Folge Nr: 240
B2P-Live „Ackerdemics Edition“ – Das Geschäft mit den Schwammerl
Hut und Stiel Gründer Manuel Bornbaum
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Über die Folge:
In der Bank wurde der junge Manuel nicht glücklich. Es war immer schon das Soziale und Gemeinschaftliche, das den Oberösterreicher inspirierte. Und so landete er – über viele Stationen wie den Sozialbereich, ein Studium an der BOKU und den Verein „Perspektive Landwirtschaft“ (siehe Podcast-Folge in den Links) – als Unternehmer bei Hut & Stiel. Auch das Unternehmen selbst hat keinen „normalen“ Standort, sondern ist auf der Kleinen Stadtfarm im 22. Bezirk am Rande Wiens angesiedelt.
Wie man mit Pilzen Geld verdient, was einen Unternehmer wie Manuel antreibt und vieles mehr haben wir in dieser Ausgabe des Ackerdemics-Live-Podcasts diskutiert.
Dieser Live-Podcast ist Teil einer Spezialreihe im Rahmen der Lehrveranstaltung „Zukunftsfähiges Wirtschaften“ an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU). Gemeinsam mit rund 30 Studierenden lädt Willy Expertinnen und Experten aus (Land-)Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ein, um mit ihnen über ihre Arbeit, ihre Perspektiven und ihr Leben zu sprechen. Natürlich wären es nicht die Live-Podcasts von BauertothePeople, wenn nicht auch ein paar Mikrofone aufgestellt würden – damit die Studierenden ihre eigenen Fragen stellen können.
Weil es einfach naheliegt, trägt diese Reihe den Titel „Ackerdemics“ – auch wenn wir in unseren Diskussionen längst über die Landwirtschaft hinaus Wirtschaft und Gesellschaft beackern.
INFOS ZUR FOLGE
B2P072 Hut & Stiel
www.bauertothepeople.at/podcast/120
B2P079 Perspektive Landwirtschaft
www.bauertothepeople.at/podcast/141
Hut & Stiel
www.hutundstiel.at
Kleine Stadtfarm
www.kleinestadtfarm.org
Hut & Stiel auf Instagram
www.instagram.com/hutundstiel
Hut & Stiel auf Facebook
www.facebook.com/hutundstiel
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„Leit hoits zamm“ – Haindling
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„Power to the People“ – Junior Kelly
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… und ein bisserl selbst gesungen
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Transcript - B2P-Live „Ackerdemics Edition“ – Das Geschäft mit den Schwammerl
Willy: Essen, Menschen, Landwirtschaft. Heute
Willy: machen wir einen Live-Podcast im Live-Podcast. Von für mit und durch.
Manuel: Power to the People.
Willy: Was, wer? Und? Und alle und alles dazwischen und rundherum. Los geht's.
Manuel: Power to the People.
Willy: Gut. Einen wunderschönen guten Morgen zu einer neuen Ausgabe des Bauer to the
Willy: People Podcast in der Academics Edition.
Willy: Das Ganze findet statt im Rahmen einer Vorlesung und Übung.
Willy: Wir sind die Übung heute zum Thema zukunftsfähiges Wirtschaften des Departments
Willy: für Sozioökonomie, eben hier an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Willy: Und neben meinen Gästen sind heute 30 Studierende, also hier wieder.
Willy: Die, die uns auf YouTube verfolgen, sehen Sie auch, 30 Studierende am Anfang ihres Studienlebens.
Willy: Und das Ziel dieser Vorlesung und dieser Übung ist das Einblick in unterschiedliche
Willy: Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft zu geben, zu einem breiten und vielfältigen
Willy: Verständnis von Wirtschaft beizutragen.
Willy: Das Besondere heute ist wieder bei der Academics Edition, dass die Studis,
Willy: und ich habe es letztens schon gesagt, je nach körperlicher und geistiger Verfassung
Willy: zu dieser frühen Zeit, 10.30 Uhr,
Willy: möglichst aktiv mitdiskutieren können und ihre Fragen einbringen können.
Willy: Ich diskutiere das Thema wieder mit meinem Gast an und dann sind alle Fragen
Willy: nicht nur erlaubt, sondern auch sehr erwünscht.
Willy: Und ja, entgegen dem Spruch, ich habe es letztens schon gesagt,
Willy: es gäbe keine dummen Fragen, möchte ich heute eine neue These entgegenhalten.
Willy: Die dümmsten Fragen sind diese Fragen, die niemals gestellt wurden,
Willy: weil genau diese Fragen tragen zu 100 Prozent zu einem nullprozentigen Erkenntnisgewinn bei.
Willy: Also ran an die Erkenntnis in diesem Sinne und bitte stellt auch heute eure Fragen.
Willy: Heute an meiner, an unserer Seite ist der Manuel Bornbaum, er ist der,
Willy: wie es glaube ich, im letzten Podcast und der Manuel war schon einmal bei uns
Willy: im Podcast, die treuen Hörerinnen und Hörer wissen das und die Folge verlinke
Willy: ich auch. Der Manuel ist aus meiner Sicht der.
Willy: Gleichzeitig gechillteste und vollgestresseste Unternehmer, den ich bis jetzt kannte.
Willy: Und du hast in einem Interview mal gesagt, du hast permanent 1000 Eisen im Feuer.
Willy: Und ich würde ergänzen, folgst dabei aber all deinen Idealen einer nachhaltigen
Willy: Wirtschaft oder auch Gesellschaft zu dir beizutragen.
Willy: Du nickst noch, bist noch vorsichtig skeptisch. Wie das alles zusammengeht,
Willy: wie man mit Pilzen nachhaltig Geld verdienen kann, darüber wollen wir heute diskutieren.
Willy: Und ja, ich freue mich auf die Diskussion und wie am Anfang immer.
Willy: Erst einmal herzliches Hallo und schön, dass du Zeit genommen hast. Hallo Manuel.
Manuel: Hallo Stefan.
Willy: Ja, am Anfang vom Podcast geht es immer so los, dass wir unseren Gast ein bisschen
Willy: kennenlernen und verstehen wollen, wie man dann im zarten Alter von, wie alt bist du jetzt?
Willy: Anfang 30, oder? 36. 36, im zarten Alter von 36, dann vor einer Gruppe von 30
Willy: Studierenden sitzt, mit Blöcken voller Pilzen, die vor uns stehen,
Willy: die Zuseherinnen auf YouTube können das auch anschauen.
Willy: Wie kommt es dazu? Wie hat deine Reise begonnen und wie bist du quasi zu diesem Thema gekommen?
Willy: Fangen wir mal ganz vorne an. Was warst du für eine Kindheit?
Manuel: Fangen wir mal von meiner Kindheit an.
Willy: Die meisten Wurzeln, wie die Dinge liegen in der Kindheit.
Manuel: Ich bin 36 Jahre alt, 1988 in Oberösterreich geboren, komme vom Attersee, falls schon ihr kennt.
Manuel: Bin aber vor zwölf Jahren nach Wien übersiedelt, mehr schon, vor 14 Jahren.
Manuel: Habe dann in, habe eigentlich ein Hack gemacht, habe nach der Hack vier Jahre,
Manuel: kurz Wirtschaft studiert, kurz, ein Semester.
Manuel: Dann bin ich arbeiten gegangen, war vier Jahre in einer Bank und dann habe ich
Manuel: den Hut drauf geschmissen, weil ich nach vier Jahren keine Lust mehr auf Konzernen
Manuel: hatte und habe dann Agrarwissenschaften studiert.
Manuel: Aber an der BOKU habe mein Studium dort begonnen und abgeschlossen und parallel
Manuel: zum Studium vor zehn und vor elf Jahren schon zwei Projekte oder damals Projekte,
Manuel: mittlerweile sind es Firmen, gegründet.
Manuel: Eine davon ist Hut & Stiel. Wir hatten jetzt am Wochenende unser zehnjähriges
Manuel: Jubiläum und ein großes Fest mit zweieinhalbtausend Leuten und deswegen...
Manuel: Deswegen schaue ich auch so müde aus
Manuel: noch. Und das zweite ist Perspektive Landwirtschaft. Willi kennt uns auch.
Manuel: Mein erstes Baby, was ich so in die Welt gebracht habe mit ein paar anderen,
Manuel: ist Perspektive Landwirtschaft, wo es darum geht, wir haben Agrarwissenschaften studiert.
Manuel: Wir waren so eine Gruppe von Menschen, die alle nicht aus der Landwirtschaft direkt kommen.
Manuel: Also bei mir war es so, dass mein Onkel den Hof von den Großeltern bekommen hat.
Manuel: Ich wollte eigentlich immer, aber mein Wunsch war, Wieso ich an die BOKU gegangen
Manuel: bin, war, dass ich eigentlich Lehrer werden wollte in einer landwirtschaftlichen
Manuel: Schule und nebenbei so einen kleinen Bauernhof haben will, wo ich mein Ding machen kann.
Manuel: Und daraus ist nichts geworden, beziehungsweise irgendwie so ein bisschen wie
Manuel: Lehrer fühle ich mich schon, weil wir auch Schule am Bauernhof machen und wir
Manuel: wöchentlich zwei, drei Schulklassen bei uns haben.
Manuel: Jedenfalls haben wir damals das Problem erkannt, dass es in Österreich eigentlich
Manuel: jeden Tag sperren zehn Bauernhöfe zu, weil sie keine Nachfolger haben.
Manuel: Also es ist ein riesen Strukturwandel im Gang gerade.
Manuel: Und auf der anderen Seite gibt es aber Leute wie uns, die Landwirtschaft studieren,
Manuel: die irgendwie motiviert sind, praktisch was zu machen, aber die keinen Hof haben.
Manuel: Und dann haben wir begonnen und haben eine Plattform gegründet,
Manuel: wo sich diese Menschen, die alten Bäuerinnen und Bauern, die keine Nachfolge
Manuel: für ihren Hof haben, mit den Jungen zu vernetzen und zu verwandeln.
Manuel: Bundle, Tinder, Bauern-Tinder, hat man irgendjemand gesagt.
Manuel: Und genau, das läuft mittlerweile. Wir haben drei Leute angestellt im Büro.
Manuel: Wir sind mittlerweile im Ministerium angehängt. Das ist nach wie vor ein Verein
Manuel: und wir kriegen öffentliche, wir kriegen Mitgliedsbeiträge, aber der Großteil
Manuel: kommt aus öffentlichen Förderungen.
Manuel: Und genau, da bin ich Obmann vom Verein. Also das mache ich ehrenamtlich.
Willy: So viel sind die tausend Eisen, die wir jetzt sagen.
Manuel: Der Hauptgrund, wieso ich heute hier bin, ist Hut & Stiel.
Manuel: Und das hat die Hintergrundgeschichte,
Manuel: dass ich, also wir eigentlich im Rahmen von einer Lehrveranstaltung,
Manuel: die hat Garage geheißen, ich weiß nicht, ob es die noch gibt,
Manuel: das war ein uniübergreifendes Masterseminar, wo WU,
Manuel: TU, BOKU gemeinsam Projekte entwickeln sollen.
Manuel: Und im Rahmen von dieser Lehrveranstaltung, da war ich gar nicht dabei selbst,
Manuel: sondern zwei Freunde von mir sind da über das Thema Pilze gestolpert.
Willy: Also warst du gar nicht dabei?
Manuel: Nein, ich war indirekt dabei, weil sie mich sofort, Die waren zwar WUler und
Manuel: zwar TUler, alle vier keine Ahnung von Landwirtschaft.
Manuel: Und die haben mich halt recht früh irgendwie dazugeholt, weil wir recht früh
Manuel: erkannt haben, wir wollen das nach der Lehrveranstaltung auch weitermachen.
Manuel: Und da ist es darum gegangen, da sind wir drauf gekommen, dass man Pilze,
Manuel: Speisepilze, eigentlich sehr platzeffizient mit sehr wenig Ressourcen züchten
Manuel: kann und sich dafür Städte gut anbieten.
Manuel: Also das Thema Urban Farming, wie werden wir uns in Zukunft mit Lebensmitteln versorgen,
Manuel: Ressourcenfragen, also tierische Landwirtschaft ist irrsinnig, ressourcenintensiv.
Manuel: Ich und mein halber Freundeskreis sind auch zu der Zeit, also vor 10,
Manuel: 15 Jahren, alle vegetarisch oder
Manuel: vegan geworden und haben uns viel mit Landwirtschaft auseinandergesetzt.
Manuel: Und so sind wir dann irgendwie bei den Pilzen hängen geblieben.
Willy: Lass mich da ganz kurz einmal einhaken. Wir sind schon fast bei den Pilzen jetzt vorne.
Manuel: Du bist jetzt früher startet.
Willy: Nur, dass wir es verstehen. Wann hat dich angefangen, du hast ja damals entschieden,
Willy: an die Boko zu gehen. Du hast dich interessiert für Landwirtschaft.
Willy: Du hast dich für all diese Themen interessiert. Du warst aber vorher auf einer Bank.
Willy: Wo ist dieses Interesse entstanden? Und wo war dann dieser Kipppunkt für dich?
Willy: Oder war da was Besonderes?
Manuel: Ich war halt genervt. Also ich habe es auf der Bank vier Jahre ausgehalten,
Manuel: weil ich ein sehr super Team und ein sehr super Chef hatte.
Manuel: Und das war, glaube ich, der einzige Grund, wieso ich es da so lange gepackt habe.
Willy: Also der soziale Faktor.
Manuel: Ja, und ich habe damals mich schon, also ich habe fast, meine ganzen Freunde
Manuel: haben studiert. Das waren einige, die VWL studiert haben und das war gerade
Manuel: so die Zeit von Christian Felber.
Manuel: Ich weiß nicht, ob ihr den kennt, Gemeinwohlökonomie.
Manuel: Da habe ich einmal ein Buch gelesen von Christian Felber, der irgendwie ein
Manuel: ganz konträres System vorgestellt hat zu dem kapitalistischen Mainstream-System.
Manuel: Und da habe ich, glaube ich, dann so begonnen. In der Bank war ich Privatkundenbetreuer,
Manuel: sehr finanzierungslastig und habe da gelernt, Und ich habe halt Immobilienkredite
Manuel: vergeben an meine Kundinnen und Kunden und teilweise auch Veranlagungen.
Manuel: Wir haben Bausparer verkaufen müssen und lauter so Kack, wo ich mir,
Manuel: Entschuldigung, wo ich mir halt oft gedacht habe, die brauchen das eigentlich nicht.
Manuel: Ich muss da irgendwie Dinge verkaufen, die die eigentlich nicht brauchen oder
Manuel: Leuten an Bausparer geben, wo ich weiß, die lösen den in zehn Monaten spätestens
Manuel: wieder auf, weil irgendwie, weil sie das Geld brauchen.
Willy: Wann hast du das damals erkannt oder wie hast du das gemerkt oder so,
Willy: dass du das Gefühl gehabt hast, dass sie es nicht brauchen?
Manuel: Naja, wir hatten, wenn man als junger Betreuer in der Bank anfängt,
Manuel: dann kriegt man normalerweise nicht die guten Kundenstämme, sondern dann kriegt
Manuel: man eher die Kunden zugewiesen,
Manuel: die halt irgendwie nicht so viel Geld haben oder die eher problemlastig sind,
Manuel: wo die Bank kein Geld verdient oder wo man keine, und da habe ich dann irgendwie schon erkannt, dass,
Manuel: also ich war dann, ich habe mich dann oft mehr als Sozialarbeiter irgendwie
Manuel: gesehen, weil ich da so meine 20 Schäfchen gehabt habe, die halt irgendwie Hilfe
Manuel: gebraucht haben, weil sie selbst nicht gut
Manuel: übers Monat kommen sind und die dann immer nach einer Woche,
Manuel: nachdem das AMS-Geld gekommen ist, gesagt haben,
Manuel: kacke, das Geld ist weg, ich, und das Monat hat aber nach drei Wochen und das
Manuel: waren halt so, das war halt so, das war das Thema,
Willy: Was ihr da ja.
Manuel: Das ich damals mit, wie alt war ich, 20, 19 oder so, irgendwie so bin ich da halt reingerutscht und
Manuel: Ja, und dann habe ich halt angefangen nachzudenken und habe mir gedacht,
Manuel: so ja, das ist nichts für mich, da zerbrich ich.
Manuel: Wenn ich das irgendwie durchdrucke, da zerbrich ich dran.
Willy: Warst du da vorher auch schon so eigentlich, also in der Schule?
Willy: Warst du da eher so der Zusammenhalter oder war das immer schon?
Manuel: Das ist schwer zu sagen. War schon immer eher so. Meine Freundin sagt immer,
Manuel: ich bin ein Menschenmensch.
Manuel: Ein Menschenmensch? Ein Menschenmensch. Also ich weiß nicht,
Manuel: wie so soziale Art, keine Ahnung.
Manuel: Glaube ich nicht, aber bin ich immer gerne in die Schule gegangen,
Manuel: ich war immer sau schlecht in der Schule, ich habe nie einen Nachtsipp gehabt,
Manuel: also ich habe nie über den Sommer lernen müssen, aber ich war immer so der totale
Manuel: Gleinsgänger und habe überhaupt keine Lust gehabt auf Lernen oder auf Hausübungen machen.
Willy: Deswegen dann die Bank als erster Schritt oder?
Manuel: Keine Ahnung, die haben mich halt genommen, das war kurz vor der Wirtschaftskrise
Manuel: 2008, also Anfang 2008 habe ich dort angefangen, da war irgendwie die Welt noch
Manuel: gut und da hätte ich in drei Banken anfangen können, die haben mir irgendwie Leute gesucht
Manuel: Und so ist es dann gekommen.
Manuel: Und es war eine sehr lehrreiche Zeit. Also wenn man so aus der Schule rauskommt
Manuel: und man muss dann irgendwie Kundenlisten abtelefonieren und man muss da plötzlich
Manuel: viel fremde Leute anrufen und stellt sich denen vor und sagt,
Manuel: man ist jetzt der neue Bankbetreuer und ob sie nicht mal kommen wollen,
Manuel: da muss man irrsinnig über seinen Schatten springen.
Manuel: Also das kann man nicht einfach so, sondern da muss man irgendwie die Komfortzone ziemlich verlassen.
Manuel: So im ersten Jahr auf so einer Bank, egal wie sozial oder kommunikativ man eigentlich
Manuel: ist, wenn man wildfremde Leute ansprechen muss oder mit denen sogar was verkaufen soll.
Manuel: Und teilweise geht das zu Bankgeschäften, gehen ja ins höchstpersönliche Leben rein. Da muss man...
Manuel: Da lernt man schon was. Sorry. Da lernt man schon einiges.
Willy: Du bist ja dann, ich habe nachgelesen, du bist ja dann quasi auch eine Zeit
Willy: lang Sozialpädagoge gewesen.
Willy: Zumindest habe ich das in einem Artikel gelesen. War das die Zeit direkt nach
Willy: der Bank? War das dann der Versuch?
Manuel: Ja, das ist dieser fließende Übergang. Weil es war so, dass ich mich dann von
Manuel: Oberösterreich, es waren alle meine Freunde in Wien, ich war mit meiner Freundin
Manuel: in Oberösterreich, dann war Schluss mit meiner Freundin.
Manuel: Ich habe gedacht, guter Zeitpunkt für Veränderung. Ich war dann aber zu feige
Manuel: und habe mich nur innerhalb der Bank Austria von Oberösterreich nach Wien versetzen
Manuel: lassen und habe dann in einer Wiener Filiale den genau gleichen Job nochmal
Manuel: von Null weg quasi starten müssen.
Manuel: Und da war dann so die totale Luft heraus. Also das habe ich dann vier Monate
Manuel: noch in Wien gemacht und dann war die Luft totale
Willy: Das hat der Oblaufdatum gehabt.
Manuel: Genau. Und dann habe ich parallel schon überlegt und habe mir dann gedacht, hey,
Manuel: dann habe ich so einen Verein zufällig kennengelernt und da bin ich dann so
Manuel: ein, zwei Mal die Woche mit so einer WG für Jugendliche,
Manuel: Burschen und ich habe mir die dann ein, zwei Mal die Woche bin ich dorthin und
Manuel: habe mir die zum Fußballspielen irgendwie geholt und war mit denen im Park und
Manuel: habe irgendwas mit denen gemacht und die haben mir dann einen Job angeboten und dann war ich so.
Manuel: Passt.
Manuel: Tschüss, Bank Austria. Hallo, anderes Leben. Hallo, Menschen.
Willy: Hallo, Menschen, Mensch.
Manuel: Ja, Menschen waren es in der Bank schon auch. Das war schon cool.
Manuel: Man trifft täglich Menschen in der Bank. Und das hat schon auch gute Seiten.
Manuel: Aber dann war ich in der WG mit 24-Stunden-Diensten. Es waren schwer erziehbare
Manuel: Burschen zwischen 13 und 17.
