Einblicke

Folge Nr: 249

B2P127 – Donau Bier in Brasilien – Harry Reinerth über Mut, Markt und Heimat

Brasilanisches Bier nach dem “Reinerths-Gebot”

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Über die Folge:

Griaß Eich!

Wir sind in der Kolonie Entre Rios bei Guarapuava im Süden Brasiliens. Dort führt Harry Reinerth die Cervejaria Donau Bier – eine Familienbrauerei mit Gasthaus, gegründet in den 2000er-Jahren inmitten einer donauschwäbischen Siedlung.

Im Gespräch mit Willy geht es um Anfänge mit wenig Kapital, die ersten Sorten und den lokalen Markt, der heute deutlich mehr Vielfalt kennt als früher. Harry erzählt von Familiengeschichte, Sprache und Identität, von Rohstoffen, Wasser und Rezepten, aber auch von Gastronomie, Festen und Tourismus in Entre Rios. Wir sprechen über Vertrieb vor Ort, den Stellenwert der Küche im Gastraum und den Spagat zwischen Tradition und modernen Erwartungen.

Die Folge zeigt, wie Heimatgefühl, Handwerk und regionale Nachfrage ein stabiles Bier-Ökosystem schaffen – und warum sich ein Besuch in Entre Rios lohnt: Bier aus der Donau-Tradition, serviert in Brasilien – mit Herz, Geschichte und einem kräftigen „Saúde!“.

INFOS ZUR FOLGE
Website Donau Bier
www.donaubier.com.br
Donau Bier auf Instagram
www.instagram.com/donaubier


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Musik:
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Einblicke:

Transcript - B2P127 – Donau Bier in Brasilien – Harry Reinerth über Mut, Markt und Heimat

Harry: Aber wir benutzen nur die vier Zutaten im Bier und das ist Rohbier.

Harry: Das ist auch nicht filtriert und auch nicht pasteurisiert.

Harry: Das nennen wir hier in Brasilien gewähnlich das Schoppe.

Harry: Er hat dann ein Rezept geschrieben und uns ein bisschen hat er eingelernt,

Harry: weil ich habe ihm gesagt, ich habe angefangen zu Bierbrauen, ihm helfen.

Harry: Da habe ich ihm gesagt, ich bin ein Lehrer hier in Brasilien,

Harry: ich habe nicht mal Geld mehr für dich zu zahlen.

Willy: Das ist ja schlecht. Das ist schlecht.

Harry: Dann hat er zu mir gesagt, Harry, du bist ein guter Kerl, ich lerne dich Bier brauen.

Harry: Die haben gesagt, wer trinkt denn so ein dreckiges Bier?

Willy: Dreckig? Dreckig, der dreckige Trieb.

Harry: Ja. Und bis mal die Leute, die sich gewöhnt haben, um so ein Trübbier zu trinken,

Harry: das war auch nicht einfach.

Harry: Meine Tante ist ja heute noch bei uns da, die Tante kocht auch noch sehr gut, die Anni.

Harry: Und haben wir auf einmal die ganze Gastronomie rausgeholt von der Oma und haben

Harry: wir da eingeführt in unsere Brauerei. Und auf Ommelhemmer ein Gasthaus, eine Brauerei.

Harry: Und das war dann ganz was anderes, weil in Brasilien war das nicht gewöhnlich.

Harry: Das hat es nicht gegeben in Brasilien.

Harry: Das Blöde ist, wenn man sagt zu einem Deutschen, das geht nicht.

Willy: Aha.

Harry: Mach das nicht für einen Deutschen. Das geht nicht. Das geht.

Harry: Nein, das geht nicht richtig. Das geht nicht. So ein Geschäft läuft doch nicht.

Harry: Wie willst du dann Geld machen mit dem? Und so machen es viele.

Harry: Aber das Problem ist ja, du sagst für einen Deutschen, wenn es nicht geht, dann geht es.

Music: Music

Willy: Power to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,

Willy: Menschen und Landwirtschaft.

Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.

Music: Music

Willy: Grüß euch. Ja, heute sind wir in Entre Rios, in Guarababa im Süden von Brasilien.

Willy: Und genau auch dort, wo wir auch schon den Karl Miller und den Winfried Lee

Willy: kennengelernt haben. Die Links zu den Podcasts, die findet ihr in den Show Notes.

Willy: Ja, und heute sitzt mir gegenüber der Harry Reinhardt von der Brauerei Donau Bier.

Willy: Das Gespräch hat sich ganz spontan ergeben, weil ich dort mit dem Karl Miller

Willy: auf ein Bier gegangen bin.

Willy: Der Karl, der ist dann gefahren und ich bin gleich beim Harry geblieben und

Willy: habe alles für das Gespräch aufgebaut.

Willy: Und als braver Podcaster habe ich natürlich immer alles dabei.

Willy: In dem Fall alles, bis auf meine Notizen und meine Fragen, die ich sonst natürlich

Willy: immer vorbereitet habe.

Willy: Und dann eigentlich eh nie wirklich brauche. Mir ist aber ohne Fragen gegangen.

Willy: Ich spreche mit dem Harry ganz spontan über seine Herkunft, sein Handwerk und

Willy: seinen Weg bis zur heutigen Brauerei mit Gashaus. Wie verträgt sich deutsche

Willy: Biertradition mit Brasilien?

Willy: Welche Sorten laufen gut und warum ist er nicht gleich draufgekommen,

Willy: zum Bier auch etwas zum Essen anzubieten?

Willy: Wir gehen durch die ersten Jahre, wir sprechen über den Markt,

Willy: die Rohstoffe und warum heute Vielfalt zählt.

Willy: Und wir erklären, was Entre Rios und Brasilien aus Harrys Sicht denn so besonders macht.

Willy: Ich würde sagen, ja, Harry, leg einfach mal los und ja, wir sprechen jetzt über

Willy: Bierbrauen nach dem Reinhatsgebot.

Willy: Gut, der war schlecht, gell? Viel Spaß euch beim Reinhören. Harry, bist du bereit?

Harry: Ja, sind wir bereit.

Willy: Bist du bereit?

Harry: Ich bin bereit, ja.

Willy: Liebe Leute beim Power to the Bible Podcast, ihr werdet es nicht erraten,

Willy: wo ich jetzt bin. Ich bin jetzt in der Donau Bier Brauerei und rede da jetzt

Willy: mit dem Harry und der ist mitten in Brasilien.

Willy: Im Rahmen meiner Tour von den lokalen Perspektiven bin ich den Harry heute kennengelernt

Willy: und wir haben uns spontan entschieden, dass wir uns jetzt einfach zusammensetzen

Willy: und ein bisschen über deine Geschichte reden.

Harry: Ein bisschen über die Brauerei und Geschichte,

Willy: Ja. Genau, und über das Bierbrauen selber, dass wir da auch ein bisschen was

Willy: lernen, oder? Harry, sag mir bitte, wo wir da jetzt ganz genau sind,

Willy: weil ich da spreche die ganzen Namen nicht aus.

Willy: Wie heißt denn der Ort, wo wir da jetzt sind?

Harry: Das ist jetzt Guarapuava.

Harry: Guarapuava. Guarapuava. Guarapuava. Die Stadt Paraná. Wir sind Südbrasilien.

Harry: Und hier sind wir eine deutsche Siedlung.

Harry: Und wir sind jetzt im dritten Dorf. Das sind fünf kleine Dörfer.

Harry: Das sind fünf kleine Dörfer. Wir sind im dritten Dorf.

Willy: Im dritten Dorf. Ich kann jetzt alle Menschen, die jetzt zuhören und nicht wissen,

Willy: von was man redet, warum man vom dritten Dorf redet, ich kann euch empfehlen,

Willy: es wird im Rahmen dieses Aufenthalts dass es mehrere Podcasts geben,

Willy: darunter wird auch erklärt, wie diese Siedlung oder diese Dörfer,

Willy: es sind ja in Summe fünf, wie die entstanden sind.

Harry: 1951 hergewandert.

Willy: Und du gehörst auch zu der Gruppe der Donauschwaben, die damals zwischen 52

Willy: und 54, glaube ich, waren die Gruppen, wie sie gekommen sind, oder?

Harry: Ja, meine Familie ist im 52. Ja, das war im Januar 52.

Willy: Erklär einfach für die Menschen, die jetzt noch nicht den Podcast gehört haben,

Willy: die Podcast-Folge wann schon online sein sollte, zu den Donauschwaben selbst,

Willy: erklär ganz kurz einmal aus deiner Perspektive, so in ein paar Minuten nur,

Willy: was sind denn die Donauschwaben?

Willy: Also mir ein bisschen an den Kontext gehören, warum ich da jetzt in Brasilien

Willy: hocke, in Südbrasilien.

Willy: Es ist übrigens gerade Winter, im Juli.

Harry: Im Juli haben wir jetzt Winter, ja.

Willy: Und warum ich da jetzt mit einem Sitz, der Schwäbisch redet,

Willy: aber kein Deutsch kann, gell? Ihr kennt Schwäbisch, aber nicht Deutsch.

Harry: Ja, wir kennen nicht Deutsch, wir kennen nur Schwäbisch.

Willy: Genau, Österreichisch, Ich kann das nachvollziehen. Erklär mal ein bisschen

Willy: noch für den Kontext, wo sind die Donauschwaben und wie sind sie dahergekommen?

Harry: Ja, das ist vom Zweiten Weltkrieg. Mein Großvater, meine Großmutter,

Harry: mein Vater ist ja schon dort drüber geboren.

Harry: Wie mein Vater...

Harry: Drei Monate gehabt hat. Dann haben sie diese Ausfluche.

Harry: Sind die Russen gekommen, haben sie diese Ausfluche. Das Land,

Harry: das war Jugoslawien. Das war Jugoslawien an der Donau.

Harry: Und heute ist das Kroatien und Serbien. Und wo mein Vater auf die Welt gekommen

Harry: ist und mein Homo und der Ota gekommen sind, das ist heute Serbien.

Harry: Das ist heute in Serbien.

Harry: Und dann haben sie diese Abfluche.

Willy: Wann war das ungefähr?

Harry: Das war in 1944 ungefähr. Vierterkrieg war schon mal am Ende.

Harry: Und mein Großvater, der war in der Gefangenschaft, war bei der Russen in der Gefangenschaft.

Harry: Und mein Vater, meine Großmutter mit meinem Vater, ganz klein,

Harry: sind sie dann zurück nach, sie wollte ja noch nicht nach Deutschland,

Harry: aber Österreich war das unschuldige Land, wo keine Leute annehmen.

Harry: Weil war ja alles kaputt. Über den Krieg war ja alles.

Willy: Wir reden das Ende vom Zweiten Wörterkrieg. Das war ja alles so.

Harry: Sie sind noch dann so sieben Jahre geblieben dort.

Harry: Mein Großvater war in der Gefangenschaft

Harry: und dann hat er, wie der Krieg am Ende war, haben sie ihn los.

Harry: Du kannst gehen. Das war aber im Dezember. Im Dezember ist es ja ein schöner Winter.

Harry: Wenn man so in Russland dort 20 unter 0 ungefähr ist er ungefähr so 1000 Kilometer gelaufen.

Harry: Und hat meine Oma und mein Vater wieder getroffen. Drei Jahre später.

Willy: Wow.

Harry: Und mein Vater hat schon drei Jahre gehabt. Ich sage, meine Großmutter,

Harry: die war ja in der Küche dann.

Harry: Und das war ganz interessant, weil sie hat mal bei der Familie,

Harry: wo sie gewohnt hat, hat sie mal mehr Essen gemacht.

Willy: Ja.

Harry: Und hat sie ihre Hauschefin, was dort war, was die Leute, ah,

Harry: Kathi, warum machst du so viel Essen heute?

Harry: Dann hat sie gesagt, nein, der Jani, Jani ist ja, der Hans, im Krawattisch, der Jani kommt heute.

Harry: Na, guten Herr, der ist ja gestorben im Krieg, du hast ja keine Nachrichten mehr gehabt.

Harry: Nein, ich habe das, das ist, mein Seel, ich sage, der kommt heute.

Harry: Und tatsächlich, wie sie aus dem Haus gegangen ist, war er vor der Dirke gestanden.

Harry: Und das war so eine große Freude, aber so eine große Freude.

Willy: Das kann man mir vorstellen.

Harry: Und dann sind sie noch geblieben, so sieben Jahre. Dann haben sie ein Projekt gemacht.

Harry: Dann war der Ingenieur mit in der Gruppe. Der hat quasi Michael Mohr.

Harry: Und der Michael Mohr, der hat dann ein Projekt gemacht und mit der Schweizer

Harry: Hilfe für neue Länder oder neue Plätze finden.

Harry: Weil Österreich war ja so ein kleines Land und so Millionen.

Willy: Ich habe es weggemüssen.

Harry: Das hat nicht gepasst. Ja.

Harry: Und so haben sie ein Projekt gemacht und ohne von den Zielen war es Brasilien.

Harry: Da sind sie auch mal gekommen, das sollte dann auf den ersten Moment,

Harry: das sollte dort im ganzen Nordbrasilien sein.

Harry: Da haben sie gesagt, nein, nein, das hält unser Volk nicht aus.

Harry: So ein Hitze, das hält keiner aus.

Harry: Das war so in Mitte Brasilien, weit weg von alles.

