Folge Nr: 114
B2P70 Bio-Schweinehaltung in Wien – Biohof Maurer
von der Landwirtschaft in der Stadt und vielen anderen Bauernhofdingen
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transcript - B2P70 Bio-Schweinehaltung in Wien – Biohof Maurer
Anmoderation: Grüß euch! In dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast waren wir beim Biohof Maurer.
Anmoderation: Das Besondere beim Biohof Maurer ist nicht nur das, was er tut,
Anmoderation: sondern auch das, wo er es tut.
Anmoderation: Und zwar betreibt der Biohof Maurer seine Landwirtschaft, genauer gesagt seine
Anmoderation: Stadtlandwirtschaft, mitten in Wien im 21. Bezirk in der Leopoldau.
Anmoderation: Wenn man vor den Toren des Hofes steht, schaut es aus wie ein ganz normales Haus.
Anmoderation: Wenn man dann durch diese Tore durchschreitet, steht man auf einmal mitten auf
Anmoderation: einer Stadtlandwirtschaft mit Ziegen, mit Schweinemaast und mit Schweineaufzucht
Anmoderation: und mit Hühnern und mit Ackerbau.
Anmoderation: Das alles mitten in Wien. Wie das Ganze funktioniert,
Anmoderation: wie sich dieser Hof entwickelt hat und welche Herausforderungen es auch mit Stadtlandwirtschaft,
Anmoderation: mit Schweinemaast und Schweinezucht gibt, Das haben wir mit dem Andreas und
Anmoderation: seiner Mama, der Regina, besprochen.
Anmoderation: Hoffentlich ist auch dieses Mal wieder viel Neues für euch dabei.
Anmoderation: Viel Spaß beim Reinhören und Quitte.
Andreas: Gut, wir sind eigentlich sehr lieb.
Willy: Schöne einleitende Worte. Das werden wir jetzt dann überprüfen in der neuen
Willy: Folge des Bauer zu der Bibel Podcast. Warte, ich schau nochmal,
Willy: wie ich eingeschaltet habe. Schaut gut aus.
Willy: Ihr hört sich vielleicht schmerzen, weil der Kuchen so gut ist.
Willy: Wir sind jetzt das erste Mal endlich wieder bei echten Menschen zum Podcasten zu Hause eingeladen.
Willy: Nach einer gefüllten Tourstrecke von, glaube ich, fünf Monaten, wo wir jetzt...
Bianca: Drei.
Willy: Du bist Sales, normalerweise müsstest du das übertreiben. Also von drei Monaten
Willy: ohne Podcast und wir freuen uns richtig, dass wir da sind.
Willy: Wir, das ist natürlich wieder mal, ich muss das so sagen, die fulminante,
Willy: imposante, meistens tolerante und irgendwie charmante, Nicht so charmante.
Willy: Kollegin Bianca Blasl aka Melange in Gummistiefeln. Und der Willi.
Bianca: Servus Willi.
Willy: Und wir sind heute zu Gast, und das ist ganz speziell, auf einer Landwirtschaft
Willy: mit sehr vielen Tieren, Acker, vielen Gebäuden etc.
Willy: Und das alles quasi mitten in Wien. Und zwar im 21. Bezirk in der Leopoldau. Und bio!
Bianca: Das hätte sein müssen, gerne!
Willy: Und zwar bei Andreas und bei der Regina Maurer, Biohof Maurer,
Willy: glaube ich, sagt es auch.
Willy: Und wir werden heute ein bisschen reden über euer Bauernsein,
Willy: was alles dazu gehört, was ihr macht und vor allem auch über das Thema Landwirtschaft in der Stadt.
Willy: Wie geht sich das aus? Das ist ein Widerspruch, Landwirtschaft in der Stadt.
Willy: Wir werden heute allem auf den Grunde gehen, würde ich mal sagen.
Bianca: Zur Orientierung. Wir sitzen hier mit Mutter und Sohn, das heißt zwei Generationen
Bianca: Bauern in der Stadt in Wien.
Bianca: Wir würden gerne von euch wissen, weil ja diese Generationen zwischen euch sind,
Bianca: wie seid ihr denn aufgewachsen?
Bianca: Regina, wie war das damals noch bei dir, als du hier in Leopoldau ein Kind warst?
Regina: Ich muss dazu sagen, früher gab es noch viele Bauernhöfe in Leopoldau.
Regina: Jetzt gibt es genau noch fünfe.
Regina: Immerhin noch fünf. Früher waren, also zu ganz früheren Zeiten,
Regina: war am Leopoldauer Platz jedes Haus fast ein Bauernhaus.
Regina: Wie ich ein Kind war, waren es sicher noch 20.
Regina: Jetzt, wie gesagt, sind es 5. Und ich bin noch aufgewachsen mit Tieren,
Regina: damals mit Kühen am Bauernhof.
Regina: Es hat eine spezielle Kuh gegeben, die Flora.
Regina: Von der habe ich nur die Milch getrunken, weil ich habe immer nur von der Flora die Milch gekriegt.
Regina: Wie es dann aufgehört hat mit der Milchwirtschaft in Leopoldau,
Regina: seither trinke ich kein Milch mehr. Warum? Weil mir hat der pasteurisiert,
Regina: der einfach nicht geschmeckt.
Regina: Dann haben wir eher Schweine gehabt und Hühner und so bin ich halt aufgewachsen
Regina: da in Wien am Bauernhof. Und da war es noch viel ländlicher, wie es heute ist.
Willy: Die Straßenbahn ist damals auch noch nicht, bis es bei dir gefahren hat?
Regina: Der Straßenhahn ist bis vor die Tür gefahren, der 17a.
Regina: Der hat genau unten eigentlich vor unserem Haus seine Endstation gehabt.
Regina: Und noch eine lustige Geschichte, meine Mutter hat immer meine Puppen in die
Regina: Fenster gesetzt und da sind die Schaffner vorbeigegangen und haben immer gesagt,
Regina: das sind aber schöne Puppen, die da sitzen.
Regina: Das hat sie mir immer erzählt, ich kann mich nicht daran erinnern.
Regina: Ich weiß leider das Jahr nicht, wie lange der 17a gefahren ist, aber...
Regina: Ist bis vor die Tür gefahren.
Bianca: Aber das heißt mit der Pim vor die Tür, heute ist es der Bus der hier fährt.
Andreas: Und die U-Bahn.
Bianca: Und die U-Bahn. Wie hat der Hof damals ausgeschaut als Kind?
Bianca: Du hast gesagt Milchwirtschaft, irgendwann sind dann Schweine und Hennen gekommen und dann?
Regina: Und dann, wie ich schon erwachsen war, dann hat das ganz aufgehört mit den Tieren,
Regina: dann gab es nur mehr Ackerbau.
Regina: Warum? Weil Nur die Hühner waren zu anstrengend oft. Meine Mutter hatte teilweise 400 Hühner.
Regina: Die Hühner leben genau zwei Jahre.
Regina: Und was machst du dann mit den Händlern? Du musst dann 200 Händler abstechen.
Regina: Aber kein Mensch kauft dir einen Suppenhuhn ab. Du musst nämlich rupfen und
Regina: dann schauen, dass du es verkaufen kannst.
Regina: Als ich ein Kind war, hat es nur einen Mann gegeben, der ist jedes Jahr gekommen
Regina: und hat 50 Hühner mitgenommen.
Regina: Aber wie der dann eben gestorben ist und nimmer gekommen ist,
Regina: dann hast du die Hühner halt gehabt und dann haben wir irgendwann damit aufgehört.
Regina: Und was noch ist natürlich mit den Hühnern im Winter und zu Weihnachten und zu Ostern,
Regina: da brauchen die Leute alle Eier und im Sommer fahren sie auf Urlaub und dann
Regina: bleibst du quasi auf den Eiern sitzen, wenn du so viele Hühner hast.
Bianca: Das heißt eigentlich war es ein Thema der Nachfrage und nicht des Angebots.
Bianca: Beides. Spannend. Das heißt du und dein Mann, ihr habt es dann nur mit Ackerbau gemacht.
Regina: Wobei ich sagen muss, dass mit der Landwirtschaft, das hat hauptsächlich mein
Regina: Mann gemacht, weil ich habe gearbeitet, ich war Lehrer, bin mittlerweile schon in Pension.
Regina: Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet bis vor eineinhalb Jahren und habe
Regina: bei der Landwirtschaft wenig gemacht.
Regina: Ich war immer nur diejenige, die im Sommer, wenn Ferien waren oder auch sonst
Regina: immer, ich war immer der, den sie angerufen haben, bitte bring uns das,
Regina: mach uns das, wir brauchen das.
Regina: Also das war mein Job dann in spätere Zeit.
Willy: War es damals schon ein Nebenerwerbsbetrieb?
Regina: Nein.
Willy: Weil du gesagt hast, dass du warst... Der Vater war im Haupterwerb.
Willy: Der Vater war im Haupterwerb.
Andreas: Der Vater war immer im Haupterwerb und die Mama war unterrichtend.
Willy: Aber war sie rein vom Haupterwerb ausgegangen?
Andreas: Für beide nicht.
Willy: War ein Schwachgewinn. Dann waren die Hühner weg, weil viel Arbeit und die Nachfrage
Willy: nicht da war. Was war dann der nächste Schritt? Schritt.
Regina: Der nächste Schritt war eben nur Ackerbau zu haben.
Willy: Was habt ihr dann vermarktet oder wie habt ihr dann gearbeitet und was habt ihr da angebaut?
Regina: Angebaut ist verschiedenes Getreide, Zuckerrüben, Erdäpfeln.
Regina: Und Erdäpfeln haben wir auch zu Hause verkauft. Da kann ich mich noch gut erinnern,
Regina: hinten in der Maschinenhalle, in der A1, wo wir waren, Da waren auf der unteren
Regina: Seite die runden Erdäpfel, da hat meine Großmutter ausgelaubt.
Regina: Auf der anderen Seite waren die langen Erdäpfel, da hat meine Mutter ausgelaubt.
Regina: Das ist so meine Kindheitserinnerung.
Regina: Und dann sind die Leute gekommen und haben die Erdäpfel bei uns gekauft.
Regina: Und meine Mutter hat sie immer geärgert.
Andreas: 50 Kilo Sache. War auch noch anders. Da hat man die Erdäpfel noch selber eingearbeitet.
Regina: Meine Mutter hat sie dann geärgert, weil dann so Männer gekommen sind mit 1,90
Regina: groß und 100 Kilo und haben gesagt, ihr könnt uns mal den Sack in den Kofferraum reinheben.
Regina: Logischerweise, oder?
Andreas: Die Oma mit 60 Kilo ist ein Osser.
Andreas: Aber sie hat seinen gehabt, den Sack.
Bianca: Aber sag, Regina, warum, du hast gesagt, dein Mann hat die Landwirtschaft gemacht,
Bianca: du bist Lehrerin geworden. Warum?
Regina: Es war schwierig, wie es auch heute noch schwierig ist,
Regina: wenn du von einem landschaftsbetrieb stammst als frau dann jemanden zu finden
Regina: der das mit übernimmt jetzt habe ich heute andere ausbildung auch noch gemacht
Regina: habe aber dann meinen mann kennengelernt.
Bianca: Du hast ja einen Bauern gefunden?
Regina: Der kein gelernter Bauer ist, der alles noch dazugelernt hat.
Bianca: Das heißt ihr habt euch in der Mitte irgendwo getroffen?
Regina: Ja wir haben uns beim volleyball spielen getroffen.
Bianca: Schön.
Willy: Beim Volleyball spielen?
Regina: Ja, ich habe Volleyball gespielt und mein Mann auch. und da haben wir uns kennen gelernt.
Willy: Wer hat besser gespürt?
Regina: Na er!
Andreas: Geregina!
Willy: Aber jetzt habe ich natürlich wieder mal nicht aufgepasst und die Frau Blasl
Willy: wird mich wieder tögeln, aber der Hof ist aus deiner Familie?
Regina: Ja.
Willy: Und ihr habt euch dann kennengelernt, das heißt, dein Mann, wie heißt der?
Regina: Horst.
Willy: Der Horst.
Willy: Und der hat dir dann die Landwirtschaft beigebracht, das heißt,
Willy: du warst jetzt keine gelernte Landwirtin, sondern bist quasi damit aufgewachsen.
Willy: Der Horst, was hat der vorher gemacht?
Regina: Der hat meinen Vater gehabt, der mir vieles beigebracht hat.
Regina: Und er hat eine Ausbildung als Forstwart gemacht, vorher.
Regina: Und dann nachher, nachdem er eben bei uns in der Landwirtschaft eingestiegen
Regina: ist, hat er noch die Meisterprüfung gemacht in der Landwirtschaft.
Willy: Aber Forstwirt wirst du ja auch nicht, wenn du, sag ich mal,
Willy: nicht schon irgendwo so eine gewisse Beziehung zur Natur hast.
Willy: Warum ist er ursprünglich Forstwirt geworden? Kommt er auch schon so ein Background
Willy: von der Landwirtschaft?
Regina: Nein, er kommt aus dem Waldviertel und sein...
Andreas: Genau, aufweg!
Regina: Sein Vater hatte immer eine Liebe für den Wald, aber war gelernter Bäcker und Konditormeister.
Andreas: Was?
Willy: Okay, dem gehen wir jetzt nicht essen, sonst kommen wir zum Thema.
Andreas: Ja, das wird zu wütend.
Willy: Aber ihr seid dann da gestanden, im Endeffekt mit einem Ackerbaubetrieb, oder?
Willy: Du und dein Mann, wann habt ihr übernommen? Wie war das Übernehmen vom Vater?
Willy: War das leicht oder hat er gerne hergegeben?
Andreas: 1992, irgendwie so.
Regina: Ja, so irgendwas.
Andreas: Um meine Geburt herum.
Willy: War er froh, dass ihr es los war und dass ihr weitergemacht habt? Oder war das...
Regina: Er hat seinen Lebtag lang immer mitgearbeitet. Er hätte nicht ohne das sein können. Er ist...
Andreas: Unmöglich!
Willy: Wir haben...
Regina: 83 Jahre!
Andreas: 83 Jahre und er ist noch mit mir am Traktor gesessen.
Regina: Er hat Zuckerrüben an die Zuckerfabrik, das heißt,
Regina: da gibt es einen Abladeplatz quasi in Deutsch-Wagram,
Regina: da ist er mit den Zuckerrüben hingefahren und dann hat einer gesagt,
Regina: wie alt bist denn du schon, weil ich bin nämlich schon 60 und fahre da noch
Regina: immer hin und mein Vater hat gesagt, nein und ich bin über 80 und fahre noch immer.
Regina: Er hätte ohne das nicht sein können.
Andreas: Okay.
Regina: Man hat ihm dann schon ein bisschen einbremsen müssen, weil er hat sich dann viel zu viel zugetraut.
Regina: Aber wenn du gesagt hast, du darfst das nicht, das hättest du nicht machen können,
Regina: das war immer so ein bisschen schwierig dann.
Willy: Okay, also bei der Übergabe, er hat so seine Arbeitsweisen gehabt und dann seine Jungen?
Regina: Nein, das möchte ich nicht sagen. Aber er wollte halt immer seine Sachen noch
Regina: machen teilweise und manchmal war es dann schon ein bisschen gefährlich.
Andreas: Er hat sich selber übernommen, körperlich teilweise.
Regina: Ja, er ist dann einmal vom Wagen
Regina: fast runtergefallen, weil er nachschauen wollte und lauter so Sachen.
Willy: Ich frage deswegen, weil man ganz oft hört, dass die Vorgängergenerationen oft
Willy: schwarz wird beim Übergeben und dann halt die Jungen sagen, mach es so und mach
Willy: es nicht anders. Das war bei euch nicht der Fall, oder?
Regina: Nein, er hat schon oft gesagt, das muss der Horst entscheiden.
Regina: Was meinst denn du?
Andreas: Aber er hat sich schon eingemischt.
Regina: Er hat sich eingemischt, aber er hat sich dann auch zurückgehalten und dann,
Regina: wenn es vielleicht nicht so passt, hat er ja isst.
Willy: Und dann habt ihr den Hof gehabt und was waren dann die ersten großen Entscheidungen?
Willy: Wart ihr dann mal überfordert mit diesem Hof, da jetzt sind wir auf einmal plötzlich Landwirte?
Willy: Nein, eigentlich gar nicht. Oder war dann gleich die Veränderung,
Willy: jetzt machen wir das nächste große Projekt und zwar mal so?
Regina: Eigentlich gar nicht.
Regina: Wir haben nie am Hof gewohnt, mein Mann und ich und die Familie.
Regina: Wir wohnen fünf Minuten zu Fuß von da, was auch seine Vorteile hatte.
Regina: Meine Eltern waren immer da am Hof und hat auch Vorteile gehabt, muss ich schon sagen.
Andreas: Ist besser, wenn alt und jung nicht in einem Haus zusammen wohnen.
Andreas: Das haben wir auch schon ein paar Mal gehört. Es ist in der Landwirtschaft so,
Andreas: das ist glaube ich überall so.
Regina: Es ist fast überall so und meine Mutter hat gern gekocht,
Regina: die Kinder sind auch zum Mittag her gekommen und haben oft gegessen, aber sie war dann froh,
Regina: wenn ich mit den Kindern nachher wieder heimgegangen bin und der Horst ist am
Regina: Acker gefahren oder so, weil wenn die Kinder dann die ganze Zeit die Oma bedrängen,
Regina: weil die hätten ja dann wieder gesagt, ja das machen wir und das machen wir. Das war schon das Gute.
Bianca: Aber sag mal, Andi, wie war denn das für dich? Jetzt bist du da quasi auf einem
Bianca: Bauernhof in Wien aufgewachsen und was hast du aber für eine Ausbildung gemacht?
Bianca: Hat dich irgendwas geprägt als Kind, warum ist jetzt alles so wie es ist?
Andreas: Dass ich Bauer werden wollt, ist mir klar geworden mit vier Jahren.
Bianca: Drei.
Regina: Drei Jahren.
Willy: Das will ich jetzt wissen. Die Geschichte ist gleich klar. Und es war Donnerstag
Willy: und die Sonne hat geschienen.
Willy: Warum war es mit vier Jahren, dass du Bauer werden wolltest?
Andreas: Ich hab's einfach schon immer gewusst. Ich hab im Kindergarten schon zu allen
Andreas: Kindern gesagt, dass ich Bauer werde. Es ist so.
Bianca: Aber warum?
Andreas: Weil die Eltern gesagt haben, du wirst Bauer. Und du hast das geglaubt oder
Andreas: du hast es selber geglaubt? Nein, eigentlich nicht.
Andreas: Das war der Opa sehr stark. und der Papa sowieso auch. Also es waren eh beide im Endeffekt.
Andreas: Ja, der Opa hat mich einfach wirklich stark geprägt und das war einfach immer...
Andreas: Ich war andauernd am Hof. Wir sind eben immer dann nach der Schule,
Andreas: nach dem Kindergarten zur Mitte gegessen, waren immer bei der Oma,
Andreas: bis die Mama mit der Schule dann fertig war und irgendwann um 2 oder 3 oder
Andreas: was gekommen ist und da waren wir sowieso immer bei der Oma und ich bin einfach
Andreas: halbweit am Hof aufgewachsen.
Regina: Und da muss man dazu sagen, eine gute Geschichte war natürlich auch,
Regina: Nach dem Essen hätte er eine Aufgabe machen sollen. Meine Mutter wollte mit
Regina: ihm eine Aufgabe machen, wie er dann schon in der Schule war.
Regina: Und er war immer schon, wie man sich das so vorstellen kann,
Regina: mit einem Fuß draußen aus der Tür. Er wollte immer schon aus seinem Hof gehen.
Regina: Und eine gute Geschichte ist auch noch, da kann ich mich erinnern,
Regina: da hätte er irgendwas in Mathe machen sollen.
Regina: Und für Mathe-Schularbeitlerner, da war es schon ein bisschen älter.
Regina: Und dann hat er gesagt, das Mathe-Lernen geht mir so auf die Nerven,
Regina: da tue ich lieber mit dem Opa drei Stunden draußen irgendwas umschaufeln.
