Folge Nr: 189
Ahaa! – Was bedeutet Bio in der Schweinehaltung?
... erklärt vom Schweinebauern Andreas Maurer (Wien)
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Über die Folge:
Wir waren mit unserem Podcast auch schon in Folge 70 zu Gast bei Andi und seine Mama Regina.
INFOS ZUR FOLGE
Biohof Maurer
www.biohof-maurer.at
Bio-Verordnung
eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32018R0848
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!
Transcript - Ahaa! – Was bedeutet Bio in der Schweinehaltung?
Einleitung: Grüß euch. In dieser Ausgabe der Aha-Momente erklärt uns der Wiener Schweinebauer Andreas Maurer,
Einleitung: was Bio in der Schweinehaltung bedeutet, was Bio nicht bedeutet und wo die Unterschiede
Einleitung: zur konventionellen Schweinehaltung liegen.
Einleitung: Der Andi betreibt zusammen mit seiner Familie den Biohof Maurer in Wien-Floridsdorf,
Einleitung: das ist der 21. Bezirk. Wir haben den Andi und seine Mama, die Regina,
Einleitung: schon auf ihrem Hof besucht und ihr könnt die beiden in einer unserer längeren
Einleitung: Podcast-Folgen kennenlernen.
Einleitung: Möge der Aha-Moment mit euch sein.
Ahaa: Ja, was bedeutet Bio in der Schweinehaltung? Bio bedeutet vor allem für mich,
Ahaa: dass die Schweine wesentlich mehr Platz haben.
Ahaa: Laut Bio-Standard quasi, mindestens dreimal so viel Platz und ganz ganz wichtig,
Ahaa: alle Schweine können jeden Tag die Sonne sehen, sage ich immer ganz gerne.
Ahaa: Das heißt, alle Schweine haben jederzeit Zugang zu einem Außenklimabereich,
Ahaa: also einem Auslauf, der eben auch direkt an der frischen Luft ist.
Ahaa: Dann eben auch noch ganz wichtig, was bedeutet Bio?
Ahaa: Es ist genauso nur Bio-Futter erlaubt, natürlich ganz wichtig.
Ahaa: Alle Schweine bekommen auf jeden Fall gentechnikfreies Bio-Futter.
Ahaa: Das ist bei Bio immer so. Da darf niemals Gentechnik mit dabei sein.
Ahaa: Dann ist auch noch ganz wichtig, es gibt auch die Vorschrift in der biologischen Schweinehaltung,
Ahaa: dass die Ferkel, die ja dann kastriert werden,
Ahaa: alle männlichen Ferkel werden kastriert, damit sie sich nicht mit den anderen Sauen,
Ahaa: mit denen sie quasi aufwachsen, paaren können und dass dann eben nicht eine
Ahaa: Sau kurz vor der Schlachtung dann hochträchtig wäre. Das wäre im Endeffekt...
Ahaa: Eine Katastrophe, da dabei natürlich, da die Schweine mit ihren Geschwistern
Ahaa: gemeinsam gehalten werden, auch noch Inzucht entstehen kann.
Ahaa: Deshalb werden die kastriert und die Kastration ist im Endeffekt ein operativer Eingriff beim Schwein,
Ahaa: bei dem eben dann die Hoden entfernt werden und die darf in der biologischen
Ahaa: Haltung seit einigen Jahren glücklicherweise nur unter Vollnarkose passieren.
Ahaa: Das ist eben Vorschrift in der biologischen Schweinehaltung und finde ich auch ganz ganz wichtig,
Ahaa: da sonst eben das ein sehr sehr heftiger und für die Schweine sehr schmerzvoller
Ahaa: Eingriff ist und es ist eine Operation und dabei gehört auf jeden Fall eine Vollnarkose dazu.
Ahaa: Ja, was ist auch noch ganz wichtig, im Bio-Bereich dürfen ebenfalls keine Schwänze
Ahaa: kopiert werden und auch keine Zähne geschliffen werden.
