ich mache gerne Sachen mit den Händen, erstelle gerne Sachen.
Willy: Ich bin der Macher. Ja.
Bruno: Und danach hat mir auch sehr gut gefallen, also Design, Innenarchitektur,
Bruno: habe ich Kurse besucht während meiner vierjährigen Ausbildung.
Bruno: Dann noch etwas...
Willy: Vier Jahre ist die Ausbildung zum Tischler.
Bruno: In der Schweiz Tischler, vier Jahre, ja.
Willy: Österreich sind es drei.
Bruno: Ja, bei uns ist halt alles ein bisschen genauer, weisst du.
Willy: Und immer diese Dinge, das ist schön.
Bruno: Bei uns ist es vier Jahre, in Frankreich sind es zwei Jahre,
Bruno: bei euch drei. So ist da ein bisschen alles anders.
Bruno: und danach haben mich Freunde angehauen, ich habe dann auch noch Fenster montiert im Akkord,
Bruno: 80er Jahre war eine gute Zeit, um gutes Geld zu verdienen und danach haben mich
Bruno: Freunde angehauen, komm doch mit, wir gehen Kumpel besuchen in San Francisco.
Bruno: Ja, wollte ich eigentlich nicht, aber dann haben sie mich überzeugt und wir
Bruno: gingen zu dritt und die beiden gingen dann wieder nach Hause und ich bin der
Bruno: Einzige, der hier geblieben ist.
Bruno: Ich bin dann runtergereist bis nach Guatemala, blieb in Guatemala acht Monate und dann...
Willy: Also du bist gleich dorthängend blieben und bist dann quasi aus dem Kontinent
Bruno: Nicht mehr wirklich verlassen. Ich bin gar nicht mehr zurück.
Bruno: Ich bin dann wirklich runtergereist bis,
Bruno: nach Venezuela. Das einzige Land, das ich übersprungen habe damals, das war Nicaragua.
Bruno: Weil da war Bürgerkrieg. Wie ich dazu verwirre.
Bruno: Heute bin ich verheiratet mit einer Frau aus Nicaragua. Ja, aus Granada.
Bruno: Und ist auch immer noch ein wunderschönes Land. Gehen wir immer gerne hin.
Bruno: Aber dann bin ich eigentlich alles durchgereist und in Costa Rica habe ich eigentlich,
Bruno: die Leute waren offen, nett.
Bruno: Das Land war überhaupt nicht gefährlich.
Bruno: Und als Ausländer konnte man Land und Boden kaufen, wie ein Einheimischer.
Bruno: Es gab da keine Spezialbewilligung, der Ausländer kann nicht oder darf nicht
Bruno: oder soll nicht oder braucht einen einheimischen Partner wie in Panama.
Bruno: Und deswegen bin ich hier hängen geblieben.
Willy: Schauen wir noch ein Stück, einmal noch kurz zurück.
Willy: Was warst du, wie warst du in der Schule? Was warst du für Schüler damals?
Willy: Warst du so der Typ Klassensprecher, Macher hast du schon gesagt?
Bruno: Nein, Schüler war ich. Ich war eher der...
Bruno: Ich musste zur Schule gehen. Ich bin nicht gerne zur Schule gegangen.
Willy: Das ist wie im Büro sitzen.
Bruno: Ja, ja. Ich hatte eher Mühe.
Bruno: Für mich war super Mathematik, technisches Zeichnen, Rechnen,
Bruno: Frenzsprachen, Rechtschreiben, Deutsch. Das war für mich das Schwierige.
Willy: Immer.
Bruno: Das war natürlich ein Vorteil in Costa Rica. Da hat mich niemand nach Rechtschreibung gefragt.
Bruno: Da hat sich dann mein eigenes Geschäft aufgezogen. hatte ich schnell mal jemanden,
Bruno: der für mich geschrieben hat. Also das Problem hatte ich dann schnell zur Seite gelegt.
Bruno: Und so fühlte ich mich recht wohl hier.
Bruno: Und die Sprache habe ich dann auf der Strasse gelernt. Nicht in der Schule.
Willy: Im Vorbeigehen quasi. Wie lange hat das dauert?
Bruno: Also so nach drei Jahren habe ich schon ziemlich gut gesprochen.
Bruno: Und heute die Leute merken, dass ich nicht aus Costa Rica bin,
Bruno: aber manchmal denken sie, ich sei aus einem anderen Land, aus Zentralamerika.
Bruno: Also von der Sprache her orientieren die mich nicht mehr aus Schweiz rein.
Willy: Das ist schon, das Idiom ist weg. Warum hast du damals den Hof der Eltern nicht übernommen?
Bruno: Ja, ich konnte den Hof der Eltern nicht übernehmen, weil der Hof meiner,
Bruno: die Höfe haben meine Onkel übernommen, also nicht meine Eltern.
Bruno: Meine Eltern, die waren Bauern, Söhne und Töchter, aber sie waren nicht die Erben des Hofes.
Willy: Ah, deswegen hast du gesagt Bur und Tochter,
Bruno: Aber nicht. Ja, aber sie waren nicht die, die den Hof übernommen haben.
Willy: Ah, okay. Wäre das was gewesen für dich?
Bruno: Nein.
Willy: Damals noch nicht?
Bruno: Nein, damals wahrscheinlich nicht, weil ich habe schon auch so Freiheitsgefühl habe ich gehabt,
Bruno: habe ich immer noch und ich glaube mit einem traditionellen Hof in Europa ist
Bruno: man schon auch wiederum angebunden.
Willy: Wie fühlst du so ein Freiheitsgefühl an?
Bruno: Ja, ich bin auch in Costa Rica geblieben, weil ich eigentlich mein eigener Chef sein wollte.
Bruno: Und wenn man so in einer normalen Arbeiterfamilie aufwächst in der Schweiz und
Bruno: da träumt man davon, ein eigenes Geschäft zu haben, ohne viel Kapital im Rücken
Bruno: ist das halt schon etwas schwierig.
Willy: Also es waren keine Kunden, das Vermögendverhältnis...
Bruno: Nein, dass ich jetzt gesagt hätte, hey, kommt, Vater, nimm hier mal ein paar
Bruno: Hunderttausend und mach dein Geschäft und zeig, was du kannst.
Willy: Das war dann nicht in die Wege gewesen.
Bruno: Das hätte er bestimmt gemacht, aber das war ihm nicht möglich.
Bruno: Und als ich dann in Costa Rica bleiben wollte, als ich gesagt habe,
Bruno: ich bleibe hier, ich mache hier mein Leben, habe mein Vater.
Bruno: Ja, wenn ich sehe, wie die hier die Häuser bauen, das kannst du auch,
Bruno: bleib nur hier, das machst du schon gut. Mein Vater hat mich unterstützt,
Bruno: aber moralisch nicht finanziell.
Bruno: Ich habe einfach so angefangen, als ich mein erstes Grundstück gekauft habe.
Bruno: Da hat mein Geld nicht gereicht.
Bruno: Da konnte ich eine Anzahlung leisten, ging dann zurück in die Schweiz,
Bruno: habe drei Monate gearbeitet, aber in der Stadtgärtnerei.
Bruno: Da hatte ich einen guten Job, konnte ich von morgen früh bis abends spät arbeiten,
Bruno: Rasen mähen, Abfalleimer leeren und konnte gutes Geld verdienen in drei Monaten.
Bruno: Mit dem habe ich dann mein Land bezahlt.
Willy: Mit drei Monaten?
Bruno: Mit drei Monaten, ja. Und hatte immer noch was zur Seite zu machen.
Bruno: Und so hat sich dann eine Sache nach der anderen entwickelt.
Bruno: Also was ich hier habe, habe ich hier in Costa Rica aufgebaut und auch hier verdient.
Bruno: Das hat immer so eins. also zuerst habe ich ja mit,
Bruno: Durch einen Bekannten, der mich
Bruno: unterstützt hat, hat er mir ein Geschäft aufgezogen mit Sanitärartikeln.
Willy: Das war dann schon in Costa Rica?
Bruno: Das war schon in Costa Rica.
Willy: Also San Francisco?
Bruno: 1990 habe ich mich hier fest niedergelassen, auch bei der Botschaft gemeldet.
Willy: Von wo kommend?
Bruno: Da kam ich hoch von Panama und blieb dann schon in Costa Rica.
Bruno: Aber da kam ich dann schon wieder hoch.
Bruno: und weil ich Glück hatte und den richtigen Mann im richtigen Ort kennengelernt
Bruno: hatte, habe ich dann mit einem Schweizer Architekten angefangen,
Bruno: hier Sanitec Packs, das sind Wasserleitungen, KWC, Wasserhähnen zu importieren.
Willy: Warum gerade das?
Bruno: Weil er hat gedacht, das fehle in Costa Rica.
Willy: Wie kommt man, also ich habe mir auch schon viele Gedanken über viele Sachen
Willy: gemacht, aber Wie kommt man gerade darauf, das mache ich jetzt, weil das geht ab?
Bruno: Ja, das war so. Ich habe mir gar nicht viel Gedanken gemacht,
Bruno: weil ich war da 20 Jahre alt.
Bruno: Der Mann war etwa um die 50. Ich habe gesagt, er hat Lebenserfahrung, er weiß, was er hat.
Bruno: Da hänge ich mich jetzt mal ran. Und er lebte dann in der Schweiz und ich habe
Bruno: das hier alleine geschmissen.
Bruno: Da habe ich wirklich gute Installationen machen können. ein Hotel in Kepos,
Bruno: das heute noch bekannt ist, Cicomano,
Bruno: da habe ich wirklich als allererstes Wasserleitungen installiert.
Bruno: Ich persönlich, also mit 20 Jahren, da bin ich heute noch auf mich stolz.
Willy: Du bist aber kein gelernter Wasserleitungsinstallateur,
Bruno: Wie man das nennt. Ich ging dann für sechs Wochen in die Schweiz und in diesen
Bruno: sechs Wochen haben die zwei Firmen mir einen Schnellkurs beigebracht, wie man das macht.
Willy: Du warst 20?
Bruno: 20, ja. Also ich bin mit 19 nach Costa Rica gekommen.
Willy: Okay.
Bruno: Ich wurde 20 hier am Strand.
Willy: Ich versuche das immer noch gerade nachzuvollziehen und mir vorzustellen. Du bist jung.
Willy: Du hast vorher gesagt, du bist mit 16 ausgezogen.
Willy: Was geht denn dann vor, wenn man mit 19 nach Costa Rica geht?
Willy: Wenn ich mich zurückerinnere, wie ich mit 19 war, ich hätte mir nur gefürchtet,
Willy: ich hätte mir das niemals getraut.
Bruno: Ich habe mir diese Gedanken gar nicht gemacht, weil Ich habe mir damals Angst,
Bruno: haben, das kannte ich gar nicht.
Willy: Wie gibt es das?
Bruno: Ich hatte mir ein Grundstück am Strand gekauft.
Bruno: Der Mann hat gesagt, gut, du Zeit brauchst, um das zu bezahlen, kein Problem.
Bruno: Da habe ich da am Strand mal mit dem Buschmesser Platz gemacht.
Willy: Hast du mit 19 in Costa Rica am Strand ein Grundstück gekauft? Einfach mal so.
Bruno: Mit 19 habe ich es reserviert. Dann musste ich zurück nach Arbeiten gehen,
Bruno: als ich das fertig bezahlen kann.
Willy: Ah, das war das Grundstück, wo du dann mit 19? Ja.
Bruno: Mit 19 habe ich mich entschlossen, das zu kaufen.
Willy: Wie kommt man drauf mit 19? Erklär mir das.
Bruno: Ja, mein Vater hat immer gesagt, Land und Boden, das ist immer was Wertvolles. Das geht nicht kaputt.
Willy: Also du hast von zu Hause das Wissen oder die Überzeugung mitkriegt,
Willy: dass das, was du tust, eine gute, sichere Sache ist.
Willy: Du hast doch nicht das Risiko gesehen, Sondern eher das, was du da gewinnst.
Bruno: Ja, und meine Eltern, die waren bis dahin noch nie in einem Flugzeug.
Bruno: Als ich 19 war, habe ich gesagt, ich bleibe in Costa Rica, ich komme nicht mehr zurück.
Bruno: Da hat meine Mutter gesagt, ich habe dann immer angerufen, wenn ich mich mal
Bruno: gemeldet habe, habe ich natürlich mit Collect Call angerufen.
Bruno: Da musste immer meine Mutter sagen, ja, ich bezahle.
Bruno: Das war ein Schweineteuer damals, da gab es noch kein WhatsApp.
Bruno: Und da habe ich zu ihr gesagt, ich bleibe hier. Und sie hat gesagt,
Bruno: ja, ruf mich übermorgen nochmal an.
Bruno: ja gut, dann gehe ich übermorgen wieder auf das Postamt, telefonieren am nächsten
Bruno: Donnerstag kommen wir nach Costa Rica, ich und dein Vater, ja das gibt es doch
Bruno: nicht, das glaube ich doch nicht und da habe ich sie am Flughafen abgeholt,
Bruno: und da habe ich ihnen erklärt und gezeigt, was ich machen will und da hat mein Vater gesagt,
Bruno: so wie die hier bauen kannst du bestimmt ein kleines Hotel da am Strand aufbauen noch einmal.
Willy: Du warst 19 Ich versuche mir, wann ich dich jetzt treffen würde,
Willy: den 19-jährigen Bruno, wie wärst du mir erschienen?
Willy: Warst du so ein kaum mehr selbstsicherer Typ, der ganz aufrecht durch die Gegend
Willy: und alles irgendwie schon unter Kontrolle gehabt hat?
Willy: Oder warst du da so noch suchend oder so ein schlendernder Entdecker?
Willy: Oder was warst du damals für ein Typ? Ich versuche das immer noch ein bisschen zu verstehen.
Bruno: Ja,
Bruno: schon eher der ruhige Typ ich bin nicht der, der immer vor alle hingestanden ist,
Bruno: also ich war schon eher der ruhiger und wenn ich mir irgendetwas in den Kopf
Bruno: gesetzt habe oder auch heute noch, wenn ich was will dann ziehe ich es durch,
Bruno: Und es war nicht so, ich war auch da am Strand und vorne gesessen und habe geheult,
Bruno: weil ich nicht mehr wusste, wie es weitergeht.
Willy: Tatsächlich geheult?
Bruno: Ja, ja, ich hatte auch schwere Zeiten, weil ich das gekauft habe.
Bruno: Da hatte ich mein Zelt, ich wohnte im Zelt.
Bruno: Und da war auch so ein Hurricane, der Mitch, das war dann auch 90er Jahre.
Willy: Was ist denn noch?
Bruno: Ja, ja, den vergesse ich nicht. Und das Meer hat mir dann schon mal vom Strand
Bruno: etwa fünf Meter weggenommen, durch den Sturm.
Bruno: und ich hatte nicht mal mehr irgendetwas Trockenes anzuziehen und das waren
Bruno: dann schon harte Zeiten.
Willy: Was hast du da gemacht?
Bruno: Einfach weiter gemacht, ja.
Willy: Ja, ohne?
Bruno: Ja, die Sonne kam dann auch wieder einmal, ja. Es war ja nicht immer bewölkt,
Bruno: es war etwas, das sechs Wochen, dass es einfach nur durchgeregnet hat.
Willy: Aber du hast ja alles verloren dann, oder viel?
Bruno: Nein, verloren habe ich nicht, das Zelt war einfach nass, das ist nicht verloren,
Bruno: das Zelt war einfach nass, Kleider waren nass, alles war nass und Feuer konnte
Bruno: ich nicht mehr machen, Und kochen konnte ich nicht mehr.
Willy: Du hast Feuer gemacht.
Bruno: Ja, ja, klar.
Willy: Also du hast gecampt.
Bruno: Ja, ich habe gecampt auf meinem Land. Da war ja nichts. Da war weder Strom noch
Bruno: Wasser. Ich habe einen Brunnen gegraben und da habe ich das Wasser mit einem Eimer hochgeholt.
Willy: Ach so, da war rundherum nicht eine Stadt oder irgendwas?
Bruno: Nein, das war ganz alleine. Da war ein Bumper.
Bruno: Ja, ja, der nächste Nachbar war irgendeinen Kilometer weg und der hat auch ganz einfach gelebt.
Willy: Du hast da einfach an der Beach.
Bruno: Ja, da war auch noch keine Stadt. heute ist da die Costanera,
Bruno: die Strasse, die Autobahn.
Bruno: Aber damals war das eine Schlammspur.
Bruno: Da habe ich sogar eines Morgens, war da ein schwarzer Jaguar oben auf der Strasse.
Bruno: Ich habe gedacht, ich sterbe vor Angst.
Bruno: Ja, das war Dschungel damals, als ich da war.
Willy: Ein schwarzer Jaguar. Okay, wir reden nicht vom Auto.
Bruno: Nein, nein, ein Jaguar, ein richtiger Jaguar, eine Katze. Der Jaguar ist ja
Bruno: eigentlich gelb mit schwarzen Flecken, aber den selben gibt es auch schwarz mit schwarzen Flecken.
Bruno: Ja, den sagt man, den Panther, aber das ist auch ein Jaguar.
Bruno: Und der lief dann auf der Strasse hin. Zuerst habe ich gedacht,
Bruno: das sei ein Hund. Da habe ich gesagt, das ist kein Hund.
Bruno: Und zum Glück kam der Wind vom Berg, da hat er mich nicht gerochen,
Bruno: da ist er einfach der Strasse weitergelaufen.
Bruno: Aber das war noch nicht deine Strasse, das war erst mal eine Schlammpiste,
Bruno: die mit den Caterpillar mal so reingeschnitten war.
Willy: Ein Kilometer vom nächsten Nachbarn und wie weit weg vom nächsten Geschäft, wo du was kaufen kannst?
Bruno: Ja, bestimmt zwei, drei Kilometer.
Willy: Also zum Fuß gehen durch den Garsch?
Bruno: Zum Fuß gehen, ja.
Willy: Und du bist dort wochenlang mit Hurrikan und so weiter am Strand,
Willy: mit Zelt und Lagerfeier.
Bruno: Ja, genau. Ja, das war ja mein Zuhause.
Bruno: Und dann hat das aber nicht geklappt mit diesen ganzen….
Willy: Das wäre das ganz normal.
Bruno: Und das war ja… Ich wollte ja da so ein… Ich wollte diese Häuschen bauen mit
Bruno: Palmendach, wo dann die Rucksack-Touristen unten ihre Hängematte hinhängen können.
Bruno: Die zahlen da zwei, drei Dollar, wie das in Mexiko war. Du wolltest mit dem
Bruno: schon Geld verdienen? Ja, das war mein Ziel.
Bruno: Aber da das eben in der Sonu am Beach war, gab es da schon ganz bestimmte Regeln
Bruno: und Gesetze. und bis ich dann das alles wirklich so machen könnte,
Bruno: wie ich wollte, ging das dann so lange.
Willy: Deswegen… Ah, du wolltest da schon was hinbauen?
Bruno: Ja, ganz am Anfang, das war mein erstes Ziel, ich wollte da so einen Rucksack
Bruno: und Hängematte Platz hinstellen, duschen und Kochgelegenheiten,
Bruno: das hat sich dann aber nicht gegeben.
Bruno: Da ging ich zurück in die Hauptstadt, weil ich eigentlich Bewilligungen für
Bruno: mein Grundstück brauchte.
Bruno: Da habe ich mich bei der Botschaft gemeldet, weil ich mich in der Schweiz musste
Bruno: abmelden und da anmelden.
Bruno: Und meine AV, zum Glück habe ich meine Pensionskasse, immer einbezahlt. Das war das A-V.
Bruno: Immer einbezahlt. Da hat mir eine gute Frau einen guten Rat auf der Botschaft gegeben.
Bruno: Bezahl die immer ein, du weisst nie, wenn du das brauchst. Und das habe ich
Bruno: befolgt und jedes Jahr einbezahlt. Deswegen kriege ich dann auch mal meine Schweizer Pension.
Bruno: Minimum, aber wahrscheinlich ist es immer schon besser. Eine Minimalschweizer
Bruno: Pension ist wahrscheinlich in Costa Rica immer noch sehr, sehr, sehr gut.
Bruno: Aber eben viele machen das nicht. Und ich habe das wirklich auch nur gemacht,
Bruno: weil mir jemand zur rechten Zeit den guten Tipp gegeben hat.
Bruno: Sonst hätte ich das auch nicht gewusst oder nicht daran gedacht.
Willy: Und du hast zugehört?
Bruno: Ich habe zugehört, ich habe das gemacht.
Bruno: und die hat mir dann einen Job vermittelt bei Swiss Contact.
Bruno: Das ist so Schweizer Industrie Entwicklungshilfe, könnte man das so sagen.
Bruno: Da habe ich dann für drei Monate den Tischlern und Schreiner in Costa Rica beigebracht,
Bruno: wie man einen Plan zeichnet vor einem Möbel, wie man Kostenvoranschlag macht
Bruno: und danach Nachkalkulation.
Willy: Hast du da noch am Strand gewohnt?
Bruno: Nein, da wohnte ich in einem kleinen Hotel in San Jose, so ein Dollar die Nacht, so diese Hotels.
Bruno: Und dann wieder durch einen Kollegen habe ich eben diese Schweizer Architekten
Bruno: kennengelernt, mit denen ich dann mit diesen Wasserhähnen angefangen habe.
Bruno: haben dann auch angefangen Laminatböden und Bambusböden zu importieren und,
Bruno: Bauleitungen habe ich gemacht für seinen Kunden und das war dann mein Sprungbrett,
Bruno: dass ich danach für einen weiteren Kunden ein Haus gebaut habe.
Willy: Ja, Boden hast du schon gekannt, Wasserleitungen hast du gekannt,
Willy: Innenmöbel hast du machen können, jetzt hast du eigentlich eh schon fast das Haus gehabt.
Bruno: Ja, und was man ja nicht selber kann, gibt es ja Leute, die das können.
Bruno: Und da habe ich dann ein Generalbauunternehmen gegründet.
Willy: Du gegründet? Ich habe das gegründet. Wie heißt das, was warst du dann damit?
Bruno: Da war ich 25.
Willy: Okay, also schon ein bisschen Zeit vergangen dann.
Bruno: Ja, dann mit 26 habe ich dann ein Grundstück gehabt mit 150 Baueinheiten oder Bauparzellen.
Bruno: Und da hatte ich einen finanziell, der mir finanziell geholfen hat. Das war auch Glück.
Willy: Wie hast du das gefunden?
Bruno: Ja, mit Sprechen. Und bei mir war immer alles Glück. Ich bin immer zur rechten
Bruno: Zeit, zu rechten Leuten gekommen und war immer offen für alles.
Willy: Warum gerade du?
Bruno: Weiss ich auch nicht, das hat sich so ergeben. Und dann haben wir diese ganzen Häuser gebaut.
Bruno: Zuerst drei Musterhäuser, nach den Musterhäusern dann den Leuten die.
Bruno: Und wir hatten die Häuser gebaut und wir hatten auch Erfolg,
Bruno: weil ich bin auf die Leute zugegangen und die konnten bei uns die Fliesen aussuchen,
Bruno: die Badewanne aussuchen und bei den anderen Projekten, das war dann immer so
Bruno: Standard, das gab einfach nur fix.
Bruno: Alles war genau gleich und bei uns nicht. Ich konnte die Farbe vom Haus ändern.
Willy: Du hast damals schon Customizing gemacht, was jetzt bei jedem Auto und überall geht.
Bruno: Ich bin auf die Leute zugegangen.
Willy: Okay.
Bruno: Und dann habe ich dann dann Häuser gebaut bis 2008.
Willy: Das ist ein schöner Sprung. Wann hat das angefangen?
Bruno: Ja, das hat angefangen, da war, das war, ich war dann, das war 1997,
Bruno: habe ich dann mit den Häusern angefangen.
Willy: Bis 2008?
Bruno: Ja, weil da war meine, da kam meine Tochter zur Welt, die Große.
Willy: Ah, dazwischen drin auch irgendwann verliebt.
Bruno: Ja, klar, klar. Wann war denn das? Ja, mit meiner Frau, mit der bin ich jetzt
Bruno: schon zusammen seit 1991.
Bruno: Ich habe sie 1990 kennengelernt. 90? Ja, da haben wir uns schnell,
Bruno: auseinandergelebt und da haben wir einfach wieder zusammengelebt.
Bruno: Wir sind schon lange zusammen jetzt.
Willy: Das ist auch schon lange. Wie heißt die Frau?
Bruno: Wie sie heisst? Aura.
Willy: Aura? Aus Nicaragua hast du gesagt.
Bruno: Ja, deswegen heisst sie unsere neue Schokolade, die heisst El Aura.
Willy: Der Unternehmer zeigt auf seinen...
Bruno: Klar, klar. Die farbigen Schokoladen, die heisst El Aura, die sind für die Ehre
Bruno: meiner Frau, sagen wir so.
Bruno: Und die anderen sind Brunos und die Marke Brunos, die hat meine Tochter eigentlich
Bruno: entwickelt, mal am Tisch, alle vier zusammen.
Bruno: Meine ältere Tochter, die lebt jetzt aber in Süd-Caroline, die lebt in Amerika.
Bruno: Und die hat damals auch das Logo entwickelt. Wir haben wirklich alles,
Bruno: die Schachteln, das Design für die Schachteln, das machen meine Frau und meine Tochter.
Bruno: Die Geschmackrichtung von der Schokolade, das macht dann wiederum meine Frau.
Bruno: Und ich mache eigentlich überall ein bisschen mit, ja.
Willy: Okay, weil man gerade, du hast gesagt, als Tochter, die älteste Tochter, wie viele Kinder?
Bruno: Zwei, zwei Töchter, ja.
Willy: Zwei Töchter, ja.
Bruno: Eben 1997 kam die Sophia zu Welt, da begann eigentlich die Überbauung.
Bruno: Und dann 2008 wurde ich dann fertig mit der zweiten Überbauung.
Bruno: Und dann kam dann die Krise. Aber 2007 habe ich dann dieses Land hier gekauft,
Bruno: weil ich hier eigentlich auch Häuser bauen wollte.