Regina: Das werde ich auch nicht vergessen.
Willy: Also wir haben im Vorfeld schon gesagt, dass Excel-Tabellen nicht so deins sind,
Willy: aber nicht, weil du Excel nicht magst, sondern weil das Büroarbeit ist.
Willy: Und das Gleiche war dann mit der Schule auch schon so.
Andreas: Genau so ist es.
Willy: Wir fühlen uns geehrt, dass du heute beim Podcast länger ruhig sitzt.
Willy: Du bist schon wieder drauf. Das stimmt eigentlich.
Bianca: So freudig freue ich mich.
Willy: Also die Frage hat einfach für dich so gesehen nie gegeben, dass du nicht Bauer
Willy: wirst, sondern es war einfach klar, ich übernehme das irgendwann einmal.
Willy: Hast du Geschwister? Hast du Geschwister?
Andreas: Ja, ich hab zwei Geschwister.
Andreas: Und ja, die waren im Prinzip, meine Schwester hat die Landwirtschaft eigentlich
Andreas: auch immer Spaß gemacht und so weiter.
Andreas: Und ja, aber irgendwann hat sich dann wirklich herauskristallisiert,
Andreas: dass ich den Hof einmal übernehmen werde.
Andreas: Ja, meine Schwester hat dann nach Kärnten geheiratet und mein kleiner Bruder, der wird Lehrer.
Bianca: Und er hat dann gleich einen Grossartigen Nachbar der Mama.
Andreas: Genau, und das hat sich dann irgendwann herauskristallisiert und das war immer mein größter Wunsch.
Andreas: Also das war schon immer mein Ziel eigentlich. Und ich habe dann ganz normal
Andreas: ein HS Matura gemacht. Ah wirklich?
Bianca: Ganz normal?
Andreas: Ja, ganz normal Güm. Weil das war immer, die Mama und Papa haben immer gesagt,
Andreas: ich mache das Gymnasium fertig, ich mache das Matura und dann könnt ihr machen
Andreas: was ihr wollt. macht ihr eine Lehre, geht studieren, tut das,
Andreas: was ihr wollt danach, aber ihr macht alle die Matura.
Andreas: Das war immer so die Vorgabe und das haben auch alle so gemacht.
Andreas: Und ich habe dann gesagt, ja, Matura fertig, Bundesheer und dann bin ich auf die BOKU gegangen.
Bianca: Ah, BOKU.
Andreas: Genau.
Willy: Also keine klassische Landwirtschaftsschule.
Andreas: Keine Landwirtschaftsschule, genau, sondern dann...
Regina: Mit 16 einen Traktorführerschein gemacht. Ja, sowieso. Genauso wie die Anna.
Andreas: Genau, also das war sowieso das Wichtigste mit 16 den Traktor führerschein,
Andreas: sobald es irgendwie möglich war gleich in den Ferien Traktor führerschein und
Andreas: direkt noch vor dem Geburtstag schon fertig gemacht den Traktor führen,
Andreas: zwei Tage nach dem Geburtstag die praktische Prüfung war das einzige was mir
Andreas: noch gefehlt hat und direkt am Traktor drauf.
Willy: Und du wirst mir jetzt sagen, du bist vor dem 16. Geburtstag noch nie Traktor gefahren?
Andreas: Nie!
Bianca: Ich bin niemals.
Andreas: Niemals.
Willy: Angefangen habe ich mit 4er circa.
Willy: Da warst du nämlich die Ausnahmsschläge.
Andreas: 3er, 4er habe ich das erste Mal lenken dürfen, dann bin ich Stapler gefahren und 12er Traktor.
Bianca: Klassische Karriere. Sowieso. So bäuerlich, klassisch, unklassisch mit AHS Matura
Bianca: und dann studieren. Warum der Weg?
Andreas: Hat sich damals einfach so ergeben im Endeffekt. Also ja, es war quasi,
Andreas: dass wir gesagt haben, okay die Matura, die ziehe ich jetzt durch, das mache ich mal so.
Andreas: Und dann habe ich überlegt, was ich landwirtschaftlich weitermachen könnte.
Andreas: Das war für mich immer die landwirtschaftliche Richtung. Wenn es der Hof nicht
Andreas: gewesen wäre, wäre es irgendwas landwirtschaftliches geworden,
Andreas: komme ich, was ich will, definitiv.
Andreas: Genau und da hat sich einfach das BOKU-Studium angeboten, also im Prinzip.
Willy: Was hast du denn studiert auf der BOKU?
Andreas: Agrarwissenschaften. Agrarwissenschaften im Bachelor und Mozi-Wissenschaften im Master.
Bianca: Das gibt es. Ich wollte noch eine Frage, noch einen Schritt davor.
Bianca: Denn ich habe selbst ein bisschen ein Volksschultrauma und Kinder können ja
Bianca: richtig gefraster sein.
Bianca: Als Bauernkind in Wien, in der Schule, wie ist es dir da gegangen?
Andreas: Mir ist es eigentlich nie schlecht gegangen.
Bianca: War das Thema? War es keins?
Andreas: Es war schon immer Thema im Prinzip. Wir haben eigentlich immer alle in der
Andreas: Klasse gewusst, dass ich von einem Bauernhof komme.
Andreas: Aber ich glaube, ich habe eigentlich immer ganz liebe Schulkameraden gehabt.
Andreas: Also von dem her, meine Freunde waren sowieso immer da.
Andreas: Also im Prinzip, wir haben alle Ferien am Hof verbracht. Wir haben Baumhäuser
Andreas: gebaut. Wir sind gemeinsam heiraten gegangen. Wir sind Molden ausreisen...
Regina: Was seid ihr gegangen?
Andreas: Unkraut jäten. Und gerade jeden,
Andreas: wir sind gemeinsam heilen, heilen sind wir gegangen, molden sind wir gegangen,
Andreas: molden ausreißen ist dann, wenn das Unkraut schon größer ist,
Andreas: wenn das Unkraut schon über die Pflanzen drüber schaut und du erwischst es nicht
Andreas: mehr beim heilen, dann reißt du es aus und hast mit der Sichel quasi die Wurzel
Andreas: ab und das ist dann molden.
Willy: Kleine Exkurs, Entschuldigung, ja.
Andreas: So sind wir, so, ja. Und da waren meine Freunde auch immer mit dabei,
Andreas: also ich wurde eigentlich immer schon voll akzeptiert, Natürlich hast du manchmal
Andreas: Kater oder Bauernkinder und was weiß ich was, aber ich bin dazu eigentlich immer
Andreas: gestanden. Ich habe nie einen Trauma davon gehabt.
Regina: Darf ich da kurz was sagen? Weil der Andreas, der hat das immer vertreten.
Regina: Der hat nie ein Problem damit gehabt. Ich habe aber mal eine Schülerin gehabt,
Regina: da habe ich so gefragt, naja und was sind die, irgendwie haben wir geredet, was die Eltern sind.
Regina: Und der eine hat gesagt, ja mein Vater ist Straßenbauer,
Regina: mein Vater arbeitet am Bauern, einer hat,
Regina: eine Mädchen hat einen Vater gehabt, der war Arzt und dann haben wir das eine
Regina: Mädchen auch gefragt und was macht dein Vater, habe ich gesagt,
Regina: hat sie gesagt, nein mein Vater der ist Bauer.
Regina: Hab ich gesagt? Ja, meiner auch!
Regina: Und dann auf einmal hast du richtig gesehen, wie dem Mädchen alles runterfällt
Regina: und wie das aufgelebt ist. Also
Regina: da müssen die Mitschüler nicht so nett gewesen sein, wie in Andi sein.
Bianca: Das heißt Glück bei den Mitschülern und sichtlich auch bei der Einstellung und beim Elternhaus.
Regina: Das gibt es sicher.
Bianca: Von nichts kommt nichts.
Andreas: Definitiv, ja.
Willy: Wie ist es dir denn gegangen? Wir haben ja schon über deine Bürophobie gesprochen.
Willy: Wie geht's denn da auf der Uni? Ist das... Wie war die Zeit so?
Andreas: Uni war besser! Uni war besser als Schule. Weil ich hab mir ja schon das aussuchen
Andreas: können, was mir Spaß macht. Also von dem her war es ja schon besser.
Andreas: Schule war immer schlecht. Uni hab ich ganz gut abgeschlossen eigentlich.
Andreas: Und da hat mir schon ein bisschen mehr Spaß gemacht. Da hat es auch meine Hassfächer
Andreas: gegeben, aber im Endeffekt...
Willy: Was waren die Hassfächer? In der 7.
Regina: Waren das ziemlich viele!
Willy: Wir wollen natürlich nur die Hassfächer, das ist ein spektakulärer Podcast.
Andreas: Nein, Hassfächer gibt es auch nicht wirklich, aber im Endeffekt waren halt einfach
Andreas: die Grundlagenfächer natürlich...
Andreas: Es ist halt schwierig, sich für die Grundlagenfächer zu begeistern, für mich zumindest.
Andreas: Und von dem her waren die halt einfach uninteressanter und auf der Uni waren
Andreas: natürlich alle Bio-Vorträge Vorlesungen und so weiter waren dann natürlich super,
Andreas: alle Vorlesungen zur Tierhaltung.
Andreas: Das waren dann meine Fächer.
Bianca: Aber jetzt sag mal, jetzt war das ein Ackerbaubetrieb und du bist auf dem aufgewachsen
Bianca: und jetzt hast du gerade gesagt, alles was Tierhaltung war, war auf der Uni
Bianca: irgendwie spannend. Wie, warum?
Willy: Hm, das war nicht so ein Betrieb damals, wie du auf der Uni warst.
Andreas: Unser Betrieb jetzt? Ja, also im Endeffekt ganz klassisch Ackerbau, konventionell.
Andreas: Unsere Haupteinnahmequelle sozusagen waren immer die Zuckerrüben.
Andreas: Ja, das war so der Betrieb im Endeffekt. Wir haben neun Hühner immer gehabt.
Andreas: Das war halt rein für uns, für die Eier, daheim.
Andreas: Und ja, immer trotzdem viel zu tun mit der Beregnung und so weiter.
Andreas: Wir haben Faris und den Iwan.
Andreas: Aber ja, die Haltung haben wir halt wenig gehabt und und iwan hat halt immer
Andreas: viel gehabt im Endeffekt.
Andreas: Und 2011 bin ich dann im Endeffekt mit meiner lieben Frau zusammengekommen und
Andreas: das war dann auch circa zweites Studienjahr.
Andreas: Erstes Studienjahr fast noch. 2009 habe ich... Beim Bundesheer. Was?
Regina: Wie du beim Bundesheer warst, bist du nicht der Leser?
Andreas: Nein, nein, 2011. Bundesheer war ich 2009. 2011.
Bianca: Ich sehe wohl.
Andreas: Wir haben uns nicht beim Volleyballspielen kennengelernt. Wir haben uns nicht
Andreas: beim Volleyballspielen kennengelernt. Wir sind verkuppelt worden.
Bianca: Ja, wie schön.
Andreas: Ja, sie ist eben, sie, meine Frau ist Tierärztin und wollte immer Tierärztin
Andreas: werden. auch noch nicht in der Ausbildung im Studium.
Andreas: Und ja, ich bin mit mit ihrer Schwester eigentlich in der AHS,
Andreas: in die Klasse gegangen, in der Unterstufe und ja,
Andreas: wir waren dann eigentlich immer befreundet und so weiter und wir haben uns dann
Andreas: einmal zum Fortgehen getroffen und mein bester Freund hat gesagt,
Andreas: pass auf, Heute gehst du mit, auf jeden Fall.
Andreas: Egal was am Ackerl los ist, du gehst heute mit. Was ist jetzt los?
Andreas: Ich habe einen Plan gehabt.
Regina: Genau.
Andreas: Ich habe gesagt, komm da mit. Ich habe gesagt, ja passt, geh mit.
Andreas: Und dann hat sich das ergeben.
Bianca: Aber was hat jetzt deine liebe Frau mit den Tieren zu tun?
Andreas: Die hat im Endeffekt meine ganze Tierliebe noch verstärkt.
Andreas: Also wir haben dann gemeinsam für uns beschlossen, dass wir unbedingt Tierhaltung
Andreas: haben wollen und dass wir definitiv in Richtung Tierhaltung gehen werden im Betrieb.
Willy: Aber du hast ja dann im Masterstudium für Nutztierwissenschaft entschieden.
Willy: Vorher war es Agrarwissenschaft.
Willy: Mama und der Papa haben einen Ackerbaubetrieb gehabt. Jetzt,
Willy: wann ist dieser Entschluss Nutztierwissenschaft?
Willy: Weil das bringt ja nicht wirklich was, wenn es dann keine Viecher hält.
Willy: Hast du das mit ihnen dann schon gesagt, du ich studiere das jetzt oder war
Willy: das dann so eine Überraschung, wir machen jetzt dann Nutztiere?
Andreas: Nein, das hat sich immer schon ergeben im Endeffekt.
Andreas: Wir haben ja 2011 eben, wie wir zusammengekommen sind, haben wir dann das erste,
Andreas: was wir gemacht haben, wir haben ein Loch rüber gestemmt für die Hühner,
Andreas: dass wir einen Auslauf mit dabei haben, weil wir gesagt haben, das ist ja fadet,
Andreas: nur alleine drinnen und das hat nicht lange gedauert,
Andreas: dass wir dann die ersten Masthühner gehabt haben,
Andreas: dann Gänse gehabt haben, Puten, dann haben wir uns Schaf überlegt,
Andreas: dann Ziegen haben wir angefangen und dann sowieso auch die Schweine,
Andreas: immer zwei Schweine zur Eigenversorgung, so haben wir halt angefangen.
Andreas: Und ja, das war halt für mich irgendwie, war das auch schon bevor ich mit der
Andreas: Lisa zusammengekommen bin eigentlich so, dass wir gesagt haben,
Andreas: okay, die Erhaltung war immer meins und das hat mich immer interessiert und
Andreas: für mich Ich gehöre zu einem Bauernhof auch viel hier mit dazu.
Willy: Was hat der Horst dazu gesagt?
Andreas: Ja, der Papa war da eigentlich immer relativ offen, da kann man nichts sagen.
Andreas: Also da haben mich die Eltern eigentlich immer unterstützt.
Andreas: Der Papa hat im Endeffekt gesagt, ja, du übernimmst den Betrieb und ich kann das...
Regina: Du musst wissen, was du machen willst.
Andreas: Genau, ich muss wissen, was ich will und das kann ich machen.
Bianca: Aber jetzt mal...
Andreas: Er hat mir vollkommen freie Hand gelassen, absolut.
Bianca: Jetzt mal ohne Witz, mit Wien, also das wird mir jetzt nicht unbedingt Landwirtschaft,
Bianca: wenn überhaupt vielleicht noch Wein, jetzt leben wir da Spitzwein und so.
Bianca: Wie bist du jetzt tatsächlich auf die Idee gekommen, in Wien mit rundherum Stadt Schweine zu halten?
Andreas: Wie bin ich auf die Idee dazu gekommen? Tja, gute Frage.
Bianca: Oder warum? Warum?
Andreas: Ja, es war für mich einfach, zu einem Bauernhof gehören Vieche dazu und unser
Andreas: Hof ist eigentlich schon ewig da und es war irgendwie immer schade,
Andreas: dass wir einfach dann die Tierhaltung so weit runtergefahren haben.
Regina: Und Kühe passen gar nicht?
Andreas: Kühe passen nicht bei uns, das ist halt irgendwie das, weil das ganze Machfeld
Andreas: einfach relativ trocken ist und weil da dann das Grünfutter einfach abgeht.
Andreas: Wir bringen zu wenig Heu zusammen, dass wir eine meiner Meinung nach vernünftige
Andreas: Viehhaltung, also Rindviehhaltung betreiben können.
Andreas: Und von dem her sind es dann eher die Schweine geworden.
Andreas: Und die Hühner, das ganze Federvieh war dann nicht so unseres,
Andreas: weil man da relativ wenig Beziehung dazu aufbaut.
Andreas: Pferde haben wir uns auch überlegt, weil meine Frau eben sehr pferdelastig aufgewachsen
Andreas: ist und haben uns dann aber dagegen entschieden und für die Schweine.
Andreas: Das war dann irgendwo klar.
Willy: Wann war das ungefähr, diese Entscheidung für die Schweine?
Andreas: Jetzt überlegen,
Andreas: lassen,
Andreas: 2012 oder 2014, so auf die Art, in der Gegend herum.
Andreas: Während des Studiums, kann man sagen. Im Laufe des Studiums haben wir uns dazu
Andreas: entschieden, dass es irgendwann die Schweine werden werden.
Willy: Warum eigentlich gerade in dem, ich glaube Bianca, Korrektur,
Willy: das war eine Vorschläge, aber das ist natürlich auch ein Markt,
Willy: wo viel, sagen wir mal, viel schon produziert wird in Österreich.
Willy: Wir haben eine gute Selbstversorgung oder Überversorgung mit Schweinefleisch,
Willy: glaube ich, sogar in Österreich.
Willy: Warum gerade in diesem Markt, wo eh schon viel Schweine in Österreich produziert werden?
Willy: Und die Kritik war ja auch schon ein bisschen da, 2012 war ja auch schon ein
Willy: bisschen so die Diskussion innerhalb der Gesellschaft,
Willy: warum geht man da gerade, und dann noch mit dem Kontext Stadt,
Willy: wo man dann quasi Anrainer hat vermutlich, Geruchsthema etc.
Willy: Warum gerade Schweine und warum, warum, warum?
Andreas: Ja, das war irgendwie der Punkt. Wir haben dann eben gerade gesagt,
Andreas: ja, Schweine sind oft in der Kritik und so weiter.
Andreas: Und wir haben dann gesagt, ja, wir glauben, wir können es besser machen und
Andreas: wir können es auch vertretbar machen.
Andreas: Das war immer unser Anliegen, da ja eben meine Frau Tierärztin war,
Andreas: war das sowieso immer von Haus aus, dass bei uns die ganze Tierhaltung so sein
Andreas: muss, dass wir dahinter stehen können.
Andreas: Und wir sind sehr selbstkritisch auch in der Hinsicht und wollen einfach unseren Tieren so die Art,
Andreas: die am ehesten artgerechte Haltung bieten, die sich in einem wirtschaftlichen Sinn bieten lässt.
Andreas: Und danach haben wir eigentlich immer gestrebt.
Willy: Jetzt passt schon.
Andreas: Danach haben wir eigentlich immer gestrebt und...
Andreas: Ja, warum sind es die Schweine sind es im Prinzip geworden, weil sie machen
Andreas: uns einfach wirklich viel Spaß.
Andreas: Es ist einfach auch, sie sind einfach so intelligent. Das ist das,
Andreas: was mich einfach so begeistert.
Andreas: Weil sie sich, geben ihnen den Platz und sie legen sich ihre Kotplätze an.
Andreas: Sie gehen nie dorthin, wo sie schlafen würden.
Andreas: Wo sie schlafen, dort koten sie nicht hin, wenn sie genug Platz haben.
Andreas: Das machen Schweine einfach nicht. Und das machen alle anderen Nutztierearten.
Andreas: Das machen die Hühner, das machen die Gänse, die Ziegen, die Schafe.
Andreas: Alle machen das. Die Kühe koten einfach dort, wo sie sind. Aber Schweine,
Andreas: die richten sich ihre Plätze ein und sind einfach die intelligentesten Nutztiere, meiner Meinung nach.
Andreas: Und ja, sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen. Die machen mir irgendwie
Andreas: Spaß. Also wir haben angefangen mit zwei Mangalizzaschweinen für die Eigenversorgung.
Andreas: Und die zwei waren einfach immer voll witzig. Die haben wir einfach draußen
Andreas: gehalten auf der Wiese und denen haben wir dann eine Hütte aus Stroh gebaut.
Andreas: Und da hat einer einen Sonnenbrand gekriegt.
Andreas: Da hat auch einer seinen Sonnenbrand gehabt, genau.
Regina: Weil wir gesprochen haben vorher.
Andreas: Da haben wir ganz, ganz wild angefangen eben und so sind wir dann auch irgendwie.