Ahaa: Dabei geht man quasi den anderen Weg, dass nicht das Problem bekämpft wird,
Ahaa: dass sich die Schweine gegenseitig beißen aus Langeweile, sondern man versucht
Ahaa: prinzipiell bei den Schweinen gar keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Ahaa: Und da ist eben auch ganz ganz wichtig, dass die Schweine, und das ist auch
Ahaa: eine weitere Vorschrift in der Biolandwirtschaft, immer eine Stroheinstreu haben.
Ahaa: Es muss nicht auf der ganzen Fläche sein, wir machen das eben,
Ahaa: wir machen das definitiv da auf der ganzen Fläche, es muss es aber nicht,
Ahaa: aber ja, es ist immer eine Stroheinstreu vorgeschrieben in der biologischen
Ahaa: Tierhaltung und dadurch haben die Tiere immer auch Beschäftigungsmaterial und
Ahaa: eine Möglichkeit sich zu beschäftigen.
Ahaa: Was auch noch ganz wichtig ist, ist, dass die Sauen bei der Geburt ihrer Ferkel
Ahaa: nicht fixiert werden dürfen und ebenfalls nachher auch nicht.
Ahaa: Also die Sauen dürfen niemals fixiert werden, was in der konventionellen Haltung noch immer erlaubt ist.
Ahaa: Ja, was bedeutet Bio nicht? Da fällt mir jetzt im Prinzip nur die Schlachtung ein.
Ahaa: In der Schlachtung selbst wird nicht unterschieden zwischen Biotieren und konventionellen Tieren.
Ahaa: Also in der Schlachtung selbst gibt es keine extra Regeln für Biotiere,
Ahaa: was ich im Prinzip schade finde, da auf Großschlachthöfen noch immer die CO2-Betäubung
Ahaa: erlaubt ist und die meiner Meinung nach verboten gehört, weil es definitiv Tierquälerei ist.
Ahaa: Ja und das wäre im Prinzip toll, wenn das auch Bio in der Bio-Schweinehaltung
Ahaa: verboten werden würde, ist es leider nicht.
Ahaa: Und deshalb ist Bio eben nicht, dass es keine alternative Schlachtung gibt.
Ahaa: Finde ich sehr schade. Ich hoffe es wird irgendwann auch angepasst.
Ahaa: Ja, wo liegen die wichtigsten Unterschiede zur konventionellen Haltung?
Ahaa: Ich glaube, das habe ich jetzt eh schon vorher aufgezählt, aber noch mal zur Wiederholung.
Ahaa: Eben, die Schweine haben dreimal so viel Platz. Sie bekommen reines Bio- und
Ahaa: dadurch natürlich gentechnikfreies Futter.
Ahaa: Ja, sie dürfen auch keine Antibiotika im Voraus bekommen.
Ahaa: In geringeren Dosierungen, damit die Schweine dann, ja, damit sie eventuell
Ahaa: schon nicht krank werden und so weiter. Also damit erzeugt man einfach Resistenzen,
Ahaa: ist natürlich im Biolandbau auch streng verboten.
Ahaa: Ja, und genau, was gibt es noch?
Ahaa: Ja, wie schon gesagt, eben die Kastration, die nur unter Vollnarkose erfolgen darf.
Ahaa: Und dann genauso, dass eine Fixierung der Sau bei und nach der Geburt nicht erlaubt ist.
Ahaa: Und ebenfalls, dass die Schwänze nicht kopiert, also abgeschnitten werden dürfen
Ahaa: und auch die Zähne nicht zurückgeschliffen werden dürfen.
Ahaa: Das ist auch ganz wichtig. Und wie schon gesagt, Alle Tiere haben jeden Tag
Ahaa: Zugang zur frischen Luft und können sich jeden Tag die Sonne anschauen.
