Folge Nr: 216
B2P113 Test the Taste – Der Food-Fotograf, Food-Journalist & Sommelier Jürgen Schmücking
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transcript - B2P113 Test the Taste – Der Food-Fotograf, Food-Journalist & Sommelier Jürgen Schmücking
Jürgen: Egal in welches Glas du reinriechst, eine völlig andere Gefühlswelt sich auftut.
Jürgen: Natürlich sind die beiden unterschiedlich und jetzt weiß ich auch warum und
Jürgen: das kann ich auch beschreiben.
Jürgen: Damals war Reinriechen Leichtigkeit und Reinriechen Erzthaftigkeit.
Jürgen: Das waren so ganz klare Zuschreibungen, die ich mir aber nicht erklären konnte.
Jürgen: Ich habe dann angefangen für meine eigenen Reportagen zu fotografieren,
Jürgen: weil ich eine ganz klare Vorstellung habe, wie die Bilder ausschauen sollen, die im Text stehen.
Jürgen: Ich habe die Bilder, die Bilder erinnern mich an die Situation,
Jürgen: das verändert eventuell den Text oder hilft mir beim Text.
Willy: Das ist systemisch.
Jürgen: Es gibt Verlage, die das überhaupt nicht auf die Reihe kriegen.
Jürgen: Das ist im Prinzip ein Sport.
Jürgen: Es geht ja nicht nur darum, die Weine einfach nur zu bewerten,
Jürgen: sondern einfach auch ein Gespür dafür zu kriegen, wie die Herkünfte ausschauen,
Jürgen: wo könnte der herkommen, wie alt könnte der sein.
Jürgen: Du wirst in der Wachau immer andere Rieslinge finden, als du es in der Südsteimark
Jürgen: oder im Kanto findest. Das ist Baiju.
Willy: Baiju?
Jürgen: Baiju. Lustigerweise kennt das bei uns fast niemand. Für mich gibt es auch ein ganz zentrales Aroma.
Jürgen: Das ist Sojasauce.
Willy: Sojasauce?
Jürgen: Man wird dann die Sojasus noch einmal viel deutlicher riechen, wenn das Glas leer ist.
Jürgen: Wir haben in Österreich ein paar Samilies, die so auf einer Wettbewerbsebene
Jürgen: immer wieder mal vorne dabei sind.
Jürgen: Wettbewerbequinnen, Europameisterschaft und so weiter, die üben dieses Wissen,
Jürgen: dieses Verknüpfen mehr oder weniger täglich.
Jürgen: Mensch, das habe ich nicht. Da habe ich die Zeit nicht dazu.
Music: Music
Jürgen: Dann kracht alles zusammen.
Willy: Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,
Willy: Menschen und Landwirtschaft.
Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute.
Music: Music
Willy: Grüß euch. Bei Stunde vier, da haben wir dann mit einem Glas Rotwein auf diese
Willy: eben angebrochene vierte Stunde angestoßen.
Willy: Und dann haben wir aber auch abgedreht. Es wurde zum ersten Mal im Bauer zu
Willy: der Bibel Podcast etwas verkostet.
Willy: Zwar kein Sake vom Japaner, aber ein chinesischer Beishu aus dem Sake-Wulgo-Sackl vom Japaner.
Willy: Und diesen narrativen Twist, den haben wir wirklich gehabt und den kannst du
Willy: eigentlich nicht erfinden.
Willy: Ja, Jürgen Schmücking, so heißt mein heutiger Gast hier im Bauer to the People Studio in Wien.
Willy: Die Karriere als Fotograf, Foodjournalist und Restauranttester,
Willy: die war ihm eigentlich gar nicht in die Wege gelegt.
Willy: Dafür scheint man ihn aber mit einer Extra-Ration an Selbstvertrauen und Eigenständigkeit
Willy: ausgestattet zu haben. was sich bei ihm irgendwie auch in einer recht imposanten
Willy: Physiognomie widerspiegelt.
Willy: Soll heißen, der Typ ist echt groß.
Willy: Und er war auch ein sehr guter Schwimmer und Wasserballer.
Willy: Und jetzt, wo ich das so sage, da muss ich fast ein bisschen an den Pat Spencer denken.
Willy: Der war nämlich auch sehr groß und als Schwimmer sogar zweimal bei den Olympischen Spielen.
Willy: Ja und der Jürgen, der war für die Wasserball-Nationalmannschaft nominiert und
Willy: hat dafür ein Jahr anstatt an der Schule heimlich an deren Trainings,
Willy: Trainingslagern und Spielen teilgenommen.
Willy: Seinen Eltern hat er gesagt, er wäre in eben dieser Schule.
Willy: Ein Jahr lang. Und das musste ich hier zum Verständnis der Person Schmücking einfach anfügen.
Willy: Hört ihr mir dieses Detail doch mit, ah, das habe ich ganz vergessen zu erzählen,
Willy: einfach im Nachgespräch verraten.
Willy: Kleines Beteil am Rande.
Willy: Irgendwie ist er dann in der Unternehmensberatung gelandet und dort wurde ihm
Willy: dann aber auch bald etwas fad.
Willy: Und so fuhr er in der Pause eines Seminars in der Südsteiermark zum Weingut
Willy: Thement und verkostete mit dem dortigen Chef spontan ein paar Flaschen Wein.
Willy: Ja, und dann war nicht nur der Wein aus der Flasche raus, sondern scheinbar
Willy: auch jener Geist, der den suchenden Riesen fortan dorthin treiben sollte, wo er heute steht.
Willy: Food-Fotograf, Food-Journalist, Sommelier und seit ein paar Jahren auch Chief Inspector des Gru Mio.
Willy: Ein kleiner Aha-Moment, er ist der einzige der gut 50 Testerinnen und Tester,
Willy: der auch öffentlich bekannt ist.
Willy: Wir sprechen angesichts der Dauer des Gesprächs über vieles.
Willy: Natürlich muss man bei Herrn Schmückings Biografie dort und da ein wenig dranbleiben.
Willy: Ja und dann gibt es noch so viel zu erfahren rund um Geschmack,
Willy: wie man richtig testet und verkostet und vieles andere mehr.
Willy: Ja okay, vier Stunden sind echt lang.
Willy: Das Gespräch hatte aber trotzdem keine Hänger und war von Anfang bis zum Ende
Willy: erkenntnisreich und durchaus, muss ich sagen, unterhaltsam.
Willy: Zumindest haben das der Jürgen und ich so empfunden.
Willy: Und kleiner Pro-Tipp, es steht in keinem Regelwerk der Welt geschrieben,
Willy: dass man eine Podcast-Folge in einem Durchgang anhören muss.
Willy: Man muss sich nicht einmal wirklich von vorn bis hinten anhören,
Willy: denn oft kommt man zu einem Gespräch dazu, steigt dann mittendrin ein und kann
Willy: auch mittendrin wieder gehen.
Willy: Und wie es so bei Freunden ist, kann man jederzeit wieder dazustoßen.
Willy: Ich wünsche euch jetzt auf jeden Fall viel Freude beim Reinhören in den Podcast
Willy: und auch beim Reinschauen auf unserem YouTube-Kanal.
Willy: Lasst es euch schmecken.
Jürgen: Sehr aufregend.
Willy: Ist es aufregend?
Jürgen: Ja, hallo. Mein zweiter Podcast.
Willy: Der Zweiter?
Jürgen: Der Zweiter.
Willy: Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich frei bin, dass ich der Zweiter bin.
Willy: Sollen wir mit dem starten?
Jürgen: Ja, starten.
Willy: Es ist so wunderschön, wir schaffen es jedes Mal wieder, dass wir mit irgendwas
Willy: dezent Verhaltensauffällig in den Podcast rein starten.
Jürgen: Das ist wunderbar, verhaltensauffällig finde ich schon.
Willy: Du bist zwar Ausnahmeerscheinung, aber wir machen bei dir heute keine Ausnahme.
Jürgen: Das heißt, es wird verhaltensauffällig.
Willy: Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren,
Willy: an die 2,5 Millionen wöchentlichen Hörerinnen und Hörer weltweit des Bauer to the People
Willy: Podcast, die Ausnahmeerscheinung, die heute mir gegenüber sitzt in dieser neuen Folge,
Willy: die ein bisschen skeptisch schaut, ist der Herr Jürgen Schmücking.
Willy: Titel brauchen wir?
Jürgen: Nein, brauchen wir nicht.
Willy: Brauchen wir nicht, okay. Ich habe mir aufgeschrieben, du hast,
Willy: und das hörst wahrscheinlich jedes Mal, deswegen sage ich zu fleißig,
Willy: einen der schönsten Jobs der Welt.
Willy: Und du bist auch Journalist.
Jürgen: Okay, ist fair.
Willy: Nice, gell. Du bist Journalist, Fotograf und Chief Inspector von,
Willy: ich hoffe, ich sage es wieder einmal nicht richtig, GOMIO.
Jürgen: Ja, die meisten sagen GOMIO und das ist ja sicher nicht falsch.
Willy: Die meisten sagen, muss es richtig sein. Verständlich.
Jürgen: Es gibt das kleine UNS dazwischen.
Willy: Muss man das da sagen?
Jürgen: Kein Mensch sagt das dazu. Das ist so wie bei Gin Tonic. sagt jeder Gin Tonic,
Jürgen: aber eigentlich heißt es Gin and Tonic. Das ist ganz genau das Gleiche.
Willy: Ah, ich habe mir gedacht, die was richtig aussprechen, sagen Goué,
Willy: weil das Fuhren heißt, bei Französisch sprechen wir nie, wie man es ausspricht.
Willy: Das und, das gehört zum Wort der Fuhren.
Jürgen: Ah, okay.
Willy: Goué Mio, es und. Der erste Aha-Moment, wir sind noch nicht einmal zwei Minuten im Podcast drin.
Jürgen: Es steht auch auf dem Titel drauf, das Umzeichen.
Willy: Naja, das ist das Problem. Es steht zwar da, aber es sagt da keiner.
Jürgen: Aber es sagt kein Mensch, ja, das ist der Punkt.
Willy: Okay, wir haben schon wieder was gelernt. Also du bist der Chief Inspector.
Willy: Ich habe schon gehört, ein Chef-Tester magst du nicht so gern,
Willy: weil das die falsche Übersetzung ist, oder?
Jürgen: Es ist die falsche Übersetzung. Es ist nicht, ja, es gibt einfach einen offiziellen
Jürgen: Titel und der heißt Chief Inspector.
Jürgen: Das ist so. Dabei bleiben wir einfach.
Willy: Da bleiben wir jetzt einfach dabei. Und wir werden uns jetzt einfach mal die
Willy: Reise anschauen, wie man so viele Chief Inspectors im Lebensmittelbereich wird
Willy: es wahrscheinlich in Österreich nicht geben.
Willy: Das heißt, es ist ein ziemlich besonderer Job wahrscheinlich, oder?
Willy: Oder bist du unikat sogar in Österreich?
Jürgen: Ja, das ist jetzt kompliziert. Also wir sind die Einzigen, die die Struktur
Jürgen: haben und somit bin ich auch der Einzige.
Jürgen: Aber das heißt nicht, dass es nicht andere Kollegen gibt, die durchaus ähnliche
Jürgen: Rollen oder ähnliche Jobs machen.
Willy: Ja, aber ohne Chief,
Jürgen: Oder? Ja, genau.
Willy: Die Reise, wie du dort hinkommen bist, Das ist definitiv spannend.
Willy: Ich kann an dieser Stelle einen anderen Podcast empfehlen.
Willy: Kollegen von Kaiser und Schmorgen, das war quasi der Erste.
Willy: Da habe ich auch ein bisschen reingehört, da habe ich schon ein bisschen was
Willy: gehört. Liebe Grüße an dieser Stelle.
Willy: Wir werden uns jetzt die Reise anschauen, wie du dort hinkommen bist.
Willy: Und wir fangen, wie es biografisch so die Art des Fuhren...
Jürgen: Ganz hinten an. Oder vor, je nachdem.
Willy: Ja, wie nachdem. Same, same.
Willy: Was war ganz am Anfang? wo bist du, in welche Welt wurdest du so hineingeboren?
Jürgen: Linz.
Willy: Linz.
Jürgen: Vor ein paar Zeitlern her. Also ich bin in die Jahrgang 67.
Willy: 67.
Jürgen: Und bin in Linz auf Deutsch gekommen. Nicht rechnen, knapp 60.
Jürgen: Nein, ich bin nicht zurück. Naja, 67.
Willy: Du bist wirklich bald 60.
Jürgen: Können wir das dann irgendwann rausschneiden? Das schneiden wir dann.
Willy: Und ihr in der Nähe von 60. Und ihr könnt nicht nur halb so gut ausschauen wie du.
Jürgen: Ja, super, danke.
Willy: An dieser Stelle gesagt,
Jürgen: Dass es kein Karnat war.
Willy: Aber bitte, 67.
Jürgen: 67 in Linz auf die Welt kommen, die ersten Schulen in Linz in der Umgebung gemacht,
Jürgen: also rund um der Heim sozusagen und irgendwann einmal,
Jürgen: nach Traun übersiedelt, also jetzt nicht wohnlich, da bin ich in Linz geblieben,
Jürgen: aber von der Schule her die Handelsakademie in Traun gemacht.
Jürgen: Es gäbe auch in Linz, möglicherweise, dass sich das vielleicht eine oder andere
Jürgen: fragt, aber das war ganz einfach.
Jürgen: Ich bin in den Ferien an einem Tag mit dem Radl von daheim in die Linzerhack
Jürgen: gefahren und am nächsten Tag in die Hack nach Traun und ich habe fünf Minuten
Jürgen: weniger lang nach Traun gebraucht und das war die Entscheidung,
Jürgen: warum ich in die Schule gehe.
Willy: Also du hast schon optimiert?
Jürgen: Das habe ich optimiert. Das heißt jetzt nicht, dass das eine Grundeigenschaft ist.
Jürgen: Das habe ich später auch gemacht. Da kommen wir dann eh noch hin. in der Mäzeu.
Willy: Was war das für Elternhaus?
Jürgen: Nein, ganz anders. Meine Eltern waren beide in der,
Jürgen: Also, wie, irgendwas Schlimmes passiert? Nein, bin mir nicht nah.
Jürgen: Mein Vater war Techniker in der Verstaatlichten in Linz.
Jürgen: Da gab es zwei große die Föste und die ein bisschen nicht ganz so große Chemie Linz damals.
Jürgen: Also was dann später Borealis und das ist dann irgendwie so.
Willy: Hat das zwei gegeben?
Jürgen: Naja, die Chemie Linz waren die alten Stickstoffwerke und die Föste waren die
Jürgen: Stahlwerke. Und mein Vater war Techniker in den Stickstoffwerken.
Willy: Bei der einen Mannschaft. Hast du da zwei Fußballmannschaften gegeben dazu?
Jürgen: Es hat zwei Fußballmannschaften gegeben in Linz, aber die haben...
Willy: Mit dem nichts zu tun gehabt.
Jürgen: Die füllen schon, aber das andere war der Lars Gott.
Willy: Die schweifen schon wieder kommen. Ja, wurscht. Leute sind ja schon zu unterfüßen.
Jürgen: Genau.
Jürgen: Und ja, also Eltern haben es ganz anders. Meine Mutter war Chemie-Operantin
Jürgen: in allen den Stickstoffwerken, also in der Chemie Linz. Die haben sich dort kennengelernt.
Jürgen: So klassische... Also mein Vater hat dort gelernt und ist dort in Pension gegangen.
Willy: Ah, das ist so klassische alte Biografie noch,
Jürgen: Ne? Ja, ganz genau. Gucken wir mal vielleicht auch noch hin.
Jürgen: Das ist in der Zeit meines Lebens eigentlich ein Thema zwischen uns gewesen.
Willy: Was hast du so?
Jürgen: Ja, dass ich die Karriere nicht gemacht habe.
Willy: Das war quasi die Hofübergabe gewesen,
Jürgen: Oder wie? Ja, mehr oder weniger.
Jürgen: Ja, Linz, Jugend, grandios. Also ich habe es wirklich genossen.
Willy: Also wirklich grandios? Nein, wirklich.
Jürgen: Das habe ich wirklich ernst gemeint.
Jürgen: Lästige Jugend gehabt. Das hat es einerseits mit meinen Sportstunden.
Jürgen: Ich war Schwimmer und Wasserballer. In der Reihenfolge zuerst Schwimmer,
Jürgen: dann eine Zeit lang beides gemacht und dann nur noch Wasserball gespielt.
Willy: Schwimmer und Wasserballer? Besondere Eigenschaften gehabt? Großpisten?
Willy: Ziemliche Flügelspannweite hast du auch.
Jürgen: Ja, das ist der Grund, wo ich im Tor gestanden bin.
Willy: Ah, du hast quasi das Tor ausgespielt.
Jürgen: Und einfach lässige Kollegen, lässige Mannschaft.
Jürgen: Das Fortgehen in Linz war grandios.
Willy: Warst du ein guter Fortgeher?
Jürgen: Ja, ich war schon ein guter Fortgeher zum Leidwesen meiner Eltern.
Jürgen: Aber da hat das schon angefangen mit, wie soll ich sagen, sie nicht festlegen wollen.
Willy: Das hat das Fundament vom Papa schon gewogelt.
Jürgen: Das ist kompliziert. Es gab einen großen Unterschied zwischen der Handelsakademie
Jürgen: Linz und der Handelsakademie Traun.
Jürgen: Die Linzer Haag war uralt, da sind die Lehrer einfach alle grauferig gewesen
Jürgen: und die hat es einfach schon ewig gegeben.
Jürgen: Es war eine traditionelle Schule und die Handelsakademie Traun war total jung.
Jürgen: Ich glaube, ich war der dritte Jahrgang, der dort angefangen hat.
Jürgen: Also auf gut Deutsch, unsere Lehrer waren älter als wir, aber nicht wesentlich älter als wir.
Jürgen: Und die ganzen Linzer Gewerbetreibenden haben zum Großteil ihre Kinder in die
Jürgen: Hackdraung geschickt. Das ist ein enttrenneter Schulgang.
Jürgen: Und jetzt, das hat sich natürlich auch in der Szene oder in den Lokalen,
Jürgen: in den Bars wiedergespielt, wo vorgeschlagen worden ist. Ah, okay. Spannend.
Jürgen: Da gibt es sozusagen die Partie, die rund um diese Unternehmerssöhne und Töchter
Jürgen: waren. Da gab es das Vanille.
Jürgen: Und da ist einfach Sekt getrunken worden.
Willy: Du warst bei dir auch da.
Jürgen: Nein, ich war sowohl da, weil das irgendwie lässig war.
Jürgen: Das ist auf der einen Seite vom Hauptplatz. Und wenn man auf die andere Seite
Jürgen: geht, hat es ein Lokalgebnis, das hat alte Welt geheißen.
Jürgen: Und da war die lässige Musik und da ist ein bisschen Gas gehaucht worden und
Jürgen: ich bin immer gebandelt.
Jürgen: Ein Steinwurf entfernt, oder? Ein Steinwurf entfernt. Ich bin immer zwischen
Jürgen: den Welten unterwegs gewesen.
Willy: Also du hast dich nicht entscheiden können und nicht wollen?
Jürgen: Nein, nicht wollen. Auch nicht wollen. Also ich habe mir dann irgendwann einmal
Jürgen: gedacht, wo kehre ich jetzt hin? Aber dann habe ich mir gedacht,
Jürgen: das ist eigentlich wurscht. Es ist wurscht. Es macht beides Spaß.
Willy: Hast du früher erkannt dann?
Jürgen: Ja.
Willy: Aber dann hat es schon welche gegeben, die haben sich festgelegt.
Jürgen: Absolut, absolut.
Jürgen: Im Prinzip war das ja verpönt, wenn du aus alter Wälder ins Vanillikommen bist
Jürgen: und man hat ja alles so geschaut. Umgekehrt genau so.
Willy: Ich meine, das ist jetzt natürlich eine tiefgreifende Frage und irgendwo schon
Willy: fast wieder schwindelig, wenn ich es so stelle, aber dieses Wandeln zwischen
Willy: den Welten, ist das dann irgendwo auch ein bisschen blieben?
Jürgen: Ja, das habe ich wahrscheinlich schon vorher gehabt. Das hat sich nur da kristallisiert.
Jürgen: Es ist mir dann auch blieben. Also es ist mit dem Festlegen, das war immer ein Thema.
Willy: Hast du dir immer das Festgelegt irgendwie?
Jürgen: Natürlich, ich habe gehört. Lieber ich nicht.
Willy: Da hat er in der Kamera, da hat er gebraucht.
Willy: Sehr schön, sehr schön. Aber im Prinzip, wenn man sich deine berufliche Karriere
Willy: dann anschaut, du hast sehr, sehr viele Stationen gemacht.
Willy: Der rote Faden sind irgendwo ab einem gewissen Zeitpunkt dann die Lebensmittel,
Willy: bis dorthin aber überhaupt nicht.
Jürgen: Nein, das ist was anderes gemacht.
Jürgen: Ich bin nach der Handelsakademie nach Wien gegangen, studieren,
Jürgen: mit einer ziemlichen Motivation.
Jürgen: Also ich war hochmotiviert, bin an die WU gegangen.
Jürgen: Was ich in der Schule schon gelernt habe, war, dass ich kein Zahlenmensch bin. Das ist in der WU.
Willy: Oder?
Jürgen: Naja, das ist festlegen. Aber an der EU lernt man ja nicht nur mit Controlling,
Jürgen: nicht nur mit Zahlen umgehen, das sind ja andere Dinge auch und ich habe gedacht,
Jürgen: Führungskräfte, Management dieses,
Jürgen: komplexe Thema, das war mir irgendwie,
Jürgen: wichtig ist übertrieben, es hat gereizt.
Willy: Was hat dich gereizt?
Jürgen: Eine Rolle in wirtschaftlichen Kontexten zu spielen. Eine Rolle zu spielen.
Jürgen: Das hat mit,
Jürgen: Komplexität zu tun, vielleicht ein bisschen mit Macht.
Jürgen: Das war spannend. Das Problem war, dass ich innerhalb kürzester Zeit extrem,
Jürgen: verunsichert war und nach kurzer Zeit habe ich diese Verunsicherung in eine richtige,
Jürgen: in meine erste kleine Lebenskrise verwandelt.
Willy: Was hat dich verunsichert?
Jürgen: Das eine ist, ich habe offensichtlich in der Haktron so gute Lehrer gehabt und
Jürgen: so gute Lehrpläne, dass ich wirklich eine lange Zeit nicht das Gefühl gehabt
Jürgen: hätte, etwas Neues zu lernen.
Jürgen: Und das Zweite ist, ich habe die Leute nicht ausgehalten.
Willy: Du hast gesagt, das war lustig. Was hast du nicht ausgehalten,
Willy: Bella? Die Frage hätte ich mir gerne
Willy: Ich höre mal hin und wieder über die WU.
Jürgen: Ja schon, aber ich stelle dir vor, das ist 20 Jahre früher. Da gab es auch die
Jürgen: Hände, aber sie waren nicht fünfmal so groß und haben viermal so viel genervt wie heute.
Jürgen: Es sind die jungen Absolventen von anderen Schulen, die in den Trainingssätzen
Jürgen: in ihren Zwei-Reihen und Anzügen und Dunkel und Krawatten.
Willy: Das ist geschehen, was es heute noch gibt, war damals, da warst du mittendrin.
Jürgen: Ja, genau.
Willy: Und du? Kein zwei Reihen? Kein Handy?
Jürgen: Nein, Handy nicht. Das ist das Schwere kommen.
Jürgen: Aber im Anzug bin ich noch nicht in der Hunde gesessen.
Willy: Wirklich?
Jürgen: Ja.
Willy: Im Anzug?
Jürgen: Nicht oft, aber hin und wieder schon.
Willy: Echt? Wie kommt mir denn das sowas? Also ich habe auch studiert,
Willy: sogar in der WU. Aber ich habe, glaube ich, nie einen Anzug bekommen.
Jürgen: Das hat sich, also ich habe mir keinen Anzug angezogen, ich sage so,
Jürgen: jetzt gehe ich in meine Vorlesung oder in mein Seminar, das ist nicht passiert.
Jürgen: Aber ich habe immer wieder zwischendurch auch bei Consulting-Firmen gearbeitet
Jürgen: oder in Redaktionen und da war es halt einfach so, dass ich zwischen Uni und Büro hin und her bin.
Willy: Also ich höre jetzt bei dir raus, das eine, du wolltest unbedingt Karriere,
Willy: du hast Zielstrebig, Vollgas und gleichzeitig ist irgendwo bei dir da was Linke ist mitgesprungen,
Jürgen: Oder?
Willy: Woher kommt das eine, woher kommt das andere?
Jürgen: Ja, das kann ich nicht genau sagen, also woher das Linke kommt,
Jürgen: mein Vater war immer Gewerkschafter, ich bin mit rotem Parteibuch aufgewachsen, mehr oder weniger,
Jürgen: wo das anfängliche Karrieredenken herkommt, ich kann es nicht genau sagen.
Jürgen: Vermutlich wirklich aus der Situation mit der Schule.
Jürgen: Da hat das schon ein bisschen angefangen.
Willy: Was war da?
Jürgen: Naja, die Leute, die dort waren, die Dinge, die wir gelernt haben,
Jürgen: die Möglichkeiten, in Unternehmen was zu machen, das hat mich angesprochen.
Willy: Prägende Menschen da gewesen? War es ein Lehrer? War es die Schule?
Jürgen: Ja, es waren einige Lehrer. Ich war ja Katastrophe als Schüler.
Jürgen: Zeit ist nicht das Thema.
Jürgen: Also ich habe es nicht so mit Regeln. Und das ist in Institutionen,
Jürgen: wo es um Strukturen geht, das ist halt nicht immer...
Jürgen: Kommt nicht immer gut an. Dann bist du mit 15, 16 oder was wieder,
Jürgen: wenn du dort bist, blöder Buhl mit blöden Ideen.
Jürgen: Und gleich im ersten Monat oder jedenfalls noch ein paar Wochen habe ich die grandiose Idee gehabt.
Jürgen: In der Pause wohl bemerkt, das ist wichtig.
Jürgen: Haha, wenn ich die Tür aushänge und so hinstelle und so durch,
Jürgen: als wenn sie offen wäre, der Nächste da reinkommt, der haut sich sicher auf.
Jürgen: Und dann ist dann unsere Buchhaltungslehrerin reinkommen. Und in der Pause,
Jürgen: natürlich mit dem Urzellan, weil sie uns Schularbeiten zurückbringen wollen,
Jürgen: die sehr schlecht ausgegangen sind,
Jürgen: haut die Tiersuhr und haut sich selber rauf und kippt um und die Schularbeiten,
Jürgen: die fächern da so unter das Tier raus und ich war der Einzige,
Jürgen: der das gesehen hat und hat mich totgelacht. Du hast totgelacht?
Jürgen: Das war so eine schräge... Du hast gelacht.
Willy: Du hast nicht im ersten Moment gesagt, Ich bin nicht sowas von im Arsch.
Jürgen: Nein, ich habe es erst einmal gesagt. Das war nicht gut.
Willy: Das denke ich mir.
Jürgen: Das war dann an dem Tag war noch relativ lustig, weil,
Jürgen: Ich bin dann zum Direktor geschickt worden, zum Kasagrande.
Jürgen: Und das Erste, was er gebraucht hat, war, dass er mal so einen alten,
Jürgen: altmodischen Konjak-Schwenker hergestellt hat und einmal einen Konjak eingeschenkt
Jürgen: hat und gesagt hat, das beruhigt dich einmal. Das waren so Direktor.
Willy: Nein. Du hast vorher noch die Tierärsie-Lehrer-Tonk.
Jürgen: Ja, genau. Die Lehrerin ist natürlich wutendbrannt sofort raus,
Jürgen: sobald das Konferenzen war.
Jürgen: Ich glaube, die hat keinen. Die hätten wahrscheinlich eher gebraucht als ich.
Jürgen: Und in dem Moment, die kurze Konferenz schmeißt man aus der Schule raus oder
Jürgen: was für Strafen kommen und so, dann werden wir in eine andere Klasse versetzt.
Jürgen: Ich bin dann einfach in eine andere Klasse weiter, damit ich auch die Lehrerin
Jürgen: mit mir habe. Die war noch drin.
Jürgen: Die hat mir wirklich gerettet, dass es in der Pause war.
Jürgen: Warum? Weil die Lehrerin schon gesagt hat, das galt ihr. Aber es hat ja kein
Jürgen: Mensch wissen können, dass sie kommt.
Willy: Also deswegen hat der Umstand ein bisschen entlastet.
Jürgen: Ja, das hat mir ein bisschen entlastet.
Willy: Bei Schülern war es nicht so schlimm wie jetzt noch ein Lehrpersonal.
Willy: Habt ihr dann jemals ausgesehen,
Jürgen: Ihr zwei, du und die Lehrer? Jawohl, wir haben uns nach der Matur sogar auf
Jürgen: dem Abend. Aber das hat wirklich gedauert. Das hat echt gedauert.
Willy: Hast du sie gemacht oder zieh dich?
Jürgen: Sie hat dir vergeben. Ja, ja. Ich habe gehört, weil es unlogisch war.
Willy: Ja, klar. Aber das war jetzt exemplarisch für deine Schule.
Jürgen: Ja, das war... Die Situation war natürlich prägend. Von dem Moment war ich der Schüler Schmücking.
Willy: Der Schüler Schmücking?
Jürgen: Der Schüler Schmücking. Mit dem Konjag-Schwinn. Das hat aber keiner gewusst.
Jürgen: Das war ja ein Geheimnis bis heute.
Jürgen: Zwischen dir und dem Herrn Direktor.
Willy: Jetzt nimmer.
Jürgen: Ja, jetzt nimmer.
Jürgen: Ich glaube, meinen Eltern habe ich es irgendwann einmal erzählt,
Jürgen: aber die haben es eh nicht geglaubt.
Willy: Die haben es doch nicht geglaubt? Ich glaube dir das. Das war aber nicht dein
Willy: gastronomisch-kulinarisches Erweckungserlebnis.
Jürgen: Nein, absolut nicht.
Willy: Also okay, das heißt, du warst ein guter Schüler? Immer abseits davon,
Willy: dass ich nicht so wirklich...
Jürgen: Nein, jetzt muss ich aufpassen, dass
Jürgen: das zuhören sich vielleicht meine Schulkollegen von Thomas angekriegt.
Jürgen: Nein, ich war ein fauler Schüler.
Willy: Ein fauler Schüler? Das heißt, du warst gescheit.
Jürgen: Wenn ich lerne, dann wird es passt. Du weißt das, wann er? Lernen?
Willy: Ich hasse euch. Ich weiss, wann er nicht.
Jürgen: Wie ich sehe, das ist,
Jürgen: Karma, es kommt zurück. Es kommt zurück? Ja, ich habe einen 11-jährigen Sohn.
Jürgen: Ich habe zwei Söhne, er ist 22, 11.
Jürgen: Und der 11-jährige ist genauso.
Jürgen: Der könnte, wenn er will, noch tanzen haben. Hat er aber nicht.
Willy: Hat er aber nicht. Aber hin und wieder reicht einfach das Wissen, man könnte.
Jürgen: Ja, das reicht ihm. Und das ist Ansatz.
Willy: Das ist quasi Ansatz.
Jürgen: Fast, das ist genau.
Willy: Österreichisch.
Jürgen: Warum brauche ich das? Ich kann ja Google fragen.
Willy: Ja, du bist aber auch eine kürzere Haare gefahren.
Jürgen: Also er optimiert ja auch.
Willy: Stimmt, das stimmt. Also es kommt alles zurück, du hast völlig recht.
Jürgen: Kamera.
Willy: Gut, Kamera ist ein Petscher. Ja, so ist es dann weitergegangen.
Willy: Was müssen wir noch wissen, damit wir die versteinern.
Jürgen: Naja, es ist dann in Wien schon so weitergegangen, dass ich aus dieser Frustration heraus, aus dem...
Jürgen: aus der Unzufriedenheit, Frustration ist vielleicht ein bisschen übertrieben,
Jürgen: aber ich war nicht wirklich happy.
Jürgen: Und aus dieser Unzufriedenheit heraus habe ich mir gedacht, es braucht noch
Jürgen: irgendwas anderes. Und dann habe ich angefangen, Geschichte und Philosophie zu studieren.
Willy: Und von der WU weg?
Jürgen: Nein, nicht einmal von der WU weg, sondern so oder als auch.
Jürgen: Es war wieder so eine Geschichte, wo ich mich nicht entscheiden konnte.
Willy: Sie kriegen ja ein bisschen raus,
Jürgen: Gell? Ja, ja, Gott. das zieht sich durch.
Jürgen: Und ich habe dann eine Zeit gehabt, wo ich wirklich schizophren habe,
Jürgen: wo ich an der WU meine Kostenrechnung Seminare gemacht habe,
Jürgen: dann bin ich in den D-Wagen eingestiegen, bin zu Heidegger gefahren.
Willy: Aber Kostenrechnung und Zeit und Zeit, das hängt jetzt an.
Jürgen: Das ist vorhin.
Willy: Sein auf Zeit, wenn man die Kostenrechnung nicht macht. Geil,
Willy: wirklich. Heidegger und Kostenrechnung, geile Kombi.
Jürgen: Ja, das ist nur das Beispiel, aber einfach die die EU-Seminare und die Philosophie-
Jürgen: und Politik-Seminare, da habe ich geschaut, dass die weit auseinanderliegen.
Jürgen: Also nicht nur örtlich, sondern auch vom Zugang her.
Jürgen: Ich habe die Leute, und das ist ja wie, im Prinzip bin ich mir vorkommen,
Jürgen: wie in Linz am Hauptplatz.
Jürgen: Also das Pendeln zwischen Bier und Prosecco.
Jürgen: Ja, zwischen Euter, zwischen Euter, Uni und zwischen Nick und WU.
Jürgen: Keine Ahnung, wie die Gebäude damals geheißen.
Willy: Ich sag mir, wir arbeiten da gerade ein Muster aus.
Jürgen: Und irgendwann einmal habe ich es einfach an der Wülle lassen.
Jürgen: Also ich habe die Wülle nicht fertig gemacht. Mir war das dann einfach zu blöd.
Jürgen: Ich habe den ersten Abschnitt fertig gemacht und die Themen,
Jürgen: Seminare, alles, was irgendwie dann so im zweiten Abschnitt dahergekommen ist,
Jürgen: das hat mich so dermosnah angehört.
Jürgen: Ein wenig gemacht.
Willy: Aber Heidegger hat dich abgeholt. Jawohl, das hat mich abgeholt.
Jürgen: Was mich witzigerweise auch abgeholt hat, und das ist ja eigentlich ein bisschen ein Widerspruch.
Jürgen: Geht bei dir? Ja, ja, das ist ein Mr. Widerspruch, genau.
Jürgen: Ich habe angefangen für Unternehmensberatung zu arbeiten, die jetzt heißen EFES und Partner.
Willy: Das macht dann doch wieder nach WU an, oder?
Jürgen: Nein, das waren ja genau die Leute. Eben Frederikson Scheiner,
Jürgen: das waren damals Abgänger von irgendeiner großen amerikanischen Consultingfirma,
Jürgen: McKinsey, irgend sowas in die Richtung.
Jürgen: Ich bin aber eh aus dem IT-Bereich gekommen.
Willy: Was? Ja, IT-Bereich.
Jürgen: Naja, IT.
Willy: Das ist IT wieder,
Jürgen: Herr WU. Nein, da kommt aus dem Kontext, dass ich irgendwann einmal angefangen
Jürgen: habe, mir als Student damit Geld zu verdienen, anderen beizubringen,
Jürgen: wie man Word, Excel, XS, MS Project und diese ganzen MS Software Tools vereint hat.
Jürgen: Und dann haben wir um diese Tools herum einfach auch Dienstleistungen angeboten.
Jürgen: Und da war ich irgendwie mit dabei. Also das war für mich der Einstieg in Consulting,
Jürgen: Unternehmensberatung.
Willy: Aha, Consulting, wieder was nächstes.
Jürgen: Ja.
Willy: Warum das gerade? Zufällig.
Jürgen: Ja, das ist zufällig.
Willy: Hätte er in einer Bäckerei sein können oder sowas, was du hast.
Willy: oder hast du schon in eine Richtung gesucht?
Jürgen: Nein, für die Bäckerei war jetzt Bautschart.
Willy: Bist du in der Sportblende?
Jürgen: Handwerk ist jetzt nicht so meins. Wir kommen wahrscheinlich dann,
Jürgen: wenn wir über das Kochen, über die Gummio-Geschichte reden, nochmal auf das
Jürgen: Thema Kochen und Küche zurück.
Jürgen: Aber dafür, dass ich mir als Student oder als junger Absolvent irgendwie damit
Jürgen: Geld verdiene, irgendwas mit der Hand zu machen, das ist dafür jetzt nicht gereicht.