Harry: Und dann bis ich dann noch mal war in Rio de Janeiro,

Harry: der Staat der Staat von Brasilien war Rio de Janeiro in der Zeit, heute ist es Brasilia

Harry: und dann war der Gouverneur von der Stadt Paraná, der heißt Bento Muñoz da Rocha Netto

Harry: und der hat gesagt ich habe ein Land für euch wir haben 1000 und 100 Meter Höhe,

Harry: das macht im Winter ist es kalt und ich meine, das kann sein,

Harry: dass es einpasst für euch

Harry: Da sind sie mit den ganzen Kommitiven da hergekommen und haben gesagt,

Harry: na, da ist es. Da werden wir herkommen.

Harry: Da haben sie den ganzen Projekt hergebrungen. Wenn man so die Siedlung anschaut,

Harry: die ganzen Strasse und das alles und die ganzen Länder, wie das alles eingetäuert

Harry: worden ist, das haben sie schon mit dem Projekt gebrungen.

Harry: Und dann sind sie mit sieben Schiffen hergekommen.

Harry: Nach San Paolo bis Santos, vom Santos mit dem Zug bis du her.

Harry: und dann von null angefangen.

Willy: Da war nix.

Harry: Nix, nix, nix. Guarapuava Stadt war eine ganz kleine Stadt. Das war eine ganz kleine Stadt.

Harry: Heute, Guarapuava hat zwischen 200.000 Einwohner.

Harry: Aber in der Zeit war gar nix. Und das mussten sie alles von Anfang machen. Alles von Anfang.

Harry: Die ganzen Bretter schneiden, die ganzen Häuser bauen, die Genossenschaften,

Harry: das alles mussten sie von Anfang machen.

Willy: Sie haben einen Platz gekriegt, aber Sie haben wirklich alles...

Harry: Nein, das haben Sie vom Staat, das war der Staat, und das haben Sie ein paar

Harry: Jahre Karte, zinsenfrei, steuerfrei, und dann haben Sie das zurückgezahlt.

Harry: Viele hier nicht kennen, weil in der 60er- oder 70er-Jahrzeit hat die Siedlung

Harry: ungefähr schon bald die Hälfte verloren.

Harry: Viele Frauen sind hauptsächlich nach St.

Harry: Paul oder nach Curitiba, so crazy Städte, gegangen für Arbeit,

Harry: für das Geld hin, weil sie kein Geld mehr hatten.

Harry: Viele sind auch wieder zurückgewandert, sind dann nach Deutschland,

Harry: weil Deutschland hat sich wieder aufgebaut.

Willy: Inzwischen am Blitz gehabt für die Leute.

Harry: So wie meine Cousine von meinem Vater, die wohnen heute noch da drüber.

Harry: Sie wohnen dort nebenbei Stuttgart.

Harry: Und wir haben noch gute Freunde dort in Bayern, in Garmisch wohnen dort noch.

Harry: So gute Freunde, die waren da Deutschlehrer in unserer Schule,

Harry: in der Genossenschaftsschule.

Harry: Und so, aber so langsam haben sich die Leute auch wieder über die Landwirtschaft.

Harry: Und dann hat sich das auch mal gekriegt. und haben dann Sojabohnen mal angebaut

Harry: und dann hat sich das nachgeschossen.

Harry: Und in der Zukunft auch noch Weizen und Gerst haben sie dann auch noch angebaut,

Harry: weil die Region da ist sehr,

Harry: nicht 100 Prozent, ich sage es mal so, aber auch nicht von der besten Region

Harry: Brasilien, was Gerst und Weizen produziert. Ist sie? Ja, ist sie.

Harry: Die größte Fläche der Produktion Brasilien.

Willy: Also deswegen hocken wir jetzt an den Bier. Deswegen.

Harry: Hocken wir da

Willy: Und bringen wir auf uns Bier. Das heißt, die Auswandererfamilie,

Willy: das waren eigentlich alles, viele waren Landwirte, vor Handwerker.

Harry: Handwerker, zuerst sind ja kommen die ganzen Handwerker.

Willy: Jetzt im Heiserbau.

Harry: Ja, im Heiserbau und das alles. Und dann später sind die ganzen Landwirte gekommen.

Willy: In welcher Truppe wart ihr dabei?

Harry: Wir waren in der siebten Gruppe, in dem siebten Schiff. Das war im Januar von 1952.

Willy: Okay, aber das waren dann schon Landwirte, oder?

Harry: Ja, Landwirte, Landwirte. Ja, mein Oter hat Landwirtschaft, mein Vater hat Landwirtschaft

Harry: und so alle Landwirtschaft.

Harry: Ich war da nicht so ein großer Freund Landwirtschaft.

Willy: Wir sind ja jetzt in einer Brauerei, es ist eigentlich ein Braustübel,

Willy: wir sitzen jetzt in einer Stube, im Hintergrund bei dir sieht man die Brauerei

Willy: dahinter, das heißt, es ist ja nicht mehr Landwirtschaft, aber ich habe begonnen

Willy: als Landwirte. Was ist da so ein bisschen passiert?

Harry: Ja, das war dann so. Ich war nicht so Landwirtfreund und ich bin in der Uni,

Harry: habe ich dann Biologie studiert.

Willy: Also es war nicht der Herz bei der Landwirtschaft.

Harry: Ja, es war nicht der Herz. Ich bin der einzige Sohn.

Harry: Da habe ich Biologie studiert, für Lehrer. Ich war Biologie-Lehrer.

Willy: Also Biologie, noch nicht Biologie.

Harry: Nein, noch nicht Biologie. Ja, genau.

Willy: Biologie erstes Mal. Der hat es sein müssen.

Harry: Und so zwölf Jahre habe ich unterrichtet, als Biologie-Lehrer.

Harry: Ich und meine Frau. Meine Frau war portugiesische Lehrerin.

Harry: Die hat 15 Jahre unterrichtet.

Harry: Und da hat mein Vater dann das Land verkauft.

Willy: Was hat denn der Papa dazu gesagt? Weil der Papa wird wahrscheinlich gehofft

Willy: haben, dass du als einziger Sohn den Betrieb übernimmst.

Harry: Oder? Ja, aber er war ganz ein kleiner Landwirt. In Brasilien,

Harry: wenn man das vergleicht so in Europa, ein kleiner Landwirt hat,

Harry: der hat 80 bis 100 Hektar.

Harry: Der Kleine. Ja, das ist der Kleine.

Harry: Das ist ein bisschen anders, die Fläche sind anders, das ist eine andere Realität.

Harry: Aber in so einer Zeit, 100 Hektar zu war, nicht viel Land und da hat man nicht

Harry: geknämmt, oder hat man diese Vergräserung und mehr Traktoren,

Harry: halt Maschinen, alles, das hat man alles gebraucht.

Harry: Und das war nicht so, war nicht so einfach.

Harry: Und dann hat mein Vater das Land verkauft und...

Willy: Ja, aber hat er, hat er, hat er schon, er hat schon die Lust verlassen an der Landwirtschaft?

Harry: Ja, er hat schon die Lust verlassen, er wollte es nicht mehr.

Harry: Nein, nein, er wollte es nicht mehr.

Willy: Also für deine Eltern war es auch kein Problem, die Landwirtschaft aufzugeben?

Harry: Nein, nein, nein.

Willy: Und dass du auch nicht Landwirt werden wolltest?

Harry: Ja, und da hat er verkauft und hat sich beklagt, was werde ich jetzt machen vom Leben.

Harry: Und ich habe gewusst, dass er sehr gerne Bier hat.

Willy: Apropos, sehr gerne Bier trinken, wir haben das am Tisch stehen.

Willy: Was trinken wir da jetzt übrigens, wenn wir das ein bisschen kulinarisch, was ist das für ein Bier?

Harry: Das ist jetzt ein IPA, ein IPA, das ist ganz gehopfertes Bier.

Willy: Also ich kann es jetzt nicht schmecken, aber wir testen jetzt einmal für euch.

Harry: Sehr gut.

Willy: Steil Bier, ne?

Harry: Ja. Kann man für bessere... Umso mehr Bier man trinkt, umso mehr Freunde macht man, ne?

Willy: Also am Ende vom Podcast sind wir ziemlich beste Freunde da.

Harry: Jetzt sind wir schon beste Freunde.

Willy: Also das heißt, der Papa hat zumindest... Er hat nicht gewusst,

Willy: was er da ist. Die Landwirtschaft war verkauft.

Willy: Ihr habt die Landwirtschaft wirklich verkauft, aber noch nicht gewusst, was machen wollt ihr?

Harry: Nein, nein, nein, haben wir nicht gewusst.

Willy: Was war das, eine Verzweiflungstat oder warum verkauft man etwas,

Willy: ohne dass man dann schon weiß, was man tut?

Harry: Ja, ja, ja, das hat er nicht gewusst ganz genau.

Harry: Dann habe ich einen Entfangen, Hans, Hans, sage ich zu meinem Vater,

Harry: Hans, machen wir eine Brauerei.

Harry: Eine Brauerei, aber das machen wir schon. Wenn du eine Brauerei willst, das machen wir.

Willy: Wirklich? So einfach?

Harry: Ja, so einfach. Aber nichts gewusst von Brauerei.

Willy: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Harry: Ich habe einfach gespielt. Ich habe gesagt, wir machen eine Brauerei.

Willy: Du hättest etwas anderes sagen können. Warum Brauerei? Warum?

Willy: Wolltest du auch schon ein Bier machen?

Harry: Nein, ich wusste gar nichts. Ich habe nicht mal Bier getrunken.

Willy: Wie kommt man dann auf die Idee, dass man Frauerei macht?

Harry: Ich meine, die Kultur ruft. Die Kultur ruft. Die germanische Kultur ruft. Am Bier immer.

Harry: Aber so haben wir angefangen. Das war ganz spannend.

Harry: Und war gar nicht einfach.

Harry: So angefangen, von nichts. In Brasilien, da war keine Schule,

Harry: Brauschule. Überhaupt keine.

Harry: Wir haben es auch gemacht, das war ein Vorteil, hier in der Agrar,

Harry: in der Genossenschaft, in der 80er-Jahrzeite haben sie zusammengebunden mit

Harry: einer großen Brauerei und dann haben sie eine Melzerei aufgebaut.

Willy: Eine riesen Melzerei.

Harry: Und dann hat sich später der Agrar nur alleine das weitergetrieben.

Harry: Und auch einmal haben wir hier die größte Melzerei Lateinamerika.

Willy: Mit einem inzwischen ziemlich hohen Markt.

Harry: Ja, da 2,5 Kilometer von uns. Ja, wir haben alles da. Wir haben die ganzen Zutaten.

Harry: Wir haben die Landwirtschaft. Warum machen wir das? Wir bauen Gerstern.

Harry: Wir haben eine Melzerei. Wir haben nur keine Brauerei.

Willy: Das war deine Überlegung?

Harry: Ja, das war die Überlegung.

Willy: Weil ich gefragt habe, wie bist du aufs Bier gekommen? Ja, ja,

Willy: ja. Du hast das schon gesehen, oder?

Harry: Aha, aha. Und wir haben ja keine Brauerei. machen wir eine Brauerei.

Willy: Naja, das ist ein Mordglück, ein klassischer Mordglück.

Harry: Und dann haben wir von null angefangen. Zuerst haben wir mich gefragt,

Harry: da in der Gnossenschaft, da war Frank Neuel, der war ein guter Freund und der

Harry: hat gearbeitet bei der Melzerei.

Harry: Da haben wir ihn gefragt, Frank, kennst du Leute, was uns helfen könnte?

Harry: So am Anfang, weil das...

Harry: Ich habe noch unterrichtet, vier Jahre, wie man die Brauerei hatte, noch...

Harry: Vier Jahre habe ich noch unterrichtet.

Willy: Also nebenbei?

Harry: Da war ich noch nebenbei.

Willy: Um das auch zu finanzieren?

Harry: Ja, das war ja kein Geld. Wir haben uns vorgestellt, wir machen eine Brauerei,

Harry: aber das ganze Land, was wir verkauft haben, das hat nicht gereicht für die

Harry: ganze Brauerei zu kaufen.

Willy: Ja. Habt ihr das unterschätzt?

Harry: Ja. Und das haben wir so gemacht.

Harry: Und dann haben wir das alles angefangen. Und dann ist ein Biermeister gekommen.

Harry: Der hat dann ein Rezept geschrieben und uns ein bisschen eingelernt,

Harry: weil ich habe ihm gesagt,

Harry: Ich habe angefangen zu Bierbrauen da, ihm helfen.

Harry: Da habe ich ihm gesagt, ich bin ein Lehrer da in Brasilien, ich habe nicht mal

Harry: Geld mehr für dich zu zahlen.

Willy: Das ist schlecht.

Harry: Dann hat er zu mir gesagt, du bist ein guter Kerl. Ich lerne dich Bierbrauen.

Willy: Einfach so?

Harry: Ja, ich lerne dich Bierbrauen. Und heute sind wir noch ganz gute Freunde.

Willy: Wie habt ihr euch damals kennengelernt?

Harry: Ja, das war dann über den Biermeister, was der Rezept geschrieben hat. Der hat den gekannt.

Harry: Der war aus Rio Grande, ganz Südbrasilien. Da ist er hergekommen.

Harry: Da ist er sechs Monate da geblieben bei uns.

Willy: Kostet du viel bei euch?

Harry: Ja, alles kostenfrei. Dann haben wir ihn noch gezahlt. Und dann hat er mich

Harry: eingelernt, wir haben keine Arbeit.

Harry: Am Tag habe ich Unterricht und in der Nacht habe ich keine Arbeit.

Harry: Wir haben so 15 bis 16 Stunden am Tag durchgearbeitet.

Willy: Wie alt warst du damals?

Harry: Ja, 20 Jahre.