Manuel: Ich hatte aber keine Ausbildung dafür. Da gibt es ein Gesetz von der Stadt Wien,
Manuel: die sagt, man darf als Sozialpädagoge maximal fünf Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung arbeiten.
Manuel: Und die Ausbildung dauert aber berufsbegleitend drei Jahre.
Manuel: Das heißt, ich habe mir nach spätestens zwei Jahren überlegen müssen,
Manuel: ob ich Sozialpädagogik studiere, damit ich in dem Job weiterarbeiten darf oder nicht.
Manuel: Und dann habe ich, das war eine schwere Entscheidung, weil es eigentlich sehr
Manuel: cool war, aber auch emotional anstrengend, so mit den Jugendlichen.
Manuel: Und ich hatte dann die Jahre zusammen und ich habe Selbsthalterstipendium gekriegt
Manuel: und das war dann so, okay, 1200 Euro im Monat für Studium und Beruf nebenbei
Manuel: oder 800 Euro im Monat ohne zu arbeiten.
Manuel: Da habe ich mich dann für ein Vollzeitstudium entschieden und bin so an der Boku gelandet.
Willy: Bis dahin war ja quasi nichts mit Landwirtschaft, nicht Bank, nicht Bank.
Manuel: Ich habe mir Kinder auf der Landwirtschaft verbracht. Wir sind dann alle Vegetarier
Manuel: geworden, ich habe Bücher gelesen, ich war total begeistert von diesen Permakultur-Ansätzen
Manuel: und von diesen Low-Input-Systemen.
Manuel: Das war schon etwas, was immer in mir war, so produzieren, irgendwas produzieren,
Manuel: habe ich immer schon cool gefunden.
Manuel: Und ähm
Manuel: Und dann war halt irgendwie der Wunsch da, ja, okay, ich drehe jetzt mein ganzes Leben um.
Manuel: Und jetzt war irgendwie schon der Versuch, okay, ich gehe in die Sozialpädagogik,
Manuel: hat aber dann nicht gereicht.
Manuel: Und dann hat es noch einmal so diese 180-Grad-Kehrtwende gegeben,
Manuel: wo ich dann gesagt habe, okay, ganz was anderes, Vollzeitstudium,
Manuel: Boku und schauen wir, was kommt.
Manuel: Und dann ist es recht schnell.
Manuel: Das waren die Agrarwissenschaften. Mit dem Ziel eben, dass ich dort,
Manuel: dass ich da später Lehrer werde in einer Landwirtschaftsschule.
Manuel: Wenn man so will, auch einen Sozialberuf und halt meinen kleinen eigenen Hof
Manuel: habe, wo ich halt irgendwelche Dinge mache.
Manuel: Ich habe Bienen, ich habe geimpft, also ich habe einige Jahre Bienen gehabt,
Manuel: das habe ich von meinem Opa gelernt.
Willy: Es gibt ja die Überlieferung, man spricht ja schon fast wie eine Legende von dir.
Willy: Es ist überliefert worden, dass du beim Joggen irgendwann einmal beim alten
Willy: Bauer noch vorbeigelaufen bist und dort auf die Idee von Hut & Stiel von dieser
Willy: Perspektive Landwirtschaft gekommen bist.
Manuel: Die Überlieferung stimmt nicht ganz, weil es ist eigentlich die Laufroute von
Manuel: einem guten Freund von mir und wir sind dann nur spazieren gegangen.
Manuel: Also ich war mit ihm spazieren und wir haben irgendwie Ich kann nicht laufen.
Manuel: Ich bin nicht so gut im Laufen.
Manuel: Wir haben dann, das war in Rüstorf, ist ja immer das Oberösterreich von euch? Zuverlegt?
Manuel: Rüstorf, Bezirk Vöcklerbruck, kleine Gemeinde, 5000 Einwohner und wir sind dann
Manuel: so wunderschön mit Blick am Traunstein bei so einem alten Bauernhof vorbeigekommen,
Manuel: wo man einfach sieht, da tut sie nichts, da steht irgendwie leer, total schönes Gebäude.
Manuel: Er verfällt aber. Und das hat mich dann immer losgelassen. Und ich bin dann zur Bürgermeisterin.
Manuel: Die habe ich irgendwie, das ist die Mutter von einem Freund von mir,
Manuel: und habe gesagt, hey, was ist mit dem Bauernhof?
Manuel: Und sie hat gesagt, ja, tragische Geschichte.
Manuel: Irgendwie der Sohn ist, keine Ahnung, was da war. Der Sohn ist verunglückt.
Manuel: Oder irgendwie geht es da nicht weiter.
Manuel: Und dann habe ich gesagt, ja, krass, kann man da nicht irgendwie was machen.
Manuel: Oder ist ja auch für die Gemeinde blöd, wenn da irgendwelche Höfe leer stehen
Manuel: und die verwildern da. Und das macht ja auch kein schönes Bild.
Manuel: Super schöne Lage. Und sie hat dann gesagt, ja, stimmt, und neben dem Hof gibt
Manuel: es allein in Rüsdorf noch drei andere Höfe, die so ganz ähnliche,
Manuel: ganz ähnliche Geschichte haben.
Manuel: Also es stehen in so einer kleinen Gemeinde drei oder vier wunderschöne Höfe leer.
Manuel: Und ich war da so, oh, das ist ja krass. Und so bin ich irgendwie dann in dieses
Manuel: Thema reingekommen, hey, wie kann man denn das stoppen?
Manuel: Wie kann man denn diese coolen Immobilien mit den coolen
Manuel: Flächen rundherum, Acker, Böden, Wiesen, wie kann man denn das irgendwie nachhaltig
Manuel: sichern, dass da was passiert, dass da gewirtschaftet wird.
Manuel: Da war ich gerade schon an der Burku und dann habe ich halt,
Manuel: wie das Schicksal es so will, die richtigen Leute kennengelernt und wir waren
Manuel: alle motiviert und haben dann, was macht man in Österreich?
Manuel: Man gründet mal einen Verein und dann haben wir einen Verein gegründet und haben
Manuel: ein Symposium gemacht und haben uns ganz viele Abfuhren eingeholt von den
Manuel: Landwirtschaftskammern und von Ministerien, die haben alle so gesagt,
Manuel: das ist so ein unwichtiges Thema, das betrifft niemanden und das war irgendwie
Manuel: so frustrierend, aber wir haben weitergemacht und ja,
Manuel: sind drangeblieben und wir haben dann im System, also eben die Landwirtschaftskammer
Manuel: ist sehr wichtig und sehr groß in der Landwirtschaft in Österreich,
Manuel: wir haben dann einfach die richtigen Leute gesucht, die unser Anliegen verstehen
Manuel: und mit denen gemeinsam haben wir das dann vorangebracht und jetzt ist es elf
Manuel: Jahre her und wir haben eben,
Willy: Wir wollten immer. Letztes Jahr Zehnjähriges gehabt.
Manuel: Letztes Jahr Zehnjähriges und wir wollten, ich kann mich noch erinnern,
Manuel: wir haben ganz am Anfang gesagt, wie viele Leute brauchen wir denn,
Manuel: damit wir das Thema in Österreich abdecken.
Manuel: Wir haben immer gesagt, cool wäre es drei Leute Vollzeit, die sich darum kümmern.
Manuel: Es ist ja wirklich kein unendlich großes Thema, aber es ist trotzdem wichtig,
Manuel: weil wenn man als junger Mensch in Österreich in die Landwirtschaft will und
Manuel: keinen Hof erbt, hat man praktisch keine Chance.
Manuel: Das ist keine Gerechtigkeit.
Manuel: Und wir wollten immer so diese, wir wollten die starke Stimme der Menschen sein,
Manuel: die in die Landwirtschaft einsteigen wollen.
Manuel: Oder man hat halt irgendwie zwei Millionen Euro und kann sich einen schönen
Manuel: Hof kaufen. Das ist der Grund,
Willy: Warum es so schwierig ist, weil du den Grund dazu kaufen musst und das einfach in Summe...
Manuel: Ja, genau. Es gibt einfach eine riesen Kluft in der Landwirtschaft zwischen dem Verkehrswert,
Manuel: das ist der Wert, um den die Höfe am Markt gehandelt werden,
Manuel: und dem Ertragswert, das ist das, was man mit dem Hof an Erlös oder an Gewinn erzielen kann.
Manuel: Das ist irgendwie so ein Faktor. Ich glaube, man muss irgendwie fünf Generationen
Manuel: dafür arbeiten, um diesen Verkehrswert zu erwirtschaften.
Manuel: Und das ist halt krass.
Manuel: Also aus wirtschaftlichen Überlegungen kauft man sich in Österreich keinen Hof zum Verkehrswert.
Manuel: Den kauft man sich aus, wenn das wer macht, dann macht man das aus irgendwelchen
Manuel: schönen Lage, schönes romantisches Bild, wenn man es sich leisten kann.
Manuel: Aber aus rein wirtschaftlichen Überlegungen ist da diese Kluft viel zu groß.
Willy: Wir haben ja da in der Übung auch über den Strukturwandel in der Landwirtschaft
Willy: geredet und uns eher angeschaut, wie quasi täglich 10 bis 11 Höfe seit den 50er
Willy: Jahren, oder 60er Jahren täglich zusperren, also sich da die Struktur verändert.
Willy: War das der Hauptgrund eigentlich oder was war dann aus eurer Analyse,
Willy: weil du bist am Anfang nur bei dem Bauernhof vorbeigelaufen,
Willy: was war dann am Ende der Analyse bei euch der Hauptgrund,
Willy: warum diese Höfe dann tatsächlich leer gestanden sind?
Manuel: Ja, der Strukturwandel hat viele Gründe. Die fehlende Nachfolge ist sicher nicht
Manuel: der Grund, wieso die meisten Höfe aufhören.
Manuel: Der wichtige, große Grund ist, dass es einfach in der Landwirtschaft seit Jahrzehnten
Manuel: dieses Credo Wachsen oder Weichen gibt.
Manuel: Das heißt, Höfe sind einfach zu klein.
Manuel: Österreich ist zu klein strukturiert, es geht sich wirtschaftlich nicht aus.
Manuel: Irgendjemand hört auf und der Nachbar übernimmt den Hof und ist dadurch größer.
Manuel: Also wachsen oder weichen ist so das Kräch. Entweder man investiert und man
Manuel: wird größer und man wächst.
Manuel: Es bleibt versucht, irgendwie konkurrenzfähig zu bleiben.
Manuel: Oder man hört eben auf.
Willy: Viele dieser Höfe sind quasi dadurch entstanden, also diese leerstehenden Höfen.
Manuel: Ja, genau, gerade von den Gebäuden.
Manuel: Die Flächen, die nicht bewirtschaftet werden, gibt es eh nicht viele.
Manuel: Die Flächen werden sofort aufgenommen von irgendwem anderen.
Manuel: Aber die Gehöfe, also die Gebäude, bleiben dann oftmals zurück,
Manuel: weil neue Maschinenhallen gebaut werden, Weil Landwirtschaft heute einfach ganz
Manuel: anders funktioniert als vor 50 oder vor 70 Jahren, wo die Höfer entstanden sind oder noch älter.
Willy: Was jetzt versucht mit der Perspektive Landwirtschaft, ist quasi Menschen,
Willy: die nicht aus der Landwirtschaft kommen, einen Einstieg in die Landwirtschaft zu ermöglichen, oder?
Manuel: Einerseits. Also das war so unsere ursprüngliche Hauptmotivation und ist es immer noch.
Manuel: Aber wir haben auch erkannt, dass diese Menschen, die eigentlich keine Nachfolger
Manuel: haben, also die Bäuerinnen und Bauern, die in Pension gehen oder das gesundheitlich
Manuel: nicht mehr packen, dass es für die ein irrsinniges...
Manuel: Ein emotionales Problem ist, wenn die niemanden haben, der den Hof übernimmt.
Manuel: Die wollen ganz oft, dass es jemanden gibt, der übernimmt.
Manuel: Aber die Realität ist halt oft so, dass die Kinder vielleicht studieren gegangen
Manuel: sind, vielleicht in irgendwelchen Städten wohnen, vielleicht gibt es keine Kinder,
Manuel: vielleicht war ein Schicksalsschlag.
Manuel: Also es gibt verschiedenste Gründe, warum man niemanden findet.
Manuel: Und die Landwirtschaft ist halt auch nicht dafür bekannt, dass man eben sehr
Manuel: viel Geld für sehr wenig Arbeit kriegt, sondern es ist genau umgekehrt.
Manuel: Man muss sehr viel arbeiten.
Manuel: Wenn man Tiere hat, ist es total schwierig, auf Urlaub zu fahren.
Manuel: Dieser Beruf des Landwirts oder des Bauers oder der Bäuerin entspricht nicht
Manuel: mehr den Vorstellungen, die junge Menschen von der Arbeitswelt haben.
Manuel: Also zu sagen, ich kann nicht zumindest fünf Wochen im Jahr auf Urlaub fahren
Manuel: oder ich habe mein 13., 14.
Manuel: Gehalt oder was auch immer, können sich heute einfach viele nicht mehr vorstellen.
Manuel: Also kurz gesagt, es gibt eine Vielzahl an Gründen, die dafür sorgen,
Manuel: dass es den Strukturwandel gibt.
Manuel: Und wir versuchen da halt mit unserer Initiative, mit Perspektive Landwirtschaft,
Manuel: so dagegen zu halten und zumindest diejenigen abholen, die sich auf die Suche
Manuel: nach einem Nachfolger oder nach einer Nachfolgerin machen.
Willy: Ich bin jetzt deswegen ein bisschen auf dem Thema herumgeritten,
Willy: weil erstens ist es, glaube ich, wichtig zum Verständnis von dir und wie du
Willy: arbeitest und wie du auch zu dem geworden bist, zu dem geworden bist, der da heute bist.
Willy: Aber wir sind dann später auf die kleine Stadtform rausgezogen.
Willy: Ich höre ja im Endeffekt zu deiner Geschichte auch dazu.
Willy: Hat dich dann diese Vorlesung, in der du jetzt gar nicht warst,
Willy: ich habe das falsch gelesen, glaube ich, so aus diesem Lebensweg rausgerissen,
Willy: hat dann alles nochmal verändert?
Willy: Oder hast du schon gewusst, dass das jetzt quasi die perspektive Landwirtschaft
Willy: jetzt nicht dein berufliches Ziel sein wird?
Manuel: Also Hut & Stiel, also Perspektive Landwirtschaft war damals noch,
Manuel: das war noch nicht denkbar, dass da irgendjemand davon leben kann, leben wird können.
Manuel: Also wir haben keine Finanzierung gehabt, wir haben irgendwie alles ehrenamtlich
Manuel: gemacht, glaube ich vier oder fünf Jahre lang,
Manuel: bis wir es dann irgendwie halt geschafft haben, dass wir die Plattform,
Manuel: da haben wir, glaube ich, ein kleines Crowdfunding gehabt und haben so ein bisschen
Manuel: Mitgliedsbeiträge und haben dann mit 6.000, 7.000 Euro die erste und ganz viel Selbstarbeit,
Manuel: die erste Plattform online gebracht, Also den ersten Prototypen,
Manuel: wo sich die Menschen dann halt online finden können.
Manuel: Und das hat dann gut geklappt. Das war, Gott sei Dank, man hat irgendwie gespürt,
Manuel: dass da viel Herzblut drinsteckt. Und das hat dann funktioniert.
Manuel: Und wir haben dann viel Medienaufmerksamkeit gehabt. Und so ist dann langsam
Manuel: irgendwie das Ministerium und die Kammern sind dann auch auf uns aufmerksam.
Manuel: Und da wurde es dann leichter.
Manuel: Dann haben wir die ersten Förderungen gekriegt. Dann haben wir Preise gewonnen.
Manuel: Und jetzt haben wir halt irgendwie so, also nicht 200.000 Euro Budget im Jahr.
Manuel: Mit dem kann man schon so ein bisschen was machen.
Willy: Aber dann kam plötzlich die Vorlesung. Was war das in der Zeit?
Manuel: Ich habe studiert, wir haben den Verein gehabt. Ich war, glaube ich, viermal die Woche fort.
Manuel: Ich habe auch Platz gebraucht und habe ganz viele andere Sachen gehabt.
Manuel: Und das war alles damals noch nicht absehbar.
Manuel: Die Vereinsgründung war 2013.
Manuel: Das ist dann so langsam, hat sich das entwickelt. Und wir waren halt eine coole
Manuel: Truppe irgendwie. das hat Spaß gemacht.
Manuel: Und Hut & Stiel ist dann ein Jahr später, 2014 gekommen und das war genau das Gleiche.
Manuel: Wir waren dann in Holland, haben ein Praktikum gemacht, haben dort zum ersten
Manuel: Mal gesehen, wie Pilze eigentlich wachsen und was die brauchen.
Willy: War das vorher noch der Vorlesung? War die Vorlesung quasi der Auslöser,
Willy: dass ich das dann genauer angeschaut habe? Das war parallel alles.
Manuel: Der Flo hat dann so ein Erasmus-Stipendium gekriegt und hat dieses einen Monat
Manuel: in Holland finanziert gekriegt und ich war dann so mit, quasi,
Manuel: auf eigene Kosten, aber viel kürzer.
Manuel: Und dort haben wir dann uns dazu, dort haben wir dann den Entschluss gefasst,
Manuel: dass wir uns in Wien jetzt was mieten.
Manuel: Wir probieren das jetzt einfach aus und wir widmen drei Jahre unseres Lebens,
Manuel: wir mussten eh parallel noch das Studium fertig machen, aber wir widmen jetzt
Manuel: drei Jahre unseres Lebens diesem Pilzethema, weil das eigentlich cool klingt und weil...
Willy: Was hat euch denn so abgekommt? Jetzt fangen wir mit Hut & Stiel an.
Willy: Jetzt haben wir quasi so den Exkurs gemacht ein bisschen so drin steht.
Willy: Was hat euch in dem Moment so fasziniert? Warum war das so?
Manuel: Wir haben acht Jahre lang Pilze auf Kaffeesatz gezüchtet. Das heißt,
Manuel: wir haben aus einem Mist, aus einem Abfall, der in Wien überall verfügbar ist,
Manuel: zum Schluss haben wir jede Woche drei Tonnen Kaffeesatz eingesammelt und haben
Manuel: aus diesem Kaffeesatz Pilze gezüchtet.
Manuel: Das war das, was uns am Anfang, dass das möglich ist, dass man auf diesem Abfall
Manuel: was Neues macht und darauf Lebensmittel züchtet.
Manuel: Das war irgendwie diese, das war glaube ich schon so diese
Manuel: diese Hookline oder so, die hat uns fasziniert. Und dann war eben so noch die
Manuel: Dinge, ja, man braucht nicht viel Platz für Pilze.
Manuel: Pilze sind eigentlich ein guter Fleischersatz. Es gibt so eine ganze Liste an
Manuel: Dingen, die uns da fasziniert haben.
Manuel: Aber ich würde sagen, schon dieses
Manuel: Kreislaufwirtschaftsgedanke, aus Kaffeesatz, Pilze machen, das war so geil.
Manuel: Das müssen wir probieren.
Manuel: Wien ist die Kaffeehauptstadt. Es gibt an jeder Ecke gibt es irgendwelche Kaffeehäuser,
Manuel: Hotels, Büros, überall gibt es dieses schwarze Gold.
Manuel: Und es war dann auch total easy, den Kaffeesatz zu kriegen. Also wir haben dann...
Willy: Wie ist das Angang am Anfang?
Manuel: Das Erste war, dass wir einen Standort gebraucht haben.
Manuel: Dann haben wir lange gesucht, lange nichts gefunden, weil alle Hauseigentümer
Manuel: gesagt haben, ja genau zwei Studenten, die im Keller Schwammerl züchten wollen,
Manuel: denen werden wir jetzt...
Manuel: Das klingt nach Problemen, das machen wir nicht. So wie du es jetzt sagst,
Manuel: klingt es wirklich nach Problemen.
Willy: Also ich habe es nicht nach einer Garage gesucht, sondern ich habe es nach einem
Willy: Keller gesucht für ein Startup quasi.
Manuel: Ja, es war halt so, ja, Pilze brauchen es kühl und feucht. Wo ist es kühl und feucht? Im Keller.
Manuel: Was kostet auch wenig Miete, haben wir es gedacht und so,
Manuel: Passt schon.
Manuel: Also wir haben nach Kellern gesucht und dann haben wir halt so einen total shady
Manuel: shady Typen, so einen Vermieter gehabt, der irgendwie so, ja,
Manuel: ich glaube es euch zwar nicht, dass ihr was Seriöses machen wollt,
Manuel: aber da habt ihr den Keller und gebt es mir 700 Euro im Monat und passt schon, gehen wir.
Manuel: Dann haben wir ein halbes Jahr diesen Keller renoviert und das war im 20,
Manuel: gar nicht so weit von da, also im 20.
Manuel: Grenze zum 2. 20. Bezirk, die Innstraße, falls die wer kennt.
Manuel: Also vom Praterstern ein bisschen weiter noch, durchs Nordbahnviertel durch.
