Folge Nr: 241
B2P124 – NURI – Fabrik am Rande der Zeit – Der Lebensmittelunternehmer Jakob Glatz
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Über die Folge:
Ja, die NURI-Produktion im Großraum Porto ist nicht nur eine Fabrik am Rande Europas, sondern auch eine Fabrik am Rande der Zeit. Und tatsächlich wäre die Sardine in der Dose schon längst über den Ereignishorizont in das schwarze Loch der wirtschaftlichen Geschichte gestürzt, wenn ein Wiener Unternehmer mit Hang zu Nischen und Tradition das Unternehmen 2017 nicht übernommen hätte.
Die Unternehmer heißt Jakob Glatz, die Unternehmensgruppe heißt auch Glatz, nur halt mit “Gruppe” und dieses Gespräch ist vielleicht wirklich ein wenig eine Zeitreise oder vielleicht auch eine Reise zwischen den Zeiten.
Der Jakob musste das Unternehmen im Alter von nur 24 Jahren nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernehmen. Und das im tatsächlichen Sinn des Wortes von einem Tag auf den anderen.
In der vierten Generation des Unternehmens trug er somit die Verantwortung für ein bereits gewachsenes und breites Portfolio an Unternehmen und Marken im Agrar- und Lebensmittelbereich. Darunter unter anderem auch der bekannte und weithin sichtbare Getreidesilo in Korneuburg nahe Wien, das seit 2017 durch die Werke des Tiroler Künstlers Golif, zugleich Wirtschaftsstandort als auch Kunstobjekt ist.
Und damit sind wir irgendwie beim Kern dieser Folge. Zum einen führt Jakob ein bestehendes Unternehmen, dass er selbst übernommen hat fort, gleichzeitig ergänzt er dieses auch im seine persönliche Handschrift und Leidenschaft für Tradition, Qualität und Ästhetik. Und so produzieren heute in Porto täglich noch immer viele Menschen mit vielen Handgriffen ein Produkt, das am Rande der Zeit immer noch einen sehr lebendigen und stabilen Markt findet. Und ich hoffe und bin eigentlich recht sicher, dass ned NURI diese Geschichte spannend find!
Viel Freude beim Reinhören und Reinschauen!
INFOS ZUR FOLGE
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www.glatz.co.at
Website von NURI
www.nuriartisanalsardine.com/?lang=de
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
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Transcript - B2P124 – NURI – Fabrik am Rande der Zeit – Der Lebensmittelunternehmer Jakob Glatz
Jakob: Ein Lebensmittel ist sowas, das geht ja quasi in den Körper hinein, das ist ja schon etwas,
Jakob: etwas was einem sehr nahe geht, in dem Sinn und ich denke, dass da ein Qualitätsbewusstsein,
Jakob: immer da ist bei Menschen und das ist da, wo wir die einzige Chance haben,
Jakob: uns zu differenzieren und wo wir die Chance haben, besser zu sein.
Jakob: Ich bin jetzt hier, ich bin da mal, das ist aber Punkt eins.
Jakob: Zweitens, ich werde viele blöde Fragen stellen, aber ich bin hier,
Jakob: um zu versuchen, zu verstehen, um Klarheit zu bekommen und um die richtigen
Jakob: Entscheidungen zu treffen.
Jakob: Und das hat eigentlich ganz gut funktioniert.
Jakob: Es war alles anderes leicht. Wir können nur mit einer absolut besseren Qualität gewinnen.
Jakob: und dafür muss man natürlich mehr zahlen. Aber es gibt auch Konsumenten,
Jakob: die diese Qualität schätzen und wahrnehmen und es gibt nicht nur die,
Jakob: die nur den günstigsten Preis kaufen.
Jakob: Das ist kein Produkt, das man sich vielleicht jeden Tag leistet.
Jakob: Das ist alles Handarbeit, aber es ist ein Unterschied, ob du die Gurkenscheiben
Jakob: am Vormittag schneidest und dann kommen sie eine Stunde später in die Dose,
Jakob: genauso wie mit den Karotten.
Jakob: Wenn du die fertig kaufst, fertig geschnitten, maschinell im Plastiksackerl
Jakob: beim Großmarkt, dann ist das ein anderes Produkt.
Jakob: Bei uns ist es halt wirklich frisch und das ist ja wie beim Kochen,
Jakob: das schmeckt es ja auch immer, wie zuhause.
Jakob: Das waren alle besser als ich damals, das war das Gute. Das waren alle besser
Jakob: als ich, weil ich hatte keine Ahnung, aber ich glaube darum geht es auch,
Jakob: wenn man ein Geschäft betreibt, auch wenn man eben die Endverantwortung hat.
Jakob: Ich möchte nur mit Leuten arbeiten, die in dem Bereich, den sie betreiben,
Jakob: besser sind als ich, weil sonst kann ich es selber machen.
Music: Music
Willy: Bauer to the People, der Podcast für Perspektiven rund um Essen,
Willy: Menschen und Landwirtschaft.
Willy: Weil nur durchs Reden kommen die Leute zusammen.
Willy: Die NURI-Produktion im Großraum Porto ist nicht nur eine Fabrik am Rande Europas,
Willy: sondern auch eine Fabrik am Rande der Zeit.
Willy: Und tatsächlich wäre die Sardine in der Dose schon längst über den Ereignishorizont
Willy: in das schwarze Loch der wirtschaftlichen Geschichte gestürzt,
Willy: wenn nicht ein Unternehmer aus Wien mit Hang zu Nischen und zu Tradition das
Willy: Unternehmen 2017 übernommen hätte.
Willy: Der Unternehmer, der heißt Jakob Glatz, die Unternehmensgruppe, die heißt auch so.
Willy: Natürlich nicht Jakob, sondern Glatz GmbH.
Willy: Ja, und dieses Gespräch, das ist vielleicht ein wenig eine Zeitreise oder vielleicht
Willy: auch eine Reise zwischen den Zeiten.
Willy: Der Jakob, der musste das Unternehmen im Alter von nur 24 Jahren nach dem plötzlichen
Willy: Tod seines Vaters übernehmen.
Willy: Und das im tatsächlichen Sinne des Wortes, von einem Tag auf den anderen.
Willy: In der vierten Generation des Unternehmens trug er somit die Verantwortung für
Willy: ein breites und gewachsenes Portfolienunternehmen und Marken im Agrar- und Lebensmittelbereich.
Willy: Und da schauen wir gemeinsam auch hinein.
Willy: Darunter unter anderem auch der weithin bekannte und weithin sichtbare Getreidesilo
Willy: an der Donau in Kanäuburg nahewindt, der seit 2017 durch die Werke des Tiroler
Willy: Künstlers Golif zugleich Wirtschaftsstandard als auch Kunstobjekt ist.
Willy: Und damit sind wir vielleicht schon irgendwie beim Kern dieser Folge und vom Jakob.
Willy: Zum einen führt der Jakob ein bestehendes Unternehmen, das er selbst übernommen hat, fort.
Willy: Gleichzeitig ergänzt er dieses aber auch um seine persönliche Handschrift,
Willy: seine Leidenschaft für Tradition und Innovation, Qualität und vor allem auch Kommunikation.
Willy: Und so produzieren heute in Porto tagtäglich immer noch viele,
Willy: viele Menschen mit vielen Handgriffen ein Produkt, das am Rande der Zeit aber
Willy: immer noch einen lebendigen und stabilen Markt findet.
Willy: hoffe und ich bin mir eigentlich auch recht sicher, dass nicht NURI die Geschichte
Willy: dieses Unternehmens und eines Unternehmers spannend und hörenswert finde.
Willy: Ich wünsche euch jetzt viel Spaß
Willy: beim Reinhören und bei uns auf YouTube natürlich auch beim Reinschauen.
Jakob: Du stellst einfach deine Frage und ich probiere es einfach, werde es hier einfach beantworten.
Willy: Das ist der Konzept vom Podcast. Du stellst Fragen, du hiebst möglichst coole Antworten.
Jakob: Ich antworte vielleicht mal eine Gegenfrage, Wenn ich nicht weiß,
Jakob: was ich gescheitere Fragen soll, dann kommt die Gegenfrage.
Willy: Das heißt, liebe Hörerinnen und Hörer des Bauer-to-the-people-Podcast,
Willy: Jakob hat zur Strategie jetzt gerade Preis gegeben.
Willy: Immer, wenn er anfängt, mich zu fragen, ist er um eine Antwort gerade ein wenig
Willy: verlegen. Aber das stört nicht.
Willy: Ich glaube, keiner kennt sich in deinem Leben besser aus wie du selbst.
Willy: Und das ist im Prinzip ja auch der Kern vom Bauer-to-the-people-Podcast,
Willy: einfach die Menschen im Vordergrund zu holen und dann darüber zu reden,
Willy: was sie tun. In dem Sinne sage ich jetzt einmal vielen, vielen Dank.
Willy: Ich hoffe, die Kameras laufen alle.
Jakob: Ich sage danke, dass du die weite Reise angetreten hast nach Portugal.
Willy: Du bist ja auch da.
Jakob: Ich bin ja regelmäßig hier. Ich habe einen regelmäßigen Grund herzukommen.
Jakob: Ich komme auch sehr gerne her. Das ist auch etwas Schönes. Wetter ist schon mal besser als zu Hause.
Willy: Ich habe es bis jetzt immer geschafft, dass das Wetter halbwegs schlecht ist.
Willy: Heute haben wir ein bisschen Glück. Gestern hat es geregnet,
Willy: heute wird es wieder regnen.
Jakob: Bist du zuversichtlich?
Willy: Bist du zuversichtlich für diesen Podcast?
Jakob: Absolut, ich freue mich schon. Wir haben ja schon eine Zeit lang verbracht jetzt
Jakob: gemeinsam, du hast ja schon ein bisschen was gesehen von der Fabrik. Und ich bin...
Willy: Ist Fabrik? Jetzt hast du das Wort schon gesagt?
Jakob: Ja, Fabrik, ja. Du hast kurz so.
Willy: Ich hätte die Magufaktur sagen sollen.
Jakob: Nein, nein, Fabrik ist gut, es ist eine Fabrik. Was ist eine Fabrik?
Jakob: Wo Dinge produziert werden, wo Dinge hergestellt werden. Dass es bei uns sehr
Jakob: viel händisch ist, ist ein Faktum.
Jakob: Aber es ist letztlich eine Fischfabrik, so wie sie vor 100 Jahren auch schon stattgefunden hat.
Willy: Also weil der Fabriksbegriff ja immer so ein bisschen negativ inzwischen belassen
Willy: wird, für Industrie, Fabrik, das ist nicht die Manufaktur quasi,
Willy: also als Gegenbegriff ein bisschen zur Manufaktur.
Willy: Würdest du den Begriff jetzt gerne wieder zurechtrücken ein bisschen?
Jakob: Also ich glaube, heutzutage müsste man dazu Manufaktur sagen,
Jakob: obwohl da, wo wir herkommen und wie dieses Gebäude gebaut und betrieben wurde,
Jakob: vor 100 Jahren war das eine Fabrik und es ist eigentlich heute auch noch eine Fabrik,
Jakob: Nur im Vergleich zu anderen Produktionen, die auch Fabrik heißen,
Jakob: ist es bei uns halt alles händisch und nicht automatisiert und nicht industriell
Jakob: und nicht alles auf Effizienz getrieben, sondern vor allem auf Qualität.
Jakob: Und das unterscheidet es. Aber im Prinzip ist es ein Fabriksgebäude,
Jakob: wo die Menschen halt noch mit der Hand arbeiten.
Willy: Ja, also wir haben vorher gerade eine Führung gemacht. Ich sage es jetzt noch
Willy: einmal dazu für die Menschen, die es vielleicht jetzt noch nicht mitgekommen haben.
Willy: Ich bin ja in Portugal bei der Firma NURI, bei der Fabrik, wie du das gesagt
Willy: hast. Du bist der Jakob Glatz.
Willy: Du bist nicht nur der Gesellschafter von NURI, sondern du bist Inhaber der Glatz,
Willy: wie sagt man Glatz GmbH, Glatz Gruppe. Darf man Glatz Gruppe sagen?
Jakob: Gruppe, ja.
Willy: So eine Glatz Gruppe. Ich habe den Sitz eigentlich in Wien, aber wir treffen
Willy: uns da in Portugal, in Porto, weil der Fokus heute ein bisschen drauf liegt,
Willy: wie der Fisch in die Dose kommt, wie du zu NURI gekommen bist.
Willy: Aber jeder, der uns kennt, jeder, der den Podcast kennt, weiß ich von ganz weit vorne an.
Willy: Und wir müssen natürlich auch kurz einmal erklären, was die Glatzgruppe macht
Willy: und wie die entstanden ist.
Willy: Also vielleicht einmal einen kurzen Kontext. Was ist die Glatzgruppe?
Willy: Und dann schauen wir mal, wie du da reingewachsen bist. Jetzt bist du ja so Ü30.
Jakob: Danke.
Jakob: Genau, also die Glatzgruppe ist ein Familienunternehmen in der vierten Generation.
Willy: Du bist die vierte.
Jakob: Ich bin die vierte Generation, genau. Genau, gegründet hat es mein Urgroßvater
Jakob: 1892 und der ist damals aus Budapest nach Wien gekommen, hatte davor schon mit
Jakob: seinem Bruder einen Agrarhandel.
Jakob: Damals war das ja alles ein Land und die beiden haben gesagt,
Jakob: wir wollen uns da auf diese beiden Hauptstädte Budapest und Wien verteilen.
Jakob: und mein Urgroßvater hat damals diesen Agrarhandel in Österreich aufgebaut und
Jakob: das Unternehmen ist dann durch zwei Weltkriege gegangen mit vielen Schwierigkeiten des 20.
Jakob: Jahrhunderts. Die Firma musste eigentlich zweimal mehr oder weniger neu aufgebaut werden von Null.
Jakob: Und über die Generationen und auch in der Generation meines Großvaters ist dann
Jakob: auch zu dem Agrarrohstoffhandel ein Lebensmittelgeschäft dazugekommen.
Jakob: Und das hat auch schon sehr bald in dieser Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,
Jakob: vielleicht auch schon anfänglich davor, begonnen mit dem Import von Konserven,
Jakob: also Fischkonserven aus Portugal, eben mit der Marke NURI damals schon.
Jakob: Und mein Großvater hat die Marke in Österreich eigentlich eingeführt und begonnen bekannt zu machen.
Jakob: Mein Vater hat das Geschäft weitergeführt und wie ich auch schon vor einigen
Jakob: Jahren mittlerweile das Unternehmen übernommen habe,
Jakob: habe ich speziell diese Marke NURI sehr schnell einfach lieben gelernt,
Jakob: weil das Produkt so toll ist, weil ich das erste Mal hierher gekommen bin und
Jakob: habe dann aus NURI selbst,
Jakob: aber vor allem aus dem Lebensmittelbereich der Glatzgruppe, den habe ich stark entwickelt.
Jakob: Das heißt, wir sind heute eigentlich eine europäische Gruppe,
Jakob: die in verschiedenen Standorten sich einerseits noch mit dem Agrar-Rohstoffhandelgeschäft beschäftigt,
Jakob: aber vor allem sehr stark die Strategie in Richtung Lebensmittel gelegt hat.
Jakob: Lebensmittel einerseits im Vertrieb, Vertrieb von Marken großer internationaler
Jakob: Hersteller in den europäischen Raum, also in europäische Märkte.
Jakob: Andererseits auch die Produktion von eigenen Marken.
Willy: Also Markenimport und Vermarktung, nicht eure eigene Marken.
Jakob: Das machen wir zum Beispiel in Österreich, aber auch in Ungarn,
Jakob: wo wir auch den Markt betreuen und ein Team haben.
Jakob: Und wir produzieren eben auch selbst. Wir produzieren selbst in Spanien und
Jakob: vor allem hier in Portugal. Das sind immer Dosen,
Jakob: Produkte, Konservenprodukte, Fische und von hier aus verkaufen wir die Produkte
Jakob: eigentlich in die ganze Welt.
Jakob: Also wir haben heutzutage im Lebensmittelbereich der Gruppe einen weltweiten
Jakob: Markt, den wir bedienen.
Willy: Du hast gesagt, jetzt dieser drei Punkte Agrarrohstoffhandel,
Willy: es steht jetzt auf eurer Webseite ein Begriff, mit dem ich aber nichts anfangen kann, ein Foodbroker.
Willy: Betrifft das diesen Bereich?
Jakob: Das betrifft eigentlich den Lebensmittelbereich.
Willy: Das ist die Distribution,
Jakob: Die ich vorher erwähnt habe, wo wir für Markeninhaber der Produkte in die Märkte
Jakob: bringen und dort die Marken auch aufbauen.
Willy: Okay, das ist das Foodbroker. Ich wollte fragen, ob es dafür irgendwie ein fancy Wort gibt.
Jakob: Das ist sozusagen der Fachbegriff in der Branche für die Dienstleistung,
Jakob: wo wir Markendistribution anbieten.
Willy: Welche Marken sind dabei?
Jakob: Wir haben in Österreich schon seit langem vertreiben wie die Marke Delamaris,
Jakob: das ist auch eine Fischkonserve, wird in Slowenien produziert.
Willy: Du hast es ein bisschen mit den Dosen,
Jakob: Oder? Wir haben es ja. Man muss sich, glaube ich, schon ein bisschen einschränken
Jakob: in dem, was man macht, weil Lebeviertel ist ja sehr, sehr breit.
Jakob: Also wir verkaufen keine Weine oder verkaufen keine frische Produkte wie Milch
Jakob: oder Käse oder Ähnliches.
Jakob: Wir machen vor allem Produkte, die länger haltbar sind, also eine Hälfte.
Jakob: eine Haltbarkeitsdauer von zumindest 12 oder 18 Monaten oder mehr haben und
Jakob: versuchen uns da in dem Bereich ein bisschen zu fokussieren.
Jakob: Da haben wir dann das Know-how auch und die Kontakte und die Möglichkeiten,
Jakob: diesen Marken dann wirklich weiterzuhalten.
Willy: Wie sagt es auf die Strategie gekommen? Wir machen kein Wein,
Willy: wir machen keine Frischlebensmittel, wir machen keine weiße Palette oder sowas,
Willy: sondern wir fokussieren uns auf haltbare Lebensmittel, vorwiegend Konserven.
Jakob: Das hat sich eigentlich entwickelt, also historisch. Irgendwann einmal hat eben,
Jakob: also ganz ursprünglich war es der Handel einfach mit Agrarrohstoffen.
Jakob: Und die Geschichte... Was hat denn Agrarrohstoffe?
Jakob: Agrarrohstoffe, ja. Also was wir machen, das ist eine gute Frage. Danke.
Jakob: Nein, klar, bei Agrarrohstoffen kann es so viel sein. Aber was wir machen,
Jakob: ist Getreidehandel und auch Futtermittel und Düngemittel.
Willy: Handel.
Jakob: Handel, genau. Das heißt, wir sind aber wirklich physische Händler,
Jakob: also wir kaufen die Ware ein und wir transportieren sie mit Transportpartnern,
Jakob: mit Speditionen vom Hersteller zum Verarbeiter. Und das ist unsere Dienstleistung.