Andreas: Die zwei haben wir wirklich sehr gerne gehabt, das hat super gepasst.
Andreas: Da haben wir irgendwie so die Liebe zu den Schweinen entdeckt.
Bianca: Aber sag mal, jetzt sind wir ja doch in Wien und auch eure Schweine riechen nach Schwein. Ja.
Bianca: Hattet ihr da jemals irgendwie Themen mit Nachbarn, Anreinern, irgendwas?
Bianca: Ich meine, wenn mir einer einen Schweinestall vor die Schnauze baut,
Bianca: weiß ich nicht, ob ich es so gut finde.
Andreas: Ja, wir haben es wirklich schon, wir haben ja schon jetzt Langschweine auch
Andreas: und die Großeltern früher genauso.
Andreas: Ja, und wir schauen, das Wichtigste bei uns sowieso, weil wir ja trotzdem in
Andreas: der Stadt sind, dass wir so geruchsminimierend bauen, wie es nur irgendwie möglich
Andreas: ist. Deswegen haben wir extrem riesig gebaut, einen ganz, ganz großen Offenstall.
Andreas: Dadurch haben wir auch einen sehr, sehr guten Luftaustausch und es kommt gar
Andreas: nicht zu diesem Geruch-Maxima.
Andreas: Wir schauen eben genauso, dass wir Urin und Kot trennen. Das ist auch ganz wichtig,
Andreas: deswegen haben wir ein Mist-Jauche-System.
Andreas: Wir fangen die Jauche separat auf, dadurch entsteht noch einmal eine Geruchsreduktion.
Andreas: Und wir haben eine ganz dicke Stroheinstreu, was auch sehr wichtig ist für die Geruchsminimierung.
Andreas: Und dann haben wir zusätzlich, verwenden wir auch noch Urgesteinsmehl,
Andreas: das auch nochmal unter der Mistmatratze eingestreut wird, das auch nochmal geruchsbindend wirkt.
Andreas: Und ja, das war uns da mal ganz wichtig im Vorhinein, dass wir da alle ja und
Andreas: wir misten noch zusätzlich jede Woche aus, das ist auch ganz wichtig.
Andreas: Umso öfter man ausmistet, umso weniger Geruch.
Andreas: Ja, und auf das haben wir ein Augenmerk auch gelegt, dass wir so geruchsminimierend
Andreas: sind, wie es nur irgendwie geht.
Andreas: Und ich glaube, wir haben es ganz gut hinbekommen. Also wir haben ganz,
Andreas: ganz wenig Beschwerden, was den Geruch angeht.
Andreas: Das ist wirklich so minim, dass es eigentlich kein Problem ist im Prinzip.
Andreas: Es ist auch so, dass wir, man riecht unseren Betrieb ganz selten.
Andreas: Das ist maximal einen Tag die Woche nach dem Ausmisten, und auch nur,
Andreas: wenn ein Niederdruckwetter ist, dass man es am Vormittag einmal riecht,
Andreas: aber auch nicht, dass sie stinken, sondern dass man sie riecht,
Andreas: Dass man überhaupt wahrnimmt, dass da Schweine sind.
Bianca: Wie ist denn das? Was ist denn aus eurer Sicht der größte Unterschied zwischen
Bianca: Landwirtschaft in der Stadt, in Wien und Land-Landwirtschaft?
Andreas: Einerseits natürlich die Flächen, unsere verstreuten Flächen.
Andreas: Wir haben ganz, ganz viele verstreute Flächen. So etwas wie Arrondierung gibt es bei uns nicht.
Willy: Arrondierung muss man sagen, ist direkt am Hof angrenzende Flächen.
Andreas: Genau, zusammenhängende Flächen
Andreas: rund um den Hof sozusagen. Sowas gibt es sowieso schon mal gar nicht.
Regina: Hat es nie gegeben eigentlich?
Andreas: Hat es auch früher nicht gegeben, genau. Wir haben immer schon verstreute Flächen
Andreas: gehabt und jetzt durch die Stadt natürlich werden die noch immer verstreuter.
Andreas: Und es sind relativ kleine Flächen.
Andreas: Was ein Vorteil ist, ist natürlich die Direktvermarktung. Also wir sind auch
Andreas: mit unseren Produkten direkt in der Stadt. Das ist definitiv ein Vorteil,
Andreas: den man nicht unterschätzen darf.
Andreas: Ja, was wieder schwierig ist, sind einfach die Leute. Am Land ist natürlich
Andreas: trotzdem mehr Verständnis da, auch mehr Verständnis für die Tiere.
Andreas: Und das ist teilweise dann eben mit dem Ackerbau in der Stadt auch schwierig.
Andreas: Also wenn wir unsere Ernte haben, direkt neben einem Kleingartenverein,
Andreas: dann haben wir oft dann auch wieder mal ein paar Leute, die sich dann beschweren,
Andreas: dass ihr Schwimmbecken jetzt gerade zugestaubt wird, weil da der Mähdrescher fährt.
Andreas: Und der Wind gleichzeitig geht und da haben wir dann auch öfter Probleme.
Andreas: Also das ist sicherlich auch in der Stadt schwieriger.
Andreas: Ja und dann genauso mit der Tierhaltung, da geht es eher dann um die Weide draußen,
Andreas: dass das auch verstanden wird, dass da die Tiere stehen und dass man den Tieren
Andreas: nichts reinwirft, dass die Hunde nicht zu nah zum Zaun kommen und die Tiere
Andreas: nicht treiben und so weiter.
Andreas: Das ist da dann wieder oftmals auch schwierig in der Verständigung mit den Leuten.
Andreas: Ja, und der Verkehr natürlich. Wenn wir am Acker fahren, stehen wir meistens
Andreas: im Stau. Echt? Mit dem Traktor. Mit dem Traktor im Stau.
Andreas: Fahrt ihr das im Stau oder geht ihr im Stau?
Willy: Beides.
Andreas: Im Traktor.
Willy: Beides.
Andreas: Nein, wir schauen schon, dass wir sehr vorsichtig fahren und dass wir nicht
Andreas: der Grund für den Stau sind. das versuchen wir zu minimieren.
Andreas: Aber es ist einfach halt dann oft der Abendverkehr, wo die Leute aus der Stadt
Andreas: rausfahren nach Hause und wir fahren auf unsere Ecke raus und da stehen wir dann manchmal im Stau.
Regina: Das war immer der Rundgang von meinem Vater und von mir, wenn wir irgendwo hingefahren
Regina: sind mit dem Auto und vorne ist irgendwo ein Traktor gefahren,
Regina: hat mein Vater immer gesagt, schaut euch das an, schon wieder so ein blöder
Regina: Traktor und wir kommen nicht vorbei.
Willy: Ja und was habt ihr aus dieser Zeit gelernt oder wie geht es mit diesem Konflikt nun mal?
Willy: Sie sind ja da, wir haben das immer schon ein bisschen gehört,
Willy: Gülle fahren oder Solingen fahren oder wie man es halt sagt,
Willy: mit Wäsche, die zum Trockenen aufgehängt ist, das Verstauben,
Willy: das habe ich auch gesehen, wenn du über die Felder läufst und teilweise,
Willy: wenn der Wind drüber fährt, ist ein richtiger Rauchwolken, ich sage ja Staubwolken.
Willy: Wie geht man denn dann in solchen Konfliktsituationen damit um oder was sind
Willy: denn da eure Strategien Oder was hat sich da bewährt?
Andreas: In der Konfliktsituation selber ruhig bleiben. Da bringt uns eigentlich nichts
Andreas: mehr aus der Fassung im Prinzip.
Andreas: Wir können es eh nicht ändern, das ist halt immer das. Wir müssen dann ernten,
Andreas: wenn es staubt, weil nur dann ist es trocken. Das ist halt das Ding.
Regina: Und da gibt es auch Leute, die sagen dann, die gehen mit den Hunden durch die Felder,
Regina: die haben ihren eigenen Weg durch und wir wollen dann threshen und dann Sagt
Regina: die zu meinem Mann, was wolltest du da trösten, das ist ja eh schon alles hin.
Regina: Die wissen ja gar nicht, dass das ein Getreide ist.
Andreas: Dass es reif ist.
Regina: Und dass es reif ist und dass es dann ein bisschen braun ist.
Willy: Ah, verstehe. Jetzt habe ich eine Frage, eine ganz wichtige Frage.
Willy: Ich als konstruktiv ahnungsloser Stadtbürger, wenn ich da um einen anderen in
Willy: der Lobau oder vielleicht irgendwo in der Lobau oder sonst was,
Willy: und dann ist da ein Vödel, hin und wieder hat man so das Bedürfnis,
Willy: dass man durchrennt, weil man irgendwann einen Anschneider machen will oder sonst irgendwas.
Willy: Gibt es da irgendwie eine pauschale Regel? Kann man sagen, wenn du auf Hölle bist, da und?
Willy: Oder wenn es eine Wiese ist zum Beispiel, kann man durchgehen oder soll man
Willy: das einfach pauschal nicht machen?
Andreas: Pauschal, ich gehe niemals durch eine Hocke, auch nicht durch eine Wiese. Auch nicht in Wien.
Bianca: Nirgendwer lebt davon.
Andreas: Das ist immer das Problem. Nein, absolut gar nicht. Definitiv.
Andreas: Nicht durch Felder, nicht durch Wiesen.
Regina: Wobei man dann sagen kann, du bist einer, der weiß, dass das ein Feld ist.
Regina: Es gibt viele Wiener, die wissen gar nicht, dass das ein Feld ist.
Regina: Wenn das Getreide aufgeht, glaubt ihr, das ist eine Wiese, da kann jeder durchgehen.
Bianca: Und was machen wir da? Aufklären. Und wie machen wir das?
Andreas: Wir bleiben im Traktor stehen und sorgen den Leuten im Endeffekt.
Andreas: Ja, das schon. Wir singen natürlich, rufen die Leute an, bitten wir sie nicht zu uns.
Willy: Und die Leute sind auch nicht so. Geh' potat!
Andreas: Geh' potat!
Willy: Scheiß an, ich bin in der Wohnung!
Andreas: Das kommt immer davon, wie sie zurückkommen. Meistens sind wir wirklich freundlich
Andreas: und fragen, wie sie auf die Idee kommen, dass sie da durchgehen.
Bianca: Ich finde das lustig, ich habe mir den Wiener Bauern jetzt auch eher so vorgestellt,
Bianca: wie der Willi ihn gerade mimt, aber das ist wohl ein Klischee.
Willy: Nein, ich meine das wirklich ganz ernst, weil hin und wieder bei einem Viertel,
Willy: bei einem Acker ist es klar, wenn irgendwie das Getreide schon aufgeht und du
Willy: siehst, es ist was gesät.
Willy: Aber hin und wieder sind es einfach, speziell in der Lobau, es sind einfach Wiesen teilweise.
Willy: Und teilweise bin ich mir nicht sicher, kann ich es jetzt nutzen oder kann ich
Willy: durchgehen oder kann ich es eben nicht?
Willy: Und da ist es teilweise, sag ich wieder teilweise, hin und wieder ist es schwierig,
Willy: zu unterscheiden zwischen, ist das jetzt ein Wort, eine Weide oder so was,
Willy: oder ist das einfach eine freie Grünfläche?
Willy: Weil ein Bruder ist ja eine Grünfläche, die kann nicht durchgehen.
Willy: Ich schätze mal, an den Grenzlinien ist es schwierig auch zu unterscheiden,
Willy: ist das jetzt ein Viertel von wem oder nicht.
Andreas: Es kann schon schwierig sein, sicher, sicher nicht durchgehen.
Andreas: Lieber nicht. Ganz einfach, ja, definitiv.
Andreas: Es ist halt immer das große Problem, wenn jetzt einer durchgeht,
Andreas: ist es nicht so dramatisch, aber es ist halt nie nur einer.
Andreas: Und das verstehen die Leute halt auch relativ selten, weil sie sagen,
Andreas: ja, ob ich da jetzt einmal mit meinem Hund durchgehe oder nicht,
Andreas: ob der Hund da durchläuft, na mein Gott, ja, das sagt mir halt auch jeder.
Andreas: Und dann sind es halt 100 Leute, die da durchgehen und dann entsteht erstens
Andreas: die Bodenverdichtung und dort,
Andreas: wo die durchgehen, ist sowieso alles niedergetrampelt, da wächst sowieso nichts
Andreas: mehr und das ist gar nicht so wenig Fläche,
Andreas: die uns da teilweise auch abhanden kommt und das einfach nur durch Unwissen
Andreas: oder weil es halt einfach bequemer ist,
Andreas: da jetzt die Direttissima durchzugehen, kostet uns alles, dann im Endeffekt
Andreas: Fläche und auch verursacht einfach Bodenverdichtung zusätzlich,
Andreas: weil man glaubt es gar nicht, aber...
Andreas: Wenn da 200 Leute durchspazieren und immer dann entstehen die Trampelpfade und
Andreas: die Trampelpfade, da wächst nichts mehr. Die muss man dann wieder frisch aufreißen,
Andreas: kostet wieder extra Diesel, verursacht wieder Kosten.
Andreas: Und das ist relativ schwer zu kommunizieren.
Willy: Hat sich in den letzten 5 bis 10 Jahren, sagen wir mal, dein Zeitraum im Verhältnis
Willy: Landwirtschaft und Stadt oder euer Umfeld, die Umgebung, hat sich da was signifikant verändert?
Willy: Durch das Wachstum der Stadt, durch Corona oder durch sonstige Stadtentwicklungen,
Willy: hat sich da irgendwas getan oder ist es relativ Konstantes?
Andreas: Ja, es ist relativ Konstant. Der Flächenschwund ist einfach immer der gleiche.
Andreas: Es gehen immer wieder Flächen, es kommen immer wieder Flächen weg,
Andreas: die einfach gepachtet sind von uns und dann verbaut werden, lukrativ von den
Andreas: Verpächtern, lukrativ verkauft werden und dann verbaut werden zum Beispiel.
Andreas: Also ihr verliert Flächen? Ja, wir verlieren durchgehend Flächen.
Andreas: Also wir kriegen relativ selten Flächen dazu und verlieren eigentlich immer
Andreas: mehr. Das war auch einer der Gründe, warum wir flächenunabhängig gebaut haben.
Andreas: Dass wir gesagt haben, okay, wir investieren jetzt nicht in Äcker oder irgendwo anders rein,
Andreas: sondern wir schauen, dass wir uns flächenunabhängig aufstellen können mit dem
Andreas: Betrieb für die Zukunft, weil wir einfach auch in Zukunft immer Flächen verlieren werden.
Andreas: Es ist die Stadt, wächst trotzdem leider und auch in unsere Richtung und deshalb
Andreas: müssen wir schauen, dass wir flächenunabhängiger arbeiten können,
Andreas: weil einfach immer mehr Flächen abhanden können.
Willy: Darf ich fragen, was das heißt? Also flächenunabhängiges Bauen bedeutet?
Andreas: Flächenunabhängiger zu sein in der Landwirtschaft, das ist das.
Andreas: Also einfach, dass wir sagen, mit der Schweinehaltung haben wir dann trotzdem
Andreas: auch noch immer die Möglichkeit, Futter zuzukaufen.
Andreas: Und wenn uns jetzt eine Fläche wegfällt und ich habe jetzt einen riesigen Gemüsebaubetrieb oder sowas,
Andreas: und da fallen mir jetzt drei, vier Hektar irgendwo weg, dann habe ich da ein
Andreas: riesiges Problem, weil das einfach in der Fruchtfolge dann abgeht,
Andreas: diese Fläche, und ich habe dafür quasi Verträge oder irgendwas,
Andreas: und wenn die Flächen dann fehlen, dann verursacht das enorme Probleme.
Andreas: Und in der Schweinehaltung, mit dem Futterbau, bin ich damit einfach variabler.
Andreas: Ich kann Flächen wieder irgendwo anders dazunehmen oder auch schlechtere Bonitäten
Andreas: und im Notfall auch etwas mehr Futter zukaufen.
Willy: Das heißt, ihr wart ja früher Ackerbaubetrieb, das heißt für einen Ackerbaubetrieb
Willy: wird es jetzt eigentlich in der Gegenwart und in der Zukunft gedacht eher kritisch,
Willy: weil die Flächen halt nach und nach wegfallen.
Willy: Das heißt für Landwirtschaft in der Stadt ist so gesehen eigentlich eine flächenunabhängige,
Willy: Landwirtschaft mit Tieren.
Willy: Oder sonst was, was flächenunabhängig ist, die sinnvollere Variante.
Willy: Das heißt, alles, was ackerbauabhängig ist, ist eher in Zukunft schwierig wahrscheinlich im urbanen Raum, oder?
Andreas: Ja, definitiv. Also so sehe ich es zumindest. Das ist meine Zukunftsperspektive.
Regina: Du müsstest halt wirklich Flächen dazu kaufen.
Willy: Ja, oder sie kehren da einfach. Du kannst es nicht verlieren.
Regina: Genau.
Andreas: Also wir haben einfach, wir haben Eigenflächen, die wir nicht verlieren können
Andreas: und die sind genug, dass ich meine Schweinehaltung weiter betreiben kann und
Andreas: auf dem kann ich aufbauen, Weil auf unseren Eigenflächen kann ich natürlich aufbauen.
Regina: Aber für einen reinen Ackerbetrieb musst du schauen, dass du Bachflächen kriegst,
Regina: zumindestens bei dem, was halt wir besitzen, dass du Bachflächen bekommst oder was zukaufst.
Andreas: Ja, und kaufen ist unmöglich geworden in Wien. Also landwirtschaftliche Gründe zu kaufen ist es,
Andreas: in Wien und auch in den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden ist es unmöglich,
Andreas: irgendwo eine Fläche zu kaufen, weil die Preise so explodieren,
Andreas: dass es nur für die Landwirtschaft und vor allem für den Ackerbau zu kaufen,
Andreas: komplett und also undurchführbar ist einfach.
Bianca: Aber das heißt und das ist eigentlich die perfekte Überleitung zu den Schweinen,
Bianca: nur mit der Fläche, die euch eh gehört, die ihr auch im besten Fall nicht verlieren
Bianca: könnt, sind die Schweine so wie sie heute dastehen zu ernähren. Also das geht sich aus.
Andreas: Untertitel der Amara.org-Community
Andreas: Ja, wenn wir es so... also die Schweine, die heute da sind, das geht sich definitiv
Andreas: aus, wenn wir unsere Mast ausbauen.
Andreas: Würden wir alle Pachtflächen verlieren, müssten wir ein bisschen Futter zukaufen,
Andreas: aber wir können definitiv noch den Großteil des Futters selbst produzieren.
Andreas: Und das war immer das Ziel, genau. Das geht sich aus.
Bianca: Jetzt muss ich die Frage nach der Größe stellen, wie viele Hektar hast du denn?
Andreas: 40 Hektar bewirtschaften wir.
Bianca: Und wie viele davon gehören euch?
Andreas: Die Hälfte. Die Hälfte, okay.
Willy: Warte, das sind 20.
Bianca: Gratuliere, Willi. Wir haben jetzt gelernt auf unserem Weg durch Österreichs
Bianca: Schweinestelle, dass Schweinehaltung in der Regel, wie so viel in der Landwirtschaft,
Bianca: wahnsinnig arbeitsteilig ist.
Bianca: Also ein Betrieb züchtet, der nächste zieht die Ferkel auf, der übernächste schlochtet und so fort.
Bianca: Das heißt, der Weg vom Feld und vom Stall auf den Teller ist ziemlich weit.
Bianca: Aber warum? Warum? Und ich habe gelernt, ihr macht das ja anders.
Bianca: Bei euch ist alles anders.
Andreas: Bei uns ist alles anders.
Bianca: Und wer sagt, die Wiener Schweinebauer ist anders? Ja, super.
Bianca: Also der Wiener Schweinebauer ist auch anders, bei euch ist alles am Betrieb.
Andreas: Wir haben alles am Betrieb, ja. Wir haben unseren eigenen Zuchtzaun,
Andreas: das heißt die Ferkel kommen bei uns auf die Welt.