Willy: Unternehmensberatung. Was hast du in der Unternehmensberatung?
Willy: Ich habe irgendwann einmal in einem anderen Podcast gesagt, du hast in der Unternehmensberatung
Willy: gelernt, Prozesse so zu steuern, dass die am Ende gut ausgehen. Ja, aber das war,
Jürgen: Sagen wir es einmal so, das Spannende an den EDV-Seminaren war für mich nicht
Jürgen: der Stoff, den ich vermittelt habe,
Jürgen: sondern die Seminarsituation an sich, das in der Früh anfangen und am Abend
Jürgen: dafür sorgen, dass die Leute heimgehen und sagen, das war lässig.
Jürgen: Aus dem heraus haben sie dann andere Themen entwickelt und da hat sich dann
Jürgen: die Beratungsarbeit ein bisschen verändert.
Willy: Jetzt weiß ich auch, was der Büro abgeholt hat damals, das war Organisationsentwicklung,
Willy: glaube ich, das ist ein Fach gewesen, das ist dicke Flüche.
Willy: Ich war ja, ich sage Ihnen, ich war auch dort, die Einführung habe ich auch
Willy: gemacht, das hat sich ja abgeholt. Ja, natürlich.
Willy: Wie Organisationen funktionieren, die Matrix-Organisationen und die Staborganisationen
Willy: und die Leute und so, oder?
Jürgen: Das hat man ja abgeholt. Die Soft-Skills, oder?
Jürgen: Ja, das hat man als Begriff. nie gefallen, soft. Ich weiß schon, was damit gemeint ist.
Jürgen: Mir ist es einfach um die sozialen Prozesse gegangen. Irgendwann einmal bei einer Beratergruppe,
Jürgen: hängen geblieben, die die Philosophie gehabt haben, systemisches Denken,
Jürgen: ein bisschen Konstruktivismus, das hat mich philosophisch abgeholt.
Willy: Die würden die alles hinterfragt haben.
Jürgen: Ja, genau. Genau, genau. Also wenn ich sage, Unternehmensberatung,
Jürgen: wir haben nie klassisches, oder ich habe nie klassisches Consulting gemacht.
Jürgen: Also nie eine Roland-Berger-Geschichte.
Willy: Also nie 10 Powerpoints für 10.000 Euro Ding.
Jürgen: Das war eine Zeit lang noch Thema bei EFS & Partner.
Jürgen: Aber da haben die klassischen Themen auch andere gemacht.
Willy: Welche Rolle, du hast jetzt vorher, ganz am Anfang gesagt, vielleicht auch Macht. und so.
Willy: Jetzt sagst du Gruppen, das ist die Organisation. Welche Rolle hast du in der
Willy: Gruppe? Was ist deine Rolle in der Gruppe, wenn du es aussuchen kannst?
Willy: Füße Frage.
Jürgen: Da kommt jetzt dieses Loading-Ding rein. Ja, das ist echt spät.
Willy: Sehr geil.
Jürgen: Vielleicht schneiden sie wirklich eine,
Jürgen: Das ist insofern nicht so einfach. Es hängt ein bisschen davon ab,
Jürgen: ob ich selber eine Agenda habe oder nicht.
Jürgen: Also wenn ich in einer Gruppe bin und es geht mir um nichts,
Jürgen: dann genieße ich das, dann schaue ich, dass die Prozesse so laufen,
Jürgen: dass es mir am Nachmittag oder am Ende gut geht.
Jürgen: Oder dass man Dinge tun, die mir wichtig sind. Wenn ich jetzt da irgendwas durchsetzen
Jürgen: will, dann ist es wahrscheinlich anders.
Willy: Also wenn du Chef bist quasi. Bitte? Wenn du Chef bist.
Jürgen: Ja, das...
Willy: Chief Inspector.
Jürgen: Ja, das... Fies. Nein, das ist ein bisschen kompliziert, weil die,
Jürgen: da kommen sicher noch hin, weil
Jürgen: die Inspektoren bei uns, die halt einfach Tester, Testerinnen sind, ähm,
Jürgen: Die kennen sich untereinander nicht.
Willy: Die kennen sich untereinander auch nicht?
Jürgen: Nein, nein, nein. Und somit ist es auch keine Gruppe. Es gibt keine Interaktion.
Jürgen: Also aus theoretischer Sicht ist das so.
Willy: Das müssen wir soziologisch hinterleuchten, was das jetzt für eine Art von Gruppe ist, oder?
Willy: Eine Gruppe, die sich nicht kennt, ist keine Gruppe, oder? Aber du bist Chef
Willy: von einer Gruppe, die sich nicht kennt.
Jürgen: Nein, ich bin Chef von einzelnen Individuen.
Willy: Spannend.
Jürgen: Ja, da kommen wir dann eh hin.
Willy: Unternehmensberatung, das war insofern wichtig, weil eigentlich das menschliche,
Willy: das soziale, das gesellschaftliche, systemische, das ist so ein bisschen deins,
Willy: aber da hat es irgendwann einmal ziemlich fade einen Kurs gegeben.
Willy: Irgendwann hat dir das dann ja auch gelangweilt.
Willy: Also das war ja auch nicht auf Dauer angelegt, das System.
Jürgen: Das hat unterschiedliche Aspekte.
Jürgen: Ich habe dann unterschiedliche Stellen, unterschiedliche Positionen dort in
Jürgen: dieser Community durchgemacht.
Jürgen: Es ist eine Zeit, über die ich nicht so gerne rede, weil einiges hat funktioniert,
Jürgen: hat Spaß gemacht, anderes hat nicht funktioniert, hat nicht Spaß gemacht.
Willy: Also emotional nicht darüber reden willst?
Jürgen: Ja, ich emotional nicht darüber reden will. Da gibt es Dinge,
Jürgen: über die habe ich mich dann auch noch viel länger beschäftigt.
Jürgen: Wurscht, weiß halt einfach nicht.
Willy: Wurscht, genau. Ja, genau.
Jürgen: Was schon Thema war, ich habe dann am Schluss relativ viele Seminare zum Thema
Jürgen: Team-Team-Entwicklung gemacht und auch Konfliktlösungen, Konfliktmanagement, solche Sachen.
Jürgen: Und da war es für mich einfach so, dass ich, ich muss jetzt wirklich aufpassen,
Jürgen: ich habe auf der einen Seite ein bisschen das Interesse verloren,
Jürgen: weil ich es nicht spannend gefunden habe,
Jürgen: weil alle Dinge, die ich gemacht habe, vorhersehbar waren.
Jürgen: Also nicht die ich gemacht habe, sondern auch was in einem Seminar oder in einer Gruppe passiert.
Jürgen: Und wenn du dann in einer Gruppe mit 15 Führungskräften sitzt und der Erste
Jürgen: fängt zum Reden an und du denkst, okay, der Zweite wird jetzt das sagen,
Jürgen: obwohl du die Leute noch gar nicht kennst.
Jürgen: Und der Dritte das, und das wird ungefähr so ablaufen, das ist für einen Prozess nicht gut.
Willy: Dass du da… Ja,
Jürgen: Genau. Ja, also da habe ich gemerkt, das sind meine Grenzen und wenn es mir
Jürgen: da nicht gelingt, wieder ein bisschen Distanz und ein bisschen Feuer zu kriegen,
Jürgen: dann funktioniert das nicht.
Jürgen: Und das war es im Prinzip auch, es hat nicht funktioniert. Also das war dann
Jürgen: für mich dann relativ klar.
Willy: Nach wie vielen Jahren war das?
Jürgen: Nein, acht, neun.
Willy: Ah, doch so lang?
Jürgen: In Summe, also in Summe vom ersten PowerPoint, wenn auch weg, wenn du willst.
Jürgen: Du hast doch einige Zeit, vielleicht noch um die 30.
Willy: Aber dann warst du ja irgendwo, da war ja dann ein sehr prägendes Erlebnis.
Jürgen: Es gab ein Erlebnis, wo in der Südsteiermark ein Seminar gemacht wurde.
Willy: War das das Erlebnis, oder?
Jürgen: Ja, wenn du willst, das Pfingsterlebnis.
Willy: Zumindest hat es geklungen da ein bisschen.
Jürgen: Erweckungsgeschichte.
Willy: Bis du den hast mit Gast draußen, dass du gerne isst oder sowas.
Willy: Gar nichts. Ich erinnere mich noch, wir reden hier mit dem Chief Inspector von GUE-MIO.
Jürgen: GUE-MIO.
Willy: Mit dem Schiffinspektor und der hat was mit Lebensmitteln, also Lebensinhalt,
Willy: der Ding, Lebensmittel.
Willy: Aber du bist 30, du hast mit Lebensmitteln noch nichts am Hut. Jetzt bist du keine 60.
Jürgen: Ich habe fast doppelt Zeit. Das halbe Leben, was du willst.
Willy: Jetzt machst du es wieder so schief. Aber gut, das ist deine Entscheidung. Also, Südsteiermark.
Jürgen: Südsteiermark. Das war wirklich ein Seminar. Ich habe Leute da drinnen sitzen
Jürgen: gehabt und habe mir dann irgendwann einmal gedacht, ich brauche Luft, ich brauche eine Pause.
Jürgen: Dann habe ich dann eine Gruppenarbeit gegeben.
Willy: Eine Gruppenarbeit?
Jürgen: Eine Gruppenarbeit. Das sind die Momente, wo du als Trainer nichts zu tun hast
Jürgen: oder wo du einfach unterwegs bist. Ja, es gibt viele Gruppenarbeiten zu Seminaren.
Willy: Ich muss mich überlegen,
Jürgen: Warum das so ist.
Jürgen: Nein, ich habe mich dann ins Auto gesetzt und bin ein bisschen herumgefahren Wirklich?
Willy: Du bist weggefahren in der Zeit?
Jürgen: Ich bin weggefahren, ja War eine große Gruppenarbeit.
Willy: Oder?
Jürgen: Ja, eine Stunde und dann halt Mittagspause und ich habe gewusst,
Jürgen: dass ich ungefähr drei Stunden habe, dann Nachmittag wieder treffen und die
Jürgen: Ergebnisse präsentieren und so.
Jürgen: Und ich habe das Mittagessen ausgelassen und bin, wie gesagt,
Jürgen: herumgefahren und man dachte, ich hole mir irgendwo was zum Essen und bin in
Jürgen: der Südsteilmark beim Weingut Thement vorbeikommen.
Jürgen: Und dann habe ich gedacht, das probiere ich jetzt. Ich habe hin und wieder mal
Jürgen: einen Wein trunken, aber ich komme aus Linz.
Jürgen: Es ist kein Weingegang, meine Familie ist keine Weinfamilie.
Jürgen: Es war einfach kein Thema oder kein großes.
Jürgen: Und habe dann den Herrn Thement, den Manfred Thement, dort getroffen und gefragt,
Jürgen: ob ich ein paar Weine kosten kann.
Jürgen: Und der war so verblüfft, wo ich mir gedacht habe, jetzt weiß ich warum,
Jürgen: das war damals einfach nicht üblich.
Jürgen: Es war unangemeldet, zu einem Weingut wie dem Manfredämen zu fragen und dann
Jürgen: noch eine Verkostung zu fragen.
Willy: Aber Regeln waren ein bisschen auch schon nicht deins.
Jürgen: Naja, vor allem, ich habe es nicht gewusst. Du hast es unbewusst gebrochen.
Willy: Du warst schon gerade im Regelnbrechen, dass du nicht mehr wissen hast, mir es noch so eine gibt.
Jürgen: Und der hat sich dann tatsächlich mit mir zusammengesetzt und hat mir auf jeden
Jürgen: Fall sechs Weine zum Kosten gegeben.
Jürgen: Und für mich ist da wirklich, da hat sich was auftan.
Jürgen: Er hat seine Weine ausgesucht, um im Prinzip eine Rebsortenvielfalt.
Jürgen: Ich habe ihm gesagt, dass ich mich nicht auskenne, aber dass mich das interessiert
Jürgen: und dass ich das spannend finde.
Jürgen: Und es war ein Muscatella dabei und natürlich ein Sauvignon Blanc.
Willy: Eigentlich wolltest du was essen.
Jürgen: Eigentlich wollte ich was essen. Ja gut, an das habe ich dann immer gedacht.
Jürgen: Und was für mich so spannend war, da sind dann fünf Gläser vor mir gestanden,
Jürgen: Und ich habe alle gleich ausgeschaut, oder ungefähr gleich ausgeschaut,
Jürgen: also habe ich das nicht wirklich...
Willy: Ein bisschen so, gell?
Jürgen: Ja, so ungefähr.
Willy: Nach einem Wein trinken, aber da sind zwei Glas dann quasi gestanden.
Jürgen: Genau.
Willy: Oder Fünfe in dem Fall.
Jürgen: Und in jedem Glas war aber eine andere Welt.
Jürgen: In jedem Glas war ein komplett anderes Empfinden, eine andere Erinnerung,
Jürgen: eine andere Emotion, eine andere Wahrnehmung. ich hätte sofort angefangen,
Jürgen: die wäre eine völlig unterschiedlich zu beschreiben mit meiner unprofessionellen Art damals.
Jürgen: Ihm hat das gefallen, also ich habe dann glaube ich einen fünften oder sechsten Wein gekriegt.
Willy: Als Belohnung.
Jürgen: Als Belohnung, dass mich das so interessiert hat. Ich weiß gar nicht,
Jürgen: ob sich er überhaupt noch an das erinnern kann. Ich war dann nach 20 Minuten ja wieder weg.
Willy: Er hat nicht länger. Achso, ich war jetzt schon gedanklich irgendwie über so
Willy: eine zweistündigen Ding und philosophische Abhandlung nichts.
Jürgen: Nein, ich habe,
Jürgen: Ich habe schon ein bisschen gefragt und über Wein philosophiert,
Jürgen: aber das war, wie gesagt, das war kurz und viel habe ich auch nicht sagen können,
Jürgen: ich habe auch nicht viel fragen können, ich habe mich nicht ausgekennt.
Jürgen: Für mich war das ja ein völliges Neuland.
Jürgen: Aber diese vier oder fünf Weine,
Jürgen: die ich da gehabt habe, die haben mich so bewegt, das war so spannend.
Willy: Was hat dich da bewegt oder wie hast du dich bewegt?
Jürgen: Naja, mir hat die, also einerseits die Unterschiedlichkeit fasziniert,
Jürgen: aber was mich bewegt hat, war,
Jürgen: dass egal in welches Glas du reinriechst, eine völlig andere Gefühlswelt sich auftut.
Jürgen: Also natürlich sind die beiden unterschiedlich und jetzt weiß ich auch warum
Jürgen: und jetzt kann ich es auch beschreiben.
Jürgen: Damals war Reinriechen Leichtigkeit und Reinriechen und Ernsthaftigkeit und
Jürgen: Reinriechen und Genuss.
Jürgen: Also das waren so ganz klare Zuschreibungen, die ich mir aber nicht erklären konnte.
Jürgen: Und da will ich mehr wissen.
Willy: Aha, du hast gemerkt, dass was geil ist, aber du hast das nicht verstanden.
Willy: Ja, genau. Und das wolltest du dann verstehen, oder?
Jürgen: Genau.
Willy: Aber warum gerade das? Weil bis zum 30. Lebensjahr, würde ich sagen,
Willy: haben in Österreich durchschnittlich alle schon einmal mindestens fünf Glas
Willy: Wein geraten, vielleicht schon einmal zwei parallel gehabt.
Willy: Warum hat es die so, und deswegen wird nicht jeder, du hast ja dann ein Sommelier
Willy: gemacht und so weiter und so fort, warum hat es die so abgeholt?
Willy: Hast du schon ein Talent gehabt oder hast du damals schon eine bessere Sensore gehabt?
Jürgen: Das weiß ich nicht, das kann ich nicht sagen. Das war deine Leistung.
Jürgen: Das war halt einfach nicht.
Jürgen: Ich kann mich nicht erinnern, davor mal einen Wein groben zu haben.
Jürgen: Das kann ich mir nicht. Ja, vielleicht, wenn er wieder Tag standen ist,
Jürgen: aber sicher nicht im Vergleich.
Jürgen: Ich bin immer wieder mal gerne essen gegangen, dass ich ihm immer Wein dazu
Jürgen: gebe, das war kein Thema.
Jürgen: Aber dass ich mir darüber Gedanken gemacht hätte, das war einfach nicht.
Jürgen: Ich kann jetzt nicht einmal sagen, was da der geografische Grund ist.
Willy: Aber nach 20 Minuten, mehr oder weniger, bist du wieder aufgerauscht?
Jürgen: Ja, 20 Minuten, halbe Stunde maximal.
Willy: War es dann erst einmal nix und dann noch ein Jahr Unternehmensberatung?
Willy: Die Gruppen hast du fertig gemacht?
Jürgen: So radikal war der Bruch nicht. Aber ich habe angefangen, mich mit dem Thema
Jürgen: zu beschäftigen, habe mir die ersten Bücher gelesen, habe die ersten Seminare
Jürgen: gemacht, Fein-Seminare.
Willy: Hast du auch noch gemacht? Du hast bildungstechnisch aufgearbeitet?
Jürgen: Ja, ich meine, das war einfach der Wunsch da, darüber mehr zu wissen.
Willy: Also ich wollte einfach mehr wissen. Hab ich? Hast du Hobby gefunden eigentlich,
Jürgen: Oder?
Jürgen: Ja, Hobby ist für mich so ein aktiver Begriff.
Jürgen: Das Gefühl habe ich damals noch nicht gehabt. Damals war es als Hobby geegt,
Jürgen: da mache ich irgendwas, da gehe ich am Berg oder gefischen oder gehe ich auf.
Jürgen: Das ist ein Hobby, aber wenn ich mir eine Flasche Wein kaufe und die genieße
Jürgen: und trinke, das ist super. war aber kein Hobby.
Willy: Ich wollte den Alkoholkonsum jetzt nicht als Hobby bezeichnen,
Willy: das war aber nicht das Ziel dieser Frage.
Jürgen: Das Ziel der Frage war, wie es weitergegangen ist.
Jürgen: Ich habe einfach angefangen, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und
Jürgen: das Ganze ausgehend von der Südsteuermark.
Jürgen: Ich habe mir dann einfach dort mehr Betriebe angeschaut, habe Leute kennengelernt,
Jürgen: habe einen Winzer kennengelernt, der mich ganz stark geprägt hat,
Jürgen: den es Winter jetzt leider nicht mehr gibt, die Weinberge schon.
Willy: Weinberge schon?
Jürgen: Nein, die Weinberge gibt es noch, aber es gibt den Winter nicht mehr.
Willy: Achso, ich dachte, der heißt Weinberge schon.
Jürgen: Nein.
Jürgen: Der Betrieb hat geheißen Schneckenkogler.
Willy: Schneckenkogler?
Jürgen: Schneckenkogler, genau. Das Weingut hat Klaus Brünter geheißen.
Jürgen: Also Schneckenkogler war der Vulgo-Name.
Jürgen: Und der war zwar Mitglied dieser steirischen Klassik-Gruppe,
Jürgen: aber hat ganz, ganz außergewöhnliche Weine gemacht.
Willy: Er hat mich
Jürgen: Ein bisschen geführt. Ich habe das noch nicht erkannt. Er war ein bisschen Mentor.
Jürgen: Es ist ein Geschenk gewesen mit ihm. Er hat Weine gemacht, die damals out of the box waren.
Jürgen: Das war Jahrgang 99, 2000, 2002. Das ist schon wirklich eine Zeit her.
Jürgen: Und ich habe vereinzelt noch Flauschen in meinem Keller, die sind jetzt noch grandios.
Jürgen: Nämlich richtig grandios.
Jürgen: Ich habe damals unterschiedliche Sauvignon Blancs gemacht. Teilweise irrsinnig
Jürgen: hoch im Alkohol, also Sachen, die man jetzt wahrscheinlich in keinen einzigen
Jürgen: Kunden mehr verkaufen kann.
Jürgen: Ich habe 15, teilweise 16 Prozent Alkohol gehabt.
Jürgen: Aber eine Stilistik, die ganz nah an dem war, was sie in der Loire machen.
Jürgen: Also eine Mineralik, die wirklich atemberaubend ist. Das habe ich am Anfang
Jürgen: noch nicht gewusst. Aber der hat auch gut...
Willy: Was du nebenbei ausgeschreibst, das hätte ich damals so noch nicht sagen können.
Jürgen: Nein, ganz genau. Und der hat auch gut gekocht.
Jürgen: Der hat uns dann immer wieder eingeladen und hat für uns gekocht.
Jürgen: Dann haben wir wieder seine aktuellen und seine älteren Jahre gekocht. Und hast du?
Jürgen: Nein, ich habe dann erstens meine Partnerin dabei gehabt und außerdem eine kleine
Jürgen: Gruppe von Leuten, die halt ähnlich interessiert waren.
Willy: Ah, habt ihr schon so eine kleine Supervisionsgruppe?
Willy: Habt ihr eine Supervision? Mehr Supervision, oder Supervision? Beides.
Willy: Und da hat er gekocht auch. Hat der dich dann mit der Kulinariker zusammengekoppelt?
Jürgen: Das waren zu früh, das ist ernsthaft erst später gekommen.
Willy: Du hast mit dem Trinken angefangen eigentlich?
Jürgen: Ja, mit dem Trinken angefangen, genau.
Willy: Das Essen ist später gekommen.
Jürgen: Ganz genau. Also in der Reihenfolge zuerst der Wein und der Schnaps dann zu essen.
Jürgen: Also Wein, Destillate, Kulinarik. Das ist so der Ablauf.
Willy: Aber Hobby war es jetzt nicht, hast du gesagt.
Jürgen: Nein, es war schon eine Leidenschaft.
Willy: Aber du warst noch Unternehmensberater in der Zeit.
Jürgen: Ja, genau. Ich habe dann aber langsam angefangen zu sammeln.
Jürgen: Also ich habe dann Wein gesammelt. Nicht in einem übermäßigen Stil,
Jürgen: aber ich habe dann 300, 400 Flaschen im Keller gehabt.
Jürgen: Das ist für einen Sammler jetzt nicht, was gut was, aber für mich war das schon, hat was gehabt.
Jürgen: Und dann habe ich angefangen und da kommt es sozusagen,
Jürgen: der Punkt, ja, das ist wirklich wichtig,
Jürgen: wo ich aus den Ressourcen schöpfen konnte, die ich als Berater gehabt habe oder gekriegt habe,
Jürgen: nämlich Tastings oder Verkostungen, Abende, Veranstaltungen anzubieten,
Jürgen: wo es zwar um Wein geht, wo ich aber durch die Möglichkeit, soziale Prozesse
Jürgen: zu steuern, einfach dafür sorgen habe können, dass die Leute einen geilen Abend haben.
Jürgen: Also das Ganze so moderieren, dass die Leute am Schluss heimgehen und sagen, das war echt lässig.
Jürgen: Und zwar nicht nur wegen Wein, sondern auch aufgrund der Art,
Jürgen: wie das geführt worden ist. Und das hat dann Spaß gemacht.
Willy: Wie kommt man das vorstellen?
Jürgen: Naja, das ist entweder in unterschiedlichen Locations, in Hotels oder bei Wirten.
Willy: In Wien oder in Wien?
Jürgen: In Wien, hauptsächlich in Wien. Ich habe damals in Wien gewohnt.
Jürgen: Es gibt eben im Vierten einen extrem lässigen Feinkaufshändler,
Jürgen: Roland Opochensky, der hat ein eigenes Event-Location hinter dem Ding gehabt.
Jürgen: Ich weiß nicht, ob es das noch gibt, aber damals gab es das.
Jürgen: Das waren letztliche Abende.
Willy: Nur trinken oder essen, trinken kombiniert?
Jürgen: Wir haben das kombiniert.
Willy: Und was hat man da gesagt? Nur ein Wein oder von dir ein bisschen erklären dazu?
Jürgen: Ja genau, also du bist hingegangen, weil erstens die Weine spannend waren, ich habe das kuratiert.
Willy: Das hast du schon kennengelernt?
Jürgen: Das habe ich dann schon können.
Willy: Warst du schon Sommelier? Hast du den schon gemacht?
Jürgen: Mittendrin.
Willy: Mittendrin, in der Ausbildung quasi.
Jürgen: Es waren die ersten Seminare, die ich gemacht habe, die Diplom-Sommelier-Ausbildung
Jürgen: könnte sein, dass die dann erst ein bisschen später...
Willy: Du hast das schnell zu getraut, oder? Ja. Dass du das aus Geschäftsform quasi
Willy: leitest, führst und dir Leute was erklärst.
Jürgen: Das habe ich mir relativ schnell zu getraut.
Willy: Selbstbewusstsein fällt dir nicht, gell?
Jürgen: Leider nicht. Nie wirklich gefällt, oder? Manchmal denke ich,
Jürgen: er hat nie wirklich gefällt.
Willy: Nein, ich höre es mir aus. Das ist super. Okay, du hast das gemacht und es hat
Willy: funktioniert. Es hat funktioniert. Vielleicht haben es ja gefällt.
Jürgen: Es hat Spaß gemacht, genau. Genau, genau. Und jetzt kommt eine Geschichte,
Jürgen: die ist sozusagen im Gespräch neu.
Jürgen: Ich war immer schon Sprachfetischist.
Willy: Sprachfetischist?
Jürgen: Ich habe immer schon geschrieben, aber am Anfang nur für mich und dann für Schülerzeitung
Jürgen: und dann für die Apparzeitung als Student.
Jürgen: Das Thema Journalismus war nie großes Lebensziel, aber es war mir immer wichtig.
Jürgen: Und ich habe gewusst, ohne Schreiben würde es bei mir nicht gehen.
Jürgen: Dann habe ich angefangen, meine ersten Beiträge über Wein zu machen,
Jürgen: habe ein bisschen für Betriebe gearbeitet, die Verrostungsnotizen haben wollten,
Jürgen: Ich habe in unterschiedlichen Medien einen ganz kleinen,
Jürgen: fast homöopathischen Dosis Verkostungsnotizen geschrieben und Weinbewertungen gemacht.
Willy: Wie bist du da gekommen? Hast du dir gesagt, ich mache das jetzt,
Willy: ich bin da, ich würde das gerne machen? Oder wie?
Jürgen: Da ist viel Zufall dabei gewesen. Ja.
Jürgen: Es gibt so eine Reihe von Seminaren an der Weinakademie und ein wichtiger Teil ist das Kosten.
Jürgen: Und es gab es in Wien, weil das im Prinzip keine einfache Geschichte ist,
Jürgen: gab es eine Gruppe, die hat keinen Namen gehabt, aber wir haben Verkostungstrainings gemacht.
Willy: Gruppe ohne Namen.
Jürgen: Alle zwei Wochen getroffen, das hat ein Lektor von der Weinakademie in Wurzburg das organisiert.
Jürgen: und wir haben alle zwei Wochen zwischen 14 und 20 Weine trainiert.
Jürgen: Und es war wirklich Training.
Willy: Geil, aber wenn man sich nicht gewohnt ist, wir haben Weine trainiert,
Willy: das ist schon geil. Für dich ist es normal, aber ich finde das mal will.
Jürgen: Und da sind halt immer wieder Leute, die schon ein bisschen tiefer in der Materie
Jürgen: sind, wo der eine den anderen kennt.
Jürgen: Also das ist eher so ein peu à peu reinwachsen, das Netzwerk erweitern.
Willy: Ja, ich verstehe. Ich kann es so nachts gar nicht. Es baut es so auf und irgendwann
Willy: kommen halt dann auch Anfragen.
Jürgen: Der Lektor, der das immer organisiert hat, Günther Wimmerzahl,
Jürgen: das war für mich auch der zweite große Mentor.
Jürgen: Günther Wimmerzahl. Ich weiß nicht, ob er noch im Geschäft ist,
Jürgen: aber Thomas hat er hat er relativ viele Testings gemacht und organisiert und war ein guter Lektor.
Jürgen: Und naja.
Willy: Waren das ja Freunde eigentlich?
Jürgen: Bitte?
Willy: Waren das Freunde, ja? Also der Klaus, der Klaus Brünte?
Willy: Ja, eher so väterliche Förderer. Genau.
Willy: Gut. Jetzt habe ich rausgebracht,
Jürgen: Oder? Nein, gar nicht, gar nicht rausgebracht. Ich denke nur, was das nächste war.
Jürgen: Das ist dann einfach immer mehr geworden. Und irgendwann einmal hat der Steuerberater
Jürgen: gesagt, so, ich kriege das jetzt nicht mehr durch, dass du Wein kaufst und in
Jürgen: die Steuererklärung reingibst.
Jürgen: Was bist du als Unternehmensberater oder Wein? Irgendwas.
Willy: Du hast einen Gewerbeschein quasi, du hast einen Unternehmensberater.
Jürgen: Genau. Ah, okay.
Willy: Und warst du eher schon im Eventbereich? Oder wo hättest du denn hinterher wollen?
Jürgen: Ja, genau. Und auch mit also nicht nur Seminaren, sondern mit den journalistischen
Jürgen: Sachen. Also er hat sie nicht ausgekennt.
Jürgen: Und dann haben wir gesagt.
Willy: Okay, dann kennt er sich heute aus.
Jürgen: Dann machen wir, heute kennt er sich aus. Wohl kennt er sich aus.
Jürgen: Es gibt zwar immer, es ist mittlerweile anderer, weil ich wohne in Tirol und
Jürgen: habe den Steuerberater den Rest der Familie betreut.
Jürgen: Aber mittlerweile ist da mehr Klarheit.
Willy: Aber die Testings haben dann funktioniert und dann erste Artikel, erste Kosten.
Jürgen: Genau. Ja, genau.
Willy: Und das ist halt… Nebenbei quasi und auf einmal ein bisschen an der Klick.
Jürgen: Naja, der Punkt, wo ich wirklich dann gesagt habe, okay, ich lasse das mit der
Jürgen: Beraterei komplett bleiben, war der Moment, wo ich angefangen habe,
Jürgen: im Bioverband zu arbeiten.
Jürgen: Also wo ich bei Bio Austria angefangen habe in Wien.
Willy: Ah, okay. Bist du bei Englisch gehört zu, hast du gewechselt oder so?
Jürgen: Nein. Das war ein bewusstes Karte.
Willy: Als Unternehmensberater wahrscheinlich gut verdient haben. Das heißt,
Willy: du hast ja ein zweier schräger Schritt, oder?
Jürgen: Ja,
Jürgen: der Umstieg war ein bisschen softer. Auf der einen Seite habe ich mit den Beratungen
Jürgen: zwar gut verdient, aber das ist der Teil, über den ich nicht gerne rede.
Jürgen: Wir haben natürlich auch,
Jürgen: herumprobiert und auch mit Erfolg und Misserfolg gearbeitet und auch Unternehmen
Jürgen: wir haben komplett gegen die Wand gefahren. Also in Summe.
Willy: Wahrscheinlich Vorwärtsscheitern ist mein Motto.
Jürgen: Vorwärtsscheitern, ganz genau.
Jürgen: Nein, das war, ich habe damals zumindest schon teilweise in Tirol gewohnt und habe den,
Jürgen: den Anruf von einem Winzer kriegt, der eben eine Aktivität, also mit dem ich
Jürgen: dann schon ein bisschen unterwegs war, den ich auch bei den Bio-Hotels kennengelernt habe.
Jürgen: Das ist ein Thema, das darf man nicht vergessen, das ist mir nur so ein zentraler Punkt.
Jürgen: Und der war damals im Vorstand von Demeter Österreich.
Jürgen: Und als Demeter-Vorstand war
Jürgen: er ein kooptiertes Vorstandsmitglied beim Bio-Verband, bei Bio-Austria.
Jürgen: und dafür verantwortlich, dass
Jürgen: die Stelle für Weinmarketing und Gastronomiemarketing ausgeschrieben wird.
Jürgen: Und der hat mich gefragt, ob mich das interessiert. Und ich habe gesagt,
Jürgen: ja, das interessiert mich. Die aufgelegte Geschichte.
Jürgen: Es war aufgelegt, es war absolut aufgelegt. Es war total lustig.
Jürgen: Er hat mir dann, aber es ist wahrscheinlich verjährt, es ist wurscht.
Jürgen: Er hat mir dann geschrieben, dass ich ihm einfach nur so in Stichworten kurz
Jürgen: einen Lebenslauf zusammenschreiben soll und dann setzt er die nächsten Schritte.
Jürgen: Und zwei Wochen später gibt es in der Kurier eine Anzeige, wo mehr Lebenslauf
Jürgen: in Form von einer Stellenausschreibung gestanden ist.
Willy: Ach, das ist hoffentlich.
Jürgen: Und auf die haben wir natürlich beworben.
Willy: Was du beworben, ja.
Jürgen: Und seitdem habe ich das gemacht.
Willy: Sie haben die genommen.
Jürgen: Das war eine richtig gute Zeit. Da ist viel passiert.
Willy: Welche Zeit war das?
Jürgen: 2006, 2005, 2006 herum, plus minus.
Jürgen: Es war die Zeit, wo eine Veränderung bei der österreichischen Weinmarketing stattgefunden hat.
Jürgen: Da ist der Willi Klinger zum neuen Geschäftsführer geworden.
Jürgen: Wahrscheinlich, ich kann es nicht mehr ganz genau sagen, es war nicht 2006,
Jürgen: es muss ein bisschen später gewesen sein, oder es war jedenfalls in dem Dreh.
Jürgen: Und wir haben dann einige Sachen gemeinsam gemacht, was wichtig war,
Jürgen: weil das Thema Bio-Wein davor in der Weinmarketing, in der offiziellen,
Jürgen: Vermarktungsstrategie natürlich eine Rolle gespielt hat.
Jürgen: Und da war der Willi Klinger einer, der das einfach verändert hat,
Jürgen: also der uns geholfen hat. Uns meine ich jetzt sozusagen.
Jürgen: Ich war zwar,
Jürgen: freiberuflich, aber wie Austria war mein einziger Kunde in der Zeit.
Jürgen: Und da ist einiges passiert. Da sind die Bio-Winzer,
Jürgen: geregelt und mit viel Unterstützung von der Weinmarktgedächtung auf unterschiedlichen
Jürgen: Messen präsent gewesen, sind jedes Jahr nach Japan gefahren.
Jürgen: Also da ist einiges passiert und da haben wir dem Willi Klinger viel zu verdanken.
Willy: Warum ist Bio so ein wichtiges... Ist das wichtigste LPD?
Jürgen: Das Lustige ist, mittlerweile schon.
Willy: Mittlerweile?
Jürgen: Naja, es war ganz am Anfang...
Jürgen: Nein, ich sage es anders. Ich habe es immer spannend, wichtig und interessant gefunden.
Jürgen: Aber meine Schwiegereltern oder die Eltern meiner Frau sind Gründungsmitglieder der Bio-Hotels.
Jürgen: Also die haben einen Gastrobetrieb in Tirol, in Schwarz.
Jürgen: Also nicht in Schwarz, sondern Pilberg, das ist sozusagen der Hausberg von Schwarz
Jürgen: und da das letzte Haus an der Straße.
Jürgen: Ganz oben. Ganz oben, ja. Und mittlerweile sind es dann immer die Schwiegereltern,
Jürgen: das Haus ist übergeben, mein Schwiegervater ist gestorben und das wird momentan
Jürgen: vom Schwager geführt, also es ist an die nächste Generation weitergeben worden.
Jürgen: Aber durch diese Liebe habe ich auch mehr Kontakt zu den Bio-Winzern gehabt.
Jürgen: Also in der Zeit, wo meine Weinkompetenz gewachsen ist, gleichzeitig,
Jürgen: haben meine Wurzeln in der Bio-Szene angefangen.
Willy: Und geht Wein und Bio gut zusammen?
Jürgen: Naja, es gibt das österreichische Lexikon des Weins und die Geschichte des Bio-Weins,
Jürgen: das Kapitel geschrieben, ja, das geht gut zusammen.
Jürgen: Also es hat einfach nur gedauert.
Jürgen: Es ist eine Entwicklung, es hat gedauert. Wir sind momentan bei 21,
Jürgen: 22 Prozent Drehfläche zertifiziert. Dann ist es?
Jürgen: Ja, und damit sind wir worldwide, also mit einigen Abstand die Nummer eins.
Jürgen: Dahinter kommt Frankreich und dann viel später erst Italien. Ja.
Jürgen: Nein, nein, wir sind schon gut unterwegs. Wir haben so die Struktur,
Jürgen: dass wir ganz am Anfang einfach viele Pioniere gehabt haben.
Jürgen: In der Zeit, wo ich dort war, waren wir nicht bei 20 Prozent,
Jürgen: sondern da waren wir bei, keine Ahnung, bei 9, 10 Prozent. aber diese Pioniere
Jürgen: haben verdammt gute Arbeit geleistet nämlich Pionierarbeit also wer jetzt auf
Jürgen: Bio umsteigt kann auf einen Wissensschatz zurückgreifen der kann eigentlich nicht mehr verschiefen,
Jürgen: Spannend.