Willy: Und das Dienstleistung gehört mit dem Transport eigentlich, also Logistik in dem Sinne.
Jakob: Logistik ist ein ganz wichtiger Part, genau. Logistik ist ein wichtiger Part
Jakob: und dann auch einfach mit der Organisation des Ganzen.
Willy: Der Verteilung, der Stückelung.
Jakob: Richtig, ja.
Willy: Was man in dem Fall jetzt sagen muss, kennen glaube ich viele Menschen rund
Willy: um Wien auf jeden Fall, aber vielleicht auch viele, die was über Krems und so
Willy: die Richtung nach Wien reingefahren sind.
Willy: Da gibt es ein riesen Gebäude an der Donau.
Jakob: Der Silo, der Agrarspeicher. In Karneuburg.
Jakob: Den betreibt ihr? Den betreiben wir, genau. Das ist unser Silo,
Jakob: der hat auch mein Großvater gebaut.
Willy: Das ist ein Silo, das ist ein Getreidespeicher.
Jakob: Ein Getreidespeicher, ein Getreidesilo. Das ist ein riesiges Gebäude,
Jakob: das nicht wie ein Haus horizontal organisiert ist, wo man ein Stockwerk über
Jakob: dem Arm hat, sondern es ist vertikal organisiert.
Jakob: Das ganze Gebäude besteht grafisch.
Jakob: Naja, sagen wir so, die untersten Körner haben natürlich mehr Druck als die obersten.
Jakob: Das ist eine schöne Metapher.
Jakob: In einer großen Säule in vertikalen Zellen gespeichert und eigentlich sind diese
Jakob: sinnlos große Maschinen und Lagerhaltungs Depots für Getreide.
Jakob: Und die betreiben wir. Da ist eben ein Teil unserer Logistik-Dienstleistungen,
Jakob: geht auch durch den Silo.
Willy: Vielleicht hört man es im Hintergrund, wir haben tolle Technik,
Willy: mit der man das dann rausbringt, aber im Hintergrund fängt es gerade an,
Willy: dass man die Straßen umbaut, glaube ich, und das Auto auseinanderflext.
Willy: Aber die Technik wird es schon richten.
Willy: Nicht immer, wenn es um Nachhaltigkeit geht, aber in dem Fall,
Willy: glaube ich, kriegen wir es mit der Technik gut raus.
Willy: Wie viel Getreut, von welchen Mengen reden wir denn da? Dass wir da mal so eine Hausnummer kriegen.
Jakob: Wir handeln ungefähr eine Viertelmillion Tonnen Agrarrohstoffe im Jahr.
Jakob: Das sind also jetzt keine Riesenhändler, aber wir haben einen gewissen Bereich,
Jakob: also produktmäßig, aber auch geografisch, den wir ganz gut betreuen können.
Willy: Okay, das heißt Agrarrohstoffe, Food Brokerage und selber Produktion.
Willy: Ihr habt ja, sage ich mal, eine sehr bewegte Geschichte auch.
Willy: das kann man ja öffentlich auch nachlesen, steht jetzt nicht groß auf der Fahne
Willy: drauf, aber du hast ja relativ von heute auf morgen das Unternehmen auch übernehmen müssen,
Willy: weil dein Vater war ja auch Rennfahrer, glaube ich, ist aber leider bei einem
Willy: Rennunfall ums Leben gekommen, wie du 24, glaube ich, warst, oder? 23, 24 Jahre alt.
Willy: Und das ist nicht das erste Mal, dass das passiert ist, sondern das war bei
Willy: deinem Vater das Gleiche, oder?
Jakob: Es war ähnlich, es gab einen Unfalltod meines Großvaters, der ist bei dem Flugzeug leider verunglückt.
Willy: Mit dem Flugzeug und dein Vater beim Rennfahren. Liegt das so,
Willy: obseits natürlich von der Tragik des Ganzen, aber ist das bei euch so,
Willy: das ist Abenteuerlustige oder so?
Jakob: Ich habe den ganz klaren Plan, lange zu leben.
Willy: Die Frage hätte ich gar nicht gestellt, ob du jetzt irgendwo ähnlich bist.
Jakob: Nein. Nein, also...
Willy: Beschreib mal Familie ein bisschen.
Jakob: Die Familie.
Willy: Wo bist du da reingewachsen? Also den jungen Jakob,
Jakob: Naja, es gibt also ja die Arbeit, die Abenteuerlust, das Interesse,
Jakob: diese Neugierde an der Welt, die ist sicher da in der Familie und auch sich
Jakob: auszuprobieren und zu schauen, wo die Möglichkeiten liegen, vielleicht auch wo die Grenzen liegen.
Jakob: und das Sport generell war immer ein wichtiger Faktor in der Familie.
Jakob: So habe ich das schon miterlebt. Mein Großvater war schon sehr sportlich,
Jakob: hat auch teilweise im Nationalteam Eishockey gespielt in Österreich in den 30er Jahren.
Jakob: Und war auch ein Motorsportler, Motorrad gefahren und hat dann eben auch begonnen,
Jakob: kleine Flugzeuge zu fliegen.
Jakob: und bei meinem Vater war es eigentlich auch schon so, in der Kindheit,
Jakob: wenn wir immer auf Urlaub waren, es ging auch immer darum, dass man sich irgendwie
Jakob: betätigt, dass man irgendwas macht, was man Sport nennen kann oder halt was Spaß macht.
Jakob: Das ist schon ein bisschen so ein familiärer Antrieb, wo dann vielleicht auch.
Jakob: Diese Entwicklungen, die mit meinem Vater gekommen sind, dass er dann einfach
Jakob: sich für den Rennsport begeistert hat und sein Leben lang Autorennen gefahren
Jakob: ist und in seiner Jugend auch äußerst erfolgreich war und dann das eben betrieben hat bis,
Jakob: schon ins leicht fortgesetzte Alter, fortgeschrittene Alter und dann leider bei einem Unfall,
Jakob: bei einem Rennen verstorben.
Willy: Hast du diese Leidenschaft für den Motorsport?
Jakob: Nein, gar nicht.
Willy: Aus dem Grund oder einfach nie?
Jakob: Nein, mein Vater hat mich immer wieder, wie ich jung war, so auf Bokars und
Jakob: dann sogar mal auf einer Rennstrecke in solche leicht in Rennautos gesetzt und
Jakob: es hat mir schon Spaß gemacht.
Jakob: Aber um etwas wirklich zu betreiben, da braucht man wirklich eine Leidenschaft,
Jakob: eine Begeisterung. Und die ist bei mir nie so entfacht worden. Also habe ich Glück.
Willy: Aber ihr wart eine Unternehmerfamilie, oder?
Willy: Wie kriegt man das mit, dass man in einer Unternehmerfamilie aufwächst?
Willy: Oder ist das einfach ganz normal?
Jakob: Schwer zu sagen, weil ich kenne den Unterschied nicht. Ich kenne den Vergleich nicht.
Jakob: Aber das Thema, dass die Familie halt macht, was sie macht und dass das eine,
Jakob: gute Sache ist und dass man hier,
Jakob: etwas Spannendes ist. Das ist immer schon mitgeschwungen in meiner Wahrnehmung.
Jakob: Und auch, dass es ein Glück ist, dass es ein Unternehmen gibt in der Familie
Jakob: und dass es auch eine Aufgabe ist und eine Verantwortung ist,
Jakob: aber das war immer eine, es war einfach immer da, deswegen kann ich den Vergleich
Jakob: nicht ganz ziehen, wie ist das,
Jakob: weil da hätte ich einen Anhaltspunkt, wie es ist, wenn es nicht ist,
Jakob: aber ich fand es sehr positiv.
Willy: Was warst du, was warst du für Schüler? Wie kann ich mir die vorstellen?
Jakob: Für einen Schüler? Also ich bin nicht durch die Schule getanzt,
Jakob: ich habe mir durchaus in meiner Pubertät, da gab es echt ein paar schwere Jahre.
Willy: Die Pubertät, ja, das sind ja meistens andere,
Jakob: Und ich war auch disziplinär nicht wahnsinnig beliebt in der Schule oder in den Lehrern.
Jakob: Aber ich habe dann am Ende meiner Schullaufbahn habe ich dann irgendwann geschnallt,
Jakob: okay, also irgendwann möchte ich das Ganze auch hinter mir lassen und da muss
Jakob: ich mich dann doch ein bisschen konzentrieren auf die wesentlichen Sachen.
Jakob: und ja, die Schule ist jetzt nichts, was ich irgendwie glorifiziere als die
Jakob: schönste Zeit in meinem Leben.
Jakob: Ich fand es auch nicht furchtbar, aber einfach halt ein notwendiges Übel.
Jakob: Ich bin dann durchgegangen und war dann froh, wie es vorbei war und die,
Jakob: Schule hat mich sicher nicht in allerbeste Erinnerung.
Willy: Dich nicht, du in der Schule nicht. Aber hast du irgendwelche Leidenschaften
Willy: gehabt oder hast du früh gemerkt, was dich irgendwie fasziniert oder wo dein Herz geschlägt?
Jakob: Also früh nicht.
Willy: Früh nicht?
Jakob: Ich glaube, das ist ähnlich wie bei dir.
Willy: Mit 40 habe ich dann gefunden, was ich eigentlich wirklich machen kann.
Jakob: Das war vielleicht schon ein bisschen früher. Aber nein, ich habe lange nicht genau gewusst.
Jakob: Nach der Schule habe ich begonnen, einmal zu studieren, diverseste Sachen von
Jakob: Philosophie und Politikwissenschaft und Publizistik und ein bisschen Pharmazie
Jakob: habe ich studiert, alles Mögliche.
Jakob: Dadurch hat das Ganze auch etwas angedauert, wurde dann sehr schnell unterbrochen
Jakob: nach dem plötzlichen Tod meines Vaters.
Jakob: Ich habe aber während des Studiums auch gejobbt beim Film.
Jakob: Beim Film? Ja, in Österreich beim Film. Wir haben gearbeitet im Produktionsbereich,
Jakob: begonnen als Produktsunassistent und haben dann ein bisschen,
Jakob: fahrzeugungsvollere Jobs auch gemacht. Das hat ganz gut funktioniert.
Jakob: Und daher auch eine gewisse Affinität zum Film. Ich habe auch unseren Film schon
Jakob: gesehen, den wir gemacht haben.
Willy: Für einen Unternehmensfilm, wo er kurz ein bisschen die Geschichte versucht,
Willy: vor allem in die Emotionen zu brauchen, preisereingeheim.
Jakob: Mit dem, den wir hier zeigen, in der Fabrik, ja.
Willy: Den sieht man nur da. Ich habe schon gesagt, ich habe ihn schon geschahmt,
Willy: weil ich in der Recherche nicht gefunden habe, aber ich habe gesagt, den gibt es ja nur da.
Jakob: Ja, das ist der Sinn der Sache. Wenn man diesen Film sehen möchte,
Jakob: der wirklich preisgegründet ist, wir haben glaube ich 14 Preise letztes Jahr
Jakob: bekommen dafür und auch dann den
Jakob: Hauptpreis dieser ganzen Tournee auf dem Filmfestival am Ende des Jahres.
Jakob: Da sind wir voll sehr stolz darauf. Aber den gibt es eben nur hier zu sehen.
Jakob: Das heißt, man muss schon herkommen und sich von der Fabriktur gehen,
Jakob: dann kann man dieses Meisterwerk sehen.
Willy: Aber das heißt, du sagst jetzt Affinität für den Film, alles Mögliche studiert.
Willy: Das klingt jetzt nicht so, als hättest du ab dem 14. Lebensjahr gewusst,
Willy: ich gehe sowieso einmal daheim in die Firma und übernehme das gar nicht. Überhaupt nicht.
Jakob: Weil erstens mein Vater da nie Druck gemacht hat.
Willy: Bewusst nicht?
Jakob: Ja, bewusst nicht. Ich glaube, dass er, er hat mir immer vermittelt,
Jakob: dass er quasi keine Wahl hatte.
Jakob: Bei ihm war es vollkommen klar, er ist der Nächste. Aus ähnlichen Gründen, oder?
Jakob: Nein, als Kind, glaube ich, war es für ihn immer klar, wenn er erwachsen ist,
Jakob: dann irgendwann mal ist die Firma da und die wird er dann halt machen müssen, sozusagen. Fertig.
Willy: Die Hochlauffolge ist ja ein großes Thema in Landwirtschaft etc.
Jakob: Genau, und mein Vater hatte sicher auch noch andere Interessen und für den war,
Jakob: glaube ich, dieser Druck oder aus deiner Sicht ein bisschen Ausweglosigkeit,
Jakob: eine Motivation, mich wirklich da komplett freizulassen, dem, was ich möchte.
Jakob: Und das habe ich dann auch gerne angenommen.
Willy: Du bist auf die Suche gegangen.
Jakob: Genau, habe mal geschaut, was könnte mich denn eigentlich wirklich interessieren,
Jakob: begeistern und bin da relativ breit von einem ins andere. und dann war natürlich
Jakob: die Notwendigkeit da, dass Unternehmen in irgendeiner Form betreut wird.
Jakob: Weil mein Vater, ich bin das einzige Kind meines Vaters.
Jakob: Ach so, Einzelkind? Genau, und da lastet.
Willy: Natürlich die Verantwortung,
Jakob: Was tue ich jetzt. Und da war dann die Wahl, wie mein Vater plötzlich nicht
Jakob: mehr da war, der auch der einzige Gesellschafter war des Unternehmens und der Geschäftsführer.
Jakob: Da war dann, wenn die Wahl nicht besonders groß, was macht man jetzt im ersten
Jakob: Moment? Das heißt, einmal schauen, was macht das Unternehmen eigentlich genau?
Jakob: Das wusste ich ja gar nicht.
Jakob: Ich habe schon gewusst, Getreide und Lebensmittel und so weiter,
Jakob: aber wirklich im Detail.
Willy: Wirklich? Das ist weit weg eigentlich.
Jakob: Ich war relativ weit weg in dem Alter, ja.
Willy: Und ihr habt es dann gar nicht so viel, 24 warst du da.
Jakob: Ich war 24, ja.
Willy: Und ihr habt es gar nicht so viel daheim geredet. Ich denke mal, das Reb...
Jakob: Ja, ich habe es schon mitbekommen. Also wirklich im Detail, was das macht,
Jakob: das war mir nicht hundertprozentig klar. Da bin ich einmal hin und habe mir das einmal angeschaut.
Jakob: Und habe angefunden, okay, da ist echt was los.
Jakob: Da passiert was. Und habe dann mir nach und nach angeeignet,
Jakob: worum es hier geht in dem Bereich.
Jakob: Und habe dann eben für mich meine Leidenschaft gefunden im Lebensmittelbereich.
Willy: Hast du es quasi mit Qual finden müssen?
Willy: Also hast du gesagt, ich muss das Unternehmen jetzt leiten, ich muss es jetzt
Willy: machen, ich muss die Tradition fortführen und das Erbe antreten.
Jakob: Nein, nein, das war nicht da. Man kann ja auch ein Unternehmer verkaufen.
Willy: Die Option wäre da gewesen.
Jakob: Ja, klar, die Option ist immer da quasi.
Willy: Passt darüber nach, doch das Option.
Jakob: Ja, ich schaue es mir mal an, damit ich einmal weiß, was ist es überhaupt?
Jakob: Ist das etwas, was ich machen möchte oder ist das etwas, was ich nicht machen
Jakob: möchte? Das kann ich aber erst dann beurteilen, wenn ich es einmal gesehen habe.
Willy: Beschreib mal ganz kurz, das ist, glaube ich, wichtig für Menschen,
Willy: weil es gibt viele Menschen, die plötzlich, der Freund von mir,
Willy: der ist auch der Vater gestorben, hat vor einem Tag auf den nächsten den Hof übernehmen müssen.
Willy: Es gibt ganz viele Menschen, die so in ähnliche Situationen kommen.
Willy: Wie ist es dir damit gegangen im ersten Moment? Wie war das?
Willy: Und wie bist du dann damit umgegangen? Wie hast du das für dich dann gelöst?
Jakob: Ja, wenn der Vater plötzlich stirbt, ist es immer, vor allem wenn man noch relativ
Jakob: jung ist, ist es immer ein Schock.
Jakob: Es ist natürlich nicht traurig und natürlich kommt da mal eine Überwältigung dazu.
Willy: Und das war...
Jakob: Es war für mich aber gleichzeitig so eine Klarheit da, dass ich mir das jetzt einmal anschauen muss.
Jakob: Ich muss am Ende die Entscheidungen treffen. Beziehungsweise die Entscheidungen,
Jakob: die getroffen werden, die fallen ohnehin auf mich zurück, weil das Unternehmen
Jakob: jetzt nicht mehr in der Hand meines Vaters ist, sondern letztlich mir zugefallen ist.
Jakob: Und dann habe ich mir gedacht, na gut, bevor ich anderen die Entscheidungen
Jakob: überlasse, die am Ende ohnehin bei mir landen, die Ergebnisse der Entscheidungen,
Jakob: probiere ich zumindest, selber mit zu entscheiden und probiere ich zumindest,
Jakob: mir ein Bild zu machen, worum es hier geht.
Willy: Was war das für ein Gefühl? Hülflosigkeit, Energie?
Jakob: Das war ein Auf und Ab zwischen beiden. Das war zwischen diesen Polen.
Jakob: Zwischen Hilflosigkeit, Überforderung,
Jakob: und Begeisterung für die Möglichkeit, die tolle Aufgabe. Ich bin generell jemand,
Jakob: der neugierig ist und gerne lerne.
Willy: Aus seiner Schule?
Jakob: Ja, Schule ist, genau, Das Schulsystem ist Schulsystem, aber im Leben generell.
Willy: Das ist schon so oft gerade. Das ist nicht der einzige.
Jakob: Und das war dann schon auch irrsinnig spannend, mir anzueignen und zu verstehen,
Jakob: was macht das Unternehmen und was ist hier wichtig?
Jakob: Worum geht es hier? Was sind so die Dinge, die man bewegen kann und gestalten kann?
Willy: Wusstest du, was wichtig ist am Anfang? Weil alles ist da, plus die Trauer natürlich,
Willy: mit der du auch umgehen musst.
Willy: Wie trifft man dann die ersten Entscheidungen? Tut man einfach anschaut,
Willy: was passiert? oder hast du da irgendwie...
Jakob: Naja, ich bin eigentlich am ersten Tag, also mein Vater ist an einem Sonntag
Jakob: gestorben und ich bin am Montag dann in der Früh eben ins Unternehmen,
Jakob: in die Firma, habe dort sozusagen offiziell auch erzählt.
Willy: Das hast du gemacht,
Jakob: Dass mein Vater eben verunglückt ist und habe im Prinzip gesagt,
Jakob: dass ich jetzt einmal hier bin und mich mit allen zusammensetzen möchte.
Willy: Und dort, da ist ein Tag her. Da bist du drinnen gestanden, hast du das? Ja.
Jakob: Naja, das Geschäft kann nicht stehenbleiben. Das sind ja Leute.