Willy: Das ist 20 Jahre her?

Harry: Ja, 20 Jahre her.

Willy: Anfang 2000, nur dass man so 2005...

Harry: Ja, da war ich 40 Jahre alt. Heute bin ich 52. Schau nicht so aus, aber...

Willy: Also es war Anfang 2000, da habt ihr die Entscheidung gelaufen,

Willy: wir machen jetzt Bier und dann habt ihr einfach eine Brauerei.

Willy: Ihr wart jetzt die erste Brauerei da?

Harry: Die erste Brauerei und das war nicht die erste da in der Region,

Harry: in der ganz, wenn man jetzt ganz Brasilien nimmt, da waren nicht 100 Clowne

Harry: Brauereien, in ganz Brasilien.

Willy: Das war, Bier hat keine Tradition? Nein, keine Tradition, so Kraftbiere.

Harry: Die haben gar keine Traditionen. Wir haben gerade im Supermarkt drei, vier Sorte Bier.

Harry: Heute gibt es ein ganzer Klon, ein Supermarkt, mindestens 20, 30 Biersorten.

Willy: Und das ist alles erst in den letzten 20 Jahren passiert?

Harry: Das ist alles in den letzten 20 Jahren passiert.

Willy: Und hat es große Brauereien, Konzerne schon gegeben in Brasilien?

Willy: Oder war Bier auf Brasilien kein Thema?

Harry: Ja, es gibt ganz große Brauereien, wenn man jetzt die Ambev,

Harry: das ist von der Gräste, Heineken und Grupo Petropolis.

Harry: Das sind verschiedene Brauereien.

Willy: Aber die waren schon in Brasilien?

Harry: Die waren schon in Brasilien und die haben heute noch über 95% vom ganzen Markt.

Willy: Aber das heißt, was wir jetzt reden, wo du gesagt hast, also Craft Beer,

Willy: Privatbrauereien, kleine Brauereien hat es einfach in Brasilien fast gegeben.

Harry: Das sage ich dir, das ist in den letzten 15 Jahren erst mal Luft gestiegen.

Willy: Was war da, glaubst du, der Grund dafür, dass das dann erst gekommen ist?

Harry: Ja, dann haben sie auf einmal bemerkt, dass das Bier anders ist und die Leute

Harry: suchen immer was anderes.

Harry: und immer mehr und immer mehr und dann sind immer mehr Leute gekommen und über

Harry: die Gnostenschaft Agrarier immer mehr Leute und dann haben wir dann angefangen mit Agrarier auch

Harry: wie sagt man den internationalen Kongress, sagt man das Kongress?

Willy: Besuchen oder ausrichten?

Harry: Besuchen, Ausstellung machen da in der Brauerei sind auch von ganz Brasilien

Harry: Brauerei immer hergekommen und die Agrarier hat auch immer mehr Geschäfte gemacht

Harry: und dann hat sie auf einmal eine Partnerschaft

Harry: gemacht mit der Weyermann, die ist in Bamberg, mit verschiedenen Malzsorten

Harry: und die Weyermann wollte auch verschiedene Biersorten herstellen,

Harry: da in Brasilien, weil das gab es nicht da in Brasilien.

Harry: Ja, und auf einmal hat es sich jetzt eingeführt, so langsam.

Harry: Und auf einmal sind die Kraftbierer hier in ganz Brasilien.

Willy: Und wie viele so kleine Brauereien gibt es heute, hast du da ungefähr?

Harry: Ja, hier im Stadt Paraná immer so 130.

Willy: Allein in Paraná?

Harry: Ja, in Paraná.

Willy: 130. Und du hast gesagt, vor 20 Jahren waren es in ganz Brasilien vielleicht 100.

Harry: Und heute nur in der Stadt Guaraguá, wo ich gerade gesagt habe,

Harry: das sind so 200.000 Einwohner, haben wir 10 kleine Brauereien.

Willy: Was würdest du sagen, was gibt es eine Besonderheit von brasilianischem Bier?

Willy: Du hast ja vorher gesagt, du brauchst ein bisschen nach deutscher Tradition,

Willy: das hast du vor dem Gespräch schon gesagt.

Harry: Ich sage gerade, jede Clowne Brauerei, das ist schon eine Manufaktur.

Harry: Jeder macht seine Schule und er macht mir Brauer nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Willy: Erklär das bitte mal, was ist das deutsche Reinheitsgebot?

Harry: Ja, wir machen heute, wir benutzen hier in unserer Brauerei nur Wasser,

Harry: Malz, Hopfen und halt Bierhefe.

Harry: Ja, im deutschen Reinheitsgebot war noch die Hefe nicht so bekannt, ne?

Harry: In 1516.

Willy: Mir fällt das auch gerade nur dann.

Harry: Aber wir benutzen nur die vier Zutaten im Bier. Und das ist Rohbier.

Harry: Das ist auch nicht filtriert und auch nicht pasteurisiert.

Harry: Das nennen wir hier, hier in Brasilien gewähnlich, nennen wir das Schoppe.

Willy: Schoppe. Schoppe. Ja.

Harry: Aber das Schoppe, das kommt von einem Wort, von einem Schoppen.

Harry: Ein Schoppen, das ist eine,

Harry: haben ganz früher die Brauer das genannt, für das Biermessen oder wie das Bier hergestellt hat.

Willy: Das war ein Maßanhalt.

Harry: Das ist ein Maß, das war so halben Maß, das ist ein halben Liter.

Willy: Ein halbes Maß. Ein halbes Maß. Ein halbes Maß Bier, ein halbes Maß.

Willy: Ein Maß Bier, ein halbes Maß Bier.

Harry: Das ist ein Schoppen. Das ist ein Schoppen.

Willy: Das ist ein Schoppen. Also okay, bei uns in Wien ist ein Grügerl,

Willy: in Salzburg bei uns ist ein halbes.

Harry: Und das wahrscheinlich die ersten Brauer, wo sie hier nach Brasilien kamen, die waren Deutsche.

Harry: und haben sie direkt vom Gärdanks rausgeholt und die sagten,

Harry: ja, ein Schoppen, ein Schoppen und wahrscheinlich die, was da

Harry: Da, was da gearbeitet haben, die Brasilianer, haben gesagt, oh,

Harry: die Deutschen, die trinken Schoppe,

Willy: Schoppe.

Harry: Und was die den ganzen Werbung machen von diesen großen, heute Ambev,

Harry: wahrscheinlich haben sie das, oh, Schoppe, Schoppe da Broma und so,

Harry: dann haben sie das verwendet, ja, nach Schoppe.

Harry: Und heute benutzen wir das Bier, was nicht pasteurisiert ist und nicht filtriert

Harry: ist, nennen wir hier in Brasilien Schoppe.

Willy: Also Frischbier ist nicht Lagerwege. Wie lange ist deine Haltbarkeit dann?

Harry: Ja, so wie diesen IPA hier, das ist halt so über ein Jahr.

Willy: Muss ich nicht schnell austrinken.

Harry: Nein, da musst du nicht schnell austrinken.

Willy: Wir waren jetzt gerade ein bisschen beim Du hast dann angefangen mit der Brauerei.

Willy: Wie ist denn Papa und der Mama gegangen damit? Waren die dann schon dabei?

Willy: Waren die schon in Pension? Haben die mitgearbeitet?

Harry: Ja, die haben mitgearbeitet. Das war ganz interessant, weil die ersten Jahre,

Harry: wie wir das gemacht haben, wir haben uns vorgestellt,

Harry: wir tun das in Flaschenbier, ja, und wir tun das in Supermarkt und dann stellen

Harry: wir sich her als eine große Brauerei.

Willy: Und dann seid ihr reich.

Harry: Ja, dann sind wir reich. Wie sagen Sie, wie bleibt man Millionär mit der Brauerei?

Harry: Da musst du Billionär anfangen, ja, dann bleibst du.

Harry: Aber das haben wir uns ausgeschaut. Halt, gut, denke, wenn wir das so machen.

Harry: Aber was ist dann passiert?

Willy: Was anderes.

Harry: Was anderes.

Willy: Wie immer.

Harry: Da sind dann angefangen, sind Freunde von meinem Vater und von meiner Mutter gekommen.

Harry: Sie haben stark Bier getrunken. Sie haben sehr viele Freunde gehabt.

Harry: Die sind dann gekommen. Da in die Brauerei.

Willy: Super. Die Freunden.

Harry: Ja, Bier trinken auch mal. Gibt es ein gutes Bier?

Willy: Gibt es ein gutes Bier? Viel billiges auch. Ja, ein Bier.

Harry: Und das war etwas ganz Besonderes, weil ich denke mal, vor 20 Jahren sich eine

Harry: gewährliche Person, eine einfache Person, in eine Brauerei hineinkommen. Das war nicht da.

Harry: In so eine große Brauerei, du darfst doch gar nicht mal reinsteigen.

Harry: Und heutzutage noch nicht.

Willy: Ja, du gehst auch nicht in eine Fabrik rein.

Harry: Ja, du gehst nicht in eine Fabrik so. Und das hat angefangen,

Harry: dass die Leute sich auf einmal ganz familiär werden mit dem Bier.

Harry: Du hast keinen in die Brauerei reingehen. Du hast keinen Amt sich umarmen mit dem Tank.

Harry: Und das war was ganz anderes. Und so sind immer mehr Leute gekommen,

Harry: immer mehr Leute gekommen.

Harry: Da haben sie einmal gesagt, mein Vater, eh Hans, aber da könnte mal was zum Essen sein.

Harry: So, Wurstware oder irgendwas. Da ist er dann zum Metzger gegangen dort,

Harry: hat sich so Wurstware gekauft, hat sich das geschnitten.

Harry: Ja, Bretten haben sie so gemacht. Und so zwischen den Biertanks haben sie gesagt,

Harry: wir hatten noch keine Gastronomie gehabt, noch nichts. Nur die Brauerei.

Harry: und dann haben sie sich so schnell gesetzt und dann haben sie sich gedacht,

Harry: Hans, aber weißt du was, du könntest mal ein paar Tischer sein, um sich hinsetzen.

Harry: So Stammtisch oder sowas. Wir bereichern doch so Stammtisch.

Willy: Wir möchten nicht mehr am Boden zwischen dem Bierdank sitzen,

Willy: sondern wir möchten eigentlich auf einen Tisch.

Harry: Das war ganz interessant, mein Vater als Hobby, außer der Landwirtschaft,

Harry: hat mein Vater als Hobby schon Tischlerei.

Harry: Er hat sehr gerne Tischlerei gemacht.

Harry: Dann hat er sich eine Tischlerei gekauft und hat angefangen,

Harry: Tischer und Stiel zu bauen. So Stammtischer.

Harry: Und da haben die Leute sich schon hingesetzt. Da sind noch mehr Leute gekommen. Und immer mehr.

Harry: Nun, wo einmal sagen sie zu meinem Vater, Hans, wir sind doch hier in einer deutschen Region.

Harry: Wir könnten mal hier noch ein bisschen Sauerkraut sein, oder so Eisbeine,

Harry: Kartoffelpüree. Vielen Dank.

Harry: Und dann, was noch ganz interessant ist, ganz am Anfang habe ich ja gesagt,

Harry: mein Großvater, die Oma, sagt man da, die Oma, die war ja Köchin,

Harry: bis sie in Österreich war.

Harry: Und sie hat gekocht, immer für ganz große Gruppen, wie so, wenn halt so Hochzeiten

Harry: waren, haben die geschlachtet und alles, alles von Anfang gemacht.

Harry: Und die hat sehr viele Rezepte gehabt.

Willy: Und das hat er mitgebracht.

Harry: Meine Oma ist ja auch mitgekommen. Meine Oma ist ja gestorben in der 1990,

Harry: ja, 1990 ist sie gestorben. Und sie hat ja noch mitgeführt.

Harry: Mit aufgebaut. Ja, alles aufgebaut. Und mein Vater hat auch sehr gerne gekocht. Sehr gerne gekocht.

Harry: Und dann haben wir angefangen, die ganze Gastronomie, meine Tante,

Harry: meine Tante ist ja heute noch bei uns da, die Tante kocht auch noch sehr gut, die Anni.

Harry: Und haben wir auf einmal die ganze Gastronomie rausgeholt von der Oma.

Harry: und haben wir da eingeführt in unsere Brauerei. Und auf einmal haben wir ein

Harry: Gasthaus, Brauerei gehabt.

Harry: Und das war dann ganz was anderes, weil in Brasilien war das nicht gewöhnlich.

Harry: Das hat es nicht gegeben in Brasilien.

Harry: Ganz wenig, so vielleicht in der Stadt, so zwei, drei Plätze in ganz Brasilien.

Harry: Und das hat sich dann komplett geändert, unser Geschäft.

Harry: Und so haben wir das langsam aufgebaut.

Willy: Also im Prinzip habt ihr das Breistöbel neu erfunden.

Harry: Das haben wir so beim Lauf erfunden.

Willy: Ihr seid ja die Donauschwaben. Ihr habt einen Bezug zu Deutschland.

Willy: Hättet ihr euch das nicht gleich denken können, dass Bier und Gastronomie gut

Willy: zusammen geht? Ja, ja. Aber ihr habt das irgendwie neu erfunden.

Harry: Wenn man das so jetzt den ganzen Markt vor 20 Jahren herdenkt, der Biermarkt.

Willy: Ihr hättet eine Marktrecherche machen müssen.

Harry: Das passt komplett zusammen. Heute wissen wir es schon.