Manuel: Und dort haben wir dann halt Pilze gezüchtet. Und das war halt cool,
Manuel: weil das waren halt dann verrückte Bilder.
Manuel: Das waren halt dann so dieser weiß neu renovierte Keller mit weißen Wänden.
Manuel: Und überall haben wir so diese Stangen gehabt, wo diese Säcke waren,
Manuel: wo überall Pilze rausgewachsen sind. Und das hat halt die Presse voll geil gefunden.
Manuel: So zwei Studenten, die irgendwie so im Keller aus Kaffeesatz Pilze züchten.
Manuel: Und dann haben wir halt einen Fernseh-, einen Radio-, Zeitungsbeitrag.
Manuel: Fast jede Woche war irgendwie was. Wir waren auf der Titelseite vom Standard.
Manuel: Wir waren, ich glaube, ich war vier oder fünfmal im ORF schon irgendwie bei,
Manuel: von der Barbara Stöckel über irgendwelche Start-up-Shows.
Manuel: Man hat uns dann irgendwie schnell gekannt. Das war so zwischen 2015 und 2018,
Manuel: war wirklich so, jede Woche war irgendwie ein Pressebeitrag.
Willy: Also ihr habt es auch zum Zeitgeist gepasst.
Manuel: Oder? Ja, aber der Keller war viel zu klein, wir haben keine Ahnung,
Manuel: wir haben Pilze züchten erst lernen müssen.
Manuel: Wenn man sich die Presse angeschaut hat, dann hat man damals schon das Gefühl
Manuel: gehabt, wir verdienen Millionen mit dem.
Manuel: In Wirklichkeit haben wir überhaupt nicht davon leben können,
Manuel: sondern das war halt irgendwie so ein...
Willy: Und die Kommunikation hat sich dann mal wirklich kümmern müssen.
Manuel: Wir haben keine Werbung machen müssen und wir waren einfach so in unserer Naivität
Manuel: und in unserer Begeisterung für das Thema waren wir einfach genug,
Manuel: dass die Presse uns cool gefunden hat. Und dann war es so zack, zack, zack.
Willy: Wie geht man damit um? Ist ein Luxusproblem eigentlich? Oder dass man einfach
Willy: zu viel Kommunikation hat?
Manuel: Nein, es war kein Luxusproblem. Es war ein Problem, weil wir haben halt,
Manuel: das hat auch viel Zeit verschlungen.
Manuel: Wir hätten extrem viel verkaufen können, haben es aber nicht produzieren können. Also das war schon...
Willy: Das war ständig bei...
Manuel: Das war schon nervig. Aber ja, Luxusproblem stimmt insofern,
Manuel: dass wir dann halt irgendwie wussten, wir wollen es weitermachen und wir wollen
Manuel: weiter wachsen und wir brauchen zu dem Keller dazu noch einen neuen Standort.
Willy: Ein Luxusproblem habe ich deswegen geplant, weil normalerweise investiert man
Willy: sehr, sehr viel in Kommunikation und muss damit sehr, sehr wenig zufrieden sein.
Willy: Ich habe mit relativ wenig Invest sehr, sehr viel Kommunikation gehabt.
Willy: Warte, wie du selber sagst, jetzt mehr produzieren sollen, weil die Medientermine
Willy: dann ein bisschen auch vom Produzieren abgehalten haben, oder?
Willy: Wie verarbeitet man das? Wenn man größer gehandelt wird, so quasi öffentlich,
Willy: wie man dann für sich selbst in dem Moment noch war.
Manuel: Ja, es ist schon schwierig, weil wir brauchen halt, um Pilze zu produzieren,
Manuel: brauchen wir halt die Facilities und die Flächen und die, da muss man irgendwie
Manuel: so die ganze Produktion, um die aufzubauen, das dauert halt ein,
Manuel: zwei Jahre, bis das halt steht.
Manuel: Oder außer man hat sehr viel Geld. Mit sehr viel Geld geht alles schneller. Hatten wir aber nicht.
Manuel: Und wir haben uns erst irgendwie nach vier, fünf Jahren zum ersten Mal für einen
Manuel: Kredit entschieden, um das zu beschleunigen.
Manuel: Und es war dann
Manuel: Das war dann schon okay. Ich würde sagen, ein Fehler, den wir gemacht haben
Manuel: in den ersten Jahren, war, dass wir einfach zu viel verschiedene Sachen gemacht haben.
Manuel: Wir haben gewusst, okay, die Produktion, wir sind immer ausverkauft,
Manuel: wir können eigentlich nicht mehr machen.
Manuel: Wir müssen andere Wege finden, wie wir Geld machen, die nichts mit Produktion
Manuel: zu tun haben. Dann haben wir angefangen, viele Workshops zu machen.
Manuel: Wir haben viele Betriebsführungen gehabt, um den Leuten das zu zeigen,
Manuel: weil viel Interesse da war.
Manuel: Das hat zwar irgendwie Geld gebracht, aber es hat uns nicht,
Manuel: es hat total viel Zeitressourcen verschlungen, die uns irgendwie davon abgehalten
Manuel: haben, uns irgendwie schneller weiterzuentwickeln.
Manuel: Das, was wichtig gewesen wäre, das ist halt nach zehn Jahren und mit der Erfahrung,
Manuel: die ich jetzt habe, im Vergleich zu vor, wie ich 24 war, ist das halt sehr leicht gesagt.
Manuel: Aber das, was wir damals gebraucht hätten, wäre irgendwie die Produktion schneller
Manuel: vorwärts bringen, dass wir irgendwie dieser Nachfrage schneller nachgehen können.
Manuel: Und wir haben aber unsere Zeit damit verbracht, Workshops zu machen,
Manuel: Führungen zu machen, zu machen, Pressetermine zu machen und 20,
Manuel: 30 Stunden die Woche waren da schnell mal weg für solche Sachen.
Manuel: Und so hat halt alles ein bisschen länger gedauert, als es dauern hätte müssen.
Willy: Ist so eine öffentliche Aufmerksamkeit auch nicht gut fürs Ego oder ist es am
Willy: Anfang, fühlt man sich dann nicht auch geschmeichelt oder so und lenkt dann
Willy: quasi tatsächlich von dem ab, was man hätte machen sollen?
Manuel: Ach, weiß ich nicht. Schwer zu sagen.
Manuel: Ich glaube nicht, dass diese Ego-Sache, man sagt halt, wenn man so eine Anfrage hat von einer Presse,
Manuel: von einer Zeitung oder Fernseher, man sagt halt da nicht ab.
Manuel: Man sagt nicht, sorry, ich kann mir nicht den ganzen Tag Zeit nehmen für einen
Manuel: Fernsehbeitrag, der dann zweieinhalb Minuten dauert.
Manuel: Ich muss die Firma weiterbringen. Das machst halt nicht.
Manuel: Sicher nimmt man das an und sagt, ja cool, der ZDF ist da.
Manuel: Nein, ich würde es wieder genauso machen. Ich würde trotzdem irgendwie schauen,
Manuel: dass wir schneller zu Geld kommen.
Manuel: Also das war quasi dieses Wachsen, die Produktion wachsen lassen,
Manuel: kostet einfach mega viel Geld. Wir müssen da irgendwie super viel investieren.
Manuel: Und Mitte 20 hat man halt irgendwie nicht das Selbstvertrauen,
Manuel: da jetzt irgendwie mit großen Krediten.
Manuel: Oder irgendwie, da ist man auch so, okay, wir geben, oder ich bin auch so gepolt
Manuel: von meiner Familie, wir geben das Geld aus, was wir erst verdient haben. und nicht umgekehrt.
Manuel: Wir nehmen uns nicht Geld auf, um das dann auszugeben, damit wir später mehr verdienen.
Manuel: Das muss man erst irgendwie lernen, dass es das manchmal braucht.
Willy: Bevor wir jetzt, der Würfel ist übrigens frei, wenn ihr jetzt schon Fragen habt,
Willy: einfach deutet euch gegenseitig, wer die Fragen hat, dann werft euch bitte den Würfel zu.
Willy: Ich würde von dir, wenn wir jetzt von der Pilzzucht reden,
Willy: kannst du uns einfach einmal erklären, wie die Pilzzucht damals,
Willy: wie die funktioniert oder wie sie generell funktioniert, damit wir da mal ein
Willy: bisschen eine Vorstellung haben, wie man zu sowas dann kommt und wie das Ganze
Willy: auf Kaffee funktionieren kann.
Manuel: Okay, also Mushrooms 101. Ja, Biologie, kurzer Exkurs, Pilze sind grundsätzlich
Manuel: keine Pflanzen. Das ist mal ganz wichtig zu wissen.
Manuel: Pflanzen beziehen ihre Energie aus, wer weiß es?
Manuel: Aus der Sonne. Pflanzen, Photosynthese, Energie, die über die Photosynthese
Manuel: in Pflanzen gespeichert wird.
Manuel: Wir Menschen, aber auch Pilze sind autotroph, sind heterotroph.
Manuel: Das heißt, wir müssen irgendwas fressen. Wir müssen unsere Energie von was kriegen, das schon da ist.
Manuel: Das ist der große Unterschied zwischen Pilze und Pflanzen. Das heißt,
Manuel: Pilze brauchen deswegen kein Tageslicht oder brauchen kein Licht,
Manuel: weil sie eben eigentlich nur das richtige Futter brauchen, um zu wachsen.
Manuel: Und bei den Austernpilzen, die habe ich jetzt nicht da, die stecken da drinnen,
Manuel: ist es so, dass die Austernpilze...
Manuel: Unter anderem auch auf Kaffeesatze gut wachsen. Das hat halt mal irgendjemand gut rausgefunden.
Manuel: Grundsätzlich sind Pilze in der Natur sowas wie die Müllabfuhr,
Manuel: alles was irgendwie abstirbt oder ein totes Holz oder ein Baum,
Manuel: der irgendwie umkippt im Wald, wird früher oder später von einem Pilz zersetzt.
Manuel: Und auch von Bakterien und anderen Insekten, aber Pilze sind da auch dabei.
Manuel: Und dieses Prinzip machen wir uns halt in der Pilzzucht zunutze,
Manuel: dass Pilze halt auf abgestorbenem Material wachsen.
Manuel: Und Kaffeesatz ist eins davon bei den Austerpilzen und wir haben halt dann Hotels,
Manuel: Ströck, haben wir sehr viele Kaffeesatz am Anfang gehabt, ein paar Hotels, die um uns herum liegen.
Manuel: Wir haben natürlich die Restaurants, die wir mit Pilzen beliefert haben,
Manuel: von denen haben wir auch den Kaffeesatz mitgenommen.
Manuel: Später sind dann die ganzen Wiener Pensionisten, also dann wurde es schon größer,
Manuel: dann wurden wir schon bekannter, dann haben wir von allen Wiener Pensionistenhäusern
Manuel: den Kaffee gekriegt, von der ersten Bankzentrale mit 7.000 Mitarbeitern von der WU,
Manuel: von der Bundesimmobiliengesellschaft, also der BIC, das ist gleich da in der Nachbarschaft.
Manuel: Also viele Büros sind dann dazugekommen. Wir hatten dann irgendwie 3.000 Kilo
Manuel: in der Woche, die zu uns kamen.
Manuel: Die wurden dann in einer riesengroßen Mischmaschine mit Wasser vermengt und
Manuel: mit Kaffeehäutchen, also ein anderes Abfallprodukt aus der Röstung vom Kaffee.
Manuel: Und dann ist noch Kalk dazugekommen, um den pH-Wert zu erhöhen und dann ist
Manuel: das Pilzmycel, das habe ich jetzt nicht da, aber
Manuel: Dann kommt halt das Pilzmycel dazu und sobald das Pilzmycel mit dem Kaffeesatz
Manuel: in Verbindung ist, beginnt sich das irgendwie auszubreiten.
Manuel: Also das fängt sofort an, den Kaffee oder das
Manuel: Substrat zu besiedeln und das schaut dann nicht unbedingt appetitlich aus,
Manuel: aber in dem In dem Fall ist es jetzt Stroh-Substrat und man sieht,
Manuel: dass dieses ganze Stroh eigentlich so weiß bewachsen ist von diesem Pilz Mycel.
Willy: Das ist Mycel, das Weiße ist das Mycel?
Manuel: Das Weiße ist das Mycel. Also der ganze Pilz ist eigentlich Mycel,
Manuel: nur in dem Substrat, da spannt sich quasi das Mycel über dieses Stroh,
Manuel: über den Kaffeesatz drüber und saugt dann so die Nährstoffe raus.
Manuel: Eigentlich produziert der Pilz Zellulasen oder Ligninasen.
Manuel: Das sind Enzyme, die die Zellulose oder das Holz, das Lignin, dann abbauen.
Manuel: Das ist der Prozess dahinter. Und daraus kann der Pilz die Energie beziehen, die er braucht.
Manuel: Und das ist dann erstmal für vier Wochen in einem wärmeren Raum.
Manuel: Da passiert nichts, da sieht man noch nichts von diesen fertigen Pilzen,
Manuel: sondern da wächst mal nur alles durch.
Manuel: Inkubationsphase sagt man auch dazu. Das ist wie bei Corona,
Manuel: wenn wir den Pilz quasi auf das Substrat geben, die Zeit, bis es durchgewachsen ist.
Manuel: Und die Inkubationsphase ist dann abgeschlossen, wenn der Pilz ausbricht.
Manuel: Also bei Krankheiten sagt man, wenn die Krankheit ausbricht,
Manuel: ist die Inkubationsphase vorbei.
Manuel: Bei uns ist es auch so, wenn der Pilz dann anfängt, seine Fruchtkörper zu bilden.
Manuel: Und dazu brauchen wir dann ein anderes Klima. Da muss man dann in einen kühlen,
Manuel: feuchten Keller zum Beispiel eben gehen.
Manuel: Also unsere große Produktion ist in Klosterneuburg in riesengroßen Weinkeller, Weinkellerstollen.
Manuel: Und dann brauchen die noch halt so ein, zwei Wochen in der Fruchtungsphase.
Manuel: Also Fruchtungsphase, weil da die Fruchtkörper, also die eigentlichen Schwammerl
Manuel: wachsen und dann werden die geerntet und ausgeliefert.
Willy: Das muss man ja glaube, was ich einmal gehört habe, da muss man ja quasi einen
Willy: Temperaturschock erzeugen, und der eigentliche Pilz ist das Mycel, oder?
Willy: Und wie du gesagt hast.
Manuel: Der Fruchtkörper ist sowohl das unten, also der Fruchtkörper ist auch Mycel,
Manuel: aber halt anders gelagert, also anders geleert.
Willy: Und was baut sich jetzt für Pilze an?
Manuel: Also mittlerweile, es hat sich bei uns dann halt viel ergeben,
Manuel: wir haben acht Jahre lang eben ausschließlich Kaffeesatz als Substrat gehabt,
Manuel: da hatten wir mal mit Corona eine ziemlich harte Zäsur, weil alle dann im Homeoffice
Manuel: waren und wir den ganzen Kaffee aus den Büros nicht mehr hatten
Manuel: Aber durch Corona ist auch die Nachfrage, zumindest während der ersten beiden
Manuel: Lockdowns, ist die Nachfrage voll nach oben.
Manuel: Und wir haben aber dann kein Substrat mehr gehabt. Das heißt,
Manuel: in Corona haben wir erstmals begonnen, auch mit Stroh zu arbeiten.
Manuel: Stroh ist auch für viele Pilze ein guter Nährboden.
Manuel: Und dann hat es sich ergeben, dass ein sehr guter Freund und auch Studienkollege
Manuel: von mir, der auch im Pilzbusiness ist, der hat sich dann dazu entschlossen,
Manuel: ein großes Substratwerk zu bauen in Mannersdorf im Leitergebirge.
Manuel: Das ist eine halbe Stunde von Wien.
Manuel: Und jetzt haben wir seit eineinhalb Jahren unsere Betriebe geteilt.
Manuel: Er produziert das Substrat, also er macht die Blöcke, er macht diese fertige
Manuel: Mischung und nach der Inkubation kommen die zu uns und wir lassen die Pilze
Manuel: rauswachsen, ernten die,
Manuel: vermarkten die, verarbeiten die, weiter zu Produkten.
Manuel: Also seit eineinhalb Jahren haben wir uns
Willy: Quasi die Produktion ausdifferenziert. quasi die erste Teilung eigentlich, oder?
Manuel: Ja, genau, kann man so sagen. Es ist einfach ein ganz... Es sind zwei komplett unterschiedliche...
Manuel: Diese Prozesse, also diese Substratproduktion, ist so unterschiedlich zu dem,
Manuel: was wir machen, nämlich dem Großziehen.
Manuel: Man braucht ein ganz anderes Know-how, man braucht ganz andere Technik.
Manuel: Und es ist eigentlich ganz oft so, dass in der Pilzzucht, also in der industriellen
Manuel: Pilzzucht, in der großen Pilzzucht, dass diese Schritte geteilt sind.
Manuel: Der eine Betrieb macht das, der andere Betrieb macht das, weil es aus logistischen
Manuel: und hygienischen und aus einigen Gründen Sinn macht.
Willy: Und so die Erkenntnis hat sie ja quasi durch den Prozess auch bekommen,
Willy: dass es Sinn macht, oder?
Manuel: Nein, es gab halt davor, wir haben es selbst gemacht und es gab nur die Alternative,
Manuel: wenn wir es zukaufen wollen, hätten wir das in Holland oder in Norddeutschland machen müssen.
Manuel: 1.500 Kilometer zum Substrat kaufen dazwischen.
Manuel: Es gab einfach in Österreich niemanden, der im größeren Stil Substrat gemacht hat.
Manuel: Das heißt, die einzige Alternative wäre gewesen, wir machen es selbst, wir bauen,
Manuel: da hätten wir so 2-3 Millionen Euro investieren müssen und dann war halt so
Manuel: na okay, der David will das sowieso machen und
Manuel: eigentlich genau das, warum sollen wir das gleiche was er 30 Minuten von uns
Manuel: entfernt macht, in Wien noch einmal Also Konkurrenz
Willy: Statt quasi Konkurrenz aufzubauen.
Manuel: Ja, auf jeden Fall und er ist einfach der volle Pro in dem was er macht in dem
Manuel: Substratthema, der steckt da voll drinnen mit seinem ganzen Herzblut und ist
Manuel: sein Labor Nerd und total fachlich, technisch super.
Manuel: Hat aber nicht Verlust auf Vermarkten und auf das, was wir machen.
Manuel: Und das war irgendwie so eine gute Ergänzung.
Studis: Sie haben ja gesagt, dass Sie am Anfang einfach in dem Keller angefangen haben.
Studis: Meine Frage ist, wie hat sich dann eigentlich die Arbeitszeit entwickelt,
Studis: die Sie in der Woche aufwenden müssen, weil die Pilze brauchen ja trotzdem eine
Studis: gewisse Zeit zum Wachsen.
Studis: Ist dann am Anfang viel Arbeit angefangen und wie hat sich das dann im Verlauf
Studis: wenn ein Unternehmen größer geworden ist, wie hat sich das dann verwickelt?
Manuel: Ich würde sagen, es war von Anfang an viel. Wir haben halt die ersten Monate
Manuel: diesen Keller erstmal renovieren müssen.
Manuel: Dann war so der erste Teil schon fertig renoviert. Da haben wir dann schon Substrate
Manuel: produziert, die da drinnen stehen.
Manuel: Dann haben wir währenddessen halt den Rest renoviert. Also es war von Anfang
Manuel: an, ich würde mal sagen, es war nicht, wir haben ja noch studiert und ich hatte
Manuel: noch den Verein nebenher und andere Sachen, aber es waren trotzdem recht schnell,
Manuel: mal 30, 40 Stunden die Woche.
Manuel: Und es ist eine sehr harte Lehrstunde, die ich immer noch nicht abgeschlossen
Manuel: habe, so den Fokus zu setzen.
Manuel: Weil potenziell kann man jede Woche 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche
Manuel: arbeiten. Die Arbeit ist nie aus.
Manuel: Und da Grenzen zu setzen oder Fokus zu behalten, Fokus darauf,
Manuel: was eigentlich, was ist jetzt das Wichtigste, was ist irgendwie so,
Manuel: drum ist dieses, man braucht eine Vision und man braucht Ziele,
Manuel: damit man sich, wenn man in diesen Millionen von möglichen Aufgaben, die man
Manuel: machen könnte, dass man sich da die raussucht, die wirklich wichtig sind oder
Manuel: die einen weiterbringen oder die ja, und auf die Uhr und Arbeitszeit Aufzeichnung
Manuel: mache ich schon lange nicht mehr.
Manuel: Ich mache halt so, weil es mir Spaß macht und das ist manchmal macht es mir
Manuel: Spaß, 14 Stunden am Tag und manchmal brauche ich, habe ich keine Energie und
Manuel: dann mache ich halt kürzer.
Manuel: Okay.