Willy: Aber zu Bio machen wir einen eigenen Podcast Ja wunderbar,
Jürgen: Finde ich super.
Willy: Also Job bei der Bio Austria das war offensichtlich nicht die Endstation aber
Willy: für dir wichtiger Das war extrem wichtig,
Jürgen: Das war nicht die Endstation.
Willy: Was hast du damit genommen, was dich dann weitergebracht hat?
Willy: Oder wie würdest du das einbewerten?
Jürgen: Naja, was auf jeden Fall begonnen hat, war die Beschäftigung mit der Gastronomie.
Jürgen: Weil die Position war ausgeschrieben als Wein- und Gastromarketing.
Jürgen: Wobei wir natürlich einen Schwerpunkt auf das Thema Wein gehabt haben.
Jürgen: Aber es hat auch spannende Gastronomie-Projekte gegeben. Und das war für mich
Jürgen: so der professionelle Einstieg in das Thema Gastronomie.
Willy: Da war es dann soweit?
Jürgen: Ja, genau.
Willy: Da war der Link dann da?
Jürgen: Da war der Link da, genau. Und das war für mich wirklich der Einstieg.
Jürgen: Ich habe dann….
Willy: Was hast du geschrieben oder hast du das gefördert? Was hat denn so ein Tag
Willy: ausgeschaut damals? So ein typischer.
Jürgen: Es war kein klassischer Bürotag.
Willy: Hast du eine festeigen Gessen?
Jürgen: Gleitende Arbeitszeit.
Jürgen: Nein, es waren einfach spannende Projekte im PR- und Marketingbereich.
Jürgen: Ich habe dafür gesorgt, dass die Winzer gut präsentiert sind in den Medien.
Jürgen: Ich habe viel PR-Arbeit gemacht.
Jürgen: Ich habe viel von Fotografen gelernt. Also wir haben damals noch relativ viel
Jürgen: Kohle gehabt und haben immer lässige Fotografen dabei gehabt und ich war immer
Jürgen: froh, dass ich dabei war bei diesen Shootings und einfach gelernt habe.
Jürgen: Und auch im Bereich Gastronomie sind einfach spannende Projekte passiert,
Jürgen: wo ich im Endeffekt viel gelernt habe.
Willy: Okay, das heißt, das war einfach dein Job, da bist du alles zusammengewachsen.
Willy: Das wollte ich eh fragen, weil auf deiner Website, die so heißt wie du,
Willy: oder du heißt so wie, nein, umgekehrt, passt schon, steht Foto, Wort, Buch,
Jürgen: Blog. Ja, genau.
Willy: Blog ist schon länger neben, da braucht es ja auch schon länger, ist auch ich.
Willy: 2016 hast du irgendwie aufgekehrt, du hast irgendwie interaktiv was zu tun.
Willy: Ich habe recherchiert natürlich.
Willy: Aber du bist Fotograf, du bist Journalist.
Willy: Wann bist du Fotograf? Also ab wann warst du, Journalist kann jeder sagen,
Willy: dass es ist, ab wann warst du aus deiner Sicht Journalist und ab wann warst
Willy: du auch Fotograferformel?
Willy: Weil den haben wir noch gar nicht mitgekriegt.
Jürgen: Ja, okay. Also das kann man relativ gut trennen. Ich würde mich selber als Journalist
Jürgen: bezeichnen, seitdem ich in meiner Bilanz einen höheren Anteil an journalistischen
Jürgen: Umsätzen als an all den anderen habe.
Willy: Also wirtschaftlich.
Jürgen: Das ist relativ easy. 70 Prozent von meinen Umsätzen mit Texten oder mit Journalismus
Jürgen: mache, dann ab dem Zeitpunkt denke ich mir, kann man sagen, ist man Journalist.
Willy: Kategorie, Foodjournalist oder Sprecher,
Jürgen: Oder wie siehst du das? Ich schreibe über Alkohol und Essen.
Willy: Du hast einfach so. Ich treibe über Alkohol und der ist eh gut.
Jürgen: Ja, nein, ich tue mir genau wie mit Strukturen, tue ich mir auch mit den Kategorien
Jürgen: schwer. Also ich würde nie sagen, ich bin Foodjournalist.
Jürgen: Ja, eh. Aber halt nicht nur und manchmal gar nicht. Also,
Jürgen: Es geht um Landwirtschaft, es geht um Kulinarik, um Gastronomie und um Lebensmittelproduktion.
Willy: Du sprichst mir aus der Seele. Ich weiß bis heute noch nicht,
Willy: was ihr eigentlich macht, oder? Wie ich mir beschreiben, warum ich mir fragt.
Willy: Also ich verstehe dich ein bisschen.
Jürgen: Ihr habt erzählt, dass ich zwei Kinder habe, den Älteren und den Jüngeren.
Jürgen: Der Ältere, wie er in die Volksschule gekommen ist.
Jürgen: Kennst du die Geschichte? Nein. Okay, sag's.
Jürgen: der Kleine kommt in die Volksschule, erste Klasse, so eine Lehrerin,
Jürgen: die die Kinder in den Fesselkreis setzen lässt, und dann müssen alle sagen,
Jürgen: was die Eltern beruflich machen, und dann kommt der Leo dran,
Jürgen: das ist der Ältere, und, ja, was macht die Mama, das ist total einfach,
Jürgen: die ist Ärztin, und was macht der Papa, dann sagt er, der trinkt Wein,
Jürgen: und dann sagt die Lehrerin, aber sicher nicht nur, dann werden manchmal auch Schnaps.
Jürgen: und das war für ihn aber sonnenklar das war gar nicht schlimm der hat trinkt
Jürgen: Schnaps dass er dann drüber schreibt oder dass er die Dinge bewertet war dann
Jürgen: nicht mehr so spannend aber,
Jürgen: das war mein Einstieg in das Schulleben meiner Kinder.
Willy: Haben sie einen Nachbarn bei dir oder haben sie es einfach so hingenommen das
Jürgen: Geht ja noch weiter die haben mich am nächsten Tag mit der Direktorin angerufen
Jürgen: und hat gesagt, der hat mich in die Schule zitiert und ich bin hin und ich habe
Jürgen: nicht gewusst, worum es geht.
Willy: Der hat sich erwartet, der kommt jetzt komplett.
Jürgen: Mit einer Flaschenwein mitbrach ich habe gesagt, nicht dir, sondern der Lehrerin.
Willy: Nein!
Willy: Wirklich, ja.
Jürgen: Das waren die peinlichsten zwei Minuten meines Lebens.
Jürgen: Das hätte ich nicht so alt haben. Da habe ich gesagt, im Prinzip darum geht es eh.
Jürgen: Und dann habe ich das erzählt. Da habe ich gesagt, ah ja, das kann ich aufklären.
Jürgen: Geil. Dann war es lustig.
Willy: Ja, sicher ist immer noch, oder?
Jürgen: Nein, nein, schon, schon. Aber bis dahin war es schräg.
Willy: Ja, so ist das halt. Zum Glück habt ihr es auch geklärt.
Jürgen: Ja, wir haben es aufgeklärt.
Willy: Schön, ja.
Jürgen: Aber wo waren wir?
Willy: Ja, jetzt hast du es bei selber. Ein Foto.
Jürgen: Ein Foto, ja genau. Naja, und fotografieren, das war immer ein Hobby,
Jürgen: also ein richtiges Hobby.
Jürgen: Da habe ich nie irgendwie die Ambition gehabt, das zum Beruf zu machen.
Willy: Aber wann hast du damit angefangen? War es immer schon ein Hobby, oder?
Jürgen: Mit neun oder mit zehn. Ah, okay.
Willy: Nein, aber bis jetzt haben wir es noch nicht gehabt, aber es ist trotzdem ein
Willy: wichtiger Teil von dir, oder?
Jürgen: Es ist ein absolut wichtiger Teil von mir.
Willy: Mach schöne Fotos, ne?
Jürgen: Danke.
Jürgen: Das hat es sich aber wirklich erst sehr spät ergeben. Also ich habe viel mit
Jürgen: Fotografen gearbeitet, wie ich bei Austria war und irgendwann einmal habe ich
Jürgen: aufs Geld schauen müssen.
Jürgen: Also haben wir einfach nicht mehr die tollsten Fotografen mit einladen können
Jürgen: für Pressegeschichten.
Jürgen: Dann habe ich selber fotografiert und...
Jürgen: Dann hat es aber auch wieder Klick gemacht und man sagt, okay,
Jürgen: da will ich jetzt eigentlich, ja genau, Klick.
Jürgen: Da will ich jetzt mehr und mehr wissen und auch mehr haben.
Willy: Und dann hast du ihn das geneitert.
Jürgen: Genau, dann habe ich, und das ist noch gar nicht so lange her,
Jürgen: irgendwann haben wir 2018 oder 2019 in Innsbruck die Meisterklasse für Fotografie gemacht.
Willy: Ich glaube, die wolltest du jetzt auch heute wieder Ausbildung machen.
Jürgen: Nein, nein, da will ich es wissen. Also, ich biete es ja auch als professionelle Dienstleistung an.
Jürgen: Und da würde ich ja gerne einen Plan B haben, wenn irgendwas nicht funktioniert.
Jürgen: Und da wollte ich es einfach gescheit lernen.
Willy: So eine Technik kann dich fertig machen, wenn du es nicht verstehst,
Willy: wie es funktioniert. Ich schwöre es dir.
Jürgen: Die macht mich schon jetzt fertig, wenn ich da um mich schaue.
Willy: Ja, ja, und ich führe jetzt mit dir ein Gespräch und nehme mir die Angst,
Willy: dass die Technik... Vor allem ist er schon schwarz geworden.
Willy: Das sind genau diese Geschichten.
Willy: Also man sollte wissen, was man tut, wenn auf einmal was nicht funktioniert.
Willy: Das ist sehr gut, wenn man es fotografieren will. Entschuldige.
Willy: Also Masterclass fotografieren. Aber ist es, ganz ehrlich gesagt,
Willy: ich finde die Entwicklung gar nicht so schlecht, dass der, der geht und Fragen
Willy: stellt, die Fotos macht, weil der ja, der oder die, ja dann einfach auch weiß, wo man es draufholt.
Willy: Das gehört eigentlich zusammen, oder?
Jürgen: Das gehört absolut zusammen. Es ist wirklich, wie soll ich sagen,
Jürgen: Ich habe dann angefangen, für meine eigenen Reportagen zu fotografieren,
Jürgen: weil ich eine ganz klare Vorstellung habe, wie die Bilder ausschauen sollen, die im Text stehen.
Willy: Das wirkt dann aus einer Hand.
Jürgen: Genau. Und ich weiß auch, das ist für mich in der Produktion ein iterativer Prozess.
Jürgen: Ich habe die Bilder, die Bilder erinnern mich an die Situation.
Jürgen: Das verändert eventuell den Text oder hilft mir beim Text.
Willy: Systemisch.
Jürgen: Ja, ja, absolut, absolut.
Jürgen: Es gibt Verlage, die das überhaupt nicht auf die Reihe kriegen.
Jürgen: Nein, schon, das gibt es. Eigentlich ist das ein klassisches Modell.
Jürgen: Einer schreibt, einer fotografiert.
Jürgen: Das ist im Journalismus ja nicht einmal etwas Außergewöhnliches.
Willy: Ja, ja, nein, eh, aber ich finde, es ist eine Trennung, die man aufheben könnte,
Willy: weil es durchaus nicht macht.
Jürgen: Die könnte man aufheben, aber es gibt einige Verlage, die sich da wirklich schwer tun.
Jürgen: Und ich habe dann am Anfang immer gedacht, okay gut, da habe ich halt einen Fotografen mit.
Jürgen: Aber das ist auch super.
Willy: Was du dann mit hast? Nein, sicher ist super.
Jürgen: Am Anfang haben wir gedacht, geht bitte, das kann ich auch und ich könnte es
Jürgen: wahrscheinlich auch, aber das war gar nicht das Thema, sondern,
Jürgen: wenn ich jetzt zu einer zu einer Reportage fahre, um einen Koch zu porträtieren,
Jürgen: dann habe ich einfach den Kopf frei, wenn wer andere die Bilder macht.
Jürgen: Ich kann genau ich weiß genau.
Willy: Von was du redest. Ich weiß, wenn irgendwann die Technik, ich liebe sie,
Willy: aber wenn ich es irgendwann einmal angeben kann, mache ich es.
Willy: Aber wenn es mir wehtut, dass ich dieses Ding nicht mehr drucken darf und so,
Willy: aber es würde mir abgehen, aber es würde mich maximal entlasten.
Jürgen: Ich verstehe voll, was du machst.
Jürgen: Mir ist es nach wie vor wichtig, ich fotografiere lieber selber,
Jürgen: ich habe mittlerweile das Equipment ein bisschen optimiert, ich weiß,
Jürgen: womit ich unterwegs bin,
Jürgen: aber wenn einmal eine Geschichte dabei ist, wo ich das nicht machen muss,
Jürgen: dann finde ich das entspannend und entlastend und gefällt mir das eigentlich.
Willy: Wir sind zwei Jobs einfach. Also es war ja nicht so gering, fotografieren ist
Willy: ja so, brauchst du eh nur ein Foto machen.
Jürgen: Genau.
Willy: Dann warte einmal aufs Foto, dann schau mal, dass es leicht passt.
Willy: Dann warte ich dir dann ein Ding wie das, und was der Teufel,
Willy: was du sonst dazugehörst.
Willy: Und dann brauchst du noch ein bisschen Talent da, oder? Das Talent hast du immer schon gehabt?
Jürgen: Das kann ich...
Willy: Oder sprichst du dir jetzt selber das Talent ab, und du sagst, ich glaube nicht,
Jürgen: Dass es Talent ist? Nein, ich weiß nicht, ob es Talent ist. Für mich sind beim
Jürgen: Fotografieren zwei Dinge wichtig.
Jürgen: Das eine ist, dass das Auge für Kompositionen oder für besondere Situationen
Jürgen: haben. Das habe ich, glaube ich, schon.
Jürgen: Das habe ich sicher sogar. Aber das andere ist das technische Talent für die
Jürgen: Umsetzung, das, was schnell geht, weil du… Das kann man lernen.
Jürgen: Das kann man lernen und das hat bei mir auch dauert. Das dauert.
Willy: Vorwärtsscheitern, haben wir schon gehabt. Aber inzwischen, das Talent war zumindest
Willy: vorhanden und inzwischen herrscht die Technik auch.
Jürgen: Ja, genau. Ich fotografiere sehr, sehr gern.
Willy: Also fotografierst du noch immer?
Jürgen: Ja, ja, sowieso. Gestern von einem Koch in Osttirol das Menü fotografiert. Das war total gern.
Willy: Wie lange glaubst du, wird es so einen Job noch geben, die Food-Fotografie?
Willy: Weil inzwischen kann ja KI alles quasi simulieren, wenn man anschaut, was da geht.
Willy: Merkst du schon, dass da was woggt ein bisschen, weil wer denkt,
Willy: das leisten wir jetzt nicht mehr?
Willy: Selbst wenn er jetzt schreibt und fotografiert? Oder ist das in deinem Bereich?
Jürgen: Bei den Bildern, die ich mache, bestätige vorher nicht so.
Jürgen: Ich mache Reportagen über Gastronomie, Essen, Landwirtschaft und die Bilder,
Jürgen: die ich mache, sind andererseits sehr speziell bezogen auf die Situation dort.
Jürgen: Wer sagt das? Wer gibt der KI die Vorlagen?
Willy: Ja, da ist quasi die Natürlichkeit, das Produkt und die Natürlichkeit,
Willy: mit der KI nachzustören, das wäre ein Paradoxon eigentlich.
Willy: Das ist sicher quasi so der Job, das es sein muss.
Jürgen: Und das funktioniert auch nicht. Und das Zweite, was ich mache,
Jürgen: ist, ich fotografiere Gerichte von Köchinnen und Köchen.
Jürgen: Aber das sind ja höchst individuelle Produkte oder höchst individuelle Kreationen.
Willy: Die, die gebunden sind an die Personen in dem Moment. Absolut.
Willy: Das kann man nicht aufheben.
Jürgen: Der stellt das her, den Teller oder die Schüssel.
Jürgen: Und ich weiß schon, dass KI super Foodbilder macht. Aber eben nicht den Teller.
Jürgen: aber der will ja, dass genau der.
Willy: Tellerportage Und das erwarte immer als ganzer Moment ja dann auch den Teller
Willy: und nicht irgendein Teller, der schön ist und das ist so ein gewisser ein bisschen
Willy: so ein Schutz für den Bereich, wo du drinnen bist.
Jürgen: Wenn es um generische,
Jürgen: Illustrationen von Texten geht, da bin ich 100% sicher, da werden wir langfristig
Jürgen: ohne so Texte eher, dass ja vorbei.
Jürgen: im Prinzip das Foto.
Willy: Wirklich, ich bringe es mir gerade zum Nachdenken, das Foto wird schwer,
Willy: weil das ist in dem Moment, an dem Ort, zu dem Ding, das kann ich nicht.
Jürgen: Richtig, also richtig. Aber den Text könnte man sich auch nicht.
Willy: Der ist leichter Fakebar als das Foto,
Jürgen: Oder? Richtig, aber dann auch wieder der Stil nicht.
Willy: Stil bin ich mir nicht sicher.
Willy: Aber das ist jetzt, ich schaue mal in fünf Jahren nochmal drüber, was beim Ding ist.
Willy: Beim Foto, glaube ich, es wäre Fakebar, aber die Leute wollen nicht,
Willy: dass das, was sie da sehen, gefakt ist, weil sie wollen das sehen,
Willy: was sie dann dort essen konnten, in dem Fall.
Willy: Ob der Text jetzt
Jürgen: Ja, vielleicht. Vielleicht, ich kann es nicht sagen. Wurscht.
Willy: Aber Fotografie, wichtiger Teil seit deinem neunten Lebensjahr,
Willy: dann natürlich die Masterclass, dann hast du es gemacht bei der Bio Austria,
Willy: hast dann quasi fotografiert, geschrieben PR.
Willy: Da hast du eigentlich schon relativ viel gemacht und da hast du dann auch schon
Willy: angefangen, dass du mehr mit dem verdienst wie mit dem alten.
Willy: Da warst du dann Journalist, Fotograf, aber da warst du nicht,
Jürgen: Ich habe nicht mehr verdient, das beim alten, aber ich habe hundertprozentig
Jürgen: nur mehr aus den Quellen verdient.
Willy: Und das war ein gewisser... Am ganzen Morgen habe ich da eh quasi schon rumgeschraubt.
Willy: Aber das war es der Wert quasi,
Jürgen: Der Verhalten. Absolut, absolut. Ich bereue nicht einen Millimeter.
Willy: Das war jetzt überzeugend.
Willy: Wann ist... Wir sind noch nicht beim GUI...
Jürgen: Bei GM.
Willy: GM, genau, machen wir GM. Wir sind noch nicht dort, aber du hast dich beschäftigt
Willy: jetzt schon mit, du warst schon am Weg zum Sommelier.
Willy: Du hast dich mit Spirituosen dann auch beschäftigt,
Jürgen: Hast du gesagt.
Willy: Sensorik ist dann gekommen. Beschreib mal diesen Prozess, du wirst das erste
Willy: Mal beim Demand warst, vor deinen fünf Glaseln, wo du einfach gesagt hast, jetzt Glasland.
Willy: Jetzt Glasland eine andere Welt. Du hast zwar eingegraben.
Willy: Jetzt Glasland eine andere Welt. Und du hast aber nicht gewusst,
Willy: welche Welt und was beschreiben, du hast gesagt, das ist nicht so und so.
Willy: Und den Weg hin zu einem Menschen, der, wenn er jetzt so eine Flaschel nimmt
Willy: und da sagt, oh, ja, Bärenroutinen, dieses, jenes, wo Leute wie ich das denken, eh, mega.
Willy: Wie kommt man da hin? Wie hast du dich da hinbebracht? Und was lernt man da?
Jürgen: Offenheit differenzieren und präzise beschreiben. Ich halte das für Kosten von Weinen, Destillaten.
Willy: Sag ich das bitte nicht für ganz...
Jürgen: Trivial ist es nicht, aber es ist auch keine komplexe Kunst.
Willy: Ich trinke auch schon ewig Wein und ich schaffe es bis heute.
Willy: Ich finde es wirklich nicht trivial.
Willy: Aber wahrscheinlich ist es nicht, weil man die Systematik fehlt. Das ist Wahnsinn.
Willy: Wie kommt man dorthin, wo du jetzt bist? Durch die Richtung zumindest. ist.
Jürgen: Das Erste, was du lernst, ist wirklich das Schema.
Willy: Das Schema. Ja, es gibt... Schwach, bitte schießt, schau auf deine Spiele. Schema.
Jürgen: Es gibt mehr oder weniger so etwas wie ein standardisiertes Verkostungsschema.
Jürgen: Du kannst immer nach einer gewissen Logik oder nach einem gewissen Ablauf vorgehen.
Jürgen: Es gibt Regeln, oder was? Es gibt Regeln, ja. Die sind in dem Fall hilfreich fürs Lernen.
Jürgen: Wenn du selber anfängst zu schreiben, kannst du es völlig über den Haufen werfen.
Jürgen: Aber fürs Differenzieren, fürs Erkennen sind sie wirklich nützlich.
Jürgen: fangst mit der Farbe an, gehst zum Thema Geruch oder Aroma, hast dann innerhalb
Jürgen: von Geruch oder Aroma noch unterschiedliche Kriterien, wie Sauberkeit,
Jürgen: erste Einschätzung von einem Reife oder vom Alter,
Jürgen: dann hast du so ein Grund, wie soll ich sagen, ein Grundkompassrad, wo es,
Jürgen: in Basisrichtungen geht, fruchtig, würzig und so weiter, kannst dann,
Jürgen: sobald du sagst, okay, das Ding ist fruchtig, dann gehst du wieder weiter in die Tiefe und so.
Jürgen: Genau, da gehst du halt einfach so sukzessiv ein bisschen rein, so aromaratmäßig.
Jürgen: Und am Geschmack genau das Gleiche. Du hast das Ding am Gaumen,
Jürgen: du hast deine Empfindungen, du weißt, was Süße ist und wie sie sich auswirkt,
Jürgen: du weißt, was Säure ist und wie sie sich auswirkt.
Jürgen: Und wenn du dann deine Geschichten hast, dann kannst du eine Zusammenfassung
Jürgen: machen und dann und eine erste Einschätzung dessen, was du da im Glas hast.
Willy: Wir sind jetzt beim Trinken.
Jürgen: Ja genau, das ist Wein. Ich fange damit an, weil es für mich der Einstieg war.
Jürgen: Also so habe ich verkostengelernt.
Jürgen: Wie gesagt, da habe ich immer eine Zahl, die ich schon erwähnt habe,
Jürgen: war da einer meiner federführenden Mentoren in der Kompetenz.
Jürgen: Was ich total lustig gefunden habe, für mich ist das Thema Destillate dann in
Jürgen: einen zweiten Schritt gekommen, aber so mit einer Versögerung von zwei,
Jürgen: drei Jahren oder vier, keine Ahnung.
Jürgen: Irgendwann habe ich Schnaps spannend gefunden.
Willy: Warte mal, Destillate ist nicht gleich Schnaps?
Jürgen: Naja, ich rede von allem, was destilliert ist. Also alles, was 30 Prozent abhat.
Jürgen: Der Punkt, der für mich dabei wichtig war, ist die Erkenntnis,
Jürgen: dass wenn du eine Präzision und eine Klarheit und eine Sicherheit im Erkennen von Destillaten hast,
Jürgen: dann bist du automatisch eine Stufe weiter im Verkosten von Wein.
Willy: Also sollst du eigentlich mit Destillaten anfangen?
Jürgen: Nein, nein, nein. Falscher Schluss. Falscher Schluss. Ich habe mit Wein angefangen, das war super.
Jürgen: Dann ist das Thema Destillate gekommen. Und danach war ich ein richtig guter Wein, Frau Groster.
Jürgen: Der Hintergrund ist der, wenn du, wir sind in Österreich Weltmeister in Sachen Fruchtbrand,
Jürgen: also klare Fruchtbrände, wenn du Fruchtbrände da stehen hast,
Jürgen: dann sind das wirklich Fruchtaromen und Fruchtgeschmäcker in konzentrierter, destillierter Form.
Jürgen: Ein Himbeer ist ein Himbeer. Eine Kirsch ist eine Kirsch. Das ist solitär da,
Jürgen: wenn du das reinriechst und sagst, es ist Kirsch, dann hast du die Kirsch.
Jürgen: Und du hast die Aromen im Wein genauso, aber du hast dich da immer verwoben. Du hast dich immer...
Willy: Da kommt die ganze Gemüseobstschüssel gerade daher.
Jürgen: Aber in dieser ganzen Verwobenheit, in dieser ganzen Komplexität,
Jürgen: weißt du immer noch, weil du ein guter Schnapsverkoster bist,
Jürgen: wie eine Kirsch riecht und wie eine Brombeere riecht.
Willy: Und die riechst du dann raus?
Jürgen: Die riecht man raus. Das vergisst du auch nicht.
Jürgen: Für mich war das so essentiell, dass ich...
Jürgen: Ich habe strenge Lehrer gehabt beim Schnapsverkosten. Ich kann mich erinnern,
Jürgen: ich habe die Verkosterprüfung gemacht und da war in Österreich gerade kein Termin frei.
Jürgen: Jetzt bin ich nach Zürich in die Schweiz gefahren und habe die Prüfung dort gemacht.
Jürgen: Und die Schweiz ist ja destillatmäßig, Kirschland, also wirklich? Ja.
Willy: Schweiz Kirschen?
Jürgen: Schweiz Kirschen, ja. Absolutes Kirschland.
Jürgen: Und dann habe ich da meine, keine Ahnung, sechs Prüfungstestillate,
Jürgen: diese hohen Destillatgläser, die so ein bisschen gesprungen sind oben,
Jürgen: lauter klare Destillate, also nichts Whisky oder Rum oder irgend sowas,
Jürgen: nichts Dunkles, sondern alle klar.
Jürgen: Und ich höre in den ersten rein und sage so im Brust unter Überzeugung Kirsch. Das war ja Kirsch.
Willy: Super geschafft.
Jürgen: Genau, das haben wir gedacht. Genau, das haben wir gedacht. Yes,
Jürgen: nächste. Und dann schaut mich der Schweizer an und sagt, Kirschen gibt es viele.
Jürgen: Also er will schon gerne wissen, was das für ein Kirsch ist.
Jürgen: Ja, der alte Sorten. Oh, der Lauerzer, der Langstieler, da gibt es alle möglichen.
Jürgen: Für die Schweizer war das, die haben es auch nicht alle können, aber die...
Jürgen: Also er hat mir die Prüfung dann schon geschafft, weil ich die andere Sachen auch erkannt habe.
Jürgen: Und die Kirsch war ja nicht falsch, aber er hat schon gemeint,
Jürgen: wenn sie mal in der Schweiz verkasten wollen, dann müssen sie das schon können.
Willy: Ein bisschen Kirsche üben.
Jürgen: Ja, Kirsche geübt zwar, ja.
Jürgen: Kirsche geübt. Die haben ja reinsortige
Jürgen: Kirschbrände. Genauso wie wir unterschiedliche Birnenbrände haben.
Willy: Wie stellen wir das dann in der Zeit eigentlich vor? Hast du dann 200 Flaschen
Willy: daheim, wo du jeden Tag nippst,
Jürgen: Ein bisschen Schmack bekommst?
Willy: Wie lernt man das? Wie trainiert man das?
Jürgen: Beim Destillatekosten ist 95% der Geruch. Also du musst das nicht unbedingt
Jürgen: im Hund haben. Muss man nicht? Nein.
Jürgen: Die Sachen, die du am Gaumen überprüfst, sind nicht die Sachen,
Jürgen: die du erkennst oder trainieren musst.
Jürgen: Da geht es um, wie schaut der Gerbstoff aus?
Jürgen: Oder die Süße, ist das Ding aufgezuckert oder nicht?
Jürgen: Bestimmte Fehler werden am Gaumen noch mal viel deutlicher als in der Nase.
Jürgen: Also ich habe die Sachen nie, also trunken habe ich schon gar nicht.
Jürgen: und in der Regel wird es dann krochen. Also da passiert erkenntnismäßig,
Jürgen: trainingsmäßig am meisten.
Willy: Wann trinkst du die Sachen dann?
Jürgen: Ich trinke am Abend daheim hin und wieder Whisky. Oder rum. Aber die verkoste
Jürgen: ich vorher nicht. Das ist mein Abendding.
Willy: Das ist eine andere Vorstelle.
Willy: Das ist wirklich ein Wissensthema. Du sagst, das trinkt man nicht.
Willy: Da hat man 200 verschiedene Schnäpse durch.
Willy: Ich bin ja nur interessiert, rauszutriechen.
Jürgen: Es ist die, wenn, also ich bin bei vier, drei oder vier,
Jürgen: Prämierungsbewerben, also bei Destillatbewerben dabei, bei der Jury.
Jürgen: Und die kommen mit dem Auto, kosten und fahren mit dem Auto wieder an.
Willy: Das ist bei dem Auto vorne der Beweis, dass es nichts trinken kann.
Jürgen: Also Moment, das ist in Kärten und in Tirol.
Willy: Das ist wirklich, es ist auch wichtig, auch vielleicht mit dem Klischee einfach
Willy: ein bisschen, zu zeigen, dass das nichts mit Saufen zu tun hat.
Jürgen: Nein, gar nicht. Du hast die Dinge ja im Mund und dann die Schleimhäute nehmen
Jürgen: ja trotzdem was auf. Das ist ein Quatsch.
Willy: Jetzt müssen wir mal ein Gerücht von mir. Ich habe irgendjemand mal gesagt, das war bei Krabber.
Willy: Du musst da was auf dem Handrücken tun, das ein bisschen verreiben und dann
Willy: riechen und kannst das dann viel besser die Frucht, die Basisfrucht oder so rausreißen.
Jürgen: Ja, das ist kein Blödsinn, das hat schon was, das hat einerseits mit der Temperatur
Jürgen: von der Haut zu tun, das hat andererseits aber auch mit dem Destillat selber
Jürgen: zu tun, das funktioniert nicht bei jedem, also Grapper geht ganz gut.
Willy: Also war es eine gute Info?
Jürgen: Ja, die Info war okay.
Willy: Weiß nicht mehr, wer das war, aber danke.
Jürgen: Ja, danke.
Jürgen: Die machen jetzt trotzdem bei den Destillatprämierungen nur ganz wenige.
Willy: Aber es wird sogar gemacht?
Jürgen: Ja, doch. Manche machen das noch.
Willy: Aber es ist schon oldschool. Es ist sehr oldschool.
Jürgen: Manche geben Wasser dazu.
Willy: Ah ja, bei Whisky habe ich das ein paar Mal gehört.
Jürgen: Ja, da ist der Unterschied am größten. Aber du kannst da, was ich sehe,
Jürgen: bei Anis-Destillaten oder bei Anis-heutigen Destillaten dann kannst du den Anis-Gehalt
Jürgen: gut überprüfen, weil sie einfach durch den Lusch-Effekt dann so milchig werden.
Willy: Den Lusch-Effekt?
Jürgen: Lusch, für die Luschen.
Willy: Ich sage jetzt nichts, das hast du zu gesagt.
Jürgen: Das Uso mit Wasser trinken.
Willy: Wir erklären jetzt nicht den Lusch-Effekt, weil sonst kommen wir mal Dinge.
Willy: Aber wir nähern uns für alle Leute, ich glaube, wir schweifen ab, wir schweifen null ab.
Willy: Wir wissen jetzt, wer du bist, woher du kommst, dass du ein bisschen ein Thema
Willy: mit Regeln hast, obwohl die Regeln uns was bringen, wie du jetzt gerade gesagt
Willy: hast, beim Verkosten, durchaus, du hältst dich dran, wenn du sieben wohnst.
Willy: Das heißt, du fängst an quasi auf so einer groben Kategorie,
Willy: was hast du jetzt vorher gesagt?
Jürgen: Es fängt bei, es fängt bei.
Willy: Ich zahle einen Zettel umdreit, wo ich es aufgeschrieben habe,
Willy: kurze fix, und jetzt kann ich es nicht lesen. Frucht, Geruch,
Willy: Aroma, nein. Was weißt du? Ich weiß nicht, die Farbe.
Jürgen: Das erste ist die Farbe. Die Farbe ist eigentlich total irrelevant.
Willy: Ja, aber es ist ein grobes Raster, wo du anfängst, Farbe nehme,
Willy: Geruch, Dann schaue ich, dass
Willy: ich die Frucht vollwächst erwische und dann kann ich immer tiefer gehen.
Willy: Aber du lernst erst einmal grobes Raster.
Willy: Und bei Weinen oder bei Getränken ist es, kann man das sagen,
Willy: sind das fünf Begriffe, wo du sagst, das oberste, wir gehen jetzt nicht in die Unternehmung.
Jürgen: Richtig, das sind, ja genau. Genau, das ist, nennen wir es Raster. Ja, Raster.
Willy: Okay, nennen wir es Raster.
Jürgen: Und das ist standardisiert. Das ist auch, wenn du bei Weinbewerben bist,
Jürgen: auch die ganzen Bewertungsbögen, die du dann ausfüllen musst,
Jürgen: die sind alle in unterschiedlicher Intensität oder den unterschiedlichen Detailgenauigkeit,
Jürgen: aber im Prinzip immer dasselbe Raster.
Jürgen: Du fangst mit Farbe an, du hast mit Geruch weiter, dann geht es zum Thema Geschmack
Jürgen: und am Schluss gibt es so eine Art Zusammenfassung, wo du die Einschätzung der Qualität machst.
Willy: Und auf dem obersten Level, Raster-Level, fangst du an zum Lernen und dann quasi immer tiefer.
Willy: Wie talentiert warst du, dein Raster zu vertiefen? Hast du da von Anfang an
Willy: gute Erfolge verzeichnet?
Jürgen: Das ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Ich glaube nicht,
Jürgen: dass ich von vornherein ein guter Verkoster war, das glaube ich nicht.
Jürgen: Ich habe meine Prüfungen bei der Sommelierprüfung, die habe ich ja alle geschafft,
Jürgen: an der Weinakademie, das war alles kein Problem.
Jürgen: Ich glaube nicht, dass ich wirklich durch unterschiedliches Kosten und unterschiedliches,
Jürgen: Trainieren und Probieren auch mit anderen einfach immer besser geworden bin. Und,
Jürgen: Es geht in der, es ist im Prinzip ja Sport,
Jürgen: es geht ja nicht nur darum, die Weine einfach nur zu bewerten,
Jürgen: sondern einfach ein Gespür dafür zu kriegen, wie die Herkünfte ausschauen,
Jürgen: wo könnte der herkommen, wie alt könnte der sein.
Jürgen: und da hilft es einfach, wenn du ein Backup-Wissen dazu hast,
Jürgen: wenn du weißt, wie die Jahrgänge waren oder wenn du weißt, wie bestimmte Gebiete
Jürgen: was die für Stilistiken haben, wie die Böden ausschauen,
Jürgen: du wirst in der Wachau immer andere,
Jürgen: Rieslinge finden, als du es für mich in der Südsteimark oder im Kantor findest,
Jürgen: oder in Deutschland kommt einfach dazu dass es eine andere Historie gibt und
Jürgen: dass die Weine nacheinander musterwinifiziert worden sind. Das hat mit deren Märkten zu tun.
Jürgen: Und das macht es so spannend.
Willy: Das hast du aber gemerkt.
Jürgen: Du hast die Sachen nicht gemerkt. Ja genau, die haben wir gemerkt.
Willy: Und die sind noch vorhanden da.
Jürgen: Wir haben in Österreich ein paar Familiers, die so auf einer Wettbewerbsebene
Jürgen: immer wieder mal vorne dabei sind, Wettbewerbe Gwinnen, Europameisterschaft und so weiter,
Jürgen: die üben dieses Wissen, dieses Verknüpfen mehr oder weniger täglich.
Jürgen: Das habe ich nicht. Da habe ich die Zeit nicht dazu.
Jürgen: Ich merke mir schon viel und ich bin auch mit viel Interesse bei Betrieben und besuche sie.
Jürgen: Aber das, was ein Sommelier macht, der jeden Tag am Gast steht und seine Winter,
Jürgen: Winterinnen kennt und die Geschichten dazu erzählt, weil die keinen Film mehr kennen.
Jürgen: Also die wissen, die wissen einfach.
Willy: Das ist ein ganzes Leben. Man kann es nicht fünf Leben gleichzeitig leben.
Willy: Aber du merkst ja die Sachen gut. Ich scheitere immer wieder daran,
Willy: dass ich mir das einfach nicht merke.
Willy: Du sagst Riesling, es gibt wie viele Riesling-Regionen, dann gibt es das für
Willy: jede Trauben und jede Region hat das Spazifikum.
Willy: Das ist ein Geschichte, das ist schon schlecht mit den ganzen Jahreszahlen.