Harry: Heute wissen wir es schon. aber wenn man es vor 20 Jahren der Biermarkt von

Harry: Brasilien wenn man es so dicht

Harry: sich durchschaut, was war das Biergeschäft in Brasilien?

Harry: Fabrik, Industrie, Supermarkt. Und trinkst Bier daheim. Das war das Ziel.

Harry: So in einem Gasthaus oder was, das war nicht so gewöhnlich.

Harry: Darum haben wir uns vorgestellt, wir tun Flaschenbier und in den Supermarkt.

Harry: Aber dann durch die Leute und das so langsam hergekommen haben wir, das hat sich komplett

Willy: Ich versuche ja auch über die Gespräche Brasilien ein bisschen besser zu verstehen, so dass,

Willy: bei Lokalen, beim Fortgehen, beim Ausgehen hat man kein Bier getrunken.

Willy: Also, hast du jetzt gerade gesagt, das wird es in den Supermarkt geben,

Willy: das war eine Industrie, das hat man...

Harry: Hat man schon Bier getrunken, aber nicht so viel.

Willy: Nicht so viel.

Harry: Brasilien hat, wenn man jetzt die Daten nimmt, Brasilien hat am Anfang 30 bis

Harry: 35 Liter pro Person, pro Jahr.

Willy: Eher viel, aber deutlich weniger. Ich habe jetzt die Zoll nicht für Österreich,

Willy: aber wir sind schon ein bisschen weiterfuhren.

Harry: Das war früher, aber heute ist schon über 50. Das hat sich verdoppelt.

Harry: Und die Leute trinken mehr Bier. Und durch unser, so wie Bei unseres Geschäfts

Harry: hat sich das Bier mehr popularisiert, kann man das so sagen?

Harry: Ja, ja. Es hat sich mehr bemerkt.

Willy: Es ist beliebter geworden.

Harry: Ja, beliebter geworden. Die Leute wählen halt so eine Biersorte.

Willy: Hast du ein bisschen einen Vergleich, deutsches Bier oder österreichisches,

Willy: europäisches Bier im Vergleich mit dem hiesigen Bier? Gibt es da Unterschiede?

Willy: Wird das anders hergestellt? Wird das anders gemacht?

Harry: Wenn wir jetzt große Bierbrauer, die große Brauereien, die machen ja hauptsächlich

Harry: Bier, nicht 100% Malz, sondern mit Mais, auch Maisbier.

Willy: Mit Mais?

Harry: Mais, ja.

Willy: Aha, wie geht das?

Harry: Ja, die mischen Malz mit Mais und noch Zutaten, andere Zutaten, noch Zucker oder sowas.

Willy: Also kein Reinheitsgebot dann?

Harry: Ja, kein Reinheitsgebot. das ist ja, weil das Bier wird dann billiger.

Harry: Es wird billiger. Der Mais ist viel billiger wie Malz.

Willy: Also man hat auch einen billigeren Rohstoff genommen?

Harry: Ja. Dann nimmst du einen billigen Rohstoff. Aber bei uns passiert das nicht.

Harry: Weil wir machen das 100% Malz.

Harry: Und so wird das Bier teurer. Aber du hast auch ein anderes Bier.

Harry: Und für ein kleines Geschäft Du musst was anderes herstellen.

Harry: Du kannst nicht das Gleiche herstellen wie so eine große Brauerei.

Harry: Und deswegen machen wir das.

Willy: Das heißt, in den Bieren in Brasilien, die ich jetzt im Supermarkt bekomme,

Willy: die Einheimischen oder ich weiß nicht, wie die Laken heißen.

Harry: Ja, die ganz gewähnlichen Biersorten, da ist Mais.

Willy: Da ist Mais dabei. Würdest du jetzt sagen, also qualitativ ist das schlechter

Willy: oder ist das einfach nur ein anderer Geschmack? Das ist ein anderer Geschmack.

Harry: Das ist einfach ein anderer Geschmack.

Willy: Ja, qualitativ.

Harry: Die haben vielleicht mehr Qualität am Prozess, weil das alles automatisiert

Harry: ist, wie eine kleine Brauerei.

Harry: Weil hier haben wir noch viel Handwerk. Das ist noch der Brauer,

Harry: muss noch viel mitwirken, mit schaffen.

Harry: Aber in einer großen Brauerei drückt er die Knäppel und fertig ist es.

Harry: Bleibt das alles so hundert.

Willy: Ist der Geschmack das?

Harry: Das ist anders. Das ist komplett was anderes. Ja, komplett was anderes.

Harry: Wenn du hier jetzt ein gewähnliches Bier herstellst und das

Harry: Ich trinke zum Beispiel kein gewöhnliches Bier mehr. Das spürt mir,

Harry: das hat keinen Geschmack mehr.

Willy: Gewöhnliches Bier hast du? Ja, so das.

Harry: Aber ich trinke halt sehr gerne mehr gehopfertes Bier. Und so mehr Hopfen habe ich es lieber.

Harry: Aber so in Brasilien, die Leute haben mehr gerne Bier, wo nicht so gehopfert ist.

Harry: Auch an unserem Pilsner Bier, wo wir brauen hier, benutzen auch wir nicht so viel Hopfen dran.

Willy: Auch um den Markt da ein bisschen zu bedienen?

Harry: Wir haben auch einen Pilser und wir haben auch, wir brauen auch einen German Pilsen.

Harry: Das ist schon mehr gehopfert.

Harry: Aber so 80% von den Leuten trinken das Pilsner Bier.

Willy: Jetzt haben wir einen kurzen Ausflug gemacht. Jetzt fangen wir wieder zurück.

Willy: Ihr habt jetzt die Brauerei gegründet.

Willy: Ich habe es dann nach und nach ist es dann auch ein Preußstübel geworden.

Willy: Wie lange hat es denn dauert, bis ihr, weil ihr habt ja kein Geld verdient.

Willy: Du hast ja gesagt, du hast das Lehramt weitergegangen.

Willy: Wie lange hat es am Anfang dauert, bis ihr mit dem, was ihr gemacht habt,

Willy: auch tatsächlich das erste Geld verdient habt?

Harry: Ja, nach zehn Jahren.

Harry: Wirklich, ja, wirklich.

Willy: Also ihr habt die ersten zehn Jahre Schulden gemacht. Wie habt ihr das gemacht?

Willy: Wie habt ihr das kompensiert? Oder wie geht man damit um?

Harry: Ja, da haben wir ja in der Bank finanziert, so langsam haben wir das aufgebaut,

Harry: noch einen Tank gekauft und so, dann

Harry: wieder finanziert und dann wieder das ausgezahlt und wieder finanziert.

Harry: So haben wir das so langsam aufgebaut. Nach zehn Jahren ist erstmal ein bisschen was übergeblieben.

Willy: Was waren denn die größten Herausforderungen in den zehn Jahren?

Willy: Bevor wir dann auf den Prozess des Bierbrauens ein bisschen genauer eingehen,

Willy: das muss man uns heute noch auch erklären.

Harry: Wie das funktioniert.

Willy: Aber es waren am Anfang in der Zeit des Aufbaus, was waren denn die größten

Willy: Probleme, die größten Herausforderungen, die ihr gehabt habt?

Harry: Erstens für das Bier. Jetzt brauche ich ein Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Harry: Das erste Bier, wo wir angestellt haben, vorgestellt haben, bei den Leuten hier

Harry: in Garapar, wo du kannst es umgeben, haben die Leute so geschaut,

Harry: wer trinkt dann so ein Bier? Das ist doch kein Bier.

Harry: Warum? Weil sie gedacht haben, das Bier ist das Bier, das filtrierte Bier,

Harry: das Klare, wo man durchschauen kann.

Harry: Die haben gesagt, wer trinkt denn so ein dreckiges Bier?

Willy: Dreckig.

Harry: Dreckig, trüb, ja. Und bis mal die Leute sich gewöhnt haben,

Harry: um so ein Trübbier zu trinken, das war auch nicht einfach.

Harry: Das hat eine Zeit gedauert. Und bis mal einer, gekommen ist einer,

Harry: wenn man so jetzt, ja, wenn der mal das Bier trinkt.

Willy: Ein Influencer. Ein Influencer, ja.

Harry: Wenn mal der das Bier trinkt, oh, das kann ja direkt gut sein, ja.

Harry: Und so hat sich das langsam angefangen, das ein bisschen ändern.

Harry: Und bis wir mal diesen Markt gewonnen haben, ja, dann ist er in guten Jahren.

Harry: Die ersten fünf Jahre, das war ganz schwierig bei uns, ganz schwierig.

Willy: Ja.

Harry: Haben wir hauptsächlich nur hier in der Genossenschaft verkauft, unser Bier.

Harry: Wir hatten, wir haben Kapazität. Heute haben wir 30.000 Liter,

Harry: das sind 300 Hektoliter.

Willy: 30.000 Liter pro?

Harry: Pro Monat.

Willy: Pro Monat.

Harry: Pro Monat, ja. Aber das zuerst haben wir, was haben wir gebraut?

Harry: 1.000, 500 im Monat, im ganzen Monat.

Harry: Diesen Monat haben wir 1.000 Liter verkauft.

Harry: Großen, ja schon.

Willy: Jetzt sind es 30.000.

Harry: Ja, jetzt haben wir Kapazität, 30.000. Und wir sind dann aufgestiegen, aufgestiegen.

Harry: Das ist dann jedes Jahr, jedes Jahr mehr, mehr, mehr, mehr.

Willy: Warum habt ihr in den ersten fünf Jahren nicht aufgegeben? Weil es war offensichtlich Rückschläge.

Harry: Weißt du warum?

Willy: Noch nicht.

Harry: Das Blöde ist, wenn man sagt, so ein Deutscher, das geht nicht.

Harry: macht es nicht für einen Deutschen. Das geht nicht. Das geht nicht.

Harry: Das gibt es nicht richtig.

Harry: Das geht nicht. So ein Geschäft, das läuft doch nicht.

Harry: Wie willst du dann Geld machen mit dem?

Harry: So machen es viele. Aber das Problem ist ja, du sagst für einen Deutschen,

Harry: wenn es nicht geht, dann geht es.

Harry: Ich habe einen Freund gehabt. Ganz wie wir angefangen haben,

Harry: das war ein Schulfreund, der hat eine

Harry: Wie sagt man das auf Deutsch? Weiß ich nicht. Sag es auch Schwäbisch.

Harry: Postgraduation heißt das hier. Wenn man nach der Uni was mehr studiert.

Harry: Nach der Uni noch? Ja, nach der Uni.

Willy: Doktor, Postdoktor.

Harry: Ja, so. Der hat sowas gemacht.

Harry: Und da hat er mir, Harry, willst du, dass ich dir ein Gericht mache,

Harry: ob das geht, ob das hundertprozentig, ja, das mache ich, das mache ich in der Schule für dich.

Harry: das nennt man hier in Brasilien Plano de Viabilidade Economica,

Harry: das weiß ich jetzt nicht, wie man es genau auf Deutsch sagt.

Willy: Ein Businessplan.

Harry: Ja, das ist ein Businessplan. Genau, ein Businessplan.

Willy: Ein euthanischer Faust portugiesisch, ein Businessplan.

Harry: Trinken wir noch ein Bier,

Willy: Das wird noch gehen auf dem Biene, ich denke.

Harry: Wenn wir noch zwei trinken,

Willy: Dann verstehen wir das auch schon.

Harry: Die Zuschauer verstehen es schon.

Willy: Aber das heißt, der hat einen Businessplan dann geschrieben.

Harry: Ja, hat er geschrieben. Und dann, was war dann da? Ja.

Harry: Nein, Harry, der Plan, das funktioniert nicht. Das geht nicht.

Harry: Und deswegen hat es funktioniert.

Willy: Weil du dann gesagt hast.

Harry: Das funktioniert, ja. Weil wir sind, da hat er gesagt, ja, wir sind nicht in

Harry: einer großen Region, das ist viel zu weit von der großen Stadt,

Harry: das ist in der Landwäsche, wer kommt dann da her?

Willy: Es sind viele Fragen, die sich direkt zum Markt in Österreich auch stellen.

Harry: Heute habe ich Leute von ganz Brasilien. Echt, von ganz Brasilien.

Harry: Vorige Woche habe ich Leute gehabt, von ganz Nord, über Amazonas.

Harry: Sie kommen her, hier in die Brauerei kommen.

Willy: Okay.

Harry: Die Leute reisen heute rum, die kommen für eine Kultur, ein bisschen Kultur,

Harry: weil wir haben ja ganz, das ist ja ganz touristisch.

Harry: Du bist dann beim Vollweiter, kannst dich gut einquartieren.

Harry: Da bin ich übrigens untergebracht.

Harry: Hast du ein gutes Bier, hast du ein gutes Küch, kannst ein bisschen,

Harry: wir haben ein Museum, da kann man sich gut runterhalten.

Willy: Also ihr habt auch Glück, dass in der Region ein bisschen, jetzt hast du gesagt,

Willy: ein bisschen Tourismus ist, die ersten fünf Jahre waren schwer.

Willy: Jetzt hast du gesagt, ihr habt,

Willy: 2002, 2003 die Brauerei angefangen, oder?

Harry: Ja, 2004.

Willy: Wann ist die Gastronomie dazukommen? Welchem Jahr?

Harry: 2007.

Willy: 2007. Wirst du sagen, die Gastronomie war dann der Wandel hin,

Willy: dass auch die Brauerei funktioniert hat?

Harry: Ja, genau. Das hat sich dann, weil die Leute suchen ja was zum Essen.

Harry: Wenn Touristen kommen, Die Leute wollen schlafen und essen.