Bruno: Ich wollte dann wieder zurück, wie an den Strand. Ich wollte eigentlich weg
Bruno: von der Stadt, wieder in die Natur, weil ich kam ja nach Costa Rica, um der Natur zu leben.
Willy: Ja, du hast ja am Strand gewohnt.
Bruno: Ja, weil ich musste ja dann Geld verdienen, dann gute Schule für die Kinder.
Bruno: Und das Ganze hat sich dann halt auch verändert.
Willy: Aber du hast es auch geschafft. Du hast dann Geld verdient.
Bruno: Ja,
Bruno: das, was ich hier habe, habe ich hier verdient. Ich bin nicht Millionär geworden
Bruno: wie andere, aber ich habe genügend, dass wir hier genügend gut leben können.
Willy: War das damals schon so der Ziel, du sparst für so etwas oder hast du da eher
Willy: von einem Tag oder anderen gesehen?
Bruno: Nein, weil ich wusste ja gar nicht, dass sich das so entwickelt.
Bruno: Das habe ich gekauft, weil ich habe gedacht, ich baue hier Häuser,
Bruno: die ich dann verkaufen kann und für die Leute Unterhalt und die pflegen kann, wenn sie nicht da sind,
Bruno: und gleichzeitig baue ich dann mein eigenes Haus dann habe ich einen Platz,
Bruno: wo ich wenn ich älter werde Also du hast dieses.
Willy: Projekt schon so gelebt, dass es dein
Bruno: Großes endgültiges Projekt Ich wollte eigentlich hier mich auch zur Ruhe setzen
Bruno: aber halt mit nicht mit Landwirtschaft und dass dann das Ganze,
Bruno: weltweit nicht mehr geklappt hat, die ganze Bankkrise, die Kredite und die Leute
Bruno: haben... Die Immobilienkrise. Die Immobilienkrise.
Bruno: Dann haben wir dann hier angefangen mit Zitronenbäumen.
Bruno: Hier? Ja, dann haben wir 5.000 Zitronenbäume gepflanzt, weil Zitronen sind immer eine Mangelware hier.
Bruno: Hat dann aber nicht geklappt, weil der Zwischenhandel und der Verkauf,
Bruno: es ist einfach nicht geblieben finanziell.
Bruno: Aber dann zwischendurch, wir haben auch hier über 150 verschiedene Obstbäume angepflanzt.
Bruno: Weil anfänglich habe ich auch viele Obstbäume gekauft, alles was ich konnte,
Bruno: weil die Idee war dann bei den Grundstücken für die Kunden, dass die auf ihrem
Bruno: Grundstück alles haben.
Bruno: Von der Banane bis zur Pfefferpflanze, bis zur Vanille, Orchidee, zum Zimtbaum.
Bruno: Und das Ganze haben wir jetzt halt hier auf der Farm immer noch.
Bruno: Und unter anderem waren auch 20 Kakaobäume.
Bruno: 20 dann? 20 Kakaobäume. Und aus diesen 20 Kakaobäumen haben wir jetzt heute 40.000.
Willy: Ein bisschen mehr.
Bruno: Ein bisschen mehr, ja.
Bruno: Und das Schöne ist beim Kakao, wir können das Ganze rar ernten.
Bruno: Also wir haben nicht diesen Erntestress, den viele Leute haben,
Bruno: wenn da plötzlich beim Kaffee.
Bruno: Kaffee erntet man einmal im Jahr und es gibt zu wenig Erntehelfer.
Bruno: Die können manchmal den Kaffee gar nicht ernten, weil keine Leute da sind.
Willy: Weil alle zur gleichen Zeit gebraucht werden.
Bruno: Alle zur gleichen Zeit. Und bei uns mit meinen, jetzt hier vor Ort sind 14 Mitarbeiter.
Bruno: Erik ist unser Chef, der organisiert alles. Ich bin nicht den ganzen Monat hier,
Bruno: nur eine Woche pro Monat im Moment noch.
Willy: Wo bist du sonst?
Bruno: In Eredia, das ist in der Nähe von San Jose. da haben wir noch den ganzen Vertrieb
Bruno: der Schokolade und alles, weil nur von den Kakaubohnen könnten wir nicht leben.
Bruno: Also das hat sich dann entwickelt, dass wir aus den Kakaubohnen mussten wir Schokolade machen.
Willy: Auf das kommen wir noch.
Bruno: Das ist auch noch eine Geschichte, das mit der Schokolade angefangen hat.
Willy: Aber was mich jetzt vorher noch interessiert, wie hast du dieses Land hier gefunden?
Willy: Also du bist ja von der Stadt weg Richtung Richtung hierher,
Willy: wie bist du auf diesen Ort gekommen?
Bruno: Also ich war natürlich, mein erstes Grundstück habe ich auch schon hier im Süden
Bruno: gekauft und für mich war der Süden halt immer,
Bruno: Der Süden...
Willy: Der Strand, meinst du?
Bruno: Ja, der Strand. Das ist auch hier, das ist 50 Kilometer von hier.
Bruno: Und mir persönlich hat immer der Süden von Costa Rica am besten gefallen.
Bruno: Der Süden Pazifik, nicht der Süden Atlantik.
Bruno: Atlantik ist Karibik, ist auch schön. Aber der Pazifik hier,
Bruno: das war auch damals so noch niemals Land.
Bruno: Das war auch noch sehr günstig. Jeder wollte Richtung Karibik.
Bruno: Karibik oder Guanacaste.
Bruno: und da war das Land zehnmal so teuer wie hier. Deswegen habe ich mein Grundstück
Bruno: am Strand gekauft, weil da konnte ich das noch bezahlen.
Willy: Wir sind da auch, wenn man es so sagt, wenn man es versucht vorzustellen,
Willy: sehr, sehr tief am Land, oder? Sehr, sehr weit am Land.
Willy: Du hattest letztens wer gesagt, weil ich gefragt habe, wie die Leute so leben
Willy: und so. Es ist so weit, wir sind da voll in der Bumper eigentlich.
Bruno: Ja, wir sind in 50 Kilometer und wir wären in Panama.
Willy: Ja, kurz verpackt, Ja,
Bruno: 50 Kilometer runterfahren und sind wieder auf der Grenze von Panama.
Willy: Achso, dann danke für den Tipp. Ich freue mich noch geschwind nach Panama.
Willy: Ja, ja. Ich kann ja hacken.
Bruno: Und Panama ist auch noch lustig. Da hat man so ein Einkaufszentrum.
Bruno: Da kannst du auf der Costa Rica-Seite rein und gegenüber auf der Panama-Seite
Bruno: wieder raus. Ohne Zoll, ohne was.
Bruno: Ja, ja. War mal mit meinem Vater da und dachte ich, ich muss zur Toilette.
Bruno: Also gehen wir nach Panama auf die Toilette. weil die Toilette von diesem Laden
Bruno: war schon auf Panama-Boden.
Willy: Okay.
Bruno: Das ist auch so, aber da kann man auch hingehen und Sachen einkaufen.
Willy: Okay. Aber du weißt, okay, das heißt, das war deine Gegend, die Preise waren
Willy: noch niedrig, was wahrscheinlich auch kein Ausschlag gegeben hat,
Willy: dass man sich etwas leisten kann.
Willy: Und du hast dann diese Farben selbst wie gefunden?
Bruno: Das war ein Schild an der Straße zu verkaufen und ich habe es angeguckt und das hat mir gefallen.
Bruno: Und dann habe ich es gekauft.
Bruno: Oben, du hast es selbst gesehen, oben auf den höchsten Punkt hat es wirklich
Bruno: wunderschöne Aussicht. 360 Grad.
Willy: Du bist in Deutschland eine Stunde auf den Berg raufgegangen und der leichte
Willy: Sonnenbrand kommt vor der Wanderung. Ich habe ihn wieder mal nicht eingeschmiert.
Bruno: Ja, ja, vergisst man. Wunderschön hier. Wunderschön. Und es ist das ganze Jahr
Bruno: grün. Das ist wirklich auch das Schöne.
Bruno: Und so hat sich das bei mir immer alles ergeben.
Bruno: aber damit als wir dann die ersten Kakaobohnen getrocknet hatten,
Bruno: da habe ich mal gedacht ja, jetzt gucke ich mal, ob ich die verkaufen kann und
Bruno: dann ging ich in die Schokoladefabrik und gesagt, ja, für das Kilo zahlen Sie
Bruno: zwei Dollar, nein, verkaufe ich nicht,
Bruno: da habe ich so mit einer Aluminium-Kaffee mit einer Aluminium-Getreidemühle wo man ähm,
Bruno: malt. Aber da gibt es noch einen Schritt zuvor, den ich vergessen habe.
Bruno: Wir waren drei Jahre in der Schweiz.
Bruno: Zwischendrin? Zwischendrin. Von 2010 bis 2013 waren wir in der Schweiz.
Willy: Warum denn das?
Bruno: Ja, weil ich mit meinen Mädchen zu wenig Deutsch gesprochen habe.
Bruno: Und sie haben eigentlich kein Deutsch gesprochen. Und da gesagt,
Bruno: so, jetzt gehen wir in die Schweiz, die Zitronenbäume, die können auch ohne uns wachsen.
Bruno: Und da haben sie halt das die Schweiz kennengelernt, das Leben,
Bruno: wie es ist, auch Deutsch, Schweizerdeutsch, Hochdeutsch in der Schule.
Bruno: Es hat ihnen sehr gut gefallen, weil sie konnten auch alleine Tram fahren,
Bruno: alleine Bus fahren, alleine zur Schule gehen.
Bruno: Es war ein tolles Erlebnis für sie und ich glaube auch Natascha,
Bruno: wenn sie jetzt mit ihrer Ausbildung fertig ist, will sie noch in die Schweiz
Bruno: oder nach Deutschland noch etwas dazulernen und auch für die ganze,
Bruno: für die ganze Kulturelle, weil es ist schon ein Unterschied in Kostarika,
Bruno: Zentralamerika, Europa.
Willy: Aber warum wollt ihr diesen Kontakt noch herstellen?
Willy: Weil es hat sich jetzt eigentlich, mal abgesehen von den Eltern,
Willy: die ja noch in der Schweiz sind,
Willy: warum ist der Kontakt noch so wichtig oder diese Wurzeln zu erhalten?
Willy: Also auch so wichtig, dass sie drei Jahre aktiv von hier weg geht und in die
Willy: Schweiz wieder zurück geht.
Bruno: Für mich war es wichtig, mal das eine war wichtig dahinter ist irgendein fisch
Bruno: deswegen gucke ich immer dahin ja ich habe doch nicht gesehen ja ich habe sie
Bruno: nicht in gefahr aber ich wollte sehen was es ist.
Bruno: Weil ich bin ja schweizer ich bin auch costarikaner haben mittlerweile beide,
Bruno: staatsbürgerschaften aber ich fühle mich halt trotzdem immer noch als schweizer
Bruno: und die schweiz ist schön, Europa ist schön.
Bruno: Es gibt auf beiden Seiten gibt es negative und positive Sachen und ich will
Bruno: nicht, ich wollte nicht im Weg stehen, meine Kinder, sie können in der Zukunft
Bruno: selber bestimmen, wo sie leben wollen, was sie machen wollen.
Bruno: Und so wollte ich ihnen diese Möglichkeit eröffnen, weil wenn sie dann in die
Bruno: Schweiz gehen möchten, mit 20, 25 Jahren, nie da waren, die Sprache nicht sprechen,
Bruno: das wäre nicht das Ideale.
Bruno: Und die Schweiz, die öffentlichen Schulen sind ja gut.
Bruno: Es ist ja auch gut, dass sie lernten, an eine öffentliche Schule zu gehen.
Bruno: Hier waren sie ganze Leben auf Privatschulen.
Bruno: Das ist hier normal, weil die privaten Schulen sind viel besser als die öffentlichen
Bruno: Schulen, weil die schliessen sie ab mit einem internationalen,
Bruno: Wir sagen hier Batscher, dass sie an eine Uni können.
Bruno: Die können jetzt an die Uni in Amerika oder in Europa oder wo sie wollen.
Bruno: Das ist ein internationaler Abschluss und ich wollte, dass sie das haben.
Bruno: Und deswegen dann zurück in die Schweiz, da kamen sie auch an ihre Wurzeln.
Bruno: Sie konnten ihre Onkel kennenlernen, Bauernhof der Grossmutter.
Bruno: Den Hof gibt es noch? Klar, das ist jetzt mein Kussin.
Bruno: und das Schöne ist, er ist auch nicht mehr der Standardbauer,
Bruno: er hat jetzt auch seine...
Willy: Ah, die haben wir auch schon übergeben quasi Ja,
Bruno: Ja, das ist jetzt mein Cousin und er hat auch seine, der hat Schweine und Kühe,
Bruno: aber die Schweine, die hat er auch ohne Antibiotika und er probiert auch es
Bruno: ist noch interessant, er macht auch interessante Sachen dabei Ja.
Willy: Dann schauen wir da in die Kamera geben wir dann noch in Kontakt, die wird grüßer Ja,
Bruno: Kannst du den Beat mal besuchen er hat wirklich einen vorbildlichen super schönen
Bruno: Hof mit Biogasanlage er macht auch nicht alles auf einmal, auch Schritt um Schritt.
Willy: Ist er so ein bisschen wie du? nur auf Schweizerisch?
Bruno: Ja, ich glaube schon er macht auch immer vorwärts ich.
Willy: Bin schon unterwegs mach nur so geschwind fertig
Bruno: Und,
Bruno: die Erfahrung für meine Mädchen war super,
Bruno: Und dann kamen wir eben wieder zurück.
Willy: War von vornherein auf drei Jahre, vier Jahre angelegt?
Bruno: Nein, war zwei Jahre und dann blieben wir aber drei Jahre.
Willy: Ach so, okay.
Bruno: Weil für sie war es gut, noch ein Jahr anzuhängen und die Zitronenbäume wuchs
Bruno: dann auch nicht so schnell.
Bruno: Und da hätte ich ja hier gar nicht so viel zu tun gehabt. Aber daneben,
Bruno: dann haben wir dann mit dem Kakao angefangen, weil die Zitronenbäume zu verkaufen,
Bruno: die ging alles über Zwischenhandel.
Willy: Ja, klar, aber das war das Problem, weil eigentlich die Idee war ja Zitrone. Ja.
Willy: Das hat ja aber lang gebraucht zum Wachsen, bis er mal so ein Baum Früchte trägt
Willy: wahrscheinlich. Drei Jahre hast du gesagt.
Bruno: Ab drei Jahren die erste Früchte und dann ab fünf Jahren richtig.
Bruno: Und wir hatten schöne Früchte, aber die Preise, die sie uns bezahlt haben und
Bruno: alle so viele Zitrone könnten wir einfach nicht direkt an den Mann bringen.
Willy: Aber hast du das vorher nicht gewusst? Hast du das vorher nicht überlegt?
Bruno: Habe ich schon gewusst, aber als ich dann mit den Händlern am Anfang gesprochen
Bruno: habe, was sie für Preise bezahlen, dann war das ganz was anderes,
Bruno: als die danach bezahlt haben.
Willy: Was hat sich da geändert?
Bruno: Zuvor war das um die 50, 60 Kolones und dann waren plötzlich nur noch 12 Kolones.
Willy: Hat sich der Markt verändert oder haben Sie am Anfang einen Blödsinn geredet?
Bruno: Sie haben einen Blödsinn geredet.
Willy: Einen Blödsinn, auf den du aber dann die Existenz aufgebaut hast.
Bruno: So ungefähr, ja.
Willy: Das ist doch krass, oder?
Bruno: Ja, das ist krass.
Willy: Wenn man sich auf sowas verlässt, dann investiert man.
Bruno: Aber das geht hier allgemein. Das ist auch bei allen Bauern.
Bruno: Die sagen auch, setze mal Ingwer an und das Kilo oder der Sack Ingwer kostet dann 100 Dollar.
Bruno: Und wenn die Bauern dann alle angepflanzt haben, sagen sie, der Preis ist jetzt
Bruno: nur noch 10 Dollar oder 20 Dollar.
Bruno: Kannst du es mir verkaufen oder sonst lässt du es verfaulen.
Bruno: Also hier in Costa Rica sind die Bauern nicht geschützt.
Bruno: Überhaupt nicht. sie sind auch nicht so gut politisch vernetzt wie zum Beispiel in der Schweiz.
Bruno: In der Schweiz haben wir wirklich eine gute Bauernlobby und das ist gut.
Willy: Wie heißt die bei euch in der Schweiz?
Bruno: Das ist einfach der Bauernverband,
Bruno: und die sind auch gut vertreten bei uns in Bern, die haben auch viele Politiker,
Bruno: und das ist auch gut, weil die haben auch Unterstützungen, wenn ich wenn ich so,
Bruno: wenn mir meine Eltern erzählen, wie sie früher gelebt haben auf demselben Hof,
Bruno: wo es noch keine Unterstützung gab oder Direktzahlung oder das alles.
Bruno: Ich kenne mich da nicht so aus, aber da war wirklich mein Grossvater.
Bruno: Meine beiden Grossvater, die hatten kein einfaches Leben.
Bruno: Das war hart. Das war bestimmt bei Österreich auch so. Das war kein einfaches Leben.
Willy: Honda, Wett, Amperg, Steil.
Bruno: Ja, ja. und deswegen am Winter im Skilift arbeiten, am Sommer vielleicht einer
Bruno: noch auf einem Bau, das man noch dazu verdient.
Bruno: So war das etwa. Und jetzt die jungen Bauern oder die heutigen Bauern,
Bruno: denen geht es schon besser.
Bruno: Und das fehlt hier, weil ich kann mich wehren.
Willy: Warum brauchst du die wehren?
Bruno: Ja,
Bruno: der Unterschied ist, ein kleiner Bauer, der hier irgendwo auf dem Land lebt,
Bruno: Kleinbauer, Familie, die wirklich nur von der Hand in den Mund leben,
Bruno: die können dann nicht plötzlich sagen, so ich packe jetzt meine Zitronen in
Bruno: den Lastwagen und bringe sie in die Hauptstadt und gehe sie selber verkaufen.
Bruno: Die müssen den hier vor Ort verkaufen. Die zahlen, was die wollen und zahlen, wann sie wollen.
Bruno: Dasselbe ist mit den Bohnen, das ist mit allem so, weil es gibt hier so viele
Bruno: Bauernmärkte, aber die meisten, die da verkaufen, sind schon wieder Zwischenhändler,
Bruno: weil der einfache Bauer, der hat meistens kein Auto,
Bruno: Also dass er mit dem, mit seinen Früchten auf den Markt fahren kann.
Willy: Okay, das kann ich mir dann vorstellen, wenn man jetzt so den einfachen Bauern,
Willy: wie du jetzt gerade beschreibst, die einfache Bauernfamilie,
Willy: also die haben kein Auto, sie bewirtschaften, ich stelle mir das noch hart vor.
Bruno: Ja, das ist hart.
Willy: Ich weiß nicht, wie man das jetzt richtig sagt, das ist politisch korrekt,
Willy: vom Entwicklungsgrad noch relativ am Anfang, oder?
Bruno: Ja, alles von Hand. Basic. Die haben keine Traktore, die machen wirklich fast alles von Hand.
Bruno: Wenn sie eine Motorsäge haben, haben sie schon viel motorisiert auf ihren Bauernhöfen.
Willy: Okay.
Bruno: Also sehr, sehr, sehr viel Handarbeit.
Willy: Also noch eine sehr, sehr, wie sagt man, eine basale Landwirtschaft.
Bruno: Ja, das ist noch wie vor 100 Jahren bei uns in der Schweiz.
Bruno: Da haben sie das Getreide auch noch von Hand getröscht.
Bruno: Und hier werden die Bohnen heute noch von Hand getröscht. Nicht mit Maschinen.
Willy: Entschuldige, dass ich die Frage so blöd störe und bitte tögelt mich,
Willy: wenn die jetzt so nicht korrekt ist.
Willy: Ich assoziiere, wenn diese Strukturen so sind, arbeiten dann die Kinder mit
Willy: oder gehen dann die Kinder schon in die Schule?
Bruno: Nein,
Bruno: in Costa Rica gehen alle Kinder in die Schule. Schulpflicht? Ja, Schulpflicht.
Willy: Okay, das schon.
Bruno: Und wir haben hier unten eine Schule und hier oben im Berg hat es noch ein Dorf,
Bruno: da hat es auch wieder eine Schule. Also Schulen gibt es? Schulen gibt es, ja.
Bruno: Es ist halt nicht, bei diesen Schulen auf dem Land werden halt nicht alle Schulfächer angeboten.
Willy: Daher auch Privatschulen?
Bruno: Ja, weil zum Beispiel hier unten,
Bruno: gibt es keinen Englischunterricht. Und,
Bruno: es können alle lesen, schreiben. Es gibt auch Kinder, die kommen hier aus diesen
Bruno: Bauernfamilien, die werden dann Ingenieur oder Architekt oder Anwalt. Das ist nicht möglich.
Bruno: Es ist also möglich für jeden.
Bruno: Aber weil früher in diesen lateinamerikanischen Ländern, da waren die Großgrundbesitzer,
Bruno: die hatten die Plantagen. Die Patrones, die hatten das Land, die hatten alles.
Bruno: Und die Kleinbauern, die es heute gibt, das waren so wie Einsiedler.
Bruno: Die haben einfach das angebaut, was sie essen.
Bruno: Das ist eine andere Struktur.
Willy: Subsidienz, also Selbstversohung.
Bruno: Eigentlich alles, was sie essen, bauen sie selber an.
Bruno: Früher haben die fast gar nichts gekauft, Zucker und Salz. Fett hat man aus
Bruno: den Schweinchen gemacht.
Bruno: die haben hier extra kleine Schweinchen die sind so ganz kleine,
Bruno: dicke, runde, ohne Haare die hat man nur gehalten wegen dem Fett,
Bruno: die hatten eigentlich fast nur Fett,
Bruno: und dann mit den Palmen, mit diesen Ölpalmen aber nicht die,
Bruno: die heute in Plantage stehen die wir oben gesehen haben da hast du ja ein Foto
Bruno: gemacht haben die auch ein Palmfett gemacht Fett aus den Kokuspflanzen gemacht,
Bruno: Und dann wurde halt alles angepflanzt, was man isst. Es wächst hier ja das ganze Jahr alles.
Bruno: Weil wir haben hier die süssen Bananen, die Kochbananen, dann haben wir die
Bruno: Quadrados, das ist eine Banane, die hat vier so Nähte außen,
Bruno: die pflanzt man dann eher an aus Pferde, Schweine, Hühnerfutter.
Willy: Sag einfach, ihr habt alles.
Bruno: Bei uns wächst eigentlich alles. Jetzt so.
Bruno: Hier in diesen Tropen wächst alles, aber zum Beispiel hier Wir wechseln keine
Bruno: Karotten und keine Kartoffeln, die pflanzt man hier an bei 1000 Meter und Höhe vom Klima.
Willy: Weil es zu warm hier ist.
Bruno: Weil es ist hier zu warm.
Willy: Okay.
Bruno: Aber wenn wir hier keine Kartoffel ansetzen haben, wir können hier die Süßkartoffeln anpflanzen.
Willy: Ja.
Bruno: Wir haben hier die Yucca, das
Bruno: ist wie Kartoffeln. Wir haben die Brotfruchtbaum, das ist wie Kartoffeln.
Bruno: Im Dschungel gibt es eine Wurzel, die ist wunderbar im Geschmack, so riesig groß.
Bruno: da müssen wir immer mit den Wildschweinen kämpfen, entweder holen sie sie oder wir sie.
Willy: Wer gewinnt?
Bruno: Ja, 50-50. Und eben, es gibt wirklich hier, an Hunger stirbt man hier nicht.
Willy: Das klingt vielleicht wie so ein Klischee und ein Vorurteil,
Willy: wenn ich die Fragen so stelle, aber die Menschen sind zufrieden in diesen Strukturen.
Willy: Sind das stabile Strukturen? Sind das gute Strukturen?
Bruno: Ich glaube, früher war es noch ein bisschen besser. Jetzt mittlerweile lohnt
Bruno: es die Preise für die Bauern nicht mehr anzupflanzen, um zu verkaufen.
Bruno: Sie pflanzen wirklich nur noch an für sich selbst.
Bruno: Die meisten Arbeiter bei mir haben zu Hause noch ein kleines Stück Land.
Bruno: Auf diesem Stück Land pflanzen sie Banane an, Jucke an,
Bruno: was sie einfach essen. Und auch Bohnen.
Bruno: Und wir hier pflanzen auch Bohnen an, einfach für uns, nicht um zu verkaufen,
Bruno: weil da haben wir auch ohne Gift. Wir wollen einfach so viel ohne Gift essen, wie wir können.
Bruno: Wir sind nicht so Bio-Fanatiker, die sagen, nein, das esse ich nicht, das ist nicht Bio.
Bruno: Wir essen einfach so gesund als möglich, was wir können. Und was nicht geht, geht halt nicht.
Bruno: Aber was wir selbst bei uns anpflanzen können, pflanzen wir hier selber an. Okay, okay.
Willy: Du hast vorher den Punkt aufgerissen, den würde ich gerne weiterverfolgen,
Willy: sodass man es verstehen kann.
Willy: Das heißt, hier in Costa Rica, wirkt dich ja auf das, was du gerade gesagt hast,
Willy: dass die Leute dann nur noch für einen Eigenanbau, weil sie es am Markt nicht
Willy: mehr verkaufen können, weil die Preise zu niedrig sind.
Willy: Ihr habt in Costa Rica nicht so etwas, wie wir mit der Förderstruktur,
Willy: mit den Agrarsubventionen in Europa haben.
Bruno: Nein, es gibt wirklich nichts.
Willy: Also nichts?
Bruno: Nichts.
Willy: Das ist nicht viel.
Bruno: Nein, es gibt vielleicht das Landwirtschaftsministerium. Die haben schon ihre Büros im ganzen Land.
Bruno: Und eigentlich, wenn ich jetzt eine Bodenprobe machen will, habe ich die über
Bruno: das Landwirtschaftsministerium zum halben Preis.
Bruno: Das ist etwas, das ich habe.
Willy: Ja.