Willy: Die... Ja, aber trotzdem, es ist gerade der Vater gestanden.
Willy: Das ist schon, dass am nächsten Tag hinzugehen, quasi die Verantwortung,
Willy: mit den Mitarbeitern zu reden, für Kontinuität zu sorgen.
Jakob: Ich habe im Prinzip gesagt, ich werde viele blöde Fragen stellen in der nächsten Zeit.
Jakob: und es wäre super, wenn wir die alle möglichst geduldig beantworten,
Jakob: damit wir sagen, geben wir uns gemeinsam ein Bild machen können und damit das
Jakob: möglichst gut über diese schwierige Zeit geht. Also du hast kommuniziert.
Willy: Du hast gesagt, ich habe jetzt keinen anderen, bitte helft es mir.
Jakob: Absolut.
Willy: Na klar.
Jakob: Alles andere wäre ja...
Willy: Ja, man kann ja hingehen und sagen, Ich bin jetzt der Chef und das alles wegspielen.
Jakob: Ach so, nein, nein.
Willy: Also verdrängen oder so.
Jakob: Nein, ich bin da ganz offen damit umgegangen. Ich bin jetzt hier,
Jakob: ich bin da. Das ist aber Punkt eins.
Jakob: Zweitens, ich werde viele blöde Fragen stellen, aber ich bin hier,
Jakob: um zu versuchen zu verstehen,
Jakob: um Klarheit zu bekommen und um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Jakob: Und das hat eigentlich ganz gut funktioniert.
Jakob: es war alles andere als leicht die ersten Jahre.
Willy: Die nächste Frage, wie lange hat es gebraucht jetzt huchst du relativ entspannt
Willy: da im Sessel also sehr entspannt
Jakob: Das hat gedauert,
Jakob: also 5, 6, 7 Jahre bis ich halbwegs das erste Mal gedacht habe jetzt habe ich
Jakob: das wirklich im Griff was natürlich auch immer ein Druckschluss ist,
Jakob: weil voll im Griff hat man nie etwas Weil ja.
Willy: Ich finde es ja irgendwann damit auch.
Jakob: Zumindest das erste Gefühl, ich habe, okay, jetzt langsam,
Jakob: jetzt kann ich diesen Job halbwegs machen, halbwegs ausfüllen.
Jakob: Bis dahin habe ich viel Glück gehabt mit Leuten, die im Unternehmen waren und
Jakob: die Bereiche verantwortet haben, die sehr viel dazu beigetragen haben,
Jakob: auch über die Zeit zu kommen. sind letztlich immer die Menschen, die es ausmachen.
Willy: Gestern mit dem Tirk Nippert geredet, der hat gesagt, er umgibt sich am liebsten
Willy: mit Menschen, die besser sind in dem, was sie tun wie er.
Jakob: 100% kann ich mir unterschreiben.
Willy: Und die Menschen hattest du?
Jakob: Das waren alle besser als ich damals. Das war das Gute. Alle besser als ich,
Jakob: weil ich hatte keine Ahnung.
Jakob: Aber ich glaube, darum geht es auch, wenn man ein Geschäft betreibt,
Jakob: auch wenn man eben die Endverantwortung hat.
Jakob: Ich möchte nur mit Leuten arbeiten, die in dem Bereich, den sie betreiben,
Jakob: besser sind als ich, weil sonst kann ich es selber machen.
Willy: Ja, Thema war gestern auch Vertrauen. Woher wusstest du, also wie baut man da
Willy: Vertrauen? Die Leute, du hast ja nicht gekannt, du weißt ja quasi,
Willy: Dann musstest du ihnen ja quasi vertrauen. Wenn sie besser sind wie du,
Willy: wenn sie mehr wissen, vielleicht bist du abhängig von ihnen. Wie ist das?
Jakob: Naja, es war vice versa. Ich habe ja auch nicht ihr Vertrauen genossen.
Jakob: Sie mussten ja auch lernen, mir zu vertrauen. Das war fast noch schwieriger als anders erhoben.
Jakob: Weil ich komme natürlich in Unternehmen, da sitzen Leute, die eine gewisse Anzahl
Jakob: von Monaten, Jahren in dieser Tätigkeit sind und die mein Vater vielleicht eingestellt hat.
Jakob: Da ist ein gewisses Grundvertrauen, die wissen, was sie tun.
Jakob: Davon bin ich einmal ausgegangen.
Jakob: Schwieriger war es eher, das Vertrauen auch andersherum zu bekommen.
Jakob: Und Vertrauen ist einfach etwas, das dauert.
Jakob: Vertrauen muss wirklich langsam und stetig aufgebaut werden und auch gepflegt
Jakob: werden und erhalten werden.
Jakob: Und kann leider auch ganz schnell wieder zerstört werden.
Jakob: Das ist letztlich auch etwas, wie ich eine Marke sehe, auch wie eine Marke wie
Jakob: Nurea. Das ist ein Vertrauen, das über viele, viele Jahrzehnte aufgebaut wurde.
Willy: Und so schnell kaputt ist.
Jakob: Genau, das Wichtige ist, dass man dieses Vertrauen und das, was da drinnen steckt,
Jakob: auch wirklich behält. Deswegen machen wir das hier, wie wir es machen.
Jakob: Und da haben wir eben nichts geändert am Produktionsprozess und auch an der
Jakob: Verpackung nichts und an der Qualität nichts.
Jakob: Das ist ein Ausschweifer jetzt, Jetzt aber zurück zum damaligen Thema,
Jakob: Vertrauen hat sich einfach langsam gebildet.
Jakob: Und natürlich haben sich dann auch manche Verbindungen als stark erwiesen und die sind gewachsen.
Jakob: Und manche Dinge haben sich auch geändert und Mitarbeiter sind auch gegangen
Jakob: und war erst dazugekommen, ganz normal.
Jakob: Aber das war einfach ein Prozess. Das war ein Prozess und ich glaube schon jetzt
Jakob: im Nachhinein, dass dieser offene Umgang damit, der war schon wichtig, war schon essentiell.
Willy: Wann hast du begriffen, was du da jetzt für Unternehmen hast,
Willy: mit welchen Werten du das übernommen hast, weil du hast ja eine bestimmte bestehende
Willy: Gruppe mit einem Unternehmen, Das ist im Prinzip viele Teile übernommen,
Willy: vom Agrarstoffhandel bis zu Marken, der Foodbroker,
Willy: Lebensmittelproduktion.
Willy: Wann hast du dann irgendwann mal begriffen, ah, das ist das Unternehmen,
Willy: das sind die Werte und was hast du dann auch übernommen und was auch geändert?
Jakob: Naja, ich muss sagen, früher war es eigentlich ein Unternehmen in Österreich,
Jakob: das Tochtergesellschaften hatte, aber es war eigentlich nicht etwas,
Jakob: was ich Gruppe nennen konnte, so wie heute.
Jakob: Also ich würde es nicht Gruppe nennen, was ich damals übernommen habe, heutzutage ist es,
Jakob: Wirklich eine europäische Unternehmensgruppe. Damals ging es zu 80,
Jakob: 90 Prozent um den Agrarrohstoffhandel.
Jakob: Da war das Unternehmen tätig und auch mit verschiedenen Anlagen,
Jakob: die wir heute gar nicht mehr betreiben und Bereichen, die wir heute auch nicht mehr weiter...
Willy: Das hast du übernommen.
Jakob: Nicht mehr weiter, das habe ich damals übernommen. Und ich habe damals relativ
Jakob: schnell erkannt, dass der Lebensmittelbereich und die Marken speziell,
Jakob: dass das etwas ist, was mich begeistert und was mir liegt.
Jakob: Und diesen Bereich habe ich stark ausgebaut und mittlerweile sind 80% der Mitarbeiter,
Jakob: im Lebensmittel- und im Markenbereich beschäftigt und der Rest nur mehr im Rollstuhl.
Willy: Also dass das Unternehmen eigentlich verändert?
Jakob: Ich habe es sehr stark verändert, ja. Warum? Weil das einfach meiner Leidenschaft
Jakob: entsprochen hat und dem, was mich begeistert, dem, was mich fasziniert und dem, was mir Spaß macht.
Jakob: Und das, was einem Spaß macht, dann reden wir ist man dann auch deutlich besser
Jakob: als in den Dingen, die einem eigentlich vielleicht ein bisschen weniger Spaß machen.
Jakob: Der Rohstoffhandel ist auch etwas Tolles, wirklich was macht mir auch Spaß und
Jakob: das betreiben wir auch gerne.
Jakob: Aber da, wo ich das Potenzial gesehen habe, die letzten Jahre,
Jakob: das ist wirklich im Lebensmittelbereich.
Jakob: Und da haben wir auch wirklich viel aufgebaut. Es gab damals auch keine Produktionen
Jakob: im Lebensmittelbereich. Die habe ich quasi dazu genommen und dazu geholt.
Jakob: Und auch die geografische Verbreitung war viel, viel geringer.
Jakob: Das war vor allem auf Österreich fokussiert.
Willy: Woran hast du das entdeckt, dass deine Leidenschaft jetzt bei...
Willy: Die Dosen hat es ja schon gegeben.
Willy: Die habt ihr schon gehabt. Da hast du schon ein bisschen deine Leidenschaft.
Willy: Wie hast du das entdeckt? Das sind die Lebensmittel.
Willy: Wo war das deinem...
Jakob: Naja, das war eigentlich wirklich
Jakob: NURI. Also das war NURI und die Beschäftigung mit dieser Marke. Ja.
Jakob: Das erste Mal hier durch die Tür gehen unten in der alten...
Jakob: in dem alten Eingang, wo wir heute auch reingegangen sind.
Jakob: und das erste Mal die Produktion hier sehen.
Jakob: Ich war immer schon ein Fan vom Produkt, weil es einfach gut ist.
Jakob: Aber dann zu verstehen, was ist eigentlich dahinter und was steckt eigentlich
Jakob: wirklich in dieser Marke, das hat mich einfach fasziniert.
Jakob: Dass man Produkte, dass wir selber daran beteiligt sind, Produkte in die Welt
Jakob: zu bringen, die so eine tolle Geschichte und so auch faszinierende Eigenschaften, Werte haben,
Jakob: und auch diese Geschichte zu erzählen. Und Geschichten...
Jakob: wahre Geschichten, gute Geschichten zu erzählen, ist einfach was Schönes und
Jakob: damit auch andere Leute zu begeistern.
Willy: Sagt dir dann, rückt dir das Produkt in den Vordergrund?
Jakob: Ja, das ist Sinn.
Willy: Aber wieder sieht man es nicht. Jakob schiebt nur die Dose.
Jakob: Und jeder, der hier reinkommt durch die Türe und das sieht, der ist begeistert.
Jakob: Das ist einfach, du siehst und denkst, das Gebäude, die Produktion,
Jakob: die Qualität der Produkte auch.
Jakob: Das ist was Schönes. Und darüber zu erzählen und sich damit zu identifizieren,
Jakob: ist einfach was Schönes.
Willy: Liegt im Agrarspeicher nicht irgendwo etwas Faszinierendes oder irgendeine Leidenschaft oder sowas?
Jakob: Oh ja, auch, aber eine andere. Jeder hat seine Interessen.
Jakob: Jeder hat nicht nur ein Interesse, aber es gibt dann schon etwas,
Jakob: was einen noch mehr begeistert, noch mehr begeistert als was anderes.
Jakob: Und vielleicht entwickelt sich das auch im Leben über die Lebensphasen.
Jakob: aber dieser Bereich, Lebensmittel, Marke, das ist einfach was Schönes.
Jakob: Darüber rede ich gerne, da kann ich mich dafür begeistern und dann kann man
Jakob: auch andere Leute dafür begeistern.
Willy: Wie würdest du das jetzt, das heißt, du bist ins Unternehmen eingestiegen,
Willy: am Anfang hast du mal geschaut, ob du mal eine Ahnung kriegst,
Willy: wie das ganze Ding funktioniert.
Willy: Ich habe dann gesagt, so sechs, sieben Jahre später hast du dann MBA nachgemacht oder sowas.
Willy: Das war in einer Zeit, wo du gesagt hast, wo du vielleicht das erste Mal durchgeschnappt
Willy: hast, hast du dann direkt mal MBA drauf, das brauche ich da so ein Rützzeug,
Willy: so akademische Sachen, oder was war die Idee da dahinter?
Jakob: Ja, richtig. Ich war an einem gewissen Punkt und habe mir gedacht,
Jakob: so, und jetzt, eigentlich wäre es nicht schlecht, einmal eine formelle,
Jakob: wirtschaftliche Ausbildung auch zu haben. Hast du das Gefühl.
Willy: Dir fehlt was, oder hast du das Gefühl, du brauchst, damit du den Status nach außen hin?
Jakob: Nein, eigentlich da, es waren zwei Gründe.
Jakob: Der eine Grund war, dass ich gesagt habe, gut, ich möchte, das eigentlich weitermachen
Jakob: und ich möchte das auf ein nächstes Level bringen, ich möchte das Geschäft wirklich ausbauen.
Willy: Aber schon in drei Richtungen, in der Strategie, die Lebensmittel. Richtig.
Jakob: Und dafür hätte ich gerne noch mehr Rüstzeug.
Jakob: Und ich habe auch gesehen, ich möchte das wirklich in dem Unternehmen bleiben.
Jakob: Nur, ich bin ja relativ jung rein und ich bin nach einer gewissen Zeit,
Jakob: ist jeder betriebsblind.
Jakob: Wenn du jetzt eine Karriere hast, wo du in verschiedenen Unternehmen arbeitest
Jakob: oder in verschiedenen Umfelden, dann kriegst du immer neue Inputs und dann lernst
Jakob: du immer wirklich viel dazu.
Jakob: Und dieses neue Umfeld und diese wirklich neuen Inputs, Und die habe ich einfach
Jakob: gesucht, um die Betriebsblindheit, die man ja selber nicht wahrnimmt,
Jakob: aber die Sicherheit schon da war, die ich schon verstanden habe, die ist schon da,
Jakob: um das auch zu lösen.
Jakob: Und das war eine super Zeit. War schön.
Willy: Ihr habt gelesen, Gartenbau ist auch dazukommen. War das auch deine Idee?
Jakob: Gartenbau hatten wir.
Willy: Hatten wir, ja. Machen wir. Hatte ihr, hatten wir. Schon vor.
Jakob: Ja, machen wir aber nicht mehr. Das hat sich aus dem Agrarbereich auch herausentwickelt,
Jakob: aber das machen wir derzeit schon einige Jahre.
Willy: Also der Fokus geht wirklich stark hin auf Trockensortiment,
Willy: glaube ich, sagt man, oder kann man sagen, zu Lebensmitteln.
Willy: Das ist jetzt der Hauptfokus.
Willy: Agrarspeicher wird jetzt noch weiter betrieben, aber so richtig so.
Jakob: Also wo wir wirklich das Potenzial sehen und wo auch in den letzten Jahren die
Jakob: meisten Investments hier gegangen sind, Im Unternehmen ist wirklich im Lebensmittelbereich,
Jakob: weil dort einfach die Chancen waren und auch sind.
Jakob: Und im Agrarohstoffhandel, da sind wir weiterhin aktiv und da wollen wir auch
Jakob: weiterhin die Rolle spielen, die wir spielen.
Jakob: Aber jedes Unternehmen hat einfach begrenzte Ressourcen. Man muss sich ein bisschen
Jakob: überlegen, wo sind die Möglichkeiten.
Jakob: Und die haben wir in den letzten Jahren gefunden, vor allem im Lebensmittelbereich.
Jakob: Wenn sich welche ergeben im Agrarohstoffbereich, dann würden wir die auch wahrnehmen.
Willy: Ja, na klar, bist du Unternehmer.
Jakob: Aber es ist ein anderes Geschäft.
Willy: Wenn du jetzt alle Lebensmittel zusammenfassen würdest, ich schaue jetzt wieder
Willy: auf NURI, was ist die gemeinsame Klammer, die du über alle drüber spannen würdest
Willy: und was alles, was ihr da jetzt macht, verbindet? Oder gibt es die?
Jakob: Die gemeinsame Klammer ist eigentlich die Marke.
Jakob: Die Marke nicht nur als Verpackung, sondern wirklich als Inhalt, als Identität.
Willy: Es hat sich ja 2014, glaube ich, zum Verband der Markenunternehmen Österreichs dazugegangen.
Willy: Warum ist die Marke als Identität so wichtig?
Willy: Jetzt nehme ich vielleicht auch die Antwort gleich vorweg, in Seiten starker
Willy: Eigenmarken vielleicht auch. Oder warum ist die Marke da so wichtig?
Jakob: Wo soll ich anfangen?
Willy: Dort, wo du das Gefühl hast, dass die Relevanz liegt.
Jakob: Naja, die Marke ist aus meiner Sicht nach wie vor Innovationstreiber auch für Differenzierung.
Jakob: Das sagen natürlich die Eigenmarken, wir machen die Innovationen.
Jakob: Aber ich glaube, dass die Marke wirklich Identität gibt.
Jakob: Eigenmarke ist einfach wenn man das Geschäft ein bisschen kennt ist einfach
Jakob: immer austauschbar Eigenmarke ist wer am günstigsten produziert,
Jakob: kann die Produktion übernehmen und Eigenmarke ist für mich eigentlich eine Verpackung
Jakob: und die Marke selber hat für mich Identität, hat Geschichte hat,
Jakob: eine Person dahinter und,
Jakob: Aus meiner Sicht auch einen höheren Fokus auf die Qualität, weil sie muss sich
Jakob: ja irgendwie abheben auch von den Eigenmarken.
Willy: Ja.
Jakob: Darum soll es sich stehen?
Willy: Nein, ich versuche, du hast mir gerade so ein bisschen so eine neue Idee von Marke gegeben,
Willy: weil im Prinzip Eigenmarke heißt, im Prinzip besteht eine Marke drauf,
Willy: aber dahinter stehen ganz viele Produzenten, die im Prinzip potenziell das Gleiche
Willy: produzieren, die es dann quasi unter einer Marke verpackt wird.
Willy: Das heißt, der Produzent ist austauschbar,
Jakob: Oder? Die per Definition austauschbar sein müssen.
Willy: Und deswegen habe ich da auch keine Kontinuität drinnen, mehr oder weniger,
Willy: weil da immer, wenn der andere billiger ist oder sonst irgendein Faktor ist,
Willy: dann kann ich den Gegnern austauschen.
Willy: Die Marke bleibt aber in der Kommunikation zum Dritten, also zum Konsumenten.
Willy: Die Identität bleibt die gleiche.
Jakob: Die Marke ist deutlich weniger austauschbar und hat viel mehr Kontinuität normalerweise.
Jakob: Vor allem, wenn es eben Markenunternehmer sind, die wirklich mit ihren eigenen
Jakob: Produktionen die Produkte machen.
Willy: Aber wie geht es in der heutigen Zeit, wo viel Preisdruck da ist,
Willy: wo viel Wettbewerb da ist, zu sagen, ja, Marken sind einfach zu teuer.
Willy: Weil Konsumenten wollen einfach einen Dosenfisch und kaufen den und dann haben
Willy: sie einen, da liegen, sage ich jetzt mal, drei Euro, nebenbei liegt einer mit einem Euro.