Harry: Und dann noch was dazu. Noch was dazu. Und das hat viele Leute gerufen. Sehr viele, sehr viele.

Harry: Und das ist aufgewachsen. Aufgewachsen, bis mal nicht was anderes gekommen war,

Harry: bis wir nicht in die Pandemie reinkommen sind.

Willy: Also das ist gut gelaufen, bis zur Pandemie. An Pandemie kommen wir noch.

Willy: Aber hat sich am Geschäft dann irgendwas geändert? Also ich habe dann 2009,

Willy: 2010 endlich Geld verdient, seit es in die schwarzen Saal gekommen.

Willy: Was habt ihr dann an der Brauerei gemacht? Oder was habt ihr dann verändert?

Willy: Oder ist das dann einfach das Geschäft mehr geworden?

Harry: Nein, wir haben immer vergräsert. Weil wir sind dann von 1.000 Liter ganz am

Harry: Anfang, nach fünf Jahren haben wir gehabt, vielleicht 2.000 bis 3.000 Liter im Monat.

Harry: Und dann in den nächsten 5.000 sind wir schon mal auf 20.000 gekommen.

Willy: Also relativ schnell gewachsen. Wohin habt ihr das verkauft?

Harry: Ja, und dann ganz umgegen. So im Kreis 150 Kilometer ungefähr.

Willy: An?

Harry: Ja, an andere Restaurants. Ja, Gastronomie. Gastronomie.

Harry: Ja, mit dem ganzen Apparat, mit dem Bierfass, dann im Fässer. Alles im Fässer.

Harry: Das machen wir heute noch. Heute haben wir noch so

Harry: circa so 30 kleine Gastronomien, wo unser Bier verkauft, da in der ganzen Gegend.

Willy: Seid ihr jemals in den Supermarkt gekommen?

Harry: Ja, jetzt sind wir im Supermarkt. Jetzt sind wir im Supermarkt da.

Harry: Das ist aber, das Jahr passiert erst mal. Dieses Jahr erst mal.

Willy: Okay, das ist ganz...

Harry: Ich war nicht so freund am Supermarkt, weißt du? Weil im Supermarkt ist in Brasilien

Harry: mit den Gesetzen und mit der ganzen Steuer, was das Bier drauf sein,

Harry: sind ein bisschen schwierig.

Harry: Aber jetzt hat sich gepasst und jetzt zahlen die Leute schon mehr am Bier.

Harry: Früher wollten die Leute nicht viel zahlen für das Bier. Aber heute zahlen sie für das Bier.

Willy: Und du hast das vorher natürlich schon angesprochen. Das heißt,

Willy: im Prinzip kann man sagen, ihr habt dann immer mehr Bierbraut,

Willy: mehr verschiedene Sorten oder habt ihr einen Fokus auf etwas?

Harry: Erstens nur Pilsnerbier, nur Pilsnerbier. Und dann, wann hat das angefangen? Vor zehn Jahren.

Harry: 15 Jahre. Nach fünf Jahren erst mal, dann haben wir diese Partnerschaft gemacht

Harry: mit der Gnostenschaft Agraria.

Harry: Und dann haben wir diesen ganzen verschiedene Biersorten eingeführt.

Harry: Das erste verschiedene Bier, was wir eingeführt haben, das war ein rotes Lagerbier.

Willy: Ein rotes Lagerbier.

Harry: Red Lager.

Willy: Red Lager.

Harry: Das haben wir heute noch, das verkaufen wir heute noch hier.

Harry: Und das war das erste, verschiedene Biersorten.

Harry: Und ab dieses dann haben wir immer aufgebaut, jedes Jahr noch ein neues, noch ein neues.

Harry: Aber in der Zukunft haben wir auch gedacht, wenn man so viele Sorten Bier hat, ist auch nicht gut.

Harry: Weil wenn man das Markt nennt heute, was die Leute trinken, das klingt.

Harry: Das schlichtet sich ungefähr in sechs bis sieben Sorten Bier und nicht mehr.

Willy: Und dann wird es komplizierter.

Harry: Ja, weil es gibt gewisse Biersorten, trinken die Leute ein Glas und weg ist

Harry: es. Dann trinken sie nicht mehr.

Willy: Das ist kein Trinkbier. Das ist kein Trinkbier. Das ist auch nicht.

Harry: Ja, das IPA, obwohl die Leute, unser IPA, was wir hier herstellen,

Harry: das ist ein bisschen leichter.

Harry: Das ist nicht so alkoholisch. bis 6,5% Alkohol.

Harry: Und die IBU, die Bitterheit ist bei 60. So kann man das Bier auch leichter trinken.

Harry: Das sind Brauereien heute, die machen das Bier mit 8% Alkohol.

Willy: Du verkaufst ja kleinere Mengen. Ich kenne den Begriff Schüttbier.

Willy: Ich will ja der.

Harry: Was hier in ein Gasthaus herkommt, dass er gutes Bier trinkt,

Harry: mehrere Biere trinkt und auch was esst.

Willy: Und das heißt, die Brauerei hat funktioniert, das Geschäft hat dann funktioniert

Willy: und ich war jetzt eigentlich relativ friedlich.

Willy: Wie viele Angestellte habt ihr dann gehabt am Beginn der Pandemie?

Harry: Ja, am Beginn, das waren 32 Arbeiter.

Willy: 32? 32.

Harry: Ich habe noch ein anderes Gasthaus gehabt in der Stadt Guarabuava,

Harry: in einem Shopping-Center, ja, habe ich da auch ein Gasthaus gehabt,

Harry: da habe ich Arbeiter gehabt, ich habe noch gewöhnlich ...

Harry: Leute gehabt, abgeliefert. Lieferverkauf, ja. Das Bier abgeliefert hat.

Willy: Bierfahrer.

Harry: Das ist dann so gut gelaufen. Bis mal die Pandemie hier stand an der Tier.

Willy: Corona. Wie hat sich das ausgewirkt in der Region?

Willy: Wie hast du die Nachricht, wie habt ihr die kurze Zeit davor,

Willy: wo es dann Gerüchte gegeben hat?

Harry: Das war zu schnell. Weil, ah, zuerst einmal die ganze Nachricht gehört,

Harry: ja, in China ist da eine Pandemie, das ist das erste Mal in China, ja.

Harry: Und auf einmal, ja, in ganz Europa war das, und auf einmal in Amerika,

Harry: und auf einmal war das hier.

Harry: Und das waren ein paar Monate in der ganzen Welt.

Harry: Und dann gab es hier in Guarabaw auf einmal einer.

Willy: In dem ersten Fall.

Harry: Ja, im ersten Fall. Und dann sind die Leute gestorben. Und dann haben sich die

Harry: über die Nachrichten, und auf einmal war das so ein großer,

Harry: die Leute sind dann, waren dann, wie sagt man?

Harry: Verunsichert. Ja, verunsichert. Und ja, die Leute sterben und sowas.

Harry: Ja, und auf einmal haben sie gesagt, nein, wir schließen alles.

Willy: Ach, Shutdown.

Harry: Alles, alles, schließen alles. Alles die ganzen Gasthausbrauereien oder die

Harry: Brauereien oder Restaurants und alles zu.

Willy: Schulen, Schulen, alles zu.

Harry: Niemand darf aus dem Haus gehen.

Willy: Wie lange war der erste Schotter?

Harry: Ja, wir dachten, ja, das geht so ein Monat, zwei Monate, ja.

Harry: Dann haben wir dann Ferien gegeben für unsere Mitarbeiter, ja, und so weiter.

Harry: Und zwei Monate vorbei. Und nichts.

Harry: Und drei Monate und auf einmal vier Monate und auf einmal sechs Monate.

Willy: Voller Shutdown.

Harry: Voller Shutdown.

Willy: Monate?

Harry: Monate. Ja, und das, wo soll ich die ganzen Leute zahlen?

Harry: Ja, und dann hat der Staat gesagt, na, wir lehnen, wir werden einen Kredit aufmachen,

Harry: ja, das ist ganz künstlich, dass du deine Arbeiter zahlen kannst,

Harry: aber du darfst sie nicht entlassen.

Harry: Ja, da haben wir noch das ganze Geld genommen, da haben wir sechs Monate nicht

Harry: dürfen die Mitarbeiter loslassen und die Pandemie war noch nicht rum.

Harry: Und dann haben sie erlaubt, ja, unter der Woche, Wochenende nicht,

Harry: unter der Woche oder nur abends, am Tag nicht.

Harry: Die haben ja nicht gewusst, was sie machen. Ja, bis mal die Impfung da war,

Harry: die Leute mal impfen und so weiter.

Harry: Dann haben sie erlaubt, einen Tisch kannst du benutzen mit meistens zwei Personen.

Willy: So wie wir das jetzt gerade machen.

Harry: Und an einem Tisch nicht. Ja, wie sollst du dein Geschäfte halten?

Harry: Und wir haben keinen Supermarkt verkauft gehabt.

Willy: Damals nicht. Damals nicht. Supermärkte waren offen.

Harry: Ja, die waren offen. Aber hast nur eine Person von der Familie in den Supermarkt

Harry: gehen, einkaufen, eine Stunde gehabt für einkaufen und wieder nach Hause.

Willy: Das heißt, ihr habt einen vollen Geschäftseinbruch gehabt.

Harry: Und dann haben wir das nicht geschafft.

Harry: Weil wenn man zehn Monate im Lauf von zwei Jahren, im Lauf von zwei Jahren,

Harry: zehn Monate kein Einkommen gehabt hat. Null Einkommen. Null, null, null.

Willy: Null.

Harry: Null.

Willy: Aber weiter die Gehälter?

Harry: Ja, alles. Und dann haben wir gesagt, nein, das geht nicht. Dann haben wir da zugemacht, hier.

Willy: Im Einkaufscenter zugespielt.

Harry: Ja, und heute haben wir elf Arbeiter.

Willy: Okay.

Harry: Insgesamt.

Harry: Und heute arbeitet hauptsächlich Familie. Wir haben einen Familienbetrieb.

Harry: Das ist ich, meine Frau, meine zwei Töchter, die Tante hilft auch ab und zu

Harry: mit ein bisschen. Und so noch zu ein paar.

Harry: Unser Neffe ist dann der Biermeister heute. Die ganze Familie ist einquartiert hier.

Harry: Und jetzt haben wir wissen, wir sind hauptsächlich von, sagt man nicht null,

Harry: aber das alles, das Spargeld und das alles, was war, das ist alles,

Harry: das war alles weg, alles weg, alles weg.

Harry: Jetzt haben wir so langsam ein bisschen wieder aufgebaut.

Willy: Es war alles weg. Und du hast gesagt, für sechs Monate habt ihr einen Kredit

Willy: bekommen oder habt ihr das Geld bekommen, um die Mitarbeiter sechs Monate zu halten?

Harry: Ja, die Mitarbeiter für sechs Monate, ja, und auch, das war ja nicht genug.

Harry: Wir haben auch andere Kredite geholt in der Bank und mehr Kredite.

Willy: Also war nicht verfallen.

Harry: Ja, das zahlen wir heute noch.

Willy: Zurück?

Harry: Zurück. Heute haben wir noch die Raten zum Zahlen von der Pandemie.

Willy: Ja, und besteht jetzt von eurer Seite noch die Idee und die Lust,

Willy: weiter zu wachsen wieder oder wieder mehr zu produzieren?

Harry: Ja, aber jetzt mehr so nach dem Tourismus, dass wir wollen, dass wir,

Harry: weil wir das so verschieden machen,

Harry: anders machen, das Geschäft ist heute mehr elitisiert worden,

Harry: die Leute, die mehr Geld haben, die suchen auch mehr, die zahlen auch mehr für

Harry: dein Bier und so wollen wir das halten.

Harry: Das geht jetzt gut, jetzt mit Familie, nicht so viel Arbeiter und läuft es jetzt

Harry: schon ein bisschen besser.

Harry: Aber so weiter wachsen, so große Brauerei, nein, das wollen wir nicht mehr.

Harry: Nein, nein, nein, ich habe schon weiße Haare.

Willy: Wenn die Kinder vielleicht dann?

Harry: Ja, wenn die Kinder das wollen, dann kannst du es machen. Ja,

Harry: okay. Aber ich meine Frau nicht.

Willy: Aber ist das jetzt schon, hast du schon eine Nachfolge?

Harry: Ja, wir haben schon Nachfolge, weil wir haben zwei Töchter, habe ich,

Harry: und ich habe Biotechnologie studiert.

Harry: Die arbeitet jetzt bei uns schon in der Brauerei.

Harry: Und die jüngste, die ist jetzt drüber, die ist jetzt in Deutschland,

Harry: Besuch bei der Familie da, aber sie hat Gastronomie studiert.

Willy: Also die beiden Seiten?

Harry: Ja, eine von der Industrie und eine von der

Harry: von der Gastronomie.

Willy: Also grundsätzlich gut vorgebracht, das müssen Sie nur noch wollen. Okay, so geht's.

Willy: Jetzt sind wir in der Gegenwart und was mich jetzt noch interessiert,

Willy: quasi als zweiten Teil, ist, dass du einmal ein bisschen erklärst,

Willy: du hast es ja selber lernen müssen in den letzten 20 Jahren,

Willy: wie ein Bierbrauen funktioniert, also den Prozess des Bierbrauens und weil du

Willy: jetzt ein paar Mal schon gesagt hast, das Pilzen auch so hervorgehoben,

Willy: dass wir uns nachher vielleicht anschauen, was genau Pilzen jetzt eigentlich

Willy: ist, weil man hört immer ein Märzen, ein Lager, ein Bilsener, ein IPA.