Bruno: Aber ich mache nicht so viele Bodenproben und manchmal helfen die auch dann
Bruno: mit ihrem Pickup den Bauern die Bohnen von da oben vom Berg runterzufügen bis
Bruno: an die Strasse, dass sie dann verkaufen können manchmal,
Bruno: es ist nicht so dass sie gar nichts machen aber es gibt nicht so,
Bruno: dass du zum Beispiel eine Direktzahlung hast oder es ist auch hier ganz schwierig
Bruno: dass man beispielsweise Ernteausfallversicherung Gibt es nicht.
Bruno: Die Kaffeebauern haben das.
Willy: Private oder sowas, dass man die privat abschließt.
Bruno: Nee, private.
Bruno: Früher war alle Versicherungen staatlich, jetzt seit ein paar Jahren gibt es
Bruno: auch private, aber die einzigen, die das machen können, sind die Kaffeebauern,
Bruno: weil die haben eine gute Lobby, die sind gut organisiert.
Willy: Die Kaffeebauern.
Bruno: Ja, aber sonst die, und die meistens
Bruno: anderen halt, das ist hier die Landwirtschaft, das sind die grossen,
Bruno: Ölpalmen Plantagen, das sind riesige Plantagen, das sind riesige Unternehmungen,
Bruno: die haben ihre Ölpalmen, die machen dann mit dem das Öl, die machen mit dem
Bruno: Palmfett, die machen mit dem die Margarine, ja, das machen die alle vor Ort.
Bruno: und da gibt es auch Korporativen, da sind dann Kleinbauer, die sich denen angeschlossen
Bruno: haben, die müssen dann denen einfach auch die Palmen verkaufen,
Bruno: zum Preis, wie sie sagen, aber die verkaufen ihnen dann auch wieder den Dünger
Bruno: und alles, es ist dann alles so,
Bruno: aber das ist nicht staatlich, das ist dann in diesen Palmenöl-Korporativen,
Bruno: und dann gibt es halt die vielen, vielen Ananas-Plantagen,
Bruno: aber das sind dann nicht Kleinbauer, das sind dann schon,
Bruno: Großunternehmen, wie Del Monte und Tole und all diese riesen internationalen Firmen.
Willy: Die sind auch alle hier in Costa Rica?
Bruno: Die sind alle hier, ja.
Willy: Wo sind die? In welcher Region von Costa Rica sind die?
Bruno: Hier im Süden, es gibt eine ganz große Ananasplantage in Buenos Aires.
Bruno: Das ist, wenn man jetzt nach San Jose fahren würde.
Willy: Buenos Aires?
Bruno: Also das heißt, das.
Willy: Wo wir das anwenden.
Bruno: Wie in Argentinien, das heisst hier auch Buenos Aires. Das ist eine gute Luft.
Bruno: Und wenn man jetzt über die Berge nach San Jose fahren würde,
Bruno: fährt man da Da sind Tausende von Hektaren Ananas.
Bruno: Und dann der ganze Norden, der Nordatlantik und die ganze Atlantik,
Bruno: die Küstengegen, das sind alles Bananenplantagen und so viele. Und Ananas.
Bruno: Costa Rica ist der größte Ananasexporteur der Welt.
Willy: Also Ananas-Hauptfrucht, dann Kokos.
Bruno: Ananas, Bananen, Kokosöl, also nicht Kokosöl, Palmöl und Kaffee.
Bruno: Kakao ist eigentlich, wenn man so die Weltaufstellung liest,
Bruno: Costa Rica ist immer unter anderem. Unter anderem.
Willy: Wie geht es dir damit?
Bruno: Für mich ist das gut, weil der Kakao in Costa Rica ist Top-Qualität. Weil wir haben,
Bruno: Noch viele ursprüngliche Pflanzen, die wurden nicht gezüchtet auf hohe Produktion,
Bruno: wenn wir zum Kakao zurückkommen.
Willy: Ja, den haben wir jetzt eh, im Prinzip die Infrastruktur gibt es keine, fertig. Ja, ja.
Willy: Entschuldige, dass ich da jetzt unterbreche, wir kommen dann auf die Kakaopflanzen,
Willy: auf die kommen wir dann eh spezifisch, deswegen sitzen wir ja da.
Willy: Aber ich habe Ihnen einen Bericht gelesen, dass einfach die Lebensmittelpreise
Willy: deswegen entsprechend auch höher sind in Costa Rica, weil eben keine Subventionen da sind.
Willy: Das heißt, die Lebensmittel werden entsprechend teurer verkauft.
Willy: Gleich ist das aus, was die Bauern weniger verdienen oder wie hat sich quasi
Willy: so die Struktur der Landwirtschaft in Costa Rica über die letzten,
Willy: was nicht, 10, 20, 30 Jahre ja verändert?
Bruno: 10, 20 Jahre kann ich über Landwirtschaft, ich kann vielleicht 10 Jahre sprechen,
Bruno: weil zuvor habe ich mich da nicht groß darum gekümmert.
Willy: Bist du Quereinsteiger?
Bruno: Aber es ist einfach so, dass eigentlich der Bauer, der die Sachen anpflanzt,
Bruno: und das Risiko trägt, der erhält am wenigsten.
Bruno: Dann kommt der Zwischenhandel, das ist der Typ, der vielleicht einen Lastwagen
Bruno: hat, der kommt, kauft, zahlt dann aber erst, wenn er es wieder verkauft hat,
Bruno: weil er sagt dem Bauer, ich kann es nicht gleich bar bezahlen,
Bruno: ich habe jetzt auch kein Geld und so.
Bruno: Und vielleicht kommt er nie mehr zurück und zahlt dann auch nicht,
Bruno: das gibt es auch. Die Bauern sind hier wirklich...
Willy: Das sind dann echt noch Widerstrukturen.
Bruno: Ja, ja, die sind nicht... Die haben nicht gute...
Willy: Also die kleinen, die reden nur von den ganz kleinen Bauern.
Bruno: Die ganz kleinen Bauern, ja, bei den grossen Organisationen,
Bruno: da können sie das nicht machen. Aber bei Kleinbauern, die sind schon...
Bruno: Und daneben, die verkaufen denen ein Kilo Bohnen für einen Dollar und im Laden
Bruno: kosten dann 900 Gramm Bohnen über zwei Dollar.
Bruno: Und das ganze Risiko hatte der Bauer. Und so ist das eigentlich fast mit allem.
Bruno: Also das Leben in Costa Rica ist eigentlich teuer.
Willy: Warum werden gerade diese kleinen Bauern nicht besser geschützt? Ist das bewusst?
Willy: Ich sage einmal, die Regierung kriegt es mit. Was du jetzt erzählen kannst,
Willy: wissen es die Leute im Landwirtschaftsministerium sicher. Das heißt, man weiß es.
Willy: Kann man es nicht besser schützen? Will man sie nicht besser schützen?
Willy: Was ist dein Eindruck?
Bruno: Ich glaube, das Interesse ist nicht so da, um die besser zu schützen.
Bruno: Weil man könnte ja auch gewisse Preise festlegen.
Bruno: Aber das wird nicht gemacht. Die haben schon einen Großmarkt.
Bruno: Und da gibt es so Richtpreise.
Bruno: Aber wie gesagt, unsere Bauern hier, die können nicht auf den Großmarkt. Die kommen nicht hin.
Bruno: Und es lohnt sich auch nicht, wenn du auf deinem Bauernhof hast,
Bruno: Hast du vielleicht diesmal 20 Bananenstauden, kannst du die schneiden,
Bruno: hast du 20 Bananenköpfe, also die grossen Stauden.
Bruno: Und vielleicht hast du noch zwei Säcke voll Ingwer, die du verkaufen willst.
Bruno: Wenn du mit denen nach San Jose fahren musst, 300 Kilometer,
Bruno: um die zu verkaufen, das lohnt sich nicht.
Bruno: Das Landwirtschaftsministerium hat jetzt schon auch angefangen,
Bruno: hier so Bauern so wie Markt zu organisieren.
Bruno: Aber das Problem ist, wenn der Bauer hier hat Bananen und hat Kokosnüsse und
Bruno: hat alles, was in den Tropen wächst und er geht das verkaufen,
Bruno: das kauft ihm vor Ort keiner ab, das haben ja alle zu Hause auch schon.
Bruno: Der hier verkaufen kann, ist der, der Sachen bringt aus dem Hochland.
Bruno: Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, was hier nicht gut wächst.
Willy: Das ist echt eine scheisse Situation.
Bruno: Es ist eine schwierige Situation. Deswegen das Einzige, was sich wirklich lohnt,
Bruno: ist wirklich etwas anzubauen, das dann weiter zu verarbeiten und das dann direkt
Bruno: an den Endverkäufer wie bei uns mit der Schokolade zu kommen.
Willy: Genau, das wollte ich sagen. Das ist im Prinzip der Weg, ihr habt es mit Kakao
Willy: angefangen, das hat es aber relativ schnell und ihr habt es nicht angefangen
Willy: mit Kakao, mit dem Bewusstsein, ihr möchtet Schokolade machen,
Willy: sondern ihr wollt jetzt Kakao machen, oder?
Bruno: Ja, ich habe einfach mal Kakao angewandt und gedacht, das verkaufe ich dann schon.
Willy: Aber noch nicht mit dem Bewusstsein, genau, du wolltest den Kakao verkaufen.
Willy: Hast du dann aber relativ bald gemerkt, mit all dem Hintergrund,
Willy: den du jetzt erzählt hast, geht es ja nicht aus.
Bruno: Ja, der Kakao, dazu mal hat man für eine Tone Kakao,
Bruno: der Preis war mal etwa zweieinhalb tausend Kolones in Costa Rica.
Bruno: Zweieinhalb tausend Dollar.
Willy: In welchem Zeitraum?
Bruno: Das war so um...
Bruno: Sagen wir mal 2018 zum Beispiel.
Willy: Ja, das sind ungefähr die Zahlen.
Bruno: Ja, genau, so 2018.
Willy: Willi ist vorbereitet, oder?
Bruno: Ja, 2018 und ich hatte damals ja noch sehr wenig Kakao.
Bruno: Ich hatte ja nicht viel, ich hatte eine Ernte von 50 Kilo.
Willy: Aber stolz warst du.
Bruno: Ja, klar. Und da haben wir die erste Kakao, die haben wir so eine große Pfanne,
Bruno: wo wir sonst auch so eine Fleischsuppe kochen, auf dem Feuer geröstet.
Willy: Fleischsuppe.
Bruno: Hier auf der Finca, da kocht man manchmal so Fischsuppe, so eine grosse Aluminiumpfanne
Bruno: auf dem Feuer, wenn wir Party haben, fest, gemütlich.
Bruno: Und hier in dieser Hitze isst man auch Fleischsuppe.
Willy: Wirkliche Suppe? Wie heißt das da?
Bruno: Oye Karne. Oye ist Pfanne, das ist eine Fleischpfanne.
Willy: Oye Karne.
Bruno: Südfleisch rein, wie bei Südfleisch.
Willy: Kleiner Abschweifer zum Rezept, aber bitte, das ist wichtig.
Bruno: Ja, ja, und daneben Kochbananen kommen rein, Süßkartoffeln kommen rein,
Bruno: dann kommen die Juckas rein, also die Juckawurzel.
Bruno: Alles, was wir hier haben.
Willy: Wasser drauf.
Bruno: Und dann Wasser, Bujo, und da wird das gekocht und salzt. Das gibt wirklich
Bruno: eine Fleischsuppe, wie sie schon meine Großmutter auch gemacht hat. Und Reis dazu.
Willy: Und Reis dazu. Reis gibt es immer mit Bohnen drinnen.
Bruno: Nein, da nicht. Reis und Bohnen drinnen, nur zum Frühstück.
Willy: Sagt dieses Gericht, wie heisst es, Reis und Bohnen, das ist eigentlich fast nur zum Frühstück.
Bruno: Gallo Pinto. In Costa Rica isst man es zum Frühstück und in Nicaragua isst man es zum Abendessen.
Willy: Komma, schmeckt ja.
Bruno: Dasselbe, aber da hier zum Frühstück, da zum Abendessen.
Willy: Die Frühstück ist jetzt zur Zeit jeden Tag.
Bruno: Das ist wunderbar. Mit gebratenem Käse dazu, Spiegelei, dann reife Kochbananen.
Willy: Genau die Kombination. Ich glaube, das ist so Standard.
Bruno: Standard, aber da hast du alles, was du brauchst.
Willy: Ja, ja.
Bruno: Das ist wie bei uns in der Schweiz, die Bauern, die essen, ich weiß nicht mehr
Bruno: heute, aber früher gab es bei uns immer Rösti.
Bruno: Kartoffeln hatte meine Grossmutter, die wurden dann geschwellt und geraspert
Bruno: und da gab es dann die Rösti. Und hier gibt es jetzt Reis und Bohnen.
Willy: Reis und Bohnen, also Gaiobinto ist das Rösti in der Schweiz.
Willy: Genau, ihr wisst, was ich meine.
Willy: Aber 50 Kilo Kakao, deine erste Ernte. 2018.
Bruno: Dann wollte ich die verkaufen. Aber dann kam eben mein Kollege,
Bruno: ein Kollege aus der Schweiz hat mich besucht.
Willy: Ja.
Bruno: Und hat mir gesagt, wir müssen einen Kumpel von mir besuchen,
Bruno: der wohnt auf der Seite von Limon. Ja.
Bruno: Ihr müsst ihn unbedingt kennenlernen, ihr kennt euch nicht. Und wir hatten uns nicht gekannt,
Bruno: obwohl Christian auch schon wahrscheinlich schon fünf Jahre länger hier lebt
Bruno: oder zehn Jahre länger als ich.
Willy: Aha.
Bruno: Aber der hat es in die Karibik verschlagen und der baut auch Kakao an. Und auch Bio.
Bruno: In der Karibik? Ja, der ist sogar Bio-Inspektor. Der macht auch Zertifikationen
Bruno: für die Zertifizierfirmen.
Willy: Zertifizierter auch. Auch der Kontakt, besuche ich gleich.
Bruno: Der Christian.
Willy: Christian, schreibe ich schon auf.
Bruno: Und...
Bruno: Und dank dem Christian, der Christian hat mir dann eigentlich auch gezeigt, wie er fermentiert.
Bruno: Weil ich habe damals nur in einer Kiste fermentiert, in einer einzigen,
Bruno: nicht in der Treppe wie heute, in einer einzigen.
Bruno: Da hat er mir gezeigt, wie er fermentiert, er hat gezeigt, wie er die Schokolade
Bruno: macht, da habe ich gesehen, wie er die auch auf dem Feuer geröstet hat.
Bruno: Und dann mit so einer Aluminiummühle, wo man auch Mais malen kann,
Bruno: wurde das zwei, dreimal gemahlen.
Bruno: dann mit zucker und da gab dann eine
Bruno: eine schokolade aber die war das ist dann schon schokolade aber dies hat noch
Bruno: ein bisschen sandig weil mit dieser aluminiummühle kann man das halt nicht so
Bruno: fein malen wie wie man das dann malen sollte dann gemahlen man röstet die Bohnen,
Bruno: dann,
Bruno: enthäute, also dann,
Bruno: wir haben die dann zuerst die Mühle gelassen, aber da hatten das Maul von der
Bruno: Mühle war dann schön offen, dass man die nur verquetscht hat.
Bruno: Danach nahmen wir einen Ventilator, weil wir keinen Wind hatten und haben das
Bruno: dann runterfallen lassen und der Ventilator hat dann die Kakaoschalen von den
Bruno: Samen, von den Bohnen weggeblasen und da hatten wir die Nips.
Bruno: Und die Nips wurden dann mit dieser Aluminiummühle gemahlen und je öfter man
Bruno: das gemahlen hat, das wird dann ein bisschen flüssig, weil das Fett wird dann
Bruno: auch warm durch das Mahlen, dann kam da noch Rohzucker rein und fertig ist die Schokolade.
Bruno: Da kann man die gießen in eine Form, Kühlschrank 20 Minuten rausnehmen und die ist fest.
Willy: Mehr bräuchte man für Schokolade gar nicht?
Bruno: Mehr braucht man eigentlich nicht.
Willy: Okay, wir kommen nachher auf die Verwertung der Kakaobohne, das war jetzt ein kleiner Exkurs.
Bruno: Aber eben, bei dem habe ich auch per Zufall, weil mich ein Freund,
Bruno: der mitgenommen hat, habe ich gesehen, wie man Schokolade macht.
Bruno: Und dann habe ich gesagt, gut, diese Bohnen, die werde ich nicht zu diesem Spottpreis
Bruno: verkaufen, jetzt mache ich Schokolade.
Bruno: Und ich hatte wieder einen Freund, der hat,
Bruno: ein Tourismusgeschäft und der macht Schokoladen-Tour, aber oben im Norden, in der Fortuna.
Bruno: Und dem konnte ich dann meine Schokoladen verkaufen und der hat sie dann den
Bruno: Touristen weiterverkauft. Und so kam das erste Schokoladen.
Willy: Das war das erste Business-Modell. Und du hast schon wieder Kakao angebaut,
Willy: ohne zu wissen, was du dann damit tust,
Bruno: Oder? Ja, eigentlich wusste ich nicht genau.
Willy: Brudi, du bist ein Leben lang Unternehmer gewesen. 2018 hast du mit dem nächsten,
Willy: oder 17, mit dem nächsten Projekt anfangen, hast du aus den vorigen Dingen nicht gelernt?
Willy: Entschuldige bitte.
Willy: Oder gehört das so?
Bruno: Ich habe natürlich gedacht, dass ich mit den Zitronen, wenn ich die ja nicht
Bruno: verkaufen kann, dass ich eine Maschine kaufe, die entzaften werden,
Bruno: den Saft sterilisieren werden und den verkaufen wollte. Das war eigentlich mein Ziel.
Willy: Du musst erst einmal verkaufen.
Bruno: Die kaufen sie schon, weil die ganzen Leute, die hier diese Ceviche machen,
Bruno: diese Fisch-Ceviche, die haben im Sommer auch zu wenig Zitronensaft.
Bruno: Das wäre schon ein Ziel gewesen.
Bruno: Ja, das habe ich gewusst, das hätte ich schon machen können.
Bruno: Aber es kam dann eben auch noch ein Problem auf mich zu, von Florida runter.
Bruno: Es gibt einen Pilz, der killt die Zitronenbäume und Orangenbäume.
Bruno: Und da habe ich gemerkt, mit dem Kakao habe ich das Problem nicht.
Willy: Das gab es in den 70er Jahren nochmal in Costa Rica, da war alles
Bruno: Kakao das war aber ein anderer Pilz das war die Monilia,
Bruno: und diese Pflanzen die ich jetzt gepflanzt haben die sind von Natur auf resistent gegen diese Pilze,
Bruno: Und wir pflegen sie auch. Wir besprühen sie mit Mitteln, die wir selber herstellen,
Bruno: dass die nicht von den Pilzen befallen werden.
Bruno: Es gibt immer, man sieht immer irgendwelche Pilze an den Bäumen.
Bruno: Aber das ist nicht diese Krankheit, die wirklich alles zerstört.
Bruno: Weil wenn die Eichhörnchen kommen oder die kleinen Affen und die beißen ein
Bruno: Loch in diese Kakaafrucht, machen die so ein kleines Loch rein und dann nehmen
Bruno: sie mit ihren Pfötzchen die ganzen Samen raus, lutschen sie ab und die Samen
Bruno: schmeißen sie an den Boden. Die wollen ja nur das weiße Fruchtfleisch.
Willy: Was sehr, sehr gut ist.
Bruno: Ja, sehr gut, ja. Und dann diese Früchte, die trocknen dann aus und die werden dann auch pilzig.
Bruno: Aber das ist nicht der Pilz, von dem wir Angst haben, die Melina.
Willy: Okay, aber das heißt, du hast durch Zufall erfahren,
Willy: dass die Art und Weise, wie du mit deinem Kakao auch Geld verdienen kannst,
Willy: quasi die Veredelung zur Schokolade unter direktem entgegeben ist.
Bruno: Und als ich dann gemerkt habe, dass das mit dem Kakao ja besser läuft als mit
Bruno: der Zitrone, weil ich wollte ja schon in die Maschinen investieren und Zitronensaft
Bruno: und sterilisieren und mit dem Kakao läuft es ja besser. Das ist parallel gelaufen.
Bruno: Ich habe ja lange Zitronenbäume waren dann die Schattenbäume für die Kakaopflanzen
Bruno: und die habe ich dann weggeschnitten.
Bruno: Ja, traurig aber wahr.
Willy: Gibt es noch welche?
Bruno: Ja, ich habe immer noch. Wir haben immer noch 200, 300 Die 100 haben wir schon noch.
Bruno: Und dann haben wir die ersten Kakao zur Schokolade verarbeitet.
Bruno: Wir haben gesehen, das kommt ja wirklich gut.
Bruno: Und dann habe ich eine Maschine investiert, die das dann wirklich schön fein
Bruno: gemahlen hat. Das waren aber immer noch 5 Kilo, 5 Kilo.
Bruno: Und die Schokolade konnte ich alle verkaufen. Es war viel Arbeit.
Bruno: Und die Küche von meiner Frau, die war immer voll mit Schokoladen verspritzt.
Willy: Also wirklich alles daheim?
Bruno: In der Küche habe ich die ersten Schokolade gemacht.
Willy: Entschuldige, ihr habt ja schon Kinder gehabt und alles. Von was habt ihr in
Willy: der Zeit gelebt? Weil das mit den Zitronen hat nicht wirklich funktioniert.
Willy: 50 Kilo Kakao ist jetzt auch nicht wirklich viel.
Bruno: Nein, wir hatten, das war wirklich, ich hatte noch meine Reserven vom,
Bruno: Hausgeschäft. Ich hatte das Geld zur Seite für mein Haus zu bauen.
Bruno: Das Geld habe ich dann gebraucht, um investieren.
Willy: Also du hast quasi noch ein paar Reserven, dass du das finanziert hast,
Willy: dass du das in der Zeit haben, das Leben kennen.
Bruno: Genau. Sonst hätten wir das auch nicht können. Es war auch ein Grund,
Bruno: dass wir in die Schweiz gingen. In der Schweiz habe ich ja gearbeitet.
Bruno: Die Schule für die Kinder war gratis, staatlich. und gute Schule.
Bruno: Also wir mussten auch immer finanziell aufpassen. Es war nicht so,
Bruno: dass wir das Geld auf dem... Aber es war schon eine harte Zeit und wir waren
Bruno: nicht immer ganz sicher, wie gut das kommt.
Willy: Also Plan B wäre immer gewesen, zurück in die Schweiz. Das wäre immer gegangen,
Willy: oder? War das so die letzte...
Bruno: Nee, das war nie Plan B. Das wäre immer C. Immer hierbleiben.
Willy: Aber das mit der Schokolade, das hat funktionieren müssen. Das war dann quasi am Ende eure Reserven,
Bruno: Oder wie? Ja, hat auch funktioniert.
Willy: Ihr seid schon auf Reserve gefahren.
Bruno: Wir sind eigentlich schon auf Reserve gewesen. Wir hatten damals hier zeitlang
Bruno: nur noch vier Angestellte.
Bruno: Also wir haben alles ganz flach gehalten.
Willy: Okay, wie viele sind es jetzt?
Bruno: Jetzt sind wir 18 Angestellte.
Willy: 18 Angestellte.
Bruno: Ja, plus meine Frau, ich und meine Tochter. Also wir sind 21.
Willy: Okay, das heißt, 50 Kilo Kakao, ihr habt die ersten Schokolade alles verkauft,
Willy: es war alles sau viel Arbeit.
Willy: Die Küche war voll gespritzt, wie ist es dann weitergegangen?
Willy: Du hast gesehen, aber du hast Lunte gerochen, oder ihr habt Lunte gerochen.
Bruno: Ja, ja. Meine Frau hat das auch unterstützt. Dann haben wir die ersten Verpackungen
Bruno: gemacht. Die waren noch nicht so wie jetzt.
Bruno: Da waren auch schon die Tiere drauf. Weil auf unserer Verpackung haben wir Tiere.
Bruno: Und alle Tiere, die auf unserer Verpackung sind, die leben hier auch auf der Farm.
Willy: Also eh olle Tiere.
Bruno: Ja, nicht ganz alle, aber die, die bei uns auf der Verpackung sind, die sind hier drauf.
Bruno: Vom Jaguar über die Papageien, über die Affen. die gibt es hier alle.
Willy: Das andere ist aber ein Hanfblatt, oder?
Bruno: Ja, weil wir haben auch, wir machen auch Schokolade jetzt, wir gehen mit der
Bruno: Zeit, wir machen eine Schokolade mit CBD.
Bruno: Mit CBD, ja, das verkauft sich gut.
Bruno: Ging auch zwei Jahre, bis wir dann die Bewilligungen hatten vom Gesundheitsministerium
Bruno: und alles, weil wir sind hier wirklich so, wir müssen hier so sauber und so
Bruno: hart arbeiten, wenn wir in den Supermarkt verkaufen wollen, wie in Europa.
Bruno: Wir haben die, unter Schokolade haben jetzt alle europäischen Normen auch.
Willy: Okay, ich sehe gerade den Leoparden. Das ist nicht ein Leopard,
Bruno: Das ist ein Jaguar.
Willy: Jaguar, ja. Ich kenne mich nicht aufs Wurscht. Aber der lebt da.
Bruno: Ja, ja, ich hatte mal die glorreiche Idee unter den Zitronenbäumen.
Bruno: Habe ich dann einen Elektrozaun gemacht und da zehn Schafe gekauft.
Bruno: Ich dachte, die können das ja wegfressen, müssen wir nicht alles von der Hand wegschneiden.
Bruno: Das ging eine Woche und dann kam der Jaguar mit zwei Jungen,
Bruno: weil wir haben dann die Spuren gefunden und die haben dann die Schafe geholt alle,
Bruno: Ja, zwei, drei haben sie zu Tode gejagt. Die sind dann in die Schlucht gefallen irgendwo.
Bruno: Ein paar haben sie mitgenommen. Drei, vier haben wir dann noch gesehen,
Bruno: aber die konnten wir nicht mehr einfangen. Die haben sie wahrscheinlich später geholt.
Willy: Die Tierhaltung habt ihr dann aufgenommen?