Willy: Das dann wieder zusammenbringen und irgendwo hinbringen,
Jürgen: Das ist… Du lernst die Sachen ja nicht kontextfrei.
Jürgen: Du hast das ja immer in Kombination entweder mit einem bestimmten Wein im Glas,
Jürgen: oder mit ein paar Flaschen, die von einem bestimmten Winzer dastehen oder mit
Jürgen: einem Buch, das du gerade liest.
Jürgen: Also da gibt es immer irgendwie einen Erfahrungszusammenhang und das macht es leichter.
Willy: Und wie hast du das eigentlich finanziert? Weil ich kann mir vorstellen,
Willy: ich sage es eben steinisch, dass das Kaosten, hohe Kaosten verursacht.
Willy: Weil du musst ja viel kosten. Wie geht es dir aus? Du kannst ja nicht immer
Willy: nur den Tetra-Pack, sag ich jetzt, verkosten, damit du einfach einen Wein gekostet hast.
Willy: Du brauchst ja auch das gute Zeug. Und das gute Zeug ist normalerweise teuer.
Willy: Und das brauchst du nicht einmal, sondern du trainierst ja auch damit.
Jürgen: Ja, wobei...
Willy: Stimmt mir das unendlich teuer vor? Oder wie komme ich da dazu?
Jürgen: Jein, jein.
Jürgen: Also ein billiges Hobby ist es insgesamt nicht. Aber es ist total...
Jürgen: Aber es ist total spannend.
Jürgen: Du bist eben wieder bei Testings und Präsentationen dabei, in völlig,
Jürgen: völlig unterschiedlichen Kontexten.
Jürgen: Manche werden von den Betrieben veranstaltet.
Jürgen: Du musst irrsinnig viel auf Messen gehen. Mittlerweile habe ich das ein bisschen
Jürgen: reduziert, weil sich auch der Job ein bisschen verändert hat mit GÖMIE. GÖMIE.
Jürgen: Mit GÖMIE.
Jürgen: Aber ich war früher auf jeder Wienum, auf jeder Probe in Düsseldorf.
Jürgen: Ich bin nach Italien zu den Messen gefahren.
Jürgen: Naja, das finde ich auch.
Willy: So viel Messe ist ja noch alles auf einmal an einem Fleck.
Jürgen: Der Punkt ist, ich bin,
Jürgen: Ich halte Messen mittlerweile überhaupt nicht mehr aus. Und ich finde,
Jürgen: wenn du jetzt nur die Messe machst und am Stand versuchst, einen Überblick zu
Jürgen: kriegen über neue Weine oder über bestimmte Betriebe oder bestimmte Sortimente,
Jürgen: das ist extrem schwierig, weil da immer irgendwie viel los ist und dann musst
Jürgen: du irgendwie hin und du kommst nie zu einem intensiven Gespräch mit dem Betrieb
Jürgen: oder mit der Winzerin oder mit dem Winzer, weil die einfach was anderes zu tun hat.
Jürgen: ja, das sind deren Händler da, also erstaunt ist einfach eine Katastrophe, um zu kosten.
Jürgen: Da ist viel los, das ist jetzt gerade, aber zum Kosten, das ist ein kompletter Schaß.
Jürgen: Das heißt, wenn ich auf eine Messe gehe oder wenn ich auf eine Messe gehe,
Jürgen: habe ich halt einfach geschaut, wo sind die Masterclasses, wo sind die Tastings,
Jürgen: wo halt einfach ein paar Weine präsentiert werden, wo du sitzen kannst.
Jürgen: Das ist für mich total wichtig, dass ich mich irgendwo hinsetzen kann,
Jürgen: meinen Notizblock aufschlagen und und dann meine Notes machen kann.
Jürgen: Wenn ich das nicht machen kann, wenn ich stehe, das funktioniert.
Willy: Also du gehst ja durch die Mess durch, direkt in die Masterclass, wie du dann dort hast.
Jürgen: Ja, genau. Es ist meistens schon viel früher festgelegt.
Willy: Du warst vorher schon eigentlich, was du hast, bevor du auf die Mess gehst.
Willy: Du gehst nicht hin und lässt dich dann berieseln.
Jürgen: Ganz genau.
Willy: Quasi.
Jürgen: Und ich gehe dann schon zu den Ständen, aber eigentlich nur um Socializing.
Jürgen: Networking. Hallo zu sagen, Networking, genau.
Jürgen: Leute zu treffen. Das ist ja keine ungewirrige Community.
Willy: Ja, ja.
Jürgen: Kann ja was.
Willy: Das ist eine gute Community. Was, was wir jetzt tun?
Jürgen: Ja.
Willy: Premiere. Du hast irgendeine Flasche mit chinesischen Schriftzeichen drauf.
Willy: Schriftzeichen, ja. Wir waren vorher gerade bei Spirituosen. Ja, genau.
Willy: Und wir werden jetzt einfach mal eine Premiere machen für die Leute,
Willy: die das jetzt nur zuhören. wir werden schauen, dass ich so ein bisschen Audio
Willy: kommentiere und wir werden jetzt was verkostet und du machst auf einmal dein
Willy: Magic und sagst mir, was du da schmeckst oder sowas und sagst mir,
Willy: was du da tust und fühlst sich das
Jürgen: Was mir mein Wort. Wir machen das einmal umgekehrt. Ich schenke da die Schere jetzt einmal ein.
Willy: Auf YouTube kannst du zuschauen.
Jürgen: Ich habe gar nicht viel davon. Echt, das ist auf YouTube. Ich hoffe nicht live.
Willy: Live ist es nicht, aber es werden circa zwei Milliarden Menschen sehen.
Willy: Also eine durchschnittliche Aufgriffszahl. Meiner Videos.
Jürgen: Okay, jetzt können wir es durchgehen. Wir machen es so halb blind.
Jürgen: Es steht jetzt, man sieht es eh nicht.
Jürgen: Danke.
Willy: Eine Flasche.
Jürgen: Es ist eine Flasche.
Willy: Schöne Flasche. Eine blaue Flasche mit chinesischen Schriftzeichen.
Jürgen: Genau, chinesische Schriftzeichen.
Jürgen: Das ist...
Willy: Ja, wurscht.
Jürgen: Was habe ich gesagt?
Willy: Das ist japanisch, du hast gesagt.
Jürgen: Nein, chinesisch.
Willy: Chinesisch.
Jürgen: Nein, Entschuldige. Nein, ich
Jürgen: war beim Japaner und habe mir eine Sake geholt, damit ich sie herkomme.
Willy: Entschuldige.
Willy: Das muss ich bitte erklären, damit die Leute sind. Ich komme nicht dafür.
Willy: Da ist bei der Tierherkomme und hat so eine Flasche gehabt.
Willy: Ich war beim Japaner und habe mir eine Sake geholt.
Willy: Ich habe geglaubt, das ist Sake.
Willy: Ich habe sogar noch einen blöden Schmuck gemacht über Sake. Dann wärst du wirklich
Willy: Sackel gemeint. Also es ist kein Sackel?
Jürgen: Nein, es ist kein Sackel. Es ist der Oberösterreicher nur Sackel.
Willy: Warte, ich wollte jetzt live... Oh, das ist die Kommunikation,
Willy: ne? Ja. Was tue ich jetzt damit?
Jürgen: Nein, pass auf. Also machen wir zwei unterschiedliche Dinge.
Jürgen: Wir haben da Gläser, die eigentlich der chinesischen Trinkkultur entsprechen.
Jürgen: Über die sagen wir aber nachher was.
Jürgen: Gehen wir zuerst einmal auf das Destillat und im nächsten Schritt dann auf die
Jürgen: Art, also warum es da ist und ein bisschen was auch über China und über das
Jürgen: Produkt an sich zu sagen.
Jürgen: Aber wenn wir jetzt unser Schema hernehmen von vorher, Farbe,
Jürgen: haben wir gesagt, irrelevant.
Willy: Irrelevant, klar, Destillat.
Jürgen: Bright, clear, ganz klares Destillat.
Jürgen: Wenn wir den Geruch hernehmen, dann sind wir zuerst einmal in der Kategorie,
Jürgen: ist es die Intensität, ist so die erste Linie. Also Intensität heißt,
Jürgen: Springt irgendwie förmlich aus dem Glas raus, ist üppig, intensiv, hocharomatisch.
Jürgen: Oder wenn du es elegant formulieren willst, dann ist er zurückhaltend,
Jürgen: elegant, still, vielleicht ein bisschen leise.
Jürgen: Was wäre deine Einschätzung?
Willy: Intensiv.
Jürgen: Komplett. Für intensiver bist du wahrscheinlich kaum ein Destillat hinkriegen.
Willy: Elegant, aber wahrscheinlich elegant intensiv.
Jürgen: Es ist innerhalb der Kategorie wahrscheinlich eine gewisse Eleganz da.
Jürgen: Aber ich sage gleich dazu, es ist ein außergewöhnliches Destillat,
Jürgen: das man in Europa so nicht gehört. Oder nur ganz selten.
Willy: Jetzt hast du kurz dran gehochen.
Jürgen: Ja, ich habe kurz dran gehochen. Für mich gibt es ein ganz zentrales Aroma. Das ist Sojasauce.
Willy: Sojasauce?
Jürgen: Und das hat aber mit dem Produkt und mit dem Herstellungsverfahren zu tun.
Willy: Also du weißt, was du riechst, aber...
Jürgen: Ja, man wird dann die Sojasauce noch mal viel deutlicher riechen,
Jürgen: wenn das Glas leer ist, also wenn wir es trunken haben, und die Glasinnenseite
Jürgen: einfach benetzt bleibt und dann leicht trocknet, aber trotzdem die Aromen sind
Jürgen: nur im Glas festgehalten.
Jürgen: Dann wird es noch einmal viel deutlicher.
Jürgen: Es riecht ein bisschen nach Schwarztee.
Willy: Wir führen es wieder zur Nase.
Jürgen: Und jetzt machen wir einen Schluck.
Jürgen: Achtung, es ist ein sehr hochprozentiges, über 53 Prozent, glaube ich.
Jürgen: Hast du das schon mal probiert? Nein.
Jürgen: Das ist Baiju.
Willy: Baiju?
Jürgen: Baiju. Das ist, lustigerweise kennt das bei uns fast niemand.
Willy: Jetzt kommt die Sojasauce.
Jürgen: Ja, da geht es.
Willy: Wenn es weiter weg halt. Wenn es direkt aufhört, die Nase bin ich.
Jürgen: Richtig, wenn du die Nassen drauf hast, bei 53 Prozent, sind in erster Linie mal Alkoholaromen da.
Jürgen: Und wenn du entweder hinter dir gehst oder wenn die ein bisschen weiter weg
Jürgen: sind oder wenn das Glas leer ist, dann kommt die Sojasauce.
Willy: Aber es ist doch die Basis Soja, oder was?
Jürgen: Nein, nein, nein, das heißt nur Sauce Aroma. Also Baiju ist ein chinesisches,
Jürgen: wie soll ich es sagen, Getreidetestillat.
Willy: Getreide.
Jürgen: Ja, also die Basis für das Destillat ist Hirse. Hirse? Das ist ein Hirse-Destillat, Sorgung.
Jürgen: Es ist nur der Entstehungsprozess extrem kompliziert.
Jürgen: Also das ist nicht einfach so ein Schnaps wie bei uns, wo du eine Frucht hast,
Jürgen: die Frucht verkehrst, dann Alkohol generierst und dann den Alkohol konzentrierst
Jürgen: durch das Brennverfahren. Also mehr ist es bei uns ja nicht.
Jürgen: Die erzeugen im ersten Schritt einmal Chou. Chou. Chou.
Jürgen: Ja, ist so.
Jürgen: Das ist im Prinzip nichts anderes wie Koji. Ah, Chou. Chou, ja.
Jürgen: Sie machen das aus Reis, es werden so Koji-Blöcke gemacht. Was ist Koji?
Jürgen: Koji ist ein Ferment eigentlich, mit Pilzen geimpfter Reis.
Jürgen: Und da entsteht ein...
Willy: In dem Fall mit Hirse, oder wie?
Jürgen: Nein, die Hirse ist in einem zweiten Schritt. Die Hirse wird getrocknet,
Jürgen: fermentiert und nach einer längeren Zeit gemeinsam mit dem Koji verkocht.
Jürgen: Und das, was da dabei rauskommt, ist dann die Basis für die Destillation.
Jürgen: Das wird dann destilliert und kommt dann einmal in Steinzeugkrüge und wird ziemlich
Jürgen: lang gelagert, bevor es in Flaschen gefüllt wird. So, jetzt hat China unterschiedliche Stile.
Jürgen: Also der Alkohol-Vaiju ist im Prinzip das, was in Russland der Wodka ist.
Jürgen: Also sozusagen der Kern der alkoholischen Konsumkultur in China. Ja.
Jürgen: Je nachdem, in welcher Gegend du bist, das ist Kisu, hast du unterschiedliche Stile beim Baiju.
Jürgen: Und das ist halt der intensivste, der stärkste, der heißt wirklich Sauce-Aroma, also Saucen-Aroma.
Jürgen: Da gibt es noch Light-Aroma, Strong-Aroma, Phoenix-Sesam-Aroma,
Jürgen: also es gibt eine Reihe von Stilen, aber das ist der intensivste und ist auch der,
Jürgen: der vom Produktionsprozess her am komplexesten ist.
Jürgen: Und durch diese Kombination mit Coji, also mit dem Chub und den gereiften Hirseblöcken,
Jürgen: kriegst du einfach diese Umami-Note drinnen.
Willy: Die schmecken so etwas Mützelmäßiges, so pilziger.
Jürgen: Ja, genau.
Willy: So ein Starkrohr oder so ein oder?
Jürgen: Es hat auch immer irgendeine Pilznote dabei.
Willy: Das bringt mich jetzt, damit man da ich weiß jetzt noch, wie spannend das jetzt
Willy: für die Hörer ist, da uns da zuschauen.
Willy: Was mir ganz wichtig ist beim Thema Verkost und ich habe mir die Frage gar nicht
Willy: aufgeschrieben, wo es eigentlich meine Lieblings- und wichtigste Frage ist. Was ist ein Geschmack?
Willy: Ist Geschmack etwas Gegebenes oder kann man Geschmack lernen?
Willy: Also, dass dann Dinge, ich habe so eine Hypothese, dass
Willy: isst irgendwas, es schmeckt dir nicht. Dann lernst du was dazu,
Willy: baust Wissen über das auf und das gleiche Ding, was eigentlich im Geschmack
Willy: sich nicht verändert hat, schmeckt auf einmal.
Willy: Oder weil es auf einmal mit Wissen aufgeladen ist, jetzt sagst du,
Willy: jetzt weiß ich was, es schmeckt, jetzt finde ich es gar nicht mehr grausig.
Willy: Es ist ungefähr so, wie wenn du was Salziges erworst und es kompensierst,
Willy: es ist im ersten Moment grausig, obwohl es grausig ist, weil du andere Erwartungen dran hast.
Willy: Kann sich Geschmack durch Wissen verändern?
Jürgen: Ich will es auf jeden Fall Ich denke mir nur, normalerweise ist es genau umgekehrt.
Jürgen: Du isst irgendwas und sobald du weißt, was du isst, ist es auf einmal grauslich.
Willy: Das geht auch. Das ist meistens mit Innereien und mit Hoden und solche Sachen. Oder mit Insekten.
Willy: Da gibt es diesen Effekt. Aber ich habe das eigentlich anders wahrgenommen.
Willy: Bei Getränken, die was ist im ersten Augenblick, gerade bei Destillaten,
Willy: Füße schmecken einfach scharf.
Willy: Man hat ja irgendwann gelernt, dass man schüttet. Was halt so komplette Unordnung ist.
Willy: Früher vielleicht schon, weil sie einfach gelumpert waren. ist es besser gewesen,
Willy: du hast es geschüttet, wenn dir das weniger passiert im Mund.
Willy: Aber gerade bei Schnaps ist es, wenn du weißt, was da drinnen ist,
Willy: dann schaust du bewusst dahin, auf einmal ist das, was du vorher gesagt hast,
Willy: das trinkt ich halt für den Rausch, auf einmal ist, schmeckt man nicht,
Willy: ist so, ah, interessant, was ich da schmecke und dann trinkst du es gern.
Jürgen: Doch, das glaube ich auch. Da bin ich sogar überzeugt davon.
Jürgen: Weil wenn du differenzieren kannst, dann dann wird das Produkt an sich schon einmal spannender.
Jürgen: Wenn du einfach ganz anders rangehst und ganz anders darüber nachdenkst.
Jürgen: Und wenn du sagst, okay, das hat jetzt den Aspekt und den und den,
Jürgen: so wie das zum Beispiel, das hat einem Gaumen eine gewisse...
Jürgen: Das schmeckt jetzt wirklich nach Sojasau. Ja, genau.
Willy: Aber das ist auch das Fiese, oder? Sobald man weiß, was wir riechen,
Willy: Sojasau ist total leicht, das zu riechen.
Willy: Ich werde nie eine Sojasau. Ich hätte es wahrscheinlich auch nicht,
Willy: was du nicht gesagt hättest. Das ist das Problem.
Jürgen: Ja, aber das hat in dem Fall auch damit zu tun, dass das eine Art von Destillaten
Jürgen: ist, die bei uns wirklich null Kultur haben.
Jürgen: Und die Chinesen, das ist wie gesagt, das ist Südchina, die Region,
Jürgen: die versuchen das jetzt auf den europäischen Markt irgendwie zu positionieren
Jürgen: oder zu etablieren und es ist halt kein leichtes Unterfangen,
Jürgen: weil der Produktionsprozess ist kompliziert, der erklärt sich nicht von Rane.
Jürgen: Es ist ein Geschmack, den kennen wir nicht, den muss man sich immer schön trinken.
Jürgen: Also du baust schon ein paar Räusche, damit du in die Richtung kommst.
Jürgen: Aber es ist einfach ein sensationell gutes Produkt, wenn du dann ein bisschen
Jürgen: eindrunken bist und auch die Unterschiede zwischen den Stilen oder zwischen
Jürgen: den Regionen erkennen kannst.
Jürgen: Oder sagen kannst du, okay, und da haben sie sich bemüht. Das ist ein Produkt,
Jürgen: wo sie geschaut haben, dass das möglichst unter Luftabschluss,
Jürgen: also reduktiv ausgebaut ist. Aber das warst du nicht.
Jürgen: Nein, aber schmecken kannst du es.
Willy: Ja, weil du weißt, was es ist, was sie gemacht haben. Und dann muss es nicht einmal schmecken.
Willy: Also im vulgären, vulgär ist jetzt auch wieder vulgär blöd gesagt,
Willy: aber im normalen Sinne von schmecken, sondern es ist interessant,
Willy: es ist ein interessanter Geschmack. Und das ist super.
Jürgen: Und das Nächste ist, dass diese Produkte, und nur davor, die Menge,
Jürgen: von der wir da reden, von Baiju, ist weltweit die am meisten produzierte und
Jürgen: konsumierte Spiritose.
Jürgen: Also es ist mehr als Wodka. Es sind halt einfach nur Chinesen.
Jürgen: Also es geht ganz wenig davon auf die westlichen Märkte.
Willy: Und das ist was Besonderes. Mein erstes Mal, danke.
Jürgen: Sehr gut. Das ist ein guter Punkt, weil das ist Flaschen, die von der letzten
Jürgen: Reise, von der letzten Verkostung in China mitgebracht habe und das hat einem überhaupt nicht taugt.
Jürgen: Dadurch, dass die so lang sind in der Produktion, sind sie auch mit den Produktionskosten
Jürgen: relativ hoch. Die Flaschen kostet 400 Euro.
Jürgen: Da gibt es einen Konzern, der heißt Mutai. Und es ist nicht einmal der teuerste,
Jürgen: auch nicht der günstigste, aber es ist so solide solide,
Jürgen: Beginning Prime-Quality.
Jürgen: Ja,
Jürgen: nein, ich weiß gerade wieder, ich weiß gerade wieder, zurück in der Produktionsstätte, weil,
Jürgen: einfach unfassbare Größenordnungen kennengelernt haben.
Jürgen: Also wenn du in Österreich fragst, was ist eine große Destillerie,
Jürgen: Da arbeiten halt 30 Leute, 40 Leute, das ist schon ein ziemlicher Laden.
Jürgen: Ich glaube, in der Fabrik arbeiten 6.000.
Jürgen: Du kommst denen oder Mutter ein. Das ist mehr oder weniger Stadt mit einer eigenen
Jürgen: Infrastruktur. Du fährst durch ein riesen Tor.
Willy: Ich glaube, China wird einmal eine Station werden, wo ich mit Bauer zu den Bippeln
Willy: mal ein paar Relationen in ein anderes Verhältnis rücken will.
Willy: Aber was mir jetzt wichtig ist, damit wir zurückkommen, eine Ausbildung kommt
Willy: bei dieser Diskussion über den Geschmack wichtig. weil du bist von der WU weg,
Willy: weil es zu viel Zahlen waren und du warst eher Leute an Prozesse.
Willy: Du warst dann auf der Philosophie und so weiter. Das hast du ja auch nicht wirklich
Willy: fertig gemacht, glaube ich.
Willy: Und du hast dann in Salzburg Gastrosophie gemacht.
Jürgen: Gastrosophie studiert, ja genau.
Willy: Und da kommt irgendwie diese Bedeutung, weil man schmeckt, man trinkt halt gewisse
Willy: Sachen, dann schmeckt es halt und es schmeckt einem und es schmeckt einem nicht.
Willy: Aber da steckt ja ganz viel mehr dahinter.
Willy: Also die Produktionsprozesse. Die sind wieder kulturell geprägt und kommen aus
Willy: einer gewissen Historie heraus.
Willy: Im Endeffekt, wir laden, das zeigt ja alles sorglos in uns rein.
Willy: Mir geht es ja nicht, ich nehme mich da definitiv nicht aus.
Willy: Aber sobald man weiß, was da dahinter steckt, gerade bei den traditionellen
Willy: Produkten, die quasi diese Traditionen mit Vierer bringen, da ist man sehr schnell
Willy: auch in der Philosophie, oder man fängt an das Philosophieren an,
Willy: in der Kultur, in der Geschichte drinnen.
Willy: Was hat dieses Gastrosophie-Studium für dich gebracht?
Willy: Macht es nicht mehr den Lebenslauf?
Jürgen: Nein, gar nicht. Nein, das macht es nicht mehr überhaupt nicht.
Jürgen: Nicht im Lebenslauf, weil kein Mensch weiß, was das ist. Ich hätte fast studiert.
Willy: Es war mir zu teuer und ich habe mich nicht drüber getragen.
Jürgen: Ja, aber da bist du einer von wenigen. Was?
Willy: Ich würde es so gerne machen.
Jürgen: Ja, für mich war das wirklich ein Markstein.
Willy: Warum eigentlich? Wo ist dein Schulden dafür? Und wann war das?
Jürgen: Äh...
Jürgen: Ich muss nachschauen, das ist ein paar Jahre her.
Jürgen: Im Endeffekt war es so, dass ich am Beginn der Lockdowns meine Masterarbeit
Jürgen: geschrieben und abgegeben habe und angefangen habe ich halt einfach die drei Jahre davor.
Jürgen: ich habe die Masterarbeit ein bisschen länger gebraucht als meine Kollegen ich
Jürgen: habe es dann erst ein Jahr später abgeben,
Jürgen: aber ich schätze dass ich so 17 angefangen habe und das dauert zwei Jahre 17
Jürgen: bis 19 und 2020 habe ich dann die Diplomprüfung und die Masterarbeit abgeben Du.
Willy: Hast ein sau interessantes Thema gehabt, oder?
Jürgen: Ich habe über die Kulturgeschichte der Schlachtung gesprochen Der Schlachtung? Der Schlachtung, ja.
Jürgen: Über die ersten Schlachtungen, die ersten gewerblichen Schlachtungen in Hallstatt, bis halt zu den,
Jürgen: ersten industriellen Schlachthöfen in Chicago.
Willy: Warum das? Wir kapitulieren, Unternehmensberater, Jürgen Schmück, nein, nein, nein.
Willy: Wir haben uns jetzt sehr, sehr weit durch, du hast das ja sehr verändert, oder?
Jürgen: Ja, absolut.
Willy: Die Diplomarbeit über das Schlachten, über die Schlachtung.
Jürgen: Ja.
Willy: Warum das?
Jürgen: Ich habe in meiner Zeit bei der Bio Austria, ein bisschen weiter ausholen,
Jürgen: aber es ist im Prinzip schnell erledigt.
Willy: Bei uns sind sie schon gewohnt.
Jürgen: Ich habe in meiner Zeit bei der Bio Austria immer wieder mal Caterings für Weinprämierungen gebraucht.
Jürgen: und da ist mir irgendwann einmal die Familie Wiesner empfohlen worden das sind
Jürgen: die Mangalitzer Züchter die die dann nördlich von Wien in Wieschert heute heim waren und,
Jürgen: Der Thomas Maurer hat mir die empfohlen.
Willy: Der Kabarettist?
Jürgen: Ja.
Willy: Ich kann mich nicht mehr kennenlernen. Kein Weintritt, du das Weintritt hast du ja kennenlernen.
Jürgen: Da haben wir uns das erste Mal gesehen. Da ist er mit mir zu den Wiesners gefahren,
Jürgen: hat dort als Honorar, er hat dann am Abend eine Veranstaltung moderiert und
Jürgen: als Honorar hat er einen Wein und einen Speck von dort gekriegt.
Jürgen: Und ich habe da die Wiesners kennengelernt. Also das war für mich sozusagen
Jürgen: der Start. und von dem Moment weg haben wir einfach viele Sachen gemeinsam gemacht.
Jürgen: Also die haben ihre Hofschlachtungen gemacht, es war aber immer so eine juristische Gartwanderung,
Jürgen: und die haben dann ein witziges Modell oder ein witziges Geschäftsmodell gehabt,
Jürgen: die haben Zuchttiere exportiert,
Jürgen: nämlich richtig exportiert, also nach Italien, Russland, nach Amerika und haben
Jürgen: nach einiger Zeit dann, nachdem die Zuchttiere dort die Arbeit gemacht haben
Jürgen: und ihre ersten kleinen Härten aufgebaut haben,
Jürgen: sind sie hin und haben den Züchtern und Bäuerinnen und Bauern gezeigt,
Jürgen: wie man schlachtet und wie man Wurst macht und sozusagen eine Verarbeitungswirtschaft gemacht.
Jürgen: Und ich bin da immer mitgefahren und habe das fotografiert.
Jürgen: Und irgendwann einmal haben wir so viel Material gehabt, dass ich gesagt habe,
Jürgen: hey, Degg, mach mal ein Buch.
Jürgen: und das habe ich dann, im Prinzip genauso wie wir jetzt reden, habe ich das,
Jürgen: der Maria Oppitz erzählt, die war damals Geschäftsführerin vom JUS Verlag,
Jürgen: also von Gusto eigentlich, vom Buchverlag von Gusto und die hat gesagt, das machen wir.
Willy: Machen wir.
Jürgen: Sie war Kommilitonin, sie war Absolventin von Gastrosophie, in irgendeiner Gastrosophie, Pause.
Willy: Man trifft sich heute durch, dass man was tut, Man trifft es uns,
Willy: ergeben sich die Sorgen.
Jürgen: Das war ein lässiges Projekt. Das hat sich halt in der Zwischenzeit bei mir
Jürgen: und bei Ihnen ein bisschen was verändert.
Willy: Du hast gesagt vorher Waren,
Jürgen: Oder? Waren, ja, die sind mittlerweile geschieden. Es gibt den Christoph immer
Jürgen: noch an dem Ort, der macht da immer noch lästige Veranstaltungen.
Jürgen: Die Isabel macht komplett was anderes, die Kinder sind aus dem Haus,
Jürgen: also es hat sich einfach viel verändert.
Willy: War wichtig die Zeit, oder?
Jürgen: Ja, absolut.
Willy: Das Buch heißt?
Jürgen: Eine fette Sau.
Willy: Eine fette Sau. Ich habe gesehen, du hast ein selber ausergebenes Buch,
Jürgen: Oder?
Willy: Du hast irgendeinen Preis, habe ich gesehen, auf deiner Seite,
Jürgen: Für das independent oder selbst Ja, aber den Preis haben wir gekriegt von damals
Jürgen: Kaisergranat, jetzt deutscher Kochbuchpreis und die haben damals eine Kategorie
Jürgen: gehabt für independent Verlage,
Jürgen: Also für kleine Verlage, Augusto war damals mit zwei Publikationen,
Jürgen: oder was sie gehabt haben einfach ein kleiner Verlag,
Jürgen: Damit habe ich meine Kategorie gewonnen.
Willy: Fette Sau, das heißt Buchautor bis dann.
Jürgen: Ja, genau. Das war nicht mein einziges Buch.
Jürgen: Ich habe schon ein paar andere Sachen gemacht, aber es sind immer unterschiedliche Kontexte.
Willy: Aber es war der erste quasi. Auch nicht, nein. Auch nicht? Nein.
Jürgen: Das erste, was wir gemacht haben, war mit einem Schweizer Weinjournalisten gemeinsam.
Jürgen: Das hat geheißen der Bio-Genuss-Guide. Das war so ein klassischer Bioprodukteführer.
Jürgen: Da habe ich die Texte geschrieben und er hat die Produkte verkostet.
Willy: Ah, da hat er noch verkostet.
Jürgen: Ja. Holzhausen Verlag war das.
Willy: Holzhausen, ja, das kennt mich.
Jürgen: Und dann habe ich erzählt, dass die Schwiegereltern Mitglied bei dieser Gruppe der Biohotels waren.
Willy: Das hast du erwähnt schon.
Jürgen: Ja, und für die Gruppe habe ich eigentlich auch immer relativ viel gemacht.
Jürgen: Wir haben einerseits Verkostungen organisiert und wir haben Best of Bio immer
Jürgen: wieder Bioprodukte verkostet und bewertet. Und,
Jürgen: Ich glaube, ein Jahr nach der Fettensau haben wir ein Kochbuch gemeinsam gemacht.
Jürgen: Das habe ich geschrieben und fotografiert.
Jürgen: Abgesehen von den Rezepten, die sind natürlich von den Hotels gekommen.
Willy: Wie wichtig, um da auf die Gastrosophie ein bisschen zurückzukommen,
Willy: wie wichtig ist einfach dieses
Willy: Kontextwissen für, weil du schmeckst, jetzt haben wir gesagt,
Willy: Bijou? Bijou.
Willy: Man riecht jetzt übrigens wirklich komplett. Der ist ja interessanter,
Willy: das glas ist interessanter, wie es voller eigentlich.
Jürgen: Das heißt, bei Destillaten oft, dass die leeren Gläser noch mal eine ganz andere Geschichte erzählen.
Willy: Wie wichtig ist es dann, dann kann man nämlich auch vielleicht auch in Richtung
Willy: bewerten von Gerichten und dann in einem deiner jetzigen Jobs,
Willy: wie wichtig ist dieser ganze Kontext rundherum?
Willy: Was man hat, Philosophie oder Kulturhistorie etc., Handwerk,
Willy: Tradition, was halt alles.
Jürgen: Das ist für mich einfach alles. Ich habe
Jürgen: aufgehört, ein Produkt ohne den Entstehungszusammenhang zu beurteilen.
Willy: Aber ist das nicht hinterlich dann auch für den Geschmack?
Jürgen: Nein, für den Geschmack nicht. Im Ersten vielleicht ein bisschen für die Urteile,
Jürgen: aber nicht für den Geschmack.
Willy: Für das Raster, sage ich mal. Das Raster, doch brichst du damit ein bisschen,
Jürgen: Oder? Ja, genau. Aber es ist mir trotzdem wichtig.
Willy: Siehst du, da sind wir wieder bei der Binge.
Willy: Erzähl.
Jürgen: Nein, es ist, sagen, für mich ist der Produktionskontext,
Jürgen: einerseits völlig, er ist nicht getrennt vom Produkt zu sehen oder anders,
Jürgen: ich kann das Produkt nicht anschauen, ohne dass ich mir auch anschaue, wie es entstanden ist.
Willy: Also du lässt bewusst von dem Entstehungsprozess auch beeinflussen,
Willy: wahrscheinlich dann in deiner Bewertung,
Jürgen: Oder? Richtig, wo ich das natürlich nicht machen kann, ist, ich habe gesagt,
Jürgen: ich bin bei einigen Destillat oder hin und wieder auch noch bei Weinprämierungen dabei.
Jürgen: Da habe ich den nicht und das ist auch eine bewusste Entscheidung dieser Struktur.
Jürgen: Also diese Sachen werden immer blind verkostet.
Willy: Interessant blind, weil du klammerst nicht nur den Hersteller aus mit alles,
Willy: was du dazu weißt, sondern diesen ganzen Entstehungsprozess.
Jürgen: Du klammerst da relativ viel aus. Da gibt es unterschiedliche Philosophien, wie viel du weißt.
Jürgen: Es gibt Hersteller, die sagen, Es ist wichtig zu wissen, was für ein Charge
Jürgen: oder was für ein Jahrgang das Produkt ist.
Jürgen: Es ist wichtig zu wissen, was herkommt. Es ist meistens eh relativ klar,
Jürgen: weil es innerhalb einer bestimmten Kategorie verkostet wird.
Jürgen: Also du hast immer die Gruppe der Rieslinge oder die Gruppe der Cabernet Sauvignon oder immer Williams.
Jürgen: Aber für mich ist trotzdem, wenn ich, ich kann diese Produkte bewerten.
Jürgen: Also ich kann mein Schema abarbeiten und ich kann relativ klar sagen,
Jürgen: sind das zwei Rottapunkte oder sind das neiner Rottapunkte oder ist das was,
Jürgen: was in Richtung 95, 96 geht. Da ist nichts dabei.
Jürgen: Wenn ich aber das Produkt einer Öffentlichkeit vorstellen will,
Jürgen: dann ist das ganz eine andere Geschichte.
Jürgen: Weil dann könnte ich das zwar auch machen und viele machen das auch,
Jürgen: dass sie sagen, okay, das ist die Beschreibung und die Bewertung.
Jürgen: Und da ist ein Flaschenfoto und vielleicht noch zwei, drei Sätze zum Winzer
Jürgen: oder zur Winzerin oder zum Distiller.
Jürgen: Mich interessiert aber eher, und ich glaube, dass es für die Leute wichtiger
Jürgen: ist zu wissen, wie arbeiten die, was denken sie sich dabei, warum machen sie
Jürgen: bestimmte Dinge, warum machen sie andere nicht, warum haben sie sich für Bio
Jürgen: entschieden oder bewusst dagegen.
Willy: Ich bin jetzt, das ist aber mittendrin, das ist aber genau dort,
Willy: wo es wirklich spannend ist eigentlich und überall, wo es spannend wird,
Willy: wird es natürlich ein widersprüchlicher bisschen,
Willy: weil es gibt ganz viele Entscheidungen, die der Mensch trifft in der Herstellung,
Willy: für was es entscheidet, für B oder nicht, B oder sonst irgendwas,
Willy: was nicht unbedingt etwas jetzt mit dem Produkt selbst zu tun hat,
Willy: also ob du es jetzt ausserschmächst oder nicht, sondern was eher eine Werteentscheidung
Willy: ist, eine moralische Entscheidung, eine ethische Entscheidung oder so.
Willy: Was aber quasi für den Geschmack am Teller, wenn man das nicht weiß, kein Faktor ist.
Willy: Aber das muss man trotzdem mit einnehmen, oder wie?
Jürgen: Nein, muss man nicht.
Willy: Ich tue es halt.
Jürgen: Weil, wie soll ich sagen.
Willy: Geht es mehr an, wie haben wir einen Geschmack? Geschmack ist mehr als nur Geschmack.
Jürgen: Na, mir schon. Weil ich,
Jürgen: schon auf den Punkt runter braucht, will ich den Wein von einem Arschloch trinken.
Willy: Aber wenn er gut ist? Ja, das ist aber genau die Frage. Ich weiß nicht,
Willy: dass ein Arschloch zum Quadrat aber der Wein ist Weltklasse.
Jürgen: Ja, dann finde ich. Natürlich ist er gut und ich kann nicht zum Wein sagen,
Jürgen: der hat so und so viele Punkte und ich kann den auch entsprechend beschreiben.
Jürgen: Überhaupt kein Problem.
Jürgen: Also die Frage ist, mach ich mal am Abend auf, wenn ich eine gute Zeit haben
Jürgen: will? Oder mach ich mal einen anderen auf, der vielleicht eine andere Bewertung
Jürgen: hat, aber wo ich weiß, hey, mit dem war ich schon ein Bier.
Willy: In einer idealen Welt, ich sehe das nicht von der Dingbewertung.
Willy: Die Weine sind gleich gut. Grandiose Weine, der eine Arschlucht, der andere keiner.
Willy: Kriegt beide 19 Punkte oder kriegt der Arschlucht noch einen Abzug von 2 Punkte?