Andreas: Die Zuchtsauen stehen bei uns, die Ferkel kommen bei uns in die Welt,
Andreas: die Ferkel wachsen bei uns auf und die Ferkel werden in Zukunft dann auch noch
Andreas: bei uns geschlachtet und auch verarbeitet. Die Mastschweine.
Regina: Keine Ferkel.
Regina: Niemals Spanferkel, haben wir gesagt.
Andreas: Ja, das ist eins unserer Dinge. Wir schlachten keine Kinder, keine Tierkinder.
Bianca: Die anderen schon, oder?
Andreas: Ja, nein, das war immer unser Grundsatz und an dem halten wir natürlich weiterhin auch fest.
Willy: Wir werden in die Zukunft, muss man schauen, dass bei euch auch geschlachtet
Willy: und verarbeitet wird am Hof.
Andreas: Wie werden in die Zukunft?
Willy: Ich frage mich was anderes.
Bianca: Nächste Frage. Zukunft.
Andreas: Im Endeffekt hoffen wir schon, dass wir das in nächster Zeit umsetzen können.
Andreas: Wenn ich davon rede, dass das
Andreas: in nächster Zeit ist, rede ich von einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren.
Willy: Man muss dazu wissen, wenn man da über den Hof geht, dass das quasi in jedem
Willy: Raum, und der Hof ist groß und jedes Gebäude ist ein eigenes Projekt, inklusive der Wohnung.
Willy: Der Projekthorizont ist ein langer Bereich. Ja, definitiv. Und ein vielseitiger.
Regina: So hart wird uns nie.
Willy: Frau Blasl.
Bianca: Ich würde gerne noch zu den Schweinen gehen, weil es gibt ja einen Grund,
Bianca: warum sich das alles so arbeitsteilig aufgeteilt hat in der Schweinerhaltung.
Bianca: Es ist ja alles irgendwie sehr speziell und viel Aufwand haben wir gelernt vom
Bianca: Züchten bis hin zum Ferkelgroßziehen bis hin zum Mästen etc.
Bianca: Warum der Aufwand, dass ihr das alles bei euch selber macht?
Andreas: Weil wir alle Betriebszweige dann in unserer Hand haben. Das war uns das ganz
Andreas: Wichtige, weil wir die Qualität von vorne bis hinten kontrollieren können.
Andreas: Das war eigentlich der Grund dafür. Wir wollen nicht, dass die Schweine woanders
Andreas: auf die Welt kommen, weil wir dann die Bedingungen einfach nicht hundertprozentig kennen.
Andreas: Und das war schon immer einer unserer Ansätze, dass wir alles selber machen.
Andreas: Der zieht sich anscheinend auch in der Tierhaltung durch.
Willy: Man schaut ja auf die Mama.
Bianca: Regina schüttelt den Kopf.
Regina: Andi repariert auch Autos selber. Sag ich, woher kannst du das?
Regina: Na, ich hab da in YouTube nachgeschaut und da find ich das und da find ich das. Er macht alles selber.
Bianca: Und jetzt mal kurze Zwischenfrage, geht sich das alles aus, vom Leben her?
Andreas: Es ist intensiv.
Willy: Ihr habt zumindest Zeit für einen Podcast, oder? Ich habe Zeit für einen Podcast, das ist sehr gut.
Andreas: Es ist manchmal schwierig, ja sicher.
Andreas: Es ist im Sommer meistens ein 60-Stunden-Job.
Bianca: Nicht mehr? Doch.
Andreas: Kommt auch auf. Es sind einfach viele Arbeitsstunden. Ich tue keine Arbeitsstunden
Andreas: mehr zählen. Das bringt nichts. Ich will es gar nicht wissen.
Regina: Vor allem ist es nicht so wie in jedem anderen Beruf, dass du deine Arbeitsstunden
Regina: hast und dann gehst du nach Hause.
Regina: So wie viele Leute glauben. Sondern wenn es eine Arbeit gibt,
Regina: dann ist die Arbeit jetzt sofort zu machen.
Regina: Weil in drei Tagen kriegt es wieder. Zum Beispiel.
Andreas: Ja, verschieben kannst du auch wenig. Also wir sind auch nicht komplett unabhängig,
Andreas: so wie man immer so schön sagt, dass man ja selbst sich die Zeit einteilen kann.
Andreas: Die meiste Zeit gibt uns die Natur vor und das müssen wir uns halten,
Andreas: können wir uns nur halten.
Bianca: Apropos, wir haben auch gelernt, warum es so etwas wie zum Beispiel Vollspaltenböden
Bianca: gibt in der Schweinehaltung und zwar 60 Prozent aller Schweine leben oft in
Bianca: Österreich und wir haben gelernt,
Bianca: dass es das deshalb gibt, weil es einfach eine mörderische Arbeitsersparnis war und ist.
Bianca: Wenn du jetzt sagst, deine Zeit und eure Zeit, weil da tut ja die ganze Familie
Bianca: dann mit, wenn es arg wird, ist eh begrenzt und heftig.
Bianca: Bei euch leben die Schweine auf Stroh. Es gibt keine Vollspaltenböden,
Bianca: sie sind draußen. Warum das? Ich meine, es klingt idyllisch,
Bianca: es schaut auch schön aus, aber vom Arbeitsaufwand, wieso macht man dann genau so was?
Andreas: Der Arbeitsaufwand ist enorm und man macht es genau deshalb,
Andreas: weil es den Tieren gut tut und das ist uns das Allerwichtigste.
Andreas: Zuerst kommen die Tiere, es ist auch so, dass privat ist es genauso,
Andreas: dass zuerst die Tiere kommen, das ist auch meiner Frau ganz wichtig.
Andreas: Es muss einmal den Tieren gut gehen und dann wollen wir,
Andreas: also hoffen wir, dass wir davon leben können, aber das Wichtigste ist trotzdem,
Andreas: wir arbeiten mit den Tieren und die Tiere sind auch unser Kapital und wir stehen
Andreas: da dahinter, dass es absolut einmal den Tieren gut gehen muss.
Andreas: Das ist uns das Wichtigste und deshalb gibt es bei uns gar, also nicht Vollspaltenböden
Andreas: ohnehin nicht, es gibt bei uns gar keine Spalten.
Andreas: Wir haben in unserem Stall, unser Stall ist komplett spaltenbodenfrei,
Andreas: weil wir uns definitiv davon, also wir haben uns definitiv dagegen entschieden.
Andreas: Ich habe einige Ställe gesehen und ich habe viele Ställe gesehen und wir haben
Andreas: immer schon gewusst, dass das dem Tier nicht gut tut. Definitiv nicht.
Andreas: Und wir haben auch immer gewusst, dass unsere Schweine täglich die Sonne sehen
Andreas: sollen, Sagen wir eigentlich immer.
Andreas: Und da war der Schritt in die Bio-Haltung sowieso vorprogrammiert für uns.
Andreas: Und ohnehin, wir hätten sowieso auf Bio umgestellt, auch ohne die Tiere.
Andreas: Aber wir haben uns definitiv fürs Tierwohl entschieden und wir schauen in jederlei
Andreas: Hinsicht eigentlich immer drauf, dass es unseren Tieren gut geht und dass so
Andreas: weit es wirklich irgend möglich ist.
Willy: Wie heißt eure Art der Haltung? Es gibt ja Vollspalten, Teilspaltenböden mit
Willy: Auslauf, Außenstall etc.
Willy: Wie würdet ihr, oder gibst du dafür einen Namen?
Andreas: Ich würde es als Offenstallhaltung bezeichnen im Prinzip.
Willy: Als Offenstallhaltung?
Bianca: Schwein an Stroh.
Willy: Du hast vorher was Interessantes gesagt. ihr habt ein Mist-Jauche-System und
Willy: ihr trennt irgendwie die Jauche vom Urin. Nein, die Jauche ist der Urin.
Willy: Ah, die Jauche ist ja der Urin.
Andreas: Vom Mist.
Willy: Vom Mist, genau. Mist von Jauche. So was, Entschuldigung.
Willy: Wie geht das, weil das kommt ja hinten raus.
Willy: Zumindest das hast du gut verstanden. Wie stell ich mir das jetzt vor,
Willy: dass das getrennt wird, da steht ja keiner dort und trennt das?
Willy: Wie kann man das vorstellen?
Andreas: Es ist ganz einfach im Prinzip. Unser Stahlboden ist im Auslauf.
Andreas: Das ist ja der Hauptvorteil bei den Schweinen, wie wir eh schon gesagt haben.
Andreas: Du kannst es relativ gut steuern, wo sie koten und urinieren.
Andreas: Und die machen das im Endeffekt nur im Auslauf. Das heißt, die Boxen bleiben
Andreas: prinzipiell einmal sauber. Und unser Auslauf hat dann ein 3-prozentiges Gefälle
Andreas: nach außen hin zur Jaucherinne.
Andreas: Und da ist es dann einfach so, dass auch der nasse Teil am Kot und natürlich der Urin selber,
Andreas: der dann woanders abgesetzt wird, der rinnt dann Richtung dieser Jaucherrinne
Andreas: und der rinnt, sickert in die Jaucherrinne und fließt über die Jaucherrinne ab in die Jauchergrube.
Andreas: Ah, okay, das muss man nicht so... Genau, dadurch trocknet quasi auch der Mist
Andreas: dann zusätzlich aus, schon im Stall.
Andreas: Und der flüssige Teil rinnt einfach in die Jaucherrinne ab und in die Jauchergrube
Andreas: dann eben und den festen Teil schieben wir dann auf den Misthaufen zusammen
Andreas: und auch da die Sicker-Säfte,
Andreas: die da nochmal rauslaufen, die laufen dann direkt in die Jauchekrube da runter rein.
Bianca: Und warum trennt man das?
Andreas: Damit es weniger stinkt.
Willy: Warum stinkt es dann weniger? Jetzt fangen wir in der Warum-Runde drinnen an.
Andreas: Ja, weil umso nasser, umso mehr riecht das Ganze.
Andreas: Umso mehr Ammoniakausgasung hast du und dadurch riecht es einfach stärker und
Andreas: Ammoniak ist einfach der Geruchsbildner.
Andreas: Und das schlimmste für den Geruch ist natürlich Gülle.
Andreas: Der Kot und der Urin zusammen und die Gülle riecht natürlich am allermeisten.
Andreas: Und Jauche, also Mist getrennt, riecht am allerwenigsten. Das ist die Form der
Andreas: Haltung mit der wenigsten Geruchsemission.
Willy: Okay, es entsteht sozusagen in Summe zwar auch viel Geruch,
Willy: aber dadurch, dass ihr, wir haben ja vorher über das Thema Anrainer,
Willy: Geruchsbelästigung und mögliche geredet, dadurch, dass es eine Offenstrahlhaltung
Willy: ist, das heißt es ist dauerbelüftet, Verteilt sich im Prinzip alles,
Willy: was mit Geruch entsteht, einfach gleichmäßig über die Tinte durch?
Andreas: Verteilt sich auch gleichmäßig, genau.
Willy: Dadurch stinkt, hast du nie Geruchsspitzen oder sowas?
Andreas: Genau, das auch zusätzlich.
Willy: Frau Blaser?
Bianca: Na, apropos, denke ich mir gerade, von nichts kommt denn nichts und damit hinten
Bianca: was rauskommt, muss man vorne was reinstopfen oder einführen.
Bianca: Was fressen Sie denn, die Maurerschweine?
Andreas: Die Maurerschweine fressen Schrot und Heu. Genau, also wir haben...
Regina: Hast du gewusst, dass Schweine Heu fressen?
Andreas: Ja.
Regina: Das wissen nämlich viele Leute nicht. Genau.
Andreas: Aha.
Bianca: Ja, da ist der Moment.
Andreas: Das haben sie eigentlich ganz gern, das Heu zusätzlich. Das genießen sie auch wirklich.
Andreas: Ja, das ist im Endeffekt einfach das bisschen Raufutter, das brauchen sie sowieso auch im Magen.
Willy: Wo ist Raufutter?
Andreas: Heu. Heu ist das Heu, ja, wir nennen es doch Raufutter eben.
Andreas: Und ja, genau, das brauchen die Tiere sowieso auch für eine gesunde Magendarmflora.
Bianca: Uns wird gerade der Kuchen aufgeschnitten bei diesem Wort.
Andreas: Wunderschön. Genau. Und sonst bekommen sie Schrot, also geschrotetes Getreide
Andreas: und auch Erbsen. Die sind unsere Hauptproteinquelle.
Bianca: Genau.
Andreas: Also einerseits haben wir sehr viel Gerste in der Mischung, was bei uns die
Andreas: Wintergerste ist. Dann haben wir Triticale, dann als Hauptproteinquelle die Erbsen.
Andreas: Und dann zusätzlich haben wir noch Sojapresskuchen mit dabei,
Andreas: Kartoffeleiweiß und eine Mineralstoffmischung, die quasi die Vitamine noch hinzufügt.
Andreas: Und wir verwenden auch eine Futterkohle zusätzlich, die auch ein bisschen die
Andreas: Magendarmflora stabilisieren soll.
Andreas: Und genau, das Ganze wird geschrotet und dann zusammengemischt und das fressen
Andreas: die Schweine. Das ist Schweinefutter.
Willy: Das ist ja wirklich wie ein komplettes Müsli, also ist urviel drinnen.
Willy: Warum brauchen die so viel verschiedene Nahrungskomponenten?
Andreas: Das ist genauso wie beim Müsli im Endeffekt. Beim Müsli sind auch ganz viele
Andreas: verschiedene Komponenten mit drinnen und im Endeffekt fressen unsere Schweine
Andreas: nur das Müsli und deshalb ist halt ganz wichtig, dass alles mit dabei ist.
Andreas: Und es ist halt so, dass es gibt einfach nicht das Hauptfutter,
Andreas: also dass du sagst, das hat alles für das Schwein, sondern ich habe meine Proteinquellen
Andreas: und ich habe Äh, ja, meine...
Andreas: Kohlenhydratquellen. Und dann brauche ich einen gewissen Energiewert und das
Andreas: Ganze muss einfach stimmig sein. Da gibt es für jede Altersgruppe dann verschiedene
Andreas: Optima, die man füttert.
Andreas: Und dann auch die Sauen zum Beispiel, unsere Muttersauen, die brauchen dann
Andreas: auch eine eine Protein-reduziertere Mischung.
Andreas: Und da ist es auch wieder ein Unterschied, ob sie jetzt gerade noch tragen sind quasi,
Andreas: also ob sie noch schwanger sind oder ob sie schon säugend sind,
Andreas: also ob sie schon ihre Ferkel haben, da brauchen die natürlich wesentlich mehr
Andreas: Energie und Protein und wesentlich mehr Futter auch.
Andreas: Da ist einfach die Aufnahme gesteigert und da ist das Futter auch nochmal anders,
Andreas: damit sie da auch die Energiezufuhr decken können über unser Futter und dass
Andreas: sie nicht zu sehr abmagern.
Bianca: Aber sie sind ja im Prinzip genauso wie wir Menschen alles Fresser und genauso
Bianca: wie bei uns, je nachdem in welcher Lebensphase wir sind, braucht es halt das
Bianca: richtige Futter. Genau.
Regina: Genau. Braucht ein eigenes Müsli. Genau, so ist es.
Willy: Aber nur, dass ihr das halt managen müsst und ohne da jetzt weiter in die Tiefe
Willy: zu gehen, weil das ist glaube ich ein Thema für 17 andere Podcasts,
Willy: was man darüber machen kann. Sehr, sehr kompliziertes Thema.
Willy: Komplex hoffentlich nicht, weil dann würde man einfach auf gut Glück was zusammenmischen.
Willy: Aber doch eine ziemliche Aufgabe.
Willy: Woher kommt das Futter? Du hast gesagt, ihr habt es hier im Betrieb.
Andreas: Derzeit schaffen wir es noch, dass eigentlich fast alles von uns ist.
Andreas: Die Erbsen sind auch von uns, die Körnererbsen sind auch von uns.
Andreas: Auch die Gerste und die Triticale, Kreuzung aus Weizen und Roggen, ist die Triticale.
Andreas: Die ist besser für die Fütterung, weil sie ein bisschen ertragreicher ist und
Andreas: für die Fütterung quasi optimiert gezüchtet ist.
Andreas: Ja genau und wir haben eigentlich fast das ganze Futter selber.
Andreas: Zusätzlich machen wir noch unser Heu selber und auch das Stroh produzieren wir selber.
Andreas: Ja das einzige was wir zukaufen, wir haben es zwar auch,
Andreas: wir haben die Soja, die Sojabohne, aber wir verkaufen unsere Sojabohne und kaufen
Andreas: eine schon gepresste und aufbereitete einen Bio-Soja-Presskuchen wieder zu.
Andreas: Das ist aber Bio-Soja-Presskuchen aus Österreich. Also vielleicht ist es auch
Andreas: teilweise unsere Ware, die wir wieder zurück kaufen, aber da ist einfach die
Andreas: Logistik für uns dahinter zu aufwendig, dass wir das alles selber machen.
Willy: Also die Soja direkt verfüttern kannst du es nicht, oder?
Andreas: Genau. Die Körner erhitzt. Also Soja sind so, wenn du sie so verfütterst, giftig.
Andreas: Und deshalb musst du sie erhitzen auf über 60 Grad.
Andreas: Und das für eine gewisse Zeit.
Willy: Das machst du nicht selber.
Andreas: Genau, das machen wir nicht selber. Noch nicht. Wir haben uns dagegen entschieden,
Andreas: es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, wie man das selber machen kann.
Andreas: Ist für uns zur Zeit noch einfach zu aufwendig.
Andreas: Das kommt auch noch mit dazu. Dann kaufen wir noch ein biologisches Kartoffeleiweiß.
Andreas: Und die Mineralstoffmischung, die kaufen wir auch noch mit dazu.
Willy: Also ihr könntet aber generell Soja braucht man zum Muskelaufbau.
Willy: Aber ihr könntet euch theoretisch rein aus euren 40 Hektar, die ihr habt,
Willy: wo sehr viel wächst, wie du uns jetzt gesagt hast, Ackerkulturen,
Willy: eigentlich selbst versorgen für die Schweine.
Andreas: Ja, ja. Also für unsere Schweine geht das sicher aus. Zur Zeit noch,
Andreas: wenn wir dann unsere komplette Mast mit dabei haben, dann wird es etwas knapp.
Bianca: Wenn man sich jetzt so ein Bio-Schwein anschaut, wird das, bevor es geschlachtet
Bianca: wird, also ich stelle die Frage anders,
Bianca: braucht das länger, bis es das Schlachtgewicht hat? Wie alt werden die?
Andreas: Definitiv. Wir sind bei der konventionellen Schweinehaltung jetzt um die sechs Monate,
Andreas: bis es schlachtreif wird und Bio bei mindestens acht oder neun Monaten,
Andreas: also es ist schon mal um die Hälfte der Zeit gegenüber der konventionellen Haltung
Andreas: länger und wir lassen unsere Schweine für unsere Direktvermarktung teils noch länger stehen,
Andreas: weil einfach der intramuskuläre Fettgehalt mit dem Alter noch höher wird,
Andreas: sprich das Fleisch ist einfach saftiger dann.
Willy: Kann ich bestätigen.
Bianca: Okay Willi, darüber reden wir später. Aber sag mal, das heißt,
Bianca: Sie wären 8-9 Monate alt?
Andreas: Mindestens.
Bianca: Haben dann ca. 110 Kilo? 120.
Andreas: Oh, das wär das da.
Bianca: Okay, arg. Ähm, zahlt sich das aus?
Willy: Ich frage nicht so unverständlich.
Bianca: So vom Geld her, weil du musst sie ja die Zeit, die sie länger da sind,
Bianca: auch länger füttern und beherbergen. Ja, definitiv.
Andreas: Aber es ist schon so, dass die Bio-Schweinehaltung natürlich der Preis für die
Andreas: Bio-Haltung ist schon höher.
Andreas: Es ist trotzdem relativ knapp, so wie es immer in der Landwirtschaft ist.
Andreas: Könnten wir alles über die Direktvermarktung machen, wäre es einfach sicherer für uns.