Bruno: Pferde haben wir. Die sind auch frei unterwegs. Da ist kein Problem.
Bruno: Aber Schafe ist wahrscheinlich genauso sein Beuteschema.
Willy: Okay. Wie ist es dann weitergegangen? Also 50 Kilo Kakao, ihr wolltet für das
Willy: Geld, ihr müsstet mehr machen, oder?
Bruno: Ja, da haben wir mehr angepflanzt. Da haben wir von den Bäumen,
Bruno: die wir hatten, haben wir dann 6000 Pflanzsäcke gefüllt, je mit einem Samen.
Bruno: Die haben wir gepflanzt.
Bruno: Danach habe ich mich besser informiert über Kakao. Das war alles noch ein Experiment
Bruno: am Anfang. Und dann habe ich gesehen, das klappt.
Willy: Aber Experiment auf Reserve schon, ne?
Bruno: Ja, ja. und das klappt und da habe ich Pflanzen gekauft, die waren veredelt,
Bruno: die waren einer der ersten, die die kaufen konnte bei einer Schule,
Bruno: Katje, die haben die grösste Kakaosammlung in Amerika die haben wirklich tausende,
Bruno: 18.000 verschiedene Kakaobäume,
Bruno: von allem was es gibt haben die zwei oder ein oder zwei Bäume die haben wirklich die grösste Ich.
Willy: Habe mir gedacht, du hast viel.
Bruno: Nein, ich habe gar nichts vergleicht. Kakao, da gibt es alle Arten und Sorten
Bruno: und Grössen. Die haben auch viele, die krank werden.
Bruno: Von denen haben sie mal sechs ausgesucht. Jetzt sind es sieben.
Bruno: Die haben sie bei mir, ich konnte die kaufen, aber ich musste einen Vertrag
Bruno: unterschreiben, dass ich dieses Material nicht weitergebe.
Bruno: Also ich konnte es nur hier gebrauchen. Jahre später konnte ich es dann auch
Bruno: weitergeben. Unsere Farm ist auch vom...
Willy: Die Samen weitergeben.
Bruno: Samen und auch Stecklinge oder zum Veredeln.
Willy: Aber du konntest den Kakao verkaufen?
Bruno: Den Kakao, ja, aber ich konnte die Pflanzen nicht weitergeben,
Bruno: weil die waren immer noch im,
Bruno: Forschungsstadium. Die waren noch nicht frei. Jetzt sind sie frei.
Bruno: Und von denen haben wir dann natürlich alle anderen abgesetzt.
Bruno: und aus denen haben wir die 40.000 Bäume gezogen.
Willy: Das sind die Urbäume?
Bruno: Das sind gleich die Urbäume. Das erste Jahr habe ich 1.800 Bäume gekauft und
Bruno: das Jahr darauf noch mal 1.800 bei denen.
Bruno: Weil ein Bekannter hatte einen Lastwagen und da passt dann gleich 1.800 rein
Bruno: und der hat die mir runtergebracht. Das ist einfach voll ausgenützt.
Willy: Und seither wächst das Business?
Bruno: Wir sind also die Bio-Plantage, Familienbetrieb sind wir die grössten, 40 Hektar.
Bruno: Es gibt andere Farben, die haben 100 Hektar Kakao, das gibt auch ein Freund,
Bruno: also unter den Kakao-Bauen verstehen wir uns, wir geben uns auch Tipps, wir helfen auch weiter.
Bruno: Es gibt mittlerweile auch zwei, drei weitere, die Bios machen, das ist auch gut.
Bruno: Und wir auch hier auf der Farm, wir haben schon einen Tag der offenen Tür gemacht
Bruno: mit dem Landwirtschaftsmysterium zusammen.
Bruno: Die haben dann viele Kakaobauern, Kleinbauern vorbeigebracht und die haben denen
Bruno: auch gezeigt, wie sie einfach mehr Ertrag aus ihren Pflanzen holen können.
Willy: Warum hast du oder ihr euch für Bio entschieden? Was war der ausschlaggebende Grund?
Bruno: Das war schon bei den Zitronen, weil ich hatte einfach keinen Erfolg mit den
Bruno: Zitronen. Und die haben mir gesagt, ja, jetzt musst du diesen Kunstdünger hinschmeissen
Bruno: und dann mit diesem Gift sprühen. Und da hat es eigentlich nichts gegeben.
Bruno: Von der Gärtnerei, die wir schon die Pflanzen verkauft haben,
Bruno: ich war ja nicht der Profi.
Bruno: Und da habe ich gesagt, nein, also bei meiner Mutter zu Hause,
Bruno: bei meinem Onkel, da haben die Bäume immer Früchte getragen.
Bruno: Und das Einzige, was die gekriegt haben, war ein bisschen Kuhmist oder Pferdemist.
Bruno: Und meine Mutter hat die Pflanzen da mit Löwenzahnblätter gesprüht.
Bruno: für Dünger und da habe ich mich angefangen zu informieren und habe dann gesagt,
Bruno: ich kaufe keinen Kift mehr, aber jetzt machen wir Bio.
Willy: Musstest du den Betrieb umstellen?
Bruno: Nein, wir haben einfach dann,
Bruno: keinen Kunstdünger mehr gekauft und keine Chemie zum Spritzen und haben dann
Bruno: einfach immer gesucht, gesucht, gesucht und wieder was gemacht und es hat funktioniert
Bruno: oder hat nicht funktioniert.
Willy: Aber zum Verkaufen musstest du ja dann Bio angeben, du musst dir zertifizieren.
Bruno: Am Anfang haben wir es einfach verkauft wie normale Früchte.
Willy: Aber nicht Bio drauf?
Bruno: Nein, das war nur noch nicht Bio. Wir haben einfach Bio gearbeitet, aber das war nicht Bio.
Bruno: Wir wollten noch gar nicht zertifizieren. Das war gar noch kein Ziel.
Bruno: Danach hat mir dann auch dieser Freund da vom Freund, der Christian,
Bruno: hat mir gesagt, ja, bist du zertifiziert? Ich sage, nein.
Bruno: Ja, schreib dich aus allerlei beim Landwirtschaftsministerium ein,
Bruno: aus einem Betrieb, der sich umwandeln will.
Bruno: Dann ist man drei Jahre im Umwandlungprozess.
Bruno: Und da hat mir der guten Tipp gegeben, wusste ich ja auch nicht.
Bruno: Und dann habe ich mich da eingeschrieben, das war relativ günstig,
Bruno: das kostet 100 Dollar im Jahr.
Bruno: und die bringen dann auch einen Aufsichtsinspektor vorbei vom Landwirtschaftsministerium,
Bruno: und die waren ziemlich streng, aber die waren auch gut.
Willy: Also gute Worte über die?
Bruno: Ja, die waren streng und die sind auch gut, weil die haben uns dann beigebracht,
Bruno: seitdem führen wir eine Agenda, seitdem schreiben wir alles auf,
Bruno: also wir können jetzt zurückgehen.
Willy: Was du so gern magst.
Bruno: Ja, nein, das macht aber alles der Erik. Der Erik schreibt, der macht das alles.
Bruno: Wir können jetzt hingehen, wann haben die Bäume geschnitten,
Bruno: wann haben wir Dünger gegeben, wann haben sie gesprüht, wann haben wir geerntet,
Bruno: wie viel haben wir geerntet.
Bruno: Weil jetzt müssen wir wirklich bei jeder Ernte aufschreiben,
Bruno: was haben wir geerntet, wo haben wir das in der Finca geerntet oder haben die
Bruno: ganze Finca geerntet, welcher Tag wird das fermentiert, wann ist die Fermentierung
Bruno: fertig und wo wird das getrocknet.
Bruno: Also wenn da wirklich jetzt Bio zertifiziert ist, da wird wirklich vom Baum
Bruno: bis zur fertigen Schokolade, der ganze Prozess ist klar offengelegt.
Willy: Was bedeutet Bio jetzt aus technischer Sicht da in Costa Rica?
Willy: Das heißt Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger?
Bruno: Also chemische Dünger, die können wir gar nicht verwenden.
Bruno: Wir dürfen hier nicht mal Kupfer verwenden, was in Europa noch bewilligt ist.
Bruno: wenn ich was kaufe wenn ich was kaufen will,
Bruno: ein Produkt dann muss ich ein Zertifikat haben dass das ein Bioproduzent ist
Bruno: zum Beispiel den Kompost den kaufen wir bei einem Fabrikanten sein Betrieb ist
Bruno: auch biozertifiziert sein,
Bruno: und zum Beispiel wenn wir jetzt ein,
Bruno: Magnesiumsulfat haben das dürfen wir ja benutzen weil das ist ein Salz,
Bruno: das aus einer Mine kommt.
Bruno: Das ist Bio-Rohstoff oder,
Bruno: Magnesiumsulfat, das ist auch englisches Bittersalz. Epson heisst das auch.
Willy: Ich würde gerade sagen, Salz kann eine Bio-Sertifizat.
Bruno: Nein, aber das ist nicht ein Bio-Zertifizat, aber es muss bewiesen sein,
Bruno: dass das direkt von der Mine kommt, dass da nicht irgendein,
Bruno: ein Chemiemittel reinkommt, dass es keine Klumpen bildet. Wenn die etwas reinschütteln,
Bruno: das Klumpen bildet, darf ich das nicht mehr benutzen.
Bruno: Wenn ich so etwas hier brauche, muss ich das zuerst angeben bei meiner Zertifizierungsstelle.
Bruno: Das kommt dann in meinen Plan de Manejo, also in meinen Ablaufplan.
Bruno: Manejo heisst das. Manejo ist also der,
Bruno: Managementplan.
Willy: Manejo.
Bruno: Managementplan. und da muss ich zuerst das grüne Licht haben,
Bruno: dass ich das benutzen kann.
Bruno: Also ich gehe mir zuerst da vorbei und sage, kann ich das kaufen?
Bruno: Ja, du kannst das kaufen.
Bruno: Und dann kaufe ich das und dann die Rechnung wollen die da sehen.
Bruno: Und es gibt manchmal, dass man eben Magnesiumsulfat braucht und das kann man
Bruno: dann auch mit den Mikroorganismen, kann man das verstärken.
Bruno: Aber wenn es nicht Rohmaterial ist und nicht aus einer Mine kommt,
Bruno: dann können wir das nicht benutzen.
Willy: Nervt dich dieser bürokratische Aufwand oder findest du den sogar am Ende sinnvoll und wichtig?
Bruno: Es nervt mich unheimlich. Aber zum Glück macht das meine Tochter und Erik.
Willy: Ja, aber findest du dann Sinn dahinter?
Bruno: Ja, ja, der Sinn ist schon dahinter. Aber ich finde es nicht korrekt,
Bruno: dass die Biobauern das machen müssen.
Willy: Du wirst es umdrehen.
Bruno: Und die mit der Giftspritze, die müssen nicht sagen, wie viel Gift sie gespritzt
Bruno: haben. Weil die sollten das eigentlich auch machen müssen.
Willy: Du glaubst, das wird die falsche Seite eigentlich kontrollieren?
Bruno: Ich glaube, dass wir viel zu fest kontrolliert werden und die ganzen,
Bruno: die auf ihren Bananen- und Ananasplantagen tonnenweise Gift versprühen,
Bruno: dass die das nicht angeben müssen.
Willy: Ja, was ist denn das ökologische Problem, wenn man so ein bisschen an Kakao denkt?
Willy: Das Erste, was man am meisten kennt, sind die Arbeitsbedingungen in den Hauptexportländern,
Willy: Elfenbeinküste, Ghana etc., Kinderarbeit.
Willy: was sind denn so, wenn man Richtung Kakao schaut, sozial also da jetzt in Costa
Willy: Rica, wir können jetzt nicht über
Willy: Elfmeinküste sprechen, sondern in Costa Rica sozial, vor allem vielleicht auch
Willy: ökologisch die grössten Herausforderungen und Also
Bruno: In Costa Rica schon mal vorweg, gibt es keine Kinderarbeit gibt es nicht,
Bruno: weil wir haben hier ein sozial,
Bruno: Ja, Leute denken das, aber wir haben ein Sozialsystem, hier gibt es ein Pani,
Bruno: das ist Schutz von Minderjährigen, Pani heisst das.
Bruno: Also wenn es zum Beispiel ein Lehrer in der Schule merkt, dass die Kinder arbeiten
Bruno: müssen oder müssten, wird das gemeldet und dann kommen Inspektoren vorbei und
Bruno: das geht zu weit, die nehmen die Kinder weg, wenn es die arbeiten.
Bruno: Also die sind so ein Scher. Und auch wenn die Kinder nicht in die Schule kommen,
Bruno: dann gehen die nach, was ist los.
Bruno: Aber hier gehen wirklich alle Kinder zur Schule. Wie gesagt,
Bruno: sind nicht alle Schulen genau gleich gut, aber die sind nicht Analphabeten und sie können dann auch,
Bruno: weitergehen in das College oder in die Hochschule und sie können auch weitergehen an die Universität.
Bruno: Also hier können wir nicht nur vom Rechtsanwalt, der Sohn dann Rechtsanwalt,
Bruno: wie das oftmal in der Schweiz so war.
Willy: Die Gesellschaft ist noch durchlässig.
Bruno: Die können sich, wenn sie wollen und den Willen haben, können sich auch die
Bruno: Kinder von armen Verhältnissen hocharbeiten.
Bruno: haben es schwieriger als die von den reichen Familien, die sich besser unterstützen
Bruno: können, vielleicht mit Privatlehrern oder mit Nachhilfe.
Bruno: Aber doch, die können das wirklich auch noch schaffen.
Willy: Ich glaube, deswegen ist so ein Gespräch wichtig, weil ich war mir am Anfang
Willy: auch nicht sicher, ob ich die Frage stellen kann.
Willy: Wie man die Frage richtig stellt oder ob es einfach saubmässig blöd ist.
Bruno: Aber es fehlt.
Willy: Genauso wie für andere Menschen vielleicht das Gefühl für Costa Rica.
Bruno: In Costa Rica hat auch jeder,
Bruno: es gibt Leute, die so auf dem Land,
Bruno: gibt es schon auch noch so Kleinbauern, die stellen dann den Nachbar an,
Bruno: dass er ihm zwei Tage hilft und die zahlen dafür, dass keine Sozialleistung
Bruno: ist, die zahlen das dann einfach unter der Hand.
Bruno: Aber wenn ich jetzt wirklich ein Geschäft habe oder ein Hotel oder ein Restaurant
Bruno: und ich habe einen Angestellten, also ich muss für diesen Angestellten den AV
Bruno: einzahlen, also Pensionskasse, Alterversorgung.
Bruno: Dann gibt es einen Sparfonds, der in jedem 5 Jahre kann der den auslösen.
Bruno: Oder wenn er gekündigt wird, kann er das Geld auch auslösen,
Bruno: dass er ein Übergangsgeld hat.
Bruno: Wenn ich einen Angestellten kündige, muss ich ihm für jedes Jahr einen Monatslohn bezahlen.
Bruno: Bis maximal 8 Monatslöhne.
Willy: Okay.
Bruno: Und ich kann auch nicht fristlos entlassen. Wenn ich fristlos entlasse,
Bruno: muss ich noch einen Monat Lohn zahlen, auch.
Willy: Fristlose kostet einen Monat.
Bruno: Kostet einen Monat, ja.
Bruno: Auch der Arbeiter sollte sich eigentlich schriftlich kündigen,
Bruno: machen sie aber nicht, die können gehen, also der Arbeitgeber ist hier am kürzeren.
Bruno: Dann haben die Mitarbeiter einen 13. Monatslohn, die haben zwei Wochen bezahlte Ferien.
Willy: Also ein 13. oder so 14. wie zum Beispiel in Österreich.
Bruno: Nein, ein 13. Ein 13.
Willy: Und zwei Wochen bezahlte Ferien.
Bruno: In der Schweiz der 13. Monatslohn ist nicht obligatorisch. Der bezahlt der Arbeitsgeber,
Bruno: wenn er will. Wenn er nicht will.
Willy: Muss er nicht bezahlen. Ich glaube, er ist nirgendwo obligatorisch,
Willy: aber in Österreich ist er Standard. In Deutschland gar nicht.
Bruno: Aber hier ist es obligatorisch. Und ich muss ihn bezahlen vor dem 10.
Willy: Dezember. In der Schweiz ist er obligatorisch? Nein, hier.
Bruno: In der Schweiz nicht. In der Schweiz nicht, aber hier schon.
Bruno: Und dann auch die Krankenkasse bezahlen wir.
Bruno: Und die Krankenkasse ist dann automatisch mitversichert Frau, Kinder.
Bruno: Wenn noch eine Oma oder eine Tante da ist, die nicht arbeitet oder nicht arbeiten
Bruno: kann, können die Arbeiter die automatisch auch mitversichern.
Willy: Also sozial ist eigentlich ein sehr gutes System?
Bruno: Ein sehr gutes System ist halt mittlerweile auch ein bisschen überlastet,
Bruno: Manchmal, weil es einfach auch viele Leute gibt und auch viele halt nicht bezahlen,
Bruno: viele bezahlen nicht, die haben dann auch die, Beispiel arme Leute kriegen dann
Bruno: die Krankenversicherung vom Staat bezahlt, weil der Staat bezahlt nicht.
Bruno: und oftmals wenn wirklich Notfälle werden immer sofort behandelt aber wenn es
Bruno: sagt, der hat Nierenstein,
Bruno: das wird dann nicht morgen behandelt der hat Warteliste, in sechs Monaten können
Bruno: wir den Nierenstein behandeln aber das ist ja mittlerweile in Frankreich auch nicht besser das.
Willy: Ist ein globales Phänomen aber
Bruno: Wirklich wenn man hier krank ist und das Spital braucht dann kriegt man es auch Es ist nicht so wie,
Bruno: also ich glaube in Sozialleistungen ist Costa Rica wirklich eines der besten Länder in ganz Amerika.
Bruno: Inklusive sind wir besser hier als in den USA.
Willy: Das ist glaube ich am Anfang die Geschichten, was man aus den USA hört,
Willy: wahrscheinlich nicht einmal eine Kunst.
Bruno: Wenn du in den USA ein Spital musst, Notfall und du hast keine Kreditkarte,
Bruno: die das deckt, die lassen dich nicht rein.
Bruno: und das gibt es hier nicht weil hier kommen auch Ausländer Leute die noch nie
Bruno: bezahlt haben Notfall werden behandelt und erst dann wird gefragt wie kannst
Bruno: du bezahlen und da gibt es auch viele die nicht bezahlen können,
Bruno: die ganzen Flüchtlinge von Venezuela die durchmarschieren Richtung Amerika die
Bruno: werden hier alle geimpft die werden alle untersucht die Kinder kommen Standardimpfungen
Bruno: über obwohl die nicht kostarikane Staatsbürger sind. Aber es sind schon slammlich.
Willy: Ist Kostariker da anders?
Bruno: Ja,
Bruno: wir hatten früher gute Präsidenten hier, die Sozialwesen früher.
Bruno: Ich glaube, die früher waren noch andere Politiker.
Bruno: Die haben sich noch mehr für ihr Volk für Land eingesetzt wie heute.
Bruno: Aber ich glaube, das ist auch ein allgemeines Phänomen.
Willy: Was ist da los? Ist da der Wurm drin?
Bruno: Ich weiß nicht, also politisch kann ich jetzt nichts sagen.
Willy: Nein, wir sind aber nicht der Podcast, der ist großartig politisiert.
Bruno: Die großen, guten politischen Sachen wie Armee abgeschafft. Kostarik,
Bruno: wir haben ja keine Armee.
Willy: Wie kann man, das habe ich gelesen, wie kann man denn bitte Armee abschaffen?
Willy: Welches anderes Land hat denn sonst noch keine Armee?
Bruno: Es gibt vielleicht noch zwei, drei andere Länder, die keine Armee haben.
Bruno: Wie kann man denn Armee abschaffen? Da hat der damalige Präsident gesagt,
Bruno: wir schaffen die Armee ab.
Willy: Ja.
Bruno: Und das Geld für die Armee, das investieren wir in die Schule und die Universitäten
Bruno: und unsere Soldaten, das sind ab jetzt unsere Lehrer.
Willy: Das ist wunderbar, was passiert?
Bruno: Die Polizei ist auch nicht allzu schlecht, aber wenn etwas passiert,
Bruno: die Polizei ist nie wie eine Armee.
Bruno: Aber die holen die Hilfe bei den Amis oder irgendwo.
Bruno: Die haben schon ihre Verträge.
Willy: Interessantes Konzept. Überleg mal, wann das jeder machen würde.
Bruno: Ja, aber die haben die Armee abgeschafft. Dann wirklich die guten Spitäler.
Bruno: Dann San Jose war eine der ersten Städte, die Strom hatte. Strom,
Bruno: Licht. Die hatten Licht bevor viele Länder, also war die dritte Stadt auf der
Bruno: Welt, die elektrisches Licht hat.
Bruno: Also die hatten früher Licht als die Städte in der Schweiz und so.
Willy: Also die Geschichte von Costa Rica an sich wäre eigentlich schon ein spannender
Willy: Podcast, bis sich so erlaubt.
Willy: Sehr, sehr eigenständig in dieser Region entwickelt hat im Vergleich zu den Nachbarn auch,
Bruno: Oder? Das war halt auch früher, Die haben auch ein wunderschönes Nationaltheater.
Bruno: Wirklich wunderschön. Klein, aber fein.
Bruno: Und das wurde bezahlt. Die haben gesagt, jedes Sack Kaffee, den wir exportieren,
Bruno: da kommt, wie heisst du nicht, 10 Cent vom Dollar. Früher war der Dollar noch viel Geld wert.
Bruno: Das kommt als Legner zur Seite für das Nationaltheater.
Bruno: Das Land war ja früher regiert von den grossen Kaffee-Baronen.
Bruno: Die Politiker, die wir hatten, oder die Präsidenten, die wir hatten,
Bruno: da war ja keiner, der nicht aus einer Kaffee-Dynastie kam.
Willy: Aber trotzdem gute Präsidenten.
Bruno: Aber die haben wirklich gute Sachen, weil eben die Sozialleistungen,
Bruno: dann die Versicherung, die staatlichen Versicherungen,
Bruno: die Strassen hinkten sie ein bisschen hinterher, da war dann auch Geldknappheit,
Bruno: aber das ganze Soziale haben sie wirklich gut aufgebaut.
Bruno: Und dann, also ich kann mich nicht beklagen, Schulwesen, Gesundheitswesen, Altersvorsorge,
Bruno: weil in anderen Ländern die Leute müssen arbeiten, bis sie tot und fallen,
Bruno: da gibt es keine Pension.
Bruno: Wir haben ja eine Pension.
Willy: Soziale Seite kann man zum Beispiel sagen, Kakao generell sehr gute Bedingungen.
Willy: Wie schaut es ökologisch aus? Was braucht Kakao? Ich habe immer wieder von Wasser gelesen.
Bruno: Also bei uns jetzt, unser Kakao, würde ich mal sagen, ökologisch würde ich mir Bestnote geben.
Bruno: Wieso? Weil da, wo wir Kakao angepflanzt haben, war zuvor Weideland.
Willy: Das hier?
Bruno: Ja, also wir haben Wald, aber zwischen Wald haben wir früher gerodet und auf
Bruno: der gerodeten Fläche hatten die Rinder gehalten.
Willy: Warum sind die eigentlich weg? Das ist ja ein genereller Phänomen in der Region,
Willy: dass das immer mehr so für die Landwirtschaft gerodete Flächen wieder brachliegen und wieder… Weil
Bruno: Das zu bewirtschaften für die meisten Kleinbauern nicht mehr.
Willy: Rentiert. Das ist der Zusammenhang. Das ist so eine Fläche gewesen?
Bruno: Ja, der hatte hier auch Weideland und danach hat er das eben verpachtet einer
Bruno: amerikanischen Holzfirma.
Bruno: Die haben da Nutzholz angemacht, Plantageholz angepflanzt auf der einen Farm,
Bruno: auf der anderen nicht, da war Weideland.
Bruno: Und das wurde dann zurückgelassen, weil die wurden dann übernommen und hatten
Bruno: genügend Holz aus Kanada.
Bruno: Und dieses Holz wurde dann weggesägt und mit dem Holz wurden dann Paletten gemacht.
Bruno: für den Export von Bananen, Ananas und so. Und das war dann Brachland wieder.
Bruno: Und weil das aber nicht Wald war, weil das abgerodete Plantage war,
Bruno: konnte ich das auch problemlos säuben und dann Zitrone oder Kaka-Bäume anpflanzen.
Bruno: Weil wenn jetzt das Urwald gewesen wäre, ich kann nicht Wald umsägen und dann eine Plantage machen.
Bruno: Auch wenn ich jetzt Weideland habe und ich lasse das 20 Jahre stehen und da
Bruno: habe ich da grosse Bäume, das wird dann schon aus Wald angerechnet.
Willy: Der Wald ist sehr stark geschützt.
Bruno: Der ist geschützt, das kann ich nie mehr wegsehen. Das bleibt dann Wald,
Bruno: weil Costa Rica ist das einzige Land wahrscheinlich, wo jedes Jahr mehr Wald
Bruno: hat wie das Jahr zuvor. Wozu wächst, ja.
Willy: Ich bin mal im Podcast, der dann auch mit dem Regenwald der Österreicher ein Projekt dazu beiträgt.
Willy: Okay, das heisst, du hast landwirtschaftliches
Willy: Nutzland erworben und hast angefangen, Kakao anzuprobieren.
Bruno: Und der Kakao, das ist ja ein Baum. Das ist ein Baum.
Bruno: Das ist nicht eine Pflanze wie die Banane. Das ist ein Baum.
Bruno: Dieser Baum kann problemlos 80, 90 Jahre alt werden.
Bruno: Wir schneiden den immer wieder zurück. Wir schneiden den in die Form.
Bruno: Weil wir schneiden den, wo meine Angestellten hinkommen, mit der Schere von
Bruno: Hand, da wird er geschnitten.
Willy: Also so gross wie deine Angestellten, suchst du dann bei der Auswahl der Angestellten aus, wie gross das ist?
Bruno: Einer ist ein bisschen grösser, der andere ein bisschen kleiner.