Jürgen: Nein, es gibt keinen. Nein, also garantiert gibt es keinen Arschluchtabzug.
Jürgen: Nein, die gibt es garantiert nicht.
Jürgen: Warum? Es ist ja völlig widersinnig. Das geht nicht noch mal zurück.
Jürgen: Das ist gar keine moralische Geschichte.
Jürgen: In meinem eigenen Bewertungskatalog, was Präferenzen betrifft,
Jürgen: kann ich schon unterscheiden, was ist gut und was schmeckt man. Ich sage es anders.
Jürgen: Ich kann einen Wein in einem 100-Punkte-Schema 92 Punkte geben,
Jürgen: was aus meiner Sicht schon relativ viel ist.
Jürgen: und da kann man trotzdem nicht schmecken, wenn ich es einfach nicht mag.
Jürgen: Aber trotzdem kann ich erkennen, dass die Arbeit, die dahintersteckt,
Jürgen: dass da was rausgekommen ist, was richtig gut ist.
Willy: Für dich ist das Schema, wo das so rein gehört halt. Ja, genau.
Jürgen: Dieses Schema ist ja völlig unabhängig von den Präferenzen.
Jürgen: Es gibt einen deutschen Verkoster, der heißt Martin Darting,
Jürgen: der hat ein Schema entwickelt, das heißt P-A-R, Herr, ich habe es vergessen, wofür das steht.
Jürgen: Analyse, egal, kann man schauen.
Jürgen: Dating. Dating, genau. Die Kernaussage ist genau die.
Jürgen: Du hast auf der einen Seite ein Bewertungsschema, wo du evaluierst,
Jürgen: was riechst du, was schmeckst du, in was für einer Ausprägung ist das da.
Jürgen: Also quasi sozusagen die Analyse, die nackte Analyse.
Jürgen: Und dann hast du auf der anderen Seite nochmal ein Schema, sagt,
Jürgen: okay, und wie stimmig ist es und wie gut passt es zu dem Wein und wie harmonisch
Jürgen: ist es. Und da sind dann die Präferenzen drinnen.
Jürgen: Und aus dem ergibt sich dann ein Wert.
Jürgen: Das ist für mich ein ganz spannendes Thema, weil im Prinzip müsstest du nur
Jürgen: die linke Seite hernehmen können und sagen, okay, und das sind die Punkte,
Jürgen: mach was damit, lieber Konsument.
Jürgen: Da kommen wir wirklich zu einem ganz wichtigen Punkt, weil wenn ich jetzt wieder
Jürgen: ganz zurückgehe zum Thema radikaler
Jürgen: Konstruktivismus, zu meiner Ausgangsphilosophie auch bei der Beratung,
Jürgen: die 92 Punkte sagen immer mehr über mich aus als über den Wein.
Jürgen: Immer. Und wenn ich irgendwo lese, der Wein hat 92 Punkte, dann sagt man die
Jürgen: Zahl genau so lange nichts, solange ich nicht weiß, wer die 92 Punkte hergeben hat.
Jürgen: Wenn ich weiß, okay, das sind 92 Punkte falsch, dann weiß ich,
Jürgen: Herr Moser arbeitet so und so, das kenne ich schon länger, da kann ich die 92 Punkte einsortieren.
Jürgen: Wenn das ein anderer macht, keine Ahnung, James Suckling oder… völlig wurscht.
Jürgen: Wenn ich den Verkost erkenne und weiß, wie der Arbeit ist, kann ich es einordnen,
Jürgen: der Kontext. Wenn ich den nicht habe, dann sind die Zwarerleinspunkte völlig irrelevant.
Willy: Ist nicht wie beim Lineal, dass es 30 cm, 30 cm sind, sondern da brauche ich...
Jürgen: Du hast in jedem Urteil den Richter mit drinnen.
Willy: Und wie schafft man das dann, wenn wir einen Schritt für Richtung GM,
Willy: wie schafft man es dann, dass man...
Willy: Und wir erklären dann noch, wie du dort hinkommen bist. Wie schafft man es dann,
Willy: dass man über, wie viele Satze testen? 50?
Jürgen: Ungefähr 50, ja.
Willy: Dass man da dann doch eine objektivierbare Größe hinbringt, die ja dann auch
Willy: über Erfolg, Misserfolg von Betrieben dann auch entscheidet.
Willy: Also man sagt, okay, das kann ich auch akzeptieren.
Willy: Das Lineal, die drei Zentimeter sind tatsächlich 30 Zentimeter und nicht wirklich 30 Zentimeter.
Jürgen: Das ist gar nicht so einfach. Ja, es hat mehrere.
Jürgen: Es geht und ich glaube, dass wir wirklich auf einem guten Weg sind.
Jürgen: Die Herausforderung ist einfach, dass sie, wie wir am Anfang das mit der Gruppe
Jürgen: gesagt haben, die Leute kennen sie nicht.
Jürgen: Ich kenne sie schon. Also ich weiß, wenn man eine Testerin oder Tester… Du bist
Jürgen: der Einzige, der alle kennt. Ich bin der Einzige, der alle kennt.
Jürgen: Ich kenne sie nicht einmal. oder ich weiß, wir alle sind und ich habe mittlerweile
Jürgen: ein Gefühl für den Stil von jedem Einzelnen.
Willy: Du hast ein echt krasses Wissen da eigentlich, gell?
Willy: Geheimnisträger, scheiß Geheimnisträger.
Jürgen: Ja, genau. Ich kann so gerne sagen, ich kann nicht. Unversehrt zum Bahnhof zurückkommen. Ja, natürlich.
Jürgen: Eine meiner zentralen Aufgaben ist einfach zu schauen, dass 16 Punkte in Wien
Jürgen: genau dasselbe sind wie 16 Punkte in Bregenz.
Jürgen: Und die Bregenzer Testerin oder der Bregenzer Tester kennt den Wiener Tester
Jürgen: nicht. Die wollen noch nie gemeinsam essen.
Jürgen: Du bist nicht bewusst.
Willy: Es kann die Möglichkeit bestellen.
Willy: Stimmt. Ja, so geil, oder?
Jürgen: Ja. Wir haben vor der Pandemie so ganz zart angefangen, so eine Art Austauschabende
Jürgen: zu machen, wo sich zumindest kleine regionale Gruppen treffen.
Jürgen: Das hat ein paar Mal stattgefunden. Es ist dann durch Corona wieder ein bisschen
Jürgen: zerfledert und aufgelöst. Es ist nicht weitergemacht.
Jürgen: Es ist kein einfaches Thema in der Redaktion, weil die Anonymität ist einfach ein sehr hoher Wert.
Jürgen: Und die ist auch wichtig. Da können wir bitte nicht vergessen,
Jürgen: wenn es umgeht, dass ich das testen gehe.
Willy: Du guckst da vor der Kamera, also du kannst nicht mehr anonym sein,
Willy: das ist jetzt für den Beweis.
Jürgen: Nein, aber da haben wir Strategien.
Willy: Ja, ja, das komme ich jetzt.
Jürgen: Aber, wie soll ich sagen, die Tester, die für uns unterwegs sind,
Jürgen: ein Teil davon kennt sich schon, aber keiner weiß, dass er testet.
Jürgen: Also das ist einfach ein Teil der Community, die auch für andere Magazine und
Jürgen: so weiter unterwegs ist, werden es nie bekannt geben.
Jürgen: Andere haben komplett andere Quellberufe, die, die in der Szene sind,
Jürgen: die kennen sich untereinander, aber die Disziplin und das Maß der Anonymität
Jürgen: ist so hoch, dass ich mich darauf verlassen kann, dass das auch so bleibt.
Jürgen: Es gibt eine kleine Ausnahme, wir haben in Tirol einmal angefangen,
Jürgen: so kleine Treffen zu machen.
Jürgen: Aber das ist wie ein soziales Experiment, also da schauen wir jetzt einmal, ob das funktioniert.
Jürgen: Es passt nicht an jedem, aber ich finde es einfach spannend, wenn,
Jürgen: Der klassische Ansatz der Intervision oder Supervision, wenn die am Anfang der
Jürgen: Test-Saison gemeinsam essen gehen, gemeinsam darauf schauen,
Jürgen: wie die Levels sind, worauf schauen wir.
Willy: Ein Kalibrierungstreffen eigentlich.
Jürgen: Eigentlich ist es ein Kalibrierungstreffen, ganz genau.
Willy: Zum Opfer der Anonymität halt wieder.
Jürgen: Ja, aber nur der internen Anonymität. Also wir treffen uns natürlich schon an
Jürgen: Orten, wo keiner vermutet, dass das eine Gruppe von Testern ist.
Jürgen: Das sind auch die Läberler.
Jürgen: Geil.
Jürgen: Es ist auf der einen Seite, in Tirol ist es ein bisschen einfacher,
Jürgen: weil der Anteil der Fachkollegen relativ gering ist.
Jürgen: die, die in Tirol testen, ist eine kleine Community, die wissen,
Jürgen: wer wer ist, aber die Gefahr, dass da, es ist niemand aus einem publizierenden,
Jürgen: Kulinarik-Medium dabei zum Beispiel. Und das macht es ein bisschen einfacher.
Willy: Aber wie schafft es dann quasi, dass das, was wir geschaut haben,
Willy: mitbleiben 30 Zentimeter, es sind halt Leute, es ist keine Naturwissenschaft,
Willy: es ist kein metrisches System, die Bewertung, da sind Leute involviert,
Willy: Aber was sind so quasi die Mechanismen?
Willy: Wie kommt es dann zu einer endgültigen Bewertung? Und wie stellt es hier zumindest,
Willy: nicht sicher, sondern schaut sich, dass es höchstmöglich gleich sind,
Willy: 16 Punkte, 16 Punkte sind. Wie macht man das?
Jürgen: Also das eine ist einmal zu schauen, dass die Wertungen und vor allen Dingen
Jürgen: die Beschreibungen, die Texte über das Bundesgebiet eine Konsistenz haben.
Jürgen: Und das kann ich eigentlich nur, indem ich in einer, ich weiß gar nicht,
Jürgen: heißt das Stern für mich, also in Kommunikation mit den Testern,
Jürgen: Ihnen Rückmeldung gebe und sage, Leute, da haben wir den Test,
Jürgen: auf der einen Seite die Formulierungen, bitte so, hätte ich das gerne nicht
Jürgen: mehr, ich hätte das gerne irgendwie anders, klarer,
Jürgen: moderner formuliert, auf der anderen Seite sehe ich, ich habe eine Abwertung
Jürgen: um einen Punkt, aber wenn ich mir den Text oben anschaue,
Jürgen: dann gibt es nichts, was darauf hinweist, dass irgendwas nicht gepasst hat, zum Beispiel.
Willy: Konsistent.
Jürgen: Das geht nicht. Das geht einfach nicht. Ich sage dann, in der direkten Kommunikation
Jürgen: mit der einen Testerin oder mit dem einen Tester, die dort waren,
Jürgen: Leute, entweder wir lassen die Wertung, wie sie ist, oder du beschreibst,
Jürgen: warum du einen Punkt wegnimmst und im Extremfall um eine Haube reduzierst.
Jürgen: Genauso umgekehrt. Also wenn
Jürgen: ich eine Aufwertung habe, dann habe ich eher Aufwertungen als Abwertungen.
Jürgen: dann habe ich die eher aus so einem enthusiasmierten Gefühl heraus,
Jürgen: die Leute einfach eine geile Zeit dort gehabt haben.
Jürgen: Und das dann auch formulieren.
Willy: Es ist leichter, etwas Positives zu formulieren.
Jürgen: Ja, genau. Dann hast du im Text aber auch genau diese Mood, diese Stimmung.
Jürgen: Du merkst, der hat echt einen lästigen Abend gehabt dort.
Jürgen: Aber in den Beschreibungen der Gerichte ist nicht ablesbar, was jetzt eine Aufwertung
Jürgen: von drei auf vier Hauben rechtfertigen würde.
Jürgen: Die haben mit dem Konzept nichts geändert, die sind vielleicht ein bisschen
Jürgen: sicherer worden, aber selbst wenn sie massiv was verändert haben oder das Menü
Jürgen: umgestellt haben oder neue Leute haben, das kann ja alles sein.
Jürgen: Aber dann brauche ich diese Information im Text. Und das ist was,
Jürgen: was lange nicht war und was man jetzt viel verstärkter hat.
Willy: Also das ist deine Aufgabe quasi als Chef, Chief Inspector,
Willy: das Kalibrieren. Du kalibrierst so sternförmig nach Österreich aus und schaust
Willy: überall die Bewertungen.
Willy: Du kennst alle. Das ist die Aufgabe. Und dadurch, dass du alle kennst,
Willy: so wie du vorher gesagt hast, die Bewertung von und von dem,
Willy: die Bewertung, kannst du die dann quasi nachkalibrieren. Es ist immer noch subjektiv.
Jürgen: Immer noch. Das wird es auch nie sein. Das wird es immer sein.
Willy: Das wäre etwas anderes behauptet. Aber das heißt, du bist eigentlich der Eichmeter.
Willy: Wie sagt man da das Eichmau so ein bisschen? Du schaust, dass die 16 Punkte
Willy: überall ähnliche 16 Punkte sind.
Jürgen: Ja, aber wenn wir das Bild verwenden, dann bin ich eher der, der den Uhrmeter hält.
Willy: Ja, genau, du hältst halt den Uhrmeter. Ich bin nicht der Uhrmeter, nein, ich halte ihn.
Willy: Ja, gut, aber ja, von mir raus. Aber du bist im Besitz des Uhrmeters, sozusagen.
Willy: Und das ist quasi dein, jetzt sind wir bei der Funktion des Chefinspektors,
Willy: das ist quasi der Unterschied, weil die kennt man. Das war jetzt blöd,
Willy: wenn wir den kennen, das war jetzt noch ein bisschen im Podcast.
Willy: Das war dann das nächste Paradoxon.
Jürgen: Genau.
Willy: Du bist der Einzige, den man kennt.
Jürgen: Ja, genau. Ich habe die Rolle übernommen im Mai 2022.
Jürgen: Und habe...
Willy: Wie eigentlich? Und wie lange hast du schon getestet?
Jürgen: 15 Jahre.
Willy: Schon lange?
Jürgen: Nein, 12. Jetzt sind es 15. Also ich habe zwölf Jahre anonym getestet,
Jürgen: hauptsächlich in Tirol.
Willy: Und du warst ja.
Jürgen: Ich war das, genau.
Jürgen: Und im Mai 2022 hat mich die Martina Honlohe, unsere Herausgeberin,
Jürgen: also die Chefredakteurin auch.
Willy: Für Österreich, ne?
Jürgen: Für Österreich, genau. Gefragt, ob ich das machen will.
Jürgen: Da war vorher ein Kollege am Werken, was eine lustige Konstellation ist.
Jürgen: Wolfgang Schädelberger ist immer noch dabei, ist immer noch einer der wertvollsten Tester.
Willy: Richtig anonym konnte er auch nicht mehr sein.
Jürgen: Nein, das war auch damals schon, Wolfgang war nach außen kommuniziert und ab Mai 2022 dann ich.
Jürgen: Das Lustige beim Wolfgang ist, wir haben die Situation, dass ich jetzt Chief
Jürgen: Inspector und RTS da und er ist aber gleichzeitig Chefredakteur für ein anderes
Jürgen: Magazin, für das er schreibt, da sind wir genau umgekehrt, da bin ich der Autor.
Willy: Hebt sich auf, sagen wir es mal.
Jürgen: Ja, das hebt ja auf, das klingt theoretisch gut, aber das spielst du im Telefonat, dann weißt du es nicht.
Jürgen: Wenn wir beide danach fragen, wann endlich die Texte kommen.
Willy: Ist es blöd, ne? Aber er müsste ein Weg zurück in eine Nullibität verwerten,
Willy: das heißt, ihr habt zumindest einen Tester, den man zumindest kennt.
Jürgen: Ja, genau, und es ist, der macht dann immer so viel, und bei uns ist es einfach
Jürgen: so, dass wenn ich in ein Restaurant, in einen Betrieb komme,
Jürgen: Ich will ja nicht aufhören zu testen.
Jürgen: Das geht ja auch gar nicht. Also ich brauche den Überblick ja.
Jürgen: Und außerdem macht es Spaß.
Jürgen: Aber dann können die Köche oder die Köchinnen davon ausgehen,
Jürgen: dass es entweder schon mal wer da war von uns oder dass nach mir noch mal wer kommt.
Jürgen: Also dass die Anonymität bleibt.
Jürgen: Aber das sind halt dann die Betriebe, die das Glück haben, dass sie zweimal getestet werden.
Willy: Das Glück haben, das hast du ja schön formuliert. Wie bist du dazu gekommen?
Willy: Wie bist du zum ersten Mal Tester geworden? Wie bewirbt man sich als anonymer
Willy: Tester? Ich habe mich nicht beworben.
Jürgen: Ich habe den aus meiner Zeit als Weinjournalist und ich habe dann angefangen,
Jürgen: Gastronomie und Kulinarik einfach so nebenbei zu machen.
Jürgen: also nebenbei, das war einfach nicht mein Hauptfokus, aber irgendwie haben die
Jürgen: Sachen dem Florian Holzer gefallen.
Jürgen: Ja, kennen wir auch Foodjournalisten. Ja, genau, und jetzt ein Falter,
Jürgen: ein Film auch, und der war lange auch bei Gommio.
Willy: W24 glaube ich auch, oder? Bitte? War er nicht bei W24 auch?
Jürgen: Wahrscheinlich, das weiß ich nicht.
Willy: Was ist der Raumkritik? Wurscht, egal, ja?
Jürgen: Jedenfalls hat mir der Florian angerufen, eben vor zwölf Jahren,
Jürgen: oder mittlerweile vor 15, also aus Perspektive 22 vor zwölf Jahren,
Jürgen: das muss ungefähr 2010 gewesen sein.
Jürgen: Und ich kann mich das wirklich noch gut erinnern, ich bin in Marseille,
Jürgen: entweder in Marseille oder in Montpellier, es gibt in beiden Orten gibt es Weinmessen.
Jürgen: Ich glaube fast, dass es Montpellier war jetzt, aber weil es war im Jänner.
Willy: In welcher Rolle warst du?
Jürgen: Nein, ich habe mir die Weinmesse angeschaut. Privat? Ich war privat.
Jürgen: Naja, privat war ich nie. Ich habe dann irgendwie schon darüber geschrieben.
Willy: Aber da war ich ein Freischövalist?
Jürgen: Ich war frei, ja genau.
Willy: Du warst nicht mehr bei B. Austria oder warst du noch?
Jürgen: Entweder es war die Endphase oder ich war gerade nicht mehr.
Willy: Okay, ja. Das ist ein bisschen ein bisschen ein. Und.
Jürgen: Und ich sitze da in einem Café, sagen wir, es war in Montpellier.
Willy: Sagen wir es auch.
Jürgen: Und dann leitet es das Telefon und ich sehe auch eine Wiener Nummer.
Jürgen: Und ich denke, das kenne ich nicht. Also ich habe so eine Nummer,
Jürgen: damit man es nicht kann. Das würde mir jetzt überhaupt nicht gefällt, abheben.
Jürgen: Ich habe es weggedruckt und habe meinen Kaffee und meinen Pastis weiter getrunken.
Jürgen: Und wieder angerufen, wieder weggedruckt. Also sicher viermal angerufen.
Willy: Sagen wir mal. Sagen wir mal.
Jürgen: Dann habe ich abgehoben. Und dann schlage ich einen Holzer. Dann,
Jürgen: ah, entschuldige, ich habe die Nummer nicht gekannt.
Jürgen: und zwei Monate später bin ich in meinem ersten Wirtshaus gesessen. Das war sozusagen...
Willy: Warum wollte er dich? Und warum war es an dem Tag so dringend?
Willy: Oder macht er das immer so?
Jürgen: Das weiß ich nicht.
Jürgen: Das könnte ich dir mal verhoffen.
Willy: Ich kenne auch so keine Daten. Ich rufe mir zu lange nach, bis wir abgehen.
Jürgen: Ich war verblüfft, aber es hat mir gefallen. Also mir hat der Anruf getaugt.
Willy: Naja, klar. Wie Geheimagent, oder? Man wird ja quasi immer gefragt,
Willy: wie ist der Geheimagent sein? Ein bisschen so.
Willy: Bist du aber nicht Geheimagent? Nein, bin ich nicht.
Jürgen: Außerdem darf ich dir das sagen.
Willy: Ja, passt, danke.
Jürgen: Nein, das war eben der Anruf im Jahr 2010, warum ich, ich habe das dann auch
Jürgen: gemerkt, Es gibt im Büro bei GOMIO immer wieder mal die Situationen,
Jürgen: wo man einfach ein bisschen neue Leute und Kenntwerden.
Jürgen: Ich habe einmal schon für ihn was gemacht, ich weiß nicht mehr wo,
Jürgen: und einmal habe ich ihn eingeladen für eine Veranstaltung.
Jürgen: Dann haben wir auch wieder mal so gestritten im Sinne von Austausch,
Jürgen: also jetzt nicht persönlich, sondern da ist es, glaube ich, um irgendein Bio-Thema
Jürgen: gegangen, aber es war ein angenehmer Streit, also es war eine gute Streitkultur.
Jürgen: Und ja, irgendwann einmal hat er sich gedacht, fragen wir den Jürgen.
Jürgen: Für mich ist das ein ganz wichtiger Punkt gewesen, weil ich habe zu dem Zeitpunkt
Jürgen: schon nicht mehr in Wien gewohnt.
Willy: Du warst schon in Tirol.
Jürgen: Ich war schon in Tirol.
Willy: Der Liebe wegen. Genau.
Jürgen: Und wie ich erfahren habe, dass ich Restaurants testen muss,
Jürgen: habe ich einmal, also da war einmal so ein kurzer Knick im Selbstbewusstsein.
Jürgen: Wieso? Weil ich gewusst habe, wie Michelin-Tester rekrutiert werden und dass
Jürgen: das ausgebildete Köche sind oder zumindest eine solide Ausbildung haben müssen.
Jürgen: Das habe ich nicht gehabt. Ich habe gut gekostet, also ich war schon wirklich ein solider Tester.
Willy: Wo hast du das gekostet?
Willy: Wein?
Jürgen: Ja, ja, richtig. Speisen? Nein.
Willy: Achso, beim Wein, ja.
Jürgen: In der Zeit, wo ich angefangen habe, für Wein zu arbeiten,
Jürgen: bin ich immer öfter gern und gut essen gegangen. Das schon. Aber es war immer
Jürgen: mit viel Leidenschaft und Interesse, aber nie mit dem professionellen Aspekt.
Willy: Eine latente Erfahrung, Schatz, ist da entstanden.
Jürgen: Genau.
Jürgen: Aber irgendwas hat mir doch gefällt. Und dann bin ich zu meinem Schwiegervater
Jürgen: gegangen und habe gesagt, ich muss jetzt Restaurants testen.
Jürgen: Hilf mir. Ja, hilf mir ganz genau. Keine Ahnung von Küchenprozessen,
Jürgen: ich weiß nicht, was in dem Beruf wichtig ist, ich würde da gerne mehr verstehen.
Willy: 2000?
Jürgen: Das war 2010. Und dann habe ich zwei Jahre in der Küche gearbeitet bei ihm.
Willy: Das ist konsequent.
Jürgen: Ich auch. Das darf man sich jetzt nicht so vorstellen, dass ich das war kein Konsequenz.
Jürgen: Ich habe arbeiten auch müssen, aber Aber wir haben oben gewohnt im Hotel. Ich war da.
Jürgen: Ich habe in der Küche mitgeholfen. Ich habe unterschiedliche Sachen gemacht.
Jürgen: Ja. Ich bin wahrscheinlich am Anfang mehr im Weg gestanden als sonst was.
Willy: Du groß bist da, ne?
Jürgen: Ja, damals war ich noch 20 Jahre mehr. Ich habe da auch wirklich im Weg gestanden.
Jürgen: Aber es war mir trotzdem wichtig. Aus zwei Gründen.
Jürgen: Erstens, weil ich ein bisschen mitgekriegt habe, was sich in Küchener abspielt.
Willy: Das ist ganz wichtig.
Jürgen: Ja, absolut. Und das Zweite, weil ich in jedem Topf gekostet habe.
Jürgen: Also ich habe Dinge gekostet, die sich nicht rausgeschickt haben,
Jürgen: weil sie versalzen waren.
Jürgen: Ich habe Dinge gekostet, die gut waren, die nicht gut waren, die alt waren, die...
Jürgen: Ich habe ein anderes Spiel fürs Kosten gekriegt. Und das war extrem wichtig.
Willy: Was hat sich da geändert?
Jürgen: Gar nichts. Es ist einfach nur anders geworden.
Willy: Naja, du hast den Prozess dahinter geändert. Hat sich der Geschmack durch den Prozess geändert?
Jürgen: Das kann ich nicht sagen.
Willy: Das, was du am Teller gesehen hast, war das auf einmal was anderes?
Jürgen: Ich habe es mir anders angeschaut. Doch, ich habe es anders angeschaut.
Jürgen: Ich habe überlegt, was stecken für Arbeitsprozesse dahinter.
Jürgen: eventuell, was kann man an dem Gericht, das da liegt, an Ingredients erkennen,
Jürgen: was kann ich erkennen, wenn ich daran rieche, was kann ich erkennen,
Jürgen: wenn ich daran schmecke,
Jürgen: was davon ist zu viel, was ist zu wenig, wie schaut es mit Harmonie aus,
Jürgen: also eher einfach anders gegessen ab dem Zeitpunkt.
Willy: Anders gegessen?
Jürgen: Ja, mit mehr Nachdenken drüber, aber gar nicht so dieses,
Jürgen: philosophisch oder ethisch-moralische, sondern eher das Analytische.
Willy: Das war die Lernphase wieder. Du warst wieder in der Masterclass auf gut Deutsch
Willy: und hast das wieder reingenördet.
Willy: Wie lange hat das dauert, bis du das Gefühl gehabt hast, wie damals bei den
Willy: Unternehmensberater, ich mache jetzt einen, nein, nicht bei den Unternehmensberater,
Willy: bei den Wein, ich mache jetzt einen Gewiss.
Jürgen: Das ist relativ schnell gegangen. Also ich habe meine ersten Tests dann schon relativ früh gemacht.
Jürgen: Also ich bin in die laufende Saison sozusagen eingestiegen.
Jürgen: Ich habe in dem 2010 meine ersten Restaurants und Wirtshäuser gekriegt. Wie war das?
Jürgen: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, es war...
Jürgen: Es war die Linde in Stumm.
Willy: Ja, aber warst du nervös? Wie ist es dir gegangen?
Jürgen: Achso, ja.
Willy: Nicht, was du sagen darfst, darfst du sagen auch.
Jürgen: Das ist 2010, wenn ich das jetzt.
Willy: Nicht sagen darf.
Willy: Aber hast du ja schon gewusst, das mache ich so souverän alles runtergeschrieben?
Jürgen: Nein, das hat mir alles nicht getan. Ich bin essen gegangen,
Jürgen: ich habe es getan, als wenn ich auf der Durchreise wäre.
Jürgen: Ich bin ins nächste Wirt ausgegangen und habe sofort zum Schreiben angefangen.
Willy: Falsche Wort und Ding.
Jürgen: Nein, das war nicht.
Willy: Aber du hast es ein bisschen vorgespielt. Wie hast du dann dargestellt,
Willy: dass du auf der Durchreise warst? Hast du es ja noch gesagt?
Jürgen: Nein, ich habe es ja noch nicht gesagt.
Willy: Wie hast du das simuliert?
Jürgen: In Tirol ist das nicht so schlimm gewesen, mit dem Erkanntwerden oder mit dem
Jürgen: Verdacht, irgendwie als Tester unterwegs zu sein, weil wir, also wir,
Jürgen: damit meine ich jetzt in Tirol,
Jürgen: damals, und das heißt ja nicht wirklich, wir Tiroler, eine hohe Fluktuation
Jürgen: im Servicebereich, das heißt, wenn du einmal dort bist, wir haben sowieso,
Jürgen: die Regel,
Jürgen: dass wenn man in einem Restaurant isst, dass man dann einmal zwei Jahre dort
Jürgen: nicht hingeht, sondern erst im
Jürgen: dritten Jahr wieder testet. Das geht sich meistens aus, aber nicht immer.
Willy: Keine mehr da auf der Tisch.
Jürgen: Aber,
Jürgen: Also insofern habe ich nichts vortäuschen müssen. Das kommt schon öfter vor.
Willy: Du bist zu betont als die Durchreise.
Jürgen: Ja, das ist...
Willy: Irgendwas muss dahintergehend angedeutet werden.
Jürgen: Ja, ist dann irgendeine Zeitung gewesen oder was.
Jürgen: Aber das ist, wer geht denn alleine zum Mittag oder am Abendessen,
Jürgen: wenn das passiert ja in der Regel nicht.
Willy: Es ist ja untypisch, dass man in einem hauptenbewerteten Lokal Allah sitzt zum Essen. Untypisch.
Jürgen: Es ist untypisch. Aber es ist mittlerweile auch schon nicht mehr.
Jürgen: Es war aber wirklich, wirklich untypisch.
Jürgen: Und wir haben früher oft die Situation gehabt, dass unsere Testerinnen und Tester
Jürgen: mit ihren Partnern oder Partnerinnen unterwegs waren. Ist immer noch.
Jürgen: Aber es kommt auch immer öfter vor, dass sie wirklich alleine unterwegs sind,
Jürgen: weil da hat sich ein bisschen was verändert.
Willy: Was?
Jürgen: Naja, es ist nicht mehr so verdächtig. Es ist auch nicht mehr verdächtig,
Jürgen: wenn du dir Essen fotografierst. Eher unbekehrt wahrscheinlich.
Jürgen: Bei mir ist es was anderes. Ich schreibe mittlerweile mit, also ich mache meine
Jürgen: Notizen mehr oder weniger. Ja, aber guck mal.
Willy: Hier weiß man ja auch, dass du das bist.
Jürgen: Genau, das machen die anderen nicht.
Jürgen: Da ist einfach wichtig, dass du ein gutes Gedächtnis für Details und für Kleinigkeiten hast.
Jürgen: Oder du das gut merken kannst, das wird ja jeder Gang übermäßig beschrieben.
Jürgen: Du kriegst ja mehr oder weniger zu jedem Gang.
Willy: Ein Manual.
Jürgen: Ein Manual, genau.
Willy: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Gehen wir mal so den Prozess durch.
Willy: Du bist jetzt dort. Du hast das gemacht, du hast dich eingeführt.
Willy: Chefinspektor bist du zwölf Jahre später geworden, 2022.
Willy: Aber jetzt gehen wir mal so einen Prozess durch. Wer entscheidet,
Willy: welche Restaurants getestet werden? Punkt 1.
Jürgen: Das ist ganz einfach. Einfache Frage. Wir haben so etwas wie eine Basis- oder
Jürgen: Grunddatenbank. Da sind 8...
Jürgen: Wir wollen ja nicht zweimal hingehen. Es ist eine MS-basierte Datenbank,
Jürgen: aber es ist nicht Exelsmacht.
Jürgen: Ich glaube, es ist Excess oder so. Aber es ist egal.
Jürgen: Nein, FileMaker ist es sogar egal. Egal, es ist eine Datenbank.
Jürgen: Und da ist eine Grundgesamtheit von Betrieben drinnen.
Jürgen: Und dann gibt es einfach im Büro bloß die Tester, ein aufmerksames Team,
Jürgen: das es nicht speziell für das zuständig ist, aber das diese Informationen liefert,
Jürgen: die uns einfach darüber informieren, wann ein Betrieb schließt,
Jürgen: wann ein neuer aufmacht, ob ein Koch wechselt.
Jürgen: Und das wird von unserem Produktionsleiter dann sozusagen gesammelt und dann
Jürgen: wird die Datenbank aktualisiert.
Jürgen: Es kann vorkommen, also es ist eigentlich relativ oft sogar,
Jürgen: dass Betriebe selber, wenn sie aufsperren oder wenn sie irgendeine Konzeptänderung
Jürgen: haben, auf uns zukommen und sagen, wir werden dann getestet werden.
Jürgen: Meistens schreibt sie eine E-Mail. Die schicken eine E-Mail,
Jürgen: schicken die Karten mit, sagen, wir sind jetzt entweder neu,
Jürgen: weil ein neues Team in der Küche oder zwei Saisonen umgebaut und jetzt machen wir wieder etwas Neues.
Jürgen: Meistens ist irgendeine Veränderung da oder wir sperren überhaupt neu auf.
Jürgen: Bitte nehmen Sie uns in die Datenbank auf oder bitte schickt Sie jemanden vorbei.
Willy: Und dann kommt innerhalb von einem Jahr wieder vorbei?
Jürgen: Ja, genau.
Willy: Oder wie schnell?
Jürgen: Nein, es gibt einen zeitlich sehr detaillierten Ablauf. Mitte November kommt immer der Geht raus.
Jürgen: Dann passiert zwei, drei Wochen nix. Das ist unsere Abkühlphase.
Jürgen: Dann fängt der Produktionsleiter langsam damit an, die Tester zu informieren,
Jürgen: dass sie ihre Wünsche äußern sollen. Weil das gibt es auch.
Jürgen: Wir laden die Tester ein, zu sagen, bitte, ich würde gerne dort hingehen oder
Jürgen: ich würde gerne den Betrieb testen.
Jürgen: Wieso? Na ja, wenn du wo gerne hingehst.
Willy: Naja, genau das ist ja das. Wo gerne hingehen oder wo?
Jürgen: Ja, aber da gehe ich bei unseren Testerinnen und Tester davon aus,
Jürgen: dass das eher die Neugier ist, als die Präferenz, irgendwo zu essen zu gehen.
Jürgen: Das ist sowieso eine Gruppe von Personen, die ohnehin viel und gern essen geht.
Jürgen: Die müssen jetzt nicht was auf die Listen schreiben, wo sie sonst nicht hingehen.
Jürgen: Sondern du merkst da, da sind manchmal unterschiedliche Betriebe über die Jahre.
Jürgen: Also das passt schon. Es ist ja dann so, dass die Zuteilung nach guten Gewissen
Jürgen: und Möglichkeiten erstellt wird oder zugeteilt wird.
Jürgen: Es funktioniert aber nicht immer, dass jeder jeden Wunsch erfüllt werden kann.
Jürgen: Dann ist die Zuteilung, die haben wir jetzt gerade sozusagen ausgeschickt für
Jürgen: den nächsten Git und jetzt haben die Testerinnen und Tester Zeit bis 2025 Juni.
Jürgen: Dann ist Teil lang. Bis dahin müssen die Tests da sein.
Willy: Wie viele Restaurants sind das?
Jürgen: In Summe 800 irgendwas.
Willy: 800?
Jürgen: Knapp 900.
Willy: Knapp 900? Ja. Und da geht es dann einmal hin oder zweimal hin?
Jürgen: Das kommt auch an. Also wir in der Regel einmal.
Jürgen: Es gibt einen Zweitbesuch, wenn irgendwas unklar ist, wenn es zum Beispiel eine
Jürgen: massive Abwertung oder eine massive Aufwertung gibt.
Jürgen: Die nehmen wir nicht einfach so hin, da geht dann ein Zweiter hin. Wenn es,
Jürgen: Im Vielhabenbereich kann es durchaus sein, dass man zwei, drei Besuche macht.
Willy: Da geht es um die Existenz noch viel mehr wahrscheinlich.
Jürgen: Ja, erstens der Hintergrund ist einfach, dass du Hand und Fuß haben musst.
Jürgen: Wenn einer fünf Hauben hat, dem mehr geht es schon nicht mehr.
Jürgen: Dann ist es nur fair zu sagen, wir schauen uns nicht nur ein Menü an,
Jürgen: sondern wir schauen uns auch das in zwei, drei Saisonen später an.
Jürgen: Also einmal im Jänner, einmal im Mai.
Jürgen: und ja. Ja, okay.
Jürgen: Es gibt ein paar kritische Punkte. Wir haben zum Beispiel, also wenn wir von
Jürgen: Ende des Jahres kriegen die Teste ihre Zuteilungen, dann haben sie sechs Monate Zeit.
Jürgen: Außer die Tiroler und die Vorarlberger, die haben oft nur drei Monate.
Willy: Weil der Schnee kommt.
Jürgen: Nein, er geht, er geht, nicht kommt.
Willy: Ist es wirklich mehr Schnee?
Jürgen: Nein, es geht darum, dass die Saison einfach aus ist.
Jürgen: Wir gehen mal im April am Arlberg, das sind Ghost-Geisterstädte,
Jürgen: Ghost-Towns, wenn der Schnee geht, ist dort Sainsight, dann ist kein Strieg mehr offen.
Jürgen: Die meisten Betriebe sperren mit Ostern zu.
Jürgen: Das ist in Ischgl so, das ist in Arlberg so, das ist teilweise in Kitzbühel
Jürgen: so, in Ötztor sowieso, also die ganzen Hotspots, wo Skitourismus oder Wintertourismus
Jürgen: ist, das sind reine Saisonbetriebe.