Willy: Wie behauptet man sich dann mit der Marke?
Jakob: Klingt jetzt vielleicht ich würde nicht sagen blöd, aber,
Jakob: es ist natürlich die Qualität und wir können in dem Bereich nicht wir können
Jakob: mit NURI nicht gegen Anbieter aus Asien oder auch mit großen industriellen Anbietern
Jakob: aus Europa oder anderen Ländern mithalten,
Jakob: preislich das wollen wir aber gar nicht,
Jakob: das können wir nie gewinnen weil wir einfach zu klein sind und die Produktion
Jakob: viel zu aufwendig ist, viel zu handarbeitslastig.
Jakob: Wir können nur mit einer absolut besseren Qualität gewinnen.
Jakob: Und dafür muss man natürlich mehr zahlen. Aber es gibt auch Konsumenten,
Jakob: die diese Qualität schätzen und wahrnehmen.
Jakob: Und es gibt nicht nur die, die nur den günstigsten Preis kaufen.
Jakob: das ist kein Produkt, das man sich vielleicht jeden Tag leistet,
Jakob: aber doch regelmäßig, wenn man einfach diese wirkliche.
Jakob: Eindeutig unvergleichbar bessere Qualität haben möchte als ein Produkt.
Jakob: Und natürlich ist es auch letztlich die Identität und die Geschichte.
Jakob: Die Leute wissen, bei NURI können wir erzählen, wie wir das Produkt produzieren,
Jakob: warum wir es so produzieren, wer wir sind und woher das kommt.
Jakob: Und bei der Eigenmarke ist es halt eine schöne Verpackung und sicher ein kompetitiver
Jakob: Preis, aber nicht die Qualität, nicht den Inhalt, den man ja letztlich auch mitkauft.
Jakob: Ein Lebensmittel ist sowas, das geht ja quasi in den Körper hinein.
Jakob: Das ist ja schon etwas, was einem sehr nahe geht in dem Sinn.
Jakob: Und ich denke, dass da ein Qualitätsbewusstsein immer da ist bei Menschen.
Jakob: Und das ist da, wo wir die einzige Chance haben, uns zu differenzieren und wo
Jakob: wir die Chance haben, besser zu sein als die Eigenmarkenhersteller oder auch
Jakob: viele unserer Markenkonkurrenten.
Willy: Ist es nicht, also ihr besetzt somit eine Nische eigentlich,
Willy: oder? Ja, absolut. Ganz bewusst?
Jakob: Wir sind eine extrem hochpreisige und extrem hochqualitative Nische und das
Jakob: machen wir ganz bewusst, ja, wichtig.
Jakob: Wir werden hier nie ein Riesenunternehmen werden, einfach weil wir die Kapazität
Jakob: nicht haben und weil wir nicht die Qualität produzieren können.
Willy: Das ist ja denkmalgeschützt auch schon das Gebäude, also richtig ausbauen wird
Willy: da nichts, rundherum ist zu.
Willy: Gleichzeitig habe ich bei dir so den Eindruck, das ist die Qualität,
Willy: das Handwerk, das ist der Begriff der Nachhaltigkeit, glaube ich,
Willy: spielt ja da sehr, sehr viel mit.
Willy: Die Welt verändern kann man aus der Nische heraus ja nicht, oder?
Willy: Ist das so? Naja, Du sagst es selber, es ist extrem hochpreisig,
Willy: es ist extrem qualitativ, zu besonderen Anlässen,
Willy: aber wenn man immer sagt, man versucht das Foodsystem zu ändern oder wirklich Impact zu haben,
Willy: sodass sich wirklich signifikant was ändern, sei es beim Klimawandel, beim Fischfang,
Willy: das geht aus der Nische heraus ja schwierig, oder?
Willy: Oder welchen Impact hat die Nische auf die Welt? Ja. Das ist eine große Frage.
Jakob: Ich glaube, die Nischen sind auf jeden Fall Zufruchtsorte.
Jakob: Was ein Nische ist, ein geschützter Bereich, in dem man eine gewisse Zufrucht
Jakob: hat, vielleicht vor der offenen, ausgesetzten Fläche.
Jakob: Und es ist auch nicht unser Anspruch, die Welt zu verändern.
Willy: Ja, das habe ich dir jetzt einfach so unterstellt.
Jakob: Nein, das ist gleich unser Anspruch. Wir wollen einfach eine diese gleichbleibende,
Jakob: außerordentliche Qualität weiterhin
Jakob: erhalten und insofern ist konservieren vielleicht auch ein bisschen,
Jakob: Das Gegenteil, aber gleichzeitig auch eine Art des Widerstandes gegen die Entwicklungen.
Willy: Konservieren, hat er gesagt.
Jakob: Wir konservieren ja auch hier nicht nur die Fische in die Dosen,
Jakob: sondern wir konservieren ja auch das Gebäude, wir konservieren unsere Arbeitsmethoden
Jakob: hier und die Qualität und diese Einzigartigkeit.
Jakob: Und das zu konservieren ist ja letztlich auch ein bisschen ein Festhalten an
Jakob: diesen Qualitäten, an diesen guten alten Dingen, die sonst nicht mehr da wären.
Jakob: Also wenn wir diese Fabrik nicht übernommen hätten im Jahr 2017,
Jakob: würde hier irgendein Wohnungskomplex stehen oder ein Supermarktgebäude oder ähnliches.
Jakob: Und da haben wir die Welt auch schon ein bisschen in positiver beeinflusst zumindest.
Willy: Wir werden uns in einem gesonderten Interview wahrscheinlich einmal den Agrarspeicher
Willy: anschauen, weil ich glaube, das ist auch gerade für den Podcast-Bauer zu den
Willy: Pippler auch sehr, sehr spannend.
Willy: Und vielleicht auch noch andere Bereiche, weil da sind ein paar Dinge drinnen,
Willy: die sehr, sehr spannend sind, auch aus langwirtschaftlicher Perspektive.
Willy: Aber jetzt legen wir den Fokus auf NURI.
Willy: Du hast es gerade gesagt, 2017 übernommen.
Willy: Das Auge darauf hattet ihr schon länger oder gekannt habt ihr euch schon viel, viel länger.
Willy: Wie ist der Kontakt ursprünglich hergestanden warum musstet ihr das Unternehmen
Willy: oder wolltet ihr das Unternehmen 2017 kaufen? Oder du in dem Fall?
Jakob: Ursprünglich kommt der Kontakt zwischen der Familie, die diese Fabrike betrieben
Jakob: hat, und meiner Familie aus der Generation meines Großvaters.
Willy: Das hast du, glaube ich, am Anfang schon mal kurz erwähnt.
Jakob: Entweder kurz in der Zwischenkriegszeit schon oder dann auf jeden Fall nach
Jakob: dem Zweiten Weltkrieg hat mein Großvater das importiert nach Österreich.
Jakob: Ich könnte es jetzt geschichtlich nicht genau feststellen, Aber da kam meine
Jakob: Familie erst mal in Kontakt damit.
Willy: Das war der Konrad, oder?
Jakob: Der Konrad Glatz, genau.
Jakob: Und seitdem haben wir einfach auch diese familiäre Bande gehabt.
Jakob: Und ich bin eben das erste Mal 2002 hierher gekommen, habe mich wirklich begeistert
Jakob: für dieses Produkt, für die Marke und auch für die Produktion hier.
Jakob: und 2015 circa ist dann dieses Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gekommen.
Willy: Was ist da passiert?
Jakob: Es war eigentlich eine Mischung aus Dingen, aus Faktoren.
Jakob: Eine war einfach der Umstand, dass hier auch schon in der dritten Generation
Jakob: 63 Eigentümer waren, alle von den vier Gründern abstammend,
Jakob: dass die nicht sehr kohärent und einheitlich die Dinge gesehen haben.
Jakob: Dann gab es einen Generationenwechsel.
Willy: Das reicht an sich ja schon für allein.
Jakob: Das war schon mal ein Grund, wo schon mal die Stabilität auf der Gesellschaft
Jakob: der Ebene nicht so da war.
Jakob: Dann gab es einen Generationenwechsel, wo die zweite Generation,
Jakob: die ja über 60 Jahre lang hier die Geschäfte geführt hat, übergeben hat.
Jakob: Kurz davor, ein paar Jahre davor, glaube ich 2009 oder 2010.
Jakob: Und die nächste Generation mit dieser Uneinigkeit noch schlechter umgehen konnte
Jakob: und die noch schlechter einigen konnte als sie davor.
Willy: Und dann ich spüre es schon, ja.
Jakob: Das Unternehmen hat ja nie wirklich Reserven beiseite gelegt,
Jakob: die haben eigentlich immer alles an die Gesellschaft ausgeschüttet und dann kam eine Phase wo die,
Jakob: die Fänge zurückgegangen sind und dann auch die EU richtigerweise eingeschritten
Jakob: ist Also die Bestände sind geringer geworden Die Bestände sind zurückgegangen,
Jakob: das heißt die Fänge waren weniger und die EU hat dann um die Bestände wieder
Jakob: zu erhalten, Fangquoten sehr stark runtergesetzt.
Jakob: Und mit diesen runtergesetzten Fangquoten sind natürlich die Preise entsprechend auch umgegangen.
Jakob: Und da war schon dann auch eine Krise im Beschaffungsbereich.
Jakob: Und wenn man hier keine Reserven hat und keine Einigkeit, dann wird aus einer
Jakob: Krise nichts Gutes. Wie hat sich das entwickelt?
Jakob: Wir haben gemerkt, dass irgendwann einmal große Diskussionen waren über die Produktion.
Willy: Und da war sie schon Broker für NURI, oder?
Jakob: Wir haben das, wie gesagt, seit 80 Jahren schon gemacht. Und 2015 kam er.
Willy: Da war sie noch immer Broker.
Jakob: Aber immer noch, ja.
Willy: Und da hat sie es mitgekriegt, über diese Beziehung.
Jakob: Und dann kamen die Schwierigkeiten und Lieferungen und wir wissen noch nicht
Jakob: und wann und so weiter. Und dann irgendwann einmal...
Willy: Spürt man einfach, dass stimmt was nicht.
Jakob: Genau. Ich bin eh regelmäßig hergekommen und habe dann ein bisschen genauer
Jakob: gesprochen mit der Familie Pinial und die haben dann gesagt,
Jakob: sie haben wirklich Schwierigkeiten. Sie haben Schwierigkeiten,
Jakob: die Produktion zu finanzieren.
Jakob: Sie haben Schwierigkeiten, einen Einkauf zu machen. Sie haben Schwierigkeiten
Jakob: auf der Gesellschaftsebene.
Jakob: Und das ging dann so weit, also ich habe dann angeboten, auch zu helfen, wo es geht.
Jakob: Und das ging dann aber so weit, dass sie nicht mehr produzieren konnten irgendwann einmal.
Jakob: Und dann habe ich auch eben versucht, an alle Gesellschafter heranzutreten und
Jakob: ihnen anzubieten, anzubieten, dass wir dieses Unternehmen auffangen,
Jakob: bevor es eingestellt werden muss, weil es war dort einfach keine Möglichkeit, diese,
Jakob: diese schwierige Phase durchzufinanzieren. Und das hat dann eine ganze Zeit
Jakob: lang gedauert, bis dann alle überzeugt werden konnten, dass wir eine gute Zukunft
Jakob: bieten. Weil es waren damals...
Willy: Uneinigkeiten, viele...
Jakob: Das war ein sehr schwieriger Prozess, ein sehr aufwendiger Prozess.
Willy: Wie lange hat das gedauert?
Jakob: Über ein Jahr.
Willy: Das ist relativ schnell für einen schwierigen, aufwendigen Prozess.
Jakob: Ja, aber das Problem war, dass die Produktion stillgestanden ist und wir das
Jakob: Unternehmen übernommen haben mit fünf ausstehenden Gehältern,
Jakob: fünf Monatsgehältern, die ausstehend waren für die ganzen Arbeiter und Arbeiterinnen hier,
Jakob: mit leeren Lagern.
Willy: Also ihr habt es nichts liefern können, die Marke war einfach...
Jakob: Genau, und wir mussten eigentlich erst einmal die ganzen Lieferanten zahlen,
Jakob: die teilweise seit neun Monaten nicht gezahlt wurden. Das heißt,
Jakob: das Unternehmen war eigentlich schon tot.
Willy: Hätten sie es eigentlich in den Konkurs schicken müssen?
Jakob: Das hätte schon vor einem Jahr davor in den Konkurs gehen müssen eigentlich,
Jakob: aber das haben die damals nicht gemacht.
Jakob: Und wir haben das dann übernommen und mussten wirklich aus dem eigentlich ein
Jakob: komplett stillgelegtes Unternehmen wieder aufbauen.
Jakob: Das war der Prozess, der dann danach begonnen hat.
Willy: Ja. Aber es war auch ein spannender Prozess.
Willy: Also ich sehe jetzt gerade ein bisschen Leiden und ein bisschen Spaß auch in deinen Augen.
Willy: Ja, es war spannend. Von der Geschichte, weil erfahren hattest du den Markt.
Willy: War das das erste Unternehmen, wo ich eine Produktion auch gegangen setze?
Willy: Das war euer Weg in die...
Jakob: Das war unser Weg in die Produktion, ja.
Willy: Für dich auch ein wichtiger Schritt, oder?
Jakob: Ja, total.
Willy: Wie ist es da gegangen? Also wie bauchmäßig, bauchweh, bauchschmetterlinge,
Willy: mehr bauchweh oder mehr Schmetterlinge?
Jakob: Tagesweise unterschiedlich.
Willy: Das haben sie.
Jakob: Nein, das war natürlich, es war ein Sprung ins kalte Wasser,
Jakob: weil wir konnten eigentlich, wir wussten gar nicht genau, wie es um das Unternehmen
Jakob: überall in allen Bereichen bestellt ist.
Willy: Habt ihr ein bisschen einen Blackbox gekauft?
Jakob: Ja, eine ziemliche Blackbox, eine riesige Blackbox.
Willy: Eine Dose konntet ihr erst schauen, als ihr sie schon gekauft habt.
Jakob: Nein, aber es hat sich wirklich als großer Glücksfall herausgestellt.
Jakob: Wir haben es geschafft, innerhalb von zwei Jahren wieder ins Positive zu bringen, das Unternehmen.
Jakob: Und seitdem wachsen wir stetig, auch was die Märkte betrifft. Die Nische wächst.
Jakob: Die Nische, ja. Die Nische wächst, ja.
Jakob: Wir wachsen nicht aus der Nische heraus, aber die Nische wächst, würde ich sagen.
Willy: Es gibt ja zwei Marken, NURI und Conservas de Binhaish.
Willy: Ist das das Gleiche, nur eine für Portugal, das andere für den Export?
Jakob: Könnte man vereinfacht so sagen. NURI war immer die Marke, die in den Export gegangen ist.
Jakob: Und die Fabrik hat immer 90% ihrer Produktion exportiert.
Jakob: Teilweise mehr, also eigentlich sind es sogar 95% oder 96%. die in den Export
Jakob: gehen. Das war immer schon so und das ist auch heute noch so.
Jakob: Portugal ist jetzt kein großer Markt und man kennt die Marke NURI in Portugal eigentlich nicht.
Willy: Ja, wenn jetzt hier Leute fragen, NURI, ganz selten.
Jakob: NURI wird hier eigentlich auch nicht verkauft, außer hier bei uns im Shop.
Jakob: Aber in Portugal kennt man den Namen Piñáis.
Jakob: Piñáis ist auch der Name des Unternehmens hier, Conservas Piñáis.
Jakob: Diese Marke Pignage haben wir eben auch auf ein paar Dosen, also auf Dosen auf einigen Sorten.
Jakob: Und jetzt haben wir es wieder, gell? Jetzt fast hätte ich Artikel gesagt,
Jakob: aber das ist eben so, hast du gesagt, das ist ein unsexy Artikel.
Willy: Artikel fing irgendwie, ja. Und du hast ein großer Storyteller,
Willy: was? Ja, ich habe das sofort übernommen.
Jakob: Alles sofort aufgeschrieben. Nein, und diese Biniere sind eben,
Jakob: Vor allem für Portugal und dann
Jakob: haben wir ein paar ausgewählte Kunden im Ausland, die auch Pinais wollen.
Willy: Der Vollständigkeit halber inzwischen habt ihr nicht nur NURI,
Willy: sondern es gibt ja, ich glaube, du hast es eh vorher schon gesagt,
Willy: in Spanien habt ihr eine Marke, die eh von den Werten, von einem Ding ähnlich aufgebaut ist.
Willy: Die heißt, ich finde jetzt gerade den Namen nicht, die haben wir aufgeschrieben.
Jakob: Ola Sagasti.
Willy: Ola Sagasti und in Deutschland habt ihr in Mecklenburg auch was.
Jakob: Wirklich?
Willy: Ja, habe ich zumindest gelesen.
Willy: Wirklich, habe ich das?
Jakob: Das weiß ich gar nicht.
Willy: Was heißt das? Weißt du nicht?
Jakob: Am Eckenburg, glaube ich.
Willy: Ich glaube, Marvis oder Naris, ich finde gerade den Namen wieder nicht,
Willy: wo es mir aufgeschrieben wird.
Jakob: Ja, aber da ist ein Recherchefehler auftreten.
Willy: Wirklich?
Jakob: Ja.
Willy: Warte, lass mich jetzt geschwint schauen. Konservas Ole Gasti.
Jakob: Ole Sagasti, ja. Ole Sagasti.
Willy: Ja, super. Und das zweite habe ich mir nicht aufgeschrieben.
Willy: Aber das ist natürlich ein Recherchefehler, weil von Tude war es,
Willy: dass es gibt, kann das nicht sein.
Jakob: In Deutschland haben wir nichts mehr.
Willy: Aber gibt es eine andere? Oder hast du Griechenland vorher gesagt?
Jakob: Wir haben nur diese beiden Produktionen. Also Ola Sagasti und hier Pinyas.
Willy: Gut, dann streichen wir das, was ich mir gesagt habe. Mecklenburg,
Willy: keine Sorge, Deutschland. Gibt es nichts.
Willy: Eigentlich wollte ich nur die Vollständigkeit über die Frage stellen,
Willy: dass du noch eine zweite gibt.
Willy: Auf der Bignage-Dose ist ja ein Fischer drauf, glaube ich. Da ist das Design auch ein anderes.
Willy: Es hat auch von den Zuhörern und Zuschauern Fragen gegeben zum Design.
Willy: Dieser Fischer, hat der einen Namen? War das eine Marke oder war das wirklich
Willy: ein Fischer, der da drauf ist? Ist das der Papa oder wer ist dieser Fischer?
Jakob: Den Fischer kenne ich als das alte Logo oder Emblem der Fabrik.
Jakob: und wenn du dich erinnerst oder ob du es gesehen hast, wenn man unten in den
Jakob: alten Eingang reingeht,
Jakob: ist über der Türe, wo man weitergeht in die Fabrik hinein, ein großes Glasfenster,
Jakob: ein bemaltes, wo auch dieses Emblem drauf ist seit 100 Jahren.