Bruno: Nein, aber sie schneiden einfach,
Bruno: wo sie hinkommen, weil dann kommen sie auch bei der Ernte auch hin.
Bruno: Und viele Kaka-Bauern, die klettern ihre Bäume hoch,
Bruno: um zu ernten oder die haben so ein messer an einem langen stil und schneiden die dann weg,
Bruno: aber da wurde der kakao blüht da blüht er jedes jahr wieder immer wieder und
Bruno: wenn man das verletzt mit einem messer oder mit dem schuh beim hochklettern
Bruno: dann blüht er da nie mehr okay.
Willy: Das heißt sensible pflanzen
Bruno: Sehr sensible pflanzen und wir schneiden die bäume schneiden die früchte mit
Bruno: einer Schere, wie die Weinbauern,
Bruno: so eine lange Rebschere, krumme Rebschere, da wird er so am Baum geschnitten,
Bruno: wir machen den Baum nicht, wir verletzen den Baum nicht.
Bruno: Und wenn wir von einem Baum zum anderen Baum gehen, auch beim Pflücken,
Bruno: wird das Werkzeug jedes Mal desinfiziert.
Willy: Aha, wieso das?
Bruno: Dass wir nicht, wenn einer eine Krankheit hat, dass wir diese Krankheit dann
Bruno: nicht auf die ganze Plantage weitertragen.
Willy: Das ist richtig, mit Desinfektionsmitteln.
Bruno: Mit Desinfektionsmitteln. Wir nehmen da Formalina. Das ist dasselbe starke...
Bruno: Nein, das muss nicht bio sein.
Bruno: Das ist so erlaubt. Das ist dasselbe Mittel, das man auch braucht, um die Toten...
Bruno: Formaldehyd. Ja, dieses starke Mittel. Dann nehmen wir ein Schnapsglas für vier Liter Wasser.
Bruno: Und das haben sie dann so eine Sprüher.
Bruno: seine Sprühpistole und wenn sie fertig sind, machen sie und da geht es zum nächsten
Bruno: Baum und da werden keine Krankheiten übertragen aber.
Willy: Das macht es nur ihr so?
Bruno: Also wir machen das so weil wir unsere Pflanzen schützen aber das machen nicht
Bruno: alle so und das ist auch mit der Säge wir desinfizieren alles.
Willy: Okay, noch zurück zu den ökologischen Themen. Also du sagst, da ist es top.
Willy: Was braucht eine Pflanze viel? Wasser, was ist es, oder Schutzmittel?
Bruno: Was jetzt die Pflanze braucht, die braucht Regen.
Willy: Entschuldigung, der Baum.
Bruno: Der Baum. Der Baum aus Pflanze. Der wird ja, wenn man den ja wachsen lassen
Bruno: würde, es wird ja ein riesiger Baum. Der wächst ja normalerweise im Dschungel.
Bruno: Der kommt ja aus dem Urwald.
Bruno: und aber bei uns, wir haben ja keine künstliche Bewässerung.
Bruno: Wir bewässern nur gleich, wenn wir die Gärtnerei haben und kleine Pflanzen und
Bruno: die sind veredelt, dann durch den Sommer berieseln wir die mit Wasser.
Bruno: Ja, wir haben den Luxus, wir haben Quellwasser, mit dem können wir die berieseln.
Willy: Also Wasser ist doch kein Thema?
Bruno: Ja, wir haben keine Wasserknappheit.
Willy: Okay, also ihr nimmt dann kaum das Wasser weg oder sowas?
Bruno: Nein, nein.
Willy: Das ist einfach nur in der Region da, oder?
Bruno: Ja, aber wo der Kakao wächst, regnet es auch viel. Der Kakao,
Bruno: der riecht auch gerne in den Tropen, tropischen Regen.
Bruno: Wenn wir jetzt Kakao anpflanzen würden im Norden von Costa Rica,
Bruno: und wir müssen den künstlich bewässern, aber ich glaube, das macht doch niemand.
Bruno: Das würde es ja schon gar nicht, mit den jetzigen Preisen eventuell schon,
Bruno: aber früher hätte sich das gar nie ausbezahlt.
Bruno: aber dann wir besprühen ja die Bäume wirklich nur mit Sachen,
Bruno: die wir selber herstellen, mit Mikroorganismen mit Zuckerrohrmelasse, die kaufen wir dazu,
Bruno: und dann gegen Pilze kochen wir Schwefel mit Kalk oder wir auch mit Natrum,
Bruno: Speisenatrum, wo man auch zum Essen braucht, das ist auch sehr gut gegen die
Bruno: Pilze wir machen immer einmal, besprühen sie wir mit dem Schwefel und dann das
Bruno: nächste Mal mit dem Natrium.
Bruno: Weil die Schwefel, die Pilze, die lieben die Schwefel nicht.
Bruno: Wir bringen sie nicht um, aber wir machen ihnen das Leben schwer.
Bruno: Und dann das nächste Mal kommt Natrium und dann bringen wir den pH-Wert auf
Bruno: den Baum komplett runter.
Bruno: Und wenn die Pilze nicht genügend Säure haben, die sie wollen,
Bruno: wachsen sie auch nicht mehr weiter.
Willy: Also bringt sie nicht um, ja, mach's dann wirklich einfach.
Bruno: Ja, ja, weil wir können, wenn wir jetzt ein,
Bruno: pilztötungschemisches Mittel
Bruno: verwenden würden, dann würden wir auch alle unsere Nutzpilze umbringen.
Bruno: Weil wir haben auch viele gute Pilze, die wir aussprühen, die dann die schlechten Pilze auffressen.
Bruno: Deswegen, wenn wir unsere Pilze züchten, müssen wir die züchten ohne Luft.
Bruno: Weil die guten Pilze, die vermehren sich ohne Luft und die schlechten Pilze
Bruno: vermehren sich mit Luft.
Bruno: Wieso das so ist, weiss ich auch nicht. Das habe ich im Internet gelernt.
Bruno: Und ich mache das, weil da war ein guter Tipp und das funktioniert auch so.
Willy: Schauen wir uns die Pflanzen einmal an. Eines der wichtigsten Themen,
Willy: glaube ich, und ein großer Aha-Moment für mich bei Kakao ist,
Willy: es gibt nicht nur eine Sorte Kakao.
Willy: Wir haben es vorher schon kurz angesehen, ich habe die wieder ein bisschen abgewürgt,
Willy: weil wir noch zu früh waren für das Thema.
Willy: Aber ich glaube, einer der wesentlichsten, um Kakao zu verstehen,
Willy: Es gibt nicht nur die eine Kakaopflanze.
Bruno: Nein. Es gibt,
Bruno: viele Bäume, ja, verschiedene.
Willy: Erklär das einmal.
Bruno: Also der,
Bruno: Der Kakao ist eine Pflanze, die wirklich aus dem Kontinent Amerika kommt.
Bruno: Und zwar im Süden, Südamerika, ist der Ursprung.
Bruno: Sie sagen im Orinoco, Flussdelta. Da grenzt ja Kolumbien ran,
Bruno: da grenzt Brasilien ran, Venezuela, von oben auch noch Peru.
Bruno: Diese Gegend sind dann die Ur-Kakaobäume im Dschungel.
Bruno: Das ist die Ur-Kakaobäume, oder? Ja, das Orinoco ist ein Seitenarm vom Amazonas.
Bruno: Aber es ist ein eigener Fluss, auch riesengroß. Und da haben sie auch Töpfe
Bruno: gefunden und altes Geschirr, wo sie dann noch Kakaoreste feststellen konnten.
Bruno: Weil die haben sich immer gestritten. Mexiko sagt, sie seien die Ältesten,
Bruno: aber das Älteste ist wirklich jetzt.
Willy: Aber man einigt sich zumindest auf Amerika.
Bruno: Ja, ja, auf jeden Fall. der Affe kommt von da, Kakao und Ananas kommen aus Amerika.
Willy: Die haben sich dann irgendwann immer in Europa getroffen.
Bruno: Ja, also es ist ja so, die Zentral- und Südamerika wurde ja von den Spaniern
Bruno: zuerst erobert, dann haben die Spanier haben dann den ersten Kakao exportiert aus Venezuela.
Bruno: Das war ein kleiner Kakao, super gutes Aroma, der ist heute noch weltbekannt,
Bruno: Chua, Porzellano und auch die Häfen, wo der Kakao exportiert wird.
Bruno: Ich kenne die Detail nicht, aber es gibt auch in Österreich noch Cafeterias,
Bruno: also so Kaffeegeschäfte, wo sie auch Schokolade verkauft haben mit den Namen,
Bruno: von den Häfen, wo der Kakao exportiert wurde, weil die haben die Namen dann
Bruno: von den Kakaosäcken übernommen.
Bruno: Das ist eine Geschichte, ich habe das Ganze gehört, habe ich mittlerweile den
Bruno: ganzen genauen Detail vergessen.
Bruno: Das war dann, die Spanier, die
Bruno: haben ihren Kakao, den sie als erstes exportiert haben, Creuio genannt.
Bruno: Aber alles nennen sie Creuio, was ihnen gehört. Das Pferd ist Creuio,
Bruno: sie selbst sind Creuio, sie sind die Einheimischen.
Bruno: Und was fremd ist, das ist für die Spanier dazumal oder heute noch ein Forastero.
Bruno: Dann der Kakao von Brasilien, von den Portugiesen, der wurde Forastero genannt.
Bruno: Das ist aber auch ein Kakao, der ist viel grösser wie die hier,
Bruno: ist weniger anfällig. Jetzt kratzt es im Hals.
Willy: Wenn wir ihn trotzen.
Bruno: Trocken. Trocken.
Bruno: So viel sprechen am Stück, das ist der Wahnsinn. Das ist der wirklich Wahnsinn.
Bruno: Und dann haben die Portugiesen ihren Forastero. Mit dem haben sie in Afrika die Plantagen gemacht.
Bruno: Und die Plantagen in Afrika, das ist heute 85% vom ganzen Kakao von der Welt.
Bruno: Und das ist alles Forastero. Der Forastero ist gross, widerstandsfähig,
Bruno: hat viel Kakaobutter, aber schmeckt nicht so fest nach Kakao.
Bruno: Sie haben jetzt einen Forastero gefunden, der auch Kakaogeschmack hat.
Bruno: Aber das ist die Ausnahme.
Willy: Den wird es bald überall geben.
Bruno: Den pflanzen sie, nein, der ist auch nicht so ertragskräftig.
Bruno: Die haben ihn im Wald gefunden und in Peru pflanzen sie ein paar von denen an.
Bruno: Aber die wirklich die großen plantagen die die arbeiteten
Bruno: bis vor kurzem nur mit den forastero weil der wurde nicht so schnell krank und
Bruno: es war eine große industrie der kakaobutter nicht nur die schokolade dann also
Bruno: heute sind 85 prozent von kakao ist forastero und der andere 15 prozent ist der Kröjo.
Bruno: Ah, 30, nein.
Willy: Ich höre noch was, ne? Nein, nein.
Bruno: 15% ist Kröjo. Nein, jetzt bin ich eingeklotscht.
Bruno: 5% ist der Kröjo, das ist der alte noch, wirklich der 5%.
Bruno: Und die restlichen,
Bruno: 10, 15%, also 15%, die sind, die heissen heutzutage Trinitario.
Bruno: Trinitario. Die zwei, die wir hier haben, das sind Trinitarios.
Bruno: Was ist denn nun ein Trinitario? Weil alles ist Theobroma Kakao. Das ist der Name.
Bruno: Theobroma Kakao, das ist der lateinische Name, das heisst Speise der Götter.
Willy: Ah, das ist wahrscheinlich wegen dem Süssen.
Bruno: Wegen dem Süssen und früher wurde bei den Indianern der Kakao,
Bruno: konnten bloß die Leute essen, die Regierung hoch, politisch hoch oder Priester oder Krieger.
Bruno: weil Kaka gibt sehr viel Kraft und Energie,
Bruno: ja das ist wirklich vollgestopft er hat viele Kalorien der Kaka selbst hat viele
Bruno: Kalorien und ist auch sonst Energie die dunkle Schokolade ist wirklich viel Energie,
Bruno: also die Spanier hatten dann ihre Creio angepflanzt die Portugiesen ihre Forastero
Bruno: und die Engländer die hatten keinen Kakao dann haben die natürlich zuerst bei
Bruno: den Spaniern Kaka geholt, bei Venezuela,
Bruno: haben den auf die Trinidadinsel gebracht, Plantagen angebaut.
Bruno: Das ist Trinidad, das ist die Insel der Karibik. Die Trinidadinsel,
Bruno: das ist der englische Hoheitsgebiet heute noch.
Bruno: Und als die dann nach einem Hurrikan, die Wirbelstürme, die hat früher schon gegeben.
Willy: Nicht nur bei dir am Strand.
Bruno: Nicht nur bei mir, ja. Die haben dann von den Forastero nachgepflanzt,
Bruno: weil die wollten mehr Ertrag.
Bruno: Und das hat dann die Kreuzung gegeben. Die haben sich dann untereinander gemischt,
Bruno: weil die Kakao, die nehmen, hat die Blüten dann, das ist alles eine und dieselbe
Bruno: Pflanze, einfach Abweichungen und die haben sich dann untereinander gemischt
Bruno: und diese Mischpflanzen, die nannte man von da die Trinitarios,
Bruno: und die hatten dann eben verschiedene Eigenschaften,
Bruno: die eine Eigenschaft, die waren dann gut im Geschmack gut in der Qualität, widerstandsfähig,
Bruno: also alles Gute vom Creu und alles Gute vom Forastero und das sind diese Trinitario,
Bruno: wo heute eigentlich in Plantagen gepflanzt werden also.
Willy: Das Beste aus beiden
Bruno: Welten Das Beste aus beiden Welten, ja. Und die haben wir hier.
Bruno: Das sind sieben verschiedene Arten, wo wir wirklich gross gepflanzt haben.
Bruno: Von diesen 40.000 Bäumen sind acht verschiedene Arten, weil einer ist auch ein Kröllo.
Bruno: Auf den sind wir stolz, weil das ist auch ein guter Kröllo, super Aroma. Das ist ein Kröllo, ja.
Bruno: Man sieht, alle die sind Kröllo-mässig, weil Kröllo hat immer eigentlich eine
Bruno: Nase und hinterher Hals und die Forosteros sind eher rund.
Bruno: Die sind auch viel grösser und aber es gibt auch ganz kleine runde Kakao.
Bruno: Die grösste Kollektion von der Kakao ist in Katje, die haben tausende verschiedenen
Bruno: Kakaobäumen und nicht alle eignen sich für Plantagen.
Willy: Das heißt aber wirklich, Man kann dann sagen, unterschiedliche Kakaofrüchte,
Willy: das Innere nennt man ja Samen, die Kerne.
Bruno: Hier sieht man ja gut, das sind ja die Samen, dann das Weiße ist das Fruchtfleisch,
Bruno: das kann man ja auch essen.
Willy: Sehr süß, lutschen.
Bruno: Sehr süß, ja. Und wir brauchen ja nur die Samen, um die Schokolade zu machen.
Bruno: Das Fruchtfleisch wird nicht benutzt.
Willy: Das braucht es aber für die Fermentation, oder?
Bruno: Für die Fermentation braucht es einen Teil, aber nie alles.
Bruno: Okay. und deswegen machen wir mit dem Fruchtfleisch auch einen Fruchtsaft das heisst.
Willy: Unterschiedliche Sorten unterschiedliche Qualitäten das heisst es ist nicht
Willy: nur Kakao sondern Kakao von der und der
Bruno: Auch der Geschmack von dem Fruchtfleisch ist von einer zur anderen Sorte unterschiedlich
Bruno: da gibt es ganz süssen, da gibt es ganz sauren,
Bruno: da gibt es fruchtigen da gibt es alles verschiedene, das ist nicht Kakao ist
Bruno: gleich Kakao das ist wie beim Wein,
Bruno: Wie bei den Weintrauben. Alles ist eine Weintraube, aber nicht jede Weintraube
Bruno: hat den selben Geschmack. Nicht jede Weintraube kann man den selben Wein machen.
Willy: Für mich war es faszinierend, weil mir hat das Bewusstsein dafür einfach bis jetzt gefehlt.
Willy: Also für diese Unterschiedlichkeit von Kakao.
Willy: Erklär kurz die Pflanze. Wir haben ausserhalb die Schale, die ist relativ dick,
Willy: einen Zentimeter ungefähr.
Bruno: Es sind auch nicht alle Kakaopflanzen haben so eine dicke Schale.
Bruno: Es gibt solche, die haben noch dickere Schalen und da gibt es Kakaopflanzen,
Bruno: die haben noch viel eine dünnere Schale.
Bruno: Und für uns ist es auch gut, die eine dünne Schale haben, weil wenn wir die
Bruno: ernten, wir wollen ja nicht die Schale, wir wollen ja die Samen.
Bruno: Und wir haben solche, die haben, wir sind zwar gut, gut im Geschmack,
Bruno: aber da schleppen wir viele Früchte an, haben dann aber eigentlich wenig Samen.
Bruno: Und diese sind eigentlich klein,
Bruno: der Gräu, der ist klein, aber der Fruchtfleisch ist er relativ dünn.
Bruno: Und da haben wir auch in dieser kleinen Frucht Schale.
Bruno: Der hat eine dünne Schale, aber hat viele Samen.
Bruno: Von Kakaopflanze zu Kakaopflanze ist das unterschiedlich. Darum ist es gar nicht
Bruno: möglich, dass zum Beispiel eine Lindt-Schokolade aus der Schweiz in der blauen
Bruno: Verpackung, die jeder kennt,
Bruno: über 20 Jahre hinweg jedes Mal dasselbe Aroma hat.
Bruno: da wird gemischt und wird gepanscht und wird gemacht weil wenn wir Schokolade
Bruno: machen ist jede Schrange von Schokolade hat leicht einen anderen Geschmack das.
Willy: Sagt mir mal, wer gesagt bei Wein, da ist es ja vorhin es gibt so große Marken
Willy: die man kaufen kann, die schmecken am großen und ganzen immer gleich die letzten
Bruno: 10 Jahre gibt es so Weine, die haben immer genau Immer genau denselben Geschmack.
Willy: Genau, geht gar nicht.
Bruno: Das kann nicht gehen. Das geht auch bei der Schokolade nicht.
Bruno: Also wenn ich natürlich eine Schokolade mache und da kommt noch Orange rein
Bruno: oder Ingwer, das ist das alles.
Bruno: Aber wenn man das jetzt mit wirklich nur Schokolade, also Kakao-Knips,
Bruno: Kakao-Butter macht man noch rein, ein bisschen, das ist verfeinert. Und dann Zucker.
Bruno: Und das ist alles. Mehr braucht man nicht für eine Schokolade.
Bruno: Wenn es eine Schokolade ist, die,
Bruno: 70% und mehr ist, braucht es nicht mal Lecithin.
Bruno: Wenn sie weniger als 70% ist und noch Milch reinkommt, dann muss man auch,
Bruno: wir machen Sonnenblumen, Lecithin rein.
Willy: Was heisst Lecithin?
Bruno: Lecithin ist, das Lecithin hilft, dass sich das Fett und die Milch besser verbindet.
Willy: Also Bindemittel.
Bruno: Ja, das ist so geschmeidig, das macht es geschmeidiger.
Willy: Und wie brauchst du es bei 70% plus?
Bruno: Weil wir dann so viel eigenen Gackobutteranteil haben, dass es gar nicht mehr braucht.
Willy: Okay, wir waren noch bei der Pflanze. Das heißt, wir haben eine Schale,
Willy: dann haben wir immer diesen Fruchtkörper, so eine Schale, in dem die einzelnen
Willy: Kerne, Samen drinnen sind?
Bruno: Ja, die Samen und jede dieser Samen, wir haben ja gesehen, das sind ja ganz
Bruno: kleine Blüten, die Kakaoblüten und jede dieser Samen kann von einer anderen
Bruno: Mücke, weil das sind Mücken, die sie,
Bruno: also ich sage denen Mücken, das sind ganz, ganz kleine Insekten,
Bruno: die kann man von dem Auge fast nicht sehen.
Bruno: Man sieht in der Luft ein Flimmern, wenn viele kommen und zum Glück sind die
Bruno: auch die Stechen nicht ekelhaft.
Bruno: Die sind für uns sehr nützlich.
Bruno: Es kann sein, dass jeder Samen von einer anderen Mücke befruchtet worden ist.
Bruno: Es kann auch sein, dass alle von derselben ist. Wenn man die jetzt pflanzt,
Bruno: weiss man nicht, was es da gibt.
Bruno: Deswegen muss man die Bäume dann auch verredeln. Das ist dasselbe wie bei Obstbäumen
Bruno: in Europa, bei Birnen Zwetschgen, oder?
Bruno: Ja, und dann haben wir einfach hier die verschiedenen Bäume dann,
Bruno: und da gibt es solche, die können sich selbst bestäuben.
Bruno: Und da gibt es solche, die können nur ihren ganz bestimmten Partner,
Bruno: den sie bestäuben können.
Bruno: Und dann bei Pflanzen muss man wirklich gut aufpassen, wenn man sie pflanzt,
Bruno: dass man wirklich den richtigen Baum neben den richtigen Baum hinpflanzt.
Willy: Das A kann B bestäuben, B nur A? ob du dich nicht selbst und wenn man A neben
Willy: A stört, hat man ein Problem.
Bruno: Und das C bestäubt von A bis Z alle, die gibt es auch.
Willy: Wie bei den Blutgruppen.
Bruno: Ja, da gibt es zwei, drei, die sind universal und da gibt es solche,
Bruno: die können sich selbst und andere, also die kann man dann alleine irgendwo pflanzen,
Bruno: aber es gibt solche, die brauchen wirklich den Partner daneben,
Bruno: dass sie auch wirklich...
Willy: Also wenn du nur A pflanzt, dann ist das A,
Bruno: Die haben schon auch ab und zu eine Frucht, die Glückstreffer.
Bruno: Ja, die Glückstreffer, Frau, wenn man wirklich die richtigen daneben pflanzt,
Bruno: dann hast du wirklich richtig super Früchte.
Bruno: Und wir pflanzen die alle drei Meter, weil da haben Forscher herausgefunden,
Bruno: dass diese Mücklein, die die
Bruno: Kakaopflanzen bestäuben, die fliegen so in einem Radius von zehn Meter.
Bruno: Und da ist es gut, wenn man die Pflanzen alle drei Meter pflanzt,
Bruno: dann kommen sie immer ruhig über...
Bruno: Die neun Meter, wo dann die Pflanzen sind, können sie da rüberfliegen.
Willy: Und nur zwei Stunden, glaube ich, am Tag hast du gesagt, oder?
Bruno: Ja, nur so von 8 Uhr bis 10 Uhr. Und wenn sie ein bisschen bewölkt ist,
Bruno: bleiben sie noch ein bisschen länger.
Willy: Okay.
Bruno: Aber der Wind bestäubt natürlich auch ein bisschen. Das ist nicht so, dass nur die sind.
Bruno: Aber es sind nicht Bienen, es sind nicht Hummeln. Es sind ganz, ganz kleine Mikke.
Willy: Ah, spannend. Ja. Okay. Das heißt, wenn man diese Pflanzen dann vor sich hat,
Willy: man hat quasi diesen süßen, Das ist ja auch etwas, was kein Mensch weiß,
Willy: der sich mit dem Thema nicht beschäftigt.
Bruno: Das war meins, das Rote.
Willy: Dass einfach diese Samen, die Kerne, in so einem süßen, weißen oder auch andersfarbigen...
Bruno: Nein, es ist immer weiß.
Willy: Das ist immer weiß. Das ist süß, das kann man wirklich runterlutschen.
Bruno: Ja, es schmeckt wirklich gut.
Willy: Und was macht, dann kommt der Kern und das war die Pflanze, oder?
Bruno: Ja, das ist die Frucht. das ist die Frucht das ist die Frucht und was wir für
Bruno: die Schokolade Produktion brauchen wir brauchen nur den Samen und der Samen
Bruno: das ist eine von wenigen Samen die keimen nur solange sie noch grün sind,
Bruno: also wenn du bei dir in Österreich die Kaka bäumchen pflanzen willst könntest
Bruno: du so eine Frucht mitnehmen und dann machst du sie auf und kannst die Himm pflanzen
Bruno: die wächst also problemlos Nur im Winter muss sie halt am warmen sein.
Bruno: Wenn du jetzt aber getrocknete Kakaosamen mitnehmen würdest, die wachsen nicht mehr.
Bruno: Deswegen ist es ja wichtig, dass wir die auch, wenn man die einfach trocknet,
Bruno: dann keimen die nicht mehr.
Bruno: Viele Samen, die keimen ja auch, wenn sie trocken sind.
Bruno: Die muss man zuerst trocknen. Der Kakao nicht.
Bruno: Und das Schokoladearoma, wenn man die jetzt nehmen würde, ablutschen,
Bruno: dann würden die trocknen an der Sonne, dann möchten wir mit denen Schokolade
Bruno: machen, würde gar nicht nach Schokolade schmecken.
Bruno: Oder vielleicht ganz, ganz schwach. Deswegen muss man ja diese,
Bruno: die Kakaobohnen, die muss man fermentieren, sechs Tage.
Willy: Was ein bisschen in diesem Fruchtfleisch was aussetzen müssen,
Bruno: Oder? Man kann auch alles Fruchtfleisch nehmen, aber die macht das am besten
Bruno: immer in Holzkisten, weil die Holzkisten, die helfen auch in der Nacht,
Bruno: das ein bisschen warm zu halten.
Bruno: Wenn das jetzt eine Aluminiumkiste wäre oder eine Plastikkiste,
Bruno: würde das in der Nacht sehr schnell wieder kalt werden. Was bedeutet da konkret fermentieren?
Willy: Also der Zucker, der da drinnen ist, die Feuchtigkeit, die da drinnen ist,
Bruno: Die kann dann zu gären. Ja, der Zucker, der hat sehr viel Zucker,
Bruno: weil der Kaka-Saft hat mehr Zucker, Bricks gerade,
Bruno: wie Zuckerrohrsaft. Er kommt bis auf 26 Grad Bricks.
Willy: Deswegen ist das so gut.