Willy: Muss ich jetzt gleich ansteigen, wie sagt man, einsteigen auf diese Frage,
Willy: wie weiß man denn irgendwann einmal, welche Entscheidungen man trifft,
Willy: was man auch weglassen kann, weil ich kann das Problem aus meinem,
Willy: beruflichen Alltag, dass du einfach potenziell hunderttausend Sachen hast,
Willy: die du machen könntest, von denen du auch das Gefühl hast, du musst sie machen,
Willy: aber man hört dann immer wieder so aussagen, du musst dann irgendwann einmal
Willy: einen Cut machen, du kannst nicht alles machen.
Willy: Wie kann man, wie entscheidet man zwischen relevanten und wirklich,
Willy: wirklich wichtigen Dingen?
Willy: Hast du da irgendeine Strategie entwickelt?
Manuel: Eigentlich weiß man es. Wenn man da kein Gefühl dafür hat, da hat jeder ein Gefühl dafür.
Manuel: Wir neigen halt dazu, dass wir die einfachen Aufgaben zuerst machen.
Manuel: Das ist, glaube ich, ein Fehler. Weil die einfachen Aufgaben sind oft nicht
Manuel: die, das kennt wahrscheinlich auch jeder im Studium von euch.
Manuel: Ich habe gesagt, ich war ein schlechter Schüler. Ich habe immer nur genauso
Manuel: viel gemacht, wie notwendig war, dass ich durchkomme. Und das war auch okay.
Manuel: Aber wenn man selbstständig ist und quasi selbst verantwortlich ist für wie die Firma läuft, dann
Manuel: Und man geht dann immer nur diesen einfachen Weg und man sucht sich immer nur
Manuel: die bequemen Aufgaben raus, dann bleiben die wichtigen oder die nicht so einfachen,
Manuel: bleiben dann auf der Strecke.
Manuel: Und das muss man halt irgendwann checken, dass es halt so eine,
Manuel: man wird immer zu den einfachen hingezogen, weil die sind ja einfach, eh logisch.
Manuel: Aber die wichtigen sind schwer. Und die wichtigen sind die, wo man über den
Manuel: Schatten springen muss.
Manuel: Oder die wichtigen sind das, wo man eigentlich gerade keine Lust drauf hat,
Manuel: weil man da vielleicht wohin fahren muss oder weil man da wen anrufen muss,
Manuel: den man gar nicht kennt, wo man wieder bei der Bank wäre. Damit habe ich kein Problem.
Manuel: Ich kann jetzt sehr gut Leute anrufen, die ich nicht kenne und kann gut telefonieren.
Manuel: Das ist auch nicht selbstverständlich.
Manuel: Ich kenne viele Leute, wo ich mir denke, so führt man kein Telefonat,
Manuel: so beginnt man kein Telefonat.
Manuel: Das ist sowas Banales, aber das sind so Soft Skills, die man halt dann irgendwie braucht.
Manuel: Vielleicht noch abschließend, ich glaube, es gibt so diese, ist es die Eisenhower Matrix?
Manuel: Die habt ihr sicher schon mal gesehen. So dieses, wo quasi auf der X- und auf
Manuel: der Y-Achse gibt es so wichtig, unwichtig, dringend, nicht dringend.
Manuel: Und man soll eigentlich so immer die Sachen machen, wenn man so diese tausend
Manuel: Tasks einteilt in diese vier Cluster, die es da gibt, sollen eigentlich immer
Manuel: die dringenden und wichtigen Sachen, das sind die, die man machen soll.
Manuel: Und wenn was nicht wichtig und nicht dringend ist, das ist die,
Manuel: die man auf die lange Bank schieben kann.
Manuel: Und so in der Eisenhower-Matrix habe ich halt so, ich habe auch aufgehört,
Manuel: To-Do-Listen zu schreiben.
Manuel: Mache ich nur mehr so im Projektmanagement-Kontext, aber so eine Eisenhower-Matrix
Manuel: habe ich so in meinem Kopf, dass ich immer so, okay, das ist wichtig,
Manuel: das ist dringend, okay, das mache ich.
Willy: Gibt es bei euch jetzt mal Fragen? Schmeißt es euch.
Manuel: Also meine Frage wäre, gibt es Pilzarten, die sie auf dem Kaffeesatz und auf
Manuel: dem Stroh, wie sie gesagt haben, nicht züchten können?
Manuel: Gibt es da welche? Also die Pilze, die wir züchten können, sind sogenannte Primär-
Manuel: und Sekundär-Zersetzer, also Saprophüten.
Manuel: Das zählen dazu, die man so klassisch ganzjährig im Supermarkt findet.
Manuel: Das ist so am bekanntesten das Champignon.
Manuel: Dann gibt es den Kräuterseidling, den Shiitake, Austernpilze,
Manuel: Igelstachelbart haben wir jetzt seit ein paar Monaten zum ersten Mal im Spar drinnen.
Manuel: Also es sind so 20 Sparfilialen, die von uns jetzt den Igelstachelbart haben. Kennt man nicht.
Manuel: Also die, die quasi von abgestorbenem Material, so wie ich erzählt habe,
Manuel: leben, die kann man züchten.
Manuel: Und dann gibt es aber noch diese große Gruppe der symbiontischen Pilze.
Manuel: Und Symbiose heißt immer, die brauchen eine Kooperation mit einem lebenden,
Manuel: Baum oder mit einer, es sind quasi nicht welche, die abgestorbenes Material
Manuel: zersetzen, sondern die ernähren sich aus der Symbiose mit einem Baum und das
Manuel: sind zum Beispiel Eierschwamm mal Steinpilze, Prüffel.
Manuel: Ja, die anderen werdet ihr wahrscheinlich nicht kennen. Parasol kennt man vielleicht
Manuel: noch. Also das sind symbiontische Pilze.
Manuel: Das stimmt jetzt nicht ganz, aber die meisten, die so aus der Wiese kommen,
Manuel: sind eher Symbionten und die, die auf toten Bäumen wachsen oder auf Bäumen wachsen,
Manuel: das sind eher Saprophüten, die kann man züchten.
Willy: Gibt es weitere Fragen? Einfach Hände rauf und schmeißt es.
Willy: Ihr müsst ihn warten, bis ich frage, da hat es einfach die Hand drauf und da
Willy: hat es euch selber gegenseitig ein bisschen managen. Aber dies auch.
Studis: Ich hätte eine Frage bezüglich des Kellers noch. Wie habt ihr damals diese Location
Studis: gefunden? Wie kommt man in Kontakt mit den Hausbesitzern?
Manuel: Was glaubst du? Ganz klassisch. wie man auch ein WG-Zimmer sucht.
Studis: So dann online einfach, oder?
Manuel: Ja, toll. Das war irgendwie Willhaben. Und dann, wir haben dann schon auch angefragt,
Manuel: weil ich habe da irgendwie so über ein paar Ecken dann jemanden in Klosterneuburg
Manuel: vom Stift gekannt, ob die was haben.
Manuel: Wir haben sogar mal die Otterkringer Brauerei, die ist zur Gänze unterkellert,
Manuel: da steht alles leer, haben wir uns angeschaut.
Manuel: Aber ja, das war dann ein bisschen später. Aber ganz am Anfang einfach über Willhaben.
Manuel: Da haben wir so Souterrainkeller, Keller, das kann man ja ganz gut filtern.
Manuel: Das ging damals auch schon vor elf Jahren.
Willy: War man noch eine Frage?
Manuel: Ja, ich wollte jetzt auch noch mal fragen, wie es ausschaut mit dem Vertrieb.
Manuel: Also, wo werden die Pilze überall angeboten? Ich habe jetzt gehört,
Manuel: beim Spar, aber gibt es dann auch so kleinere Läden oder ist jetzt mal das Hauptaugenmerk,
Manuel: die Produkte in den Supermarkt zu bekommen?
Manuel: Also, wir haben...
Manuel: Und grundsätzlich ungefähr zwei Drittel der Pilze, die wir produzieren,
Manuel: werden als Frischpilze verkauft.
Manuel: Ein Drittel wird weiterverarbeitet zu Bratwürstel.
Manuel: Ich habe jetzt leider keine schönere Verpackung mehr gehabt,
Manuel: aber so kriegt die Gastronomie unsere veganen Bratwürstel. Wir haben Pestos,
Manuel: Aufstriche, Sugos, Gulasch.
Manuel: So ist ungefähr mal quasi das Verhältnis von frisch zu verarbeitet.
Manuel: Wir haben verschiedene Vertriebskanäle, wobei Spar schon seit sieben Jahren
Manuel: die Gläser in den Gourmet, das sind so 40, 50 Filialen, im Markt hat.
Manuel: Aber den Großteil haben wir bis vor kurzem über unseren eigenen Online-Shop
Manuel: ganz viel an Restaurants, also Frischpilze ganz viel direkt an Restaurants,
Manuel: viele kleine Bio-Läden, dort 100 Euro, dort 200 Euro pro Woche,
Manuel: dort da, da, da, überall so kleinteilig.
Manuel: Und erst seit heuer,
Manuel: Beziehungsweise seit wir jetzt, wir haben vor zwei Jahren sind Investoren bei
Manuel: uns eingestiegen, dann haben wir uns einiges vergrößern können und haben jetzt
Manuel: ungefähr so eine Tonne Pilze pro Woche und erst seit wir das Geld investiert haben,
Manuel: also seit wir jetzt mit den Baustellen fertig sind und das war so letztes Jahr, Mitte letztes Jahr,
Manuel: haben wir auch größere Partner dazugenommen mit den Frischpilzen und das ist Gurkerl und Spar.
Manuel: Also eigentlich seit Ende Jänner gibt es jetzt unsere Sachen auch in 40 Spargourmets,
Manuel: drei Interspars, jetzt kommen ein paar Euro Spars dazu.
Manuel: Gurkerl ist, Gurkerl sagt euch was? Genau, Gurkerl ist auch ein ziemlich guter
Manuel: Kunde, eigentlich mittlerweile.
Manuel: Und ja, jetzt mit dem Größerwerden geht es auch mehr in Richtung größere Partner.
Manuel: Und mit Spar wollen wir weiter ausbauen.
Manuel: Meine Frage wäre, wie viele Standorte haben Sie mittlerweile?
Manuel: Wie viele Mitarbeiter? Und vielleicht können Sie auch verraten,
Manuel: wie viel Umsatz Sie mittlerweile mit den Pilzen machen?
Manuel: Also wir haben zwei Standorte, einen in der Lobau in Wien und einen in Klosterneuburg.
Manuel: Aktuell planen wir den dritten, der wird ziemlich groß und dann kommt die Frage,
Manuel: ob der kleinste, also in der Lobau, ob der aufgelassen wird.
Manuel: Also aktuell zwei Standorte, der dritte in Planung. Wir sind zwölf Leute,
Manuel: aber umgerechnet auf Vollzeit sind wir nicht ganz siebeneinhalb oder acht,
Manuel: glaube ich, wenn man es auf viele Teilzeiten geringfügig geht.
Manuel: Und wenn es gut geht, kratzen wir heuer zum ersten Mal die Million,
Manuel: also eine Million Umsatz.
Manuel: Wenn das zweite Halbjahr gut läuft, können wir es schaffen. Genau. War noch was dabei?
Manuel: Mitarbeiterstandard Umsatz, ja. Gewinn ist was anderes.
Manuel: Gewinn ist, wir haben in den neun Jahren einmal Gewinn gemacht,
Manuel: sonst immer Verlust, weil wir halt ständig am Investieren waren.
Manuel: Und wir haben auch dann, also wir haben halt irgendwie ständig,
Manuel: es war nie so ein Jahr, wo es wirklich so war,
Manuel: Corona war vielleicht ein bisschen speziell, aber es war nie so ein Jahr,
Manuel: wo ich gedacht habe, wo ich das Gefühl hatte, okay, jetzt ruhen wir uns mal
Manuel: auf dem aus, was wir haben, weil immer so, wir konnten immer mehr verkaufen.
Manuel: Es war immer, wenn man eigentlich immer ausverkauft, es war immer so das Gefühl,
Manuel: okay, das funktioniert, wie kommen wir mal zum nächsten Schritt.
Willy: Darf ich da eine kurze Frage anschließen? Wie kann man in zehn Jahren Neujahr Verlust machen?
Manuel: Alles geht.
Manuel: Aber am gewissen Punkt ist es halt so, also wir haben halt immer wieder nachgeschossen,
Manuel: privat nachgeschossen, wir haben uns ja quasi unser Gehalt gezahlt.
Manuel: Das ist natürlich beim Verlust dabei. Wir haben
Manuel: dann irgendwann mal Fremdkapital aufgenommen. Wir haben jetzt ungefähr ich würde mal sagen
Manuel: 350.000 Euro Schulden halt so ungefähr. Aber bei einem Millionenumsatz ist das
Manuel: irgendwie noch so in einem relativ gesunden... Schöner wäre es,
Manuel: wenn wir keine Schulden hätten, aber es ist halt nicht realistisch.
Manuel: Wenn wir keine Schulden gemacht hätten und wenn wir nicht die Verluste gemacht
Manuel: hätten, dann würden wir jetzt immer noch irgendwo bei 100 Kilo,
Manuel: 200 Kilo die Woche herumgurken und so haben wir halt irgendwie 1000 Kilo und
Manuel: der Umsatz geht nach oben.
Manuel: Wir machen jetzt die neue Runde,
Manuel: also die neue Kapitalrunde für den neuen Standard. Da sammeln wir jetzt,
Manuel: Wenn es gut geht, sammeln wir eine Million ein, um den neuen Standard zu machen,
Manuel: wo wir dann von einer Tonne auf fünf Tonne pro Woche erhöhen können.
Manuel: Es ist halt dann es muss sich noch gut anfühlen das Risiko mit dem ich privat
Manuel: drinstecke das muss noch in einem
Manuel: Das muss sich noch gut anfühlen. So stehe ich da dazu.
Manuel: Ich glaube, Amazon hat, glaube ich, zehn Jahre Verlust gemacht oder 15 Jahre
Manuel: Verlust gemacht, bevor sie dann irgendwann in die Gewinnzone kommen sind.
Manuel: Also das Gewinnverlust, es darf einem das Geld nicht ausgehen. Das ist extrem wichtig.
Manuel: Liquidität ist ein Killer.
Manuel: Also wenn man irgendwie eine Firma aufbaut, und man hat da irgendwie so dieses
Manuel: tägliche Geschäft, das operative Tagesgeschäft, das alles laufen muss.
Manuel: Und parallel steckt man aber in diesen Wachstumsprozessen drinnen,
Manuel: wo man irgendwie schaut, neuer Standort, neue Mitarbeiter, es kommen ständig,
Manuel: im Team ändert sich ständig was, neue Positionen kommen dazu,
Manuel: man wächst von fünf auf sieben, auf zehn, auf zwölf Leute,
Manuel: mit jeder Person verschieben sich Dynamiken.
Manuel: Das ist einfach, das kostet alles und da darf man einfach nicht die Überblicke
Manuel: über die Liquidität verlieren.
Manuel: Wir wären schon zwei, dreimal fast dran gestorben, dass uns das Geld ausgegangen
Manuel: ist, weil wir, eigentlich ist es gut gelaufen, aber es weiß ich,
Manuel: wir haben dann, Kunden haben langsamer gezahlt als geplant.
Manuel: Man muss dann irgendwie immer schauen, dass der Cashflow passt.
Manuel: Und das kann einem in so einer Wachstumsphase extrem schnell das Genick brechen,
Manuel: wenn man dann so zwei, drei Monate ein bisschen den Überblick über die Finanzen
Manuel: verliert, kein Geld mehr hat,
Manuel: kann es schnell vorbei sein.
Willy: Das Gefühl habe ich auch schon einmal gehabt. Am Anfang unterschätzt man,
Willy: warum ist Liquidität immer so wichtig?
Willy: Aber wenn du dann das erste Mal spürst, dass quasi, du hast über das Jahr gesehen
Willy: genug Geld, aber es geht da genau in einem Zeitraum aus, wo es dann...
Manuel: Ja, genau. Es sind dann oft so Dinge, an die man, also in unserem Beispiel zum
Manuel: Beispiel, wenn wir investieren, dann gibt es in der Landwirtschaft für Investitionen Förderungen.
Manuel: Das heißt, wenn wir eine Million Euro investieren, kriegen wir im Nachhinein
Manuel: irgendwie so bis zum Drittel 300.000 Euro zurück.
Manuel: Wir müssen aber die ganze Million vorfinanzieren. Und wir wissen,
Manuel: wenn dann das Projekt gut abgeschlossen ist, dann reicht man alles ein,
Manuel: dann wird das geprüft und dann kriegt man 300.000 Euro zurück.
Manuel: Beispiel jetzt. Und diese 300.000, man weiß schon, dass die irgendwann kommen,
Manuel: aber wenn man das unterschätzt, es dauert ja alles ewig.
Manuel: Baustelle abschließen, einreichen, Bürokratie, Ende nie, bis alle Genehmigungen, alles da ist,
Manuel: da vergehen einfach schnell mal Monate und diese 300.000, wenn man die schon
Manuel: für, wenn man da im Jänner damit rechnet, dass das kommt und man hat das zum
Manuel: ersten Mal gemacht, dann kann es leicht sein, dass das erst im Juli kommt und
Manuel: wenn einem dann ein halbes Jahr 300.000 Euro fehlen,
Manuel: dann tut das einfach weh und dann muss man die Bank überzeugen,
Manuel: dass so, hey, wir haben die Genehmigung, wir haben da stets,
Manuel: dass wir das Geld kriegen, aber halt erst in einem halben Jahr,
Manuel: wenn die dann nicht mitspielen,
Manuel: Dann kann es sein, dass einem das genickt.
Manuel: Dann kann man die Kunden nicht mehr zahlen, dann kann man die Mitarbeiter nicht
Manuel: mehr zahlen. Das geht dann recht schnell.
Manuel: Das ist, glaube ich, bei vielen Unternehmen der Grund für Insolvenz.
Manuel: Dass sie eigentlich gute Ideen haben, gut auf Kurs sind, aber irgendwann ist
Manuel: der Moment da, wo man sich im Cash oder in der Liquidität verhaut.
Manuel: Und ich bin ja kein Finanzler.
Manuel: Ich habe mal ein bisschen in der Bank gearbeitet. Ja, ich habe Hack gemacht, aber
Manuel: Ich kenne mich ein bisschen aus mit Finanzen, aber nicht gut.
Manuel: Und als kleines Team hat man niemanden, der das kann.
Manuel: Ich will eigentlich die Firma voranbringen und ich will irgendwie so coole Sachen,
Manuel: coole Produkte, coole Projekte machen und will mich nicht um Cashflow kümmern. Aber muss man.
Willy: Muss man.
Studis: Vor meiner eigentlichen Frage noch eine zu den Verlusten und der Erwachsene. Phase.
Studis: Verfolgt ihr da das Prinzip, dass Verluste gesund sind, weil dann Investoren
Studis: nicht erwarten, dass man jedes
Studis: Jahr mehr Gewinn macht, sondern sich schon freuen, wenn man Null schreibt?
Manuel: Wir sind jetzt nicht so Investoren getrieben. Wir haben Investoren mit an Bord
Manuel: genommen, weil es sich ergeben hat und weil die gute strategische Partner auch waren für uns.
Manuel: Die decken jetzt zumindest die kommen aus der Finanz, unsere Investoren und
Manuel: die decken, die halten wieder jetzt den Rücken frei, was Bewertungen,
Manuel: all diese Dinge gibt, ich muss Reportings machen, wir haben ein Controlling
Manuel: aufgebaut mit denen gemeinsam.
Manuel: Also Investoren, an Investoren, die nur Geld geben und dann aber nichts einbringen,
Manuel: habe ich eigentlich kein Interesse.
Manuel: Das muss sich gut anfühlen und die müssen irgendwie die gleiche Vision haben
Manuel: und müssen sehen, dass wir wir sind in erster Linie Impact getrieben und nicht
Manuel: Gewinn getrieben, aber natürlich muss man auch irgendwie finanziell
Manuel: performen, sonst helfen die besten Vorsätze nichts.
Manuel: Deswegen, zurück zu deiner Frage, ich habe
Manuel: Gewinn oder Verlust ist für mich so ein bisschen, klingt blöd,
Manuel: aber es ist ein bisschen nebensächlich.
Manuel: Solange das Geld nicht ausgeht, solange wir wachsen und solange wir unsere Ziele
Manuel: erreichen und solange wir neue Partner gewinnen und mit Spar alles läuft und
Manuel: die größer werden wollen und wir
Manuel: neue Restaurants gewinnen und die Kunden zufrieden sind und alles wächst,
Manuel: ist es gar nicht so wichtig, Gewinn oder Verlust zu haben.
Manuel: Man muss halt Geld ausgeben, wenn man Geld ausgeben muss.
Manuel: Heißt nicht, dass man es beim Fenster rausschmeißen soll.