Andreas: Es ist in der Landwirtschaft sowieso so, dass man nicht reich wird davon, das geht sich nie aus.
Andreas: Unser Ziel ist einfach so, ist einfach das, dass wir davon leben können. Das wäre das Schönste.
Andreas: Zurzeit ist es natürlich noch immer knapp, weil wir noch immer im Aufbau sind.
Andreas: Wann wir nicht mehr im Aufbau sind, weiß ich eh nicht.
Andreas: Ja, aber genau, das ist eigentlich unser Ziel, dass wir davon leben können im Prinzip.
Regina: Was man beim Fleisch zum Beispiel auch sagen kann, wenn ich einen Schweinsbraten
Regina: mache und ich habe einen Bio-Schweinsbraten und ich habe so ein Stickel und
Regina: gebe das ins Rohr hinein, dann kommt das genauso groß wieder heraus.
Regina: Wenn du ein konventionelles Fleisch nimmst und das ins Rohr hinein gibst,
Regina: dann, wenn es wieder rauskommt, der Schweinsbraten ist ziemlich viel kleiner, oder?
Bianca: Da werden wir mal eine Feld- bzw. Küchenstudie dazu durchführen.
Willy: Wir haben das ja auch schon gehört in unserem Podcast mit den Fleischscherren.
Willy: Bauart, mit der Fleischerei Bauart, wo auch das so ein Qualitätsfaktor vom Fleisch
Willy: ist, ob es das Wasser hält oder ob es es einfach während dem Braten verliert.
Willy: Ich habe jetzt zwei Fragen. Die erste, was mir schon ein bisschen gefällt,
Willy: also ihr macht ja im Prinzip alles, um die Kosten des Betriebes zu maximieren.
Andreas: Ich sage es bewusst provokant, weil ihr baut groß.
Willy: Ihr gebt den Schweinen ausreichend oder viel Platz sogar, wenn man raus geht.
Bianca: Zeit.
Willy: Ihr gebt seiner Zeit, also ökonomisch gesehen ein völliger Wahnsinn eigentlich.
Willy: Ihr holt euch die komplette Komplexität der Wertschöpfungskette auf den Hof,
Willy: was sich eigentlich über die letzten 30, 40 Jahre eher ausdifferenziert hat,
Willy: sodass halt jeder sein Ding macht und das spezialisiert.
Willy: Ist das irre oder geht sich das jetzt irgendwie schon wieder aus,
Willy: weil ihr müsst das dann auch verkaufen?
Andreas: Ja.
Willy: Oder? Wie geht das?
Andreas: Ja, es ist natürlich komplizierter und die Kosten sind natürlich hoch,
Andreas: aber wir haben das immer so gesagt, dass wir die Preise unserer Produkte an
Andreas: die Tierhaltung anpassen und nicht unsere Tierhaltung an die Preise.
Andreas: Das ist das. Wir hoffen halt trotzdem, dass es den Kunden einfach das wert ist,
Andreas: was wir da an Aufwand betreiben und wir müssen es natürlich einpreisen.
Andreas: Unsere Produkte sind auch teurer als die Bio-Produkte beim Billa,
Andreas: aber eben genauso wie du es jetzt eigentlich wunderschön gesagt hast.
Andreas: Wir haben alles am Hof, wir vereinen alles am Hof und das macht uns auch zu einem großen Teil aus.
Andreas: Das ist eben das. Wir haben wirklich die absolute Kontrolle über die ganze Produktionskette
Andreas: und können vollends dahinter stehen, dass wir wirklich mit bestem Gewissen Schweinefleisch produzieren.
Andreas: Und ja, das ist es hoffentlich auch den Kunden jetzt und in Zukunft wert,
Andreas: dass man bei uns beim Automaten Einkaufs.
Willy: Aber ist es vielleicht, weil wir auch bei der Stadtnähe sind,
Willy: wir haben vorher über die Nachteile geredet von der Stadtnähe,
Willy: jetzt seid ihr, so wie ihr es betreibt, natürlich idealistisch gesehen ein Top-Betrieb.
Willy: Danke. Ich kann mir glaube ich jetzt so sagen, aber ihr bedient halt mit dem
Willy: eine Nische. Also ihr seid wahrscheinlich ein kompletter Nischenbetrieb,
Willy: wenn man es jetzt mal im Vergleich mit mit der restlichen Landwirtschaft.
Willy: Ist das etwas, das kann man sich im Prinzip nur leisten und auch danach leben
Willy: und arbeiten, wenn man 1,7, 1,8, 1,9 Millionen Leute zerfolotiert,
Willy: weil die nicht mehr entsprechend groß sind?
Willy: Oder ist das irgendwie ein System, weil das macht ja nur Donnern Sinn,
Willy: weil so ist schön für Eichhörnchen und Eicherschweinchen.
Willy: Aber eigentlich würdest du dir ja wünschen, dass das überall so wirkt.
Willy: Ist das dann nicht irgendwo...
Willy: Ist es mehrheitsfähig irgendwann einmal oder ist es einfach ein schönes Leben
Willy: in der Nische, aber halt nicht mehr?
Andreas: Ich hoffe schon wirklich, dass wir auch ein Fahrzeugebetrieb sein können und
Andreas: dass sich da viele ein Beispiel daran nehmen.
Andreas: Ich denke schon, dass es auch ausweitbar ist. Es ist halt immer abhängig von
Andreas: den Konsumenten. Das ist immer der große Faktor.
Andreas: Ist dieser ganze Aufwand den Leuten auch wirklich das Geld wert? Das ist immer die Frage.
Andreas: Und da stehen wir einfach davor, dass wir da auch wirklich stark dahinter sein
Andreas: müssen, dass wir das wirklich auch transportieren.
Andreas: Was leisten wir eigentlich da wirklich an Mehrwert? Weil das haben wir auch
Andreas: schon oft erlebt eben, dass die Leute das einfach nicht verstehen,
Andreas: was wir da eigentlich an Mehraufwand betreiben.
Andreas: Und deshalb haben wir auch angefangen eben mit Schule und Bauernhof,
Andreas: wo wir auch wirklich Schulklassen bei uns herumführen und denen das direkt zeigen,
Andreas: was wir eigentlich gegenüber einer konventionellen Schweinehaltung an Mehraufwand
Andreas: haben und auch an Mehraufwand leisten.
Andreas: Und ganz am Schluss frage ich die Kinder dann immer ganz gern,
Andreas: warum glaubt ihr, ist jetzt bioteurer?
Andreas: Und dann habe ich immer die Antwort, ja es ist ja einfach wesentlich mehr Aufwand
Andreas: und den Tieren geht es einfach viel besser.
Andreas: Und das kristallisiert sich dann eigentlich wunderschön heraus und die Kinder
Andreas: haben es auch wirklich verstanden.
Andreas: Und so hoffen wir, dass wir das zumindest zu einem Teil auch weiter transportieren
Andreas: können und dass wir dann auch das über die Kinder schaffen,
Andreas: dass die nächste Generation schon daran denkt und dass sie vielleicht auch die
Andreas: Eltern jetzt davon überzeugen können, dann die Kinder mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen.
Bianca: Was sind denn so, wenn die Kinder kommen, die häufigsten Fragen, die sie stellen?
Andreas: Darfst du, weiß ich nicht.
Regina: Zum Schluss, wenn wir Gymnasiumsklassen haben, oder eben fünfte Schulstufe,
Regina: macht man meistens auch eine Verkostung.
Regina: Und da haben wir einen Selchfleischaufstrich und einen Leberaufstrich und das
Regina: lassen wir die Kinder kosten.
Regina: Und die Kinder sagen dann, Und was ist denn, das ist eine häufige Frage,
Regina: und das sind eure Schweine, die kleinen, herzigen, was da draußen waren?
Regina: Und der Andi gibt dann zur Antwort, ja, und wir essen Fleisch und wir essen nur unser Fleisch.
Regina: Warum glaubt ihr? Und dann siehst du, wie das bei den Kindern zum Rattern anfängt
Regina: da oben und sagen, weil ihr genau wisst, was diese Schweine gefressen haben.
Regina: Das ist eine häufige Frage.
Andreas: Wie sie aufgewachsen sind, das ist das Wichtigste.
Regina: Genau, wie sie aufgewachsen sind und was sie gefressen haben.
Regina: Und das durch die ganze Geschichte, die Andi Ihnen eben vorher erzählt,
Regina: fragen sie das und wissen das eigentlich auch.
Andreas: Und haben es verstanden dann auch. Das ist das Schöne.
Bianca: Wie ist denn das für die Kinder, wenn ihnen da kroschen fällt,
Bianca: dass die lieben Schweine, bei denen sie gerade noch waren, dass die selben sind, die sie essen?
Regina: Unterschiedlich.
Andreas: Ja, genau richtig.
Regina: Völlig unterschiedlich. Wir haben einmal eine Klasse gehabt,
Regina: das waren nur wenig, das waren zehn, glaube ich, waren da nur da und dann hat
Regina: es diese Verkostung gegeben und da haben wir,
Regina: wie gesagt, die zwei Aufstriche und eine Hartwurst gehabt und von den zehn war
Regina: einer dabei, der hat die Hartwurst gekostet.
Regina: Anderen haben nichts gekostet. Die haben gesagt, können wir auch ein Brot ohne was drauf haben.
Regina: Und letzte Woche haben wir zwei Klassen da gehabt, die haben alles Rattenputz aufgessen.
Bianca: Haben sie das behirnt?
Regina: Ja!
Andreas: Die ham's schon behirnt?
Andreas: Es sind nur die Reaktionen dann unterschiedlich von den Kindern.
Andreas: Ich glaube verstanden haben sie es schon meistens und ich mache da auch den
Andreas: Vortrag wirklich sehr direkt.
Andreas: Ich erkläre auch die Schlachtung, ich erkläre auch die Kastration,
Andreas: ich erkläre auch den Unterschied zu den konventionellen Betrieben,
Andreas: dass wir keine Schwänze kopieren und so weiter.
Andreas: Ich erkläre diese ganzen Unterschiede und sage ihnen auch die Wahrheit, so wie es rennt.
Andreas: Die Tierhaltung ist, ja, man muss darüber nachdenken, man muss sich ethisch
Andreas: überlegen, ob man da dahinter stehen kann, ob man Fleisch essen kann oder nicht.
Andreas: Und wir haben uns für den Weg entschieden, dass wir eben das Bestmögliche versuchen
Andreas: zu tun für die Tiere, für das Tierwohl und können dadurch auch dahinter stehen,
Andreas: dass wir unser Fleisch essen können und dass wir es auch verkaufen.
Regina: Und was wir Ihnen auch sagen, ihr müsst euch Bewusstsein für jedes Fleisch,
Regina: was sie esst, ist ein Tier gestorben.
Andreas: Da will ich immer ganz besonders auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam
Andreas: machen, dass man wirklich kein Schnitzel im Gasthaus stehen lässt,
Andreas: dass man kein Backelwurst im Kühlschrank ablaufen lässt oder irgendwas.
Andreas: Das ist mir immer ganz, ganz, ganz wichtig und das transportiere ich immer ganz
Andreas: am Schluss noch einmal, dass die Kinder das auch wirklich hoffentlich eingebrannt
Andreas: bekommen und dass sie sich es merken.
Regina: Oder wenn sie älter sind, ein bisschen die Kinder natürlich Volksschule oder
Regina: so versteht das noch nicht so ganz,
Regina: aber wenn die Kinder auch älter sind, kannst du ihnen glaube ich auch klar machen,
Regina: man muss ja nicht so viel Fleisch essen, aber wenn, dann soll das qualitativ
Regina: hochwertiges Fleisch sein.
Bianca: Wie werden denn die Schweine bei euch vom Schwein zum Fleisch?
Andreas: Die Schlachtung.
Andreas: Wir schlachten für unseren Automaten quasi, also für unsere Direktvermarktung.
Andreas: Wir haben die Direktvermarktung über den Automaten hinter unserem Hof.
Andreas: Und für die Direktvermarktung schlachten wir alle zwei Wochen ein Schwein.
Andreas: Und mit dem fahren wir quasi zehn Minuten zu unserem Partnerbetrieb,
Andreas: zum Biohof Habich nach Adakla.
Andreas: Dort werden dann die Schweine geschlachtet. Die Betäubung erfolgt über die Elektrozange.
Andreas: Und ja, im Prinzip ist es genauso ein bäuerlicher Betrieb. Die schlachten maximal
Andreas: die Woche sechs, maximal sieben Schweine.
Andreas: Und unseres dann noch dazu.
Andreas: Ja, ist eine ganz ruhig ablaufende Schlachtung, wie ich auch dahinter stehen
Andreas: kann, dass das passt für die Tiere.
Andreas: Ich bin im Endeffekt eigentlich bei jedem Schwein bis zur Betäubung,
Andreas: bis zum Stich, bis zum Ausbluten, bin ich eigentlich bei jedem Schwein dabei,
Andreas: lad das noch mit ab und so weiter.
Andreas: Und ja, wir schauen da auch eben mit drauf, dass das Ganze ruhig abläuft.
Andreas: Dann verarbeitet eben ein Teil, ein Teil wird direkt am Biohof Habich verarbeitet
Andreas: und den Rest verarbeitet die Fleischerei Schober in Gausamkamp.
Bianca: Das heißt jetzt noch outgesourced.
Andreas: Jetzt noch Outgesourced? Genau, jetzt noch. Also da wäre die große Hoffnung,
Andreas: dass wir wirklich die Schlachtung irgendwann zu uns auf den Betrieb bringen.
Andreas: Das wäre das, das ist eines unserer größten Ziele, dass wir die Schlachtung
Andreas: selber durchführen können. Das heißt, da ist noch ein Schlachtraum von uns zu
Andreas: bauen, plus auch ein Verarbeitungsraum.
Andreas: Das wäre das schönste, wenn wir wirklich beides bei uns hätten.
Andreas: Ja, eines der großen Pläne für die nächsten Jahre, sage ich jetzt einmal.
Willy: Großen Projekte, danke.
Andreas: Großen Projekte für die nächsten Jahre, genau.
Bianca: Ich finde bei uns auch immer so ein bisschen die Bremse der Projekte,
Bianca: aber wie ist denn das, ich versuche es mir nur gerade vorzustellen,
Bianca: Ein Schweinebauer ist oft ein Ackerbauer, so wie bei euch.
Bianca: Und dann gibt es noch deine 1000 anderen Projekte und Schule am Bauernhof.
Bianca: Und dann noch Vermarktung und Direktverarbeitung.
Willy: Ja. Ich würde sagen, wie sich das alles ausgeht.
Andreas: Ein bisschen irre, ja.
Willy: Ich würde ganz gerne noch einen Punkt, den ich jetzt vergessen habe zum Ansprechen,
Willy: auch bei den Schweinen, nämlich das Thema Bio. Wir haben es die ganze Zeit quasi
Willy: drinnen im Thema, aber noch nicht explizit angesprochen, wenn ich jetzt an Bio
Willy: Schweinehaltung denke.
Willy: Was heißt Bio konkret bei Schweinen? Was ist da anders wie bei,
Willy: sage ich jetzt mal, pauschal konventioneller Haltung?
Willy: Was ist Bio und was ist es dann nicht?
Willy: Ist Bio auch Auslauf? Ist Bio nur das Futter? Was ist Bio?
Andreas: Ganz wichtig, der Auslauf, so wie du gesagt hast. Alle Schweine müssen 365 Tage
Andreas: im Jahr die Sonne sehen können.
Willy: Es ist dehnbar, oder?
Andreas: Nein, nein, es ist auch, es sollte zumindest, es ist nicht dehnbar im Prinzip in der Bio-Haltung.
Andreas: Also du musst ihnen wirklich täglichen Auslauf gewähren.
Andreas: Genau, das ist eines der ganz, ganz wichtigen Themen, wie es sich von der konventionellen
Andreas: Haltung unterscheidet.
Andreas: Weil klassisch gesehen, in der konventionellen Haltung, so wie sie klassisch
Andreas: ist, sehen die meisten Schweine im Prinzip in Österreich gar nicht die Sonne.
Andreas: Das ist einmal ganz wichtig. Dann natürlich...
Willy: Ich hätte jetzt noch eine Frage dazu, wenn ich sie aufzeige. Du hast gesagt Auslauf.
Andreas: Ja. Genau.
Willy: Ich bin Konsument. Ich denke an Auslauf. Und jetzt ist hier ein Schwein auf der Wiese hupfen.
Willy: Was bedeutet Auslauf? Heißt das nur, dass sie raus dürfen?
Willy: Muss diese Fläche irgendwie Stroh eingestreut sein? Kann es nur,
Willy: reicht es, wenn es eine Betonfläche ist? Oder was heißt Auslauf?
Andreas: Stroheinstreu ist immer vorgeschrieben in der biologischen Erhaltung.
Andreas: Es darf ein Teil des Auslaufs auch einen Spaltenboden haben,
Andreas: quasi dort, wo der Urin abgesetzt wird und wo die Tränkebecken sind.
Andreas: Ist bei uns gar nicht der Fall. haben eben wie gesagt schon gar keinen Spaltenboden,
Andreas: ist im Prinzip erlaubt und genau, es ist ein betonierter Untergrund,
Andreas: da der Untergrund ja für die Ausscheidungen auch dicht sein muss,
Andreas: da geht es wieder um den Wasserschutz, um den Grundwasserschutz und um die Wasserrechtsverordnungen.
Andreas: Deshalb muss es ein betonierter Auslauf sein und da gibt es einfach im Prinzip
Andreas: eine gewisse Vorschrift, wie groß der Auslauf sein muss für die Bio-Schweine,
Andreas: aber es gehört im Prinzip natürlich zum Stall dazu.
Willy: Aber es muss ein Auslauf. Bio ist immer ein Auslauf.
Andreas: Es gibt kein Bio ohne Auslauf.
Willy: Absolut.
Andreas: Bei allen Tierarten, das kommt dann auch dazu. Alle Tierarten.
Andreas: Alle Tierarten, egal ob Ziegen, Kühe, Schafe, Hühner, Puten,
Andreas: Gänse, alle haben Auslauf in der biologischen Tierhaltung. Ganz, ganz wichtig.
Andreas: Dann natürlich auch noch, mittlerweile glaube ich, rein biologische Fütterung.
Andreas: Es war eine Zeit lang waren 5% konventionelle Produkte erlaubt,
Andreas: für die Abdeckung des Proteinbedarfs.
Andreas: Da war noch was erlaubt. Mittlerweile ist, nagelt es mich aber nicht darauf
Andreas: fest, ist es vorgeschrieben, dass es wirklich komplett rein biologische Fütterung
Andreas: ist in Österreich, weil wir die Proteinquellen mittlerweile auch zur Verfügung haben.
Andreas: Genau, das ist ganz wichtig, natürlich alles gentechnikfrei,
Andreas: ganz klar, bio, ganz ganz wichtig.
Andreas: Genau, dann kein Antibiotika-Einsatz von vorbeugenden Maßnahmen her,
Andreas: das heißt ich darf nicht schon vorab gewisse Dosierungen oder kleine Dosierungen von Antibiotika geben.
Andreas: Das ist auch ganz wichtig.
Andreas: Dann, was haben wir denn noch? Ja, generell dreimal so viel Platz.
Andreas: Generell. Also nicht nur der Auslauf.
Willy: Was bedeutet das in absoluten Zahlen?
Andreas: Boah, ich darf mich jetzt nicht festnageln. Ich glaube, wir sind bei 1,1 Quadratmetern
Andreas: für ein 110 Kilo Schwein und mindestens eben über drei Quadratmeter für ein
Andreas: Bio-Schwein mit 110 Kilo.
Andreas: Aber da gebe ich jetzt keine Garantie drauf. Bei uns ist noch ein bisschen mehr
Andreas: Platz und vor allem unsere Zuchtsauen zum Beispiel in der Abwecklbucht,
Andreas: die haben nochmal zum Beispiel vom Auslauf her fast doppelt so viel Platz,
Andreas: wie eigentlich die biologische Vorschrift ist.
Andreas: Also wir geben den Tieren noch mal mehr Platz, weil wir ihnen zum Glück den Platz anbieten können.