Bruno: Darum ist das so gut, ja, so süss. Und wir machen jetzt so, bevor wir das in
Bruno: die Holzkiste zum Fermentieren machen, lassen wir schon ein bisschen von dem Saft abtropfen.
Bruno: Und den bewahren wir dann jetzt im Moment so auf, wie einen Tiefkühler.
Bruno: Und wenn wir einen Fruchtsaft machen wollen, nehmen wir das raus und mixen das
Bruno: mit Wasser und machen uns einen Fruchtsaft damit.
Willy: Schmeckt extrem lecker.
Bruno: Schmeckt sehr lecker, sehr erfrischend.
Willy: Kakaosaft eigentlich und hat mit Kakao mit dem, was wir im Kopf haben, gar nichts zu tun.
Bruno: Schokoladenaroma nicht, das ist ein Fruchtaroma.
Willy: Ein komplettes Fruchtaroma.
Bruno: Und wenn wir diese Samen einfach trocknen würden und die dann rösten würden,
Bruno: das Kakaoaroma wäre sehr, sehr schwach oder überhaupt nicht vorhanden.
Bruno: Weil das ist, wenn die dann im Fermentieren sind in dieser Holzkiste,
Bruno: Holzkiste ist auch gut, aber da bleiben die Mikroorganismen, die das fermentieren.
Bruno: Holz speichert das ja. Ja, der speichert das.
Bruno: Und wir machen da immer noch Bananenblätter dazu. An denen hat es auch Mikroorganismen.
Bruno: Und da haben wir herausgefunden, dass bei uns die Bananenblätter von den roten
Bruno: Bananen das beste Aroma geben.
Willy: Es gibt auch hier rote Bananen, die haben wir schon gegessen.
Bruno: Ja, ja, es gibt rote Bananen, es gibt große, es gibt kleine,
Bruno: Bananen gibt es unheimlich viele Sorten.
Bruno: Und von den roten Bananen nehmen wir die Blätter, die kommen dann dazu.
Bruno: Und dann die ersten zwei Tage gibt es dann eine Gärung, der Zucker verwandelt sich in Alkohol.
Bruno: Und in der Holzkiste drin, in sich selbst, gibt es dann Temperaturen bis zu 50 Grad.
Bruno: Und dass der Erik, unsere gute Seele hier auf der Finca, der macht jeden Tag,
Bruno: kontrolliert das mit dem Thermometer, schreibt das auf.
Bruno: Das brauchen wir auch für uns, auch für die Bio-Zertifizierung,
Bruno: ist das einfach die Kontrolle, dass wir nicht irgendwo Kakao von einem anderen
Bruno: zuschleppen und den dann als Bio verkaufen.
Bruno: Aber der Witzig alles schön kontrolliert. Und wenn dann aber,
Bruno: Der Samen möchte ja wachsen.
Bruno: Sobald er aus der Schale raus ist, oder wenn ich die nicht genügend schnell
Bruno: ernte, und die öffne, hat sie überall Wurzeln, fangen die Samen schon in der Frucht anzuwachsen.
Willy: Also man muss echt schnell sein.
Bruno: Ja, also wir müssen wirklich Maximum, können wir drei Wochen mit dem Ernten warten.
Bruno: Auch wenn wir nicht viele Früchte haben, wir müssen alle drei Wochen mindestens ernten.
Bruno: Weil wenn die Früchte reif sind, und sie hängen immer noch am Baum,
Bruno: fangen die an, Wurzeln zu treiben in der Frucht, die Samen.
Bruno: Und das kann man dann nicht mehr benutzen.
Bruno: Während in der Fermentierung, bei der Hitzeentwicklung, kommt dann die Wurzel,
Bruno: die Wurzel will dann rausstoßen,
Bruno: stirbt dann ab wegen der Hitze und dieser Vorgang entwickelt das beste Aroma, Schokoladearoma.
Bruno: Durch das entsteht das Aroma.
Bruno: Danach, nach zwei Tagen, muss man das Ganze in sich wenden.
Bruno: Wir machen das, weil wir haben die Kisten so treppenförmig angelegt.
Bruno: Kommt von oben nach unten.
Bruno: Dann zwei Tage weiter, dann verwandelt sich dieser Alkohol in Essig.
Bruno: Die Fermentierung geht weiter. Und dann nochmals wenden, weil die Temperatur immer noch hoch ist.
Bruno: Dann kommt es an die letzten zwei Tage in der Fermentierung.
Bruno: Und danach wird es getrocknet.
Bruno: mindestens acht Tage.
Willy: So wie es ist dann?
Bruno: So wie es ist, wird es dann getrocknet.
Willy: Wie wird getrocknet?
Bruno: Wir haben so wie Tischplatten, aber die Oberfläche von den Tischen ist so ein
Bruno: Nylon-Gewebe, dass es von unten und von oben Luft hat, weil viele trocknen am Boden.
Bruno: Wenn man am Boden trocknet, ist das Problem, dass dann die Kröten und die Frösche
Bruno: und die Viecher, wir wohnen hier im Dschungel, überall hat Viecher,
Bruno: und deswegen haben wir unsere,
Bruno: Trockentunnel, die sind so gebaut wie ein Gewächshaus und die sind wirklich
Bruno: zu, da kommen fast keine Viecher rein und wir haben das getrocknet auf einer Tischhöhe.
Bruno: Das ist auch einfacher, um das dann zu bewegen. Wir müssen das ja auch immer
Bruno: durchmixen, bewegen, dass das trocknet, wenn nicht aneinander klebt und da muss
Bruno: man wirklich ganz vorsichtig am Anfang ganz vorsichtig trocknen,
Bruno: weil wenn man das zu schnell trocknet können die Bitterstoffe nicht aus dem
Bruno: Samen raus dann bleiben die ganzen Bitterstoffe drin und dann gibt es einen bitteren Kakao.
Willy: Das heisst wie schwer ist der Prozess? wie schwer ist der zu kontrollieren? klingt sehr kritisch es
Bruno: Ist nicht so kritisch man muss einfach wissen weil viele Kakao bauen die diese
Bruno: Installationen nicht haben.
Bruno: Die erst mal fermentieren die nicht oder sind sich gewohnt, früher haben die
Bruno: fermentiert, die haben das einfach so in einem alten, wahrscheinlich noch Düngersack
Bruno: oder irgendeinem Sack, den sie haben,
Bruno: aufgehängt an einem Baum, dass das abgetropft ist oder Jutesack,
Bruno: was auch immer sie hatten.
Bruno: Und dann haben sie das einfach fünf, sechs Tage hängen gelassen und das war die Fermentierung.
Bruno: Die Fermentierung hat auch nicht kontrolliert. Und dann ist ja meistens,
Bruno: wenn die beste Kakaoernte ist, ist auch Regenzeit.
Bruno: und da was machen die, die machen einen schwarzen Plastikrauch oder ein altes
Bruno: Wellblech kommt raus und dann wird das schön dünn sehr schnell getrocknet und dann ist es,
Bruno: die müssen ja fast, weil die müssen dann irgendwie trocknen,
Bruno: wenn sie den nicht trocknen können, wird das ganze schimmelig und bei uns ist das umgekehrt,
Bruno: wir haben diese diese Tunnel und dann trocknen wir das hat die ersten zwei,
Bruno: drei Tage möglichst dick,
Bruno: dass das, wir kontrollieren, dass das nicht schimmelig wird,
Bruno: und dann nach den drei Tagen oder nach vier Tagen, je nach Temperatur,
Bruno: machen wir das dünner, deswegen haben wir auch die Tische zweistöckig,
Bruno: da kommt eine Lage hoch und dann wird das noch fertig getrocknet,
Bruno: und bis auf sieben Prozent Feuchtigkeit.
Willy: Sieben Prozent Restfeuchtigkeit ist dann noch in der Bohne?
Bruno: Das muss sein, wenn es mehr hat, wird es schimmelig im Sack.
Willy: Sagt man jetzt eigentlich Samen oder Bohnen?
Bruno: Ja, wir sagen hier eigentlich Bohnen. Das ist die Kakaobohne,
Bruno: ja. Aber das ist ja der Samen.
Willy: Aber dann ist es fertig. 6% Restfeuchtigkeit und dann ist die...
Bruno: 7. 6 ist auch gut, einfach nicht mehr als 7.
Willy: 7, ja. 7% Restfeuchtigkeit,
Willy: dann ist die Bohnen so fertig, dass sie weiterverarbeitet werden kann.
Bruno: Dass man sie dann rösten kann.
Willy: Wie lagerfähig ist sie denn dann?
Bruno: Wenn wir haben jetzt Wenn man sie jetzt in einem Jutensack lagern würde,
Bruno: hält sie nicht lange, weil der Jutensack, der lässt Feuchtigkeit durch.
Bruno: Oder man macht sie in den Jutensack rein und muss einen Plastiksack außen raus.
Willy: Aber das ist dann das, was exportiert wird? Diese Bohne, wenn sie in diesem Zustand ist?
Bruno: So würde sie dann exportiert werden, ja. Aber wenn wir dann wirklich,
Bruno: wenn wir dann lagert und wir haben den luftdicht abgepackt, weil wir haben ja
Bruno: Luftfeuchtigkeit bis zu 95%.
Bruno: Dann wird er wieder feucht und wird dann schimmlig. Deswegen muss man ihn wirklich
Bruno: sehr gut einpacken und man könnte den also bis zu einem Jahr lagern, ohne Problem.
Willy: Okay, aber das ist im Prinzip der Prozess, den du jetzt beschrieben hast,
Willy: das ist der, der auf jeder Kakao-Farm gemacht wird.
Willy: Das ist quasi der Einprozess.
Bruno: Ja, genau. Und dann wird der ja von, die verkaufen dann ihre Bohnen.
Willy: Ja, das kriegen wir Besuch.
Bruno: Wir haben gleich gefragt, ob wir Hunger haben, ob wir was essen wollen.
Bruno: Ah, schon. Ja, es geht uns gut. Aber wir machen hier zuerst fertig, dann essen wir was.
Bruno: Sonst werden alle Leute noch lustig da, was wir Gutes kriegen.
Bruno: Ja, und dann werden die von den Bauern verkauft, zum Teil an Zwischenhändler.
Bruno: das sind dann die Kakaotrader, die kaufen ein,
Bruno: weil wieder der Bauer der kann ja nicht der Schokoladenfabrik in Europa,
Bruno: zwei Sack oder drei Sack Kakaobohnen verkaufen, die wollen ja einen Container
Bruno: und dann muss man diesen Container noch gut auskleiden und der muss dann auch
Bruno: noch mit Insektenschutzmitteln bekämpft werden,
Bruno: dass sie wenn die aufmachen, dass der nicht voller Motten ist oder Ungeziefer,
Bruno: aber ich habe mich jetzt mit diesen ganzen Exportgeschichten von Kakao gar nicht
Bruno: auseinandergesetzt, weil wir wollen ja gar nicht exportieren, also wenn wir,
Bruno: was exportieren wir haben bis jetzt nach Deutschland exportiert,
Bruno: aber dann haben wir Kakao schon so weit verarbeitet dass da schon 100%ige Kakaomasse war.
Willy: Rohkakaomasse Genau, da schauen wir gleich hin, wann ich jetzt diese Bohnen
Willy: vor mir habe, woran kann ich denn in dem Stadion erkennen, ob Kakao gut ist
Willy: oder ob das gut verarbeitet worden ist, kann ich da schon irgendwie was ausmachen?
Bruno: Ja, das ist dann so, wenn man den Kakao eigentlich dann weiterverkauft oder
Bruno: wenn man weiterverarbeitet,
Bruno: Dann nimmt man aus jedem Sack eine Probe, fünf, sechs Bohnen,
Bruno: man mischt die und dann macht man, es kommen dann 50 Bohnen in so ein Brett
Bruno: auf einem Metallkasten,
Bruno: dann klappt man den zu,
Bruno: das ist so wie eine Guillotine, schneidet dann die in der Mitte durch und dann
Bruno: kann man da wieder öffnen und dann sieht man den Schnitt von den Bohnen.
Bruno: Und dann anhand der Farbe sieht man, ist es gut fermentiert,
Bruno: ist es gut getrocknet oder nicht.
Willy: Was sollte es für Farbe haben?
Bruno: Eigentlich sollte es schön so schokoladebraun sein und die Kakao,
Bruno: die sollten eigentlich schon in sich verfallen.
Bruno: Wie Verbrosmen.
Bruno: Ja, sie sollten in sich verfallen, weil wenn sie violet sind,
Bruno: ist es schlecht fermentiert.
Bruno: wenn sie dann schimmlig sind dann kann man sie auch nicht mehr gebrauchen weil
Bruno: außen schimmlig ist eigentlich nicht das Problem wenn auf der Schale ein bisschen
Bruno: weiß aber wenn der Schimmel dann in die Bohnen reingeht ist das dann wirklich also.
Willy: Die Bohnen selbst besteht dann auch noch aus Schale und aus
Bruno: Kern genau der.
Willy: Kern ist das was man dann eigentlich
Bruno: Wenn auf der Schale ein bisschen schimmlig ist das wird von den Schokoladenfabriken
Bruno: noch akzeptiert Wenn der Schimmel noch reingewachsen ist, dann ist es fertig.
Bruno: Aber auch das ist schon nicht mehr 1A-Qualität. 1A-Qualität ist absolut ohne Schimmel.
Bruno: Und auch wenn sie dann zu früh geerntet werden, sind dann die Bohnen fast so schwarz und gummig.
Bruno: Die verfallen dann nicht in sich.
Bruno: Schlecht fermentiert sind sie violett.
Bruno: Okay, gut. Also das gibt dann so einen Schnitt. und wir hier auch bei der Erik,
Bruno: der schneidet ja immer mit dem Taschenmesser von Hand und kontrollieren das auch immer.
Bruno: Aber mit unserer Fermentierung haben wir jetzt nie Probleme, dass das nicht hinhaut.
Bruno: Aber auch, das ist bei uns, es gibt andere Plantagen, die fermentieren fünf
Bruno: Tage, es gibt andere Plantagen, die fermentieren sieben Tage,
Bruno: es ist nicht überall dasselbe.
Willy: Und das macht den Unterschied?
Bruno: Das macht auch, aber das ist eher der Unterschied, das Klima,
Bruno: bei denen ist es vielleicht in der Nacht kälter wie bei uns,
Bruno: oder es ist wärmer wie bei uns.
Bruno: Und das muss man halt mal ausprobieren, bis man dann wirklich weiss, was ist das Beste für...
Willy: Und auch diese 7% mindestens...
Bruno: Die 7% Rechtfrüchtigkeit, die müssen alle haben. Sonst geht der Kakao,
Bruno: die Samen, die Bohnen gehen dann kaputt.
Willy: Okay. Jetzt haben wir diese gut fermentierte, fertig getrocknete Kakaobohne.
Willy: Wie mache ich daraus, erstens einmal, was kann ich daraus jetzt machen und wie
Willy: mache ich daraus jetzt Schokolade? Was sind da die Schritte?
Bruno: Der erste Schritt ist, man muss diese Bohnen, die Kakaobohnen rösten.
Willy: Ja.
Bruno: Das kann man ganz einfach rösten in eine, von einer Bratpfanne bis eine große
Bruno: Pfanne kann man die rösten.
Bruno: Und bei der Fabrik haben die halt dann die Röstereien.
Willy: Also geröstet wird da.
Bruno: Geröstet, ja.
Willy: Danach Entschuldigung, weil ich da frage, beim Kaffee gibt es ja unterschiedliche
Willy: Röstgrade. Gibt es das beim Kakao auch? Gibt es beim Kakao auch,
Bruno: Ja. Gibt es das da? Ja.
Willy: Also da habe ich auch schon wieder einen Einfluss auf eine gewisse...
Bruno: Klar, es gibt Leute, die rösten mehr, es gibt Leute, die rösten weniger,
Bruno: aber wir rösten möglichst wenig, weil es bleibt auch mehr Aroma.
Bruno: Ich habe das noch nie gesehen auf einer Kakao.
Willy: Da ist immer der Anteil an Kakao bei Schokolade, aber ich habe noch nie den
Willy: Röstgrad des Kakaos auf einer Dorfwürzel.
Bruno: Da spricht auch niemand davon.
Willy: Wieso nicht?
Bruno: Da spricht auch niemand davon, aus welcher Kakaofrucht wurde diese Schokolade
Bruno: gemacht. Das kommt erst jetzt.
Bruno: jetzt gibt es jetzt gibt es schokolade der
Bruno: da besteht da sagt man das ist
Bruno: 100 prozent oder es ist trinitario aus madagaskar oder es ist kakao aus honduras
Bruno: aber das sind so spezial das ist wie beim wein der wein war ja früher auch einfach
Bruno: bringen wir einen roten ein rose oder einen weissen.
Willy: Das kommt jetzt erst jetzt.
Bruno: Das kommt jetzt, weil jetzt wenn man diese verschiedenen Kakaopflanzen aus denen
Bruno: Schokolade macht oder verschiedenen Ernten im Jahr diese Kakao haben immer einen anderen Geschmack.
Bruno: Die sind zum Teil fruchtig,
Bruno: Nussig, zitronig, blumig, da gibt es wirklich viele verschiedene Aroma,
Bruno: die man rausschmecken kann.
Bruno: Aber diese 85% von diesem afrikanischen Kakao oder diesem Forastero Kakao,
Bruno: die haben eben nicht so top Geschmack.
Bruno: Und mit diesem wird einfach die Standard-Schokolade gemacht,
Bruno: wo tonnenweise hergestellt wird.
Bruno: Schokoladenhasen, Die ganze Billigschokolade, wo eine Schokolade...
Bruno: Also was wir eigentlich.
Willy: Ich habe das nachgelesen, fast alles, was wir bei uns im Supermarkt bekommen,
Willy: sind Standard-Schokoladen, oder?
Bruno: Da sind 0,815 Schokoladen.
Willy: Auch, wurscht welcher Preis und Dinge, das meiste, wir kommen an die Orgen-Schokoladen,
Willy: kommen wir gar nicht im Supermarkt,
Bruno: Oder? Nein, die muss man wirklich suchen. Und so eine 100-Gramm-Tafel in der
Bruno: Schweiz kauft man, für 1 Euro, 1,50 Euro, vielleicht ganz teuer mal etwas Spezielles
Bruno: mit teuren Nüssen, 2 Euro.
Bruno: Aber wenn man dann auch selbst in der Schweiz 50 Gramm Schokolade beim Chocolatier
Bruno: nimmt, der dann sagt, woher die Bohnen kommen, was da drin ist,
Bruno: kostet dann so eine Tafel mal schnell 8 Euro.
Bruno: Da ist der Unterschied.
Willy: Aber langsam wissen wir jetzt auch, warum das so ist.
Bruno: Warum das so ist, weil diese, ich sage jetzt nicht alle, aber viele Schokoladen,
Bruno: werden als Fabrikstandard hergestellt.
Bruno: Die haben über Jahre hinweg immer dasselbe Aroma.
Bruno: Also da kommen Aromastoffe rein, um den zu halten.
Bruno: Da kommt zum Teil Butterreinfett rein, weil es billiger ist wie das Kakaobutter.
Bruno: Dann je nach Land kommt auch Palmölfett rein.
Bruno: In Costa Rica die billigen Schokoladen werden mit Palmölfett hergestellt.
Bruno: Die kaufen zum Beispiel aus Spanien Kakaopulver.
Bruno: Das wurde hergestellt aus afrikanischem Kakao.
Bruno: In Spanien wird er aus Kakaobutter gemacht.
Bruno: Nebenprodukt ist Kakaopulver.
Bruno: Das wird dann billig verkauft. Das kommt dann zum Beispiel auf eine von diesen
Bruno: Schokoladefabriken, die wir hier haben. Die macht aus dem dann Schokolade.
Bruno: Die mischen dieses Pulver, dieses Kakaopulver mit Palmölfett und Zucker.
Bruno: Das wird dann geknetet wie Teig.
Bruno: Und aus dem werden dann die Schokoladetafeln gemacht.
Willy: Quasi-Schokolade.
Bruno: Ja, die dürfen das aber nicht mehr Schokolade nennen.
Willy: Das ist gleich mit Honig im Moment.
Bruno: Ja, ja, das ist. Und die dürfen das dann nicht mehr Schokolade nennen.
Bruno: das ist dann Savor, die schreiben dann, das ist Geschmack an Schokolade,
Bruno: aber Geschmack schreiben sie so klein und Schokolade ganz gross,
Bruno: aber voll besetzt hält das.
Bruno: Und eben in Europa gibt es auch viel so, die Billigschokolade wird natürlich
Bruno: mit Billig-Kakao gemacht, dann kommen noch billige Rohstoffe dazu,
Bruno: und das ist dann kein Vergleich, das ist dann wie Billigwein im Tetra-Pack,
Bruno: Vergleich zu einem Wein, wo man meint, das kommt von diesem Weingut,
Bruno: da hat er noch so viele Sonnentage und die schreiben ja alles auf die Weinflaschen.
Bruno: Bei uns ist es wenigstens, steht auf der Schokolade, es wird gemacht aus Trinitario,
Bruno: und Creuio Cacabohnen. Dass die Leute das mal wissen.
Willy: Aber die Röstung ist noch nicht drauf.
Bruno: Die Röstung, da fragt im Moment auch noch niemand.
Willy: Das ist noch quasi Zukunftsmusik. Aber wir haben jetzt quasi die Zukunft weggenommen, weil es wird kommen.
Bruno: Wir werden auch in Zukunft werden
Bruno: wir auf unsere Schocken, dann wollen wir einen QR-Code drauf machen.
Bruno: Und dann, sobald wir Internet, stabiles Internet hier im Dschungel haben,
Bruno: dass die Leute dann auch die Plantagen Tag und Nacht besichtigen können mit
Bruno: Ton und Webcam. Das ist auch eine Zukunft.
Willy: Da kann sich dann der Kunde theoretisch seine eigene Pflanze kaufen.
Bruno: Ja, er kann wenigstens sehen, woher die Pflanzen kommen.
Bruno: Wenn die Jungs am Schneiden sind, können sie ihnen zugucken,
Bruno: wie sie schneiden. Wenn sie am Erden sind, können sie auch zugucken.
Willy: Hören kann man es übrigens dann demnächst auch, weil wir haben das Mikrofon
Willy: wieder aufgestellt, das 63 Grad-Mikrofon, also man kann demnächst auch hören,
Willy: wie es sich bei dir hier anhört. Im Hintergrund hört man es eher ab.
Bruno: Und jetzt, das wäre der Schokoladeprozess, jetzt haben wir ja die Fika durch,
Bruno: das ist ja durch, dann werden die geröstet, dann werden die gebrochen.
Willy: Gebrochen hast du auch.
Bruno: Ja, die werden in sich, so eine Maschine bricht die dann.
Willy: Wie ist das?
Bruno: Ja, weil, wenn man das jetzt von Hand macht, wir nehmen so wie,
Bruno: wir schlagen einfach drauf, auf einem grossen Mörser, kann man die zerbrechen.
Bruno: Oder man nimmt dann diese Getreidemühle, lässt die aber so 5 mm offen.
Bruno: Ganz offen, dass es nur so aufgerissen ist. Gebrochen wird, die Frucht.
Bruno: Und danach mit Luft, mit Wind, bläst man dann die Schale raus.
Willy: Das geht, weil...
Bruno: Wie bei Sprö und Weizen.
Willy: Ist die so dünn, die Schale?
Bruno: Ja, die ist ganz leicht, die ist ganz dünn. Die kann man mit Luft wegblasen.
Bruno: oft wurde das hier, früher haben die Leute ja die Schokolade auch geerntet,
Bruno: haben sie in den Sack aufgehemmt,
Bruno: so fermentiert und dann getrocknet und dann haben sie es auch so geschlagen
Bruno: mit dieser Mühle gemahlen dann haben sie es einfach runterfallen lassen wie den Reis,
Bruno: wenn es gewindet hat und der Wind hat dann die Schale weggeblasen und unten
Bruno: waren dann die sauberen Nips Könnt.
Willy: Man die Schale theoretisch auch drin lassen?
Bruno: Nein es wird bitter, aber aus den Schalen kann man einen wunderbaren Tee machen.
Bruno: Tee? Einen wunderbaren Tee, ja. Kakao-Tee? Kakao-Tee, der schmeckt dann perfekt
Bruno: nach Schokolade. Nein. Muss man aufkochen, schnell ziehen lassen.
Willy: Gibt es das schon?
Bruno: Ich glaube, es gibt es zum Kaufen. Wir vermarkten es noch nicht so gross, aber,
Bruno: in Südamerika wird es verkauft und vor allem wird es sogar als Medizin verkauft, weil es ist, wenn,
Bruno: Mütter Probleme haben mit ihrer Muttermilch, trinken sie Kakaotee und danach
Bruno: haben sie viel mehr Muttermilch.
Bruno: Es ist sehr, sehr gesund.
Willy: Kakaotee.
Bruno: Man nimmt dann die Kakaoschalen, kocht die auf,
Bruno: und dann lässt man das, man kocht es auch auf, wenn es Keime oder so hätte,
Bruno: aber bei uns wird es auch geröstet und nach dem Röstern haben wir auch Bio-Kakaoschalen
Bruno: haben wir auch schon nach Deutschland und exportiert.
Willy: Und man hat eine neue Business-Ideen, glaube ich.
Bruno: Ja, ja, dieser Kakao, der ist interessant und da kannst du ein bisschen Milch
Bruno: rein tun, ein bisschen Zucker und dann ist es wie ein Kakao.
Bruno: Aber das ist eine Schale gemacht und sehr gesund.
Bruno: In der Schweiz oder in Europa allgemein, diese Kakaoschalen wurden dann auch
Bruno: in die Tierfutternahrungskette eingespiesen.
Willy: Also man schmeißt es weg, man kann es wirklich nutzen, das ist ein wertvoller Rohstoff eigentlich.
Bruno: Genau, ja. Und dann haben wir die Nips.
Willy: Das sind jetzt diese Nips?
Bruno: Das sind dann die Nips, wenn man fertig ist. und diese Nips,
Bruno: die werden dann gemahlen.
Willy: Das sind einfach so Kakaobrösel.