Jürgen: Das ändert sich jetzt ein bisschen, es wird ein bisschen aufgelockert.
Jürgen: Sommer-Tourismus ist immer ein Thema, die Leute müssen sich mit Klimawandel arrangieren.
Jürgen: Aber selbst dort ist nicht immer gewährleistet, dass wenn ein Hotel ein Vierhaber
Jürgen: hat, dass die im Sommer den Vierhaber auch offen haben. Die haben dann einfach das Hotel offen,
Jürgen: Aber dadurch, dass die Gäste nicht ansatzweise so viel zahlen wie im Winter,
Jürgen: gibt es auch die Fine-Tining-Lokale nicht.
Jürgen: Die gibt es dann erst Weihnachten wieder und das ist für den nächsten Geht einfach zu spät.
Willy: Wenn jetzt einer echt einen schlechten Tag hat, für eine Serviceleitung ist
Willy: es krank, Küchenchef ist krank, für eine Küchenchefin oder einfach mal wirklich
Willy: katastrophaler Tag kann nicht passieren.
Willy: Das waren dann diese Fälle, wo du sagst, du kommst zu einer krassen Abwertung
Willy: und da schickt man lieber ein zweites Mal. Was ist dann, wenn im zweiten Mal wieder alles passt?
Willy: keine Abwertung. Oder nimmst du das Mittelwert und sagst,
Jürgen: Dann nehme ich keinen Mittelwert. Wenn das in einem sensiblen Bereich ist,
Jürgen: gehe ich wirklich nur mal als Dritte hin.
Jürgen: Ich bin nicht immer ich, der dann den zweiten Test macht.
Jürgen: Es passiert uns auch. Es kommt vor, dass wir,
Jürgen: massive Abwertungen kommen nicht vor, aber es kommen Abwertungen vor,
Jürgen: die im Prinzip auf genau diesen Grund oder auf diese Art von Gründen zurückzuführen ist, schlechter Tag,
Jürgen: schlechte Auslastung, erster Tag, weil neu offen seid, also da gibt es eine.
Willy: Reihe von Gründen
Jürgen: Und manchmal sehen wir das nicht und manchmal ist es auch begründet mit einer
Jürgen: Differenzialdiagnose, mit einem anderen Grund.
Jürgen: Ich bin mit einer Ärztin verheiratet.
Willy: Ja, ich bin mit einer Ärztin verheiratet. Schon gerade, bis irgendwas kommt in der Richtung.
Jürgen: Das ist.
Willy: Deppert.
Jürgen: Ja, genau. Das ist dann vom Text her schlüssig. Ich sage, okay,
Jürgen: passt, Text und Wertung stimmt dann.
Jürgen: Und am 13. November, wenn wir den Kit präsentieren, habe ich dann die WhatsApp-Meldungen um 10.11.
Jürgen: Nach dem Motto, sei es irgendwann angekommen.
Willy: Also, das heißt, da kriegt man der Hauptsanfilter, dass sowas eigentlich nicht passieren kann.
Willy: Ja, genau. Wenn es so krass ist, neue Lokale können sie einfach quasi auch melden.
Willy: Dann habt ihr ihr Fankt mehr oder weniger, wo fangen sie jetzt an?
Jürgen: Entschuldigung, was auch immer wieder vorkommt, ist, dass Kochkollegen die Projekte
Jürgen: ihrer Schützlinge melden.
Jürgen: Und das finde ich extrem lässig, weil da ist ein, keine Ahnung,
Jürgen: So-Chef für ein paar Jahre beim Richard Rauch, geht zurück nach Tirol,
Jürgen: übernimmt das eigene Wirtshaus und rührt da ordentlich um.
Jürgen: das kriegen, ich werde das mitkriegen, aber wenn der Richard Rauch anruft,
Jürgen: dann sagt man, bitte, der macht das jetzt, schaut euch das an und dann gehst
Jürgen: du hin und denkst dir, wow,
Jürgen: also sowas, das ist, da sind wir einfach angewiesen auf das,
Jürgen: was aus der Community, aus der Szene kommt.
Willy: Okay, also es gibt unterschiedliche Quellen, aber wenn es wer anmeldet,
Willy: dann schaut es euch an und dann kommt ihr
Jürgen: In der Regel anfang. Ja, in der Regel schon, genau. Außer, er schickt Sachen
Jürgen: mit und wir sehen aufgrund der Präsentation, das passt nicht.
Jürgen: Also wenn einer sagt, bitte schaut euch mein Hotel an, ich habe so eine super
Jürgen: Küche, den Gästen taugt das und wir sehen, der macht nur ein Halbpensionsmenü
Jürgen: mit zwei Gängen und einem Salatsbuffet.
Jürgen: Das ist so, Gott kann ja gar nicht kochen, dass er auf seine Haube kommt.
Jürgen: Und das ist auch nicht sinnvoll, das ist auch nicht das Ziel dahinter.
Jürgen: Also da sagen wir dann...
Willy: Geht den anderen Weg umgekehrt auch, dass ihr sagt, jetzt habt ihr,
Willy: kann ich mir eigentlich wehren, dass ihr mich nicht bewertet?
Jürgen: Gott, leider ja. Nein, ich sage, das ist...
Willy: Mit der Haube kommt ja auch Druck. Manche sagen, ich will mit dem Druck,
Willy: ich will die Leute kommen zu mir.
Jürgen: Aber das sind zwei unterschiedliche Dinge. Das eine ist der Druck,
Jürgen: der durch die Haube entsteht und die Idee, nein, damit wir eigentlich nichts zu tun haben.
Jürgen: Da gibt es ein spannendes Beispiel in Tirol, wir haben im Zillertal den Peter Frankhauser, das ist,
Jürgen: ein lang gedienter Patissier-Koch-Sous-Chef, der an vielen guten Stationen war,
Jürgen: der sich jetzt selbstständig gemacht hat und ihn stumm im Zillertal und das
Jürgen: muss ich dazu umzugehen lassen, ja, stumm Zillertal,
Jürgen: ein lupenrein vegan-vigitarisches Vegetarische. Ja, genau.
Willy: Kurz Essen.
Jürgen: Kurz Essen, ganz genau. Das ist richtig gut. Also das hat jeden Punkt verdient.
Jürgen: Aber wie das erste Mal dort war, ist ein paar Jahre her.
Jürgen: So lange kann das nicht her sein. Ich war noch... Nein, nein,
Jürgen: ich war anonymer Tester, aber noch...
Jürgen: Ich kann es nicht mehr genau sagen. Es kann leicht sein, dass wir über das Thema
Jürgen: allgemein geredet haben,
Jürgen: über das Thema Hauben und Er hat gemeint, das braucht er überhaupt nicht und
Jürgen: wenn er da alles der Haube kriegt, dann kommen seine Gäste aus der Region nicht
Jürgen: mehr und die sagen dann alles teuer.
Jürgen: Also er hat richtig, genau, wir haben anonym darüber geredet.
Jürgen: Es war ein Gommio-Gespräch, aber ich war für ihn einfach nicht.
Willy: Er hat nicht gewusst, wer du bist. Er hat nicht gewusst, wer du bist.
Jürgen: Genau so war es. Und ich habe mir gedacht, so ein Schaß, weil der hätte locker
Jürgen: von Beginn weg zu Augen haben können.
Jürgen: Das war sowas von lässig, was der gemacht hat. Und auch die Philosophie.
Jürgen: Ich weiß schon, wir bewerten die Philosophie nicht. Und er hat seinen eigenen
Jürgen: Thermakultur georten hinter dem Restaurant, hinter dem Betrieb. Also alles super.
Jürgen: Und er ist dann Gott sei Dank 2022 an uns herangetreten und hat gesagt,
Jürgen: er darf das dann bitte gern bewertet werden. Doch.
Jürgen: Genau. Er wollte es dann einfach wissen.
Willy: Ja, scheiße, geiler Druck.
Jürgen: Gott sei Dank. Aber das ist ja sozusagen die günstige Variante,
Jürgen: dass jemand sagt, ich traue mir das nicht zu, weil der Markt oder weil die Gäste
Jürgen: aus dem Ort vielleicht schräg reagieren darf.
Jürgen: Das Blöde ist, wenn einer mit seiner Bewertung unzufrieden sagt und dann sagt, ey, bitte.
Willy: Also nach der Bewertung sagt, ich will nicht dabei.
Jürgen: Ich will nicht dabei sein. Wo ich jede Emotion total verstehe.
Jürgen: wir haben die Situation heuer, leider Gottes, bei einem Betrieb.
Jürgen: Da sind im Anschluss an die Bewertungen sogar mal die ersten vier,
Jürgen: fünf Mails von Fanboys gekommen, also von Gästen, die uns gefragt haben,
Jürgen: wen wir da hingeschickt haben. Und das kann es überhaupt nicht sein.
Jürgen: Und ich habe mir das dann angeschaut, das ist ein Betrieb, der eine richtig
Jürgen: gute Arbeit macht eigentlich. Und der hat einfach einen schlechten Tag gehabt.
Willy: Schlechten Tag.
Jürgen: Aber es ist durch den Raster gefallen, weil er hat zwar in der Vorsaison auch
Jürgen: schon was angeboten, aber da haben wir ihn noch nicht am Schirm gehabt.
Jürgen: Also das war sozusagen die Erstbewertung.
Jürgen: Und dadurch fällt das auch nicht auf, dass es eine Abwertung ist. Und ich sehe auch...
Willy: Und druckt das auch schon, machen könnt ihr auch nichts mehr, die Frist ist vorbei.
Jürgen: Ja gut, das außerdem, aber ich habe es ja davor schon gesehen,
Jürgen: also ich habe ja davor gesehen, Hopperler, das ist ein Koch,
Jürgen: der eigentlich für mehr bekannt ist, aber das ist der erste Versuch oder das erste Jahr.
Jürgen: Der Text von Textern, Und der Tester war, das war kein Rookie,
Jürgen: das war ein solider Tester, der auch schon zehn Jahre unterwegs ist, also nicht immer.
Jürgen: Und in dem Fall habe ich mir gedacht, okay, dann ist es so, schade,
Jürgen: aber ist so, ich hätte ihm mehr gegönnt.
Jürgen: Aber ich habe das übernommen. Und das...
Jürgen: Und das war einer von denen, die dann geschrieben haben, naja,
Jürgen: bitte. Lass sie mich lassen.
Jürgen: Habt ihr das gemacht? Naja.
Willy: Es ist gedruckt, oder?
Jürgen: Nein, nein, nein.
Willy: Sicher, woher soll ich es uns wissen?
Jürgen: Da kann man eh nichts machen. Im aktuellen ist er jetzt mit seiner Bewertung,
Jürgen: mit der er nicht zufrieden ist.
Jürgen: Und im nächsten will er nicht mehr dabei sein. So, das ist der Team. Nicht jetzt.
Willy: Insofern blöd, weil es ein Ausrutscher war.
Jürgen: Es ist total blöd, weil ich mag die Region, ich mag den Betrieb,
Jürgen: ich weiß, dass die gut sind, aber was soll ich machen?
Willy: Das ist bitter.
Jürgen: Klaas.
Willy: Okay, also man kann, aber er ist dann nicht mehr dabei. Wenn der oder die dann
Willy: sagt, ich mühe nicht mehr, dann ist er aufgenommen.
Jürgen: Ja, das ist eine Gratwanderung. Ich bin der Meinung, dass man den Wunsch respektieren soll.
Jürgen: die Meinung quadriert in der Redaktion nicht jeder ah ok eigentlich brauchen
Jürgen: wir niemanden fragen, ob wir testen oder nicht es gibt kein.
Willy: Vertrag es macht halt viel aus weil wenn ich dann auf einmal drin bin in der
Willy: Bewertung ohne dass ich es weiß, dann auf einmal da rennen wir die Leute wenn
Willy: ich jetzt einen super Einstieg habe oder wenn die glauben ich bin super und
Willy: dann habe ich unter Anführungszeichen nur ein haben
Willy: und dann gehen die zum anderen dann wird ein Turt und der mit zwei,
Willy: dann ist das, ich habe mir das ja nicht ausgesucht.
Willy: Also es ist schwierig.
Willy: Also es gibt einfach kein...
Willy: Aber es funktioniert trotzdem. Wir haben ja da, er hat ziemlich dick viele Seiten,
Willy: da ist dann doch viel dabei. Das ist der alte.
Jürgen: Das war der dickste Ziegel, den wir produziert haben.
Willy: Wie der dünner oder was?
Jürgen: Ja, ist dünner geworden.
Willy: Weniger dick oder dünnere Seiten?
Jürgen: Aber warte mal, was wären Sie damit alt? Wann ist der publiziert worden?
Jürgen: Das ist der 24er, das ist der jetzige, oder?
Willy: Ja, aber der Neue ist ja schon quasi in der Werbung. Gibt es ja erste Postings mit dem 25er drauf?
Jürgen: Richtig, genau, wir sind immer, ganz genau. Dann ist es so, dass der,
Jürgen: der 24er, der mit knapp 1000 Seiten und der Neue, der 25er, hat ein paar hundert weniger.
Jürgen: Ein paar hundert weniger? Ja, das hat aber viel mit Layout zu tun.
Jürgen: Also wir haben gar nicht so weniger Betriebe drinnen, sondern das ist irgendwie anders gelöst.
Willy: Okay, und ein weniger Text, wer für den Text?
Jürgen: Nein, die Texte, ein bisschen haben die die Texte verändert,
Jürgen: aber nicht viel, das ist eher so in der Struktur, eher die Einstiegsbetriebe,
Jürgen: Einhaber sind ein bisschen kürzer worden, dafür sind die Fünfhaber ein bisschen länger worden.
Willy: Jetzt geh in das Restaurant, du bist jetzt drinnen, du gehst in das Restaurant
Willy: rein, haust vor der Liste und gehst jetzt hin.
Willy: Jetzt bist du dort, jetzt schaust du, auf was wird da drin bewertet? Wann fängt der Test an?
Jürgen: Sobald das Essen am Tisch steht.
Willy: Wird nur das Essen bewertet?
Jürgen: Ja, ja, absolut.
Willy: Es gibt ja andere, wo Service und alles mögliche irgendwie bewertet.
Willy: Nur das Essen? Ja, genau.
Jürgen: Also bei uns ist wirklich definitiv nur das, was am Teller liegt.
Jürgen: Ich sage den Testerinnen und Testern, wenn irgendwas im Service passiert,
Jürgen: was erwähnenswert ist, egal ob das nach oben oder nach unten geht,
Jürgen: dann habt ihr im Text die Möglichkeit, das zu erwähnen.
Jürgen: Ihr könnt die Leute auf die Bühne holen, ihr könnt über die Sommelier den Sommelier
Jürgen: schreiben, ihr könnt den erwähnen, ihr könnt sagen, warum der super war.
Jürgen: Ihr könnt über Ausrutscher schreiben, das ist alles kein Problem.
Jürgen: Es hat aber nichts in der Wertung verloren.
Jürgen: Also die Wertung ist Essen aus. Da ist kein Ambiente, kein Tischdecken,
Jürgen: keine Bilder an der Wand, nicht ob der Wirt freundlich ist oder nicht.
Jürgen: Wurscht. Das ist nicht einfach.
Willy: Das ist wild.
Jürgen: Aber ich sage,
Jürgen: das, was ihr emotional erzählen wollt, das, was euch in welcher Richtung auch
Jürgen: immer bewegt, packt es in den Text ein. Aber nicht in die Zau.
Willy: Wow. Das ist eine konsequente, harte...
Jürgen: Was soll ich machen?
Willy: Die haben das auch nicht gewusst. Die haben gedacht, das war alles irgendwie drin.
Jürgen: Nein, gar nicht.
Willy: Nur das Essen. Nicht das Service, nicht die Weinbegleitung, nicht das ganze
Willy: Ambiente, was er sich gedacht hat mit der Geschichte.
Jürgen: Nicht einmal das Geschirr. Also nicht einmal das, was an Geschirr verwendet
Jürgen: oder an Besteck oder sonst was.
Jürgen: Ich weiß, dass andere das ein bisschen anders angehen und handhaben.
Jürgen: Ist auch okay. Also ich finde jetzt unseren Zugang da hat es einfach historisch entwickelt.
Willy: Das ist ja wirklich Essen, ne?
Jürgen: Das ist Essen, genau.
Willy: Bei der Bewertung ist es rein aufs Essen fokussiert. Genau.
Jürgen: Wir schreiben in der Regel, wenn wir 800.000 Zeichen, 800.000 bis 1.000 Zeichen haben,
Jürgen: wir fangen ohnehin immer damit an, dass wir im ersten Satz einen kurzen Status
Jürgen: übermitteln, um was für ein Restaurant oder was für ein Ort das geht,
Jürgen: ob das ein Stuben ist, ob die gemütlich ist oder nicht, Es steht alles drinnen.
Willy: Das ist im Text bei euch.
Jürgen: Das ist im Text. Die Leute haben schon ihre Vorstellung oder die können leicht
Jürgen: ihre Vorstellung daraus ableiten, was sich dort erwartet.
Willy: Ja.
Jürgen: Aber die haben gibt es nur für, und es gibt auch keine Abzüge für besonders
Jürgen: gute Leistungen im Weinbereich oder besonders schlechte im Servicebereich.
Willy: Ist das bei einem großen internationalen Mitbewerber auch so? Was sind das?
Jürgen: Beim Gildenschleim?
Willy: Bei den Gabeln, glaube ich, oder? Gabeln hat die, oder? Sterne.
Willy: Sterne. Sterne sind das durcheinander.
Willy: Ist das da als Essen, oder ist das da inklusiver?
Jürgen: Die gehen es ein bisschen anders an. Die sind sehr wohl auch ganz stark fokussiert
Jürgen: auf das, was am Teller ist, auf den Stil der Küche.
Jürgen: Du hast aber entlang der unterschiedlichen Kategorien, ein, zwei,
Jürgen: drei Sterne, eine ganz bestimmte Vorstellung oder Idee, wie die Restaurants ausschauen.
Jürgen: Das war früher strenger, als es jetzt ist. Und wenn du jetzt schaust,
Jürgen: wer Sterne hat, das ist nicht mehr so streng.
Jürgen: Also es muss nicht immer das gestärkte und gebügelte Tisch durchdau liegen.
Jürgen: In Bangkok wird ein Stern an der Streetwood-Kirche vergeben.
Jürgen: Also wirklich ein geiles...
Willy: Zum zweiten Mal schon.
Jürgen: Ja, das ist was, was bei Geidmischen einfach ein wichtiger Punkt ist,
Jürgen: die arbeiten auch viel mit Kontinuität.
Jürgen: Also wenn du einen Stern hast, ist es nicht so, dass du den nächsten Jahr nicht
Jürgen: mehr hast, sondern du hast einfach einmal und da muss schon viel passieren.
Jürgen: das ist alles ein anderes System.
Willy: Wir sind bei euch.
Jürgen: Kannst dir gar nicht vorstellen, was für ein Dünner Eis wir uns da gerade bewegen.
Willy: Bitte mal, die Leute, die draußen sind, die anderen kennen, die sind etablierte
Willy: Dinge und die meisten schauen ja auf Bordes, wenn es Bordes gibt.
Willy: Dann gibt es halt einmal einen Unterschied und sonst was. Ich sehe es nicht
Willy: aus Dünner Eis, aber du warst du es natürlich besser, aber trotzdem, muss nicht sein.
Willy: Speisen. Schau ja auf dieses Teller. Das Teller ist ja wurscht.
Willy: Ich spreche das Teller aus. Schau nur auf das Essen.
Willy: Was bewertet er? Wie bewertet er? Wie das Raster? So wie ein Kreis.
Jürgen: Ja, ja. Meistens kommt es auf den Teller, der so ausschaut.
Willy: Aber auf was schaut ihr denn? Nach welchen Kriterien wird da jetzt bewertet?
Jürgen: Im Prinzip hat jede unserer Kategorien an bestimmten, wie soll ich sagen?
Willy: Das sind die geheimen Kategorien.
Jürgen: Nein, die stehen sogar darin. Wirklich? Mal schauen.
Willy: Die scheiß Mikros sind immer im Weg.
Jürgen: Genau.
Willy: Das sind relativ weit vorne.
Jürgen: Das sind die Kategorien.
Willy: Das sind die groben Bewertungen, aber nicht fast bewertet ihr, oder?
Jürgen: Naja, aber aus dem Fall soll das relativ gut ableiten.
Willy: Geschmack. Regionalität. Farbe.
Jürgen: Nein, nein, das nicht. Aber im Prinzip geht es um Handwerk und Kreativität.
Jürgen: Je höher du in den Hauptkategorien aufsteigst,
Jürgen: desto höher wird der Anteil an einerseits Kreativität und andererseits an dem
Jürgen: Vermögen der Küche, Akzente zu setzen.
Jürgen: Also wenn ich jetzt in einen Einhabenbetrieb gehe, dann kann ich davon ausgehen,
Jürgen: da wird mit Leidenschaft gekocht und die Leute verstehen ja Handwerk und wenn
Jürgen: ich Schnitzel an Schweißbraten oder, ich weiß schon, das ist jetzt sehr, sehr wirtshausmäßig,
Jürgen: aber im Prinzip steht jeder Betrieb für eine bestimmte Art von Küche und mit
Jürgen: einer Haube erreichst du die und machst alle zufrieden, weil das Handwerklich alles passt.
Jürgen: Da ist nichts verwürzt, da ist nichts versalzen, da passen die Texturen,
Jürgen: da passen die Temperaturen, da passen die Harmonien, wenn es um Suppe oder Soßen geht.
Jürgen: Das ist Handwerk. Einfach solides Handwerk. Und wenn du dann im Bereich der
Jürgen: Hauben aufsteigst, dann steigt zuerst einmal die Produktqualität und die Kreativität.
Jürgen: Bei drei Hauben fängst du an, an eigenen Interpretationen zu arbeiten.
Jürgen: Du bist experimentell unterwegs.
Jürgen: Das Handwerk ist da, aber ist im Prinzip sowas wie Basis.
Jürgen: Aber es gibt schon ein gewisses Werbe. Also du hast Köchinnen und Köche,
Jürgen: die sich darüber Gedanken machen,
Jürgen: wie kann man ein Gericht im Kontext ein bisschen verändern, wie kann man das
Jürgen: in eine neue Zeit bringen, wie kann man bestimmte Dinge reduzieren im Gericht.
Willy: Dekonstruieren, dekonstruieren.
Jürgen: Gar nicht so weit. Da geht es eher um, was gebe ich dazu, was gerade noch geht,
Jürgen: was nehme ich weg, was gerade noch nicht fehlt.
Jürgen: Also es geht noch nicht um komplette Dekonstruktion, was ich sowieso sehr kritisch erinnere.
Willy: Die Zeit haben wir schon mal.
Jürgen: Kein großer Freund.
Willy: Außer philosophisch gesehen.
Jürgen: Im Vierhabenbereich hat jede Köchin, jeder Koch schon so seine eigene Linie
Jürgen: erarbeitet, die als Linie erkennbar ist.
Willy: Bei drei noch nicht?
Jürgen: Ich bin mir nicht sicher. Wenn du bei drei Hauben bist,
Jürgen: Wenn du einen Teller von einer Dreihaubenköche oder einem Dreihaubenkoch kriegst,
Jürgen: dann tue ich mir, und ich kenne wirklich schon viele Betriebe,
Jürgen: dann tue ich mir noch nicht ganz leicht zu sagen, das ist der und der.
Willy: Dann würdest du blind rausschmecken dann schon bei vier, oder wie? Ja.
Jürgen: Es wirst du einerseits optisch erkennen, weil jeder Koch da sei, sei eigentlich...
Willy: Optik ist auch wichtig.
Jürgen: Ja, ist schon wichtig. Aber die Optik der Kreation, also die Art,
Jürgen: wie angerichtet wird, Ja, genau.
Jürgen: Und im Vierhauben-Bereich hat im Idealfall eine Person, die die Vierhauben hat,
Jürgen: eine Themenführerschaft in einem bestimmten Thema entwickelt.
Jürgen: ja, keine Ahnung, Lukas Nagelfisch zum Beispiel oder Alpingusinien gut,
Jürgen: das ist schon also das ist schon wirklich high level für die Haube,
Jürgen: und die fünfte Haube vergeben wir, wenn es eine solide,
Jürgen: internationale Vergleichbarkeit gibt, das ist der Grund, warum die,
Jürgen: die fünf Hauben testen bei uns Das sind im Prinzip nur drei Personen.
Willy: Und du oder mit dir?
Jürgen: Mit mir, also ich und zwei.
Jürgen: Das ist der Grund, warum wir international essen gehen.
Jürgen: Einfach in andere fünf Harber in anderen Ländern und in andere Drei-Sterner in anderen Ländern.
Jürgen: Das sagst du ein bisschen leiser. Ja, genau.
Jürgen: Aber das ist ja genau der Punkt.
Jürgen: Wenn wir sagen, im internationalen Vergleich Augenhöhe, dann muss man das natürlich auch kennen.
Jürgen: Nichts anderes passiert, weil dass die, die bei uns fünf Hauben haben,
Jürgen: dass die ein Handwerk beherrschen, dass die kreativ sind, dass die Themenführer
Jürgen: sind, das ist klar, aber sind höchst bewertete Betriebe in anderen Regionen,
Jürgen: ist das Augenhöhe oder nicht. Das ist so das Kriterium.
Jürgen: Und das ist, wenn man jetzt unsere fünf Haube anschaut, unterschreibe ich blind.
Willy: Ja, ich will mich nachher erinnern auf diese fünf, aber was mich am meisten
Willy: interessiert hat, oder was bei mir am meisten Klick gemacht hat, war das Thema Qualität.
Willy: Weil der Schritt von einer Hauben auf zwei Hauben, da hast du auch im ersten
Willy: Podcast was gesagt, was jetzt hast du auch wieder gesagt, diese Produktqualität.
Willy: Und du hast ja im Endeffekt vor dir die Stella und das, was auf der Karte steht. Ja.
Willy: Wo, wie, könnt ihr quasi, wenn jetzt, was weiß ich, ein Saibling nehmen.
Willy: Ihr habt den Saibling vom Großhandel geliefert und das andere ist halt der handgesteichelte
Willy: Saibling vom Kut irgendwo oder sowas.
Willy: Aber vor dir liegt ja der Saibling. Ja.
Willy: Woher kannst du beurteilen, dass die Produktqualität, die vor dir am Teller
Willy: liegt, jetzt besser ist?
Jürgen: Wie? Sie riecht anders, sie schmeckt anders.
Willy: Ja, da stinkt ja nicht der andere Saibling.
Jürgen: Er stinkt nicht, aber in der Regel hat er eine andere Textur.
Jürgen: Er ist weicher, er ist nicht so aromatisch.
Jürgen: Wie sehen Sie diese Unterschiede? Sind sie so grob? Nein, die sind spürbar.
Jürgen: Also ich versuche, meine Testerinnen und Tester dazu zu motivieren,
Jürgen: immer wieder Produkttestings zu machen.
Willy: Bitte, ich muss nur die Akte paschen.
Jürgen: Sagt dir Rangier Express was?
Willy: Du lässt mich nichts fragen, weil ich nicht bei Mikrofon. Ach so,
Willy: okay, Entschuldige. Nein.
Jürgen: Okay. Da tun du meinen Film einen anderen. Nein, du testest mich da.
Willy: Du darfst ruhig weiter reden.
Jürgen: Wir versuchen, unsere Tester und Testerinnen dahingehend zu bewegen oder bringen,
Jürgen: diese unterschiedlichen Qualitäten auch zu verkosten.
Jürgen: Ich mache das ganz gern im Patisserie-Bereich, dass ich einfach mit Patissiers und Patissieren,
Jürgen: unterschiedliche Mehlqualitäten, Schokoladequalitäten verkoste und schaue,
Jürgen: wo liegen die Unterschiede, woran kann ich Qualität erkennen.
Jürgen: Das habe ich schon recht früh gemacht. Es sagt ja der Christoph Wagner was.
Willy: Der Name sagt mir gerade was.
Jürgen: Der Christoph Wagner war ein alter, ein grand Senior der österreichischen Gastronomie-Kritik.
Jürgen: zahllose Bücher geschrieben, er ist dann leider verstorben, aber,
Jürgen: er war nie, wir haben ein paar Sachen gemeinsam gemacht, aber er war nie ein
Jürgen: Mentor, dafür war es zu spät, oder wir haben.
Jürgen: Ich hätte gerne mehr von ihm gelernt. Aber ich habe ihn einmal gefragt,
Jürgen: wie man denn, weil wir haben eine Diskussion über Priess gehabt, über Kalbsbriess.
Jürgen: Und da habe ich gesagt, wie man den Unterschied zwischen einem frischen,
Jürgen: guten Priess, und das war eine
Jürgen: meiner, ich würde sagen, im ersten Drittel meiner Karriere als Tester,
Jürgen: wie man da den Unterschied erkennen kann.
Jürgen: Und dann hat er mit mir einen Termin ausgemacht in ein Wiener Wirtshaus.
Jürgen: Und dann ist der Koch ausgekommen und hat einen Platten mit acht verschiedenen
Jürgen: gebackenen Priesen hergelegt.
Jürgen: Wow, das musst du zusammenbringen.
Jürgen: Genau. Und da war ein Älteres dabei, dann waren es dabei.
Jürgen: Drei waren gleich, da war einfach nur das Öl, in dem paniert worden ist anders.
Jürgen: In einem war es so eine Art Pankomehl, da hat das Mehl das Pries verfälscht.
Jürgen: Dann war ein Lahnpriest dabei, dann waren das unterschiedliche,
Jürgen: also die Panierten waren, die drei Panierten, dann waren drei oder vier,
Jürgen: vielleicht acht, ich weiß nicht mehr ganz genau.
Jürgen: Aber es war ein Lahnpriest dabei, ein Kitzpriest, ein Halbzpriest,
Jürgen: dann eins, das wir mehr oder weniger roh probiert haben.
Jürgen: Also ich habe an dem Abend nur Priest gegessen.
Jürgen: aber ich habe so viel gelernt. Ich habe so viel gelernt und ich habe dann einfach
Jürgen: angefangen, weil ich gesehen habe, wie wichtig das ist.
Jürgen: Einfach meine Verkostungstrainings auf das Thema Rohpprodukte,
Jürgen: auszuweiten.
Willy: Wie stelle ich mir das vor? Es gibt ganz tropisch, exotische Gerichte.
Willy: Du hast vom Amateur geredet, dass ein Socker jeder in Segel importiert hat.
Jürgen: Du bist als Beispiel.
Willy: Jetzt wäre der falsche Schluss, wenn es der Amador macht, ist der Segel super,
Willy: weil so ist das Produkt, aber woher weißt du, wie viele Segel musst du bitte
Willy: schon gegessen haben und es gibt ja nicht nur ein Segel auf der Welt,
Willy: es können eine Myriade verschiedene Produkte potenziell auf den Teller liegen.
Willy: Woher kannst du zu allen die Referenz haben, was ist gut, was ist schlecht,
Willy: was ist weniger gut, oder gibst du allgemein eine Artikel?
Jürgen: Zu allen habe ich es nicht.
Willy: Ja.
Jürgen: Ich versuche mein Wissen, das ist einfach mein Ansporn, möglichst viel zu kosten
Jürgen: und meine Datenbank möglichst groß zu halten.
Jürgen: Segel ist halt ein spezielles Thema bei mir.
Willy: Also bist du zufälliger Experte?
Jürgen: Experte ist vielleicht übertrieben. Das sind die, die in Hokkaido wirklich die
Jürgen: Sachen aus dem Meer holen oder damit in der Gastronomie arbeiten.
Willy: Das ist ein falscher Produkt erwischt.
Jürgen: Nein, aber es ist für mich ein absolut spannendes Produkt, um das zu erklären.
Jürgen: Segel wäre meine Henkers Mahlzeit.
Willy: Segel? Ich habe gedacht, Eier.
Jürgen: Hoher Segel, das ist... Wir können nochmal
Jürgen: über das Thema Henkers Mahlzeit philosophieren, weil eigentlich darfst.
Willy: Du mal ein Buch drüber schreiben.
Jürgen: Ja, aber du solltest nichts gut zu essen, sondern irgendeinen kompletten Schast,
Jürgen: damit du weißt, das ist philosophisch betrachtet. Es kann noch besser werden.
Jürgen: Philosophisch betrachtet. Philosophisch betrachtet.
Jürgen: Aber wenn es gut sein soll, es gibt schon ein paar, aber Segel wäre sicher eins davon.
Jürgen: Und ich war in Hokkaido, ich habe mir die Gebiete angeschaut,
Jürgen: wo die unterschiedlichen Segel wachsen.
Jürgen: Eine meiner Geschichten war über den alten Fischmarkt in Tokio.
Jürgen: Und ich bin dort hinflogen und habe mich im Markt in so ein kleines Hotel eingemietet
Jürgen: und bin, glaube ich, zwölf Tage nicht aus dem Markt raus. Also ich habe nur.
Willy: Kann man sich richtig vorstellen, drinnen oder in der Mitte.
Jürgen: Ja, genau, so wie die Marder im Speck da drin gesessen.
Jürgen: Und unter anderem gibt es da so einen Zwischengang, ein kleines Restaurant,
Jürgen: das ist ungefähr so groß wie ein Studio da, also ziemlich klein mit einer Bar.
Jürgen: Und die haben sich auf Uni spezialisiert, also auf Segel und die haben,
Jürgen: Uni, Uni ist der japanische Name für Segel, und die haben Tasting Plates.
Jürgen: Also du kriegst wirklich so
Jürgen: wie Sushi-Platten, so groß, mit Segel aus zehn verschiedenen Herkünften.
Willy: Nein.
Jürgen: Ich habe das erste Mal gegessen, und habe mir gedacht, Alter,
Jürgen: bist du deppert. Und da war für mich am Anfang… Ein Wissen.
Willy: Am Tisch liegt.
Jürgen: Ja, genau. Also am Anfang war es so, dass ich mir gedacht habe,
Jürgen: wow, da ist einer besser als der andere.
Jürgen: Aber für mich war noch kein… Also ich habe jetzt den Unterschied noch nicht fassen können.
Jürgen: Ich habe mir die Zähne gegessen, aber dachte, jawohl, der schmeckt am besten
Jürgen: und der am zweitbesten. Das habe ich schon.
Jürgen: Aber dann habe ich mir gedacht, nein, da muss es eigentlich mehr geben.
Jürgen: Dann bin ich am nächsten Tag wieder hin und habe mich so mit Englisch,
Jürgen: mit Händen und Füßen gesagt, dass mich das interessiert.
Jürgen: Und dann ist er mit einer Karte gekommen und dann haben wir wieder so Zähne
Jürgen: probiert und dann hat er mir gesagt, das ist das Weil und da ist mehr Salz geholt und da ist mehr.
Jürgen: Genial, also das war ein genialer Ding. Und am dritten Tag habe ich das nur
Jürgen: mal probiert und da war schon viel klarer.
Jürgen: Da habe ich dann auch schon angefangen zu beschreiben, was ist das Spezifikum von der Herkunft.
Jürgen: und dann hat er mir mittlerweile gezeigt, wo man die Information herkriegt,
Jürgen: also online, wo die Ressourcen sind, dass man sich mit dem Thema Segel in Nordjapan
Jürgen: ein bisschen auseinandersetzt.
Jürgen: Naja, und zwei Jahre später kommt der Amador da mit so einem Gericht da her.
Willy: Da habe ich nicht im Herzen getroffen quasi. Ein emotionales Gericht,
Willy: glaube ich, hast du gesagt.
Willy: Aber okay, du hast das gelernt, weil in dem Fall Schweinefleisch,
Willy: Schweinsbraten oder irgendwas...
Willy: Turbo, Mastschwein.
Jürgen: Aber das schmeckt ja. Das ist, wenn du, mach mal den Versuch,
Jürgen: geh mal in ein Wiener Wirtshaus, bei dem du weißt, dass der das Schwein bei keine Ahnung...
Willy: Ja, halt nicht so gut ist, ja.
Jürgen: Ja, aber genauso. Oder in einem Wirtshaus, wo du weißt, der hat die Bezugsquelle.
Willy: Auf was schaue ich da? Angenommen, Was nehmen wir denn für Gericht?
Willy: Ein Schweinsbrot, ein Schnitzel? Irgendwas, wo ein normaler Mensch das auch...
Jürgen: Ja, nehmen wir ein Schweinsbrot. Schnitzel ist ein bisschen deppert, weil...
Willy: Schmeckst viel die Panier.
Jürgen: Ja, genau, die Panier und das Öl.
Willy: Schmeckst alles andere nur.
Jürgen: Dann klatschen, klatschen es nur Marmelade drauf. Schnitzel ist ein schwieriges Thema zum Kostens.
Jürgen: Geht auch, aber da musst du versorgen.