Jakob: Und das ist dann irgendwann mal auf die Verpackung von Piniers gewandert.
Jakob: Also das steht eigentlich für die Fabrik und für die Verbundenheit mit den Fischern,
Jakob: mit dem Meer, mit der Fischerei.
Willy: Warum habt ihr das Design eigentlich geändert? Also von Bignage für NURI,
Willy: warum habt ihr eigenes Design gebraucht?
Willy: Und wie lange gibt es das Design schon? Wer hat dieses Design gemacht und wird
Willy: das irgendwann einmal auch geändert?
Jakob: Also das Design von NURI gibt es seit 1935.
Willy: Ja, war eine Frage.
Jakob: Ja, seit 1935. Die Marke NURI ist 1935 eingetragen.
Willy: 1935?
Jakob: 1935. Ja. Und das Design ist...
Jakob: Unverändert. Also es gibt ganz leichte Anpassungen, die man immer wieder machen
Jakob: musste, weil die lebensmittelrechtlichen Bestimmungen sagen,
Jakob: dass eine gewisse Mindestschriftgröße da sein muss.
Willy: Hat euch die Norm quasi zur Norm gezwungen.
Jakob: Genau, die Norm hat das dann ein bisschen. Und dann hatten wir früher,
Jakob: von denen habe ich mich sehr schwer
Jakob: nur getrennt, wir hatten ganz viele Rechtschreibfehler aus der Verpackung.
Jakob: Wirklich? Ja, auf der deutschen nicht nur Kleinschreibung, Großschreibung,
Jakob: sondern auch so einfach.
Jakob: Das war einfach damals, wurde das halt irgendwann mal so gemacht und das war
Jakob: halt schwierig, das wieder zu ändern und dann war das halt so.
Jakob: Und ich habe das so schön gefunden und mein Qualitätsmanagement-Department hat
Jakob: das leider über die Jahre Fehler ausgebessert.
Willy: Kann aber dazu führen, dass so Fehler dann dafür dazu führen,
Willy: dass ganze Charge schon einfach zurücknehmen musst, weil einfach Buchstabe oder
Willy: Ziffer nicht der Norm entspricht.
Jakob: Das war leider das Problem, ja. Aber das hat für mich auch so einen schönen Charme gehabt.
Jakob: Da ist halt nicht alles immer richtig.
Jakob: Aber das waren die Änderungen. Aber im Prinzip ist die Vorderseite hier unverändert seit 1935.
Willy: Warum? Also ihr habt es ja nicht vor, das Design so anzupassen oder zu modernisieren,
Willy: weil da gibt es immer wieder so, Marken müssen immer wieder abgedatet werden.
Jakob: Nein, vielleicht ist ein Vergleich ein bisschen Coca-Cola. In der Gradigkeit
Jakob: kann man schon anpassen.
Willy: Marginal.
Jakob: Marginal, ja. Wenn irgendwas vielleicht mehr Sinn macht, aber das wäre...
Jakob: Ich glaube, ein Riesenfehler, das Design zu versuchen zu glätten und so.
Jakob: Es ist ja viel los da drauf.
Jakob: Die ganzen Gelanden in Form von den Chilis und auch diese Drucke hier,
Jakob: das ist ja eigentlich auch ein Druckfehler oder eine Einschränkung der Druckmöglichkeiten
Jakob: aus den 30er, 40er Jahren.
Willy: Du zeigst auf die kleinen Symbole.
Jakob: Die kleinen Symbole hier, wo auf einmal grün in weiß oder halt gelb übergeht.
Jakob: diese ganzen Schraffierungen, das sind so schöne alte Eigenschaften,
Jakob: auch die Blätter, die hier rauskommen, das macht teilweise keinen Sinn hier auf der Seite.
Willy: Weil es einfach nicht abbildbar ist in Kleinen,
Jakob: Oder? Diese Kleinigkeiten hier, da siehst du ja diese Chili,
Jakob: und da hinten, da unten kommen so Blätter raus.
Willy: Wir schauen auf die Blätter, die bei der Chili auf der Seite unten rauskommen, ja.
Jakob: Das macht eigentlich keinen Sinn. Warum sind die da?
Willy: Stimmt, jetzt, was du sagst.
Jakob: Was machen die da? Und solche Dinge muss ich halt nach wie vor schon auch ein
Jakob: bisschen verteidigen, weil schon immer wieder der eine oder andere kommt und
Jakob: sagt, das brauchen wir die da nicht, was machen die da überhaupt, das versteht ja keiner.
Jakob: Das ist genau so, das ist die Verpackung. Das ist so.
Willy: Aber du kennst es auch nicht, warum die dort sind. Nein, das machen sie.
Jakob: Das muss ich immer alles hinmachen. Das ist einfach so gewachsen.
Jakob: Und das ist auch schön so.
Jakob: Da steckt einfach auch das Menschliche drin. Und die Menschlichkeit und die
Jakob: Einschränkungen, die man halt hat in so einem Bereich. Und wenn alles immer
Jakob: glatt gebügelt und perfekt ist, dann hat es irgendwann mal keine Persönlichkeit mehr für dich.
Willy: Wenn ich jetzt eine NURI-Dose kaufe, ist in jeder Dose genau dasselbe drin?
Willy: Oder gibt es da auch so leichte Schwankungen? Nicht in der Qualität natürlich, aber in der Dose.
Jakob: Das fängt einmal damit an, die Fische sind ja wilde Tiere, die quasi gefangen werden.
Jakob: Die sind alle unterschiedlich. Die werden jetzt nicht so produziert,
Jakob: dass alle genau gleich schwer, gleich groß sind.
Willy: Geht noch nicht.
Jakob: Also bei Sardinen geht es auch nicht. Und dann haben wir auch die Piripiri,
Jakob: die Chilischoten, die drin sind, die sind ja auch alle unterschiedlich groß.
Jakob: Und dann sind das hier alles Leute, die mit der Hand die Dinge reingeben und
Jakob: schneiden. und die Gurkenscheiben sind immer unterschiedlich dick.
Willy: Es ist wirklich, nur weil die Frage war, es wird wirklich, und wir gehen nachher
Willy: nochmal Step by Step vielleicht kurz den Produktionsprozess dann auch durch,
Willy: es ist wirklich jedes Tier, jede Chili mit der Hand in diese Dose hineingelegt.
Jakob: Hier unter uns. Und dann kann es einfach passieren, da passiert es auch,
Jakob: dass einmal zwei Chilischotten drin sind, oder zwei Pfefferkörner.
Jakob: Das ist auch für Sammler dann.
Willy: Oh, ich habe eine mit zwei.
Jakob: Ganz selten. Und dann ist die auch schärfer.
Jakob: Und manche Chili sind halt auch schärfer als andere. Das ist halt auch ein Naturprodukt,
Jakob: das wir von Landwirten hier kaufen.
Jakob: Und das kann man halt nicht so einstellen. Und manchmal macht man Dose auf und
Jakob: da sind drei Fische drin und manchmal sind es vier, weil die besser reinpassen.
Jakob: Dann ist es mal eine Chili-Shot als zwei. Dann ist es aber schärfer, mal weniger scharf.
Jakob: Das ist halt ein handgemachtes Produkt.
Jakob: Das ist immer ein bisschen anders. Aber die Grundqualität ist immer da.
Jakob: der einzelnen Zutaten und der Aufmerksamkeit bei der Verarbeitung,
Jakob: des Aufwandes bei der Verarbeitung.
Willy: Wie geht jetzt Variation und Imperfektion mit Fabrik und Industrie oder Industrie zusammen?
Jakob: Da ist, glaube ich, da ist, wo wir ganz am Anfang begonnen haben,
Jakob: da ist der Begriff Fabrik ist heute mit einem hohen Grad an Automatisierung
Jakob: und an Industrialisierung, Standardisierung verbunden und deswegen,
Jakob: müsste man das hier eigentlich heute Manufaktur nennen.
Jakob: gebaut wurde als Fabrik. Und so wurde damals eine Fabrik betrieben.
Jakob: Heute ist das, was damals eine Fabrik war, eine Manufaktur geworden.
Willy: Die Fabrik von damals ist aufgrund des Fertigungsgrades und der Automatisierung
Willy: eigentlich heute das, was eine Manufaktur im Idealsinne ist.
Jakob: Eigentlich ja.
Willy: Wenig Maschinen, ein bisschen Maschinen gibt es schon, aber sehr viel Handarbeit.
Jakob: Richtig.
Willy: Die Fabrik von damals, die Manufaktur von heute. Das ist quasi außer Zeit gefallen. wenn man so will
Willy: was ist das Design Zeit, was macht ein Design wie das von der NURI-Dose jetzt
Willy: zeitlos, ist es einfach, braucht zeitloses Design einfach Zeit,
Willy: um zeitlos zu werden oder gibst du irgendwelche
Willy: Designstricks oder Skills die man braucht, um ein zeitloses Design zu machen,
Jakob: Wie willst du das ein ich glaube es braucht mehrere Sachen, ich glaube einerseits braucht ein,
Jakob: gelungenes Grunddesign, das eine Harmonie hat, das eine Aussagekraft hat,
Jakob: das eine Ästhetik hat, die mal da ist.
Jakob: Und dann braucht es genau dieses Festhalten daran, dass etwas gut ist und man
Jakob: es nicht unbedingt ändern muss. Weil man es ändern kann.
Jakob: Und nur weil es irgendeine Kleinschaft gibt, die vielleicht ein bisschen besser sein könnte.
Willy: Verwehrst du dich gegen Verbesserung? Du schließt jetzt Veränderung pauschal
Willy: aus. das fühlt sich ja auch irgendwo wieder.
Jakob: Ja.
Willy: Oder muss man das...
Jakob: Was muss man besser machen an dem Design? Wenn es eine Vorschrift gibt,
Jakob: die man unbedingt einhalten muss, okay, dann muss man sich dem halt beugen. Aber,
Jakob: Das ist super. Das ist wahnsinnig schön.
Willy: Ja gut, du machst jetzt alle Mona Lisa nicht um.
Jakob: Du gehst ja nicht nachher das Haus und da steht der Tunnel da,
Jakob: da könnte man noch was schöner machen.
Jakob: Nein, das ist einfach ein bisschen,
Jakob: eine künstlerische Qualität und eine Ästhetik, die für sich steht.
Willy: Aber muss man gewisse Sachen so bewahren, um sie quasi für die Nachwelt in der
Willy: Konstanz versuch's nur zu verstehen.
Willy: Auf der einen Seite, ja natürlich, warum muss ich jetzt etwas,
Willy: das gut ist, verändern zu etwas anderem, das es nicht mehr ist.
Willy: Ja? Ja. Wie lange kann ich das machen? Für immer.
Willy: Ich versuche das jetzt gerade, jetzt komme ich selber ins Prübeln.
Jakob: Warum kann man nicht... Warum sollte man es verändern? Genau,
Jakob: warum kann nicht etwas auch einfach genauso bleiben, wie es ist, weil es einfach gut ist.
Willy: Und wenn wir dann etwas Neues machen, dann macht man etwas anderes,
Willy: aber verändert nicht das Bestehende.
Jakob: Genau, machen wir es auch.
Willy: Ergänzen. Es ist ja nicht so, mir blickt nach hinten, es gibt ja auch nicht
Willy: nur die anderen, ihr könnt es eh verändern. Richtig.
Jakob: Aber das ist da und das ist einfach gut und das ist einfach auch,
Jakob: glaube ich, das, was wir auch mit dem Produkt mitverkaufen, ist,
Jakob: dass dieses Produkt einfach seit 100 Jahren so ist, wie es ist und das ist gut
Jakob: so und darauf kann man einfach vertrauen.
Jakob: Und dieses Vertrauen, das mit der Marke kommt und diese Unveränderbarkeit und
Jakob: Unveränderlichkeit, das ist schon, finde ich, ein Riesenwert, den man auch...
Willy: Naja, letztlich Ich muss es dann spätestens dann verändern, wenn die Menschen
Willy: aus irgendeinem Grund nicht mehr kaufen, weil der Geschmack der Zeit sich verändert
Willy: hat, weil ein Produkt braucht letztlich einen Markt.
Jakob: Aber ein gutes Produkt, ein gutes Lebensmittel?
Willy: Wird immer ein Markt abmaßt.
Willy: Das Interessante ist, jetzt kommen wir auf das Thema Dose. Die Dose ist ja eigentlich
Willy: etwas komplett aus der Zeit gefallenes.
Willy: Dosen hat es irgendwann einmal gegeben, um Transportwege zu überbringen,
Willy: um Haltbarkeit, wo es keine Kühlmöglichkeiten gegeben hat.
Willy: Inzwischen, dieses Thema haben wir ja nicht.
Willy: Kühlmöglichkeiten gibt es, Elektrizität etc., wir müssen dann immer mit dem
Willy: Schiff überall hinfahren.
Willy: Was ist das zeitgemäße aus der Zeit gefallenen Dose eigentlich? ich.
Willy: Wie ist der Markt? Kommt die Dose wieder zurück?
Jakob: Ja, wir nehmen schon wahr, ich würde auf jeden Fall sagen, dass die Dose wieder kommt, weil,
Jakob: die Leute beginnen zu verstehen, wie die Qualität in der Dose ganz anders bewahrt
Jakob: werden kann und sich teilweise auch entwickelt, wie auch bei unseren Produkten.
Willy: Entwickelt?
Jakob: Das ist ein bisschen ähnlich wie Wein, wie Glas. Es ist so.
Jakob: Warum könntest du den ganzen Wein genauso gut in Plastik abfüllen?
Jakob: Genauso gut aufbewahrt, kannst super transportieren, ist leichter.
Jakob: Warum ist es immer noch in Glas?
Jakob: Aus der Zeit gefallen. Das ist total mühsam im Handling. Das ist aufwendig.
Jakob: Transport schwer, wird leicht kaputt. Warum ist die Wehrlichkeit schwerer?
Jakob: Die Dose hat eben den Vorteil, dass die Haltbarkeit und auch dann die Entwicklung
Jakob: des Produktes und einfach die Sicherheit des Produktes bestmöglich ist.
Jakob: Ich bin natürlich auch kein Freund
Jakob: der Dosen, die dann teilweise so ein Aluminiumpapier haben zum Eröffnen.
Jakob: Katzenfutter kann das haben, okay, aber nicht ein Produkt, das die Qualität
Jakob: und so viel Aufwand hat, um mal den Inhalt zu produzieren. Und,
Jakob: Was wir einfach gesehen haben, da haben wir auch unsere Jahrgangssardinen,
Jakob: wo wir wirklich nur das Beste der Besten rausholen.
Willy: Es gibt Jahrgangssardinen?
Jakob: Ja, das sind unsere Reserven.
Willy: Scheiße, das habe ich jetzt nicht gewusst.
Jakob: Das sind die...
Willy: Ah, die sollte jetzt direkt einmal in die Kamera, das gibt es tatsächlich.
Willy: Das ist jetzt Karlschnitte Jahrgang 21.
Jakob: Das ist 21, genau. Ja. Und wir machen jedes Jahr...
Willy: Macht das auch Sinn? Das ist natürlich marketingtechnischer Wahnsinn. Aber macht das auch...
Jakob: Das macht richtig Sinn.
Willy: Warum macht das Sinn, außer dass es lässig ist?
Jakob: Weil das Produkt, wie ich vorhin gesagt habe, es gibt in einem wild gefangenen
Jakob: Tier, dem Fisch, gibt es ja auch über das Jahr verschiedene Qualitäten.
Jakob: Das heißt, der Fisch hat im Sommer mehr Futter zur Verfügung und der Fettanteil
Jakob: steigt bis hinein in den Oktober, November.
Jakob: bis dann die Tage wieder kürzer werden und nach dem Winter kommt der Fisch dann
Jakob: mit einem relativ niedrigen Fettgehalt raus.
Willy: Verbraucht er über den Winter wieder, dass er nicht erfriert.
Jakob: Und jetzt ist im September, Oktober so ein optimaler Fettgehalt da,
Jakob: der einfach für Geschmack sorgt und für eine Textur des Fisches, die optimal ist.
Jakob: Und was wir machen ist, wir schauen uns an, speziell in dieser Zeit,
Jakob: September, Oktober, die Fänge, die reinkommen in der Früh,
Jakob: Und wenn wir sehen, dass dieser Fang wirklich eine Top-Top-Top-Qualität hat,
Jakob: dann nehmen wir die Charge und legen sie zur Seite für potenziell Jahrgang.
Willy: Woran erkennt man das? Wer erkennt das bei euch? Braucht es einen Spezialisten?
Jakob: Das machen wir. Wir haben unsere Einkäuferinnen, die das machen.
Jakob: Und die ganze Kette, auch der Qualitätsmanager und dann in der Produktion.
Jakob: Und dann sind viele Leute am Werk, die alle sagen müssen, ja,
Jakob: ja, das passt, das ist gut, das machen wir.
Willy: Das ist eine Gruppenentscheidung eigentlich.
Jakob: Ja, das kann Reserve werden.
Willy: Das entscheidst gar nicht du, oder?
Jakob: Nein, am Anfang nicht. Am Anfang wäre normal, da gibt es dann,
Jakob: je nach Jahr, letztes Jahr zum Beispiel, kann sein, dass wir gar keine haben.
Jakob: Es ist nicht in jedem Jahr die Qualität immer da.
Willy: Ach, das ist denn, dass der Rest schlecht ist?
Jakob: Nein, genau, aber es kann sein, dass wir 2024 keine so starken Ausreißer nach
Jakob: oben haben, dass wir das wirklich absonnen können.
Jakob: Das ist wie beim Wein. Du hast auch nicht jedes Jahr einen Top-Jahrgang.
Jakob: Das ist bei uns auch so. Und jetzt 24 wird es möglicherweise keine geben.
Jakob: Das wissen wir aber erst in ein, zwei Jahren.
Jakob: Was wir dann machen ist, wir nehmen die Dosen und lagen sie eben separat.
Jakob: Wir drehen die alle sechs Monate um, damit das Öl und die Gewürze quasi immer
Jakob: wieder durchziehen, auch durch den Fisch und sich das Fuß vermengt.
Willy: Wirklich, es wird gedreht auch noch.
Jakob: Es wird gedreht, es wird auch protokolliert. und dann machen wir eben regelmäßige
Jakob: Verkostungen alle sechs Monate und dann sortieren wir langsam aus und nehmen
Jakob: wir diese Chargen, die wir beiseite gelegt haben und sagen, okay,
Jakob: von den sechs Chargen haben wir jetzt eine, die ist nicht so gut wie die anderen
Jakob: und am Ende bleibt eine übrig und von der ist es dann auch meistens nur ein kleiner Bestandteil,
Jakob: der dann wirklich als Reserve gilt und der wird dann weitergelagert über mindestens
Jakob: drei Jahre immer wieder umgedreht.
Jakob: Und erst nach drei Jahren hat er seine Reifegrad erreicht.
Willy: Der passiert immer was in der Dose dann.
Jakob: Da passiert was. Die Textur des Fisches, die sich ändert, der Geschmack, weil die Gewürze sagen,
Jakob: es wird runder, es hat weniger Spitzen, es kann teilweise auch schärfer sein,
Jakob: aber dafür sind die anderen Geschmäcker auch mehr reingemischt in den Gesamtgeschmack der Dose.