Bruno: Ja, gröbere. Deswegen darf auch die Kakaobohne nicht trockener sein wie 6%.
Bruno: Weil wenn die dann trockener ist, dann verfallen die dann fast zu Staub und
Bruno: das wird dann auch weggeblasen.
Willy: Also es muss wirklich 7 sein.
Bruno: 7 ist das Beste. Unter 6 hast du dann zu viel Verlust.
Willy: Bei den Nips.
Bruno: Weil dann bläst du mit den Schalen auch noch Kakaopulver raus.
Willy: Ach, mein Gott. Langsam fange ich Kakao zum Verstehen an. Okay,
Willy: also jetzt habe ich diese Nips.
Bruno: Ja, diese Nips, das ist dann der Rohstoff. Die Nips kann man auch so essen.
Bruno: Ins Müsli oder in den Kuchen.
Bruno: Wenn du Schokoladenkuchen machst, kann man den reinmachen. Das ist dann wie ein kleines Nüsschen.
Bruno: Oder ist wie eine Mandel, die dann einfach nach Schokolade schmeckt.
Willy: Grandios.
Bruno: Aber die wird dann gemahlen. wirklich auf 0,2 Mikra, ganz fein, wirklich ganz fein.
Bruno: Und dann wird es durch das Mahlen, erhitzt sich das und das wird dann flüssig.
Willy: Die Nips werden gemahlen, erhitzt sich, wird flüssig. Bei der Fettanteil so hoch.
Bruno: Da muss man kein Fett dazugeben, weil Fettanteil ist bei jeder Kakaobohne über 50%.
Willy: 50% Fettanteil. Dann gibt es solche,
Bruno: Die sind bis zu 60%. Das sind dann ganz spezielle, wo man dann aussucht,
Bruno: wenn man nur Fett produzieren will. Aber über 50 sind eigentlich alle.
Bruno: Dann malt man die und malt die mit Walzen. Das kann man mit Steinmalzen machen.
Willy: Man würde es natürlich selber machen, oder?
Bruno: Könnte man auch, aber mit diesen Aluminiummühlen geht es auch.
Bruno: Nur kommt man da nicht auf diese feine Grat.
Bruno: Aber wenn man die so malt und die dann isst, die Schokolade schmeckt auch schon herrlich.
Bruno: Nur ist sie halt ein bisschen sandig.
Bruno: und das wollen wir ja nicht, wie fein der schmelzt, wie besser deswegen sagen sie ja, der Lindt,
Bruno: Der hat seine Schokolade gemacht und hat mal übers Wochenende vergessen,
Bruno: das Rührwerk, das Mahlwerk abzuschalten.
Bruno: Und danach hat er ja die beste Schokolade gehabt.
Willy: So erzählt man sich.
Bruno: Erzählt man sich. Das ist die Lindt-Geschichte.
Willy: Was heißt, er hat einfach weitergemahlen?
Bruno: Er hat einfach, normalerweise haben die nach fünf Stunden abgestellt oder nach
Bruno: zehn und dann war der mal das Wochenende durchgelaufen und dann hat man gemerkt,
Bruno: das war dann der beste Schmelz.
Willy: Okay, also der Trick war einfach, weitermahlen.
Bruno: So lange malen, bis es wirklich so dünn ist, fast wie Wasser.
Bruno: Und dann kann man da kommt dann der Zucker dazu.
Willy: Das nennt man Schmelz übrigens, diese Konsistenz.
Bruno: Ja, genau.
Willy: Das ist der Schmelz. Das Sandige ist auch schon Schmelz, nur grober Schmelz.
Bruno: Aber das ist der Rohkakao. Man sagt dem Kakaolikor oder Rohmasse.
Willy: Und das ist jetzt bis jetzt nur die Nibs?
Bruno: Nur die Nibs hat kein Zucker und nichts. Das ist nur gemahlen.
Bruno: Das ist dann Rohmasse. Ja, Rohkakao.
Bruno: Rohkakao kann man auch wieder problemlos ein Jahr lagern.
Willy: Gekühlt oder gefroren?
Bruno: Muss nicht mal groß gekühlt sein.
Willy: Ihr hattet ja nichts Gender eigentlich.
Bruno: 20, 20, 25, 22 Grad ist kein Problem. Okay. Weil da ist ja noch nichts dabei.
Bruno: Sobald man da Milch reintut und Früchte reintut, dann ist das dann schon wieder was anderes. Okay.
Willy: Aber der Rohkakao war der dann nach dem Mahlen und, wie nennt man das?
Bruno: Das ist dann Kakaomasse, wenn das ausgekalt ist, ist das wieder hart.
Bruno: Und es gibt viele Firmen in Europa, die kaufen Rohkakaomasse ein.
Bruno: Die rösten nicht und die kaufen auch keine Kakaobohnen.
Bruno: Die kaufen Rohkakaomasse. Auch hier von Costa Rica.
Bruno: wie Droh-Kakaumasse verschickt. Das ist auch gut, der bleibt ein bisschen mehr,
Bruno: im Land, wenn wir bloß Bohnen verkaufen würden.
Bruno: Und dann diese Rohkaka-Massen, die kommt dann wieder in eine Maschine,
Bruno: wieder mit Mahlwerk, weil die Rohmasse, die wird meistens noch nicht so,
Bruno: so fein gemahlen, wie die Schokolade.
Bruno: Das ist ja erst die Rohmasse. Diese Rohmasse wird dann wieder gewärmt,
Bruno: aufgeschmolzen, also bei 40 Grad, die wird dann erhitzt.
Bruno: Dann kommt Und es kommt dann auch wieder ein Mahlwerk zusammen mit dem Zucker.
Willy: Das erste, was dazukommt, ist der Zucker.
Bruno: Der Zucker, ja. Also wenn ich jetzt normal, es gibt dann auch Schokolade,
Bruno: da kommt dann Süßstoff oder so, aber da kommt der Zucker dazu.
Bruno: Und wenn wir jetzt eine 70-prozentige Schokolade haben, kommt da zum Beispiel
Bruno: manchmal noch 5% Kakaobutter dazu für den Schmelz.
Bruno: Zusätzlicher Kakaobutter. und,
Bruno: vielleicht noch 25% Zucker.
Willy: Achso, und das sind dann die 30%.
Bruno: Das sind dann die 30%. Oder es gibt dann auch Leute, die sagen 70%,
Bruno: weil der Kakaobutter ist ja auch Kakao.
Bruno: Die nehmen dann nur 65% Kakaomassen und 5% Kakaobutter.
Willy: Das ist eigentlich die ehrlichere Wahl.
Bruno: Ja, das ist das. Und dann 30%. dann hast du, das ist auch eine 70% Schokolade, weil die 30% der Zucker.
Bruno: Also wenn man den Kakaobutter, den man dazu tut, das ist auch Kakao.
Bruno: Einfach von einer anderen ein bisschen weggenommen.
Bruno: Also das ist eigentlich man gibt die Gerade an von dem Kakao.
Bruno: Also 70% ist dann 70% Kakao, 85% ist dann 85% Kakao und 15% Zucker.
Bruno: Und bei unserer Schokolade zum Beispiel, wenn du die jetzt probierst,
Bruno: ich gebe dir jetzt mal eine,
Bruno: Das ist jetzt 85.
Willy: Die Orge.
Bruno: Ja, ohne,
Bruno: schönes Design. Jaguar.
Willy: Dann können wir... Leopard, wie ich gesagt habe.
Bruno: Ja, der Leopard, ja. Die hat jetzt zum Beispiel ein Lager, die ist jetzt halbbar bis 24.09. 26.
Bruno: Weil dunkle Schokolade hält zwei Jahre.
Willy: Boah, wird aufgemacht, die Schokolade auch noch.
Bruno: Wir müssen das zukleben, so wird es in den Geschäften nicht geklaut.
Bruno: Dann haben wir auch hier... Wir machen immer ein bisschen...
Willy: Echt das Zertifikat, oder was?
Bruno: Nein, das ist einfach, dass die Leute sich da QR-Code und dann kommen sie auf
Bruno: unsere Website, da können sie sehen, wo wir sind.
Bruno: Hier hinten haben wir auch ein bisschen die Schokolade-Geschichte,
Bruno: dass die Leute auch sehen, woher sie kommt, was es ist.
Bruno: Das ist jetzt 85%.
Willy: Bitte.
Willy: Butterweich.
Bruno: Butterweich und ist nicht bitter. Für mich ist es nicht bitter.
Willy: Ich kenne bei uns die hochprozentige Schokolade eigentlich immer nur sehr hart.
Bruno: Und trocken.
Willy: Trocken und sehr, sehr hart.
Bruno: Und bitter. Die ist weich, die ist nicht bitter. Da kannst du deine ganze Schokolade wegputzen.
Bruno: Weil es ist wirklich als Top Kakaobohnen hergestellt, die von Natur auf nicht bitter sind.
Bruno: Dann fermentieren wir so, dass es ein gutes Aroma gibt.
Bruno: Und dann beim Trocken holen wir alle Bitterstoffe raus.
Willy: Das heißt, die Schokolade, die trocken ist, die hat Costa Rica nie verlassen eigentlich, oder?
Bruno: Nein, nein, nein. Wir machen alles hier. Ich habe genügend. Die putzen wir jetzt weg.
Bruno: Deswegen, man sollte auch Schokolade eigentlich,
Bruno: nicht noch mit zusätzlichen Aromen. Wir machen zum Beispiel Schokolade mit Zitronenöl, mit Orangenöl.
Bruno: Kommt da rein. Aber wenn es du die im Maul zergehen lässt und dann oben beim
Bruno: Gaumen mit der Zunge hinstreichst,
Bruno: Da hast du Aromen, die nicht Schokolade sind.
Willy: Und da kommen wir jetzt dann... Ich bin ja wieder überfragt, jetzt will ich den Test.
Bruno: Für mich ist die jetzt ein bisschen fruchtig, berig.
Willy: Was geht das mit beim Wein? Du hast das genauso gesagt, oder?
Willy: Ja, das ist wie beim ersten Glas Wein, wenn man es hinschmeckt,
Willy: keine Ahnung. Aber man vergleicht es wahrscheinlich auch nebeneinander.
Bruno: Genau.
Willy: Dann kommt man auf das drauf. Und das sind jetzt 85% kleiner Bohnen,
Willy: Nippes runtergemahlen auf den perfekten Schmelz.
Bruno: Ja, dann kommen 15% Zucker zu, Rohzucker, also Zucker nicht der weisse, der braune.
Willy: Ja.
Bruno: Auch Bio, Bioproduktion in Costa Rica. Alles, was dieser Schokolade isst.
Willy: Ist auch in Kostarika.
Willy: Und warum ist dann diese Schokolade, die ich kenne, 85%, warum ist sie so hart?
Bruno: Die Bohnen sind nicht so gut fermentiert.
Bruno: Sind nicht so getrocknet. Wahrscheinlich sparen sie mit Kakaobutter,
Bruno: weil der kostet jetzt im Moment über 30 Euro das Kilo.
Bruno: Vor einem Jahr war es noch 7 Euro.
Bruno: Und dann ist es die Qualität der Bohnen. Letzte Woche war ein Bekannter hier,
Bruno: bei uns in Deutschland, die hochgradigen Schokolade sind immer so trocken. So trocken.
Willy: Aber das ist gleiche.
Bruno: Und bitter.
Bruno: Und dieser Schokolade ist da wirklich Medizin.
Bruno: Das ist nicht mehr was, das schadet. Das ist wirklich gesund.
Willy: Ja, es ist auf jeden Fall geschmacklich und auch von der Konsistenz her.
Willy: Es kann nicht was anderes zu den herkömmlichen 85% Schokoladen, die du mal so kennst.
Bruno: Oder dann die süßen Schokolade. Weil das ist gesund, weil das hat Theobromin.
Bruno: Theobromin ist ja das fördert das Glückshormon. Also das macht glücklich, wie Antidepressivo.
Willy: Deswegen auch die Schokoladesucht? Ja, wobei...
Bruno: Der Sucht macht eher den Zucker in der Schokolade, ja.
Willy: Nicht das Tierbrumin.
Bruno: Und dann hilft es vor allem auch für die Arterien, verkalken,
Bruno: säuber die ganzen, für das Herz.
Willy: Also das ist jetzt ein Plädoyer, um mehr Schokolade zu essen, aber gute Schokolade.
Bruno: Ja, wenn man Schokolade isst, die mindestens 70% Kakao-Anteil hat,
Bruno: macht man was für die Gesundheit.
Bruno: Aber wenn es halt weniger hat und sehr viel Zucker, dann ist es halt nicht mehr so gesund.
Willy: Wo stellst du die Schokolade her oder wo wird das einverpackt oder wie machst du das?
Bruno: Das ist so, am Anfang habe ich ja die Schokolade alle selbst gemacht.
Willy: Zu Hause in der Küche.
Bruno: Aber das waren kleine Mengen. Das war auch nicht ganz legal,
Bruno: aber ich konnte es trotzdem so unter Hand verkaufen. wie jemand,
Bruno: der hatte Kuchen gemacht und dann die Kuchenstücke verkauft.
Bruno: Das waren wirklich ganz kleine Mengen.
Bruno: Und jetzt habe ich einen Freund, einen Holländer, der hatte,
Bruno: bevor wir eine Kakaoplantage hatten, der hatte auch eine Bio-Kakaoplantage.
Bruno: Und die war gross, die war über 100 Hektar.
Bruno: Aber er hatte immer auch Freude daran, an Maschinen und Fabriken und so.
Bruno: Und er hatte seine Plantage verkauft, weil Leute waren interessiert an dem Bio-Grund.
Bruno: nicht unbedingt am Kakao, Kakao haben die dann weggeschnitten,
Bruno: aber die haben Bio-Ananas da drauf gepflanzt und er hat sich dann seinen Traum
Bruno: verwirklicht und hat sich jetzt eine super Schokoladefabrik gebaut in Costa Rica,
Bruno: also er hat Maschinen,
Bruno: aus der Schweiz, der hat die eine der besten Röster, die man nur haben kann
Bruno: hier, der hat wirklich Top-Maschinen und der produziert jetzt auch viel Schokolade die dann,
Bruno: Schokolade, Rohmasse, die geht dann in die Schweiz und wird dann zur Schweizer
Bruno: Schokolade verarbeitet.
Bruno: Also der Grundstein liegt hier.
Willy: Also die Rohmasse macht auch schon ihr?
Bruno: Er macht Rohmasse und von nicht nur von mir, weil ich bin ja nicht sein grösster Kunde.
Bruno: Aber er macht Rohmasse und diese
Bruno: Rohmasse und auch fertige Schokolade exportiert er von hier nach Europa.
Bruno: Und anfänglich hat er vor allem Kobertüre gearbeitet oder Rohmasse Und da wie immer, dass du,
Bruno: Ich mache doch für mich auch die Tafeln mit. Das habe ich noch nie gemacht.
Bruno: Irgendwo muss man anfangen.
Bruno: Und jetzt sind wir wirklich ein gutes Team.
Bruno: Weil wir sind jetzt so ungefähr, verkaufen wir monatlich bis zu 40.000 Tafeln.
Willy: Monatlich?
Bruno: Ja, monatlich. Ja, wir sind jetzt von der kleinen Küchen-Schokoladen- Produktion,
Bruno: sind wir jetzt eigentlich so von der Farm bis zur Schokoladetafel sind wirklich gut gewachsen.
Willy: Das ist eine halbe Million Tafeln im Jahr ungefähr.
Bruno: Ja, ja, wir verkaufen viel.
Willy: Wie weit soll das wachsen? Also jetzt 40 Hektar, eine halbe Million Tafeln, wo ist das Limit?
Bruno: Das Limit ist so, wie wir letztes Jahr haben wir etwa 25 Tonnen Kakaobohne produziert.
Bruno: Aber das ungefähr so mit 15 Hektaren, weil der Rest ist noch zu jung.
Willy: Mit 15? Ja.
Bruno: Die guten Hektaren, die jetzt fünf, sechs Jahre alt sind, die produzieren bis
Bruno: zu zwei Tonnen und ein bisschen mehr.
Willy: Das heißt, das Potenzial der jetzigen Farm ist noch nicht einmal ansatzweise ausgerätzt?
Bruno: Nein, wir sollten bestimmt im Jahr, wenn alles so klappt, wie wir möchten,
Bruno: kommen wir auf die 80 Tonnen Kakaobohnen.
Willy: Oh, da ist noch was drin.
Bruno: Ja, deswegen haben wir auch angefangen, dass wir jetzt auch die Covertüre machen.
Bruno: Das ist eigentlich dieselbe Schokolade, diese Qualität.
Bruno: Vielleicht mit ein bisschen mehr Kakaobutter, dass sie besser schmelzt.
Bruno: Und die werden dann so wie in kleinen Stücke, so ein Münzstück, Tropfs.
Bruno: Und die kann man dann in die Hotels verkaufen. Das ist die fertige Kubatürische.
Bruno: Ja, und mit dem machen die dann ihre,
Bruno: Glasuren und das Ganze. Das wollen wir dann ausbauen, können wir jetzt aber noch nicht.
Willy: Also Spitzengastronomie ist da Ja,
Bruno: Das ist wirklich nur 1A-Qualität. Und wir haben einen Kunden in Deutschland,
Bruno: der hat uns letztes Jahr 6 Tonnen abgekauft.
Bruno: Rohe Kaka-Masse, ja. Und der möchte dieses Jahr wieder so viel,
Bruno: aber dieses Jahr ist das kritisch, wir haben selbst sehr viel gebraucht.
Bruno: Aber in Zukunft wollen wir dann auch ihm, eigentlich nur ihm,
Bruno: weil er war von Anfang an dabei, das sind wirklich coole junge Leute auch.
Bruno: Die brauchen aber die Rohmasse, die machen mit dem auch wieder ganz spezielle Produkte.
Bruno: Die machen die mit Gewürzen und die wollen Bioprodukte.
Bruno: Dieser Kakao wird dann auch gebraucht für Kakaozermonien, für spirituelle,
Bruno: weil Kakao geht ja viel weiter als nur eine Schokolade.
Bruno: Und die bauen das da aus. also das ist ein riesen.
Willy: Also Kakao ist generell im Kommen
Bruno: Weil der Kakao früher jetzt,
Bruno: Die ersten Europäer haben aus dem Kakao ein Genussmittel gemacht.
Bruno: Als Cortés nach Spanien kam, also der Spanier nach Mexiko kam,
Bruno: und die ersten Leute haben da Kakao getrunken, haben die Spanier gesagt,
Bruno: wie können die Indianer den ganzen Tag laufen und rennen?
Bruno: Und das Einzige, was die machen, die trinken was.
Bruno: Und das haben die getrunken, gemahlenen Mais mit gemahlenem Kakao.
Bruno: und nicht mit Zucker, nur so. Wie hat das heißen.
Willy: Das Getränk? Weißt du das?
Bruno: Ja, das hat so Chocolat, Chocolat, von dem kam dann auch der Name Chocolat.
Bruno: Und die Spanier, die haben das dann noch mit Milch gemischt und Honig und Zucker
Bruno: rein und das kam dann so, aber der früher war die,
Bruno: der Kakaowark war eigentlich hier,
Bruno: deswegen heißt es ja auch die Speise der Götter, der wurde früher gebraucht
Bruno: für die Könige, für die Priester und für die Krieger, also es war nicht so,
Bruno: jeder konnte Kakao und heute gibt es halt immer wieder, jetzt immer mehr gibt
Bruno: es auch die spirituelle Seite von Kakao auch.
Bruno: Also Kakao ist ein Riesenthema, wir machen Genuss Schokolade.
Willy: Das hört sich ganz an. Nur eine Frage, wir haben jetzt gesagt Rohkakao, was ist Kakaobutter?
Willy: Also wir kriegen aus Kakao, Ich mache schon wieder Licht an.
Bruno: Ja, ja.
Willy: Kannst ruhig weitergehen.
Bruno: Licht an, unser Licht, ja. Genau, meine alten Lampen hier.
Bruno: Also das ist derselbe Vorgang. Wir machen die Nips.
Bruno: Aus der Nips machen wir den Rohkakao, die Kakaomasse.
Bruno: Und die Kakaomasse, solange die noch flüssig ist, kommt die in eine Presse rein.
Willy: Okay.
Bruno: Und dann wird das runtergepresst und da läuft der Kaka-Butter schön goldig raus.
Willy: Okay, einfach gepresst.
Bruno: Gepresst, ja. Und dann bleibt dann, denen sagen sie, das ist die Torte.
Bruno: Das ist auch der Hamburger Fleisch, wird auch aus Torte genannt.
Bruno: Das bleibt dann so ein Teller, so zusammengedrückt.
Bruno: Und normalerweise bleibt da zwischen 9 und 11 Prozent Kakaobutter immer noch vorhanden.
Bruno: In dieser Torte.
Bruno: Weil man kann nicht ganz alles rausdrücken.
Willy: Die Kakaoputter ist eigentlich das Wertvolle, oder?
Bruno: Das ist viel teurer als der Kakao.
Bruno: Das ist der Kakao, den man früher gemacht hat, mit heißem Wasser aufgekocht,
Bruno: ein bisschen Milch, dieses Pulver, das sich fast nicht auflöst.
Willy: Aus dem wird dann der Pulverkakaopulver?
Bruno: Ja, das ist das Kakaopulver, den man zum Kochen auch braucht,
Bruno: über die Torten streuen, aber den muss man dann noch einmal mahlen, der ist dann wieder so,
Bruno: fest zusammengepresst, Aber eigentlich ist der ja ganz locker,
Bruno: weil der war ja zuvor schon ganz gemahlen.
Bruno: Man hat dann das Butter und das Kakaopulver.
Willy: Ist das? Jetzt haben wir glaube ich den Kakao einmal erklärt,
Bruno: Oder? Das Ganze haben wir jetzt bis durchgesprochen.
Willy: Jetzt gibt es nichts mehr. Doch, doch, doch. Ich habe eine Frage von einem Zuhörer.
Willy: Wir haben ja über die Produktion geredet. Wenn du die Kostenfaktoren nimmst
Willy: bei der Kakaoproduktion, Was sind denn die höchsten bei dir am Betrieb?
Bruno: Das teuerste im Moment ist der Kakaobutter.
Willy: Nein, nein, nein, bei den Betriebsmitteln. Sind es die Löhne,
Willy: sind es die Maschinenkosten, Treibstoff, Energie?
Bruno: Das Teuerste, das ich hier habe, was mir am meisten kostet, das sind die Sozialleistungen.
Willy: Also generell Löhne und davon die Sozialleistungen.
Bruno: Die Sozialleistungen sind hier wirklich hoch. Wir zahlen hier 48% Sozialleistungen über die Löhne.
Bruno: Das ist eigentlich ein Faktor.
Bruno: Die Löhne sind so, das verdienen die Leute. Aber jedes Mal, wenn man die Sozialleistungen
Bruno: noch bezahlen muss, kommt er nochmal drauf. Das ist eines unserer Größten.
Bruno: Die ganzen Spritzmittel, die Chemie, die anderen Leute Chemie einkaufen,
Bruno: wo sehr teuer ist, die kommt uns nicht so teurer, die machen wir alles selber.
Bruno: Und auch viel Handarbeit. Weil das ganze Schneiden, die Handarbeit,
Bruno: das ist eigentlich das Teure.
Willy: Okay, verstehe ich. Ich habe die Frage jetzt einfach nur vorgezogen,
Willy: weil es sonst jetzt einfach nicht reinpasst.
Willy: Wichtig, glaube ich, was auch für interessiert, Wie wichtig sind denn diese Labels?
Willy: Es gibt ja Fairtrade, Rainforest Alliance etc.
Willy: In dem ist die Antwort deinem Blick schon fast ein bisschen.
Willy: Wie wichtig ist das und hilft mir das, gute Schokolade zu erkennen?
Willy: Oder wie stehst du zu dem Thema?
Bruno: Also wie ich jetzt das Bio-Label, also ich glaube das Europa-Siegel,
Bruno: bis ich das kriege, oder das NOP, da kann der Kunde schon bestimmt sicher sein, dass das Bio ist.
Bruno: Weil wir werden, also hier in Costa Rica werden wir hey!
Willy: Kleiner Radi.
Bruno: Ja, es ist Streiter mit Ameisen und Käfer und allem.
Willy: Er hat ungefähr die gleiche Gräse.
Bruno: Ja, ja.
Bruno: Und also Bio, da bin ich sicher, das ist Bio.
Bruno: Also Costa Rica, da werden wir so stark kontrolliert,
Bruno: aber dann das Reinforst und diese ganze Label, es ist auch,
Bruno: viel von dem ist eigentlich auch für das Label es ist auch sehr teuer,
Bruno: also ich muss jetzt 2000 Dollar bezahlen nur dass die mir die Farm zertifizieren,
Bruno: dann mein Fabrikant mein Freund, der muss viel mehr bezahlen,
Bruno: weil der muss seine Firma auch wieder zertifizieren.
Bruno: Und das ist einfach sehr teuer. Für uns ist das sehr teuer.
Willy: Gerade für kleinere Produzenten vermutlich.
Bruno: Kleine Produzenten können sich das fast nicht wieder leisten.
Bruno: Es gibt hier eine Bio-Zertifizierung, die macht der Staat, Costa Rica.
Bruno: Das macht er für Organisationen, wenn sich drei, vier zusammenschliessen. Das ist dann billiger.
Bruno: Aber das ist nicht international gültig, nur national.
Bruno: Aber dass sie wenigstens auf dem Markt können, mit ihren Bohnen und Zwiebeln
Bruno: und so. Es gibt eine Möglichkeit, aber nicht für Export.
Bruno: Aber ich glaube, es ist schon wichtig, weil wenn einfach jeder Bio draufschreiben
Bruno: könnte, würde er jede Bio draufschreiben.
Bruno: Aber es ist halt teuer.
Bruno: und manchmal mit so einem riesigen Labelsalat, da gibt es Bio das,
Bruno: da gibt es das, das gibt das.
Bruno: Wir sind einfach mal NOP zertifiziert.
Willy: NOP steht für?
Bruno: Das ist das amerikanische Bio-Label. Das ist wie das... Ja, irgend so was.
Bruno: Und dann haben wir das EU, das grüne Blatt.