Willy: Du musst wirklich gut sein beim Schnitzel wahrscheinlich.
Jürgen: Du musst aber was auf dem Wegdenken.
Willy: Den kannst du drüber wegwerfen.
Jürgen: Wie soll ich sagen, die Kombination aus Know-how, Handwerk und Produktqualität
Jürgen: ist beim Schnitzel fragiler als beim Schweißbraten.
Jürgen: Und beim Schweißbraten du darfst es nicht im Saft ertrinken lassen,
Jürgen: wenn du das kosten willst.
Jürgen: Du nimmst einfach einmal das Bratenstück und du siehst, also beim Schweißbraten
Jürgen: ist es so, dass du in der Textur, im Biss, weniger im Geruch,
Jürgen: weil da ist da passiert viel im Rohr.
Willy: Reden Sie jetzt vom Bauch, oder? Ja.
Jürgen: Und ganz ein wichtiger Punkt, Fettqualität.
Jürgen: Wie kräftig, wie bissig ist das Fett?
Jürgen: Tragt es wirklich dazu bei, dass sich der Geschmack verstärkt?
Jürgen: Ich finde, das Fett sagt am meisten über die Qualität von einem Fleisch aus.
Jürgen: Und damit meine ich nicht die Menge, sondern die Textur.
Willy: Fest oder?
Jürgen: Du merkst einfach, wie ein Tier gefüttert worden ist und was ein Fett ist.
Willy: Und das ist viel Erfahrung dann auch?
Jürgen: Es ist Erfahrung. Ich weiß gar nicht, ob es viel ist. Mir hat da der Christoph
Jürgen: Wiesner von den Magalitza-Schweinen wirklich weitergebracht und geholfen.
Jürgen: Ein Lieber,
Jürgen: Ich habe zu meiner Hochzeit eingeladen und wir haben einen Schinkentag gehabt
Jürgen: und der ist sofort gekommen, was hat denn die Sau zum Fressen gehabt?
Jürgen: Was ist denn das für ein komisches Fett?
Jürgen: Und ich habe mir mal geschmeckt und so, der hat recht.
Jürgen: Der hat recht. Also Fett ist nicht nur Geschmacksträger, sondern es ist,
Jürgen: weil es ein Geschmacksträger ist, ein Indikator für Qualität.
Willy: Welche Produkte ist es besonders schwierig? Mir hat das einfach getriggert, diese Qualität.
Willy: Weil Kreativität, das kann ich irgendwo nachvollziehen, dass jemand für einen
Willy: Stil prägt, also der beste Fischkloch im Land oder, oder, oder.
Willy: Das sind Sachen, die kann ich jetzt irgendwie noch eher nachvollziehen.
Willy: Aber beim Thema Qualität, obwohl es so offensichtlich ein Begriff ist,
Willy: wo jeder gleich so nickt, wenn es zwei Tomaten, die man vor mir am Teller hat
Willy: und du weißt nicht, woher welche ist,
Willy: wie kann ich da die Qualität beurteilen?
Jürgen: Das ist genauso wie der Geschmack. Es ist ganz easy.
Jürgen: Nimm eine Supermarkt-Tomate mit einer Herkunft aus einem spanischen Gewächshaus. Zum Beispiel.
Willy: Oder ist das schlecht?
Jürgen: Nein, gar nicht. Und dann nimmst du irgendeine burgenländische Biotomaten, die halt nicht ...
Jürgen: Egal, nimm sie einfach. Die eine gleiche Sorte, wie es denen kriegen,
Jürgen: weil es nicht vergleichbar ist, aber du kannst schauen, was schaut ungefähr gleich aus.
Jürgen: Und dann merkst du einfach, Geschmack, kein Geschmack.
Jürgen: Die sind nicht grausig. Also die spanischen Tomaten sind in der Nähe von Tomaten,
Jürgen: das ist sensorisch alles gut.
Jürgen: Aber wenn du einmal die Intensität von einer Stekovic-Tomaten zum Beispiel oder
Jürgen: von einer Cleaner-Tomaten, es ist einfach nicht das Gleiche.
Willy: Okay, das heißt, wir nähern uns langsam einem Antwort vielleicht auf diese Frage, weil
Willy: Und bei Qualität in der Gastronomie, wo du dann sagst, Qualität ist ja der Sprung von quasi 1 auf 2, oder?
Willy: Da tut es noch einmal in der Produktqualität, das heißt nicht,
Willy: dass die andere Qualität schlecht ist.
Willy: Aber da hast du einmal, wie du es Stekowitsch gesagt hast, da hast du dann wirklich
Willy: spezielle Lieferanten,
Willy: die sich auf ein Produkt spezialisiert haben, die eher kleinere Mengen dafür,
Willy: wirklich schauen, dass sie die Produktqualität optimieren und das nur dann rausgeben,
Willy: wenn das Produkt auf dem highest Level ist, was es erreichen kann.
Jürgen: Ich mache es nochmal anders. Wenn du die Partnerschaftsstrategie,
Jürgen: sagen wir mal, beim Paul Iwitsch, beim Tieren anschaust, du hast das Gehoch,
Jürgen: die Möglichkeit zu sagen.
Willy: Ich war ja schon im Podcast bei uns.
Jürgen: Ah, fein. Du hast die Möglichkeit zu sagen,
Jürgen: ich beschäftige mich damit jetzt nicht wirklich, ich, ich verlasse mich darauf,
Jürgen: dass das Kastner, Wedel, Biogast,
Jürgen: Metro, was auch immer, also ich nehme die Gastrologistik her und verlasse mich
Jürgen: darauf, dass die Qualität in Ordnung ist. Und in der Regel ist sie das auch.
Willy: Wenn ich Ich kann halt auch Tomaten.
Jürgen: Ja, genau. Oder ich mache es wie der Pauliewicz, ich sage, mich interessiert jetzt nicht,
Jürgen: dass sie eh gut ist, sondern ich will für meine Gerichte die besten Sorten,
Jürgen: die besten Produzenten, die beste Produktionsweise und so weiter.
Jürgen: Dann hast du viel Aufwand, dich mit dem Thema zu beschäftigen und in dem Aufwand
Jürgen: hast du Ernährung an das Produkt,
Jürgen: wo am Ende einfach ein anderes Geschmacksprofil im Gericht ausschaut,
Jürgen: als du hast, wenn du das bestellst, was alle anderen auch bestellen.
Jürgen: Und das ist für mich der Unterschied.
Willy: Und das schmeckt man dann. Und das ist das Problem wahrscheinlich,
Willy: wo uns, also nehme ich mich und die meisten anderen, einfach die Referenz fällt,
Willy: weil man es zu wenig oft schmeckt.
Willy: Ich glaube, dass ich einfach Geniezt wahr habe, also ganz selten.
Willy: Dann schmeckt es mir, meistens.
Willy: Meistens bei selten ist es eh viel, wenig, aber wurscht. Aber ich habe keine Referenz dazu.
Willy: Das heißt, für mich schmecken die Tomaten immer gleich, weil ich entweder in
Willy: einer guten Qualität irgendeine Tomaten kriege und selten auch die Form.
Jürgen: Ganz ein lässiges Beispiel, es gibt in Kärnten jetzt den Das habe ich heute
Jürgen: gepostet, weil ein Artikel von mir im Weinschmeck erschienen ist,
Jürgen: das Georgium, das Restaurant, das zu einem Weingut gehört am Längsee,
Jürgen: die haben als einer der ersten Gänge in einem kleinen Menü einen Gang, der heißt Vielfalt.
Jürgen: Das sind einfach nur Tomaten. Das sind Tomaten, lästig angerichtet,
Jürgen: irgendwas ist noch dabei, aber hauptsächlich sind es Tomaten.
Jürgen: Und de facto ist es ein Tomatensalat, aber halt nur unterschiedlich.
Jürgen: Färbig, bunt, unterschiedlich groß, unterschiedliche Texturen,
Jürgen: unterschiedlich geschnitten von der Stärke her.
Jürgen: Das heißt, die haben sich auch mit dem Thema beschäftigt,
Jürgen: welche Sorte vertraut, welche Bearbeitung oder Verarbeitung,
Jürgen: was muss ich wie schneiden, damit es was schmeckt.
Jürgen: Kann ich ein Ochsenherd so dick aufschneiden wie ein kleinerer Tomaten oder
Jürgen: muss ich die Erdung machen? Also da hat sich offensichtlich jemand etwas überlegt.
Jürgen: Und dann gehst du in ein anderes Wirtshaus, das halt nicht zwei haben,
Jürgen: und die haben jetzt zwei haben,
Jürgen: gehst du in ein anderes Wirtshaus und bestellst einen Tomatensalat,
Jürgen: wo du genau eine Tomatensorte hast, die eben aus dem genannten Umfeld kommt,
Jürgen: die genau gleich geschnitten ist, meistens irgendwie geviertelt oder halt geartelt, je nachdem,
Jürgen: und dann irgendwie zumariniert.
Jürgen: und das ist ein erfrischender, wunderbarer Tomatensalat, wo wir eventuell aus
Jürgen: der Kindheit kennen, wenn die
Jürgen: Eltern mit uns am See waren und den in ein Tapper-Geschirr gegeben haben.
Jürgen: Aber das andere ist einfach anders, da ist jeder ein bisschen anders.
Jürgen: Wenn du eine Sorten nimmst und am Rahmen ergibt sich ein ganz anderes Feeling,
Jürgen: als wenn du die nächste nimmst und dann probierst du es einmal gemeinsam.
Jürgen: Das heißt nicht umsonst Vielfalt, das ist eine geschmackliche Vielfalt.
Willy: Und das sind zwei Haben.
Jürgen: Und zwar haben. Nur ein Beispiel. Ich würde es nicht auf das reduzieren.
Willy: Ich glaube, die Antwort, die für mich da drinnen steckt, ist einfach,
Willy: das ist deswegen für viele Menschen, inklusive mir, so fremd und so schwer zu
Willy: begreifen, weil wir einfach schlicht nicht wissen, vor was du redest.
Willy: Weil man die Referenz wirklich spielt. Weil uns einfach die Referenz fehlt.
Willy: Aber das heißt, es ist meistens dann eine Enttäuschung, wenn ich das liese, dann dorthin gehe
Willy: dann ist es nicht das gleiche Zwei-Haben- oder Drei-Haben- oder Vier-Haben-Erlebnis
Willy: für mich ohne Referenz wie für die Mitreferenz, weil du ja warst,
Willy: und wir haben ja vorher davon gesagt,
Willy: Wissen wirkt sich ja quasi irgendwo so auf den Geschmack aus.
Willy: Das heißt, ich muss mir das auch theoretisch erst erarbeiten.
Willy: Das heißt, wenn ich das erste Mal in ein Land auf Urlaub fahre,
Willy: finde ich es zwar super, aber keine Ahnung, was da eigentlich gerade passiert mit mir.
Willy: Und so geht es mir jetzt im Endeffekt, wenn ich jetzt die Qualität,
Willy: deswegen war mir der Qualitätsbegriff Intuitiv, das war ja der Richtige.
Willy: So wichtig, weil die Kreativität und so, das kann ich dann nachvollziehen.
Willy: Alpine Cuisine, das ist zwar high, high level, aber vom Konzept her völlig verständlich,
Willy: auch wenn die Umsetzung wieder völlig außergewöhnlich ist.
Willy: Aber viel eher zum Verstehen, wie das eher allgemeine Thema ist,
Willy: was dann aber so eigentlich das ist wirklich spannend, für mich halt zumindest,
Willy: ich weiß nicht, was das andere geht.
Willy: Und eigentlich eine Einladung, sich damit einmal auseinanderzusetzen,
Willy: was das denn wirklich heißt, weil wir von Produktqualität dann reden und was dann davon aussieht.
Willy: Ich muss sagen, ich wollte schon mal in die Richtung was machen,
Willy: so ein Format, so wirklich so zehn verschiedene Sachen.
Willy: Das, was du mit dem Segel gesagt hast, das würde ich so gerne mal machen.
Willy: Müssen wir nochmal gehen. Ja, vielleicht auch im Podcast, aber auch für Leute.
Willy: Ich finde, das, was ich jetzt gerade sage, machen wir was.
Willy: Das, was ich jetzt sage, das ist eigentlich das, was wir als Wissen weitergeben
Willy: müssen, weil solange ich die Referenz nicht habe zu dem, was du sagst,
Willy: kann ich kann ich super finden, aber ich glaube, dass man da viel mehr Bildung noch braucht.
Jürgen: Nein,
Jürgen: du hast völlig recht, ich weiß ganz genau, was du meinst.
Willy: Aber nicht auf so ein Produkt
Willy: Marketing-Ding, Art und Weise, sondern als Teil einer Bildungsanspruch.
Jürgen: Es geht nicht darum, ein Produkt kennenzulernen, sondern es lege den Geschmack.
Willy: Nicht zum Feinkostladen Österreich irgendwas, sondern einfach Produkte. Ja. Ah.
Willy: Ich weiß nicht, ob die Leute das jetzt irgendwas brauchen, aber für mich war
Willy: das jetzt ein sehr, sehr wichtiger, nämlich nicht dieser, wo alle drüber reden,
Willy: fünf haben, vier haben, sondern ein haben, zwei haben, das ist für mich eigentlich so viel.
Jürgen: Das ist für mich, ich weiß nicht, ob man das auslaut.
Willy: Das waren jetzt 40 Euro oder so.
Jürgen: Das ist ein kleines Glas.
Willy: Das ist ein gutes Zeug.
Willy: Brauchst du ein Fettschal, warte mal.
Jürgen: Nein, wie gehst du rein?
Willy: Ah, scheiße, der Maipfel, da bin ich. So, tschau, Fetzel. Danke.
Willy: Das ist der dynamischste Podcast, den ich jemals gehabt habe.
Jürgen: Was? Wirklich?
Willy: Nein, wir haben verkostet, du hast was umgehaut, also du bist wahrscheinlich
Willy: betrunken nach den halben Zentiliter aus der 400-Euro-Flasche.
Willy: Du hast das echt ausgeladen.
Willy: Das tut mir gerade im Herzen weh. Aber jetzt waren wir gerade ein bis zwei haben,
Willy: das war, wir sind immer noch bei der Bewertung.
Jürgen: Ja, was ich noch sagen wollte zu den Hauben und zu den unterschiedlichen Kategorien,
Jürgen: vor allen Dingen, weil du eine Formulierung gehabt hast, der Aufstieg von zwei auf drei Hauben, das,
Jürgen: ist für mich kein kontinuierlicher Prozess. Das ist im Moment ganz gefährlich, weil,
Jürgen: wie soll ich sagen, die klassische oder die traditionelle,
Jürgen: die traditionelle Geschichte bei Grumio war immer, du hast einmal eine Haube,
Jürgen: dann kriegst du die zweite, die dritte, du kannst die Betriebe,
Jürgen: die das über längere Zeit machen, kannst du beobachten.
Willy: Haubenreise.
Jürgen: Übrigens beim, ich weiß nicht, kennst du den Benni Part? Das ist mittlerweile
Jürgen: ein Fünf-Hauben-Koch in Tirol, in Ischgl.
Jürgen: Hochverdient, also alles wunderbar. wie der die fünfte Haube gemacht hat, hat er eine,
Jürgen: Eine Feier, eine Party organisiert und hat unter anderem aus,
Jürgen: also das war mein Job, das habe ich gemacht,
Jürgen: aus Goumiot-Ausgaben, wo er jeweils ein, zwei, drei, vier, fünf gehabt hat,
Jürgen: also die Bewertungen rausgelesen, die Kritiken.
Jürgen: und dann hat er die Gerichte gekocht oder in der Küche halt machen lassen das
Jürgen: war hochspannend, weil wir haben dann in der Zeit abgewertet auch einmal also
Jürgen: nicht um eine Haube, aber er hat mal einen Punkt weniger gehabt,
Jürgen: und hat der Vater erzählt, das war nicht einfach im Hotel in der Zeit also ziemlich
Jürgen: in die Luft gegangen, also mittlerweile ist er.
Jürgen: Erwachsener und Und sehr grandioser Koch.
Jürgen: Und dann habe ich das vorgelesen, wo die Kritik drin steht, warum das.
Jürgen: Und dann hat er das wieder serviert. Das war eine witzige Veranstaltung.
Jürgen: Aber der Punkt, der habe ich das gesagt, für mich sind diese fünf Haubengeschichten,
Jürgen: das sind fünf Kategorien.
Jürgen: Und im Moment ist es so, dass wenn du ein neues Projekt anfangst in der Gastronomie,
Jürgen: dann legst du die ungefähr fest, in welcher Kategorie du einsteigst und wir
Jürgen: schauen, ob das passt oder nicht.
Willy: Also es ist eigentlich keine Metrik, keine Hierarchie in dem Klasse.
Jürgen: Ganz genau, ganz genau. Wir haben immer noch junge Köche, die einsteigen,
Jürgen: die immer sukzessive besser werden und die dann ihr Konzept verändern,
Jürgen: sie adaptieren und so weiter, die machen den Weg schon.
Jürgen: Aber es kommt öfter vor, dass Leute, die schon Mörderstationen durchgemacht
Jürgen: haben, die irgendwo Suche-Chef waren lang, oder Second Executive Chef,
Jürgen: oder was auch immer, die haben einfach,
Jürgen: einen lässigen Lebenslauf, haben jetzt dann einen,
Jürgen: ein Partner oder ein Financier oder was auch immer oder ein Projekt hinterkommt,
Jürgen: der ihnen ermöglicht, dass sie selbstständig machen.
Jürgen: Und die sagen, okay, ich will Feindeining machen, meine Küche schaut so und
Jürgen: so aus, da investiere ich das, die und die Leute hole ich mir,
Jürgen: und ich will sie mit einem Haben bewerten. Das ist ja völlig daneben.
Jürgen: Der fängt dann mit einem Chefstable, mit einem Degustationsmenü,
Jürgen: das du die Ohren anlegst.
Jürgen: Und wir sagen, nein, das ist das erste Jahr, der braucht ein Haben oder zwei
Jürgen: und dann vergleichen unsere Leserinnen und Leser, die zwei haben.
Jürgen: Also du verwirrst die Leute komplett.
Jürgen: Also du musst sie theoretisch dann so bewerten und schauen, ob das passt oder
Jürgen: nicht. Ich meine, das ist immer Anspruch und Wirklichkeit.
Willy: Aber es sind nur Einstiegskategorien eigentlich, eins bis drei,
Willy: oder? Auf das geht es ein bisschen, oder?
Jürgen: Es geht ein bisschen auf das, dass wir Einsteiger mit vier haben.
Willy: Das geht auch noch?
Jürgen: Das geht, das ist möglich, das haben wir. Manchmal sagen wir, okay.
Willy: Weil er es mitbringt, nicht?
Jürgen: Richtig, ganz genau.
Willy: Wer kriegt eigentlich, das ist nämlich auch die Geschichte, wer kriegt die Hauben,
Willy: das sind nicht die Restaurants, oder?
Jürgen: Na doch, doch.
Willy: Das ist nicht der Koch, der die Hauben kriegt.
Jürgen: Nein, nein, das ist Restaurant.
Willy: Aber man ist langläufig, wie man sagt, er kriegt jetzt die.
Jürgen: Ja, er ist der Haubenkoch, das stimmt schon. Aber die Hauben,
Jürgen: das ist ein bisschen ein Problem, aber die Hauben bleiben bei dem Betrieb.
Willy: Auch wenn der Koch kommt. Bleiben bei dem Betrieb, okay.
Jürgen: Oder anders gesagt, der Koch nimmt die Hauben nicht automatisch mit.
Willy: Aber er hat quasi gezeigt, er hat in dem Betrieb, wir haben es gekocht.
Jürgen: Richtig, richtig. Wir haben in Tirol zum Beispiel einen gekocht,
Jürgen: das ist der Gustav Janscher, Das ist für mich der mit Abstand spannendste Jagdmenü-Koch im Westen.
Jürgen: Im Westen? Ja, wir haben einen zweiten. Es gibt in Indies noch den Peter Zinter,
Jürgen: die sind gut auf Augenhöhe im Kassastern, die machen einfach lässige Sachen,
Jürgen: aber beide sind selber Jäger.
Willy: Du auch übrigens, gell?
Jürgen: Ja, ich auch.
Jürgen: Darum taugt mir das, was die beiden machen. und der Kusli Janscher war in einem
Jürgen: Betrieb, hat dort seine 18 Punkte gekriegt, vier Hauben gekriegt und wechselt jetzt.
Jürgen: Es hat ein neuer Betrieb natürlich nicht automatisch vier Hauben.
Willy: Die haben einen Druck jetzt, oder?
Jürgen: Naja, Druck hat eher der Betrieb, wo er weg ist.
Willy: Ja, ich meine ja.
Jürgen: Aber die haben einen neuen gekocht, das ist auch gut auf Schiene. Und,
Jürgen: Und der Janscher macht einfach das Menü, das er immer kann. Oder das Menü,
Jürgen: sage ich nicht, die Art von Küche, die er immer macht, und die ist halt sensationell.
Jürgen: Und der wird auch im neuen Betrieb gut bewertet werden. Das haben wir,
Jürgen: glaube ich, sogar schon gehabt. Er hat schon seine Dinge.
Jürgen: Aber wichtig ist einfach, es nimmt nicht der Koch automatisch die haben mit.
Jürgen: Den kriegt in erster Linie mal der Betrieb.
Jürgen: Und wenn sich der Koch ändert, die Köchin, dann muss man es halt neu bewerten.
Willy: Also es sind jetzt eigentlich, wie sagt man so schön in der Statistik,
Willy: es ist jetzt karametrische Skala, also die Abstände zwischen 1 und 2 und 2 und
Willy: 3 sind nicht immer, es gibt keinen Abstand.
Jürgen: Nein, man steigt leichter von 1 auf 2, aber es ist von 4 auf 5. Oder auch von 3 auf 5.
Willy: Man kann auch in 4 einsteigen, aber 5 ist so ein bisschen die Spezialkategorie.
Jürgen: Da haben wir 8 Betriebe und das ist...
Willy: Was kommt denn da dazu?
Jürgen: Naja, das ist das, was ich gesagt habe, mit der internationalen Vergleichbarkeit.
Jürgen: Also die schauen, da geht es dann darum.
Willy: Das ist dann keine Leistung nach Vergleich. Oder was heißt das internationale
Willy: Vergleich? Ja, okay, es gibt andere Betriebe, die kochen woanders auf einem niedlichen Niveau.
Willy: Ja. Aber das ist ja noch keine Leistung nach Vergleichbarkeit.
Jürgen: Nein, das nicht. Aber es ist einfach, wie soll ich sagen, die arbeiten mit Konzepten,
Jürgen: die man jetzt nicht wirklich toppen kann.
Jürgen: Also wir haben noch nie 20 Punkte vergeben. es gibt es gibt in deutschland glaube
Jürgen: ich ein 1905 ja es gibt in österreich die damit liebäugeln die üblichen verdächtigen da oben.
Willy: Tut sich nicht für den loben das mitkriegen
Willy: Es tut sich viel, aber nicht viel. Damit ich nicht gleich wieder im Deckel kriege.
Jürgen: Nein, es ist schon so, dass wir die fünf Farben jetzt nicht nur der Küchenleistung
Jürgen: vergeben, da muss schon eine gewisse Strahlkraft da sein.
Willy: Ja, da kommt was anderes dazu, lebenswerkmäßig irgendwas, oder?
Jürgen: Ja, oder werkmäßig. Also gar nicht lebenswerk, weil man anschaut,
Jürgen: die ein Teil unserer fünf Farben sind, ist gar nicht so alt.
Jürgen: Aber das sind einfach Projekte, die haben eine gewisse Strahlkraft über die Grenzen hinaus.
Jürgen: Wenn du in Mathe einen kleinen anschaut, Icarus, das Hanger 7 Projekt,
Jürgen: das ist schon außergewöhnlich.
Jürgen: Und auch wenn es das Hanger Menü, das sie selber machen, gibt es einmal im Jahr.
Jürgen: Aber selbst das, was er mit den Gastköchen macht, das ist eine Leistung.
Jürgen: Das ist nicht einfach nur mal nach Zahlen, nicht einfach nach Kochen,
Jürgen: sondern der fährt hin, der schaut sich das an, der versucht die Küche zu verstehen.
Jürgen: Das ist nicht das Gleiche, was ein Koch, keine Ahnung, was die Oberaus machen
Jürgen: zum Beispiel. Das ist einfach nicht vergleichbar.
Jürgen: Aber auf einer Ebene, wie man das bewertet oder wertschätzt, schon.
Jürgen: und Döllerer genauso. Das hat einfach das ganze Konzept der Alpine Cuisine und diese Vorbildwirkung.
Jürgen: Da kommt halt einiges zu haben.
Willy: Wie wichtig ist Kontinuität? Ich denke mir immer in den Küchen,
Willy: das einmal gut kochen, ich habe selber kochen gelernt, aber fast schnell lassen,
Willy: aber einmal gut kochen, ja,
Willy: aber so ein Levelzalten über die Zeit
Willy: kommt mir immer vor, ist irgendwie das Schwierigste, weil du brauchst und da
Willy: kochst du nicht nur, da brauchst du ein Team, das stabil hältst,
Willy: du brauchst Lieferanten, die den liefern müssen, da hängt so viel zusammen,
Willy: also diese Kontinuität, das stelle ich mir so schwierig vor in der Gastronomie
Willy: mit Personalschwankungen und allem drum und dran. Wie wichtig ist das?
Willy: Sieht man den am Teller oder bewertet man den mit oder ist das wieder so eine
Willy: Kategorie, die dann am Teller wieder nicht stattfindet?
Jürgen: Also eigentlich dürfte sie nicht stattfinden.
Jürgen: Sie ist mir trotzdem, sie ist
Jürgen: mir deswegen wichtig, weil man die Gastronomie an sich am Herzen liegt.
Jürgen: Und im Prinzip auch wenn ich weiß, dass Veränderungen gut sind,
Jürgen: jede kurzfristige Veränderung bringt einen Wirbel rein.
Jürgen: Also sagen wir mal so, mir ist es wichtig. Ich weiß aber, dass in der Bewertung,
Jürgen: im Judgment, keine große Rolle spielt.
Willy: Wie ist man jetzt, wie man so Essen bewertet? Haben wir jetzt alles gelernt
Willy: dazu? Oder haben wir jetzt irgendwas Wichtiges vergessen?
Willy: Also die, die uns jetzt hören und die, die jetzt immer noch dabei sind oder
Willy: schon wieder dabei sind, das passt schon, die sollen sich das antworten.
Willy: Ich habe jetzt keine fünf Minuten gehabt, wo ich gesagt habe,
Willy: du hast jetzt irgendwas gesagt, das muss ich jetzt nicht unbedingt wissen.
Willy: Aber was braucht man für das Verständnis, so wie du jetzt als Chief Inspector
Willy: bei GM und du mit deinen 50 Kolleginnen und Kollegen, ich sage nur noch GM.
Jürgen: General Motors.
Willy: Ich habe es aufgegeben. Was fehlt uns noch, damit wir euch verstehen?
Willy: Für mich war das Qualitätsding nicht so ein Aha-Moment, so ein richtiges Ding,
Willy: wo ich mehr drauf schauen muss, damit ich da weiterkomme.
Willy: Aber haben wir noch was Wichtiges vergessen?
Jürgen: Unsere Täester sind leidenschaftliche Esser, Tässerinnen. teilweise schon sehr
Jürgen: lang am österreichischen und internationalen Markt unterwegs.
Jürgen: Sie kommen aus unterschiedlichen Quellberufen. Es gibt Ärztinnen,
Jürgen: Anwältinnen, Leute, die ganz was anderes machen.
Jürgen: Die sind für mich total zuverlässige und extrem wichtige Säulen in unserer Bewertung
Jürgen: über die ganze Branche hinweg.
Jürgen: Einerseits, weil ich mich auch verlassen kann, dass sie wirklich anonym sind.
Willy: Es gibt keinen Grund,
Jürgen: Dass sie erkannt werden.
Jürgen: Und das Zweite ist, dass sie so leidenschaftlich unterwegs sind,
Jürgen: dass sie einen Großteil ihres nicht geringen Einkommens für Essen und Trinken ausgeben.
Willy: Unabhängig davon.
Jürgen: Richtig.
Willy: Ist das bezahlt, was Sie da machen?
Jürgen: Ja, freilich.
Jürgen: unabhängig davon und daher auch relativ gut,
Jürgen: Bewerten können.
Willy: Haben das Geld zum Üben.
Jürgen: Ja, ganz genau. Das ist der Punkt.
Willy: Was muss jetzt, bewerben kann ich mich ja nicht, aber was verbindet sie alle? Welche Eigenschaften?
Willy: Sie müssen ein bisschen das wissen, was sie haben, entweder gearbeitet oder gekostet haben.
Willy: Was verbindet sie sonst noch alle?
Jürgen: Witzigerweise gar nicht so viel. Dadurch, dass die Gruppe sehr heterogen ist,
Jürgen: gibt es nichts, was sie verbindet, außer einer soliden Liebe zur Kulinarik. Das schon.
Jürgen: Es ist, was mir wichtig ist, ist, dass sie gut schreiben.
Jürgen: Und das habe ich unterschiedlich ausgeprägt. Manchmal sagen wir es nicht so.
Jürgen: Naja, es gibt auf der einen Seite Kollegen und es gibt einfach Personen,
Jürgen: die bei uns testen. Das ist total lässig.
Jürgen: Ich kriege ja alle zum Redigieren, ich kriege ja alle als Vorlage.
Jürgen: Und wenn ich da bei bestimmten Leuten die Tests reinkriege, Da freue ich mich
Jürgen: aufs Lesen, da weiß ich, dass ich noch nichts ändern muss und innerhalb kürzester
Jürgen: Zeit geht das einfach weiter.
Jürgen: Und dann gibt es Leute, wo ich mich blind darauf verlassen kann,
Jürgen: dass die Wertungen stimmen, einfach weil sie ja...
Jürgen: solide Erfahrungen haben. Ja, genau.
Jürgen: Die haben aber dadurch, dass sie einfach andere Berufe haben.
Jürgen: Keine Ahnung, wie man einen ordentlichen Satz formuliert.
Willy: Also Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel.
Jürgen: So ein... Das muss ich aufpassen. Das muss man aufpassen.
Jürgen: Ich kann mir vorstellen, was zu sagen. Aber es gibt einfach Leute,
Jürgen: die ihr Geld mit was anderes als mit Schreiben verdienen und das ist halt dann
Jürgen: mein Job, die Texte so unzugestalten.
Willy: Deswegen ist es jetzt ein bisschen dünner die nächste Ausgabe, oder?
Jürgen: Jetzt muss ich aussteigen. Nein, gar nicht.
Jürgen: Aber das ist schon ein massiver Teil von meinem Job, dass ich einfach über die Texte drüber gehe.
Willy: Coacht du die Leute danach ein bisschen?
Jürgen: Teilweise.
Willy: Produktqualität, glaube ich.
Jürgen: Das müssen sie selber machen. Da fehlen uns noch die Strukturen.
Jürgen: Wobei das für mich ein Thema im Hintergrund ist. Also über das denke ich schon
Jürgen: auch, wie man das lösen kann.
Jürgen: Sie kriegen eigentlich immer Rückmeldung, gerade wenn neue Leute dabei sind,
Jürgen: was wir jetzt auch gerade wieder öfter haben.
Jürgen: Was nicht geht, ist, dass ich mit jedem ein One-to-One...
Jürgen: Das zahlt sich dann aus, wenn ich jemanden habe, der vom Stil her immer wieder,
Jürgen: wo ich jedes Mal, wenn da was reinkommt, was ändern muss.
Jürgen: Da organisieren wir ein Treffen im Büro.
Willy: Und dann sage ich,
Jürgen: Sowas auf die Art, wir würden es natürlich nie so nennen.
Jürgen: Sehr schön, ja. Mitarbeitergespräch, genau.
Jürgen: Nein, wir würden es nie so nennen, aber es ist trotzdem, ich sage dann,
Jürgen: was man taugt, was man nicht taugt und wo ich gern stilistisch hin will.
Jürgen: Da hat sich, ich weiß nicht, kennst du den Peter Kneiger?
Willy: Kneiger?
Jürgen: Peter Kneiger, das ist genauso dünnes Eis wie der Gehtmischlein.
Jürgen: Der hat vor Jahren einmal ein Aufdeckerbuch unter Anführungszeichen über die
Jürgen: Arbeit von Gomi hochschrieben,
Jürgen: und hat natürlich massiv alles kritisiert, aber viele Sachen sind übertrieben,
Jürgen: manche bestimmen einfach nicht.
Jürgen: Aber an manchen Stellen schreibt eine richtig gute Kritik, nämlich dann,
Jürgen: wenn wir stilistisch noch in einer Sprache verhaftet sind, die so in den Restaurantkritiken
Jürgen: der 60er-Jahre stecken geblieben ist.
Jürgen: Das haben wir weit nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren.
Willy: Das war deine Aufgabe, ein bisschen das zu tun.
Jürgen: Richtig, das ist ganz genau. Also wenn früher geschrieben wird,
Jürgen: dem Lachs war dein Soufflé an die Seite gelegt und solche Sachen.
Jürgen: Das geht nicht mehr.
Willy: Habt ihr so lange mit Zeit?
Jürgen: Naja, das geht dann immer wieder mal durch.
Willy: Nouvelle Cuisine und ihre Sprache?
Jürgen: Ja, wobei die Nouvelle Cuisine...
Willy: Das war ja aus der Zeit ein bisschen, oder?
Jürgen: Ja, das war ein bisschen aus der Zeit. Und das hat sich dann sogar ein bisschen,
Jürgen: in eine ganz strange Richtung weiterentwickelt.
Jürgen: Aber das haben wir immer mehr im Griff. Also ich glaube, dass wir stilistisch
Jürgen: schon am richtigen Weg sind.
Jürgen: Null. Bin immer sicher.
Willy: Okay. Du sagst, jetzt wissen wir alles, wie es funktioniert.
Willy: Jetzt wissen wir, wie es funktioniert.
Jürgen: So tun wir.
Willy: Was ist mit der grünen Haube?
Jürgen: Gott sei Dank. Scheuer. Wir haben ja grüne Haube.
Willy: Deswegen wollte ich wissen, gibt es da 5 oder gibt es da nur eine?
Jürgen: Nein, da gibt es eine.
Willy: Das ist nur ein Erntitel.
Jürgen: Da gibt es eine. Wir haben, es gab die Idee, ähm,
Jürgen: Und besonders herausragende Betriebe auf die Bühne zu bitten,
Jürgen: um die ursprüngliche Idee war, das mit der grünen Haube zu machen.
Jürgen: Da haben wir dann relativ schnell juristische Rückmeldung bekommen, dass das nicht geht.
Jürgen: Weil es einfach in der Steiermarker Organisation gibt, die die schon länger vergibt.
Jürgen: Die zwar mit dem Thema Kulinarik nichts am Hut hat, die vergibt zwar die grüne
Jürgen: Haube an besonders grüne Betriebe.
Jürgen: Dunkelgrün. Aber ob die Küchenleistung warst du oder nicht, ist in dem Fall komplett wurscht.
Jürgen: Und bei uns ist es umgekehrt. Du kriegst unseren Preis im Prinzip nur dann,
Jürgen: wenn du ein solider Kulinariker bist, also wenn das gastronomische Angebot stimmt.
Willy: Wenigstens zehn Punkte erreicht oder so.
Willy: Oder bei euch geht es bei zehn Punkten los. Jetzt sagen wir doch,
Willy: man muss zumindest das Raster fahren.
Jürgen: Ja, genau. Und darüber hinaus einfach bestimmte Aspekte oder für bestimmte Aspekte
Jürgen: der Nachhaltigkeit stehen.
Jürgen: Das war im ersten Jahr, war das der Jeremias Ritzler in Vorarlberg.
Jürgen: Das ist, ich meine, ich weiß nicht, kennst du den?
Willy: Ich habe auch das kennengelernt. Podcast-Kunden und wir haben darüber geredet.
Jürgen: Sehr gut. Es ist ein Urgestein, der mittlerweile ein Biobetrieb,
Jürgen: er hat ihn am Biobetrieb gelernt, er hat alte Rassen am Hofe.
Willy: Er ist eine Marke.
Jürgen: Er ist eine Marke und er hat das Herz am rechten Fleck.
Jürgen: Also es ist für mich einfach, ja, Strahlkraft habe ich zuerst einmal als Begriff erwähnt.
Willy: Hast du es mal, dass du einen Stock auch noch gehabt hast, weil es ihn gemessen
Willy: hat? Der hat überhaupt noch kaum ein authentischer Tag geschaut.
Willy: Ja, es ist schon ein Jahr her.
Jürgen: Wir waren einmal gemeinsam ein paar Tage auf einer Alm ohne Strom und haben dort gekocht.
Jürgen: Also ich habe nicht gekocht, er hat gekocht und mit einem anderen gekocht.
Willy: Im Mölztal?