Jakob: Und diese Dosen, und das betrifft halt jegliche Dose, halten halt sehr, sehr lange.
Jakob: Das heißt, du kannst die auch noch 10, 15, 20 Jahre aufheben.
Willy: Wie lange muss ich eine Dose weggeben? Steht ein Haltbarkeitsdatum drauf?
Jakob: Es steht drauf, wir werden es draufschreiben müssen, vor, glaube ich,
Jakob: fünf oder sechs Jahren. Aber de facto kannst du...
Willy: Das ist mindestens halb ein Biss, wahrscheinlich nicht.
Jakob: Und nicht kannst du...
Jakob: Also in 10, 15 Jahren schmeckt die Dose besser als nach 2, 3 Jahren.
Willy: Aber wegschmeißen, laut Norm, muss es nach 6 wahrscheinlich.
Jakob: Nein, muss ich wegschmeißen.
Willy: Nein, mindestens halb ein Biss, weil du es draufschreibst. Wir dürfen es nicht
Willy: mehr verkaufen. Ihr dürft es nicht mehr verkaufen.
Jakob: Aber der Konsument kann es aufheben, solange...
Willy: Die Frage ist, wie es der Konsument versteht. Wenn der Ablauf abläuft,
Willy: es gibt ja mindestens halb ein Biss oder zu verzehren Biss.
Willy: Das ist ja ein großes Thema bei Lebensmittelabfällen, dass viele Menschen auf
Willy: das Datum schauen und das Ding dann einfach wegschmeißen.
Willy: Du sagst, sechs Jahre steht drauf und du sagst, nach zehn Jahren schmeckt es
Willy: eigentlich erst am besten.
Jakob: Genau.
Willy: Das ist spannend. Also ich habe das nicht gewusst, dass quasi in Dosen,
Willy: weil das Image von Dose, wir arbeiten hier in einem Image von Dose,
Willy: weil das ist ja nicht das Beste.
Willy: So generell. Oder würdest du dem widersprechen?
Willy: Bitte. widersprechen.
Jakob: Absolut, unbedingt widersprechen, weil das einfach die beste Verpackung ist,
Jakob: um Lebensmittel wirklich lange gut zu halten. Das ist sowieso klar.
Jakob: Und außerdem ist die Dose voll recycelbar. Das ganze,
Jakob: Metall kannst du voll recyceln. Dadurch hat es auch eine gewisse Nachhaltigkeit,
Jakob: aber in Wirklichkeit, uns geht es vor allem um die Qualität des Produktes und
Jakob: ist in der Dose einfach am besten aufgehoben.
Willy: Ist da jetzt der Pfand eigentlich auch drauf? Fällt nicht auf den Dosenpfand. Das ist nur Getränke.
Willy: Wird viel von dem Recycle da? Verwendet ihr viel Recyceltes? Schaut sich da drauf?
Jakob: Ob wir Recyceltes... Also ich bin...
Jakob: Ich bin jetzt überfragt, du hast jetzt eine Gegenfrage. Jetzt gibt es eine angekündigte Gegenfrage.
Jakob: Ich bringe keine gute Gegenfrage ein, aber wie steht es eigentlich um deinen Hunger?
Jakob: Die Frage ist, ich weiß nicht, wie viel von dem Metall wirklich recycelt ist,
Jakob: aber ich gehe davon aus, dass durch das Blech ist,
Jakob: dass das immer einen hohen Anteil an wiederaufbereitetem Metall ist,
Jakob: weil Metall hat ja keinen Qualitätsunterschied, wenn er es wieder eingeschmolzen,
Jakob: und in Blech verwandelt.
Willy: Energieverbrauch ist halt dabei, aber du kannst es wieder verwenden.
Willy: Gehen wir vielleicht einmal, du hast jetzt vorher schon gesagt, NURI, es sind Sardinen.
Willy: Kein anderes, es sind Sardinen. Also 100% Sardinen, die ihr verarbeitet.
Jakob: Nicht ganz richtig, weil wir haben auch Makrelen unter der Marke NURI.
Jakob: Makrelen, Filets, aber auch mit Haut und Knochen.
Willy: Ah, wirklich? Okay. Auch in Dosen? Auch in Dosen, ja. Auch in Dosen steht dann...
Jakob: Schauen wir, welche hier haben.
Willy: Wir schauen gerade auf das Product Placement im Hintergrund,
Willy: haben wir überhaupt nicht hingestellt vorher.
Jakob: Wir haben hier nicht die Deutsche.
Willy: Doch. Ich halte es kurz in die Kamera. Wir sehen hier eine grüne Dose.
Willy: Das sind die Makrelen, sagst du? Ja? Okay.
Jakob: Und das sind die Schildmakrelen, also eine Untergattung. Eine moosgrüne.
Willy: Schild Makrelen.
Jakob: Ja.
Willy: Okay. Wir stellen es vielleicht einfach daher für die Leute, die auf YouTube sind.
Willy: Eine große Empfehlung, wenn wir mal auf YouTube reinschauen,
Willy: sieht man die Sachen, wo ich es auch beschreibe. Das heißt, hauptsächlich,
Willy: wie groß ist der Anteil Sardinen?
Willy: Man sagt jetzt 90%,
Jakob: 80%, 90%. 90%.
Willy: Habt ihr die Makrelen immer schon drinnen gehabt oder war das immer schon?
Willy: Aber hauptsächlich ist es die gelbe Dose, die man quasi als klassische NURI-Dose
Willy: kennt. Das sind Sardinen.
Willy: Sind das bedrohte Bestände und auf worauf muss man da beim Fang achten?
Willy: Weil bei Fischerei geht es ja auch immer darum, sind Bestände bedroht?
Willy: Wo darf ich sie fischen? Wann darf ich sie fischen? Wie überfischt sind die Bestände?
Willy: Was gilt dort bei euch für eure Sardinen? Woher kommen die?
Jakob: Also unsere Sardinen kommen alle aus dem Fanggebiet direkt hier vor der Küste
Jakob: von Portugal. Die werden auch...
Willy: Also regional quasi?
Jakob: Ja, es ist quasi regional. Der Hafen ist hier 10 Minuten zu Fuß entfernt.
Jakob: Da kommt die größte Menge der Produkte, der Fischer kommt wirklich direkt hier aus dem Hafen.
Jakob: Es gibt dann auch in der Nähe, weiter im Süden, auch noch Häfen, wo wir beziehen.
Jakob: Die Fischer, die den Fisch quasi holen, sind meistens auch Familienbetriebe.
Jakob: Die haben Boote, die nicht länger sind als 23 Meter.
Jakob: Die fahren am Abend raus und kommen dann in der Nacht irgendwann oder in der
Jakob: Früh mit den Fängen wieder zurück.
Jakob: In der Früh wird es eben dann gekauft.
Jakob: Jeden Tag, außer am Montag nicht.
Jakob: Am Sonntag am Abend fährt man nicht raus. Der erste Fangtag ist quasi am Montag.
Willy: Ja, aha, okay.
Jakob: Das heißt, Montag gibt es keinen Fisch, da machen wir da meistens andere Dinge wie eben verpacken.
Willy: Also es sind keine Riesenboote, so Überseeboote oder sowas?
Jakob: Es sind auch keine Boote, die fünf Wochen rausfahren und dann zurückkommen mit
Jakob: Tiefkühlblöcken, sondern es ist alles frischer Fisch, der quasi direkt hier,
Jakob: angelangt wird und der dann in die Fabrik kommt und taggleich verarbeitet wird. Das ist die...
Willy: Welche Fangmethode ist das? Es ist natürlich jetzt gerade wieder mein iPad jetzt
Willy: kaum nicht ausgefallen mit den Fragen drauf.
Willy: Ich habe mir natürlich alle aufgeschrieben, wie sie heißen, die Fangmethoden,
Willy: oder gibt es Ringwadennetz.
Jakob: Ringwadennetz, der Fahrt das Boot. Naja, wie es eher die Fischer hier.
Jakob: Die lokalisieren einen Schwarm und dann wird um den Schwarm herum das Boot mit
Jakob: einem Netz, das runtergelassen wird, also einen Vorhang bildet,
Jakob: um den Schwarm herum und dann wird unten,
Jakob: zusammengezogen und dann wird der Schwarm quasi mit dem Netz rausgehoben.
Willy: Bei den Fangmethoden ist das jetzt eine umstrittene Methode,
Willy: ist das eine besonders schonende Methode, oder was ist das?
Jakob: Ja, es ist eine schonende Methode. Man hat eigentlich jetzt bei Sardinenfischerei
Jakob: keine Beifangthemen, wie zum Beispiel bei Thunfisch manchmal.
Jakob: Auch überhaupt keine Probleme, wie mit diesen Schleppennetzen,
Jakob: die sie in der Nordsee-Ostsee verwenden, wo dann die ganzen...
Willy: Wo der Boden quasi mit...
Jakob: ...verbot gemacht wird. Nein,
Jakob: das ist eigentlich eine der schonendsten Methoden, um Fisch zu fangen.
Jakob: Und der Beifang ist äußerst gering, wenn überhaupt.
Willy: Weißt du, was mit Beifang passiert oder so? Wird der dann noch aussortiert?
Jakob: Wenn wir Makrelen drin haben, dann machen wir Makrelendosen.
Willy: Das ist natürlich praktisch und so.
Jakob: Aus dem heraus hat sich das auch entwickelt, das Makrelengeschäft.
Willy: Wirklich, aus dem Beifang?
Jakob: Ich habe über so kleine Chargen gemacht und mittlerweile ist es so,
Jakob: dass wir schon einen Markt haben, der groß genug ist, dass wir auch extra kaufen.
Jakob: Aber der Beifang wird oft in...
Willy: Und die Makrelen vom Beifang, die Sartinen vom Makrelenbeifang,
Willy: wie machst du dann wieder für die Sartinen?
Willy: Das ist eigentlich super, super. Aber die Bestände sind stabil, wo ihr fischt?
Jakob: Die Bestände sind jetzt wieder sehr, sehr stark gewachsen und haben sich extrem gut erholt.
Jakob: Das Gute bei Sardinen ist, dass die Fische sich sehr, sehr schnell vermehren
Jakob: und sehr schnell geschlechtsreif werden.
Jakob: Das ist eben anders als bei größeren Fischen, wie zum Beispiel der Thunfisch,
Jakob: der länger braucht, bis er mal geschlechtsreif wird und sich dann vermehrt.
Jakob: da sind die Bestände leichter, auch substanzieller bedroht als bei Sardinen,
Jakob: weil Sardinen sich einfach schnell erholen.
Jakob: Und es gab eine Zeit lang hier eine Überfischung eben, Anfang der 2010er Jahre.
Jakob: Und da haben dann die Länder und auch die EU sehr gut und sehr stark reagiert.
Jakob: Am Ende vielleicht sogar ein bisschen zu stark und haben zu lange dann gewartet,
Jakob: um die Quoten wieder heraufzusetzen. weil mittlerweile gibt es solche großen
Jakob: Bestände, dass nicht einmal mehr, und die Quoten sind so hoch,
Jakob: dass nicht einmal mehr die Quoten gefangen werden, weil der Markt gar nicht mehr da ist dafür.
Jakob: Also im Moment ist noch und nöcher an Sardinen da.
Willy: Das ist immer, wenn du quasi in
Willy: ein System eingreifst und das versuchst zu regulieren mit Einzelmaßnahmen.
Jakob: Andererseits, wir haben zum Beispiel das Thema, also Gott sei Dank nicht wir,
Jakob: aber in Marokko gibt es ja auch eine Sardinenindustrie,
Jakob: und die haben das Problem, dass die letztes Jahr fast keinen Fisch hatten,
Jakob: weil anscheinend die Wassertemperaturen dort so hoch geworden sind,
Jakob: dass die Fische in so tiefe Regionen runtergehen,
Jakob: beziehungsweise nach Norden abwandern, dass sie nicht mehr lokalisiert und gewischt werden können.
Willy: Verwendet ihr irgendwelche Siegeln nach denen in die Arbeitswoche,
Willy: wo ihr nachrichtet? Findet ihr jetzt auch irgendwas?
Jakob: Also wir könnten heuer wieder das MSC-Siegel verwenden, weil die Bestände hier
Jakob: wieder MSC zertifiziert werden.
Willy: Weil sie sich wieder
Jakob: So gut erholt haben,
Jakob: aber wir überlegen noch ob wir es dann wirklich verwenden oder nicht Interessante Überlegung.
Willy: Warum? Wäre jetzt so quasi natürlich machen wir das
Jakob: Naja, es gibt für mich zwei Dinge, es gibt viele Aspekte, aber zwei Aspekte,
Jakob: die ich auch in die Diskussion einbringe, ist das einerseits,
Jakob: einmal ganz einfach gesagt, das MSC-Logo auf der Verpackung.
Willy: Das sind grafische Gründe.
Jakob: Also die Ästhetik ist einmal,
Jakob: ästhetischer wird es nicht. Das ist mal Punkt eins. Das Zweite ist,
Jakob: wir verkaufen ja NURI nicht über
Jakob: die Nachhaltigkeit. Nur ist ja nicht eine Nachhaltigkeitsmarke per se.
Jakob: Wir sind nachhaltig, das zeigen wir auch. Also jeder, der in eine Fabrik kommt,
Jakob: sieht, wie wir arbeiten.
Jakob: Wir kaufen alles lokal ein.
Jakob: Es gibt bei uns jetzt keinen Abfall. Auch die Abfälle vom Fisch,
Jakob: die werden alle wiederverwertet für andere Produktbereiche.
Jakob: Aber das ist nicht die Marke. Und eine Marke hat halt eine eigene Identität.
Willy: Spannend. Warum würde in einer Zeit, in der so viel Suche noch Sinn und Nachhaltigkeit
Willy: ist, warum würde dann beim Storytelling für eine Marke, die ganz hochwertig
Willy: angesiedelt ist, gerade auf das Thema Nachhaltigkeit verzichten?
Willy: Das ist eine spannende Entscheidung.
Jakob: Wir verzichten ja nicht drauf.
Willy: Vollkommen.
Jakob: Aber die Marke NURI ist halt, also die verkauft sich halt nicht nur über Nachhaltigkeit,
Jakob: die verkauft sich über die Qualität des Produktes, über die Tradition der Prozesse,
Jakob: über die Ästhetik und über die Werte, die halt der Marke mitkommt.
Jakob: und da ist Nachhaltigkeit per se keinen Wert mehr nach außen tragen.
Jakob: Man muss sich, glaube ich, als Markt auch einfach entscheiden,
Jakob: wofür steht man. Wenn man alles ist, dann ist man am Ende nichts.
Willy: Aber das Thema Nachhaltigkeit, obwohl ich es jetzt machen könnte,
Willy: das nehmen wir einfach nur mit, weil im Prinzip haben wir es ja.
Jakob: Wenn jemand sagt, was macht ihr einfach im Punkt der Nachhaltigkeit,
Jakob: dann können wir ihnen das zeigen, wir kaufen aus MSC-zertifizierten Beständen,
Jakob: wir haben keine Abfälle in der Fabrik, wir arbeiten extrem regional Nein.
Jakob: Aber das ist halt nicht die Marke NURI. Das macht nicht so eine Marke dazu.
Willy: Das ist das, was ich noch gerade nicht so ganz verstehe, weil das nehme ich
Willy: heute noch mit dazu. Ich meine, grafisch ist jetzt eine Geschichte.
Jakob: Das ist nicht beim Verständnis, wie man eine Marke gut führt.
Jakob: Weil ich das auch dazu nehme.
Jakob: Das nehme ich auch noch dazu. Und dann irgendwann, was ist es dann? Was bin ich dann?
Jakob: Ja, wir können nachhaltig sein und sind das auch. Aber das ist nicht das,
Jakob: was wir uns auf die Fahnen schreiben, sondern was uns wirklich unterscheidet.
Jakob: Und dann ist einfach der Produktionsprozess, die Qualität des Produktes,
Jakob: ist vielleicht auch ein bisschen die Verpackung und das Äußere.
Jakob: Dieses Gebäude hier, diese Atmosphäre, die wir haben unten in der Produktion,
Jakob: dieses familiäre, das ist die Marke.
Jakob: Und da sind wir. Und wenn ich jetzt auch noch versuche zu sagen,
Jakob: wir sind jetzt auch noch besonders vielfältig und haben noch fünf verschiedene
Jakob: andere Fischshorten dazu.
Jakob: Wir machen jetzt auch noch Muscheln und Oktopus und sonst was.
Jakob: Und wir machen jetzt auch noch nachhaltig. Und wir machen auch das,
Jakob: dann bin ich irgendwann mal was bin ich dann.
Willy: Was ist das Geheimnis von guter Markenführung? Du hast es gerade gesagt, das ist so konsequent.
Jakob: Ich glaube, eine klare Identität zu haben und der wirklich treu zu bleiben.
Willy: Es ist eine Versuchung groß, quasi die Identität aufzuweichen,
Willy: also dass man auf den Trend reagiert und die Marke für den Trend verändert?
Jakob: Immer, ja.
Willy: Das sind ja der größte Feind, sind ja dann die Trends wahrscheinlich, nicht?
Jakob: Absolut, ja.
Willy: Wie widersteht man dem? Oder wahrscheinlich Unternehmen auch gleich kommen,
Willy: du Jakob, das ist jetzt der nächste Megatrend, da müssen wir es machen,
Willy: wir müssen jetzt Goji werden, in Superfood, und du sagst halt einfach immer,
Jakob: Semper Eden. Immer dasselbe. Es ist so.
Jakob: Daran glaube ich, und das hat uns bis jetzt auch sehr gut getan,
Jakob: sich nicht verwässern zu lassen und nicht immer auf jeden Trend aufzuspringen
Jakob: und nicht immer sagen, was können wir noch machen? Nachhaltig.
Willy: Worin besteht dann bei dir Innovation? Weil Innovation schließt wir jetzt in dem Sinne nicht aus.
Jakob: Wir sind eigentlich fast das Gegenteil von Innovation.
Willy: Wirklich?
Jakob: Wir bewahren genau das, was schon gut ist. dass wir nichts verändern müssen.
Willy: Muss Innovation immer noch quasi vorwärtsgerichtet sein, aber kann Innovation
Willy: ja auch darin bestehen, altes Wissen zu bewahren?
Willy: Oder ist das, ich habe teilweise so den Eindruck, dass man heute als Innovation
Willy: verkauft, was was für jetzt schon war.
Jakob: Ich finde das durchaus innovativ, zu sagen, Moment, jetzt machen wir nicht irgendwas
Jakob: Neues und anderes und per se, damit es was Neues ist, sondern wir schaffen es
Jakob: wirklich, dieses alte Wissen zu bewahren, diese alten Fähigkeiten zu bewahren.
Jakob: Wir haben ja zum Beispiel vor ein paar Monaten ein altes Rezept ausgegraben.
Jakob: Die NURI in Calderada. Das ist quasi ein Fischeintopf, ein traditioneller, ein portugiesischer.