Andreas: Und weil es uns auch einfach ein wichtiges ist, umso mehr Platz,
Andreas: umso besser geht es den Tieren.
Bianca: Aber die Schweine, also die Eber, werden genauso kastriert wie konventionelle?
Andreas: Kastriert werden sie, so wie die konventionellen, aber nicht genauso.
Andreas: Das ist auch ein ganz ganz wichtiger Punkt. Die Schweine. Es ist mittlerweile
Andreas: Vorschrift und wir hätten es ohnehin nur so gemacht.
Andreas: Es ist eine Vollnarkose Vorschrift in der biologischen Tierhaltung bei der Kastration.
Andreas: Vollnarkose. Eine Vollnarkose.
Andreas: Das ist eine Operation. Ganz, ganz wichtig.
Andreas: Feckelkastrieren ist so immer. ja, Ferkelkastrinen. Es werden halt die Hoden entfernt aus...
Andreas: Das ist ein operativer Eingriff beim Tier und das hat meiner Meinung nach nur
Andreas: unter Vollnarkose statt zu finden.
Andreas: Ist jetzt eben auch in der biologischen Tierhaltung schon Vorschrift.
Andreas: Es darf kein Bio-Tier mehr, also kein Bio-Schwein mehr ohne Vollnarkose kastriert werden.
Andreas: Ist in der konventionellen Tierhaltung nicht Vorschrift.
Andreas: Und ja, es sind natürlich Kosten, die dadurch verursacht werden.
Andreas: Eine Narkose darf nur der Tierarzt verabreichen und dadurch brauche ich dann
Andreas: jedes Mal, wenn ich Fertigkastriere, brauche ich den Tierarzt da.
Andreas: Das verursacht natürlich Kosten, aber die können zum Glück in der biologischen
Andreas: Produktion aufgefangen werden.
Andreas: Ist natürlich schwieriger auch für die Biobetriebe. Wir sind da in der genialen
Andreas: Situation, dass ich meine Frau habe, die die Kastration macht, da sie Tierärztin ist.
Andreas: Aber sonst in der konventionellen Tierhaltung ist es nicht vorgeschrieben und
Andreas: deshalb wird es halt meistens auch nicht gemacht, weil der Preis,
Andreas: den die Konsumenten bereit sind zu zahlen, diese Kosten einfach nicht deckt.
Willy: Weil sie auch teilweise einen Massenmarkt bedienen, wo diese Kosten einfach
Willy: auch nicht runterkommen. Und ich sage jetzt einmal, in einem Nischenmarkt,
Willy: in einem hochpreisigen Segment, tut man sich wahrscheinlich auch leichter,
Willy: die Kosten noch irgendwie unterzubringen. Nur auch da wird es irgendwann eine Obergrenze geben.
Andreas: Genau so ist es. Auch in der biologischen Tierhaltung ist es natürlich schwierig.
Willy: Wenn jetzt ein Kilo Schlögel oder so herkommt, kannst du uns eine gewisse Relation
Willy: geben, was ist klassisch-konventionelle Haltung, was ist Standard-Bio-Haltung
Willy: und wo seid ihr ungefähr daheim?
Bianca: Preistechnisch.
Andreas: Du darfst mich nicht fragen, ich habe keine Ahnung, was der Schlögl zurzeit
Andreas: kostet beim quasi Schnitzel.
Andreas: Ich weiß es nicht, was es für Aktionen gerade gibt, was er gerade kostet beim
Andreas: Lebensmitteleinzelhandel.
Andreas: Ich weiß es nicht auswendig. Wir sind irgendwo...
Andreas: Ich weiß es auch bio nicht. Wir sind an den 30 Euro.
Andreas: Sind damit auch an den 30 Euro das Kilo. Ist sehr hochpreisig, ja.
Andreas: Aber wir brauchen diesen Preis, da sonst die Kosten einfach nicht gedeckt sind.
Bianca: Ich habe noch eine Frage, die da auch vielleicht in diese Kerbe schlägt, die mich voll umtreibt.
Bianca: Ich habe gelernt, In jeder Art der Schweinehaltung bei der Zucht gibt es tote
Bianca: Ferkel, weil sich die Sauen einfach unabsichtlich auf die Ferkel drauflegen.
Bianca: Jetzt haben wir bei euch gesehen, die Sauen haben keinen Ferkelschutzkorb.
Bianca: Das ist das Ding, wo sie quasi eingesperrt sind beim Ferkelkriegen oder beim
Bianca: Abferkeln, so dass sie sich nicht gescheit hinlegen können.
Bianca: Steht oft auch sehr unter Kritik, aber verhindert zumindest im besten Fall,
Bianca: dass es tote Ferkel gibt oder viele tote Ferkel gibt. Wie ist das bei euch?
Andreas: Im Prinzip kann man auch sagen und ist auch schon öfter nachgewiesen worden,
Andreas: gibt es keinen Unterschied. Also der Ferkelkorb bringt nicht diesen Vorteil,
Andreas: auch in der konventionellen, was jetzt mein Wissensstand ist.
Andreas: Gebe ich auch keine 100-prozentige, also den ganz aktuellen Stand habe ich nicht im Kopf,
Andreas: aber es gibt keinen Unterschied zwischen den konventionellen Ferkelverlusten
Andreas: mit dem Ferkelschutzkorb und der
Andreas: biologischen Haltung, wo gar kein Ferkelschutzkorb verwendet werden darf.
Andreas: Die Sau darf um die Geburt herum nicht fixiert werden oder darf nie fixiert werden im Prinzip.
Andreas: Also von dem her und es bringt der Ferkelschutzkorb einfach nicht diesen Vorteil.
Andreas: Also in der biologischen Haltung ist es dadurch gelöst, dass die Sau einfach mehr Platz hat.
Andreas: Sie kann sich besser bewegen, sie kann sich drehen, sie kann sich umschauen
Andreas: um ihre Ferkel und kann aufpassen, wie sie sich niederlegt. Diesen Platz,
Andreas: der ist oftmals konventionell, ist der einfach nicht da.
Andreas: Und das ist da das Problem. Und auch, wenn sich die im Ferkelschutzkorb niederlegen,
Andreas: kann ein Ferkel drunter stehen. Und deshalb haben wir genauso hohe Verluste bio wie konventionell.
Andreas: Also der Ferkelschutzkorb bringt eigentlich Untertitel von Stephanie Geiges,
Andreas: denen diesen riesen Vorteil im Prinzip.
Andreas: Und ja, wir haben genauso Ferkelverluste.
Andreas: Es kommt einfach vor, dass die Sauen, wenn sie älter werden,
Andreas: dass sie manche Ferkel erdrücken.
Andreas: Ich würde sagen, dass wir da noch immer sehr sehr gut dabei sind.
Andreas: Also ich habe jetzt keine aktuellen Zahlen, die ich euch liefern kann,
Andreas: weil ich es zurzeit nicht weiß.
Andreas: Im ersten Jahr waren die Zahlen herausragend, aber es ist natürlich auch mit
Andreas: dem Alter der kompletten Zuchtzaunherde steigen natürlich auch immer die Ferkelverluste.
Andreas: Also wenn man einfach ältere dabei hat, dann werden die einfach schwerfälliger
Andreas: und gebrechlicher, also gebrechlicher nicht, aber einfach schwerfälliger und
Andreas: stehen einfach nicht mehr so schnell auf wie die Jungzaun, die sofort aufspringen,
Andreas: wenn nur ein Ferkel quietscht.
Willy: Achso, die kommen einfach nicht auf, die liegen halt dann drauf auf dem Ferkel
Willy: und schaffen es nicht mehr.
Andreas: Sie kommen da schon auf, aber sie reagieren zu langsam oftmals.
Willy: Okay, das heißt, was man da oft sieht, diese Tonnen für die Tierkörperverwertung,
Willy: glaube ich, sind die, wo halt einfach die Ferkel drin liegen,
Willy: das gibt es auch vom Biobetrieb genauso wie vom konventionellen Betrieb.
Willy: Also es ist jetzt kein Phänomen nur rein von einer konventionellen Anbieterschaft oder sowas.
Andreas: Ja, genau. Aber es ist auch so, wie es dann oftmals propagiert wird,
Andreas: dass die Biobetriebe höhere Ferkelverluste haben, so ist es auch nicht.
Andreas: Also, ja, das ist ein generelles Problem bei der kompletten Schweinehaltung
Andreas: als Ganzes. Also, dass die Ferkelverluste, die gehören einfach konventionell wie biologisch dazu.
Willy: Ich habe jetzt eine Frage, weil du vorher gesagt hast, Es liegt bei den Konsumenten,
Willy: was sie dann quasi am Ende vom Tag im Supermarkt dann zahlen dafür, ob es ihnen das wert ist.
Willy: Ich habe mir auch bei den Kindern überlegt, ob sie es dann bis zum Erwachsenenalter
Willy: nicht wieder vergessen haben, wenn sie dann mit 1.500, 1.600 netto im Monat quasi einkaufen gehen.
Willy: Auch auf der anderen Seite, du hast da gesagt, die Gesellschaft soll das machen,
Willy: oder das ist ein gesellschaftlicher Wert, den man da den Tieren gegenüber vertreten
Willy: soll. Es ist die Frage, ist es wirklich der Konsument, der sich das leisten soll?
Willy: Ich leite jetzt quasi ein bisschen verkopft auf das Thema Förderungen über.
Willy: Oder ist es auch etwas, das sich die Gesellschaft als solches leisten soll,
Willy: quasi über Förderungen?
Willy: Meine eine Frage ist, ist hier wohl wirklich die Entscheidung des Konsumenten
Willy: oder müssen wir als Gesellschaft darauf schauen, dass wir das herstellen?
Willy: Zweite Frage ist, wie wichtig sind für euch als Betrieb auch in diesem Premium-Segment
Willy: Förderungen? Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017.
Andreas: Ja, es ist das häufige Problem einfach so,
Andreas: dass jeder gern den höchsten Tierhaltungsstandort hätte, jeder tät gern Bio
Andreas: kaufen, jeder will, dass den Tieren gut geht, niemand will, dass Tiere schlecht
Andreas: gehalten werden, das ist ganz klar.
Andreas: Das Problem ist immer, wenn man dann vor dem Regal steht und es ist natürlich
Andreas: in jedem Supermarkt meistens steht alles zur Verfügung,
Andreas: worüber sich auch wieder streiten lässt, aber wenn man dann vor dem Regal steht,
Andreas: dann ist oftmals aufgrund des Preises greift man dann doch immer wieder zum billigeren Produkt.
Andreas: Und da ist die große Frage, ob man so gut aufklären kann,
Andreas: dass die Leute das alles verstehen und diesen Unterschied wahrnehmen und dann
Andreas: auch wirklich zum teureren Produkt greifen oder was ganz wichtig ist,
Andreas: einfach weniger Fleisch essen.
Andreas: Das ist auch das, wo wir unsere Konsumenten hin erziehen wollen,
Andreas: dass wir sagen, Leute, wir wissen es ist teuer,
Andreas: aber es tut einfach den Tieren gut und es tut euch genauso gut,
Andreas: wenn ihr einfach weniger Fleisch esst, weil es es ist ja auch einfach nicht
Andreas: gesund viel Fleisch zu essen,
Andreas: also von dem her kann man da auf beiden Seiten ansetzen, dass man sagt,
Andreas: man isst einfach weniger, dadurch kann man sich das teurere auch wieder leisten
Andreas: und unterstützt dadurch eine artgerechtere Tierhaltung.
Willy: Aber da ist ja wieder eine individuelle Entscheidung, da ist ja wieder bei der
Willy: Person, traust du das denn uns, also mir als Konsumenten zu,
Willy: dass ich jetzt einfach vernünftig, in dem Sinne vernünftig, einfach dauerhaft agiere.
Willy: Und ich und 9 Millionen andere Österreicherinnen und Österreicher.
Andreas: Das ist die große Frage. Ich hoffe einfach, da wir glaube ich,
Andreas: dass über die Politik, ich glaube, dass die Lobbys dahinter zu stark sind,
Andreas: dass das über die Politik geregelt werden wird.
Andreas: Und deshalb glaube ich einfach, dass wir nur, und das ist auch unsere Philosophie,
Andreas: wir versuchen so viel Aufklärung wie möglich zu betreiben, dass man einfach
Andreas: den Konsumenten bewusst macht,
Andreas: was man damit tut, wenn man Bio kauft und wie viel Tierwohl man damit produzieren
Andreas: kann, nur weil man jetzt einmal mehr Geld ausgegeben hat für das Fleisch oder
Andreas: für die Produkte, die man jetzt gekauft hat.
Willy: Du hast vorher gesagt, das Kilo Schlögel kostet jetzt 30 Euro bei euch ungefähr.
Willy: Würdet ihr ohne Förderung arbeiten müssen? Was würde das Fleisch dann ungefähr kosten.
Willy: Ich hab mir gerade eingefallen.
Andreas: Ja, es müsste noch einmal mehr kosten. Das ist das Problem. Auch wir überleben
Andreas: leider nicht ohne die Förderungen.
Andreas: Das ist eines der weiteren Probleme. Es gibt keine Kostenwahrheit in der kompletten Landwirtschaft.
Andreas: Es wird einfach alles gefördert und auf der anderen Seite können wir in Österreich
Andreas: vor allem gar nicht so billig produzieren,
Andreas: dass da irgendwo eine Kostenwahrheit da wäre und deshalb sind alle Betriebe
Andreas: von der Förderung abhängig.
Andreas: Ich habe immer gehofft, dass wir uns so aufstellen können, dass wir auch von
Andreas: den Förderungen unabhängig sind, aber selbst wir sind auch nicht unabhängig
Andreas: von den Förderungen und ohne den Förderungen wäre es wirklich ganz, ganz schwierig.
Willy: Ganz, ganz schwierig oder unmöglich?
Andreas: Unmöglich wahrscheinlich nicht, kommt darauf an, ich müsste es mir genau anschauen.
Andreas: Aber es wird dann wirklich, wirklich schwer, dass man vernünftig wirtschaften
Andreas: kann, ohne die Förderungen zusätzlich.
Regina: Vor allem wenn es dann ein billiges Fleisch von irgendwo aus dem Ausland gibt.
Andreas: Das ist halt das Hauptproblem, dass auch wenn wir jetzt die Standards in Österreich
Andreas: enorm in die Höhe schrauben,
Andreas: dass wer verhindert, dass der Lebensmitteleinzelhandel oder wer auch immer,
Andreas: dass dann die Produkte günstig aus dem Ausland zugekauft werden und wir in Österreich
Andreas: produzieren hochqualitative Ware und die Produkte werden zusätzlich trotzdem
Andreas: wieder woanders einfach aus dem Ausland zugekauft und ja,
Andreas: das ist auch eines der Hauptprobleme zusätzlich.
Andreas: Deshalb lässt er sich auch wieder schwieriger regeln über die Politik.
Bianca: Apropos politischer Hebel oder persönlicher, die Frage stelle ich jetzt dir,
Bianca: Regina, weil du halt einfach aus deiner Rolle als Mama ein paar Jahre mehr am
Bianca: Buckel hast als der Andi.
Bianca: Du meinst als Mama, ja. Als Andis Mama.
Bianca: Vorher, wie wir bei den Schweinen vorbeigegangen sind, haben wir die Sulen gesehen,
Bianca: wo sie sich im Sommer wälzen und abkühlen können.
Bianca: Klimawandel, Klimakatastrophe, es ist nicht mehr aus den Medien wegzudenken
Bianca: und auch nicht aus dem Alltag, weil wir spüren es mittlerweile alle.
Bianca: Die Frage ist, spürt ihr das hier in der Landwirtschaft und was hat sich geändert,
Bianca: seitdem du ein Kind warst?
Regina: Das ist eine schwierige Frage.
Regina: Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ja, was sich verändert hat,
Regina: ist sicher, wenn du auf das Klima zurückgibst, dass es viel mehr heiße Tage gibt als früher.
Regina: Das hat es früher nicht gegeben, dass es so viele heiße Tage gab.
Regina: Da hat es die Hundstage gegeben, die besonders heiß waren, aber das waren nicht
Regina: ein bis zwei Monate lang.
Willy: Hundsmonate? Das sind jetzt die Hundstage.
Regina: Ja, genau.
Regina: Aber ja, sicher spürst du da eine Veränderung.
Bianca: Wie spürt ihr es de facto am Feld im Stall?
Andreas: Am Feld wird es ganz, ganz schwierig. Das ist das Problem. Weil ihr viel mehr bewässern müsst.
Andreas: Wir haben letztes Jahr zum Beispiel auch, habe ich...
Andreas: Von der Fläche her so viel angebaut, dass bei einem durchschnittlichen Ertrag,
Andreas: dass ich gar nichts zu kaufen hätte müssen an Futter, de facto habe ich letztes
Andreas: Jahr 18 Tonnen Futter dazu gekauft.
Andreas: Das sind eben dann Trockenschäden. Weil wir einfach so massive Trockenschäden
Andreas: hatten letztes Jahr, dass es sich einfach nicht ausgegangen ist.
Andreas: Mittlerweile geht es nicht mehr ohne die Bewässerung im Achfeld, sage ich jetzt mal.
Bianca: Also das heißt, ihr habt eine Bewässerung, ihr müsst es bewässern.
Andreas: Wir müssen bewässern, wir werden dieses Jahr auch wieder bewässern,
Andreas: unsere Acker- und Futterflächen.
Regina: Und wir sind Gott sei Dank im Maachfeld in der Lage künstlich zu bewässern.
Regina: Woanders in Österreich kannst du das gar nicht, weil du die Voraussetzungen dafür nicht hast.
Willy: Woher kommt das Wasser eigentlich?
Regina: Aus dem Maachfeldkanal?
Andreas: Aus der Donau im Prinzip.
Willy: Donauwasser heißt das?
Andreas: Es ist Donauwasser, das über den Machfeldkanal versickert wird.
Willy: Ah, okay.
Andreas: Genau. Ja, und natürlich auch über die Niederschläge und die Grundwasserneubildung,
Andreas: aber im Prinzip wird das ganze Machfeld zusätzlich über den Machfeldkanal,
Andreas: wird der Wasserspiegel vom Grundwasser gehalten, über die Versickerung aus dem Donauwasser.
Andreas: In der Schweinehaltung merken wir es auch noch ganz stark, dass einfach wirklich
Andreas: die Hitze-Tage mehr werden und die Tage mit den extremen Hitzeperioden einfach
Andreas: zunehmen und darunter leiden die Schweine ganz stark.
Andreas: Das ist einfach, Schweine können nicht schwitzen, die brauchen einfach die Suhlen.
Andreas: Die brauchen eine Abkühlung.
Andreas: Und die muss man ihnen zur Verfügung stellen, das ist ganz ganz wichtig.
Andreas: Wir machen das jetzt, haben wir das die letzten zwei Jahre, jetzt am Anfang
Andreas: haben wir das gemacht, mit Gartenschlauch.
Regina: Also der Andi gießt nicht seine Blumen, sondern der Andi gießt auch die Schweine.
Andreas: Auch die Schweine, genau. Also wir sind dann dreimal am Tag durch den Stall
Andreas: durchgegangen und haben mit dem Gartenschlauch alle Schweine,
Andreas: die rauskommen, Die haben das dann schon alle gewusst, dass wir jetzt wieder kommen.
Andreas: Die sind dann alle schon parat gestanden direkt beim Zaun und haben sich da
Andreas: abduschen lassen, weil die das schon ganz genau gewusst haben.
Andreas: Wir haben heuer noch vor, eventuell, dass wir Schweinetuschen zum Selberdrücken
Andreas: für die Schweine montieren. Das wäre auch ganz witzig eigentlich.
Andreas: Dass sie unten draufsteigen.
Andreas: Die Schweine dann so einen Drücker haben, den sie mit der Schnauze irgendwie
Andreas: mit dem Rüssel bedienen können, und dass dann das Duschwasser für eine gewisse Zeit läuft.
Andreas: Und wir werden zusätzlich auch noch zusätzliche Vorhänge montieren.
Willy: Schattenvorhänge.