Studis: Und meine eigentliche Frage, die wurde eh schon größtenteils beantwortet,
Studis: aber wegen der Inkubationszeit gibt und die Erntezeit, gibt es dann verschiedene
Studis: Monate, wo dann mehr sozusagen produziert wird oder ist es um das Jahr herum immer gleich viel?
Willy: Es ist eine ziemlich gute Frage.
Manuel: Es ist ziemlich stabil. Also wir ernten viermal die Woche. Also wir müssen schauen,
Manuel: dass immer was frisch ist.
Manuel: Wenn die Pilze geerntet sind, dann können wir die nur drei, vier Tage verkaufen
Manuel: als Frischware. Das geht irrsinnig.
Manuel: Es ist nicht wie beim Kartoffel, den erntet man und dann kann man es gut einlagern.
Manuel: Aber es gibt eigentlich wenig saisonale Schwankungen.
Manuel: Es ist so im Sommer ein bisschen weniger Nachfrage, weil eben da die Steinpilze
Manuel: und die Eierschwammerl und das ganze andere frische Gemüse gerade Hauptsaison hat.
Manuel: Das spüren wir ein bisschen. Die Leute kochen auch weniger im Sommer.
Manuel: Vielleicht mal schnell so ein Salat oder was, aber das merkt man.
Manuel: Aber eigentlich haben wir so von September bis Mai haben wir so Hauptsaison
Manuel: und dann ist es paar Monate ein bisschen weniger.
Manuel: Diese paar Monate wollen wir aber dann zum Beispiel schauen,
Manuel: dass wir mehr Grillwürstel verkaufen oder dass wir dann halt so die,
Manuel: dass wir es ein bisschen umlenken, dass es sich abfedert.
Studis: Ja, das sollte ich eh anschließend fragen, ob wenn sie sich mal verkalkulieren
Studis: und zu viel Produkt haben, ob sie es dann umwandeln in andere Waren,
Manuel: Bevor sie schlechten. Das ist der Hauptgrund, wieso wir überhaupt diese verarbeiteten
Manuel: Sachen machen, eben weil wir keine, weil es so schnell gehen muss.
Manuel: Es lässt sich nie, es ist ja doch irgendwie Natur, mit denen wir arbeiten und
Manuel: obwohl wir alles, selbst wenn wir alles noch so perfekt regeln können und genau
Manuel: die Temperatur einstellen können und alles, gibt es trotzdem immer wieder Schwankungen.
Manuel: Und wenn wir Überschuss haben, dann müssen wir das nicht wegwerfen,
Manuel: sondern können es einfach haltbar machen und verarbeiten.
Studis: Und was wäre mit eingefrorenen Schwammeln? Weil persönlich bin ich kein Fan
Studis: davon, aber ist das dann auch eine Lösung?
Manuel: Das ist eine absolute Not-Not-Not-Not-Lösung. Also bevor wir es wegschmeißen, frieren wir es ein.
Manuel: Wir haben eine Palette, es gibt so die Wiener Eiswerke, wo man sich so als Firma
Manuel: einen Palettenplatz mieten kann und dort halt dann immer reinbringen kann.
Manuel: Aber es passiert eigentlich kaum. Voll.
Willy: Gibt es noch weitere Fragen? Einfach weiter schmieden. Da, da, da, da vorne ist es.
Manuel: Ich hätte jetzt nochmal zwei Fragen. Erstens, wie teuer ist es,
Manuel: zum Beispiel jetzt so ein Strohblock grundsätzlich zu produzieren und wie oft
Manuel: kann ich den eigentlich dann auch nutzen?
Manuel: Also ist der nach einmal anbauen und mit diesem, wie heißt das nochmal?
Manuel: Mit Zählen. Ja, genau, zu bespüren, wie lange hält das dann in Endeffekt?
Manuel: Da geht es weniger darum, wie lange hält, sondern da geht es um den Ertrag, den es macht.
Manuel: Also wir brauchen, damit es gut läuft, so ein Block wiegt ungefähr 3,2 Kilo.
Manuel: Und wir brauchen aus diesen 3 Kilo, im besten Fall haben wir 30% Ertrag.
Manuel: Das heißt, wenn aus 3 Kilo 900 Gramm Pilze rauskommen, die wir verkaufen können,
Manuel: geht es sich finanziell top aus.
Manuel: Kritisch wird es, wenn wir so bei 16, 18, 20% herumdümpeln. Also da müssen wir
Manuel: immer eben schauen, dass man da möglichst alles über 20 ist okay.
Manuel: Es kann sein, dass 30 Prozent werden, aber wenn es unter 20 ist,
Manuel: ist es schon kritisch, weil es viel kostet.
Manuel: Ich kann es dir sagen, die reine Produktion kostet uns, so würde ich jetzt mal
Manuel: sagen, inklusive Transport, hat, ich sage mal 3,50 Euro für einen Block.
Manuel: Und wenn da ein Kilo Pilze rauskommt oder 30, sagen wir 900 Gramm Pilze rauskommen,
Manuel: können wir die für 16 Euro verkaufen.
Manuel: Dann haben wir sowas 4 Euro, 16 Euro gemacht. Dann müssen wir aber noch die
Manuel: Arbeitszeit, die Verpackungen, die ganzen Fixkosten, alles muss dann noch reingerechnet werden.
Manuel: Genau.
Manuel: Und es ist von Pilz zu Pilz unterschiedlich, wie oft was rauskommt.
Manuel: Im Shiitake, der wird einmal abgeerntet, Ein Flasch, dann ist es vorbei,
Manuel: beim Osterpilz können drei Flasches kommen, von Mal zu Mal wird es weniger.
Manuel: Ja, also es beantwortet eine Frage kurz noch dazu.
Manuel: Also von was ist es abhängig, wie viel Ertrag ich bekomme?
Manuel: Weil ich meine, die Bedingungen werden jetzt ziemlich gleich immer sein in diesen Kühlräumen.
Manuel: Ist das dann vom Strohballen abhängig oder wie schaut das daraus?
Manuel: Es kommen vier Faktoren. Es ist einmal das Saatgut. Also bei Pilzen sagt man
Manuel: nicht Saatgut, sondern das ist so der Mutterstamm. Also die Mutterkultur muss
Manuel: passen, die muss so ein gutes Train, sagt man da, also eine gute Kultur sein.
Willy: Wie dein eigenes Geschäft, wo die erstellt werden?
Manuel: Ja, das ist oft auf Unis oder da gibt es nur zwei, drei Firmen in Europa,
Manuel: die diese Mutterkulturen herstellen.
Manuel: Dann müssen die Rohstoffe passen. Also es macht extreme Unterschiede,
Manuel: ob das Stroh feucht geerntet wurde,
Manuel: ob das Stroh gut abgetrocknet ist bei der Ernte, Also das kann man nie so ganz
Manuel: genau, auch wenn es gleich ausschaut,
Manuel: es sind immer Unterschiede im Stroh.
Manuel: Dann muss die Produktion passen, es muss gut sterilisiert sein,
Manuel: es muss gut durchwachsen sein.
Manuel: Und dann muss die Kulturführung, also das, was bei uns dann ist,
Manuel: was du angesprochen hast mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Frischluft,
Manuel: das sind die drei wichtigen Sachen, die müssen von uns stabil gehalten werden.
Manuel: Und wenn das alles gut zusammenpasst, dann haben wir hohe Erträge.
Manuel: Und wenn einer von diesen Faktoren nicht so gut passt, dann kann es halt runtergehen.
Manuel: Wenn eine Nacht die Lüftung ausfallen würde bei uns, kann es sein,
Manuel: dass uns das 50.000 Euro kostet.
Manuel: Oder wenn es 24, 36 Stunden die Lüftung nicht läuft, dann wird so viel CO2 prosokiert
Manuel: werden, wenig Frischluft, das wird wahrscheinlich ziemlich schnell alle Kulturen umbringen.
Manuel: Deswegen ist es so diese technische, wie im Obstbau. Wenn die Kirschen kurz
Manuel: vorm Ernten sehen und dann hakelt es mal so richtig.
Manuel: Pech, alles hin. Und so ist es bei uns irgendwie auch nur, dass wir nicht einmal
Manuel: pro Jahr ernten, sondern eigentlich das ganze Jahr über immer wieder.
Willy: Und das ist ja das, was ich so quasi aus meiner Pilzzuchtzeit mitgenommen habe.
Willy: Ich war immer im Hobbybereich tätig.
Willy: Da freue ich mich, wenn einer rauswächst und dann nimmst du den und dann hast
Willy: du irgendwie so ein bisschen 3% Ertragsbereich oder sowas.
Willy: Das wirklich Teure und das wirklich Schwierige in der Pilzzucht ist,
Willy: soweit ich es verstanden habe, diese Konstanz. Dass du quasi konstant hohe Erträge
Willy: erwirtschaftest und dass die nicht zu sehr schwankt, weil du dann sehr,
Willy: sehr abhängig bist auch von diesem konstanten Ertrag, oder?
Manuel: Ja, absolut abhängig. Also wir müssen halt, Spar wird von uns zweimal die Woche frisch beliefert.
Manuel: Einige Restaurants werden sogar dreimal die Woche frisch beliefert.
Manuel: Und wenn wir nicht konstante Erträge haben, die wir täglich oder fast täglich ernten,
Willy: Geht das nicht aus. Mit Liquide bleiben quasi auch bei den Pilzen, oder?
Manuel: Ja, die Pilze müssen liquide bleiben. Die Pilze müssen fließen.
Willy: Die Pilze müssen fließen. Ja, gibt es gerade noch Fragen? Eure Fragen gehen dann vor.
Manuel: Ich wollte fragen, mit den Restaurants, sind die nur in Wien oder ist das auch
Manuel: Niederösterreich, Steiermark, vielleicht Oberösterreich?
Manuel: Wir haben keinen Großartespartner. Das heißt, wir liefern alle Restaurants direkt mit uns.
Manuel: Wir haben zwei Elektroautos, mit denen machen wir die Lieferungen.
Manuel: Und da haben wir ein paar Kunden im Süden von Wien, so Kumpulskirchen,
Manuel: Mödlinger Gegend, aber sonst ist alles in Wien.
Willy: Also die Batterie ist der Limit, oder wie?
Manuel: Die was?
Willy: Die Batterie ist das Limit.
Manuel: Ja, eher die Mengen, weil ein Restaurant braucht, die besten Restaurants brauchen
Manuel: in der Woche 30, 40 Kilo und das mit einer Palette zu schicken,
Manuel: das wird den Preis dann so rauftreiben und ja,
Manuel: ich würde gerne auch in Zukunft ohne, also ich würde gerne die Spar,
Manuel: mit Spar schon national, kann ich mir vorstellen, dass wir dann die Zentrallager
Manuel: anliefern und die verteilen es dann, aber in der Gastronomie würde ich eigentlich
Manuel: nur in, gerne nur in Wien oder so die, vielleicht noch die Randbezirke, also die
Manuel: Speckgürtel mitmachen, aber
Manuel: österreichweit Gastronomie,
Manuel: das sind die Großhandelspreise, das ist so mühsam, da wird es so eng schon mit
Manuel: dem Preis einfach, wenn da noch jemand dazwischen ist, der mitverdienen muss.
Willy: Werfen, werfen.
Studis: Ich hätte eine Frage. Gibt es international oder auch in Österreich ein vergleichbares
Studis: Produkt oder eine Konkurrenz oder so?
Studis: Oder vielleicht nicht Pilzen oder etwas anderes?
Manuel: Ja, gibt es. Wir sind Mitglieder in der ESMI.
Manuel: Es gibt die European Society for Specialty Mushroom Growers.
Manuel: Es gibt so eine einen europäischen Verband.
Manuel: Wir waren jetzt gerade vor einem Monat, war ich eine Woche in Italien,
Manuel: wo wir uns sämtliche Pilzzuchtbetriebe in Italien angeschaut haben.
Manuel: Wir treffen uns zweimal im Jahr, einmal für eine längere Exkursion und einmal
Manuel: für die Hauptversammlung.
Manuel: Und das sind halt so, die allermeisten sind da irgendwie Mitglied und wir versuchen
Manuel: halt in Summe die Nachfrage.
Manuel: Unser großes Ziel ist es ja nicht, irgendwie andere Pilzzüchter vom Markt zu
Manuel: vertreiben oder irgendwie bessere Pilze zu haben wie andere Pilztüchter,
Manuel: sondern wir wollen eigentlich den Kuchen groß machen.
Manuel: Wir wollen, dass die Leute Pilze als Alternative zu Fleisch irgendwie im Kopf
Manuel: haben und sich denken, hey, heute mal mache ich ein Schnitzel aus Osternpilzen
Manuel: und nicht aus Kalbsfleisch oder so.
Manuel: Weil es auch gut schmeckt und weil es Alternativen zu Fleisch braucht.
Manuel: Einfach. Also das ist so unser Antrieb. Und vielleicht, dass ihr da ein bisschen Zahlen habt im Kopf.
Manuel: Und du wisst ja, wie hoch der Fleischkonsum ist in Österreich?
Manuel: Pro Person, was quasi pro Person pro Jahr an Lebendgewicht Fleisch verbraucht
Manuel: wird? Hat jemand eine Guess?
Manuel: Schätzung?
Willy: Schreit es raus.
Manuel: Es sind so 65 Kilo pro Person, pro Jahr, was wir in Österreich an Fleisch pro
Manuel: Person eben verbrauchen.
Manuel: Und bei den Edelpilzen, also alles, was nicht Champions ist,
Manuel: sind wir bei, ich will euch nicht anlügen, aber irgendwo bei 200 Gramm.
Manuel: Also wir haben irgendwie so den Faktor...
Willy: Da geht noch was.
Manuel: Da geht noch was. Wir essen 50 Mal mehr Fleisch auf ein, zwei Mal,
Manuel: das irgendwie, keine Ahnung, 20 Gramm wiegt, essen wir ein Kilo Fleisch.
Manuel: Und da sehen wir halt noch irrsinnig viel Potenzial nach oben.
Manuel: Und da wollen wir an den politischen Rahmenbedingungen arbeiten,
Manuel: da wollen wir auch an den Konsumenten arbeiten, wollen Leute irgendwie
Manuel: davon überzeugen, dass man mit Schwammerl mehr als nur eine Schwammerlsoße machen
Manuel: kann oder ein, was auch immer man mit Schwammerl so macht.
Manuel: Und die Leute irgendwie begeistern und motivieren, Sachen auszuprobieren.
Manuel: Wir kriegen jetzt einen Stand am Naschmarkt, falls ihr das mitgekriegt habt.
Manuel: Im September wird der Naschmarkt gerade ganz umgebaut.
Manuel: Und da haben wir uns beworben, gemeinsam mit einer Gärtnerei.
Manuel: Und kriegen dort einen ziemlich coolen Gemüsestand, wo wir auch so Streetfood
Manuel: machen wollen mit Pilzen. Und wo man sich Mittagessen holen kann.
Manuel: Einfach so auch, um Pilze bekannter zu machen.
Willy: Ab wann?
Manuel: Ja, wenn es wahr ist, ab Ende September, aber die Baustelle schaut nicht so aus,
Manuel: Als...
Manuel: Ja, Baustellen.
Manuel: Aber nein, es kann schon sein, dass sich das ausgeht. Also geplant wäre Start Ende September.
Manuel: Nice.
Manuel: Suchen wir doch gerade eine Geschäftsführung, falls wer wen kennt. Für den Markt sein.
Willy: Für den Markt.
Manuel: Ich interessiere mich dafür, gerade wenn wir bei dem Thema sind,
Manuel: wie ist es mit der Produktion von den Würsten?
Manuel: Wie funktioniert das genau und wie gesund ist es auch? Man hört es ja immer
Manuel: wieder, zum Beispiel bei Beyond Meat, dass man sagt, okay, jetzt veganes Fleisch
Manuel: schmeckt super, ist relativ ähnlich, auch von der Konsistenz oder so,
Manuel: aber dann brutal verarbeitet und hat einen Haufen Zusatz- und Konservierungsstoffe.
Manuel: Also grundsätzlich sind wir auch davon überzeugt, dass Pilze ein guter Fleischersatz
Manuel: sind, weil man bei den Pilzen eigentlich gar nichts ändern muss.
Manuel: Die kann man so essen und kann sie panieren wie Schnitzel. Wenn man die paniert
Manuel: und frittiert, sind sie natürlich für die Gesundheit Mittelgut.
Manuel: Bei den Würsteln ist es so, dass wir sie unbedingt vegan machen wollten,
Manuel: haben sie aber zum Binden brauchen.
Manuel: Pilze haben keine Eiweiße oder nichts, was klebt drinnen.
Manuel: Das heißt, wir haben bei den Würsteln Gluten, also Seitan als Basis,
Manuel: was zum Beispiel für total viele ein Problem ist.
Manuel: Weil Glutenunverträglichkeit oder, also wenn es nicht Zöliakie ist,
Manuel: liegt zumindest Gluten vielen schwer im Magen.
Manuel: Und da muss man immer einen Kompromiss finden. Ich bin großer Fan von kurzen Zutatenlisten.
Manuel: Also es stimmt ja wirklich, wenn man sich diese New Meat, also in Österreich ist Revo Foods,
Manuel: weiß nicht, ob ihr die kennt, Die machen so 3D-geprinteten Lachsfilets aus einem
Manuel: 3D-Drucker, vegan, schmeckt super,
Manuel: schaut super krass echt aus.
Manuel: Und die haben halt den Ansatz so, wir wollen, es geht uns nicht darum,
Manuel: das gesündeste Produkt zu machen, sondern wir wollen ein...
Manuel: Ein ähnliches Produkt machen. Das ist halt so eine Philosophie.
Manuel: Ich bin eher, auf der anderen Seite, bin eher für kurze Zutatenliste und will
Manuel: es möglichst natürlich lassen, aber wir haben dafür so Probleme wie,
Manuel: okay, wenn man keine super Pfanne hat, kleben unsere Würstel leicht an.
Manuel: Wenn wir irgendwelche Chemikalien, wenn wir Zusatzstoffe dazugeben würden,
Manuel: könnten wir vielleicht dieses Problem lösen, dass die nicht ankleben.
Manuel: Dann hätten vielleicht die, dann würden sich vielleicht mehr Kunden darüber freuen.
Manuel: Aber wir haben dafür irgendwelche anderen Sachen drinnen. Also es ist immer so ein
Manuel: Balanceakt. Und ich weiß nicht, wie es sich durchsetzt. Im Moment gibt,
Manuel: habe ich das Gefühl, im Moment sind noch beide Streams, jetzt sage ich mal so, gleich auf.
Manuel: Also die einen sagen, wir wollen
Manuel: ein möglichst geiles Produkt mit allen Zusatzstoffen, sind uns egal.
Manuel: Hauptsache es ist kein echtes Fleisch, weil wir vermeiden ja trotzdem Tierleid
Manuel: und die tierische Produktion, Fleischproduktion, verschlückt irrsinnig viele Ressourcen.
Manuel: Also es ist ein riesengroßes Problem in der ganzen Nachhaltigkeitsdebatte,
Manuel: die Art und Weise, wie wir Landwirtschaft betreiben.
Manuel: Und auf der anderen Seite sind halt die, die sagen, ja, wir machen es möglichst
Manuel: kurz, wir müssen dafür Kompromisse eingehen, wie das Würstchen klebt an oder
Manuel: vielleicht schaut es nicht so echt aus oder vielleicht schmeckt es sogar gar
Manuel: nicht mal so gut, wie es sein könnte, wenn wir zusetzen würden.
Manuel: Genau. Wie ist das so geschmacklich? Also schmeckt es dann so relativ nach Pilz noch?
Willy: Ja, bei Pilz.
Manuel: Ja, du darfst dann das Packer mitnehmen. Ich war gestern mit meinem Mitbewohner
Manuel: noch bei Ikea und dann hat er mal aus Spaß den veganen Hotdog genommen.
Manuel: Aber meinte, das war schon noch ein krasser Unterschied. Ja,
Manuel: ja, stimmt schon. Also es ist...
Manuel: Wir haben eine kurze Zutatenliste. Die Leute mögen es, aber die Leute mögen
Manuel: es auch, weil es eben nicht genau schmeckt wie ein Bratwürstel.
Manuel: Sie kommen sehr gut an. Ich mache dir selbst ein Bild.
Manuel: Ich tue mir schwer, unsere eigenen Produkte in den Himmel zu heben.
Manuel: Das ist nicht meine Hereingehensweise.
Manuel: Ob es so ähnlich ist oder eher anders, oder auch gerade so diesen Pilzgeschmack hat.
Manuel: Der Pilzgeschmack kommt durchs Rösten raus. Wenn man die Würstel in der Pfanne
Manuel: röstet, kommt der halt gut raus.
Manuel: Das ist wie mit Fleisch eigentlich. Fleisch, einfach so, schmeckt auch noch
Manuel: nicht viel, wenn man es gut zubereitet und würzt.
Manuel: Da kann man dann irgendwie, oder durchs Rösten, durch die Zubereitungsart,
Manuel: kann man dann halt den Geschmack rausholen.