Jürgen: Nein, nicht im Mölztal, in Tirol im Mölztal.
Jürgen: Ganz schräge Tage. Aber unvergesslich. War gut.
Jürgen: Und der zweite ist der Paul Ebitz. Und da haben wir es einfach umbenennen müssen.
Jürgen: Die heißt jetzt Umwelthaube.
Jürgen: Die heißt jetzt Umwelthaube. Also wir haben das Produkt... Umwelthaube?
Jürgen: Ja, die heißt Umwelthaube.
Jürgen: Eine katastrophale Bezeichnung.
Willy: Also ich bin völlig unbeeinflusst, aber bei Umwelthaube hat man ein paar Zeichen
Willy: nicht aufgestellt. Umwelthaube?
Jürgen: Die kann da noch nicht drin sein. Da ist nur die grüne Haube.
Willy: Ah, da ist es noch deswegen?
Jürgen: Genau. Da habe ich die Gründe.
Willy: Jetzt hast du Hummel, habe ich.
Jürgen: Genau.
Jürgen: Ja, es ist phonetisch, es ist nicht das Gelbe von mir, aber das Produkt ist wichtig.
Willy: Durchsprachig, ich verstehe.
Jürgen: Aber das Produkt halte ich für genial und einfach die Möglichkeit,
Jürgen: einen Betrieb ins Rampenlicht zu stellen, der das verdient hat.
Jürgen: Das ist immer einer. Das ist immer einer. Wir haben mal kurz darüber nachgedacht,
Jürgen: das generell zu erheben, aber da fehlen uns im Moment noch die Ideen und die Ressourcen.
Jürgen: Das muss ich dann Hand und Fuß haben.
Willy: Ja gut, so ein großes System zu ändern und das zu reformieren,
Willy: das ist immer mit viel, viel Arbeit verbunden.
Willy: Was mich jetzt noch interessiert ist, was jetzt kulinarisch neuchter herkommt.
Willy: Vegan ist nicht mehr neuch. Das ist zwar neu immer noch, aber es ist jetzt etabliert
Willy: noch in der Nische ein bisschen, aber es wird immer mehr. Vegane Lehre etc.
Willy: Aber Insekten, Laborfleisch, CO2, Proteine aus CO2 etc., wo siehst du das? Kommt das in den Dingen?
Willy: Findest du irgendwo Anklang? Wo siehst du da die Zukunft für das?
Willy: Oder ist das noch zu weit weg?
Jürgen: Es ist insgesamt nicht zu weit weg und ich bin mir sicher, dass uns das erreichen wird.
Jürgen: Es ist noch ganz weit weg von unserer Welt da.
Jürgen: Also wir werden in der Gastronomie noch lang warten müssen, bis wir ein Kulturfleisch am Teller haben.
Jürgen: Ich bin jetzt nicht so der Schenkelklopf, wenn es sagt, Himmel, das darf nicht sein.
Jürgen: Ich gehe mir das am besten an. Nein,
Jürgen: nein, gar nicht, das ist überhaupt nicht Katrin, das heißt.
Jürgen: Ich meine, ich weiß schon, ich habe ein Buch über Schwein geschrieben und über
Jürgen: Schlachten und ich bin ja selber ein Fleischteicher, das ist mir alles klar,
Jürgen: aber ich bin mir trotzdem ganz sicher, dass wir fleischkonsummäßig einfach,
Jürgen: völlig außerhalb der Norm sind.
Jürgen: Das heißt, das muss reduziert werden in irgendeiner Form.
Jürgen: und da habe ich jetzt viele Wege, das zu erreichen. Und im Prinzip ist immer
Jürgen: jeder Weg recht, der zu dem Ziel führt.
Jürgen: Also da ist mir Kunstfleisch genauso recht wie eine Proteinquelle aus Insekten oder sonst was.
Jürgen: Genauso Veganismus. Also ich bin selber kein Veganer, aber ich würde nie in
Jürgen: diesen polarisierenden Konflikt einsteigen wollen.
Jürgen: Für mich tragt jeder Veganer dazu bei, dass wir von genau dort wegkommen,
Jürgen: wo wir wegkehren. Also wunderbar.
Jürgen: Und ich halte auch die Diskussion, dass,
Jürgen: Veganer keine Fleischersatzprodukte oder keine vegane Würstel oder sowas essen.
Jürgen: Das halte ich für völlig daneben.
Jürgen: Darum geht es nicht. Das ist einfach ein blöds Argument.
Jürgen: Das,
Jürgen: Wie gesagt, in der Gastronomie werden wir auf diese Dinge noch lange warten
Jürgen: müssen. Damit meine ich nicht, muss ich trennen.
Willy: Nicht, dass sie nicht in der Gastro sind, aber in der...
Jürgen: Ja, richtig.
Jürgen: Dazu braucht es einfach noch länger. Da muss mit den Produkten umgangen werden.
Jürgen: Wir brauchen eine Kultur dafür, wir brauchen eine Geschichte dafür.
Jürgen: Ich glaube, dass diese Dinge zuerst in verarbeiteter Form in LEH landen werden,
Jürgen: und sie im LEH dann so weit etablieren, dass gewisse Ängste abgebaut werden.
Jürgen: Dann werden sie in den ersten Kochsendungen landen und nach den ersten Kochsendungen
Jürgen: vielleicht auf dem einen oder anderen Teller.
Jürgen: Das wird irgendwann einmal ein gewisses Maß an Selbstverständlichkeit erreichen,
Jürgen: dass wir so eine Frage nicht mehr in einem Podcast verarbeiten müssen.
Jürgen: Aber das wird noch ein bisschen dauern.
Willy: Oder ihr macht irgendwann einmal die pinke Kreativhaube und da hat es zumindest
Willy: einmal im Kleinen in der Umwelt taubelt.
Willy: Ich war letztes Jahr bei einer Veranstaltung, wo ich einen Live-Podcast gemacht
Willy: habe und dort war ein Wissenschaftler aus, ich glaube aus Oberösterreich,
Willy: sicher war es in Oberösterreich, der hat eine digitale Nase gehabt.
Willy: Das wäre vor der Sitzung. Kennst du das? Ja, ich kenne das.
Willy: KI, digitale Nase, es gibt schon KIs, die Proteine konstruieren etc.
Willy: wenn es wirklich um eine objektive Beurteilung der Produkte,
Willy: der Qualität und von mir aus auch der Design, weil Design-KI es gibt ja genug,
Willy: fast schon mehr wie sonst ist das eine Konkurrenz für euch?
Willy: Dass ich wirklich sage, ich koche das jetzt das Menü, ich weiß nicht wann der
Willy: kommt mit seiner KI, die steht dann drüber und die schaut dann drauf und die
Willy: verkostet es dann ist da ein Risiko da?
Willy: Dass quasi dass es eine Universal-KI zur Produktbewertung gibt und würde euch
Willy: das ersetzen oder würde es dann quasi einen Platz neben euch kriegen?
Willy: Ich frage es mich jetzt gerade, dass es dir eingefallen ist,
Willy: aber ist es nicht ganz blöd?
Jürgen: Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil.
Willy: Ich hätte mir gerade gesagt, dass es mir vorgegelt, weil es ein bisschen arrogant ist.
Jürgen: Nein, gar nicht.
Willy: Das wird das Subjektproblem lösen.
Jürgen: Jetzt haben wir in der Philosophie. Ich glaube, dass es...
Jürgen: Ich glaube, dass eine Verkost-KI die Gerichte, Weine, was auch immer, bewertet,
Jürgen: in der umgekehrten Reihenfolge. Ich glaube, dass KI bei Weinbewertungen gibt
Jürgen: es ja schon relativ, also das gibt es ja schon, das ist ja irgendwie etabliert.
Jürgen: Etabliert ist es nicht, aber es gibt schon länger und es wird darüber diskutiert.
Jürgen: Destillat genauso. Ein Gericht ist vermutlich im Moment noch eine Spur zu komplex,
Jürgen: aber ich bin mir sicher, das ist eine Frage der Zeit.
Jürgen: Ich bin jetzt ein bisschen entspannt, weil ich mir denke.
Willy: Du bekommst das Pensionsargument.
Jürgen: Ich betriffe es nicht mehr.
Willy: So darfst du mir diese Frage nicht umschiffen. Geht mir nichts an.
Willy: Nehmen wir mal an die KI-Cons. und wenn es wer kann, dann kann man sicher davon
Willy: ausgehen, dass wer tut, also haben wir jetzt logisch hergelegt,
Willy: dass sowieso kommen wird, was wird dann deiner Meinung nach passieren?
Willy: Oder holt jetzt die Rettung des Objektes wieder die Subjektivität her rein?
Willy: Dass das dann der entscheidende Faktor ist, weil das ist das einzige Argument,
Willy: was noch bleibt, ist, dass man sagt, okay, aber dann geht es doch eigentlich
Willy: um dieses Menschliche, das Subjektive, was dann quasi ist.
Jürgen: Ich überlege mir jetzt die ganze Zeit, wir produzieren für Leserinnen Leser, die gerne essen gehen.
Jürgen: Wenn irgendwann einmal eine Technologie da ist, die unsere Testbesuche obsolet
Jürgen: macht, weil, keine Ahnung, du schickst ein Gericht ein oder schickst ein Rezept
Jürgen: ein oder schickst einen Roboter hin, egal, wurscht, was auch immer.
Jürgen: Und das Ergebnis ist wirklich vergleichbar. Also jetzt, wenn man sagt,
Jürgen: okay, es gibt einen Tester, der schreibt über das und dann gibt es eine KI,
Jürgen: die erstellt einen Text über das Ding.
Jürgen: Dann wird es über kurz oder lang,
Jürgen: eine Challenge geben. Da bin ich mir sicher.
Jürgen: Dass es dann auch die Ersten geben wird, die das auch verwenden.
Willy: Vielleicht gibt es eine KI-Score dann oder so.
Jürgen: Ja, so könnte man es einmal anfangen.
Jürgen: Aber da bin ich wieder beim Stil. Für mich lebt Gourmet oder das,
Jürgen: was Gourmet ausmacht, sind die Erlebnisse, die Texte.
Jürgen: Gut, jetzt kann ich natürlich die KI füttern und kann sagen,
Jürgen: das sind die Stichworte, das sehe ich gerne drinnen.
Jürgen: Aber trotzdem, es ist im Prinzip eine Gesandung, das ist eine Kurzreportage
Jürgen: über das, was ich dort erlebt habe.
Jürgen: Und wenn es mir gelingt, das im Text klar zu machen und einen emotionalen State
Jürgen: zu entwickeln und das ist das, was der KI momentan überhaupt nicht gelingt.
Willy: Ja, wir reden immer von momentan nicht, aber dann sagen wir nichts,
Willy: aber in fünf Jahren dann.
Willy: Wir sind ja schon in der Zukunftssektion. Wir reden ja über die Zukunft, über die Nahe.
Jürgen: Meine beiden Kinder haben ja einen Christkindbrief mit Karriere gestellt.
Willy: Was? Nachseite?
Jürgen: Drei Viertel Seiten. Liebes Christkind. Ernsthaft? Ernsthaft und beide gleichzeitig. Warum?
Willy: Da geht es ja um die Formulierung eigener Wünsche.
Jürgen: Die ist als Liste unten dran. Das ist dann reformuliert.
Willy: Achso, das ist die Überzeugungsrede.
Jürgen: Das ist die Vorrede. Das ist sozusagen die erste Seite.
Willy: Die konkreten Produkte, das haben sie dann schon selber noch.
Jürgen: Die stehen. Genau.
Willy: Okay, das war jetzt eine Metapher auf das, was du eigentlich zu meiner Frage sagen wolltest.
Jürgen: Es kommt noch was auf uns zu. Ich kann es nicht sagen.
Jürgen: Ich bin ja vom Thema relativ weit weg. Ich selber nutze KI in genau einer Hinsicht.
Jürgen: Ich mache relativ viele Interviews.
Jürgen: Ich nehme sie auf und die KI transkribiert mir das. Das ist so dermaßen lästig.
Jürgen: Ich denke, ich hoffe, dass ich früher an einem Transkript gesessen bin.
Willy: Unser Gespräch jetzt zu transkrippieren?
Jürgen: Ja. Das sind fast vier Stunden, dreieinhalb Stunden.
Willy: Ich mache zwei Teile daraus, zweimal zwei.
Jürgen: Okay.
Willy: Ich habe das schon vor einer Stunde entschieden, dass ich zwei Teile daraus
Willy: mache, deswegen war ich ja zu entspannt mit den drei Stunden.
Willy: Nein, aber ich habe mir das jetzt wieder überlegt, weil jetzt ist ein kleiner
Willy: Schwenker, aber ich kriege oft die Kritik, dass das Format zu lang ist,
Willy: ich soll es kürzer machen.
Willy: Und ich denke mir immer, Eigentlich, nein, scheiß drauf, ich mache es länger.
Willy: Weil wir haben jetzt so viel gelernt, also ich habe jetzt so viel gelernt, du hast das gar nicht.
Jürgen: Nein, das war ein total lässiges Gespräch.
Willy: Aber mein Gott, dann horcht das halt nicht, wenn es euch zu lang ist,
Willy: ist mir jetzt ehrlich gesagt scheißegal.
Willy: Das muss man jetzt auch mal so deutlich sagen. Es gibt jede Aha-Momente,
Willy: die machen wir vielleicht auch noch, aber das ist mir jetzt so wurscht.
Willy: Mir hat das jetzt getaugt, die Abschlussfragen, das konnte ich dann noch 10
Willy: fragen, aber das mache ich jetzt nicht.
Willy: Wir haben ja noch ein bisschen was zum Trinken. Du könntest dabei einfach irgendwas,
Willy: was, ich habe mir gedacht, mit deinen Kosten, ich habe ja für die zwei Weine,
Willy: aber den anderen habe ich gekauft, weil er halbwegs teuer war,
Willy: deswegen würde ich den nicht kaufen, das war die Preiskomponente,
Willy: das andere war, weil es ein Rotwein ist, weil ich keine Zeit mehr gehabt habe,
Willy: dass ich ihn in den Kühlschrank stelle, und das dritte war, der Name hat mir
Willy: gefallen, und das Etikett ist schön.
Jürgen: Das ist eigentlich?
Willy: Nein, das Etikett ist nicht schön. Aber das habe ich deswegen gekauft,
Willy: weil ihr ja quasi jetzt gerade einen Trend beschrieben habt oder letztes Jahr
Willy: schon, dass die ganzen Weine, jetzt ist dein Gesicht, jetzt irgendwie alkoholfreie Weine sind.
Willy: Das war die teuerste Flasche. Saut euch, ich weiß echt nicht,
Willy: was ich davon halten soll. Ich weiß echt nicht, was ich damit da soll.
Willy: Eigentlich habe ich es als Gag gekauft. Das ist ein teurer Gag.
Willy: Nein, ist überhaupt nichts mehr teuer bei den Flaschen.
Willy: Genau, irgendwas wollte man aufmachen.
Willy: Aber wie stehst du zu alkoholfreien Wein?
Jürgen: Ja, für mich ist es ein Drama. Ich weiß, dass der Trend alkoholfrei und sober
Jürgen: free of, dass das ein Thema ist. Ich finde es auch gut.
Jürgen: Aber ich finde alles andere,
Jürgen: was entalkoholisiert oder alkoholfrei angeboten wird, besser als alkoholfreien Wein.
Jürgen: Es gibt so lässige alkoholfreie Spiritosen.
Jürgen: Es gibt im Fermentationsbereich, im Teebereich, also unfassbar viel.
Jürgen: Aber die entalkoholisierten Leinen sind echt ein Challenge. Also es gibt schon
Jürgen: den einen oder anderen Guten, aber man muss lang suchen.
Willy: Deswegen hast du ja die Hand auf dem Alkohol.
Jürgen: Ja, ich würde eher den, also wenn ich, ja, ich trinke ja nicht viel.
Jürgen: das ist vielleicht überraschend oder spricht ein bisschen gegen das was ich zuerst gesagt habe.
Willy: Du trinkst halt nicht viel
Jürgen: Also Alkohol,
Jürgen: das ist wirklich überschaubar ich spuck der Heim nicht aus also wenn.
Willy: Ich der Heim auf
Jürgen: Lachen ausmache oder auch wenn ich jetzt.
Willy: Sind es auf der Weinmütze ganz schräg
Jürgen: Ich habe es gespuckt Ja, aber wenn ich für Kommio essen gehe,
Jürgen: ich trinke das wahrscheinlich gern Wein. Also hallo.
Jürgen: Aber das ist es dann auch. Also ich bin kein Mensch, der in den Bar geht.
Jürgen: Ich trinke daheim fast keinen Alkohol. Also ich kann selten.
Jürgen: Ich habe manchmal Kollegen gefragt, wie machst du das mit einem Auszeitmonat?
Jürgen: Das Thema habe ich nicht.
Jürgen: Ich mache keinen Auszeitmonat. Ich habe oft einen unsreifeligen Auszeitmonat,
Jürgen: wo ich dann im Nachhinein draufkomme, ups, da war ja gar nichts. Ähm...
Jürgen: Das war nicht immer so, aber es war auch keine bewusste Entscheidung.
Jürgen: Also das ist einfach entstanden.
Willy: Ja, das ist halt so die educated, elevated Position, wo man dann,
Willy: glaube ich, aus meiner Sicht denken, war das auf den ganzen Tag.
Willy: Aber das sind halt diese Geschichten, die werden halt so rein projiziert.
Willy: Die haben wir, glaube ich, auch oft nicht besser, dass man sich das denkt,
Willy: weil man weiß ja einfach oft nicht besser.
Willy: Und wenn ich jetzt einen Menschen, wie oft wirst du den Satz sehen,
Willy: du hast den schönsten Job der Welt. Ich habe eingeleitet damit,
Jürgen: Oder? Ja, wie soll ich sagen, ich kann es nicht sagen, weil ich die anderen nicht kenne.
Jürgen: Ich mag meinen Job, ich würde gerne bleiben.
Willy: Du hörst das oft,
Jürgen: Oder? Ich würde nicht mehr wechseln. Ich höre das oft, Traum,
Jürgen: Traum, Traumjob. Ja, passt, eher ein bisschen.
Jürgen: Ich meine, ich bin halt auch viel unterwegs. Also es hat alles seine...
Willy: Vorder- und Hinterteil.
Jürgen: Genau, seine zwei Seiten. Trotzdem in Summe überwiegt das Lässige.
Willy: In meinem Juba war.
Jürgen: Ja, das denke ich. Wenn du irgendwas mit Leidenschaft oder mit Liebe machst,
Jürgen: warum sollst du dann denken zu wechseln?
Willy: Da hast du diese Gespräche, die gehen immer teilweise zu mir.
Jürgen: Natürlich, und dann dauern sie auch noch vier Stunden.
Willy: Aber das habe ich gemeint, es wird einfach viel in einem so einprojiziert.
Willy: Ich glaube, es ist meistens ein bestgemeintes Vorurteil, aber es gehört bei
Willy: Gelegenheit, dann ist es auch nicht schlecht, wenn man es aufklärt.
Jürgen: Unfassbar, 3 Stunden 43.
Willy: 3 Stunden 43. Ich stelle dir jetzt
Willy: die letzten Fragen, dabei kannst du die Flasche deiner Wahl aufmachen.
Jürgen: Das ist wie Herr der Ring.
Willy: Und dann zum Abschluss, da sind die passenden Glas, die sind natürlich nicht
Willy: hochpoliert und sonst nichts.
Jürgen: Ich nehme das Fuhrkassel rüber, wie wir in Wien gewohnt haben,
Jürgen: war das unser nächster Heiriger.
Willy: Wirklich?
Jürgen: Ja.
Willy: War ich nicht ganz daneben?
Jürgen: Das ist genau richtig.
Willy: Alles klar, da bin ich beruhigt. Gut, Abschlussfragen.
Willy: In einer utopischen Welt, in der du alles machen könntest und ändern könntest,
Willy: was du willst, was würdest du in unserem Lebensmittelsystem ändern?
Jürgen: Ich würde mal auf alle Fälle mit der Herkunftsgenzeichnung in der Gastronomie
Jürgen: anfangen, die halte ich für absolut wesentlich.
Jürgen: Ja, das ist ein eigenes Thema.
Willy: Jetzt kommt der Pammer. Mach den Ecke-Ding auf. Nach drei Stunden 44. Jetzt ist es soweit.
Willy: Ich bin... Ach Gott, wieso bringst du den jetzt?
Jürgen: Weil du gesagt hast... In einer utopischen Welt. In einer utopischen Welt kann
Jürgen: ich machen, was ich will.
Jürgen: Ich halte das für wesentlich. Ich habe da schon einmal witzigerweise mit Leuten
Jürgen: gestritten und habe genau die gegenteilige Position eingenommen.
Jürgen: Aber eher so aus einem Antrieb Advocatus Diaboli heraus.
Jürgen: Ich halte das schon für wichtig, weil...
Jürgen: Wie soll ich sagen, es ist eine Frage der Wertschätzung.
Jürgen: Es geht mir gar nicht so sehr um die Information der Kundinnen und Kunden oder Gäste.
Jürgen: Es geht mir eher darum, wer das macht, hat ganz offensichtlich ein Herz,
Jürgen: ein kulinarisches Herz und einen bestimmten Zugang.
Jürgen: und die, die das machen, haben das sowieso und die, die das noch nicht machen,
Jürgen: könnten wir mit einer entsprechenden Verpflichtung noch hinbringen und von denen, die das dann sozusagen,
Jürgen: durch Vorschrift machen, wird es einige geben, bei denen sich was verändert und davon gehe ich aus.
Jürgen: Ich habe zum Beispiel entdeckt.
Jürgen: Es haben viele Weinbaubetriebe so um zwischen 2010 und 2012 herum auf Bio umgestellt.
Jürgen: Und da war am Anfang die Diskussion, es ist nur wegen Marketing und weil es
Jürgen: halt gerade innen ist und,
Jürgen: wenn du dann aber die Betriebe über ein bisschen längere Zeit beobachtet hast
Jürgen: und hast du gesehen, dass die wieder Bauern werden,
Jürgen: dass die wieder einen Bezug zu ihrem Boden kriegen und einfach ganz anders über
Jürgen: das Thema Winzer sein reden und genau das gleiche wünsche ich mir im Lebensmittelbereich.
Jürgen: Und wenn man da ein bisschen nachholfen kann, dann hilft man halt noch.
Jürgen: Es geht darum, dass,
Jürgen: man bei den Multiplikatoren, bei den Wirten, bei den Köchinnen und Köchen wieder
Jürgen: ein gewisses Maß an Flächendeck in der Wertschätzung wird.
Jürgen: Wenn wir da über eine bestimmte Zielgruppe im Gastro-Bereich reden, die haben das eh.
Jürgen: Da mache ich mir beim Thema Herkunftsgenzeichen keine Gedanken,
Jürgen: aber es geht um die Fläche. Es geht einfach.
Jürgen: Wir können Österreich als kulinarische Destination positionieren.
Jürgen: Das funktioniert aber nur, wenn in der Fläche mehr passiert.
Willy: Das war, glaube ich, auch eine Frage, die so ähnlich auch an die Döllerer gefragt
Willy: habe und würde auch an jeden anderen fragen.
Willy: Da habe ich es gefragt, weiß ich nicht, aber zumindest theoretisch Alpin gesehen ist es super.
Willy: Wie bringe ich denn so ein Konzept, wie bringe ich denn diese Formel 1,
Willy: die da immer da ist, quasi in die Masse, in den Supermarkt, sodass ich quasi einen Hebel habe.
Willy: und ich weiß jetzt nicht mehr, was der Antwort war, es war eine gute Antwort,
Willy: es war nicht, ja, das geht schon irgendwie, sondern das hat eine Vorbildfunktion,
Willy: das hat so eine Leuchtturmfunktion, die halt ausstrahlt, glaube ich,
Willy: aber so die schlüssige Antwort, welche Konzepte, wie haben wir die wirklich
Willy: so, dass im Supermarkt in der Menge dann das andere Produkt drin liegt, ohne dass der Markt Ja,
Jürgen: Das ist schwierig, ich habe jetzt immer nur von der Gastronomie geredet,
Jürgen: ja, im LEH ist es nur mal was anderes.
Willy: Ja, da ist es glaube ich im LEH, aber in der breiten Gastronomie kommt ja im
Willy: Endeffekt von der Frage her das gleiche raus.
Jürgen: Ja, genau.
Willy: Ob utopische Welt. Aber da würdest du sagen, ist eine verpflichtende oder eine
Willy: Herkunftskennzeichnung ein guter Weg. Gut.
Jürgen: Da bin ich überzeugt.
Willy: Schön. Also schön, wenn du das so siehst. Ich bin ja der neutrale Moderator.
Willy: der Moderatus der Wolle. Moderatus der Wolle.
Willy: Auf deiner Bucketlist, ganz oben.
Jürgen: Ist das die Liste, wo ich hin muss, wo ich hin will, was ich noch zum Essen
Jürgen: haben kann, was ich noch trinken will?
Willy: Die totale Bucketlist.
Jürgen: Total.
Willy: Was ist ganz oben? Was ist das, was in deinem Leben vor deiner Hängers-Mahlzeit quasi
Willy: noch machen Nicht unbedingt.
Jürgen: Entweder mit dem Zug von, keine Ahnung, Paris nach Baking, oder in der Nähe.
Willy: Bis zum nächsten Mal.
Jürgen: Oder mit einem Frachtensegler über den Atlantik.
Willy: Also weiterhin reisen, obwohl du so viel unterwegs bist.
Jürgen: Das ist anders.
Jürgen: Gehst du nicht vom, was ist das, Hader privat? Da war ich noch nicht.
Willy: Da muss ich hin. Und bohr drauf.
Willy: Ich liebe es.
Willy: Übrigens, Josef Hader, leider den Termin absagen müssen, wenn wir schon mehr
Willy: oder weniger was gehabt hätten. Aber er hat gesagt, er kommt im Podcast und
Willy: ich nehme dich beim Wort. Und unsere Agentin.
Jürgen: Ja, und fahrt auf.
Willy: Genau. Ein bisschen was anderes. Wunderbar. Ich will gar nicht aufhören.
Willy: Wenn du dann jetzt hast, wahrscheinlich noch aus der Lebenswarte 110,
Willy: 115, weil du dich gesund ernährst und viel gut ist.
Jürgen: Ich will mich gesund ernähr.
Willy: Also waren es in 50 Jahren. Generell, waren es halt irgendwann wenn einmal diese
Willy: Welt für immer verlässt.
Willy: Und was wollen in deinem Nachhof stehen? Was sollen die Leute?
Jürgen: Dass ich die Frage heute kriege, finde ich extrem schräg.
Jürgen: Wir haben vor ein paar Tagen Weihnachtsfeier gehabt und die ist traditionell
Jürgen: immer verbunden mit Psychofragen.
Jürgen: Also mit Fragen, die sagen, ja.
Willy: Willi hat die Gruppe verlassen.
Willy: Sei doch Psycho.
Jürgen: Nein, ich habe gesagt, ich fange an.
Jürgen: Und dann war die erste Frage wirklich, ich habe eine Zahl sagen müssen.
Jürgen: Ich habe 23 gesagt, weil das einfach eine wichtige Zahl für mich ist.
Jürgen: Und das war dann die Frage an deinem Grab.
Jürgen: Was sollten die Leute dann über dich erzählen? Im Prinzip das Gleiche.
Willy: 23.
Jürgen: Ich habe versucht, bei der Frage damals habe ich versucht, mich irgendwie rauszuschummeln.
Jürgen: Ich habe gesagt, erstens, ich will keine Grabreden haben, weil das ist mir alles zu traurig.
Jürgen: Ich will ein lustiges Begräbnis haben. Ich will, dass die Leute ganz einen bestimmten Wein trinken.
Jürgen: Chateau de Cam 1967, mein Geburtsjahr.
Willy: Gibt es nur noch genug Flaschen?
Jürgen: Es gibt ein paar. Ich habe das auch schon gekostet, Gott sei Dank.
Jürgen: Aber irgendwie brauche ich das nur einmal.
Jürgen: und das wollen wir ins Grabe nicht laden das auf Flaschen das muss nicht sein
Jürgen: nach der Flaschen nicht.
Willy: Dass die Ausgranabe in 100 Jahren da
Jürgen: Liegt nur auf Flaschen und.
Willy: Du musst echt aufpassen was du wünschst sehr schön
Jürgen: Aber sie haben es nicht gelten lassen und gesagt, ich umschiffe die eigentliche Frage damit.
Jürgen: Und es ist dann auch nicht wirklich was eingefallen.
Jürgen: Also damals,
Jürgen: bin ich vor 20 Leuten gestanden oder gesessen. 3 Millionen, wie viel ich gesagt habe?
Willy: Ja, das schwankt so zwischen 2 Millionen und 14 Millionen pro Tag. Manchmal in der Minute.
Jürgen: Nein, ich will schon, ich will, dass das, also das meine ich schon ernst,
Jürgen: bei meinem Gräbnis sollten die Leute schon eher Spaß haben, mir ist schon klar,
Jürgen: dass das für die, die bleiben, nicht so easy oder nicht so einfach ist,
Jürgen: aber das steht mir klein.
Jürgen: Ich habe schon meiner Frau mir gesagt, ich fände das total lustig,
Jürgen: wenn man das, da gibt es ja diesen das RIP.
Willy: Was oft die Verlust schreibt,
Jürgen: Ja genau, ich fände es total lustig, wenn da RIP steht, aber im Stein gemeißelt,
Jürgen: nicht, dass er durchstrichen ist und der V drüber steht.
Jürgen: Da werde ich mich nicht durchsetzen. Wirst du nicht durchsetzen? Ja, eher nicht.
Jürgen: Aber es geht um Spaß am Leben und wenn es irgendjemanden gibt,
Jürgen: der dann über mich redet, dann wäre mir das schon wichtig, dass das erkannt wird.
Willy: Bei deinem Tod geht es um Spaß am Leben.
Jürgen: Für mich ist es vorbei.
Willy: Ja,
Willy: harten Spass.
Willy: Ja, schön.
Willy: Letzte,
Willy: ein Witz, ein Spruch, ein Zitat oder so? Nein, Blödsinn, die muss ich fragen,
Willy: wenn ich die da habe, dann fragen Sie, wie ich deppert bin. Was ist in deinem Kühlschrank?
Willy: Den muss ich auspacken. Was finde ich in deinem Kühlschrank?
Jürgen: In dem im Kammerl oder in dem in der Küche?
Willy: Die nächste Frage. Am liebsten habe ich, nein, wir haben ein Kühenhaus.
Willy: Super, stehe ich auch drauf auf die Antwort.
Jürgen: Das ist relativ einfach, ich nehme jetzt einmal den in der Küche da schauen
Jürgen: wir am öftesten rein da ist immer Unmengen an Käse drin von unten nach oben,
Jürgen: in auf der ich versuche jetzt gerade das Bild, wie es momentan ausschaut du.
Willy: Schaust gerade in deinen
Jürgen: Küche an ja genau,
Jürgen: ein relativ großer Bund Schnittlauch. Nein, Schnittlauch.
Willy: Jungzübel?
Jürgen: Die sind weiter hinten. Ich habe gerade das Bild.
Jürgen: Egal. In der untersten Laut ist Gemüse.
Jürgen: Tomaten ohne Ende. Paradeiser.
Willy: Was heißt Tomaten oder Paradeiser?
Jürgen: Ich sage Paradeiser, weil ich aus dem Leben bin.
Willy: Du hast ein bisschen das Problem, dass du jetzt wieder Ost-West-Konflikt hast. das ist ja
Jürgen: Im oberen im oberen drittel stehen unmengen an gläsern von von fermenten von,
Jürgen: estragon von marmeladen die selber eingekocht habe,
Jürgen: Es ist immer viel Joghurt eingekühlt, es ist immer eine Flasche Wein eingekühlt,
Jürgen: im anderen Kühlschrank ist es dann immer ein bisschen mehr.
Willy: Ist der Weinkühlschrank dann an,
Jürgen: Oder? Nein, es ist nicht der Weinkühlschrank, es ist dann eher der Aufbewahrungs-
Jürgen: oder der Lagerkühlschrank.
Jürgen: Da ist der Wein, da ist das Bier, da ist der Schaumwein, das schon,
Jürgen: aber da sind auch die Milchpacklinge.
Willy: Also das ist der Vorkühlschrank, bevor es in den Hauptkühlschrank kommt,
Willy: ist das der Vorkühlschrank? Das Konzept habe ich auch noch nie in meinem Leben
Willy: gehört, aber es klingt total logisch jetzt, was du sagst.
Jürgen: Das haben wir nie so gesehen und das war nie so geplant.
Willy: Du hast nur jetzt gesagt.
Jürgen: Wir sind in die Wohnung einzogen. Ja, nein, es ergibt sich dann irgendwie so.
Jürgen: Wir sind in die Wohnung einzogen und haben beim Einzelnen den Kühlschrank mit
Jürgen: übernommen, obwohl wir einen eigenen gehabt haben. Und somit haben wir zwei.
Willy: Wir haben ein Herz für Kühlschränke.
Jürgen: Wir haben ein Herz für Kühlschränke, ja. Der Küchenkühlschrank,
Jürgen: von dem ich gerade gesprochen habe, der gibt eh gerade den Geist ein bisschen auf.
Willy: Oh.
Jürgen: Ja.
Willy: Schaut, wenn es heute schon geht.
Jürgen: Ich überlege, was ich sage, wenn es dann wirklich geht. Was soll man von ihm sagen?
Willy: Was soll man sagen, wenn du da stehst, nicht?
Willy: Okay, gut.
Jürgen: Passt du.
Willy: Witz, Spruch,
Willy: die Tat, wurscht was, mit was schickst du uns jetzt heim, was ist da besonders wichtig?
Jürgen: Hätte, ich muss das sein. Noch exakt drei Stunden und 57 Minuten.
Willy: Es ist immer noch gesagt irgendeiner Zeit.
Jürgen: Ich bin kein Zitatenmensch und da gibt es schon gar nicht. Das lass mich kurz überlegen.
Willy: Lass dir drei Minuten Zeit, dann hätten wir vier voll.
Willy: Ich glaube, das ist der Schlagwetter wirklich.
Jürgen: In der Ofen, um das dann die Leute aussteigen.
Willy: Nein, das passt halt. Das lassen wir. Das ist knapp daneben und dann habe ich
Willy: einen Anreiz, dass der nächste dann vier Stunden dauert.
Willy: Drohung an die Fans.
Jürgen: Das ist das peinlichste. Und du schneidest ja die Stille nicht aus.
Willy: Nein, das ist das Schönste.
Jürgen: Ja, wunderbar.
Willy: Die Pause zwischen den Gängen ist ja auch eine total schöne Zeit, oder?
Jürgen: Ja, aber da bin ich für mich und da erwartet keiner von mir,
Jürgen: dass ich jetzt an irgendeinen Hauer rauslasse.
Willy: Ich erwarte gar nichts von dir.
Jürgen: Du hast gesagt, Witz, Witz finde ich überhaupt ganz schlimm.
Willy: Ich habe da immer eins dabei, aber ganz für dich.
Jürgen: Mir ist ein Spruch in Erinnerung,
Jürgen: der auf der Rückseite von einem Buch war, das ich in meiner Zeit als Berater
Jürgen: mit sehr viel Freude gelesen habe.
Jürgen: Ich glaube, es war ein Watzlerbick-Buch. Klar, er schließt sich der Kreis mit.
Jürgen: Ja, und es steht so ein Gespräch zwischen dem Vater und dem Sohn.
Jürgen: Und der Sohn fragt den Vater immer wieder bestimmte Dinge, die halt allgemein
Jürgen: Wissen betreffen. So, wer hat dies erfunden, wer hat jedes erfunden.
Jürgen: Und dann kommt es irgendwann einmal auf die Dampfmaschine und fragt er,
Jürgen: wer die Dampfmaschine erfunden hat. Und dann sagt der Vater, das war James Watt.
Jürgen: Und dann sagt der Bub, sind Väter eigentlich immer klüger als ihre Kinder?
Jürgen: Und der Vater sagt, ja, das ist in der Regel schon so. Und dann sagt er,
Jürgen: boah, und wieso hat dann nicht der Vater von James Watt die Tampfmaschine erfunden?
Willy: Geil.
Jürgen: Das ist der Spruch, das ist auf der Rückseite von einem Buch.
Jürgen: Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob es ein Watzel war. Aber es ist eins von diesen.
Jürgen: So geht man nicht aus dem Kopf.
Willy: Ich bedanke mich recht herzlich für deine Zeit und all das Wissen.
Willy: Wir stoßen jetzt genau auf
Jürgen: Die Stunde vier an. Das ist wie Silvester. Zwei, drei, drei.
Willy: Danke für die ersten vier Stunden. Danke für deine Zeit. Es war wunderbar.
Willy: Wir verabschieden uns jetzt vom Herrn Schmücking und gehen in die Nacht.
Jürgen: Kommt's gut an.
Music: Music