Jakob: Und das haben wir neu aufgelegt.
Jakob: Und das ist erstens einmal eines der absolut besten Produkte,
Jakob: die wir überhaupt haben.
Jakob: Das ist für mich unter den Top 3 Produkten. Wirklich geschmacklich.
Jakob: Ja, das ist großartig.
Jakob: und es ist ein altes Rezept, das schon seit 100 Jahren auch produziert wurde.
Jakob: Wir haben irgendwann mal vor, noch bevor wir das übernommen haben,
Jakob: ist das eingestellt worden.
Jakob: Ich habe eine alte Dose noch gehabt und habe das dann ausgepackt.
Willy: Eine alte Dose? Eine alte Dose.
Jakob: Über 10 Jahre alt. Die haben wir dann aufgemacht und verkostet und geschaut,
Jakob: was da genau drin ist und dann haben wir das nachgebaut.
Jakob: Und jetzt haben wir diese Re-Innovation wieder eingebracht.
Willy: Ich habe ja ein Format, das heißt Erinnerungen an die Zukunft.
Willy: Es ist ganz spannend, wenn du mit Menschen redest, 70, 80 Jahre älter,
Willy: was heute quasi neuen Gewinn an Innovation kommt, was wir einfach viele,
Willy: viele Jahrzehnte vergessen haben, mit Produkten oder mit Prozessen zu arbeiten.
Jakob: Das ist ein guter Punkt, diese Innovation zu versuchen zu verstehen,
Jakob: was wurde denn früher gemacht, was heute nicht mehr gemacht wird oder anders
Jakob: gemacht wird und was sind eigentlich die Dinge, die früher vielleicht sogar besser waren als heute.
Willy: Stimmt, was kann gehen mit der Zeit, aber was hat man einfach aus der Zeit geworfen,
Willy: wo es eigentlich nicht hätte rausgekommen.
Jakob: Oder was war damals vielleicht in der Zeit nicht mehr so relevant,
Jakob: aber hat heute auf einmal wieder eine Relevanz und eine Bedeutung und einen Wert.
Jakob: Und das wieder zu entdecken und das zu erhalten und wieder aufleben zu lassen,
Jakob: das ist schon eine wichtige Sache.
Willy: Wo hast du jetzt als Unternehmer und als Wirtschaftstreibender mit den Produkten,
Willy: die du hast, eher auch ein bisschen die Funktion so eines Bewahrers und Museumsdirektors,
Willy: um das jetzt vielleicht so zu sagen, weil du hast das selber gesagt,
Willy: dieses Haus ist eine Mischung zwischen, da arbeiten echte Leute drinnen,
Willy: echten Produkten, die man echt kaufen kann, aber es wirkt ein bisschen so wie ein Freilichtmuseum,
Willy: ein lebendes Museum für...
Jakob: Es ist ein Lebensproblem. Es ist ja beides. Das ist ja das Schöne,
Jakob: es ist beides. Einerseits, du hast das wirklich noch, diese ganze alte,
Jakob: kumadärer alten Bauwerke und auch
Jakob: innen, hast du gesehen, eine ganze Innenausstattung, die unsere Marmor,
Jakob: schütten, wo die Fische reinkommen, das ist ja alles noch original,
Jakob: es lebt aber gleichzeitig und es immer noch wächst, wir wachsen weltweit in den Produkten, wir sind,
Jakob: eine etablierte Marke, die sich immer mehr etabliert, es funktioniert, ja.
Jakob: Warum muss das ein Widerspruch sein, entweder oder, warum kann man nicht beides haben?
Willy: Warum kann man, ja schön, weil was bei der Marke selber inkonsequent ist,
Willy: also wo du sagst, Da muss es so sein, wie es war, da kann man nicht beides haben,
Willy: da kommt nicht die Nachhaltigkeit noch dazu. Wie schaffst du es quasi zu einem Geschäft?
Jakob: Wieso kann man nicht etwas, was man bewahrt, warum kann man mit dem nicht auch
Jakob: erfolgreich sein und nach wie vor leben?
Jakob: Wieso kann nicht etwas, was schon 100 Jahre alt ist und ein bisschen ein Museum
Jakob: ist, nicht auch gleichzeitig noch genauso lebendig sein?
Jakob: Ein Museum ist ja eigentlich nur mehr Ausstellung von etwas Totem.
Jakob: oder von etwas, was nicht mehr ist, etwas, was nicht mehr sein kann,
Jakob: nicht mehr sein wird, wo man ein bisschen so schaut in die Vergangenheit,
Jakob: das ist ein Museum eigentlich.
Jakob: Aus dem klassischen Museum. Dann gibt es aber auch die Museen, die wirklich noch,
Jakob: die noch zeigen, das Alte, das eigentlich woanders nicht mehr ist,
Jakob: aber hier schon noch leben kann.
Jakob: Also ich weiß nicht, ob der Museum Begriff der richtige ist in dem Fall.
Jakob: Nicht nur was du verwendet.
Willy: Was du verwendet hast. Ja,
Jakob: Es ist, die Begrifflichkeiten.
Willy: Kann man ewig streiten über diskutieren.
Jakob: Es ist eine Zeitkapsel, die wir erhalten. Es ist ein Museum,
Jakob: es ist ein lebendes Museum, es ist ein Traditionsbetrieb.
Willy: Letztlich muss es einen Markt dafür geben. Und wenn du jetzt quasi sagst,
Willy: es ist ein Businessmodell oder ein Teil der Wirtschaft, kann sich auch dem bewidmen,
Willy: Dingen zu bewahren, solange auch ein Markt nicht mehr da ist.
Willy: Weil letzten Endes von dem Tag wirst auch du nicht in nur investieren,
Willy: wenn kein Markt mehr da ist und das einfach am Leben erhalten.
Jakob: Und kein Wachstum auch möglich ist. Man möchte ja noch mehr Leuten die Produkte
Jakob: anbieten und verkaufen.
Jakob: Und ich mag den Begriff Museum ja nicht. Das habe ich dir vorhin auch gesagt.
Jakob: Deswegen haben wir unsere Fabrikstour auch nicht das NURI-Museum genannt,
Jakob: sondern die Fabrikstour, die Factory-Tour, weil wir eine lebende Fabrik sind.
Willy: Gehen wir vielleicht, das ist ganz wichtig, damit man auch versteht,
Willy: weil viele Fragen waren, wie kommen denn die Fische in die Dosen rein, wer macht denn das?
Willy: Gehen wir geschwind die Produktionsprozesse, ich schaue die ganze Zeit schon
Willy: mit auf die Uhr, weil meine, habe ich irgendwas Falsches eingestellt,
Willy: habe ich jetzt gerade nicht, aber deine, die ganze Zeit ganz gut.
Willy: Geh mal kurz die Prozesse, damit wir das wissen. Und zwar anhand der klassischen
Willy: Gelben Nure-Dose, die man so kennt.
Jakob: Welche Prozesse? Die Produktionsprozesse?
Willy: Im Prinzip genau. Der Fisch wird gefangen und kommt bei euch bei der Tür hinein.
Willy: Und dann erklären wir mal bitte, wie ungefähr funktioniert, damit man da einfach
Willy: mal eine Idee kriegt, wie der Fisch in die Dose kommt.
Jakob: Wie kommt der Fisch in die Dose? Wie er wieder rauskommt.
Willy: Weiß ich.
Jakob: Zuerst schwimmt der Fisch im Meer. Dort wird er gefangen von den Fischerboten und dann hergebracht.
Jakob: Im Hafen gibt es dann in der Früh immer Auktionen, wo die Fischer ihre Ware
Jakob: über ein Auktionssystem anbieten.
Willy: Welches System wird das gemacht? Da gibt es ja auch von unten nach oben,
Jakob: Von einem holländischen System. Genau, das ist ein holländisches System,
Jakob: das von oben der Preis hinunter wandert.
Jakob: Und die Interessenten, da sind wir eben auch immer dabei, die haben dann so kleine Drücker.
Jakob: Und unsere Damen, die dort sind,
Jakob: die müssen dann beim Rechtsweg beim Preis Klick machen und dann kriegt.
Willy: Man den Durchschlag. Der erste natürlich,
Jakob: Je weiter die länger erwartet. Und dann kommen die eigentlich ja direkt in die Fabriere her.
Jakob: Dann werden die mal zuerst in die Salmora gelegt.
Jakob: Das ist eine Salzlake, wo die Fische drinbleiben zwischen 15 und 25 Minuten.
Willy: Wie hoch ist da der Salzanteil ungefähr? Da geht es schon ums Würzen,
Willy: oder? Da geht es auch schon ums Würzen.
Jakob: Er ist relativ hoch. Wie hoch, weiß ich nicht. Aber er ist eine Salzlake.
Willy: Ich glaube, ich habe es vorher selber gedacht. Es war irgendwas mit über 20
Willy: Prozent. Es entzieht Wasser, glaube ich, oder?
Jakob: Es entzieht ein bisschen Wasser. ergibt natürlich dem Fleisch auch eine Salzigkeit, eine Würze.
Jakob: Ist auch ein gewisser Reinigungsprozess, wenn man so möchte.
Jakob: Und dann werden die Fische wieder rausgenommen aus der Salzlake,
Jakob: werden in diese großen Becken geschüttet.
Jakob: Dort wird dem Fisch der Kopf abgenommen und die Eingeweide raus, die Innereien raus.
Jakob: Und die kommen dann in diese...
Willy: Das ist alles Handarbeit. Ich habe das vorher gesehen, die Fische werden mit
Willy: dem Rausgeschäft aus diesem Becken, kommen in eine andere Arbeitsstation,
Willy: das ist in dem Fall aus Granit, glaube ich sogar, oder? Aus Marmor, ja. Ein Marmorbecken.
Willy: Und dort ist wieder, wird jeder Fisch, wird dort, ein Haufen Mitarbeiter,
Willy: also sehr arbeitsintensiv das Ganze,
Jakob: Oder? Jeder Fisch, wir haben uns mal angeschaut, wie oft jeder Fisch angegriffen
Jakob: wird, und ich glaube, wir sind auf über 30 Mal gekommen.
Jakob: Also über 30 Mal wird dieser Fisch von verschiedenen Händen berührt.
Willy: Könnte man schön wegautomatisieren, oder? Total.
Jakob: Das ist ja, es gibt ja Fabriken, da haust du vorne den Tiefkühlblock rein und
Jakob: hinten kommt die Dose raus.
Jakob: Inzwischen gibt es keine Menschenhand, die den irgendwie berührt oder sieht.
Jakob: Das ist dann die wirklich Industrie, was man heute Fabriken nennt.
Willy: Aber die Qualität ist ja... Ich rüfe 99 Cent an die Dose. Genau.
Willy: Und dann ist es wie 4 Euro. Oder was kostet es? Ich koste 4 Euro. 4 Euro. Genau.
Jakob: Das ist halt ein anderes Produkt auch.
Willy: Und das ist aber die Arbeitskraft, die dann drin ist, oder? Das ist hauptsächlich
Willy: der Faktor Arbeit, der die Kosten verursacht.
Jakob: Genau, bei uns der größte Kostenteil ist die Arbeit.
Willy: Wie hoch kannst du das Anteil ungefähr sagen?
Jakob: Ich kann es nicht genau sagen, aber er ist mit Abstand der höchste Kostenanteil in der Produktion.
Willy: In der Dose oder an der Dose, auf der Dose. Mit Abstand. Also wir waren mit
Willy: dem Ausnehmen im Marmorbecken.
Jakob: Ausnehmen im Marmorbecken. Und dann kommt das in diese Grille,
Jakob: diese Netze, netzartigen, viereckigen Strukturen, wo die Fische so eingeschließt
Jakob: werden, dass sie quasi genug Luftraum herum haben.
Jakob: dass sie danach in den Ofen kommen können und dort mit Dampf gegart werden.
Jakob: Auf dem Weg von diesen Becken, wo die Fische geköpft und ausgenommen werden,
Jakob: in die Netze gegeben werden, werden sie noch einmal kurz gewaschen.
Jakob: Da gibt es eine kleine Waschstation.
Willy: Alle Reste noch einmal runter zu kriegen.
Jakob: Genau, Reste von Innereien oder Salz.
Willy: Das sind zwei wirklich große Becken, wo du richtig gemütlich in einer Runde
Willy: sitzen kannst, das mit einem Glas in der Hand und so. Ja, das wird gut gemacht.
Willy: Also von der Dimension her,
Jakob: Das spudelt es. Das ist eine gute Idee.
Willy: Das ist natürlich die erste Assoziation, die ich hatte, wie ich es gesehen habe.
Willy: Aber es sind richtig große Becken, also da muss ja alles reinpassen.
Willy: Da wird auch nochmal gewaschen, mit so Düsens sind da drinnen,
Willy: das wird richtig runtergespült dann noch einmal.
Jakob: Genau. Und dann kommt das Ganze in solche Wegen. Die Wegen fahren dann mit den
Jakob: Fischen in die Öfen hinein und dort wird dann unter Dampf der Fisch gegart,
Jakob: sodass das Fleisch... Also das Dampf gegart. Dampf gegart, ja.
Willy: Also kein Röstaroma, nichts, es wird rein Dampf gegraben.
Jakob: Genau, aber dieses,
Jakob: ein Fisch, den du aus dem Dampfgeierer holst, sozusagen, der hat ja auch schon,
Jakob: der verströmt das Aroma.
Jakob: Das ist eine ganze, wirst du es am Nachmittag eh nochmal rüchen.
Willy: Ja, ich schaue nachher nochmal runter.
Jakob: Da hängt dann dieser ganze Geschmack von frisch, frisch...
Willy: Es verändert ja die Halle über den Tag, am Anfang kommt der frische Fisch,
Willy: den riechst du dann und dann über den Produktionsprozess kommst du dann zum
Willy: Garn, wo man dann den nächsten Teil richtet und dann zur Verpackung wo es dann
Willy: vielleicht wieder ein bisschen anders ist. Das geht so über den Baustür.
Jakob: Du hast das halt eh schon gesehen, unsere Arbeiterinnen die machen ja immer was anderes.
Jakob: Das ist nicht so wie in einer Fabrik, wo du am Fließband siehst und machst den
Jakob: ganzen Tag nur fünf Handgriffe.
Jakob: Sondern in der Früh wird mal begonnen, heute haben wir begonnen mit dem Verpacken,
Jakob: weil in der Früh noch der Fisch noch nicht da war.
Jakob: Dann geht es rüber, wenn ein Fisch kommt, dass man den Fisch mal einlegt und
Jakob: dann halt verpariert. Ja, dieser ganze.
Willy: Wusel und wie viele Damen waren, das sind hauptsächlich Damen und nur Damen eigentlich, oder?
Jakob: Ja, insgesamt 100 Damen unten.
Willy: Und das wirklich so, auf einmal 50 Damen so richtig in einem Wusel rüber,
Willy: zur nächsten Station hat sich quasi die Gummistiefel und das Zeug anzogen und
Willy: das ist richtig zugange.
Jakob: Genau, dann sind sie drüben und dann wird dann der Fisch in die Dose gemacht
Jakob: und es geht halt so über den Tag, immer von einer Station in die Dose.
Willy: Und dann nächstens wieder.
Jakob: Und es ist halt auch abwechslungsreich und es ist halt auch besser als jede
Jakob: Fließbandarbeit in dem Sinn, wo man immer noch dieselben fünf Handtiefel macht.
Willy: Job-Rotation quasi, kann man sagen.
Jakob: Quasi, jeden Tag.
Willy: Das heißt, okay, Ofen rein, wie lange bleibt er da ungefähr drinnen?
Jakob: Ungefähr, je nach Größe des Fisches, zwischen 7 und 15 Minuten.
Jakob: Und dann kommt er raus und wird abgekühlt, also kühlt ab einfach an der Luft.
Jakob: Und danach kommen diese Netze mit den dann schon vorgegarten Fischen auf Halterungen
Jakob: entlang solcher langen Tische, wo die Dame dann die Dosen bekommen.
Jakob: Da gibt es schon ein Förderband, dass die Dosen, die leeren Dosen oder die schon
Jakob: mit Gewürzen vorgefüllten, das kann man auch händisch wieder rein, die Gewürze.
Willy: Die wird auch wieder in die Hände reingelegt.
Jakob: Die Gewürze wird auch händisch geschnitten, die Gurken mit der Hand,
Jakob: du hast X in der Hälfte, in einer Hand hältst du die Gurke.
Willy: Ich will nur, dass du nochmal sagst, also das ist wirklich, die schneide Gurken
Willy: mit der Hand und die Karotten, das Einzige, die Scheiben, die Karotten,
Willy: die ganzen, die du hast zwar selber aus der ganzen Einkauf, das Einzige,
Willy: wo dann noch Maschine die schneidet, also es wird alles mit der Hand geschnitten.
Jakob: Die werden mit der Hand geschält und dann händisch einzeln in dieser Maschine,
Jakob: wo sich ein rotierendes Messer dreht, wo dann die Scheiben rauskommen.
Jakob: Das ist die einzige maschinelle Sache, wo wir in der Vorbereitung das Gemüse sind.
Jakob: Bei den Chilis werden halt die Stängel auch mit der Schere einzeln.
Willy: Da steht eine Frau dort und schneit wirklich auch Biri Biri nach der anderen.
Jakob: Und das hast du nicht gesehen, die Lorbeerblätter, die werden auch mit der Schere geschnitten.
Jakob: Die werden also ungefähr gleich große Quadrate.
Willy: Da ist alles wirklich maximiert. Ja. Jeder Schritt ist wirklich in dieser Dose.
Willy: Das ist wirklich alles Handarbeit.
Jakob: Das ist alles Handarbeit. Aber es ist ein Unterschied, ob du die Gurkenscheiben
Jakob: am Vormittag schneidest und dann kommen sie eine Stunde später in die Dose.
Jakob: Genauso wie mit den Karotten.
Jakob: Wenn du die fertig kaufst, fertig geschnitten, maschinell im Plastik-Sackerl
Jakob: beim Großmarkt, dann ist das ein anderes Produkt.
Willy: In Summe.
Jakob: In Summe, ja. In Summe aller 30 Handgriffe. Das schmeckt auch anders.
Jakob: Das ist eine andere Textur. Das ist ja schon vor drei Tagen gemacht und muss
Jakob: in irgendeiner Form frisch gehalten werden künstlich.
Jakob: Bei uns ist es halt wirklich frisch. Das ist ja wie beim Kochen. Das schmeckt einfach.
Jakob: Wie zu Hause. Und wir sind aber unterbrochen worden.
Jakob: Also eigentlich sind wir dann schon da, wo das Fisch in die Dose kommt.
Jakob: Da kommen dann die Dosen her, die Damen nehmen sich eine Dose raus.
Jakob: Die Fische werden dann auch genommen und mit der Schere werden noch die Schwanzflosse
Jakob: weggeschnitten, nur die Rückenflosse und vielleicht noch ein Teil,
Jakob: der vorne nicht braucht oder nicht schön aussieht.
Jakob: wird dann wirklich in die Dose Stück für Stück perfekt eingepasst.