Harry: Ja, ja, ja. Es gibt so viele Biersorten.

Willy: Und ich muss ganz ehrlich sagen, oft verstehe ich auch nicht genau,

Willy: was da ein Unterschied ist.

Willy: Aber vielleicht fangen wir mal an, wie braut ihr da Bier? Wie wird ein Bier gebraut?

Harry: Ja, das Bier, wie ich sage, wir brauen nach dem deutschen Reinheitsgebot Wasser,

Harry: Malz, Hopfen und Bierhefe. Nur das benutzen wir.

Harry: Wasser, Wasser, Malz, Bier, Hopfen und Bierhefe.

Harry: Malz, Wasser haben wir aus dem Tiefbrunnen.

Willy: Aus dem eigenen Brunnen.

Harry: Gutes Wasser, gutes Wasser. Malz ist sehr schwierig hier bei uns.

Harry: Vor zweieinhalb Kilometern haben wir ja die größte Melzerei von Lateinamerika,

Harry: von der Genossenschaft.

Harry: Und dann holen wir das. Hier haben wir die Guarapuava, die Stadt Guarapuava.

Harry: wo wir wohnen, das Ort, wo wir wohnen hier, das ist die größte Fläche,

Harry: wo Gerste anbauen, von Brasilien.

Harry: Die Bauern bauen die Gerste, nehmen sie bis an die Melzerei,

Harry: Melzerei stellt das Malz her,

Willy: Das Malz holen wir.

Harry: Was ist dann, die Gerste wird dann gekeimt, bei Malzen kommt der Keim,

Harry: und dann wird es geröstet.

Harry: Das sind gewisse Röstmalzstufen.

Harry: Wenn man jetzt verschiedene Melzmalzstufen

Harry: kombiniert, dann hast du die verschiedenen Biersorten.

Harry: Du hast ja über 100. Hier in Brasilien ist nicht so gewöhnlich die Malzsorten, aber in Deutschland,

Harry: gerade importiert ja aus der

Harry: Weyermann, die ist in Bamberg und die ist ja spezialisiert an Malzsorten.

Harry: Röstmalz, so dunklere Malzsorten oder Rotbier oder ganz verschiedene.

Harry: Und das benutzen wir ja auch in unserer Brauerei.

Willy: Und das machst du über das Malt?

Harry: Ich weiß Malz. Diese Farbe, hauptsächlich die Farbe beim Bier und auch ein bisschen

Harry: Geschmack, das kommt aus dem Malz.

Willy: Okay, das ist der Grund. Was mache ich mit dem Malz jetzt eigentlich?

Willy: Das kommt zu mir, das kaufe ich zu.

Harry: Ja, da kommt dann, dann tun wir das Malen, das wird dann gemahlen.

Willy: Das Malz, das ist in den gekeimten, gerösteten Körner.

Harry: Körner, so kleine Körner, das holen wir in Säcke, so 20, 25 Kilo Sack.

Harry: Das wird dann gemahlen, geschrodet, ganz gut geschrodet, ganz klein.

Willy: Wie Mehl dann oder gröber, wie Grieß?

Harry: Ja, wie Grieß, genau.

Harry: Und dann wird es mit Wasser gemischt und dann mit Stufentemperaturen erhebt.

Harry: Das fängt dann an so ungefähr mit 50 Grad und dann steigt das bis 76, 78.

Harry: Und diese Stufen auch, das sind mit verschiedenen Biersorten.

Harry: Jedes Biersorten hat seine eigene Stufen.

Willy: Wo es aufhört oder wo.

Harry: Viele das sind. bis mal die ganzen Stufentemperaturen fertig sind,

Harry: dann wird das abfiltriert, dann kommt der Getrebe weg von der Flüssigkeit.

Willy: Das heißt, ein wichtiges Werk, das ist Trebern. Das ist der Trebern,

Willy: das was man vom Bierbrauen kennt, das ist quasi nach dem ersten Schritt,

Willy: wo die Gerste mit dem Wasser aufkommt oder erhisst wird.

Harry: Abgefiltert oder abgesiebt. Abgesiebt wird, ja genau.

Willy: Und das, was überbleibt, ist der Trebern. Das war früher ganz oft bei Bäckereien,

Willy: glaube ich, dass die das auch mitgenutzt haben, oder?

Harry: In Deutschland sehr viel benutzen sie das bei der Bäckerei.

Harry: Mein Vater, der hier, das ganze Gebäude hier, das war ganz früher,

Harry: in den 18 Jahrzeiten, war das eine Konservenfabrik.

Willy: Eine Konservenfabrik, ja.

Harry: Konservaspilz heißt das.

Willy: Konservaspilz.

Harry: Ja, weil mein Vater Pilzzuchten hat.

Willy: Damals noch als Landwirt.

Harry: Ja, als noch Landwirtschaft und auch Pilzzuchten. Und wir, wie die Brauerei

Harry: angefangen haben, hier hat er das Land nicht mehr gehabt, aber die Pilzen hat er noch gehabt.

Willy: Ah, die Pilze hat er nicht abgegeben.

Harry: Ja, die hat er nicht. Da hat sein Herz mehr dran geklopft, oder?

Harry: Ja, der hat sein Herz noch getobt, die Pilzen.

Harry: Und der Getreber, der Träber, alles, das haben wir benutzt für den Kompost machen für die Pilzen.

Harry: Das Substrat, wo die Pilzen aufgewachsen sind.

Willy: Was für Pilze, was für Sorten waren das?

Harry: Die Pilzsorten? Ja, das waren die Champignons.

Willy: Also Champignons, deswegen Kompost.

Harry: Ja, deswegen Kompost.

Willy: Und da habe ich den Trebern verwenden können.

Harry: Ja, genau.

Willy: Top, oder? Ja, das ist super. Also Kreislaufwirtschaft.

Harry: Kreislauf, Kreislauf, ja genau. Ja, ja, okay. Das haben wir selten schon benutzt,

Harry: wo wir gar nicht über das gesprochen haben.

Harry: Da haben sie noch nicht gesprochen über das, ja. Haben wir schon gemacht.

Willy: Also ihr habt so Kreislauf gemacht, da hast du noch gar keinen Kreis gegeben.

Willy: Ja, das habe ich schon gemacht.

Willy: Ja, das habe ich schon gemacht. Wir haben den Drehbüren und was überbleibt,

Willy: wie nennt man das dann, diesen Sud? Oder was ist das?

Harry: Ja, das ist dann, das ist ein Sud, den kann sie...

Willy: Wie heißt es auf Portugiesisch?

Harry: Auf Portugiesisch Mosto.

Willy: Mosto. Mosto. Mosto, ja, dann haben wir den Mosto.

Harry: Und dann, wenn das fertig ist und dann wird es gekocht, dann kommt das beim Kochen. Ja.

Harry: unter am Kochen dann benutzen wir den Hopfen dann kommt der Hopfen

Harry: erst ins Bier und jetzt der Hopfen der macht dann Bitterkeit ja,

Harry: bitter und auch Aroma am Bier wenn du jetzt das sind auch verschiedene Hopfensorten

Harry: ganz verschiedene Hopfensorten

Harry: wir benutzen hauptsächlich deutsche Hopfen

Willy: Also in Deutschland angebaut?

Harry: Ja, in Deutschland angebaut. Agraria, die Genossenschaft importiert auch.

Willy: Habt ihr selber keinen Hopfen da in Brasilien?

Harry: Ja, in Brasilien haben wir nicht so ein richtiger Klima für Hopfen produziert,

Harry: weil eine Hopfenpflanze, die braucht mindestens 15 bis 16 Stunden Sonne in einem Tag.

Harry: Das haben wir hier in Brasilien nicht, weil wir sind zwischen der Equator-Linie und einem Hopfen.

Harry: Wie sagt man die? Tropico. Subtropisch, subtropisch. Oder ganz nördlich oder ganz südlich.

Harry: Obwohl, jetzt fangen sie an, hier auch einen Baum, aber mit Beleuchtung. Die beleuchten das.

Harry: Okay, im künstlichen Licht. So langsam läuft es sich aus.

Willy: Aber das heißt, ihr habt diesen Sud, der wird wirklich gekocht.

Willy: Ja, das wird dann gekocht.

Harry: Wenn du jetzt mehr Aroma willst an Bier, benutzt du mehr Hopfen am Ende beim Kochen.

Harry: Und wenn du jetzt mehr Bitterkeit willst, benutzt du mehr vor.

Willy: Am Anfang.

Harry: Weil am Anfang kocht sich das aus und dann hast du das Bitterkeit.

Willy: Kann ich mir das jetzt ungefähr vorstellen von den Mengen? Wenn ich jetzt 100

Willy: Liter Bier brauen möchte.

Harry: Das ist dann ganz verschieden. So wie bei diesem IPA.

Harry: Wenn man das alles zusammenrechnet, 4000 Liter, da kommen über sieben Kilo Hopfen

Harry: dran. Sieben Kilo? Sieben Kilo.

Willy: Okay.

Harry: Und ein Pilsner Bier ungefähr 400 Gramm.

Willy: Beim gleichen Menge Bier?

Harry: Ja, beim gleichen Menge.

Willy: Also ein riesiger Unterschied.

Harry: Ja, riesiger.

Willy: Und weil wir vorher noch geredet haben vom Malz, wie viel Menge Malz brauche

Willy: für einen Liter Bier oder für 1000 Liter?

Harry: Ja, ungefähr für 1000 Liter Bier benutzen hier 175 Kilo.

Willy: Okay. Sodass man ein Verhältnis hat. Das heißt, eine relativ geringe Menge Hopfen.

Willy: Also der Hopfenanteil ist sehr, sehr wenig.

Harry: Aber man kann es auch bis 200 Kilo benutzen, wenn du ein bisschen mehr, stärkeres Bier willst.

Harry: Das ist auch verschieden. Aber von 150 bis 200 Kilo ungefähr ist meine Brauerei

Harry: eingestellt, wo ich brauen kann.

Harry: Wenn ich mehr will, dann für meine Anlage geht das nicht mehr.

Willy: Und wie lange wird das Bier jetzt mit dem Hopfen gekocht?

Harry: Dann geht es zum...

Willy: Wie lange dauert es?

Harry: Dann gekocht ist, eine halbe Stunde beim Kochen.

Willy: Eine halbe Stunde nur?

Harry: Eine halbe Stunde.

Willy: Länger dauert das gar nicht.

Harry: Dann muss es abgekühlt werden. Dann stellen wir das, wenn das ein Lagerbier ist.

Harry: Lagerbier ist das ein untergäriges Bier.

Harry: Das gärt dann zwischen 10, 8, 10 bis 12, 13 Grad.

Harry: Das ist die Temperaturstelle.

Willy: Aber das oben und unten heißt dann die Temperatur beim Gären.

Harry: Deswegen nennen wir das Lagerbier, das untergäriges Bier.

Willy: Lagerbier, weil Lager kalt ist oder weil man es lagern kann oder wie so.

Harry: Und wenn das ein obergäriges Bier, das ist ein Ayo, IPA, das ist ein obergäriges

Harry: Bier, das gärt dann zwischen 18 bis 22 Grad.

Willy: Das ist obergärig.

Harry: Ja, das ist obergärig. Das sind verschiedene auch Bierhefen.

Willy: Wann kommen die Hefen dazu? Weil wir haben jetzt gesagt, wir kochen, kühlen ab.

Harry: Wir kochen, dann tust du das abkühlen, bevor die ganze Flüssigkeit,

Harry: den Vorbier, das kommt dann, machst du die Hefe fertig, das kommt alles in ein

Harry: Pack, so von einem halben Kilo, ein Pack,

Harry: trockene Hefe, dann tust du es auflesen im Wasser, dann lässt du sie wachsen, so wie Brot machen.

Harry: den einen Tank und dann gleich das Bier schon drauf.

Willy: Und dann hast du das Bier drauf?

Harry: Ja, und dann bleibt es so ungefähr fünf Tage mit der Hefe bei Gärung.

Willy: Wird das verrührt? Ja, das mischt sich.

Harry: Dann bleibt es so fünf Tage bei Gärung und wir lassen unser Bier hier nochmal

Harry: 20 Tage oder 25 Tage bei Lager.

Harry: Bis es sich ganz ruhig stellt.

Harry: weil die Gärung, wenn es mit 12 Grad ungefähr ein Lagerbier ist.

Willy: Untergärig.

Harry: Ja, untergärig.

Willy: Wir reden über 12 Grad Temperatur oder was? Temperatur, Celsius.

Harry: Wenn die Gärung fertig ist, stellen wir das auf 5 Grad.

Willy: Die schließe ich von selber ab. Das ist irgendwann fertig, oder? Durchgegärt.

Harry: Ja, durchgegärt. Das kann man ja messen.

Harry: Und dann stellen wir die Temperatur auf 5 Grad und dann setzt sich die ganze Hefe nach unten.

Harry: Die Hefe kommt dann nach unten. Die Hefe können wir rausholen und für den nächsten

Harry: Prozess benutzen. Wirklich? Wirklich.

Willy: Wiederverwenden? Wiederverwenden.

Harry: Wir verwenden sie es fünf bis sechs Mal.

Willy: So oft geht das?

Harry: Ja. Und dann später neue Bierhefe.

Harry: Und dann stellen wir die Temperatur runter, bis wir die Hefe rausgeholt haben.

Harry: Stellen wir die Temperatur auf null Grad.