Willy: Ja, schmeißen wir rüber. Machen wir kurz, weil du das rüberwirfst,
Willy: eine Umfrage. Wir haben ja gesagt, möglichst ähnlich am Fleisch oder möglichst kurze Zutatenliste.
Willy: Schaut in die Gruppe, wer ist Team möglichst ähnlich?
Willy: Zwei. Wäre es das Team möglichst kurze Zutatenliste?
Willy: Mehr. Okay, also in dem Fall sehr eindeutig ist jetzt die Frage,
Willy: ob es ein sozialer Wünsch der Antwort ist, weil du da bist. Ich wollte gerade sagen.
Manuel: Ob das jetzt deswegen ist, weil ich da bin.
Willy: Ob du verzehrst, ob du den Meier ausbringst.
Manuel: Ich glaube, es hat einfach beides auch seine Berechtigung. Es ist beides voll
Manuel: okay und es wird sich dann halt irgendwo einpendeln.
Manuel: Dieses Bewusstsein dafür, dass
Manuel: dass Fleisch ein Problem ist. Also ich sage jetzt nicht, wir müssen alle vegan-vegetarisch
Manuel: werden, aber dass Fleisch ein Problem ist, weil wir es in solchen großen Massen,
Manuel: in solchen großen Strukturen produzieren, das muss alles gefuttert werden,
Manuel: die ganze Kacke muss irgendwo entsorgt werden.
Manuel: Es ist einfach ein riesiges Problem.
Manuel: Und wir essen, es gibt so die Planetary Health Diet, sagt euch die was?
Manuel: Die quasi sagen wird, die schaut sich an, wie sollen wir uns ernähren,
Manuel: damit das sowohl für uns als Menschen gesund ist, als auch für den Planeten gesund ist.
Manuel: Und die sind sich ziemlich einig, dass sowohl für uns als aus gesundheitlichen
Manuel: Aspekten 16 Kilo, ich glaube 16 Kilo ist gut, und für den Planeten wären 16
Manuel: Kilo auch gut verträglich.
Manuel: Und wir essen halt das Vierfache im Schnitt.
Manuel: Das heißt, es geht überhaupt nicht darum, irgendjemandem Fleisch wegzunehmen
Manuel: oder zu sagen, hey, einmal die Woche Steak ist ein Problem, sondern das ist kein Problem.
Manuel: Das Problem ist dieses gar nicht drüber nachdenken und überall Massen an und
Manuel: das Schnitzel ist, ein Hühnerschnitzel ist billiger wie ein oder vielleicht
Manuel: gleich teuer wie ein Pilzschnitzel.
Manuel: Das stimmt schon, weil halt die Fleischindustrie auch ganz stark subventioniert
Manuel: ist, was wir überhaupt nicht sind. Also das sind auch so ein bisschen unfaire
Manuel: Voraussetzungen, unfairer Wettbewerb.
Manuel: Oder bei den, ich weiß nicht, ob das jetzt schon gelöst ist,
Manuel: aber da könnte ich mich auch so ärgern, dass diese Milchalternativen,
Manuel: Oatly & Co., für die gilt, aus irgendeinem Grund eben ein anderer Umsatzsteuersatz.
Manuel: Das heißt, die Milch hat 10% Umsatzsteuer, diese Alternativen haben 20% Umsatzsteuer.
Manuel: Warum bitte? Also das macht doch gar keinen Sinn. und dadurch sind es halt für
Manuel: die Endkonsumenten um 10% teurer.
Manuel: Also das sind oft so, wo ich mir denke, das sind halt so eingesessene alte Strukturen,
Manuel: Rahmenbedingungen, starke Lobbys dahinter und hat aber nicht viel mit dem gemeinsamen
Manuel: Ziel zu tun, irgendwie eine nachhaltigere Welt zu haben. Mhm.
Studis: Ich ernähre mich mittlerweile fast größtenteils pflanzlich, aber ich finde das
Studis: Problem bei vor allem Ersatzprodukten ist, dass die Nährstoffe einfach extrem
Studis: schlecht verteilt sind.
Studis: Also wirklich, es ist gefühlt nur Kohlenhydrate und Fett und Eiweiß ist gefühlt
Studis: überhaupt nicht vorhanden. Also wirklich ist es richtig schwer,
Studis: mit Ersatzprodukten auf das nötige Eiweiß zu kommen.
Studis: Deswegen jetzt die Frage, was wären die Nährstoffe von zum Beispiel diesen Bratwürsten?
Manuel: Also dadurch, dass wir Seitan drinnen haben, was quasi reines Weizen-Eiweiß
Manuel: ist, sind wir, glaube ich, bei, ich müsste jetzt nachschauen,
Manuel: ich glaube, es sind so 30% Eiweiß.
Manuel: Ich schaue dir dann auf der Homepage nach, oder schaue du selber nach,
Manuel: auf der Homepage steht es, es steht da leider nicht drauf. Und ich weiß es nicht da auswendig.
Manuel: Aber so 30%. Eiweiß ist halt auch immer erstmal nur eine Nummer,
Manuel: weil es geht dann auch, man muss sich dann immer auch die Bioverfügbarkeit anschauen.
Studis: Mit die schlechteste Bioverfügbarkeit?
Manuel: Genau, also Beseiton ist zwar theoretisch reines Eiweiß, aber kann viel schlechter
Manuel: vom Körper verwertet werden, wie zum Beispiel, also das klassische Hühnerei
Manuel: hat so die beste Verfügbarkeit, sagt man.
Manuel: Und da muss man sich es halt immer im Detail anschauen.
Manuel: Genau.
Willy: Einfach eins weiter, sondern nach hinten werfen.
Studis: Bevor ich meine Frage stelle, noch ein Zusatz zur Umfrage,
Studis: weil es ist nicht eher eine Marketing-Sache, ob man sagt, es ist ein veganes
Studis: Würstel und das sollte eher schmecken wie ein Würstel oder ob man sagt,
Studis: es ist ein veganes Pilzwürstel, was dann eher eine eigene Kategorie ist und
Studis: dann halt, da geht es dann mehr um die Inhalte und weniger, dass es für ein Würstel schmeckt.
Manuel: Ja, gebe ich dir recht.
Willy: Oder vegan ganz weglassen, Pilzwürstel.
Manuel: Das ist auch eine Frage, die ich dir gerade gar nicht beantworten kann,
Manuel: wie wir das eigentlich bewerben. Ich habe schon über manche Sachen gar nicht mehr den Überblick.
Manuel: Ich glaube, ich stehe drauf, Wiener Pilzwürstel. Und hinten ist das Vegan-Logo drauf.
Manuel: Also wir implizieren schon eher, dass es nicht unbedingt genau sein muss wie
Manuel: ein Bratwürstel, sondern dass es eben ein Pilzwürstel ist. Und die Form.
Manuel: Also ich finde das immer lustig, wenn mir jemand sagt, warum müssen denn die
Manuel: Sachen ausschauen wie Fleisch? Und wer hat denn bitte die Form von einer Wurst?
Manuel: Wer sagt denn, dass die Fleischindustrie das Patent auf diese Wurstform?
Manuel: Also jeder Hund macht viermal am Tag eine Wurstform.
Manuel: Also das ist irgendwie ein völliger Blödsinn, dieses Argument halte ich.
Manuel: Da bin ich eins der wenigen Sachen, wo ich wirklich allergisch reagiere in dieser
Manuel: vegan-vegetarischen Fleischdebatte, wenn ich höre, aber warum muss denn das
Manuel: dann ausschauen wie ein Würstel? Wie soll man Herzl machen?
Manuel: Da tue ich mir schwer.
Manuel: Aber ja.
Studis: Und meine eigentliche Frage wäre zu den Blöcken, weil Sie meinten ja,
Studis: dass die jetzt von Partnern produziert werden.
Studis: Wie ist es mit denen, die Sie davor früher als Kaffeesatz gemacht haben?
Studis: Haben Sie das auch ausgelagert oder komplett eingestellt oder machst du es immer noch selber?
Manuel: Ja, beim Kaffeesatz hatten wir zwei Probleme.
Manuel: Das erste war, dass wir mit dem Wachstum, also wir hatten dann ja immer mehr
Manuel: Kaffeesatz von immer größeren Bürogebäuden und wir haben so ein bisschen die
Manuel: Kontrolle über die Qualität verloren. Das heißt, wir konnten dann nicht mehr
Manuel: sagen, wie alt ist der Kaffee jetzt schon in dieser Maschine.
Manuel: Und wenn da schon andere Schimmelpilze zum Beispiel auf dem Kaffeesatz sind,
Manuel: dann werden da schon Dinge verarbeitet, die Nährstoffzusammensetzung ändert sich.
Manuel: Also da hatten wir dann erstens irgendwie dann so schwankende Erträge.
Manuel: Das hat dann mal gut funktioniert, dann mal schlecht funktioniert.
Manuel: So wie der Willi gesagt hat, das Schwierige ist eigentlich so die Konstanz.
Manuel: Und das war mit dem Größerwerden, mit dem Kaffeesatz nicht mehr gegeben.
Manuel: Und das zweite große Thema war die Biozertifizierung. Also wir sind als ganzer
Manuel: Betrieb biozertifiziert.
Manuel: Mit dem Kaffeesubstrat müssten wir dann auch sicherstellen, dass der ganze Kaffee,
Manuel: den wir quasi gratis von den Betrieben bekommen, der ganze Abfall,
Manuel: dass der biozertifiziert ist. Und das ist schwierig.
Manuel: Das geht bei fast keinem großen Betrieb, geht das so, mir nix, dir nix.
Manuel: Weil wir es dann einfach nicht mehr sagen können, ob der Kaffee bio ist oder nicht.
Manuel: Und wenn es schlimm kommt, würden wir dadurch, dass wir es nicht nachweisen
Manuel: können, die Bio-Zertifizierung verlieren.
Studis: Und dazu hätte ich noch eine Frage, weil man kann ja auch die Kaffee selber
Studis: herstellen, weil sie verkaufen ja dieses Set, wo man dann mit dem eigenen Kaffeesatz die
Manuel: Pizza züchten kann.
Studis: Genau, und da hätte ich eine Frage, macht es einen Unterschied,
Studis: was für einen Kaffee man konsumiert?
Studis: Also ist eine Empfehlung dabei oder macht es keinen wirklichen Unterschied?
Manuel: Nein, es ist, wenn man selber mahlt die Bohnen, dann ist es ein bisschen ein
Manuel: Vorteil, wenn er grob gemahlen ist.
Manuel: Also je feiner das ist, desto dichter ist dann, desto schwerer tut sich der Pilz beim Durchkommen.
Manuel: Aber...
Manuel: Das ist dann eigentlich egal. Wichtig ist, dass der Kaffee so zu frisch ist.
Manuel: Weil wenn der frisch aus der Maschine kommt, abgekühlt wird und dann gleich
Manuel: zum Pilz gegeben wird, dann ist der quasi sauber.
Manuel: Da sind noch keine anderen Schimmelpilze, nichts drauf.
Manuel: Aber wenn man den zwei, drei Tage irgendwo in der Küche liegen hat,
Manuel: dann sind da schon, auch wenn man es nicht sieht sofort, sind da schon viele andere Sachen drauf.
Manuel: Und die stehen dann in Konkurrenz mit dem Pilz, den wir eigentlich wollen.
Manuel: Das heißt, frisch muss es sein, der Kaffee, das ist das Wichtigste.
Studis: Und wie viel Ernten kann man mit einem Set machen? Also das ist eine Ernte?
Manuel: Wir haben bei diesem Pilz aus dem Kübel zwei Sets zum selber züchten.
Manuel: Das eine ist Pilz aus dem Kübel, von dem du gerade sprichst,
Manuel: wo man den eigenen Kaffee reinfüttert.
Manuel: Da kann man, ich sage mal, so zwei Kilo Kaffee reinfüttern und wieder so die 20, 30 Prozent.
Manuel: Also wenn man in Summe 600 Gramm rauskriegt, ist es top.
Manuel: Wird wahrscheinlich im Schnitt weniger sein. Da geht es aber vielmehr um das
Manuel: mal kennenzulernen und mal zu schauen, wie wächst denn so ein Pilz.
Manuel: Also das ist viel günstiger, man kauft sich den Pilz im Geschäft.
Manuel: Aber man kann dann Ableger machen. Also wenn man mal weiß, wie es geht,
Manuel: dann kann man den teilen und kann mit dem Geteilten dann in anderen Kübeln weitermachen.
Manuel: Da halte ich es dann vielleicht auch aus. Und das Zweite ist der Pilz aus dem Karton.
Manuel: Da steckt eigentlich schon so ein fertiges, durchwachsenes Sackerl drin.
Manuel: Da reißt man nur die, ich kann es ja nicht durchgeben, wenn es euch nicht zu schwer ist.
Manuel: Da können wir einen neuen Redeball machen. Wollt ihr es mal anschauen?
Manuel: Da habt ihr da vorne so eine Lasche, da reißt man eigentlich nur ein Loch rein
Manuel: und dann schneidet man so ein Kreuz rein.
Manuel: Und eine Woche später wachsen da so riesig die Schwammerl raus.
Manuel: Das ist für Dummies, das schafft jeder. Und das mit dem Reinfüttern im Kübel, das ist nicht so easy.
Manuel: Da ist hinten auch nochmal so eine Anleitung drauf, wie es funktioniert.
Studis: Muss man da auch die Temperatur bedenken? Sie meinten ja, in der Inkubationszeit muss es wärmer sein.
Manuel: Inkubation ist ja schon abgeschlossen. Also der ist ja schon fertig inkubiert.
Manuel: Daheim, wenn man es im Kübel macht, ist es schon gut, wenn man diese erste Phase
Manuel: so bei Raumtemperatur macht, so 20 Grad oder mehr.
Manuel: Und später, wenn die Pilze rauswachsen, soll es unter 20 haben.
Manuel: Also wir schauen, für die meisten Pilze schauen wir, dass wir so bei 15, 16 Grad landen.
Manuel: 17, 18 sind gerade noch okay. ab 19 nimmt dann die Qualität schon ab.
Studis: Das heißt, dass die im Kaffeesatz eher schwieriger für Leute in Wohnungen zu
Studis: produzieren sind. In der richtigen Jahreszeit?
Manuel: Nicht unbedingt. Also in der richtigen Jahreszeit, wenn man irgendwie Fenster
Manuel: hat oder einen Raum hat, wo es kühler ist, Abstellraum, geht das problemlos. Danke.
Willy: Gibt es gerade noch Fragen? Ja, genau da hinten.
Willy: Endlich mal wieder ein Wurf.
Manuel: Also ich würde nur fragen, wie Sie es am Anfang geschafft haben,
Manuel: dass Sie Bekanntheit erlangen, also dass Zeitungen und Fernsehen auf Sie aufmerksam waren.
Manuel: Muss ich rekonstruieren. Also der allererste
Manuel: Beitrag war ein Ö1-Interview. Also aus irgendeinem Grund hat die Bea Sommerskutter
Manuel: geheißen, die Redakteurin von Ö1, die macht viele so Kulinarik-Sachen,
Manuel: die hat aus irgendeinem Grund, den ich nicht mehr weiß, von uns gehört.
Manuel: Und die hat dann irgendwie dieses Interview gemacht mit mir und dann war schnell
Manuel: darauf der Standard da und dann war schnell darauf Biorama da und dann war schnell darauf der ZDF da.
Manuel: Das waren so die ersten vier innerhalb von zwei Monaten oder so.
Manuel: Und dann waren halt diese ganzen Kulinarik-Magazine da, die dann halt eher so
Manuel: übers Kochen und Pilze schreiben.
Manuel: Dann waren irgendwelche Nachhaltigkeitsmagazine da, die halt mehr über diesen
Manuel: Kreislaufwirtschaftsaspekt schreiben.
Willy: Was war denn der Trend dieser Zeit? Warum das gerade so? War das einfach,
Willy: weil es so spacig ausgeschaut hat bei euch?
Willy: Oder war einfach dieses Thema so richtig, so habt ihr da quasi genau den Zeitgeist getroffen?
Willy: Lagt es an euch oder am Thema?
Manuel: Es ist einfach eine Geschichte, die sich schön erzählt. Es ist so ein,
Manuel: ich glaube, man sagt No-Brainer dazu.
Manuel: Es ist so, ja, da gibt es Kaffeesatz, da ist es Mist, da gibt es irgendwie die
Manuel: Pilze, die kann man recyceln.
Manuel: Das macht so, man muss nicht drüber nachdenken. Macht Sinn.
Manuel: Und dann noch irgendwie so die Bilder dazu, dass man da irgendwie viele Startups,
Manuel: die halt gute Ideen haben und Apps machen, die macht halt keine so spektakulären
Manuel: Bilder, wie wenn man da so Kreaturen
Manuel: züchtet, die man schön abfotografieren kann und ich glaube, das war die Kombination,
Manuel: dann war gerade dieser Startup-Hype sehr groß, dann war gerade so dieses ganze
Manuel: Thema Nachhaltigkeit sowieso ist gerade groß geworden.
Willy: Urban Farming war, glaube ich, das war so ein Riesending, oder?
Manuel: Urban Farming, genau, Vertical Farming.
Willy: Du hast jetzt ein bisschen ruhiger geworden, habe ich den Eindruck.
Willy: Das war ein sehr lautes Thema. Das sind viele Gründen.
Manuel: Kann. Das sind viele...
Willy: Nicht erfolgreich gewesen, die Übersetzung.
Manuel: Ja, da sind viele Kraschengangen. Sehr energieintensiv, also diese Vertical
Manuel: Farms, wo man halt dann...
Manuel: Da braucht man viel Energie, um das Licht zu erzeugen, was die Sonne ja sowieso jeden Tag macht.
Manuel: Also ich tue mich da auch ein bisschen schwer, das zu verstehen,
Manuel: weil man ja da so hohe Energiekosten hat für etwas, das eigentlich gratis vom Himmel kommt.
Manuel: Ja, ja.
Willy: Bitte den Würfel werfen oder schieben. Also den richtigen in dem Fall.
Manuel: Nicht den schweren.
Willy: Mega. Super.
Manuel: Ich habe noch eine Frage wegen dem
Manuel: Geschmack. Es gibt ja verschiedene Kaffeebohnen, die aromatisiert sind.
Manuel: Beispielsweise die Noten von Karamell oder Schokolade enthalten. Und wie ist das dann...
Manuel: Verändert das schon den Geschmack dann? Von den Pilzen?
Manuel: Ja, in dem Kaffeesatz. Weil es ist ja nicht bei jeder Produktion exakt der selbe.
Manuel: Ich habe Freunde, die mich immer noch verarschen, und schmecken die nach Kaffeesatz.
Manuel: Wenn wir auf dem Marktstand waren, dann ist das einfach die häufigste Frage.
Manuel: Jede zweite Person fragt uns, schmecken die Pilze nach Kaffee?
Manuel: Und ich sage immer, nein, die Pilze bauen die Zellulose ab. Der Geschmack geht
Manuel: da überhaupt nicht rein.
Manuel: Die Pilze nehmen sich quasi die Grundbausteine vom Kaffeesatz raus und wandeln das um in sowas.
Manuel: Und da geht nichts vom Geschmack irgendwie über.
Manuel: Aber die Frage ist sehr naheliegend, wenn man das quasi das, auf dem man das züchtet,
Manuel: dass das, aber das wäre ja total blöd, weil man züchtet ja, weiß ich nicht,
Manuel: für Erdbeeren oder für viele Pflanzen verwendet man also nicht Kompost und Mist
Manuel: als Dünger, wenn das alles danach schmecken wird, das wäre eine Katastrophe.
Willy: Aber es wäre natürlich ein schöner Gedanke, wenn man das Ganze aromatisieren
Willy: könnte ein bisschen über das Terroir, wie es beim Wein ein bisschen ist, oder?
Manuel: Ja, da kann man drüber philosophieren,
Manuel: Ihr könnt es dann nachher die Würstchen kosten und euch darüber unterhalten, woher der Kaffee kommt.
Willy: Über Terroir.
Manuel: Also, die sind jetzt leider nicht mehr auf Kaffee, aber Also kurze Antwort,
Manuel: man wird es nicht rausschmecken.
Manuel: Wir haben dann natürlich am Anfang so, naja, wir haben da so ein Abfallprodukt
Manuel: und dürfen wir denn überhaupt aus dem Abfall was Neues machen?
Manuel: Da gibt es ja das Abfallwirtschaftsgesetz. Dürfen wir überhaupt Abfall abholen?
Manuel: Riesenlange Schriftverkehr mit dem Abfallwirtschaftsamt, bis wir dann irgendwann
Manuel: mal klar hatten, ja, wir dürfen, aber wir müssen regelmäßig feststellen, dass wir
Manuel: Wir müssten Rückstandsproben machen, ob da irgendwas von dem Kaffee in den Pilz reingeht,
Manuel: wo natürlich nie was rausgekommen ist, weil der Kaffee ja schon als Lebensmittel zugelassen ist.