Willy: Das ist eher da drauf.
Bruno: Ja, wir haben jetzt das EU-Blatt vorne.
Willy: Auch gleich vorne drauf.
Bruno: EU-Qualität Die haben wir jetzt nicht NOP gemacht, wir haben nur Europa gemacht
Bruno: Klassischer Vorführeffekt Ja,
Bruno: aber das ist allgemein weil wir mit zwei Marken auf dem Markt sind und das hat,
Bruno: dann haben wir Papier Nächster Label FST,
Bruno: das ist mit vier Sternen das ist vom Kostarikanischen Staat,
Bruno: das kennt man fast nicht aber da geht es darum dass wir die erste Stern ist,
Bruno: wenn man sich umweltgerecht,
Bruno: bauen will, wenn man das schon macht. Und dann der zweite, wenn man das wirklich
Bruno: dann auch so durchgezogen hat.
Bruno: Und dann, wenn man das Wasser und die Pflanzen und alles schützt.
Bruno: Und der vierte kriegt man, wenn man Bio ist.
Willy: Zertifiziert. Und du hast alle vier. Im fünften gibt es.
Bruno: Im fünften gibt es, aber dann müsste ich mich noch CO2-neutral zertifizieren
Bruno: lassen. Das kostet über 10.000 Dollar.
Bruno: Ah, mollig. Das machen wir nicht. Nein, jährlich.
Willy: Jährlich? Ja. Aha, okay. Ja, gut.
Bruno: Ja, und das ist die Kiwa, das ist die Zertifizierung, das ist die Firma,
Bruno: das ist eine deutsche hier.
Bruno: Und dann eben, dass wir gerechte Handarbeit haben, dass es vegan ist.
Bruno: Aber Zertifizierung ist schon wichtig, dass die Leute auch wissen, was sie kaufen.
Willy: Das ist die nächste Frage. Da sind auch viele Leute angelogen.
Bruno: Ja, ja, auf dem Markt. Ah ja, wir brauchen das alles Bio, alles Bio.
Bruno: aber meistens habe ich es noch zugekauft. Die wissen gar nicht,
Bruno: wie es angepflanzt wurde.
Willy: Also, wann ich jetzt in Europa, Österreich, in Österreich darf ich Schokolade
Willy: kaufen und ich möchte gute Schokolade.
Willy: Worauf muss ich da jetzt als Konsument beim Kauf achten? Wie finde ich eine gute Schokolade?
Bruno: Also Bio ist nicht gleich gute Schokolade.
Willy: Okay. Und Landbio ist nicht gut.
Bruno: Weil du kannst Bioproduktion machen und du hast Kakaabohnen,
Bruno: die kein gutes Aroma haben, du musst sie nicht perfekt fermentieren.
Bruno: Also Bio ist nicht gleich gute Schokolade.
Bruno: Wichtig ist zum Beispiel,
Bruno: dass man weiss, zum Beispiel gut ist schon, wenn man hier sehen kann,
Bruno: zum Beispiel es ist Trinitario,
Bruno: Gourmet, da weiss man schon, Trinitarien, das sind gute Kakaobohnen.
Willy: Dass es überhaupt schon nochmal draufsteht.
Bruno: Ja, das ist wichtig. Dann ist es wichtig, es ist Organic Farm,
Bruno: was wichtig ist, ist Tree to Bar.
Bruno: Es kommt vom Baum zum,
Bruno: In die Tafel.
Willy: Ja, aber ist das ein geschützter Begriff? Das kann ja jeder draufschreiben.
Willy: Trinitaria kann ja auch jeder draufschreiben.
Bruno: Ja, aber sagen wir mal, manchmal heißt es auch Single-Kakao. Es kommt von einem Ort.
Bruno: Weil oftmals diese ganzen Kakaobohnen, die werden in Holland angeliefert.
Bruno: Da kommen die in riesige Lagerhallen, alles gemischt.
Willy: Es ist eher das Fehlen der Begriffe, das auf Standardprodukt hindeutet.
Willy: Und das sind einfach so Reizwörter, die müssen nicht immer stimmen.
Willy: kann natürlich ein Schildluder, aber das sind halt so
Bruno: Aber wichtig ist dass man weil auf diesen Schokoladen die wirklich von nur einer
Bruno: Plantage kommen die aus einem Land kommen, die guter Kakao ist,
Bruno: das schreiben die Leute schon drauf und da wo die das nicht wissen schreiben
Bruno: sie das auch nicht drauf Kroio.
Willy: Zum Beispiel
Willy: aber
Bruno: Das ist schon, das sind diese Begriffe und oftmals wenn man einfach weiss, woher der Kakao kommt,
Bruno: dann weiss man, das ist einer, der sich wirklich,
Bruno: der kauft seinen Kakao in Guatemala ein oder kauft seinen Honduras und da sagt
Bruno: er, diese Schokoladetafel wurde aus dem Kakao von Honduras gemacht,
Bruno: das ist dann wie wieder ein Wein.
Bruno: Aber bei einem Wein, den er im Tetra Pak kauft, da steht ja auch nicht drauf,
Bruno: von wo dieses Weingut war.
Willy: Der Abfüller steht drauf.
Bruno: Ja, genau, das ist das selbe.
Willy: Wenn du jetzt in der Schweiz eine Schokolade einkaufen müsstest und du hast
Willy: keinen Zugriff auf deine eigenen Tafeln, weil du die alle aufgehst und hergeschenkt
Willy: hast, wie würdest du Schokolade einkaufen oder würdest warten, bis du wieder da bist?
Bruno: Also wenn ich jetzt eine Schokolade kaufen würde, würde ich bestimmt auch einfach mal gucken.
Bruno: Wenn ich im Supermarkt finde, findet man eigentlich eher weniger Top-Schokolade.
Bruno: Aber es gibt schon so Spezialläden, die schon gute Schokolade haben.
Bruno: Ich nehme auch an, im Supermarkt gibt es verschiedene Qualitäten und die haben
Bruno: auch zum Teil Schokolade in den grossen Fabriken, wo sie schon draufstehen,
Bruno: das ist 100% Madagaskar, 70%.
Bruno: Die haben schon auch gute Schokolade.
Bruno: Es gibt auch so kleinere Chocolatiers, nicht die ganz grossen Firmen.
Bruno: die haben auch schon Schokolade im Angebot, wo sie die Herkunft des Kakaos anpreisen.
Bruno: Und ich glaube, da kommen wir der Qualität schon näher.
Willy: Ja, ja. Super. Schauen wir noch ganz kurz in die Zukunft. Wir nähern uns mit
Willy: rasenden Schritten dem Ende.
Willy: Aber ich glaube, wir haben jetzt, hat jetzt irgendwas gefällt,
Willy: das zum Verständnis von Kakao, zuerst das Grundverständnis?
Willy: Du wirst nicht der Letzte sein, mit dem ich über so ein Thema spreche,
Willy: aber du bist der Erste und den Ersten spreche ich im Normalfall sehr ausführlich
Willy: und sehr einmal einen Überblick zu bekommen.
Willy: Fällt uns nur irgendein wichtiges Puzzleteil im grundlegenden Verständnis für
Willy: Kaukau und Schokolade? Nicht Spezialthemen, aber...
Bruno: Ich glaube, was wir jetzt besprochen haben, das ist so der Schritt,
Bruno: wie man zu Schokolade, wie aus der Frucht die Schokolade kommt.
Willy: Das sind die Basics, sehr gut abgedeckt.
Bruno: Da sind wir abgedeckt, ja.
Willy: Das finde ich super. Wo bist du und zehn Jahre? Du und der Betrieb?
Bruno: Also in zehn Jahren hoffe ich, dass ich endlich mein Haus hier in der Plantage
Bruno: habe, dass ich mindestens die Hälfte meines Jahres hier verbringen kann.
Willy: Die Hälfte schon?
Bruno: Die Hälfte, ja. Dann möchte ich auch Zeit haben, dass ich bestimmt Oktober,
Bruno: so die Oktober, wenn es schöne Herbsttage sind, möchte ich nach Europa ausgewiesen.
Bruno: Ja, Europa, es gibt so viele schöne Ecken da. Es ist nicht nur in der Schweiz schön.
Bruno: Es gibt viele schöne, ich bin da offen, es gibt viele schöne Ecken.
Bruno: Und ich bin jetzt schon daran, dass ich in meinem Geschäft viele junge Leute
Bruno: auch ranziehe, die dann auch Verwaltungsarbeitern Sachen machen können,
Bruno: dass ich mich ein bisschen zurückziehen kann.
Bruno: aber ich sehe mich in 10 Jahren hier und ich sehe mich in 30 Jahren immer noch
Bruno: hier und deswegen, das ist auch ein Projekt, weil wenn ich mal mit 80 hier bin,
Bruno: kann ich wie einer von meinen jungen Mitarbeitern sagen, hol mich ab,
Bruno: fahre mit mir zum Strand, wollen ein Bierchen trinken und dann.
Willy: Kommen wir wieder zurück.
Bruno: Ja, weisst du ich will nicht in ein altes Heim, ich will alt hier werden,
Bruno: sehen wie sich das weiterentwickelt und ich hoffe natürlich,
Bruno: dass meine Tochter auch mitmacht.
Willy: Übergabe, dann nochmal Übernahme, oder?
Bruno: Ja, sie muss nicht, das ist kein Zwang, aber so wie es aussieht,
Bruno: ist sie wirklich sehr interessiert und auch sehr, sie hilft jetzt schon sehr
Bruno: viel mit im Geschäft, also wenn ich nicht da bin, ist sie auch immer vor Ort,
Bruno: und ich habe im Vertrieb,
Bruno: super gute Leute, ich habe hier wirklich super gute Leute und wenn ich nicht
Bruno: immer vor Ort bin, es klappt.
Bruno: Es klappt eigentlich immer. Es würde wahrscheinlich nicht besser klappen,
Bruno: wenn ich auch immer da wäre.
Bruno: Meine Zukunft ist schon, in zehn Jahren will ich viel Zeit hier verbringen.
Willy: Immer noch Schokolade? Mehr Schokolade? Neue Produkte auch?
Bruno: Wahrscheinlich wird es schon neue Sachen geben, weil wir haben immer wieder
Bruno: Ideen und es kommt immer was dazu.
Willy: Was hat gute Chancen dazuzukommen?
Bruno: Also eins, was wir in Zukunft anpflanzen wollen hier, das ist Vanille.
Bruno: Dann sind wir jetzt schon am kleinen Pflänzchen ziehen. Dass wir dann was haben zum Starten.
Bruno: Vanille möchten wir mal bringen, aber zuerst wollen wir die ganze Plantage mal
Bruno: komplett fertig haben. Wir können nicht alles auf einmal anziehen.
Bruno: Vanille ist eins, weil das brauchen wir dann auch in der Schokolade,
Bruno: den Kaffee wollen wir hochziehen, dass wir dann auch wenn ich Kaffee und Schokolade,
Bruno: dass wir unseren eigenen Kaffee in die Schokolade mahlen können.
Bruno: Und das Nächste, das ist auch, da will ich jetzt in den Regenwald,
Bruno: in die Gamba, Regenwald der Österreicher, will ich da lernen gehen,
Bruno: weil die haben, die pflanzen da viel Gemüse an.
Bruno: Und hier in diesem Klima, viele Sachen kann man ganz einfach anpflanzen,
Bruno: aber viele Sachen sind sehr kompliziert, weil wir haben zu viel Regen, zu viel Sonne.
Bruno: Und da will ich jetzt was lernen, weil ich will dann, wenn wir die Plantage
Bruno: soweit fertig haben, will ich mein eigenes Gemüse hier anpflanzen für uns und
Bruno: was für Mitarbeiter wir genügend haben.
Bruno: Und wir haben auch einen schönen guten Quelle mit Quellbach und wollen dann
Bruno: auch so Flusskrebse und ein bisschen Fische wollen wir auch ziehen.
Willy: Also alles, was der
Willy: Jaguar nicht fressen kann. Das geht dann wieder.
Bruno: Unser Ziel ist wirklich so viel wie möglich in Zukunft Selbstversorgung.
Bruno: Auch mit Biogas wollen wir mal anziehen und so.
Willy: Das heißt, du musst definitiv in fünf bis zehn Jahren sowieso wiederkommen,
Willy: um zu schauen, wie sich das entwickelt hat, oder?
Bruno: Hoffentlich früher, ja.
Willy: Ich hoffe ja schon, dass es früher auch wieder ausgeht. Vielleicht bleibe ich
Willy: ja da und vor gar nicht mehr heim.
Bruno: Ja, das ist mir mal passiert vor vielen Jahren, ja.
Willy: Ja, es ist nie zu spät, glaube ich, oder? Nein, nein, es ist nie zu spät.
Willy: Das passt jetzt zur nächsten Frage.
Willy: Wie glaubst du, wird die Costa Rica entwickeln? Weil es ist nach wie vor ein
Willy: Paradies für Auswanderer.
Willy: Du bist eines der Beispiele. Es sind aber sehr, sehr viele Europäer Menschen
Willy: aus der ganzen Welt da, die da ihr Leben verbringen.
Bruno: Es kommen in letzter Zeit immer mehr.
Willy: Wird das ein Problem dann auch schon oder wie wird sich das auch verändern und
Willy: wie wird sich Costa Rica verändern?
Bruno: Es ist schwierig, weil es gibt Einwanderer hier und Einwanderer.
Bruno: Es gibt solche, die zum Beispiel die ganzen Einwanderer, die pensioniert kommen,
Bruno: die bringen eigentlich nur Devisen und geben Geld aus.
Bruno: Das ist schon mal eigentlich gut fürs Land.
Bruno: Und die bauen ihr Haus, also das Haus muss gebaut werden, die Bauindustrie wird angefördert.
Bruno: Danach haben sie Hausangestellte, da kann jemand arbeiten. das hat auch sein Plus.
Bruno: Dann gibt es andere Einwanderer, das sind eher die Flüchtlingseinwanderer,
Bruno: das könnte eher kritisch werden.
Willy: Habt ihr auch ein Migrationsthema?
Bruno: Ja, das Problem ist Venezuela. Venezuela sind Millionen von Leuten auf der Flucht.
Bruno: Das ist wie bei euch in Europa, da kommen sie ja von Afrika,
Bruno: aus den arabischen Staaten.
Willy: Aber auch noch Kostarika?
Bruno: Ja, die meisten wollen durch, aber gewisse bleiben auch hängen.
Bruno: Da haben auch viele Immigranten aus Nicaragua, aber die merkt man gar nicht.
Bruno: Die sind halt dasselbe wie die Kostarikaner, die meisten sind vermischt mit
Bruno: Familien und so. Das ist eigentlich dasselbe.
Bruno: Die Arbeiten zahlen Steuern, zahlen Versicherung, das ist auch kein Problem.
Bruno: Also ich sehe im Moment kein Problem. Das Problem ist eher, dass Land und Boden
Bruno: immer teurer wird und sich das dann die die eigenen leute nicht mehr leisten
Bruno: können aber dasselbe problem haben wir in der schweiz ja auch erst.
Willy: In den städten dann am land rund um
Bruno: Die städte ja überall auf dem land in städten überall es wird einfach teuer wie.
Willy: Wird die landwirtschaft verändern bist du es also so wie es in europa kleinen
Willy: strukturierte betriebe werden immer weniger
Willy: Wie wird sich das dort ändern?
Bruno: Eventuell, weil viele von den Einwanderern hier suchen auch das Grüne und das Bio.
Bruno: Und ich glaube, das könnte vielleicht den Kleinbauern sogar helfen.
Willy: Wie meinst du das? Als quereinsteigende Landwirtschaft?
Bruno: Nein, auch selbst die Kleinbauern, die hier zum Beispiel... Jetzt gibt es hier
Bruno: ja keine Touristen. Es gibt hier noch niemand.
Bruno: Ich bin außer der...
Willy: Es ist wirklich absolut untouristisch.
Bruno: Hier gibt es glaube ich zwei Ausländer den Deutschen, den du heute kennengelernt
Bruno: hast an der Bushaltestelle, der wohnt oben und ich hier, sonst niemand es.
Willy: Ist wirklich noch ein
Bruno: Ursprüngliches Buster eingehört aber in diesen Dörfern, wo dann schon,
Bruno: Ausländer kommen und ihr Haus bauen, die kaufen dann auch bei einer einheimischen
Bruno: Bananen und so, also die können dann vor Ort schon was verkaufen,
Bruno: müssen nicht immer in die Hauptstadt transportieren,
Bruno: also ich sehe jetzt das nicht so pessimistisch Ich glaube, wenn man das ein
Bruno: bisschen gut organisiert gibt, da kann man auch was Gutes daraus machen.
Willy: Sehr schön. Das heißt, du blickst eigentlich recht positiv in die Zukunft.
Willy: Was würdest du, und jetzt sind die paar letzten Abschlussfragen,
Willy: Standardfragen, in einer utopischen Welt, in der du dir alles wünschen könntest
Willy: oder alles ändern könntest, was würdest du an unserem Lebensmittelsystem ändern?
Bruno: Oh Gott. Das ist Abfallbekämpfung, weil es wird zu viel weggeschmissen.
Bruno: Es wird zu viel weggeschmissen schon bei den Bauern, weil es nicht die Norm
Bruno: ist. Es wird zu viel weggeschmissen in den Supermarkt, weil es nicht mehr schön ist.
Bruno: Also dieser Abfall sollte man reduzieren, wenn man könnte. und dann Verpackungsmaterial,
Bruno: möglichst standardisieren, dass man das Ganze wieder aufbereiten kann.
Willy: Das ist ein wirklich wichtiges Thema. Das hast du heute schon einmal erwähnt. Warum gerade das?
Bruno: Ja, weil wenn ich sehe, wenn ich in eine Supermacht gehe und da kaufe ich zwei
Bruno: Gurken auch hier, das sind die zwei Gurken auf einer Kunststoffschale,
Bruno: noch mit einem Plastik zugepackt.
Bruno: Also zwei Gurken könnte ich auch von Hand mitnehmen.
Willy: Wie hältst du das mit der Schokolade?
Bruno: Wir produzieren es nicht, es ist so, wir haben anfänglich,
Bruno: Das ist Recycling-Karton. Das ist auch Karton, das ist nicht Recycling,
Bruno: aber das kommt auf zertifizierten Anbau.
Bruno: Da gucken wir drauf. Mit der Verpackung, wir hatten früher mit Papier gemacht,
Bruno: aber dieses Papier gingen dann die Insekten durch.
Bruno: Also mussten wir auf dieses plastifizierte Alu zurückgreifen,
Bruno: weil es anders nicht geht.
Bruno: Aber wenn ich jetzt zum Beispiel einen Standard Beutel kriegen würde,
Bruno: den man dann einfach wieder in die...
Bruno: einfach ganz einfach wieder aufbereiten könnte, weil es gibt ja die...
Bruno: weil es so viele verschiedene Plastiksorten sind und so viele verschiedene...
Bruno: kann man ganz viel Plastik nicht mehr zweimal benutzen, wo eigentlich,
Bruno: wenn man alles standardisiert hätte, wäre das einfach.
Bruno: Also wenn man nicht mehr so viele Lebensmittel wegschweissen würde,
Bruno: Wenn man so die Verpackungsmaterial standardisieren könnte, würde mich freuen, wenn das gehen würde.
Bruno: Und auch es ist ja nicht nötig, dass man das ganze Jahr durch Erdbeeren, Himbeeren essen kann.
Willy: Saisonalität. Sagt der, der da wächst, wo es das ganze Jahr immer das gleiche war.
Bruno: Ja, ja, aber wir haben auch.
Willy: Nicht das ganze Jahr… Mit voller Hose ist gut stinken,
Bruno: Oder? Ja, ja, ja. Aber weisst du, wenn wir Birnen, Apfel, Zwetschgen oder Kirschen
Bruno: essen möchten hier in Costa Rica, kosten wir auch ein Vermögen.
Bruno: Oder Blaubeeren oder die Preiselbeeren, die haben wir hier ja nie frisch.
Bruno: Das geht nicht, oder? Nein, die gibt es hier nicht. Das ist hier schweineteuer. Die wird importiert.
Bruno: Und ich glaube, ich esse hier auch keine Kirschen, die importiert sind.
Willy: Also Kirschen würden hier auch nicht wachsen.
Bruno: Kirschen gibt es hier keine. Es gibt hier Äpfel, kleine Äpfel,
Bruno: die sind ein bisschen sauer, aber ich mag sie und ich kaufe die.
Bruno: Aber hier gibt es auch importierte Äpfel.
Willy: Also hier wachsen wirklich keine Äpfel?
Bruno: Doch, es gibt Äpfel, aber die wachsen auf 2000 Meter und es gibt nur eine Sorte von Apfel.
Willy: Aha, also das ist bei euch nur eine Lücke. Also Österreich hätte ich da quasi
Willy: mit ihrem Know-how auswandern wollen.
Bruno: Der könnte hier wirklich Äpfel anpflanzen und auch Birnen.
Bruno: also meine tochter hat einen birnenbaum aus einer
Bruno: kerne gezogen und der wächst und wächst also da
Bruno: könnte man bestimmt auch birnen anpflanzen weil wir
Bruno: haben so viele mikroklimas man muss dann einfach dahin wo das klima stimmt also
Bruno: hier geht es nicht stabiles klima ja ja also da eben die äpfel die wachsen auf
Bruno: 2000 meter die avocados auch die meisten nach 2000 meter spürt.
Willy: Sie den klimawandel eigentlich da
Bruno: Ja ja,
Bruno: wir können uns nicht mehr so aufs Wetter verlassen wie früher.
Bruno: Es ist nicht mehr so, wie es mal war.
Bruno: Aber wir müssen nicht jammern. Das
Bruno: letzte Jahr war auch ein Jahr das Ninja-Phänomen. Die sind immer anders.
Bruno: Jedes siebte Jahr ist immer ein bisschen anders.
Bruno: Aber es ist schon wärmer geworden.
Bruno: Allgemein, man merkt es, es ist wärmer geworden.
Willy: Das schon. In deiner Bucketlist von Dingen, die du unbedingt noch machen wirst,
Willy: was steht da ganz, ganz oben?
Bruno: Also ganz ehrlich, ich bin eigentlich zufrieden.
Willy: Du hast dich.
Bruno: Ich bin zufrieden, ich habe, was ich will. Ich strebe nicht mehr große Ziele an.
Bruno: Also ich möchte jetzt nicht mehr noch weiter wachsen, mehr Land kaufen,
Bruno: mehr Bäume anpflanzen, will ich nicht. Ich bin zufrieden, mit dem ich habe.
Bruno: Ich möchte einfach in Zukunft die Zeit haben, dass ich ein bisschen reisen kann,
Bruno: vor allem will ich noch jetzt mit meinen Eltern noch so viel Zeit verbringen,
Bruno: wie ich kann, solange sie fit sind, das finde ich schön.
Bruno: das Europa besuchen so im Herbst oder so, die schönen Städte,
Bruno: weisst du, ich gehe, ich will unbedingt nach Graz, ein Freund ist ein Graz,
Bruno: der erzählt mir immer, ich will die Altstadt sehen.
Bruno: Graz, Altstadt, das schauen wir mal. Ja, ja, das ist bei mir auf dem Plan,
Bruno: in Deutschland gibt es viele schöne Altstädte, die ich sehen will,
Bruno: dann will ich die schönen Altstädte, ich träume von diesen Altstädten in Spanien
Bruno: nicht die Touristenorten, aber so,
Bruno: Europa will ich sehen, was ich nicht sehen konnte weil ich bin mit 19 weg und
Bruno: war nicht mehr viel da Stimmt.
Willy: Du hast da noch ein bisschen Aufholbedarf Ja,
Bruno: Das ist noch etwas, was ich sehen möchte Die Nachteile.
Willy: Wenn man ins Paradies auswandert
Bruno: Und eben Europa im Herbst finde ich immer wunderschön ja herbstisch,
Bruno: Sommer ist manchmal fast zu heiß trocken heiß ja also für mich ist das
Bruno: trocken heiß das schwüle feuchte bin ich mich jetzt gewohnt ja und Winter ist
Bruno: mir zu kalt und da habe ich auch gar keine Winterkleider mehr also das.
Willy: Hast du ursprüngliche Sommer heute gar nicht gehabt am Anfang irgendwie du bist
Willy: da es war einfach zu kalt in der Schweiz also
Bruno: Ich Als ich in der Schweiz wohnte, ist mir das nicht aufgefallen.
Bruno: Aber als ich dann hier über ein Jahr unterwegs war, ich hatte nie kalt.
Willy: Ist der nachträglich? Hast du gewusst, dass der eigentlich zu Köln war?
Bruno: Ja, und das Schöne ist in Costa Rica, im Normalfall scheint jeden Morgen die Sonne.
Bruno: Und es gibt nichts Schöneres, jeden Morgen aufzustehen und die Sonne scheint.
Bruno: Oder man muss aufstehen und muss durch den Nebel oder durch den Regen.
Bruno: Und das, dieses Jahr war verrückt mit dem Regen.
Bruno: Da hat es wirklich manchmal schon am Morgen geregnet oder eine Woche durchgeregnet.
Bruno: Aber das Normale ist, wenn es regnet, regnet es am Nachmittag zwei,
Bruno: drei Stunden und dann ist am Abend ziehst du wieder die Sterne.
Bruno: Und das ist wirklich traumhaft.
Bruno: Das ist das.
Willy: Wo Wo ich nicht verliebt habe.
Willy: Wenn du irgendwie, du hast es ja schon gesagt, in 32 Jahren,
Willy: wenn du dann irgendwann doch einmal diese Welt für immer verlassen wirst,
Willy: wofür soll man sich an dich erinnern?
Bruno: Also ich möchte,
Bruno: dass dieses Land, das ich jetzt so aufgebaut habe, dass das so weiter bestehen bleibt.
Willy: Wofür soll man sich an dich erinnern?
Bruno: An mich?
Willy: Ja.
Bruno: Ja, schön wäre es, wenn meine Freunde und meine Mitarbeiter mit denen zu tun
Bruno: haben, dass sie sich positiv an mich erinnern.
Willy: Traurig, dass du weg bist und positiv erinnern.
Bruno: Genau, viel mehr brauche ich.
Music: Music