Andreas: Schattenvorhänge beim Schweinestall zusätzlich, dass wir die Sonneneinstrahlung
Andreas: an den heißen Tagen noch minimieren können.
Andreas: Aber der ganze Klimawandel ist natürlich auch für die Schweine eine enorme Belastung.
Andreas: Das darf man gar nicht unterschätzen. Untertitel von Stephanie Geiges.
Bianca: Ich stelle es mir gerade nur vor,
Bianca: die Schweine im Sommer, das ist Klimawandelanpassung im Schweinestall.
Bianca: Frage, das was am Acker wächst, fressen das nur die Schweine oder produziert
Bianca: ihr daraus auch irgendwas, was man kaufen kann?
Andreas: Entschuldigung. Ja, wir produzieren auch Marktfrüchte.
Andreas: Also wir verkaufen auch Früchte direkt an die Bio-Getreide Austria oder an die
Andreas: Agrarner teilweise auch.
Andreas: Es ist einerseits haben wir auch Weizen für die Brotproduktion im Prinzip, Bio-Weizen.
Andreas: Dann haben wir auch Bio-Mais, der geht an die Agrarna Bio-Stärke-Produktion.
Andreas: Dann haben wir Sonnenblumen, die gehen auch an die Bio-Getreide Austria.
Andreas: Dann haben wir Kürbis, heuer haben wir keine Kürbisse, normalerweise haben wir Kürbisse auch.
Andreas: Und Sojabohnen, die Sojabohnen haben wir auch noch.
Willy: Wie geht es Ihnen das alles aus? Da muss man ja mal den Überblick behalten,
Willy: oder? Jede Kultur ist anders kompliziert als die andere.
Bianca: That's the thing.
Regina: Es wird immer komplizierter.
Andreas: Das ist die schöne Herausforderung, ja. Aber das macht die Landwirtschaft auch so spannend.
Regina: Ja, denke ich mir oft, mein Vater, was der ausfüllen, wenn der das Ganze ausfüllen
Regina: müsste, was die Förderung jetzt betrifft, das hätte er sicher nicht geschafft.
Regina: Also das wäre für ihn furchtbar gewesen, sagen wir mal so.
Willy: Also ich hab letztens mit einem Bekannten telefoniert, der auch Landwirt ist und der hat...
Willy: Doch gemeint, dass der Aufwand für die Förderabwicklung, für die Kontrollen etc.
Willy: Ein großer ist, ein hoher und war mittel amüsiert, sage ich jetzt einmal diplomatisch,
Willy: über diese Aufwände und überlegt sich die ganze Zeit, wie er aus dem Mauser
Willy: kommt. Keine Ahnung, wie er es machen will. Wie geht es euch damit?
Andreas: Ja, es ist im Prinzip sehr aufwendig. Natürlich haben wir zusätzlich auch unsere
Andreas: ganzen Aufzeichnungen, die wir für die Biokontrolle führen.
Andreas: Also unser Betrieb wird zusätzlich... Und das ist da an dir sehr,
Andreas: sehr genau. Ja, auf jeden Fall. Das geht gar nicht anders.
Andreas: Zusätzlich führen wir auch noch die ganzen Aufzeichnungen eben.
Andreas: Und es werden immer mehr Aufzeichnungen, es wird immer mehr Büroarbeit.
Andreas: Die macht einfach keinem Spaß, weil wir sind nicht alle Bauern geworden,
Andreas: damit wir im Büro sitzen. Also mir macht es keinen Spaß, sagen wir es so.
Andreas: Ja, es ist irgendwo schwierig, weil wir produzieren alle gute Produkte.
Andreas: Wir versuchen, schöne und gute Produkte herzustellen.
Andreas: Und ja, es wird alles kontrolliert, das Problem ist halt immer,
Andreas: es gibt irgendwo irgendwen, der dann wieder das eine Hintertürl ausnutzt und...
Andreas: Das führt dann wieder dazu, dass noch stärker kontrolliert wird und noch wesentlich
Andreas: mehr Auflagen sind. Und das Ganze ist einfach schwierig.
Bianca: Ich würde da jetzt eben die Perspektive der Zivilgesellschaft einbringen.
Bianca: Es gibt ja nicht nur die Landwirtschaft oder Bauern, Bäuerinnen,
Bianca: die gefördert werden, sondern auch andere Sparten und es ist dann halt ganz
Bianca: oft das Thema, dass die Leute halt draußen sagen, von nichts kommt ja nichts,
Bianca: ihr kriegt ja auch ein Geld und,
Bianca: kontrolliert muss es deshalb werden, weil mit zu geringen Preisen produzieren,
Bianca: die unsere Kosten einfach nicht decken und deshalb wird das Ganze,
Bianca: um das Lebensmittel günstig zu halten, wird das Ganze subventioniert.
Andreas: Das ist ja fast weltweit so. Um die Lebensmittel einfach günstig zu halten.
Andreas: Da fehlt einfach diese Kostenwahrheit und damit ist man angewiesen auf die Förderungen,
Andreas: die dann eben nur ausbezahlt werden, wenn auch gewisse Vorgaben oder Vorgaben
Andreas: im Endeffekt erfüllt werden.
Andreas: Ob die jetzt immer schlecht oder nicht schlecht sind, sind in vielen Fällen
Andreas: Fällen definitiv gerechtfertigt und manchmal ist es einfach nur unnötige Bürokratie,
Andreas: wenn es dann in irgendwelche Details hineingeht.
Andreas: Die man selber dann nicht mehr nachvollziehen kann. Aber natürlich gehört auch
Andreas: eine Kontrolle dazu, das ist keine Frage.
Andreas: Es fehlt halt nur einfach, man fühlt sich dann immer als Bittsteller,
Andreas: als Landwirt, und bekommt aber auf der anderen Seite einfach keinen ordentlichen
Andreas: Preis für seine Produkte bezahlt und muss dann zusätzlich eben diese ganzen Auflagen erfüllen,
Andreas: damit man am Ende des Tages ein halbwegs ein halbwegses Einkommen hat,
Andreas: um seine Familie durchzubringen.
Willy: Ich habe oft den Eindruck, wenn du sowohl mit der einen als auch der anderen
Willy: Seite redest, die reden nicht miteinander.
Bianca: Deshalb machen wir das, was wir machen.
Willy: Grundsätzlich vielleicht ist das eher ein Anstoß. Die Behörde und die Kontrollstellen,
Willy: aber im allerersten Sinne halt die Behörde, weil da geht es aus,
Willy: reden nicht mit den Bauern, weil die Landwirte und Landwirtinnen sagen oft,
Willy: Das ist so weltfremd, wie es dir da dann bei mir im Betrieb,
Willy: ich bring das nicht unter.
Willy: Und umgekehrt habe ich auch schon einiges jammern gehört, dass dann auf der
Willy: landwirtschaftlichen Seite dann auch sehr viel Unverständnis und Unfreundlichkeit entsteht.
Willy: Wisst ihr das jetzt empirisch, also gibt es irgendwo einen Dialog,
Willy: wird da ein Kreditor arbeiten, die wirklich so jeder für sich und dann treffen
Willy: sie sich bei der Kontrolle und dann geht man wieder auseinander.
Willy: Dieser Eindruck entsteht teilweise.
Andreas: Ja, der Eindruck entsteht für mich auch, inwiefern kommuniziert wird.
Andreas: Natürlich gibt es ja dazu einfach die Landwirtschaftskammer,
Andreas: die sollte diesen Dialog fördern.
Andreas: Aber es ist halt immer, es ist einfach schwierig. Es gibt diese Fördervoraussetzungen
Andreas: und die Vorgaben und die müssen erfüllt werden und die werden auch kontrolliert.
Andreas: Und da gibt es natürlich immer Diskrepanzen und das ist das Problem.
Bianca: Das ist das Schwierige mit Gesetzen und Regulierungen und Vorgaben.
Bianca: Du musst das halt irgendwie mit dem Gießkannenprinzip machen,
Bianca: weil du nicht für jeden eine eigene Regel aufstellen kannst.
Andreas: Ja, dadurch wird es dann wieder viel zu aufwendig und viel zu kompliziert und
Andreas: irgendwo muss man ansetzen.
Andreas: Und ja, es ist oftmals leider sehr unfair, weil in Österreich einfach die Landwirtschaft
Andreas: so extrem vielfältig ist und das ist da das Hauptproblem.
Andreas: Wir haben unsere Bergbauernhöfe, wir haben unsere Ackerbauern,
Andreas: wir haben unsere gemischten Betriebe, die Tierhaltung und Ackerbau haben und
Andreas: dann Grünfutter auch noch erzeugen.
Andreas: Wir haben unsere Nebenerwerbslandwirte und so weiter. Das ist alles in Österreich.
Andreas: Österreich ist einfach so vielfältig und ein so vielfältiges und wunderschönes Land,
Andreas: was aber so einen Konsens zu finden, die Förderungen gut zu verteilen und gerecht
Andreas: zu verteilen umso schwieriger macht natürlich.
Andreas: Dafür habe ich auch Verständnis, aber ja.
Bianca: Apropos Verständnis, kommen wir von den schwierigen Dingen zu vielleicht schönen
Bianca: für die Menschen da draußen.
Bianca: Jetzt ist das Ferkel geboren, aufgezogen,
Bianca: die Sau ist 110 Kilo schwer, die Förderanträge sind ausgefüllt,
Bianca: das Vieh ist geschlachtet und verarbeitet und wie komme ich jetzt zu dem,
Bianca: was daraus wird und was wird denn überhaupt daraus?
Andreas: Ja, unsere Produkte gibt es direkt abruf.
Andreas: Wir haben jetzt einmal einen Verkaufsautomaten, der 24 Stunden geöffnet ist.
Andreas: Der steht direkt hinter unserem Hof auf Stadelweg Nummer 34 im 21. Bezirk in Floridsdorf.
Andreas: Ja, und wir haben von bis im Endeffekt, wir haben fast ein Vollsortiment würde ich jetzt mal sagen.
Andreas: Wir haben über Wurstwaren und da sind wir bei den Frankfurter Deprezinen.
Andreas: Dann haben wir Bratwürstl, wir haben Käsekräner,
Andreas: wir haben Birnenwürstl, wir haben einen Extrakranz, wir haben Hartwürste,
Andreas: wir haben Speck, wir haben unsere Blunzen, wir haben Selchfleischaufstrich,
Andreas: wir Wir haben Krammelschmalz, wir haben Leberwurst, wir haben Schmalz.
Bianca: Jesus Maria!
Willy: Haka hat es gesagt, oder?
Regina: Schnitzel?
Andreas: Genau, wir haben unsere Schnitzel und unser Frischfleisch quasi,
Andreas: also Schopfbraten, Karree und Bauchfleisch.
Andreas: Und im Sommer gibt es dann auch noch immer Grillfleisch mit dazu.
Andreas: Jetzt zu Ostern. Wir haben wahrscheinlich am Karfreitag jetzt dann unseren,
Andreas: Osterverkauf machen, wo wir
Andreas: dann zusätzlich noch ein Osterschinken und ein Ostergeselchtes anbieten.
Willy: So viel?
Bianca: Ich bin hängen geblieben, ich bin so eine gelernte Wienerin.
Willy: Kannst du bitte noch einmal sagen?
Regina: Und die Presswurst haben wir vergessen.
Andreas: Die Presswurst haben wir auch noch. Cool. Also es ist ziemlich vielfältig, unser Sortiment.
Willy: Frau Blasl, du bist hängen geblieben.
Regina: Und dann gibt es noch zusätzlich noch Öle und zwar Sonnenblumenöl und Kürbiskernöl.
Bianca: Ach noch was vom Acker im Jahr.
Andreas: Genau, das kommt vom Acker direkt in die Flasche.
Andreas: Und jetzt bald gibt es auch unsere Eier zusätzlich. Also unser Hühnermobil kommt
Andreas: jetzt dann bald auf unseren Acker raus und dann gibt es hoffentlich auch bald
Andreas: unsere Eier von unseren Wanderhühnern.
Bianca: Also die Tierherde wird erweitert, um doch wieder zu händeln. Ja.
Bianca: Aber sag mal, ihr habt voll viel gesprochen von Bewusstsein und ihr macht Schule
Bianca: am Bauernhof und holt die Leute zu.
Bianca: Warum denn ein Automat und nicht am Markt fahren zum Beispiel?
Bianca: Oder Hofladen?
Andreas: Weil wir eh mitten in Wien sitzen und weil wir gern auch wollen,
Andreas: dass die Leute wirklich direkt zu uns kommen, dass man sich auch anschauen kann.
Andreas: Steht ja auch direkt an unserer Weide. Also unsere Legehennen werden bald,
Andreas: sieht man dann auch direkt vom Automaten aus.
Andreas: Also man sieht auf der einen Seite die Hühner, auf der anderen Seite kann man
Andreas: da direkt aus dem Automaten die Eier frisch entnehmen.
Andreas: Und ja, einer unserer großen, großen Schritte in der Zukunft ist ohnehin,
Andreas: dass wir unser Nachbarhaus, quasi das auch zum Betrieb dazugehört,
Andreas: dass wir das abreißen und dann neu bauen und dass wir unseren Hofladen dann auch errichten werden.
Andreas: Und ja, das ist ein ganz ganz wichtiger Schritt, weil wir auch unbedingt näher
Andreas: am Konsumenten sein wollen.
Andreas: Und natürlich, dass über den Automaten noch etwas unpersönlicher ist,
Andreas: aber wir freuen uns schon.
Bianca: Ich wollte gerade sagen, der kann nicht so gut Fragen beantworten wie ihr.
Andreas: Genau.
Willy: Noch nicht, noch nicht. Also der künstliche Intelligenzverein baut noch ein bisschen die Frage.
Willy: Aber was mich jetzt sehr interessiert, weil wir das Thema natürlich auch als
Willy: Schwerpunkt und in unserem Live-Podcast die Frage stellen, wie viel Bauer ist der Markt?
Willy: Und unter anderem da das Thema ist, warum manche Bauern auf dem Markt waren, warum manche nicht.
Willy: Warum fahrt ihr mit euren Produkten jetzt nicht in Wien, weil die Märkte sind
Willy: ja jetzt nicht so weit weg oder schon.
Willy: Warum fahrt ihr nicht auf die Märkte und bietet eure Produkte dort an?
Andreas: Wir waren ja schon beim Thema Zeit. Genau das ist unser Hauptproblem.
Andreas: Wir schaffen es einfach zeitlich nicht. Ich bräuchte zusätzliche Arbeitskraft.
Regina: Mindestens eine, muss man dazu sagen.
Andreas: Mindestens. Also wir sind einfach schon arbeitstechnisch stark an unseren Kapazitätsgrenzen
Andreas: und darüber und deshalb schaffen wir das einfach nicht, dass wir zusätzlich Markt fahren auch noch.
Willy: Und wenn ein Stellen verletzt werden und auf den Markt fliegt?
Andreas: Ist die Frage, ob es kostendeckend wäre, müsste ich mal durchrechnen.
Willy: Kann ich das jetzt?
Andreas: Brauchst aber nur net.
Willy: Na. Okay.
Andreas: Kommt ja dann auch wieder ein Lieferauto dazu, kommt dann wieder die Kühlung
Andreas: hinzu, kommt die Unsicherheit dazu, ob man das ganze Fleisch,
Andreas: das man jetzt auf den Markt schickt, quasi auch verkaufen kann.
Andreas: Was macht man dann wieder mit den Produkten, die zurückbleiben und so weiter.
Andreas: Wir haben auch vor mit unserem Hofladen, dass wir das alles auf Vorbestellung
Andreas: machen, dass auch wirklich das ganze Schwein verwertet wird und dass wir auch
Andreas: kein Fleisch irgendwo wegwerfen müssen.
Andreas: Das machen wir sowieso nicht, aber dass wirklich nichts überbleibt,
Andreas: dass alles verkauft wird.
Willy: Was heißt Vorbestellung? Also es wird erst geschlachtet, wenn verkauft?
Andreas: Das nicht, aber es kann einfach über das Internet dann schon vorab bestellt werden.
Andreas: Und dass wir da einfach auch schon einen Überblick haben, dass wir in der Woche
Andreas: davor schon wissen, okay, wie viele Schweine werden jetzt geschlachtet diese Woche.
Andreas: Oder dass man einfach ein bisschen einen Kontroll- und einen Planmechanismus
Andreas: davor hat, dass man sagt, so und so viele.
Willy: Haben wir eigentlich schon gefragt, wie viele Schweine jetzt da auf dem Hof leben?
Bianca: Gute Frage, nein, haben wir nicht.
Andreas: Plus, minus 100 sind wir jetzt gerade. Plus, minus 100. Das variiert,
Andreas: weil der Großteil sind Ferkel.
Andreas: Und unsere Ferkel verkaufen wir jetzt noch immer weiter an verschiedene Mastbetriebe,
Andreas: die dann auch wieder in der Biomast sind.
Andreas: Der Großteil geht jetzt zum Beispiel an die Familie Asenbaum nach Gas am Kamp.
Andreas: Das ist unser Hauptmastbetrieb.
Bianca: Und wie viele von den Schweinen, von den Ferkeln mästet ihr selber anteilsmäßig momentan?
Andreas: Wir sind jetzt circa bei 10 Prozent oder so.
Andreas: Zurzeit verkaufen wir noch, ja vielleicht sind es 15 Prozent.
Andreas: Das ist ein kleiner Anteil, weil wir einfach die Direktvermarktung,
Andreas: weil unsere Direktvermarktung noch nicht so groß ist.
Willy: Das ist vielleicht eher eine super Überleitung in Richtung Zukunft.
Willy: Jetzt hat es ja noch einen überschaubaren, kleinen, idealistischen Betrieb in
Willy: der Nische, aber Thema Weltherrschaft und imperiale Herrschaft.
Willy: Wie soll es denn in den nächsten zehn Jahren, ich erkenne schon,
Willy: dass du mit Projekten hier schon voll bist, aber wohin soll denn die Reise gehen
Willy: von euch am Betrieb so in den nächsten, sagen wir, 10, 20 Jahren,
Willy: wo ist so die Endausbaustufe vom Biohof Maurer?
Andreas: Die Endausbaustufe kenne ich noch nicht, weil ich meine Zukunftspläne noch nicht
Andreas: kenne. Ich habe viel zu viele Ideen, das ist immer mein Hauptproblem und viel
Andreas: zu wenig Zeit, um sie umzusetzen.
Bianca: Man beachte nur die Mutter.
Andreas: Der große Plan ist auch wirklich, dass wir eine eigene Schlachtung betreiben,
Andreas: dass wir auch diesen Schritt dann komplett bei uns haben mit Verarbeitung.
Andreas: Das wäre unser großes Ziel für die Zukunft auch, dass wir unseren Hofladen errichten,
Andreas: errichten, so wie ich es gerade vorher gesagt habe, dass wir eben auch wirklich
Andreas: direkt näher am Konsumenten sind.
Andreas: Dann natürlich, dass wir unsere Mast ausbauen und die aber nicht am Hof,
Andreas: sondern unsere Mastschweine direkt auf den Acker kommen und in die Fluchtfolge integriert werden.
Andreas: Das heißt, es kommt dann, wir bauen da Getreide an oder als letzten Schritt
Andreas: in der Fruchtfolge vielleicht Sonnenblumen.
Andreas: Dann kommt da ein Glägrasgemenge,
Andreas: wird dann angebaut auf dem Acker und dann im nächsten Jahr kommen die Schweine
Andreas: drauf auf diese Luzerneweide und die weiden das Ganze dann wieder ab und danach
Andreas: kommt wieder Getreide drauf und die Schweine wandern dann auch immer weiter von Acker zu Acker.
Andreas: Das ist unser großer Plan auch für die Mast dann, weil wir den Platz zu Hause
Andreas: gar nicht haben, dass wir die Mast in Leopoldau betreiben könnten.
Andreas: Und ja, wir werden schauen, was sich bei den Hühnern noch so tut,
Andreas: ob wir bei einem Hühnomobil bleiben oder ob da noch ein weiteres hinzukommt.