Harry: Ja, und dann 0 Grad bleibt es nochmal so 20 Tage in 0 Grad, bis das Bier fertig ist.

Willy: Also kurz vor dem Frierpunkt.

Harry: Ja.

Willy: Und dann ist es fertig. Aber wir erinnern jetzt von dem Frischbier,

Willy: weil du hast vorher gesagt, es ist nicht gefiltert und nicht pasteurisiert. Ja, genau.

Willy: Wann würde ich jetzt dieses Bier filtern und wann würde ich es pasteurisieren?

Harry: Ab diese Stelle.

Willy: Nach den 20 Tagen, oder?

Harry: Ja, du kannst das 20 Tage, aber es gibt heute Prozesse, technologische,

Harry: biotechnologische Prozesse.

Harry: Du kannst das ein Bier herstellen, wenn du willst, in sieben Tagen heute.

Harry: Aber dann hast du nicht das, wie sagt man das, die Natur, die Zeit.

Harry: Es gibt, eigenes Bier bleibt nur gut mit der Zeit.

Harry: Das ist genauso wie beim Wein auch. Die Leute werden auch besser mit der Zeit.

Willy: Ich hoffe, du hast recht.

Harry: Oder nicht.

Willy: Aber im Prinzip, das war jetzt der Bierprozess. und was macht jetzt zum Beispiel,

Willy: weil wir vorher gesagt haben, wir fokus Pilsener, was macht jetzt ein Bier zu einem Pilsener Bier?

Harry: Ja, dann Pilsener Malz.

Willy: Das Malz?

Harry: Das Malz. Das Malz und das, ja.

Willy: Und Pilsener Malz bedeutet jetzt, was heißt das?

Harry: Ja, aber wir benutzen auch den Pilsener Malz auch für andere Biersorten.

Willy: Ja, ja, ja.

Harry: Das gibt ein Buch, das wird hergestellt, das ist international.

Harry: Ja, das 4-1-Pilsner-Pier.

Harry: Das muss bis so viel Hopfen haben, bis so viel Extrakt, Malzextrakt.

Harry: Das holst du ja den Extrakt raus vom Malz.

Harry: So viel Alkohol, das muss passen.

Willy: Das ist ein Pilsner-Pier. Der Alkohol definiert sich ja dann über das Malz, oder?

Willy: Über das Malz. Mit dem Zucker, der im Malz ist. drinnen ist,

Willy: das definiert das später. Das heißt, die Menge vom Malz?

Harry: Das Zucker macht die Nährung, nährt die Hefe.

Willy: Und ist das dann die Menge Malz, also mehr Malz für stärkeres Bier oder ist

Willy: das ein anderes Malz mit einem höheren Zuckeranteil?

Harry: Nein, es gibt auch Malzsorten, wo höheren Zucker haben, aber hauptsächlich mehr Malz.

Willy: Also Starkbier zum Beispiel hat mehr Malz.

Harry: Oder benutzt du Zutaten mit Zucker?

Willy: Kann man auch benutzen.

Harry: Aber dann hast du nicht...

Willy: Dann bist man nicht mehr im Reinheitsgebot.

Harry: Ja, genau.

Willy: Ach, das hängt so zusammen. Du kannst auch künstlich den Alkoholgehäut erhöhen im Bier. Ja. Okay.

Willy: Das heißt, Pilsner Bier, es gibt ein Buch, du hast definiert,

Willy: Pilsner ist das, Merzen ist das.

Harry: Das, genau. IPA ist das und so und so weiter.

Willy: Und innerhalb dieser Pilsner-Vorgaben kann ich dann variieren mit,

Willy: wie ich koche oder wie lange ich koche, Temperaturstufen.

Willy: Ja, genau. Die Malz mischen, oder?

Harry: Das ist dann jede Brauerei. Der Geheimrezept, sowas. Ja, genau.

Harry: Und da gibt es... Ich vergleiche das immer so.

Harry: Ja, mein Pilsner Bier und eine andere Brauerei, das Pilsner Bier.

Harry: Und warum ist das so anders?

Harry: Die Leute fragen. Ich sage, das ist der ganze Vergleich so.

Harry: Du hast jetzt zwei ganz genaue Küchen.

Willy: Wir haben zwei Küchen, ja.

Harry: Und du hast jetzt zwei Küchen. Ja, und du sagst, machen wir jetzt das gleiche Essen,

Harry: Ja, mit den gleichen Zutaten.

Willy: Ja.

Harry: Und du verkostest das Essen und das Essen von dem ist ganz komplett anders wie

Harry: von dem. Und das funktioniert auch mit dem Bier.

Willy: Ja.

Harry: Und deswegen ist das, jede kleine Brauerei, sage ich ja, ist eine Manufaktur.

Willy: Ich finde es faszinierend, wie groß oft die Geschmacksunterschiede innerhalb

Willy: von einer Kategorie sind.

Willy: Ist der Hopfen die Hopfenart vorgegeben beim Pilsen oder kann ich mit dem Hopfen,

Willy: im Prinzip das Pilsen, Bier sehr stark variieren.

Harry: Nicht stark, aber das kannst du variieren. Das gewähnliche Bier hier in den

Harry: Supermarkt, die haben in Pilsner Bier fünf bis sechs Ibu's Bitterkeit.

Willy: Ibu ist ein was für Bitterkeit? Wie vor steht das?

Harry: Das ist die International Bitterkeit Unit.

Willy: Bitterness Unit. International Bitter Unit. Ibu. Sehr schön,

Willy: International Bitter, das ich mir nicht.

Harry: Und wir benutzen zwölf an unserem Bier.

Willy: Also bitter. Ja, mehr bitter.

Harry: Doppelt so viel wie...

Willy: Wie sagt man, bitter macht lustig oder sour macht lustig?

Harry: Ja.

Willy: Beides macht lustig.

Harry: Ich glaube, Alkohol macht lustig.

Willy: Bier macht lustig.

Harry: Macht lustig und macht Freunde,

Willy: Ja. Ja, ja. Das heißt, Pilsner ist im Prinzip, jetzt haben wir das auch wiedergegangen,

Willy: jetzt können wir das ein bisschen einordnen.

Willy: was habe ich jetzt zum Bier noch nicht gefragt, was aber wichtig gewesen wäre

Willy: zum Bier weil ich kenne mir mit Bier ehrlich gesagt immer noch zu wenig aus,

Willy: haben wir jetzt irgendwas Wichtiges vergessen was ich wissen müsste damit ich

Willy: Bier besser verstehe oder war das jetzt so.

Harry: Ja, weißt du was, jetzt haben wir über das ganze Bierprozess,

Harry: bis das Bier fertig ist, aber wie kommst du jetzt, ich habe das Bier hier lieber oder nicht, oder wie?

Willy: Jetzt machst du ein Fass auf.

Harry: Ja, machen wir ein Fass auf und trinken wir mal das Bier.

Harry: Und was wir bemerkt haben in diesen Zeiten mit der Gastronomie,

Harry: dass das zusammenhängt.

Harry: Das hängt sehr zusammen.

Harry: Das Bier mit dem Essen. Und das muss passen.

Harry: Und so verschiedene Biersorten, so wie ein IPA ungefähr, das passt ganz genau

Harry: mit ein mehr geräuchertes so eine Rauchwurst oder irgend sowas.

Harry: Und ein Pilsnerbier passt mehr so mit Käse oder mit irgendwas zusammen.

Willy: Wenn man das harmonisiert.

Harry: Dann trinkst du das Bier heute zu Tag.

Harry: Du kommst nicht mehr ins Wirtshaus, da trinken wir mal da ein Haufen Bier,

Harry: runter und runter und runter.

Willy: Leistungstrinken. Ja, Leistungstrinken.

Harry: Du kommst mal jetzt hier her, du kannst mal den Prozess kennen,

Harry: die Touristen, die herkommen, die kommen in die Brauerei,

Harry: wir erklären die ganze Geschichte, die kennen die Geschichte,

Harry: die trinken ein gutes Bier, sie essen ein gutes Essen und sie haben eine ganze

Harry: Erfahrung über das Bier.

Harry: und das macht das Verständnis von Bier anders.

Harry: Das ist anders geworden.

Harry: Und so merkt man, dass immer mehr Leute, die wollen immer mehr so verschiedene

Harry: Biersorten und das hat sich sehr viel geändert.

Willy: Was mich jetzt noch interessiert, jetzt haben wir viel über Bier geredet,

Willy: aber du hast ja gesagt, dass die Rezepte, die Oma hat die Rezepte bekommen.

Willy: Jetzt, sagen wir, es gibt ja bei euch von der Eis, wie sagt man,

Willy: Eisstelze? Nein, die Teiche. Eisbein.

Willy: Eisbein, Stelze, Sauerkraut. Ihr habt aber auch Schnitzel, Gulasch.

Harry: Nein, direkt eine Schweineshaxe.

Willy: Schweineshaxe. Was kommt jetzt bei der brasilianischen Bevölkerung von den Gerichten,

Willy: die ihr mitgebracht habt, was kommt besser an? Frage 1.

Willy: Und inwiefern habt ihr die Rezepte aus Europa in Brasilien noch ein bisschen anpassen müssen?

Willy: Was habt ihr da noch machen müssen, dass es angenommen wird?

Harry: Wir hier in der Brauerei machen wir unsere Gastronomie ganz typisch.

Willy: Ja. Reinheitsgebot.

Harry: Reinheitsgebot.

Willy: Kommt schon wieder durch. Nein, nein, nein.

Harry: Der Name ist ja Reinert. Unser Familienname.

Willy: Reinheitsgebot.

Harry: Reinheitsgebot. Ja, Reinheitsgebot.

Harry: Weil ja, anpassen haben wir nicht müssen anpassen nach brasilianischem Geschmack.

Harry: und das ist in unserer Kultur so stark drin, so stark drin, zu Hause,

Harry: was wir zu Hause essen, gewöhnlich, machen wir auch nach so ganz deutsches Essen.

Willy: Echt, nur deutsches Essen?

Harry: Nein, nicht nur deutsches Essen, Reisenbohnen auch, Spießbraten,

Harry: das haben wir angepasst, mit Fleischsorten, Rinderfleisch, das haben wir hier in Brasilien, ist das

Harry: Rinderfleisch. Aber das servieren wir. Hier haben wir hauptsächlich Schweinefleisch.

Willy: Ganz selten habe ich gelernt, in Brasilien wird kaum Schweinefleisch gegessen.

Harry: Kaum Schweinefleisch gegessen. Ganz wenig. So mehr südlich hier in Südbrasilien

Harry: wird die Deutschen sein.

Willy: Österreich ist dominantes Schweinefleisch. Deswegen haben wir Schweineschnitzel.

Harry: Schweinschnitzel oder Hähnchen-Schnitzel.

Willy: Wie reagieren die Brasilianer? Die wollen das.

Harry: Das mögen die Leute.

Willy: Ich habe zum Beispiel mit einem portugiesischen Kaffeehausbetreiber,

Willy: der Wiener Kaffeehaus in Portugal.

Willy: Gewisse Gerichte mussten sich ein bisschen anpassen, dass die portugiesische

Willy: Bevölkerung das auch annimmt.

Willy: Habt ihr irgendwo wo wir sie verändern müssen, gar nichts?

Harry: Nein, wir haben...

Harry: Direkt unsere Paprika, die wir benutzen, bauen wir selber an,

Harry: trocken wir selber und der wird selber gemalt.

Willy: Für das Gulasch, ja.

Harry: Für das Gulasch.

Willy: Ihr macht euch eine Paprika selber? Ja, selber. Okay, Schwierstellung.

Harry: Und die Paprika, das ist ein ungarischer Paprika.

Willy: Okay. Das heißt, ich kriege da bei euch die originalen Rezepte?

Harry: Originalen Rezepten, ja.

Willy: Du fährst um die halbe Welt und kriegst wieder die Rezepte von daheim.

Willy: würdest du jetzt so abschließend sagen, dass ihr oder, nein,

Willy: abschließend, gar nicht welcher Gericht geht denn am besten von diesen europäischen

Willy: Gerichten, die wir so mitbrucht haben ja.

Harry: Jetzt haben wir in den letzten Jahren so Schweinenhaxen alter Schweinenhaxen,

Harry: der ist gebraten da ist noch der Schinken dabei ja, ein bisschen dann kommen

Harry: mit so Kartoffeln, wir sagen Kronbierer die Kronbierer

Harry: kennen wir Und ein Sauerkraut, ein Kartoffelpüree kommt da mit und allerhand

Harry: auch starrenden Gerichte.

Harry: Das ist ein Teller für vier Personen.

Harry: Das essen die Leute sehr gerne. Obwohl ganz andere Gerichte,

Harry: wir machen so eine Bratwurst, die machen wir auch selber.

Harry: Da wird geschlachtet, na, geschlachtet tun wir nicht mehr. Wir kaufen den ganzen

Harry: Stück Schweinefleisch, da holen wir den Schnitzel raus und durch die Knochen,

Harry: da bleibt, das machen wir dann die Wurst.

Harry: Und die Wurst haben wir auch selbst gehalten.

Willy: Das macht sie selber da?

Harry: Das machen wir selber. Später werden wir sie probieren.

Willy: Müssen wir aufhören. Warum macht sie die Wurst selber? Habt ihr da eine Metzgerei noch dabei?

Harry: Ja, wir haben unsere Küche alles eingeführt.

Willy: Das wird alles gemacht.

Harry: Das ist alles 100% gemacht. Die ist sehr gut, die wird gereichert.

Willy: Eine Frage, die ich natürlich für mich persönlich stellen muss,

Willy: wie gut geht das Schnitze.