Manuel: Und dann wäre krass, wenn dann irgendwelche giftigen Sachen drinstecken würden
Manuel: im Kaffee, die dann in den Pilz reingehen.
Manuel: Also wir haben halt dann so Tests gemacht und das war alles okay.
Willy: Weitere Fragen? was mich dann interessieren würde jetzt haben wir die ganze
Willy: Zeit vom Produkten gehört beschreiben uns mal bitte ein bisschen die Evolution,
Willy: eures Produktmixes erstens mal wie ist das erste Produkt waren die frischen Schwammerl,
Willy: wie hat sich das entwickelt und wie haben sich eure Kunden dann damit entwickelt.
Manuel: Ja die frischen Pilze waren natürlich das erste wir haben dann aber recht schnell
Manuel: gemerkt dass es in manchen Wochen sehr gut funktioniert und in manchen sehr
Manuel: schlecht Und meistens ist es genauso, wenn wir sehr viele Pilze haben,
Manuel: haben wir wenig Bestellungen.
Manuel: Und dann, wenn wir wenig Pilze haben, haben wir sehr viele Bestellungen.
Manuel: Das geht sich meistens nicht gut aus. Und so haben wir halt recht früh begonnen.
Manuel: Ich glaube, das allererste war das Pesto.
Manuel: Also ein Pesto aus Pilzen zu machen, einfach nur darum, um es haltbar zu machen.
Manuel: Und das Pesto ist nach wie vor das...
Manuel: Peste? Die Würstel, aber von den Sachen, die wir im Glas haben,
Manuel: ist das Pesto das bestverkaufte Produkt. und hat sich halt gehalten,
Manuel: weil Pilze mit Knoblauch und Öl das gute Kombi ist.
Manuel: Ja, so sind insgesamt vier Produkte im Glas entstanden.
Manuel: Dann war es so, dass wir den Wiener Würstelstand in der Strotzigasse im 8.
Manuel: Kennt den wer zufällig? Der Mike Lanner.
Manuel: Der hat da halt vor acht Jahren einen Würstelstand gegründet.
Manuel: Der hat dann irgendwie Bio gemacht und so Hipster-Ding und cooler Würstelstand.
Manuel: Und der wollte halt unbedingt eine eigene vegane Wurst. Und wegen ihm haben
Manuel: wir dann angefangen Würstel zu produzieren. Er hat dann gemeint,
Manuel: hey, könnt ihr nicht aus euren Pilzen irgendwie Würstel machen?
Manuel: Und dann haben wir gesagt, keine Ahnung, wir probieren es halt.
Manuel: Und dann haben wir das entwickelt. Und dann haben wir gesehen,
Manuel: dass das gut funktioniert.
Manuel: Und jetzt haben wir irgendwie acht Würstelstände oder neun Würstelstände,
Manuel: die unsere Würstel haben, ein paar Hotels und ganz viele Privatkunden,
Manuel: die halt die Würstel in den Geschäften kaufen.
Willy: Also Gastro waren die ersten Kunden dann?
Manuel: Gastro waren die allerersten. Foodcops? Foodcops, sagen euch Foodcops was?
Manuel: Das ist ja schrecklich. Die Foodcops sind leider ein bisschen eingeschlafen.
Manuel: Für mich sind Foodcops eine super Idee.
Manuel: Ich glaube, in Wien gibt es mittlerweile in jedem Bezirk eine Foodcorp,
Manuel: das ist eine Lebensmittelkooperative, wo sich einfach eine Gruppe von Menschen zusammenschließen,
Manuel: die gemeinsam direkt bei den Produzenten bestellen, damit man quasi nicht die
Manuel: Lebensmittel über einen Großhändler zum Einzelhändler,
Manuel: damit da nicht zwei Firmen dazwischen sind, die mitverdienen.
Manuel: Also man schließt sich zusammen, macht einen Verein und bestellt dann Lebensmittel
Manuel: direkt bei den Produzenten.
Manuel: Da gibt es so 30 in Wien oder so, da haben wir auch viele beliefert.
Manuel: Gastronomie, habe ich eh gesagt, dann sind so erste kleine Geschäfte dazugekommen,
Manuel: dann haben wir den Webshop gemacht, dann haben immer mehr Leute gefragt,
Manuel: hey, kann ich das auch selbst zu Hause probieren mit dem Kaffeesatz?
Manuel: Dann haben wir diesen Pilz aus dem Kübel entwickelt und haben dann eine Anleitung
Manuel: geschrieben und haben uns irgendwie ausgecheckt, wie das am besten funktioniert.
Manuel: Zwei, drei Jahre später ist dann der Pilz aus dem Karton dazugekommen.
Manuel: Die Workshops, Betriebsführungen sind auch ein wichtiges Produkt gewesen, lange Zeit.
Manuel: Wir machen einmal im Monat einen Workshop, das sind dann 2000 Euro,
Manuel: das macht jetzt nicht mehr so viel aus vom ganzen Umsatz, aber das war auch
Manuel: lange Jahre ein wichtiges Produkt.
Willy: Wie weiß man denn, wenn man eine Nachfrage kriegt vom Markt,
Willy: der Konsument fragt, ich würde das gerne selber machen, wie überprüft man denn,
Willy: ob das wirklich eine substanzielle Nachfrage ist oder ob das einfach zwei,
Willy: drei Menschen sind, die das interessiert?
Willy: Kann man das überprüfen oder macht man dann einfach einmal und hofft,
Willy: dass es am Markt größere Nachbarkeit gibt.
Manuel: Ja, wir haben uns das schon gedacht. Wir haben natürlich Feedback und ein bisschen
Manuel: Marktforschung betrieben und haben uns schon gedacht,
Manuel: das könnte schon was sein, was die Leute gerade so zu Weihnachten oder als Geschenk,
Manuel: was die Leute irgendwie witzig finden, wenn man ein Pilzzuchtset herschenkt,
Manuel: wo man mit dem eigenen Kaffee was...
Manuel: Also wir haben nie die Hoffnung gehabt, dass die Leute dann selbst anfangen,
Manuel: daheim sich große Pilzzuchten im Keller zu machen. Dazu ist es einfach zu aufwendig.
Manuel: Aber als Geschenk oder als nette Idee oder um das einfach mal auch für sich
Manuel: selbst zu sehen und zu testen, da habe ich mir schon immer gedacht,
Manuel: das wird funktionieren. Wenn das dann eine schöne Verpackung mit einer netten
Manuel: Beschreibung und so weiter hat,
Manuel: Aber es ist nicht unser Hauptprodukt. Es ist so ein Nebending, was halt...
Willy: Das war ja auch mein Nebending.
Manuel: Oder? Ja, es ist nach wie vor so. Also jetzt gerade wieder seit heuer durch
Manuel: die große Frischpilz-Kooperation mit Spar ist jetzt gerade so 60,
Manuel: 70 Prozent vom Umsatz sind frische Pilze.
Manuel: Und der ganze Rest macht so 30, 40 Prozent aus.
Manuel: Ich schaue jetzt in die Gruppe.
Willy: Was mich interessieren würde, du hast jetzt vorher gesagt, klein angefangen
Willy: in einem Keller. Dann hat es übersiedelt, jetzt wächst es schon wieder.
Willy: Du hast vorher selber das Wort Wachstum ein paar Mal erwähnt.
Willy: Jetzt ist der Plan von einer Tonne auf fünf Tonnen zu gehen.
Willy: Erstens einmal, was verändert sich durch Wachstum?
Willy: Wo sind die Grenzen für dich, wo du sagst, gibt es da irgendwo so ein Limit,
Willy: wo du sagst, woran still hat der Wachstumsobergrenze?
Manuel: Der Markt gibt natürlich immer so natürliche Grenzen vor.
Manuel: Für mich ist es, glaube ich, wichtig, dass wir irgendwie ein familiäres Team haben.
Manuel: Für mich ist es auch wichtig, dass wir unsere Produkte nach einem gewissen Radius,
Manuel: der vertretbar ist, verkaufen können.
Manuel: Also ich weiß nicht, ob da Österreich eine gute Grenze ist, aber weil es eigentlich
Manuel: mir schon komisch vorkommt, wenn man, in Tirol werden auch viele Pilze produziert,
Manuel: fände ich eigentlich schon komisch, wenn wir dann in Vorarlberg unsere Produkte verkaufen würden.
Manuel: Also so ein gewisser Radius, wenn wir den Wiener, Niederösterreicher,
Manuel: von mir aus nur Steiermark, Oberösterreich, Burgenland irgendwie,
Manuel: wenn wir das mal bedienen können, ist schon gut.
Manuel: Und sollten wir dann weiter wachsen, dann würde ich halt einen neuen Standort
Manuel: nach Süddeutschland bauen, zum Beispiel. Also Wachstum ist
Manuel: eine schwierige Frage, weil es muss sich dann immer gut anfühlen.
Manuel: Klar, wenn man irgendwie merkt, es gibt keine Nachfrage nach dem Produkt,
Manuel: das man macht, dann wird man wenig, dann wird man irgendwie wenig Motivation haben zu wachsen.
Willy: War es die Frage dazu?
Studis: Ja, also bezüglich Wachstum und Produkte.
Studis: Es gibt ja wahrscheinlich viele Firmen, die in eine ähnliche Richtung gehen in anderen Ländern.
Studis: Schaut man ab und zu die indirekte Konkurrenz an, was die für Produkte neu erfunden
Studis: haben oder auf den Markt bringen, um ein ähnliches Produkt zu finden oder sich inspirieren zu lassen?
Manuel: Ja, wir sind halt in verschiedenen Märkten. Der Markt für frische Pilze ist
Manuel: ein ganz anderer wie dieser Fleischersatzmarkt.
Manuel: Und diese Gläser oder die Do-it-yourself-Sachen, die sind eher so in diesem Geschenksmarkt.
Manuel: Also da sind wir eigentlich so in drei verschiedenen Märkten drinnen.
Manuel: Ich bin halt so immer wieder auf YouTube oder Instagram oder wo auch immer,
Manuel: schaue ich schon, was sich irgendwie im Ausland tut.
Manuel: Vor allem in Amerika ist da irgendwie spannend. Da gibt es viele innovative Sachen.
Manuel: Ja, bei den Fleischersatzprodukten, da gibt es natürlich unendlich viel Konkurrenz.
Manuel: Bei den Frischpilzen gibt es nicht viel Konkurrenz eigentlich.
Manuel: Das ist ein sehr kleiner Markt.
Manuel: Wie ich gesagt habe, wir essen von 100 Gramm, also ungefähr 500 Mal mehr Fleisch. Stimmt das?
Manuel: Ich höre es mal rechnen, 100 Gramm, 66, ja, unendlich viel größer.
Manuel: Also es ist jetzt kein Riesenmarkt, aber wir hoffen, dass wir ihn eben größer
Manuel: machen, dass wir da früh dran sind, dass eben noch nicht so viele Große in dem Markt drinnen sind,
Manuel: dass wir so früh genug dran sind, um uns einen guten Namen zu machen und da
Manuel: irgendwie gut mitspielen zu können.
Willy: Du hast gesagt 60 Kilo und 300, 200 Gramm sind es, oder?
Manuel: Ja, 150 Gramm.
Willy: Dann sagen wir mal 300 Mal, ja.
Studis: Und dazu, weil Sie so viele Märkte auf einmal bedienen, überlegen Sie,
Studis: dass Sie die Firma einmal teilen werden in Mutterkonzern und Töchterkonzern?
Manuel: Also es entsteht jetzt gerade die erste Tochter wegen dem Naschmarkt.
Manuel: Also der Naschmarkt wird jetzt eine ganz neue Firma.
Manuel: Ansonsten, das habe ich noch nicht gesagt, die Verarbeitung machen nicht wir
Manuel: selbst, sondern wir haben jemanden, der uns die Produkte verarbeitet.
Manuel: Das ist die Firma Hiel, die sind in Korneuburg, die machen seit 35 Jahren vegane
Manuel: und vegetarische Produkte und das ist was, was wir ausgelagert haben.
Manuel: Also wir haben einen landwirtschaftlichen Betrieb und wir haben einen Gewerbeschein
Manuel: für Handel, aber wir haben kein Gewerbe, wo wir Lebensmittel verarbeiten können.
Manuel: Und das wäre für langfristig schon noch eine Idee, die mir ganz gut gefällt,
Manuel: dass wir langfristig auch eine eigene Firma haben, wo wir die ganzen Produkte
Manuel: selbst entwickeln und verarbeiten.
Studis: Und dazu, weil es ja viel viele verschiedene Produkte und verschiedene Märkte
Studis: haben, die es damit bedienen.
Studis: Wo ist da die beste Marge oder die größte Marge in Zukunft zu erwarten?
Manuel: Schwer zu sagen. Ich habe meine Kalkulationen so aufgebaut, dass ich es immer
Manuel: aufs Kilo Pilze runterrechne.
Manuel: Das heißt, natürlich kriegen wir für ein Pesto, das wir in unserem Online-Shop
Manuel: verkaufen, kriegen wir den besten Preis quasi. Da kriegen wir,
Manuel: weiß ich nicht, 60 Euro pro Kilo Pilze.
Manuel: Aber es ist viel schwieriger. Es ist wesentlich mehr Aufwand,
Manuel: Marketingkosten die Leute dazu zu bringen, über einen Webshop zu kaufen.
Manuel: Das heißt, es macht Sinn, wenn wir für das Pesto viel weniger bekommen.
Manuel: Aber dafür müssen andere zum Beispiel im Geschäft das Marketing machen.
Manuel: Also es ist schwer zu sagen, welche Produktgruppe die beste Marge hat, weil man immer...
Manuel: Weil sich das mit dem Marketingbudget, wie viel Budget muss man reinstecken,
Manuel: damit die Leute das kaufen, das ist schwer reinzurechnen.
Manuel: Also wenn es demnach geht, würde ich sagen, am liebsten wäre es mir,
Manuel: wir verkaufen alles nur über den Vertriebskanal Webshop, alles direkt.
Manuel: Aber es ist verdammt schwer, bei Millionen von Webshops da irgendwie viel abzusetzen.
Studis: Können Sie das kombinieren? Weil Sie meinten, Sie jetzt auch bei verschiedenen,
Studis: also 40 Spar-Gumets sind.
Studis: Ich weiß nicht, wie da die Verpackung ausschaut, aber dass Sie auf der Verpackung
Studis: sozusagen einen Link oder Quark oder was auch immer haben, dass man auf dem
Studis: Webshop kommt und so mehr Produkte kombiniert.
Manuel: Ich habe mich jetzt keine Tasse mitbracht, aber ich zeige euch schnell ein Foto von...
Willy: Für die Zuhörer auf Audio, Manuel Bois.
Manuel: Entschuldigung, ich schaue ins Handy.
Willy: Wir haben eine Tasse.
Manuel: So schaut es im Spar aus. Wir haben vier verschiedene Pilzsorten im Spar und
Manuel: jeder Pilz hat seine eigene Farbe.
Manuel: Das Besondere ist, dass wir unter unserer Eigenmarke im Spar sind.
Manuel: Das heißt, das ist nicht wie normalerweise an Ja Natürlich oder an Biller Rewe, wie auch immer,
Manuel: sondern wir haben von Spar die Chance gekriegt, unter unserer eigenen Marke
Manuel: mit Hut & Stiel das Produkt mit der eigenen Verpackung im Supermarkt zu sein.
Manuel: Und wir haben, das Projekt heißt Loop, das heißt nicht verkaufte Pilze,
Manuel: die aber noch gut sind, nehmen wir zurück, um sie weiterzuverarbeiten.
Manuel: Da ist ein QR-Code auf der Verpackung drauf, wo die Leute auf unsere Website
Manuel: kommen und sich anschauen können, hey, wir verarbeiten die noch weiter,
Manuel: da werden die und die Produkte raus, die man dann auch im Spar
Manuel: kaufen kann. Also die Möglichkeit gibt.
Manuel: Ich bin sehr zufrieden mit Spar und mit der Zusammenarbeit, wie es läuft und
Manuel: ich hoffe, dass wir dann auch irgendwie weiter wachsen können gemeinsam.
Willy: Fragen?
Willy: Ich bin immer noch beim Wachstum, bin immer noch mit Abkommen.
Willy: Fünf Tonnen hast du gesagt, das ist wieder so die Frage zwischen Idealismus,
Willy: das hat sehr idealistisch gestartet und dann Wirtschaftlichkeit und Markt.
Willy: Hast du jetzt im Laufe dieser Reise, weil du sagst jetzt fünf Tonnen als nächstes,
Willy: gleichzeitig sagst du, man möchte aber regional bleiben, also quasi mit den
Willy: anderen Pilzzüchtern in Österreich quasi nicht unbedingt in Wettbewerb treten.
Willy: Welche pragmatischen Entscheidungen, wo Idealismus quasi auf Wirtschaft trifft,
Willy: hast du im Laufe deiner Karriere schon treffen müssen?
Willy: Hat es da welche gegeben, wo du sagst, jetzt geht sich das nicht mehr ganz aus
Willy: mit dem, wie ich es mal gedacht habe?
Manuel: Ja klar, also wie wir weggegangen sind vom Kaffeesatz, das war eine Riesenentscheidung.
Manuel: Wir haben acht Jahre lang war der Kaffeesatz im Zentrum unseres Tuns und die
Manuel: ganze Geschichte, die ganze Gründung, der Grund, wieso wir überhaupt die Firma
Manuel: gegründet haben, war irgendwie, wenn wir den Kaffeesatz recyceln können.
Willy: Die Idee ist, dass das Substanz sein, genau der Kern.
Manuel: Ja, das ist ein total essentielles Ding. Und dann haben wir aber irgendwie uns
Manuel: verabschiedet von dem und haben nach acht Jahren gesagt, okay,
Manuel: es macht einfach viel mehr Sinn, das jetzt nicht mehr zu machen,
Manuel: weil wir wollen Bio sein, wir wollen diese Schwankungen nicht.
Manuel: Wir haben den David, der das Substrat produziert.
Manuel: Vielleicht kann man in Zukunft irgendwann den Kaffeesatz wieder einbauen,
Manuel: aber gerade müssen wir uns von dem verabschieden.
Manuel: Und wir fokussieren uns, Wir haben quasi dieses Ziel, möglichst viel Kaffeesatz zu recyceln.
Manuel: Von dem haben wir uns verabschiedet und wollen stattdessen möglichst viele Pilze
Manuel: auf die Teller der Menschen bringen.
Manuel: Und ja, das war ein Riesenkompromiss. Das hat mich Nächte an Schlaf gekostet
Manuel: und irgendwie die Frage, wie können wir das?
Manuel: Ist es dann noch das, was wir eigentlich wollten? Kann ich da noch voll dahinterstehen?
Manuel: Mittlerweile bin ich extrem froh über die Entscheidung. und wir haben davor
Manuel: acht Jahre lang nur aus dem Pilze gehabt.
Manuel: Seit zwei Jahren haben wir vier verschiedene Pilzsorten. Es ist alles Bio.
Manuel: Wir können uns viel mehr auf das konzentrieren, was wir eigentlich machen wollen,
Manuel: nämlich das Pilze großziehen und verkaufen.
Manuel: Wir müssen uns mit diesem ganzen Substrat-Thema nicht mehr beschäftigen,
Manuel: weil das wer anderer für uns macht.
Manuel: Also das war, würde ich sagen, der größte Kompromiss oder die größte Änderung, die wir jemals hatten.
Manuel: Ansonsten ist es auch so, dass wir
Manuel: Also wir haben eine Person mit Autismus angestellt und eine Person,
Manuel: die eine Teilqualifizierungslehre, also die auch Einschränkungen hat und auch noch zwei,
Manuel: drei Menschen aus Maßnahmen, die so langzeitarbeitslos waren,
Manuel: die einfach nicht so stabil sind.
Manuel: Und da habe ich auch, da sind wir so ein bisschen an die Grenzen auch gestoßen,
Manuel: weil dann fast das halbe Team war quasi vorbelastet in irgendeiner Form.
Manuel: Und das funktioniert eh gut.
Manuel: Ich bin sehr froh über alle, aber in so Stressphasen und jetzt mit diesem Ausbau
Manuel: mit Spar zum Beispiel, es war eine akute Stressphase,
Manuel: hatte ich einfach das Problem, dass die, die vorbelastet sind,
Manuel: die sind oftmals nicht so stabil und wie man das dann unterkriegt und wie viel
Manuel: kann man denn vom Team verlangen eigentlich.
Manuel: Für mich ist es klar, wenn viel Arbeit ist, müssen alle an einem Seil ziehen
Manuel: und dann müssen alle irgendwie, aber wenn die persönlichen Grenzen von jemandem
Manuel: erreicht sind, kann ich auch nicht als Chef da irgendwie pushen.
Manuel: Also das sind auch so Grenzen wie, wie sozial, ich will super sozial sein,
Manuel: aber wie sozial kann man sein, dass es gut ist für die Firma.