Jakob: Dann kommt die Dose wieder dort auf das Förderband und fährt dann Richtung Maschine,
Jakob: die die Dosen dann schließt.
Jakob: Vor dem Schließen der Dosen wird die Dose von oben mit so einem Wasserfall an
Jakob: Öl übergossen, dass dann auch...
Willy: Also richtig randlos oder...
Jakob: Komplett übervoll, dass das Öl auch überfließt, dass sich wirklich keine Luftblasen
Jakob: bilden können. und dann kommt die Dose in die Maschine, wo die Deckel dann draufgepresst werden.
Willy: Das macht dann schon eine Maschine.
Jakob: Das geht nur maschinell, ja. Und das geht dann um den Weg und fährt dann durch
Jakob: so eine Waschstraße durch in einen großen Korb.
Willy: Damit das Ding komplett fettig beim Konsumenten ankommt.
Jakob: Genau. Der Korb wird dann, die Körbe werden dann in die Autoklave gegeben,
Jakob: also dort, wo das Produkt dann am Ende sterilisiert wird und wo dann eigentlich
Jakob: wirklich die Konserve draus wird.
Willy: Hohe Temperatur, kurze Zeit, damit einfach, genau.
Jakob: Ja, also fast eine Stunde sind die drinnen. Und damit wird das eigentlich haltbar gemacht.
Jakob: Dann kommen sie dort raus. Du hast gesehen, danach wird es noch einmal auf solche
Jakob: Schütten gegeben, wo dann sechs Leute sitzen und jede Dose noch einmal kontrollieren,
Jakob: ob noch Fettreste drauf sind.
Willy: Nachpoliert wird die. Nachpoliert, ja.
Jakob: Und dann kommen sie in Kartons.
Willy: Die nicht verpackten Dosen. Die nicht verpackten, genau.
Jakob: Dann lagern sie einmal. und dann werden sie bei Bedarf verpackt oder wenn wir
Jakob: jetzt einen Tag haben, wo kein Fisch kommt, dann holen wir die Dosen und verpacken
Jakob: sie händisch und dort wird eben auch.
Willy: Dieses händische Verpacken, das ist jetzt für dich ganz normal,
Willy: weil du es jeden Tag siehst.
Willy: Das kann ich ja bei uns im Supermarkt kaufen, im Lebensmitteleinzelhandel.
Willy: Jetzt nicht beim Delikatessenhändler, dort natürlich auch, aber auch im Supermarkt.
Willy: Aber jede Dose hier ist händisch verpackt und jedes Stück dick,
Willy: was da oben ist, ist quasi da in Porto von der Rollen runtergerissen worden
Willy: und da so draufgepickt worden.
Jakob: So ist es, ja. Und du hast es ja heute schon gesehen und du siehst es ja auch,
Jakob: wenn du das Produkt nimmst, das ist einfach nicht alles perfekt.
Willy: Ja, doch, ihr war eine Einpack. Die war gut,
Jakob: Deine war mittelmäßig. Die hat ausgestattet wie aus der Maschine.
Willy: Aus der Wundermaschine, ja.
Jakob: Aber du siehst einfach auch schon in der Verpackung, auch wenn du es nicht bewusst
Jakob: wahrnimmst, du nimmst wahr, dass das einfach händisch verpackt ist.
Jakob: Das ist einfach wie, wenn die Großmutter dir ein Geburtstag oder Weihnachtsgeschenk
Jakob: verpackt, das hat dann solche kleinen Unregelmäßigkeiten.
Jakob: Und das hat dann etwas Persönlicheres.
Jakob: Das könnte man natürlich auch alles mal schnell machen. Aber es verliert einen Charakterzug.
Willy: Und das zeichnet jetzt ein bisschen alle deine Lebensmittel und Unternehmen
Willy: und auch die, die in der Zukunft noch kommen werden. Nicht unbedingt, nein.
Jakob: Aber das zeichnet NURI aus. Das zeichnet wirklich diese Marke aus und diese
Jakob: Produktion hier und dieses Produkt.
Jakob: Und das ist einzigartig und das,
Jakob: Das soll auch so bleiben. Es wäre ganz einfach, einige Produktionsschritte zu automatisieren.
Willy: Was ist die Jahresproduktion bei NURI?
Jakob: Wir machen ca. 4-5 Millionen Dosen im Jahr.
Jakob: Das ist auch saisonal unterschiedlich. Wir haben Saisonen, wo mehr verarbeitet
Jakob: werden kann und manche weniger. Das ist die Jahresproduktion.
Willy: Liefert wohin? Wo kann man NURI überall kaufen?
Jakob: Weil abgesehen von Österreich auf allen Kontinenten, also wir verkaufen innerhalb
Jakob: von Europa in sicher noch einmal 10, 12 Länder,
Jakob: dann ist die USA mittlerweile unser zweitstärkster Markt und wächst auch sehr schnell.
Jakob: Kanada, Mexiko Asien auch Japan auch dann in Städten wie Hongkong oder Makao
Jakob: nach Australien liefern wir also eigentlich,
Jakob: Südafrika haben wir Kunden.
Willy: Aber Hauptland ist im Prinzip in Österreich ist es eine Kultur da kennen viele
Willy: Menschen NURI, das ist da so eine wirklich bekannte Marke Ja,
Jakob: Total. Ein Kult, sagt man.
Willy: Ein Kult?
Jakob: NURI ist eigentlich Kult.
Willy: Du hast gesagt, 4 bis 5 Millionen im Jahr. Kannst du dir 10,
Willy: 15, 20, 100 Millionen auch vorstellen?
Jakob: Nein, unmöglich. Ich glaube, wir könnten das noch theoretisch ein bisschen ausbauen.
Jakob: Da ist schon noch eine Kapazität drinnen.
Willy: Oder sagst du, wenn das Unternehmer stoppt?
Willy: Das ist jetzt ungewöhnlich, oder?
Jakob: Nein, das kann man ja auch über den Preis regeln. Worst case.
Jakob: Man muss sagen, das geht einfach nicht mehr. Wenn sich das einfach verknappt,
Jakob: dann wird sich das wahrscheinlich wie auf jedem Markt, wo Angebot und Nachfrage
Jakob: in einer Balance stehen müssen.
Jakob: Und wenn dann eine Disbalance ist, dann wächst es auf den Preis aus.
Jakob: Also wenn wir in den Luxus kommen, dass wir wirklich auf der vollen Kapazität
Jakob: arbeiten und einfach nicht mehr machen können, dann muss man halt den Preis
Jakob: erhöhen, bis sich das wieder einpendelt. Dann ist der Nachfrage halt nicht mehr so hoch.
Willy: Oder weniger pro Prinzip dann teolisch. Immer ein wenig zwängend.
Jakob: Nein, das machen wir nicht. Wir können sicher noch mehr machen,
Jakob: aber dass wir irgendwann mal hier
Jakob: aus dieser Fabrik 10 Millionen Dosen rausbekommen, das sehe ich nicht.
Willy: Könntest du dir vorstellen, nur sie zu verkaufen?
Jakob: Nein. Kann ich mir nicht vorstellen. Nein, überhaupt nicht.
Jakob: Das kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt andere Dinge, die ich mir sehr wohl vorstellen kann.
Willy: Schauen in die Augen und ich glaube dir.
Jakob: Nein, ich kann es mir nicht vorstellen. Das ist für mich so wichtig und da habe ich noch so viel vor.
Willy: Danke für die Überleitung, tiptop. Was können wir uns von Jakob Glatz,
Willy: der Glatzgruppe, von Produkten in der Zukunft erwarten und vorstellen? Wohin geht die Reise?
Jakob: Was können wir uns vorstellen? Das ist die Frage der Perspektive jetzt.
Jakob: Aber ich denke, wenn wir über die Glatzgruppe sprechen,
Jakob: dann ist es mehr an wirklich einzigartigen Lebensmitteln und Marken,
Jakob: wo wirklich eine Geschichte dahinter ist.
Jakob: ist auch immer mehr diese Marken weltweit zu verkaufen und einen weltweiten Markt zu finden,
Jakob: ist sicher immer noch ein Fokus auf Qualität, Qualität wirklich,
Jakob: also einzigartige Qualität oder wirklich Ultra-Premium-Qualität,
Jakob: die nicht im Preiseinstiegsbereich sich befindet oder im Mittelpreisbereich,
Jakob: sondern wirklich etwas Außergewöhnliches ist,
Jakob: für das man auch einen entsprechenden Preis verlangen muss, aber auch kann.
Jakob: Und bei Piniais, bei NURI speziell sind es, sind es mehr neue Produkte.
Jakob: Neue Produkte, die teilweise eben alte Rezepte sind, alte Produkte sind,
Jakob: die wiederentdeckt werden oder Weiterentwicklungen von bestehenden Rezepturen.
Jakob: Also doch auch Veränderungen drinnen.
Jakob: Genau, eine Veränderung, aber in einem sehr abgesteckten Rahmen.
Jakob: In einem sehr klar definierten Rahmen.
Willy: Also eigentlich ziemlich viel zu tun noch, oder?
Jakob: Ja, ich glaube, es wird nicht langweilig und ich freue mich drauf.
Willy: Die Strategie ist ja groß. Also ich höre da schon sehr viel
Willy: Entwicklungsideen.
Jakob: Die Welt ist groß. Wie gesagt, wir haben jetzt schon so viele tollen Produkte.
Jakob: Und warum sollen wir die nicht auch mehr Menschen zeigen und sie probieren lassen
Jakob: und kosten lassen und sie hoffentlich auch kaufen lassen und daraus Kunden entstehen lassen,
Jakob: die sich freuen, wenn sie ein Produkt von uns kaufen,
Jakob: das ja deutlich mehr kostet als die übliche Supermarkt-Sardine aber dass er
Jakob: auch einen deutlich höheren Wert an Genuss hat und vielleicht auch an Identifikation mit der Marke.
Willy: Kannst du dich erinnern, eine letzte Frage, bevor wir jetzt zu den Abschlussfragen kommen,
Willy: wann du wirklich dieses Gefühl dafür kriegst, dass diese Liebe zu diesen Lebensmitteln,
Willy: zu dieser Wertigkeit, die du jetzt so stark vertretst, war das so ein ausschlaggebendes Ereignis?
Jakob: Das war wirklich die ersten...
Jakob: wenigen Male, die ich hier war.
Willy: Es sind wirklich diese Besuche da gewesen, die, was du da...
Jakob: Und ich habe da natürlich auch andere Fabriken gesehen, Lebensmittelfabriken,
Jakob: auch Fischfabriken und mir ist immer mehr klar geworden, was das hier für ein
Jakob: einzigartiger Ort ist und was das für eine einzigartige Produktion ist.
Willy: Das entdeckt man nur im Vergleich mit anderem. Genau. Du weißt nicht,
Willy: was gut ist, wenn du das relativ dazu nicht kennst.
Jakob: Richtig. Und wenn du das alles gesehen hast, und ich habe viele gesehen in Europa,
Jakob: auch in Afrika und in Asien und so weiter, Und ich bin immer mehr draufgekommen,
Jakob: dass hier so eine einzigartige Welt ist.
Jakob: Und ein einzigartiger Ort und die Produktion hier, das hat mich echt sehr früh begeistert.
Jakob: Und dann schaut man sich um, gibt es sowas noch woanders?
Jakob: Das ist gar nicht so leicht zu finden, aber es gibt schon noch diese speziellen
Jakob: und außergewöhnlichen Dinge, die noch existieren.
Willy: Und die wirst du auch in Zukunft weiterhin suchen.
Jakob: Ja.
Willy: In einer utopischen Welt, in der du alles ändern könntest, was du möchtest,
Willy: was würdest du in unserem Lebensmittelsystem ändern?
Jakob: Am Lebensmittelsystem.
Jakob: Das Lebensmittelproduktionssystem.
Willy: Wertschöpfungskette. im Handel, in der Produktion, in der Primärproduktion,
Willy: in der Graschdorfhandel.
Jakob: Ja, ich habe manchmal ein Thema mit dem großen Wunsch nach Standardisierung.
Jakob: Die große Standardisierung, die immer oft getrieben wird durch einerseits Effizienzdenken
Jakob: oder Sicherheitsdenken.
Jakob: Und da würde ich mir ein bisschen eine Entspannung wünschen,
Jakob: weil das letztlich auch auf die Qualität oft geht.
Willy: Die Standardisierung.
Jakob: Das ist ein tolles Wort. Ich kann natürlich noch gar nicht sagen. Ich glaube,
Jakob: wir müssen, wie du vorher schon gesagt hast, auch in unserer Diskussion über
Jakob: Haltbarkeitsdaten, wir müssen wieder ein bisschen zurückkommen zu dem Vertrauen
Jakob: und zum Wissen der Menschen um Lebensmittel.
Jakob: Natürlich muss eine Sicherheit da sein, eine gewisse.
Jakob: Aber ich glaube, man muss die Menschen, und das ist wirklich so,
Jakob: was ich auch oft mit Freunden diskutiere, die Menschen sind so weit weg von
Jakob: dem, was Lebensmittelproduktion eigentlich heißt.
Jakob: Ich glaube, da hast du wirklich einen großen Wert für Konsumenten,
Jakob: die von dem, was Lebensmittelproduktion heißt, eigentlich total weit weg sind,
Jakob: da wieder die Brücke zu schlagen.
Jakob: Und ich glaube, dass wir so weit weg sind im Allgemeinen.
Willy: Das ist gleich entfremdet, nicht bewusst entfernt, sondern so schleichend in Fremden.
Jakob: Ja, die Gesellschaft ist anders aufgebaut und wir sind auch physisch weiter
Jakob: weg von Leben für die Produktion.
Jakob: Das ist nicht mal allgegenwärtig. Wir leben nicht mehr 80% irgendwo am Bauernhof
Jakob: und sind von dem umgeben.
Willy: Wir sind noch gar nicht so lange her. Richtig.
Jakob: Und da wieder eine,
Jakob: Transparenz ist gut. Das machen wir ja hier auch. Wir laden unsere Besucher
Jakob: ein, wirklich direkt durch den Produktions durch die Produktion zu gehen. Ja.
Jakob: Da würde ich mir ein bisschen mehr Entspannung wünschen, ein bisschen mehr Nähe
Jakob: zu dem, was eigentlich Lebensmittel bedeutet.
Jakob: Und dann, glaube ich, würden viele Produkte gar nicht mehr konsumiert werden.
Willy: Das ist doch ein schöner Wunsch an die Utopie. Hoffentlich wird sie auch zur
Willy: Realität. Auf deiner Bucketlist ganz oben steht?
Jakob: Im Leben?
Willy: Ja, in deinem Leben. Deiner Bucketlist.
Jakob: In meiner Bucketlist ganz oben. Ich glaube, ich hätte mir vorher die ganzen
Jakob: Podcasts anschauen müssen, was die anderen Leute alle so gescheit zuvor zu tun haben.
Willy: Die Bucketlist.
Willy: Das sind die einfachen Fragen, die die Leute in den Studeln bringen.
Jakob: Die Bucketlist. Naja, die Bucketlist ist einerseits lang und andererseits...
Willy: Sticht nichts hervor? Bitte? Sticht etwas hervor auf dieser Liste?
Jakob: Nein, ich glaube, die Bucketlist,
Jakob: wenn man diese lange Bucketlist eigentlich auf etwas reduzieren möchte, was,
Jakob: das alles ausdrückt, ist es hin und wieder mehr,
Jakob: Zeit sich rauszuschälen, um genug Abstand zu bekommen von dem,
Jakob: was man eigentlich jeden Tag in dem Strudel, in dem man ist jeden Tag,
Jakob: und dann wieder die weite sich zu haben und die Energie zu haben,
Jakob: das große Ganze zu sehen.
Willy: Zeit für die Vogelperspektive. Ja.
Jakob: Darauf kann man es eigentlich ganz gut zusammenfassen.
Willy: Also Bucketlist ist eigentlich etwas nicht zu tun, um Zeit zu schaffen,
Willy: statt noch etwas zu tun, um es gemacht zu haben.
Willy: Sozusagen. Entschleunigen. Sehr schön.
Willy: Wenn du dann irgendwann einmal komplett entschleunigt diese Welt für immer verlassen
Willy: wirst, in vielen, vielen Jahrzehnten, Woran wünschst du dir,
Willy: dass man sich an dich erinnert? Oder was...
Willy: Du hast wirklich ein paar Folgen anheuert.
Jakob: Das sind gute Fragen. Das ist eine Woran.
Jakob: Ich glaube, als der Mensch, der ich bin, aber da geht es mir in erster Linie
Jakob: um meine Lieben, um meine Familie, um meine Freunde, um den hoffentlich positiven
Jakob: Eindruck, den ich dort machen konnte.
Jakob: Und vielleicht auch, weil das auch ein bisschen schon bei mir nah an meinem
Jakob: Familienbegriff ist, auch, dass ich vielleicht hier zum Beispiel etwas geschaffen
Jakob: habe, was einen bleibenden Wert hat, auch für die Zukunft.
Willy: Für Aufzeichnen haben wir es auf jeden Fall.
Jakob: Etwas erhalten zu haben, etwas am Leben erhalten zu haben, das auch noch für
Jakob: künftige Generationen da sein kann.
Willy: Also Bestand über die Zeit von Werten, die zeitlos sind.
Jakob: Ja.
Willy: Hast du noch ein Zitat, einen Witz, oder irgendein Spruch, der dir besonders
Willy: wichtig ist, mit dem du nicht uns jetzt nach Hause schickst,
Willy: sondern dich wieder auf die Reise schickst, weil du musst jetzt weiter.
Jakob: Ein Spruch, ein Zitat.
Willy: Witz, wurscht. Da muss man nicht alles sein, das reicht eins.
Willy: Sowas Episches, also kein Druck, no pressure. Jetzt musst du liefern.
Jakob: Ein Spruch, ein Zitat.
Jakob: euch auf die Wege zu geben, muss gut abwägen, die Worte.
Willy: Wir schneiden nichts, die Pausen bleiben auch drinnen.
Jakob: Kein Problem. Zuhörer und Zuschauer haben kein Problem mit längeren Pausen, oder?
Willy: Sonst müssen wir es lernen, gehört dazu.
Jakob: Ein weißen Sinsspruch. Soll er weise sein? Das musst du entscheiden.
Willy: Witzspruch, der kann auch völlig banal sein und später erst nach Jahren der
Willy: Lagerung im Hirn wirklich seine vollständige Reife entfalten.
Willy: Sollte ja bei anderen Dingen auch so sein.
Willy: Gut. Dann ist gut.
Jakob: Dann entschlüssel ich sozusagen noch einmal den, übernehme ich,
Jakob: was du heute in der Früh schon gesagt hast.
Willy: Ich habe schon so viel gesagt.
Jakob: Du hast die Bedeutung von NURI eigentlich entschlüsselt, oder? Das ist super.
Jakob: Da steht überall nur ich drauf.
Willy: Das ist gut.
Jakob: Auch eine gleiche Überleitung zu dem, was ich vorgesagt habe,
Jakob: muss ich manchmal ein bisschen mehr Zeit für sich selber nehmen. Also, nur ich.
Willy: Passt. Bitte, danke. Danke dir.
Music: Music