Harry: Schnitzel geht ganz gut. Hier in der Siedlung essen die Leute sehr viel Schnitzel.

Harry: Die Kinder, die kleinen Kinder, die essen Schnitzel. Schnitzel mit Pommes.

Willy: Ich wollte dich schon fragen. Standard-Beilag Pommes. Schnitzel mit Pommes.

Willy: Geht überall. Internationales Gericht.

Harry: Das essen alle.

Willy: Fisch und Chips, aber Schnitzel mit Pommes ist glaube ich...

Harry: Direkt ich esse das.

Willy: Du machst es auch noch.

Harry: Aber das ist gut. Das geht auch gut. zum Schnitzel mit Pommes,

Harry: das geht ganz gut und der Schweinehackseln.

Harry: Sauerkraut machen wir auch selber. Wir holen das Kraut, machen wir auch selber.

Harry: Mehrretich haben wir auch.

Willy: An Rade? Also wirklich alles dreht sich ums Bier. Was mich jetzt aber interessieren würde,

Willy: Du bist aufgewachsen in Brasilien, nicht? Ja, ich bin schon hier.

Willy: Jetzt hast du die Donauschwaben, ihr habt ja die Tradition, ihr haltet es auch.

Willy: Ihr habt ja wirklich eine lange Geschichte, die wir in anderen Podcast-Folgen

Willy: noch erzählen werden, was sehr, sehr spannend ist, wenn ich auch mit der Genossenschaft

Willy: habe. Das sind sehr, sehr viele Themen.

Willy: Was mich jetzt interessiert, wie weit bist du Brasilianer?

Willy: Wie weit siehst du dich noch als Deutscher oder als Europäer?

Willy: Wie ist deine Identität?

Harry: Ja, unsere Identität, wir sind Brasilianer, echt Brasilianer.

Harry: Wir sind aus Brasilien. Ich bin hier in Brasilien geboren, das ist mein Land.

Harry: Aber unsere Wurzel, wie sagt man so, die Herkunft, das ist Germanisch.

Harry: Die Geschichte, das ist innen bei uns. Und das darf man nie vergessen.

Willy: Warum ist das so wichtig, dass man es nicht vergisst?

Harry: Für uns ist das die ganze Tradition, was wir erhalten unter unserer Sprache,

Harry: unserer Gastronomie, was wir haben.

Harry: Heute habe ich nicht, aber normalerweise belieben wir mit einem Tracht,

Harry: mit einem schönen Hemd, einem Trachtenhemd.

Willy: Ein Tracht hast du auch noch.

Harry: Ja, das auch noch. Und hier in der Siedlung über die Genossenschaft Agrarier

Harry: ist es auch sehr wichtig, schon wie sie herkam, die ganze Tradition zu erhalten.

Willy: Ja, aber warum ist das wichtig? Was...

Willy: Wozu ist es wichtig? Ja, es ist wichtig, aber wozu?

Willy: Was hat man davon?

Harry: Ich glaube, dass heute das Wichtigste ist, wenn Leute von auswärts kommen,

Harry: die sehen, dass das anders ist.

Harry: Mit der Kultur, mit der Tradition. Die Leute wollen heute neue Kulturen lernen.

Harry: Und hier in Brasilien, hier in den Interviews, haben wir

Harry: etwas ganz anderes. Die Leute müssen nicht nach Deutschland,

Harry: dass sie diese Kultur hier haben.

Harry: Deswegen erhalten wir so unsere Kultur.

Willy: Okay. Was ich über Brasilien gelernt habe in den zwei Tagen,

Willy: wo ich jetzt da bin, man muss das Land irgendwie anders verstehen.

Willy: Es ist sehr, sehr offen gewesen, immer für Einwanderung.

Willy: Oder? Es war sehr viel Menschen offen.

Harry: Ganz am Anfang schon. Heute auch noch. sehr anwandern.

Harry: Brasilien war das einzige Land, wo angenommen hat Kinder und ältere Leute auch.

Willy: Also nichtproduktive Migranten. Und deswegen haben Sie, Brasilien,

Willy: das merke ich so, und das ist so ein bisschen das Learning für mich aus der

Willy: Reise und das noch so kurzer Zeit schon,

Willy: Brasilien ist einfach viel multi...

Harry: Ja, ja, genau.

Willy: Es hat Platz einfach, ist groß, ist ein riesiges Land.

Harry: Multikulturell. Die Brasilien sind multikulturell.

Willy: Und die Brasilianer gibt es nicht, die sind von hellweiß bis ganz, ganz dumm.

Harry: Hier, Brasilianer, wenn man sich herstellt, wer ist richtig Brasilianer hier?

Willy: Hier schaut es alle anders aus.

Harry: Wer ist echt Brasilianer hier? Wer ist echt Brasilianer, ja. Portugiesen, Spaner?

Harry: Italiener, Deutsche, Holländer, hier in der Stadt Paraná, Nordparaná noch Japaner.

Willy: Japaner?

Harry: Ja.

Willy: Also die ganze Welt. Brasilien ist einfach ein bunter...

Harry: Von der ganzen Welt. Nordbrasilien, hauptsächlich Spaner, Portugiesen,

Harry: aus Afrika, wie die Sklaven waren.

Harry: Die echten, wirklichen Brasilianen, die hier waren, das waren die Indianer.

Willy: Ja, in die Gene-Bevölkerung.

Harry: Ja, und die sind heute auch nicht, das sind schon komplett verloren hier im Süden.

Willy: Im Süden gar nicht mehr, im Norden noch eher? Ja, im Norden noch.

Harry: In Amazonas sehr viele noch. Aber hier im Südlichen sind so ganz arme Volke.

Willy: Ja, also ganz ein buntes, buntes Kontinent.

Harry: Schon die Kultur kann es verloren, ja.

Willy: Es ist spannend zu verstehen, also deswegen auch, war einfach Platz für deutsche

Willy: Einwanderer, die da ihre Existenz, ihre Identität auch bewahren konnten über die Zeit.

Willy: Und auch,

Willy: Bierbrauen. Was ist das jetzt eigentlich? IPA ist ja eigentlich ein internationales.

Harry: Das ist ein internationales, das ist ein englisches Bier.

Willy: Also da gehst du fremd, muss ich sagen.

Harry: Da ist fremd.

Willy: Alles muss sein, die Stürzen, das Schnitzel, das Ding und die Sprache,

Willy: aber beim Bier gehst du fremd. Ja, beim Bier gehst du fremd. Das finde ich super.

Willy: Jetzt habe ich noch zwei letzte Fragen an dich.

Willy: Und zwar unsere Abschlussfragen. Wenn du bei uns im Lebensmittelsystem,

Willy: egal was, wenn du etwas ändern könntest, was würdest du in einer utopischen,

Willy: Welt, was würdest du ändern?

Harry: Das ist eine schwere Frage.

Willy: Leichte Fragen sind fad. Ja, leichte Fragen sind fad.

Harry: Weißt du, dass wenn man das Biergeschäft, wenn man ein Geschäft für ein Business

Harry: hat hier in Brasilien, das ist nicht so einfach.

Harry: Das Einfachste, was es war, war das ganze Bierprozess studieren,

Harry: das Bier herzustellen, das Verkaufen, das war alles.

Harry: Denkt man, das ist schwer? Nein, das ist nicht schwer.

Harry: Schwer ist hier in Brasilien eine

Harry: eine Brauerei machen, um, wie sagt man,

Harry: dass sie vorwärts geht, ja, dass sie vorwärts geht. Weil hier in Brasilien,

Harry: wenn ich das ändern kann, die Bürokratie.

Willy: In einer utopischen Welt, ja.

Harry: Utopischen Welt, die Politik.

Willy: Utopische Welt.

Harry: Das Ganze alles, was da zusammen ist, was da zusammenhängt. Wie man angefangen hat,

Harry: zum Beispiel für von Anfang vom Prozess, alles in dem Büro, die Büroarbeit oder

Harry: das alles, was man, das Buchhalten, wenn man so sagt,

Harry: wenn man das alles, das hat 180 Tage gedauert, von Anfang bis mal ich öffnen

Harry: könnte meine Tiere hier.

Harry: Ja, und das hat sich nicht viel geändert hier in Brasilien.

Willy: Und das würdest du wünschen.

Harry: Wenn sich der Prozess einfacher wird, nur die Leute arbeiten lassen,

Harry: das würde dann ein Traum. Und die Steuern auch ein bisschen weniger.

Harry: Heute haben wir das Bier, was wir hier trinken, 62 Prozent Steuer.

Harry: Was? 62 Prozent.

Willy: Auf was jetzt?

Harry: Auf ein Bier.

Willy: 62 Prozent?

Harry: 62 Prozent Steuer.

Willy: Ist das eine spezielle Alkoholsteuer?

Harry: Jetzt habe ich ungefähr die Steuer getrunken.

Willy: Jetzt darfst du dann schmecken, oder? Jetzt darf ich schmecken.

Harry: Ja.

Willy: Warum ist da so viel Steuer drauf? Wissen wir nicht.

Harry: Wissen wir nicht.

Willy: Zurück zur Frage, Utopie, Bürokratie.

Willy: Das würde mich jetzt interessieren, international, wenn ich unterwegs bin.

Willy: Die Fragen habe ich bis jetzt noch nie gestellt, was dumm ist von mir.

Willy: Aber wenn du Brasilien in drei, vier Worten oder in ein paar Sätzen beschreiben

Willy: würdest, für jemanden, der so wie ich noch nie da war,

Willy: indem du Brasilien kurz erklären würdest.

Willy: Was wären so deine zwei, drei, vier Sätze? Was ist Brasilien?

Harry: Brasilien ist für uns unsere Heimat. Und das ist in unserem Herzen drin.

Harry: Und das könnten wir bis zum Letzten. So würden wir das sagen.

Harry: Brasilien ist herzlich, ist so voll, voll mit Kulturen, verschiedene, hat alles.

Harry: Brasilien hat alles, um richtig in ein erstklassisches Weltsein.

Harry: Ist nicht, weil das ist ja eine andere Utopie. Aber das liegt uns im Herzen.

Harry: Ich tät kein Land wechseln um Brasilien.

Willy: Bist du glücklich hier? Ja, glücklich hier. Wie würdest du den typischen Brasilianer,

Willy: die typische Brasilianerin beschreiben?

Harry: Ein Brasilianer? Ja, so ein froher Mensch, ein freundlicher Mensch.

Willy: Ein froher, freundlicher, ja. Ich kann es nicht bestätigen.

Harry: Wir sind schon hier geboren, aber mein Großvater, mein Vater,

Harry: das war alles mehr so, mehr formal.

Harry: Ja, so ein richtiger Deutscher, ja.

Harry: Das war nicht so.

Willy: Du bist schon ein bisschen lockerer.

Harry: Oder? Ja, schon ein bisschen locker, komm mal her, ja, so geht das.

Harry: Und glaube ich, das haben wir von Brasilien.

Harry: Das ist so mehr freundschaftlich, wenn man es so nennt.

Willy: Das kann ich in den zwei und halb Tagen, wo ich jetzt da bin,

Willy: bestätigen. Sehr, sehr herzlich.

Willy: Hin und wieder ein bisschen chaotisch, sage ich jetzt ich, leicht chaotisch.

Willy: Aber unglaublich freundliche Menschen, sehr, sehr hilfsbereit,

Willy: oder? Ist nur so ein bisschen mein Eindruck.

Harry: Ja, das kann ich dir sagen, schon.

Willy: Wenn du, das ist auch eine meiner letzten Fragen immer, wenn du irgendwann einmal

Willy: diese Welt für immer verlässt, ganz am Ende, wofür soll man sich an dich erinnern?

Harry: Das ist eine gute Frage. Danke.

Willy: Unerschwierig, oder?

Harry: Ganz schwierig, ganz schwierig.

Harry: Ja, wie soll ich das sagen?

Harry: Der Harry von der Donaubierbrauerei. Vielleicht in 100 Jahren.

Harry: Das war mein Vater, vielleicht mein Großvater, mein Großvater.

Harry: Zwei bis drei Generationen nach mir könnten mich noch erinnern.

Harry: Das war mein Ur-Ur-Ur-Großvater. Der mit dem Bier.

Willy: Ja, mit dem Bier. Der hat das mit dem Bier gemacht. Ja, mit dem Bier.

Harry: Weil das echt, ich habe sehr gerne unterrichtet, auch sehr gerne war ich im Unterricht.

Harry: Aber das Bier, das greift mir wirklich im Herzen. Ja, ja.

Harry: Und das wollte ich, wenn die Leute sich um was erinnern sollten,

Harry: sollen sie das erinnern, der Harry.

Willy: Mit dem Bier.

Harry: Mit dem Bier.

Willy: Die deutsche Tradition war ihm wichtig, aber er war trotzdem schon ein bisschen locker.

Harry: Ja, er war schon locker, ja.

Willy: Sehr schön, sehr gut. Zum Schluss hast du irgendein Zitat, irgendeinen Spruch

Willy: oder einen Witz, irgendwas, was so wichtig ist, mit dem wir dieses Gespräch jetzt beenden.

Harry: Ja, mein Vater hat einen sehr schönen, guten Spruch gehabt.

Harry: Das heißt, es ist so ein goldener Tropfen aus Wasser, Malz und Hopfen.

Willy: Ich glaube, ich habe verstanden, worum es geht. Prost. Harry,

Willy: danke für das Gespräch. Ich glaube, ich mache es jetzt locker.

Harry: Ja, das machen wir jetzt locker.

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