Willy: Du hast es eh schon angesprochen, Team, was mich immer interessiert,
Willy: weil ich mich vor dem auch ein bisschen fürchte, muss ich ganz ehrlich sein, ein Team aufzubauen.
Willy: Erstens, Liquidität hast du schon gesagt, wenn du mit einem Freund redest,
Willy: der hat 30 Mitarbeiter, wenn der Überweisung macht, speziell wenn Weihnachts-
Willy: oder Urlaubsgeld ist, das sind schon richtige Beträge, die da anfallen.
Willy: Das ist das eine. Das andere ist, wie ist das sozial?
Willy: Wie einfach, schwierig oder toll ist es, ein Team dann langsam aufzubauen?
Manuel: Es ist cool, also ich liebe die Aufgabe und ich arbeite super gerne in Teams.
Manuel: Es ist natürlich so, wenn man als Unternehmen wächst, habe ich vorher,
Manuel: glaube ich, eh schon gesagt, es ändern sich die Rollen einfach so ein bisschen.
Manuel: Wenn man zu zweit im Unternehmen ist, dann müssen zwei Leute irgendwie alles können.
Manuel: Dann kommt eine dritte Person dazu, dann muss man schauen, welche Aufgaben sind
Manuel: denn neu, wer übernimmt denn was.
Manuel: Es ist eigentlich ein ständiges Rangeln um Verantwortlichkeiten und wer macht
Manuel: was und sind die Prozesse gut dokumentiert und weiß, wenn wer neu dazukommt,
Manuel: weiß der alles, wie kommt der zu seinem Wissen, nach wie viel Zeit,
Manuel: ich kann nicht nach zwei Wochen erwarten, dass die Person alles weiß,
Manuel: es dauert einfach alles,
Manuel: also das Onboarding ist irrsinnig wichtig und das muss halt alles im Alltag
Manuel: noch irgendwie Platz haben, diese Dinge und
Manuel: ja, so wie ich gerade schon gesagt habe, diese Wachstumsphasen oder so Stressphasen
Manuel: die bringen dann auch unser Team teilweise an die Grenze, wenn es dann irgendwie
Manuel: wenn es schon viel ist, dann kommt im Winter noch zwei Krankenstände dazu,
Manuel: dann ist noch irgendwie ein Feiertag dabei und die Pilze müssen trotzdem gemacht werden Was
Willy: Tust du dann?
Manuel: Ja, am Rad drehen und selbst 70, 80 Stunden arbeiten, schauen,
Manuel: dass wir irgendwie noch Hilfe kriegen,
Manuel: meine Freundin springt öfter ein, in der Größe, wie wir jetzt sind,
Manuel: geht es irgendwie noch, dass man da drüber kommt, wenn wir dann in Zukunft 40,
Manuel: 50 Leute sind und die braucht man bei denen, wenn wir wirklich auf 4,
Manuel: 5 Tonnen kommen wollen, dann
Manuel: muss ich da ganz viel an den Prozessen noch verbessern.
Manuel: Weil dann kann nicht mehr ich oder dann können nicht mehr ein,
Manuel: zwei Leute reinspringen und durch irgendwie einen Kraftakt das...
Willy: Also es ändert sich die ganze.
Manuel: Ja, da braucht es dann auch eine zweite Management-Ebene, da braucht es dann
Manuel: einfach klarere Hierarchien, da braucht es noch klarere Prozesse.
Manuel: Eine Riesenfrage, die ich mir stelle, ist, es gibt dann einfach,
Manuel: wir packen dann, im Moment packen wir so 2000 Tassen pro Woche.
Manuel: Das ist so schon viel, aber in Zukunft sind es vielleicht irgendwann mal 20.000
Manuel: oder 30.000 Tassen, die wir pro Woche von Hand falten, packen, schließen, kleben.
Manuel: Etc. müssen. Da gibt es keine Roboter, die das machen oder noch nicht zumindest.
Manuel: Und die Frage ist, wie hält man denn Menschen, die 40 Stunden pro Woche immer
Manuel: den gleichen Handgriff machen, wie hält man denn die, das ist ja nicht normal,
Manuel: wie hält man denn so wen motiviert?
Manuel: Geht das nur über das Geld oder geht das über das Team oder geht es da,
Manuel: okay, wenn du langsam arbeitest, kriegst du dein Basisgehalt und wenn du schnell
Manuel: arbeitest, kriegst du das Doppelte.
Manuel: Welche Menschen lassen sich wodurch motivieren? Das werden schwierige Fragen in der Zukunft.
Manuel: Jetzt ist es gerade noch cool, jetzt macht jeder ein bisschen was und jeder
Manuel: kann irgendwie alles im Team und wenn einer mal keine Lust hat auf Pilze packen,
Manuel: dann haben wir eine andere Aufgabe, die wichtig ist und dann kann der halt im
Manuel: Hochdruckreiniger irgendwas waschen oder keine Ahnung.
Manuel: Aber wenn es dann größer ist, wir wirklich eigentlich 20 Leute brauchen,
Manuel: die nur packen und nur ernten die ganze Zeit, Da habe ich jetzt noch keine Antwort
Manuel: drauf, wie das wird, ob wir das schaffen.
Willy: Kannst du dir vorstellen, dass du das Unternehmen irgendwann einmal verkaufst, quasi Exit?
Manuel: Also solange ich drin arbeite und solange es mir Spaß macht,
Manuel: will ich es eigentlich nicht verkaufen. Aber wenn ich, keine Ahnung, wenn ich mal...
Manuel: Familie, weiß ich nicht, wenn irgendwas daherkommt, wo ich merke,
Manuel: okay, das waren jetzt, jetzt waren es schon zehn Jahre und jetzt mache ich es
Manuel: nochmal zehn Jahre und nach 20 Jahren habe ich vielleicht keine Lust mehr oder
Manuel: aus irgendwelchen anderen Gründen.
Manuel: Dann, solange, wenn ich nicht mehr drin arbeite, kann ich es mir schon vorstellen.
Manuel: Ja.
Willy: Du musstest dich langsam, langsam, langsam quasi distanzieren dann.
Manuel: Ja, ich habe, es gibt auch noch, ich habe noch so ein, das zu fünf betreiben immer im 22.
Manuel: Bezirk auch ein Café, also so Gastronomie macht mir auch irrsinnig Spaß.
Manuel: Es gibt irgendwie Perspektive Landwirtschaft, wo ich auch eigentlich gerne mehr mitarbeiten würde.
Manuel: Ich glaube, mir wird nicht fad und ich muss halt schauen, wo werde ich am meisten gebraucht.
Willy: Habt ihr, gibt es da von euch jetzt Fragen? Was mich jetzt noch interessieren
Willy: hat, wenn du jetzt quasi auch in die Runde schaust, junge Menschen,
Willy: junge potenzielle Unternehmerinnen und Unternehmer, was wären denn drei so Ratschläge,
Willy: die du oder nicht uns oder vielleicht einem jüngeren Unternehmer ich geben würdest,
Willy: was wirklich wichtig wäre, wenn du heute ein Unternehmen gründen würdest?
Willy: Das sind halt so die klassischen Fragen.
Manuel: Also,
Manuel: Ich glaube, es ist wichtig, dass man einen langen Atem hat.
Manuel: Das ist einfach, wenn ihr schon wisst, ihr seid Leute, die irgendwie schaffen,
Manuel: was durchzuziehen und auch wenn es schwer ist, irgendwie dran zu bleiben.
Manuel: Dann seid Unternehmer und wenn ihr das nicht habt und ihr wollt trotzdem ein
Manuel: Unternehmen gründen, dann müsst ihr es lernen, weil den langen Atem braucht
Manuel: es, egal was man macht. Wie lange ist das?
Manuel: Ja, in dem keine Ahnung, ich habe es Gott sei Dank. Kann man es lernen?
Manuel: Ich wusste nicht, dass ich es habe, aber ich habe es Gott sei Dank.
Manuel: Ich hätte es schon 20 Mal, ich weiß sicher schon 20 Mal, vielleicht nicht 20
Manuel: Mal, aber oft an dem Punkt, wo ich mir gedacht habe, lasst mich bitte alle in
Manuel: Frieden, ich schmeiße es hin.
Manuel: Ich könnte ein viel angenehmeres Leben haben, aber am nächsten Tag war schon wieder alles gut.
Manuel: Und das braucht man einfach so. Vertrauen in sich selbst, dass man das irgendwie schon schafft.
Manuel: Und auch wenn es zu viel ist, dass ich das einmal drüber schlafe und die Welt
Manuel: schaut schon wieder anders aus. Also langer Atem.
Manuel: Keine Scheu vor Dingen, die man noch nie gemacht hat. Also selbstständig sein
Manuel: heißt, dass man ganz viele Dinge lernen muss und machen muss,
Manuel: die man noch nie gemacht hat.
Manuel: Habt keine Angst. Es ist euch niemand böse, wenn ihr was nicht könnt.
Manuel: Aber es ist wichtig, dass ihr es macht, dass ihr es lernst, dass ihr versteht,
Manuel: wie Dinge wirklich funktionieren.
Manuel: Also keine Angst oder positiv formuliert Mut ist, glaube ich, das Wort.
Willy: Seid mutig.
Manuel: Und auch nicht überschätzt, übernehmt euch nicht. Also quasi das Selbstständigsein
Manuel: ist kein Sprint, sondern es ist ein Marathon.
Manuel: Man muss da irgendwie seine Energie gut einteilen. Man muss,
Manuel: auch wenn es viel zu viel ist, man muss wissen, wo die Grenze ist und wenn man
Manuel: mal irgendwie zurücktreten muss und sich ein bisschen ausruhen soll oder wieder neue Perspektive.
Manuel: Holt euch dazu, dass ihr euch coacht oder habt Freunde, Familie mit denen,
Manuel: die irgendwie euch, sucht euch Leute, die euch verstehen, die nicht sagen,
Manuel: also ich liebe meine Familie,
Manuel: aber es sind alle, niemand ist selbstständig in meiner Familie,
Manuel: ich bin der Erste und die sagen alle, warum tust du das an?
Manuel: Machst dir, also diese ist eher so ein,
Manuel: schon supportiv, aber jetzt nicht so, dass ich es verstehe, sondern sucht euch
Manuel: Leute, die das verstehen, was ihr macht und die euch unterstützen und die euch
Manuel: motivieren und die euch aufhelfen, wenn ihr mal gefallen seid.
Willy: Machen andere Unternehmer ganz gern. Also das ist Unternehmer unter sich.
Willy: Das ist ein super Feedback. Die vernetzen sich auch gerne und das gegenseitige
Willy: Ansodern, Aussodern ist teilweise wirklich, wirklich wichtig.
Manuel: Ja, voll.
Manuel: Und das ist total gut. Also ja, finde ich auch.
Manuel: Also bin ich ganz bei dir. Sucht euch Leute, die ähnliche Sachen machen,
Manuel: weil die wissen, von was ihr redet.
Manuel: Und meistens, also die allermeisten Unternehmer und Unternehmerinnen,
Manuel: die ich kennengelernt habe, sind wahnsinnig supportiv.
Manuel: Und wenn ich sage, hey, ich habe da ein Problem, dann sagt niemand,
Manuel: ja, ist mir wurscht oder ja, such dir halt Hilfe oder was auch immer,
Manuel: sondern jeder versucht irgendwie sein Bestes zu geben, dass er das einen unterstützt.
Willy: Und auch das ist moralische Unterstützung, die man braucht.
Manuel: Ja, alles nur im Kopf. Wirklich, alles nur im Kopf.
Manuel: Von zehn Jahren neun Jahre Verlust gemacht. Wenn ich das mir zu Herzen nehmen
Manuel: würde und wenn ich da sagen würde, zehn, neun Jahre, was mache ich eigentlich?
Manuel: Ich bin der beschissenste Unternehmer, den die Welt jemals gesehen hat.
Manuel: Wenn ich so denken würde, wäre es sofort vorbei.
Manuel: Aber wenn ich dann wieder so Perspektive von oben kriege und sehe,
Manuel: wir wachsen irgendwie jedes Jahr, dem Team geht es gut, wir haben zufriedene
Manuel: Kunden, der Umsatz wächst,
Manuel: irgendwann wird dann auch vielleicht hoffentlich der Moment kommen,
Manuel: wo wir auch Gewinn machen.
Manuel: Aber ist halt noch nicht so.
Manuel: Mit welcher Rechtsform habt ihr damals angefangen, euer Unternehmen zu gründen?
Manuel: Eine GSBR, eine Gesellschaft nach bürgerlichem Recht.
Manuel: Das ist in der Landwirtschaft, wenn man zu zweit einen landwirtschaftlichen
Manuel: Betrieb gründet, ist das Recht verbreitet.
Manuel: Wir haben aber dann nach drei Jahren Mitarbeiter beteiligen wollen und dann
Manuel: war die GmbH-Gründung. Und bei der GmbH-Gründung haben wir dann,
Manuel: drei Mitarbeiter und noch zwei andere Leute mit kleinen Anteilen beteiligt,
Manuel: jeweils zwei Prozent, also zehn Prozent unserer Anteile haben wir dann abgegeben,
Manuel: haben eine kleine Einlage gemacht dafür und dafür haben wir uns dann neue Maschinen gekauft und ja,
Manuel: also Gründung war 2015 und die GmbH-Gründung war 2017 oder 18.
Willy: Und jetzt bist du in einer Holding, ne?
Manuel: Ja, vielleicht irgendwann, aber ja.
Willy: Ach, ist für euch noch was? Ja, bitte.
Studis: Sie meinten ja, dass die Medien schon von Anfang an von der Idee begeistert waren von der Firma.
Studis: Haben sie auch den Wachstum von Social Media verwendet, um die Firma größer
Studis: zu machen oder weiter zu verbreiten?
Studis: Und wenn ja, welche Strategie verfolgt das Firmenprofil und dort mehr Reichweite zu...
Manuel: Gute Frage. Leider habe ich keine Ahnung. Ich bin überhaupt kein Marketing-Mensch.
Manuel: Wir brauchen da immer wieder Hilfe.
Manuel: Wir finden irgendwie keine Leute, die gern und gut Marketing machen wollen.
Willy: Aufruf.
Manuel: Ja, wenn euch das interessiert. Wir haben niemanden, der sich hier macht.
Manuel: Es gibt irgendwie niemanden bei uns, der Bock hat, sich irgendwie mit Ads zu beschäftigen.
Manuel: Ich denke mir immer, wir haben so viele coole Bilder.
Manuel: Eigentlich könnte man die ganze Zeit jemanden haben, der irgendwie Storys macht.
Manuel: Wir haben jetzt 6.000, 7.000 auf Instagram, ich kann es dir gar nicht sagen
Manuel: und nochmal so viel auf Facebook und
Manuel: TikTok hatten wir letztes Jahr ein Video, das muss ich euch erzählen.
Manuel: Wir haben ein Timelapse-Video gemacht von dem Pilz aus dem Karton und es haben
Manuel: dann irgendwie 1,4 Millionen Leute geschaut und ich habe keine Ahnung von TikTok.
Manuel: Wie das gegangen ist, keine Ahnung. War halt dann irgendwie über Millionen Klicks.
Manuel: Ich kann es dir nicht sagen. Ich weiß, dass es, so wie der Online-Shop im Moment
Manuel: läuft, bin ich nicht zufrieden.
Manuel: Wir brauchen uns nicht wundern, weil wir haben niemanden, der Marketing macht.
Manuel: Wir verdienen halt unser Geld mit den Vertriebspartnern.
Studis: Als dieses eine Video viral ging, sind dann dementsprechend auch die Sales in die Höhe gegangen?
Manuel: Nein, weil ich vermute, dass die ganzen Klicks irgendwo waren und wir verschicken
Manuel: halt nur noch Österreich und Deutschland.
Manuel: Und deswegen, das ist meine Erklärung, warum. Es wurde schon mehr,
Manuel: aber jetzt nicht um 1,4 Millionen mehr.
Studis: Wenn, sagen wir jetzt, ihr als Firma entscheidet, dass ihr jetzt nochmal eine
Studis: extra Person einstellt, die Teilzeit oder was auch immer arbeitet,
Studis: um nur Social Media zu leiten, würden Sie dann auch daran überlegen,
Studis: dass Sie es europaweise dann die Produkte shippen würden oder wäre das dann trotzdem?
Manuel: Ja, wenn sie es braucht. Also grundsätzlich ist das immer ein bisschen im Widerspruch
Manuel: mit unserem regionalen Gedanken.
Manuel: Wir haben jetzt dann eh schon für diese Pilzzucht für Daheim-Sachen,
Manuel: haben wir eh Deutschland quasi schon aufgemacht.
Manuel: Wenn es wirklich notwendig ist, dass es so gut läuft, dass ich es auszahle,
Manuel: auch nach Holland, Frankreich, wie auch immer, zu verschippern,
Manuel: dann wäre ich da schon offen.
Manuel: Das ist grundsätzlich so, also ich kann es euch eh sagen, unser Online-Shop
Manuel: macht in mir auch so ungefähr 100.000.
Manuel: Und dann kann man ungefähr sagen, da sind so im Moment 10-15% gehen für Marketing
Manuel: drauf, also so 10-15% sind so die Ads, die wir ausgeben.
Manuel: Dann haben wir natürlich, und wir haben halt niemanden, der es macht.
Manuel: Das heißt, das macht halt irgendwer nebenbei.
Manuel: Die Produkte sind ungefähr so ein Drittel vom Wert.
Manuel: Also der Webshop funktioniert schon in Summe, aber ich glaube,
Manuel: der würde viel besser funktionieren, wenn wir wen hätten, der es macht.
Studis: Muss man, also das kommt wahrscheinlich auf die Produkte an,
Studis: aber vor allem, wenn man jetzt nur Pilze hat, wäre das nicht interessant genug,
Studis: dass es durch Natural Growth auch genug Reichweite bekommt, dass man nicht Festschalten muss?
Studis: Sodass man selber die Leute das anschauen wollen, ohne dass man bezahlt,
Studis: dass Leute das anschauen wollen.
Manuel: Ja, also dieses eine TikTok-Ding, das war eh rein organisch.
Manuel: Da haben wir überhaupt keinen Euro reingegeben.
Manuel: Das hat sich einfach... Aber es ist schwer, dauerhaft so Content zu produzieren,
Manuel: der sich organisch so gut teilt. Das ist extrem schwierig.
Willy: Aber ihr setzt ja auf organisches Wachstum, oder? Ja, ja. Das ist ja grundsätzlich.
Manuel: It's all organic.
Manuel: Aber Aber da fühle ich mich auch schon so ein bisschen zu alt für diese Social-Media-Welt.
Manuel: Und ich habe selbst seit zwei Jahren gar keine Socials mehr.
Manuel: Also ich kriege dann immer halt
Manuel: von der Wiki von meiner zweiten Geschäftsführerin ab und zu so Updates.
Manuel: Und ich schimpfe sie, wenn ich irgendwie merke, wir geben 200 Euro pro Tag für
Manuel: Werbung aus und machen 300 Euro Umsatz. Da passt was nicht mit den Ads.
Manuel: Solche Diskussionen haben wir öfter.
Willy: Aber jetzt wirst du schon mit deiner 36 ja.
Manuel: Irgendwo muss Schluss sein irgendwo das ist
Willy: Ein super Stichwort gibt es von euch jetzt noch Fragen sonst stelle ich meine
Willy: Abschlussfrage gut erstens mal danke an euch mega geile Fragen heute super Diskussion,
Willy: welche Frage die ich hätte stellen sollen damit wir dich noch besser verstehen
Willy: habe ich nicht gestellt aber die möchtest du noch beantworten.
Willy: Ich glaube, so geht das um mich.
Manuel: Das ist deine Frage.
Manuel: Ja?
Willy: Das ist sonstiges. Gehst du, Fragebögen sonstiges? Mach die Frage dann vollständig.
Willy: Das ist deine Frage.
Manuel: Tja, wir haben über sehr viel geredet. Ja, ja, ja.
Willy: Man hört noch was. So kann man es auch fragen.
Manuel: Mir fällt nichts ein.
Willy: Dir fällt nichts ein?
Manuel: Nein. Super.
Willy: Dann sagen wir das, wie es ist vollständig.
Manuel: Alles, alles.
Willy: Alles vollständig.
Manuel: Gut.
Willy: Dann sage ich noch einmal vielen, vielen Dank an euch. Ich hoffe, es war auch was dabei.
Willy: Vielleicht ist ja der nächste Marketingmanager, Managerin da jetzt gerade unter uns.
Willy: Vielleicht spricht sich das ja herum bei unseren mehreren Millionen Hörerinnen täglich.
Willy: Kommt sicher demnächst die richtige Person. Die eine Person wird dich jetzt
Willy: finden. Das kann ich dir garantieren.
Willy: Jetzt sage ich noch einmal danke, dass ihr da wart. Danke, dass du dir Zeit
Willy: genommen hast. Und ja, ein abschließender Applaus. Und dann gehen wir nach Hause.
Manuel: Danke.
Music: Music