Andreas: Das werden wir sehen, kann ich noch nicht sagen, wie dann der Absatz von den Eiern funktioniert.
Andreas: Ja, das große Ziel ist auch, dass wir die Tierarztpraxis von meiner Frau auf
Andreas: den Betrieb verlagern. Das wäre auch noch sehr, sehr, sehr wichtig, sehr gut.
Bianca: Sag mal, wie schaut denn Schweinehaltung in der Zukunft aus?
Bianca: Wie halten wir in der Zukunft Schweine?
Bianca: Wo geht die Reise hin? Wo soll sie hingehen?
Andreas: Hoffentlich bio und hoffentlich so artgerecht wie möglich. Das wäre mein Wunsch
Andreas: und meine Hoffnung für die Zukunft.
Andreas: Ich hoffe eben, dass es den Konsumenten einfach wert ist und dass wir uns alle überlegen,
Andreas: wie viel feine Fleisch wir wirklich essen wollen, wie viel Fleisch wir wirklich essen wollen.
Andreas: Und ich hoffe, dass es sich so hin entwickelt, dass sich jeder denkt,
Andreas: hey, ich will aber auch wirklich, dass es den Tieren vorher gut geht und das
Andreas: ist es mir auch wert und das Geld gebe ich auch mehr aus, dafür esse ich halt einfach weniger.
Willy: Seid ihr schon artgerecht oder seid ihr am besten weg zu artgerecht?
Willy: Oder ist das schon das, was du siehst oder was ihr als artgerecht seht Oder
Willy: ist das jetzt auch schon so ein großer, richtiger Schritt in die Richtung?
Willy: Oder geht da auch bei euch noch mehr?
Andreas: Es geht immer noch mehr, weil artgerecht ist im Prinzip ein Wildschwein.
Andreas: Ein Wildschwein, das gar keine Grenzen hat, das sich frei bewegen kann,
Andreas: das unterwegs ist, soweit es will, mit seiner Rotte in absoluter Freiheit lebt,
Andreas: das ist artgerecht natürlich, das ist klar.
Andreas: Das ist einfach das Leben, wie es ein Schwein natürlich bevorzugen würde.
Andreas: Und wir versuchen, so weit wie möglich artgerechte Tierhaltung herzustellen.
Andreas: Und dazu ist eben die Weidehaltung ganz, ganz wichtig, also dass unsere Mastschweine
Andreas: auf die Weide zusätzlich kommen.
Andreas: Und das versuchen wir auch bei unseren Zuchtzauern, die auch in Zukunft zu Hause
Andreas: bleiben werden, weil da auch zusätzlich die Überwachung ganz wichtig ist.
Andreas: Wir sind bei fast jeder Geburt sind wir immer, haben zumindest unsere Augen bei der Geburt.
Andreas: Also wir haben eine Kamera immer im derzeitigen Geburtsstall hängen und beobachten
Andreas: die ganze Geburt. Und wenn irgendwo irgendwas nicht weitergeht,
Andreas: dann sind wir auch binnen 30 Sekunden im Stall hinten und können da auch eingreifen.
Andreas: Und das ist uns auch ganz wichtig, dass wir die Geburten gut kontrollieren können.
Andreas: Und das funktioniert nicht, weil unsere Flächen, würden wir sie nur im Freiland
Andreas: halten, funktioniert das nicht, weil unsere Flächen einfach zu weit weg sind vom Hof.
Andreas: Und deswegen haben wir uns von vornherein entschieden, unsere Zuchtzaun da zu behalten.
Andreas: Deshalb bieten wir ihnen zusätzlich unsere Schweineweide im Hof herinnen an
Andreas: und haben auch eben die Ausläufe so groß es uns möglich ist gestaltet.
Andreas: Und ich hoffe, dass wir so artgerecht wie möglich sind und ich glaube,
Andreas: dass wir da wirklich gut dabei sind.
Willy: Ich hätte jetzt eine Frage, damit die Kategorie heißt nicht nur Zukunfts-,
Willy: sondern auch Meta und ich bin berüchtigt bei der Frau Blasl für meine verkopften Fragen.
Willy: Aber warum jetzt von artgerecht? Du hast jetzt Wildschwein gesagt.
Willy: Die Schweine, die wir normal so in Zucht und Mast haben, sind ja alles keine
Willy: Wildschweine mehr, sondern sind ja alles irgendwo auf eine gewisse Domestizierung hingezüchtet.
Willy: Das heißt, wenn ich dann wirklich von artgerecht sprechen würde,
Willy: müsste ich dann quasi auch diese Zuchtschweine oder diese Rassen dann wieder
Willy: hinführen zu den Ursprungsrassen und dann sagen, okay wir essen die.
Willy: Oder ist es dann eine andere Art von artgerecht, weil das Wildschwein,
Willy: also so, ich weiß nicht, mein Schwäbisch-Helsche, ich hab's ja Schwäbisch-Helsche,
Willy: glaube ich, wenn ich die jetzt nehme und in den Wald tue, tut.
Bianca: Hast schon ein Problem.
Willy: Hat die Sau ein Problem, wahrscheinlich, oder? Das heißt, das wäre ja dann auch
Willy: nicht mehr artgerecht. Also der Begriff artgerecht, wo geht der hin?
Willy: Also Entschuldigung für die verkopfte Frage.
Bianca: Es ist ein Denkanstoss für die, wunderbar.
Andreas: Nein, nein, es ist schon wichtig. Also die Rassen, so wie sie den Menschen gezüchtet
Andreas: hat, die haben auch schon ihre Berechtigung, definitiv.
Andreas: Nur sind wir in einer zu extremen Richtung unterwegs. Wir müssen schon auch
Andreas: wieder schauen, es ist natürlich immer der Druck in Richtung Leistung.
Andreas: Die Tiere müssen viele Ferkel bringen, sie müssen auf die Welt bringen,
Andreas: sie müssen viele Ferkel durchbringen, sie sollen eine hohe Leistung haben,
Andreas: dann auch die Mastleistung, die Zunahmen sollen hoch sein.
Andreas: Das ist immer ganz wichtig, um billiges Fleisch herzustellen.
Andreas: Und deshalb glaube ich, dass wir auch im Sinne der Tiere und der artgerechteren
Andreas: Tierhaltung von den Rassen nicht weggehen sollten,
Andreas: aber im Endeffekt bei allen Rassen in eine andere Richtung arbeiten und zwar
Andreas: bei den Zuchtzauren einfach und auch bei den Mastschweinen in Hinsicht auf die
Andreas: Lebensleistung bei den Zuchtzauren arbeiten.
Andreas: Das heißt, dass die Zuchtzauren einfach länger genutzt werden und einfach nicht
Andreas: diese hohe Leistung erbringen müssen,
Andreas: sondern dass es den Tieren besser geht, dadurch auch,
Andreas: dass die Leistung etwas reduziert wird und auch genauso bei einer Mast,
Andreas: dass wir wegkommen von diesen enormen Tageszunahmen, die wir haben in der Tierhaltung.
Andreas: Dass das Ganze auch wieder etwas artgerechter wird und da muss auch die Züchtung hingehen,
Andreas: dass es den Tieren von der genetischen Seite her auch schon besser geht.
Andreas: Und ja, natürlich, wir müssen davon leben und deshalb,
Andreas: es kann keiner ein Wildschwein irgendwo halten irgendwie ein wildschweinähnliches
Andreas: Verhältnis bieten und dann noch Schweinefleisch zu einem Preis verkaufen,
Andreas: den auch irgendjemand zahlen kann.
Andreas: Natürlich ist es immer so, dass man Kompromisse eingehen muss,
Andreas: aber wir versuchen eben unsere Kompromisse so weit zu dehnen,
Andreas: dass wir sagen, unser Schweinefleisch ist wirklich teuer, aber wir haben dafür
Andreas: auch versucht, den Tieren ein bestmögliches Leben zu bieten.
Willy: Frau Blasl, eine Welt frei von Kompromissen wäre eine?
Bianca: Ich habe vorher noch eine andere Frage. Ja, ich weiß, ich bin sehr leid.
Bianca: Wir kommen gleich zur Frage der utopischen Welt, aber vielleicht ist es auch
Bianca: eine utopische Welt, zu der ich meine Frage jetzt stelle.
Bianca: Wenn wir in die Zukunft schauen, essen wir dann überhaupt noch Fleisch?
Andreas: Gute Frage. Solange wir das noch tun,
Andreas: hoffe ich, dass wir uns auf das bestmöglich produzierte und dem Tier wohl bestmöglich
Andreas: nahekommende Fleisch beschränken und das einerseits reduzieren und schauen wir.
Andreas: Wir versuchen das bestmögliche Fleisch zu erzeugen, so wie wir es schaffen und
Andreas: unseren Tieren denen die bestmöglichen Bedingungen bieten können,
Andreas: um eben auch Fleisch so lang wie es noch essen.
Andreas: Um das Fleisch so gut wie möglich zu produzieren.
Willy: Wir nähen uns Frau Blasl-Liwenswager, jetzt schiebe ich noch etwas ein,
Willy: und zwar in diese Richtung.
Willy: Wäre es für euch erdenkbar, in der Zukunft irgendwann einmal wieder auf Tierhaltung
Willy: zu verzichten, wenn sich die Gesellschaft tut? Ist das einfach euer Weg?
Andreas: Boah, das zeigt die Zukunft.
Andreas: Wir, keine Ahnung, ich kann es dir nicht sagen. Ja, sicher. Wenn alles dann
Andreas: gegen die Tierhaltung spricht, dann finden sich immer neue Wege,
Andreas: das ist klar. Also wir müssen uns auch in der Landwirtschaft immer wieder neu orientieren, sowieso.
Andreas: Schauen wir, was sich tut. Natürlich ist es so, dass gerade meine Frau und ich,
Andreas: wir sind beide absolute Tierfreunde und tiernahrisch einfach,
Andreas: so wie man in Wien sagen würde.
Bianca: Habt ihr gerade dasselbe Wort im Kopf?
Andreas: Genau, also wir arbeiten einfach extrem gern mit den Tieren und ja,
Andreas: schauen wir, was die Zukunft bringt, kann ich da nichts sagen. Zukunft.
Bianca: Apropos schauen wir, es ist deshalb meine Lieblingsfrage, weil sie nicht falsch
Bianca: beantwortet werden kann.
Bianca: Regina, Andi, wenn ihr könntet in einer utopischen Welt, in der alles geht,
Bianca: was würdet ihr denn an unserem Lebensmittelsystem anders machen?
Bianca: Regina, vielleicht fangen wir mit dir an.
Regina: Du hast immer Fragen an mich.
Regina: Ja, man sollte die Menschheit, die Leute dazu erziehen,
Regina: vielleicht sich ein bisschen gesunder zu ernähren und weg von den Billigprodukten,
Regina: mehr zu hochwertigen Sachen,
Regina: mehr zu Gemüse, soll die jetzt ganz arg sein, weniger Mäcki und diese ganzen
Regina: Ketten und die Fastfoodketten.
Regina: Ich glaube nicht, dass das so gesund ist, meiner Meinung nach.
Willy: Andi? Bio.
Regina: Dann schaffst du es wieder, Hervor. Sicher.
Willy: Bio ist Utopie. Das ist schräg, oder?
Andreas: Nein, es ist wirklich schön.
Bianca: Eigentlich nicht.
Andreas: Ja, leider. Wahrscheinlich ist es Utopie. Ich weiß nicht, ob wir jemals dahin
Andreas: kommen, dass wir eine rein biologische Ernährung zusammenbringen werden.
Andreas: Das wäre mal ein ganz ganz wichtiger Schritt.
Andreas: Natürlich, so wie ich gesagt habe, Fleisch reduzieren, ob wir irgendwann Fleisch
Andreas: essen, noch überhaupt noch Fleisch essen werden, keine Ahnung, fragt mich nicht.
Andreas: Solange wir Fleisch essen, finde ich, soll es Bio sein, soll es den besten Haltungsbedingungen
Andreas: überhaupt entsprechen, weil überlegen wir uns alle, für jedes Schnitzel,
Andreas: für jedes Fleisch, das wir essen, stirbt ein Tier.
Andreas: Und das muss einem jeden, wenn er Fleisch isst, bewusst sein.
Andreas: Und jeder soll sich die Frage stellen, kann ich dahinter stehen,
Andreas: das überhaupt noch zu essen? Und wenn ich es esse, dann soll es den Tieren so
Andreas: weit wie möglich, so gut wie möglich in ihrem Leben gegangen sein,
Andreas: weil sonst kann ich nicht dahinter stehen, dass ich noch Fleisch esse.
Regina: Und nicht wie in Argentinien, die schon zum Frühstück ein Steak oder sowas essen.
Bianca: Apropos Essen, apropos Frühstück. Wir sind ja beide, der Willi und ich,
Bianca: bekennende Foodies, aber er ist der größere Essfanatiker und deshalb hat er
Bianca: auch eine Lieblingsfrage.
Willy: Ich bin einfach größer, deswegen muss ich mehr essen.
Andreas: Das kenne ich.
Willy: Aber die Frage ist, was finde ich denn, wenn ich jetzt aufstehe und bei dir
Willy: im Endeffekt da rübergehe gehe bzw. bei dir zu Hause einbreche und den Kühlschrank
Willy: aufmache, was finde ich denn da drinnen?
Regina: Oje, ich habe einen Mann, der gerne Fleisch isst, also da wirst du solche Sachen
Regina: auch viel drinnen finden.
Regina: Du wirst bei mir Gemüse finden und sicher völlig Eier, das wird noch zu,
Regina: und ich freue mich schon, wenn wir dann die eigenen haben.
Regina: Es muss immer was zu essen zu Hause sein.
Willy: Und, dass es nicht schlecht wird.
Regina: Also bei uns zu Hause ist der Kühlschrank nie leer, sagen wir mal so.
Regina: Und verschiedenste Sachen drin.
Andreas: Bei uns ist er meistens auch nicht leer. Jetzt ist er leider gerade leer.
Andreas: Wir müssen endlich mal wieder einkaufen gehen.
Andreas: Ja, meistens, so weit es irgendwie möglich ist, Bioprodukte,
Andreas: selbstverständlich. Das ist mir immer ganz, ganz wichtig.
Andreas: Ja, bei uns ist auch viel Gemüse finden meistens. Ja, wir schauen auch selber
Andreas: drauf, dass wir unseren Fleischkonsum so weit wie möglich reduzieren,
Andreas: obwohl wir volle Tiefkülturen haben mit Fleisch.
Andreas: Ja, bei uns müsst ihr alles finden.
Andreas: Ja, leider lässt unsere Zeit auch manchmal nicht zu, dass wir teilweise Fertigprodukte
Andreas: kaufen, die dann so weit es geht Bio sind.
Andreas: Also das ist immer zu und meistens schaffen wir es auch, dass wir teilweise,
Andreas: dass wir die auch bio erwerben.
Andreas: Wir kochen aber sehr sehr viel selber. Also wir essen auch oft zweimal am Tag
Andreas: warm und das eigentlich fast immer selbst gekocht.
Andreas: Ist wirklich selten, dass wir eigentlich fertige Produkte brauchen.
Andreas: Ja, aber sonst müsst ihr bei mir Bio-Sachen finden.
Andreas: Ja, Milchprodukte, Fleisch natürlich auch, unser Fleisch und ja,
Andreas: rein unser Fleisch, das ist sowieso. Also wenn du bei uns reinschaust,
Andreas: jetzt ist gerade leider nichts drinnen, aber sonst unser Fleisch.
Andreas: Sonst kommt bei mir nichts in den Kühlschrank.
Willy: Okay. Bianca, du weißt, warum ich frage oder?
Bianca: Ja, der Willi denkt sich gerade, trinkst du Kaffee?
Andreas: Was willst du denn scherzen?
Bianca: Okay, that came out wrong.
Willy: Nein, that came out wrong. Es war immer so, und wo ist das Bier im Kühlschrank?
Willy: Bei dir keines im Kühlschrank?
Andreas: Oh ja, sicher. Also jetzt weiß ich nicht. Bei uns nicht. Wein.
Willy: Auch nicht.
Bianca: Das macht den Willi immer komplett fertig, wenn es in irgendeinem Kühlschrank kein Bier gibt.
Regina: Kein Bier, sondern Wein.
Willy: Wir sagen zumindest so etwas, bis wir fertig machen, ich habe heute so ausgeworfen,
Willy: dass bei einem Kühlschrank kein Bier ist. Also, da stimmt es noch nicht.
Andreas: Der Vater!
Willy: Jetzt zum Abschluss die Frage, die abschließende Frage im wahrsten Sinne des Wortes.
Willy: Wenn ihr euren eigenen Nachruf schreiben könntet, was würdet ihr denn in diesen
Willy: hineinschreiben? was sollte da drinstehen?
Regina: Bei mir momentan, das ist ja so lustig gewesen, bei der einen Schule am Bauernhof,
Regina: da war eine befreundete Lehrerin von uns da, mit einer Volksschulklasse,
Regina: und der Andi stellt immer vor mit, ja, ich bin der Bauer da,
Regina: und ich bin der Andi, und das ist meine Mama.
Regina: Und die Freundin von uns sagt mir, ja, und das ist die Altspäuerin.
Regina: Und ich denk mir dann immer, ja, ich hab eins auslassen. Ich war das Bauernkind.
Regina: Die Bäuerin hab ich eigentlich fast auslassen, weil da hab ich unterrichtet.
Regina: Da war ich Lehrer und jetzt bin ich die Altbäuerin.
Regina: Das find ich lustig. Ich weiß nicht, ob's zum Nachruf passt,
Regina: aber das tät ich auf jeden Fall mal reinschreiben.
Regina: Alleine diesen Ablauf find ich so lustig.
Bianca: Bauernkindlehrerin Altbäuerin.
Regina: Schön.
Andreas: Was schreibe ich eine? Keine Ahnung.
Regina: Du bist noch viel zu weit weg von einem Nachruf, deswegen schreibst du noch nichts ein.
Andreas: Ich glaube...
Willy: 100% Bio.
Regina: Bio, ja.
Willy: Ich glaub 1000%.
Andreas: Ja, das könnte schon sein.
Andreas: Wieso die jetzt nicht?
Willy: Wer von euch zwei ist der größere Sprücherklopfer?
Regina: Ich bin eher der Geschichteldrucker, weil ich hab Geschichte unterrichtet.
Willy: Aber wir wissen, in der Geschichte gibt es sehr, sehr viele Zitate aus der Geschichte
Willy: und hätte einer oder vielleicht sogar beide von euch jetzt für unseren Podcast
Willy: ein Zitat zum Abschluss?
Bianca: Oder gerne ein Geschichtl?
Willy: Oder ein Sprücherl?
Bianca: Ein Geschichtl ist auch okay.
Regina: Undi, du? Hmhm.
Andreas: Undi, du? Ah, bin ich aber ganz schlecht mit Zitaten.
Willy: Boah! Oder einen Witz? Ha, gute Frage.
Andreas: Hm... Fällt mir eigentlich gar nichts ein.
Regina: Mir fällt nur ein ganz was Blödes ein.
Bianca: Oh ja, ich liebe Blöd.
Regina: Was Blödes fällt mir nur ein, wie ich das gemerkt habe, wie lange ein Schwein
Regina: trächtig ist. Da habe ich nämlich immer eine Eselsbrücke.
Regina: Ich als Geschichtelehrer, 3-3-3 war bei Isos Keilerei. Das habt ihr vielleicht
Regina: auch in der Schule kennengelernt.
Regina: Ich bin Alexander den Großen und meine Eselsbrücke dazu ist,
Regina: ein Schwein ist drei Monate, drei Wochen und drei Tage schwanger.
Bianca: Ja, vor allem Keilerei, Keiler gut.
Regina: Ja?
Willy: Ja. Ich danke dir auch zum Abschluss. Du nimmst deinen Bildungsauftrag sehr, sehr ernst.
Willy: Mit diesen Worten vielen Dank.
Bianca: Wir verabschieden uns aus dem Schweinestall.
Willy: Wir sagen Tschüss. Kürt euch.
Andreas: Danke. Wir sagen Danke. Servus damals.
Bianca: Danke!
