Folge Nr: 75

B2P059 Andreas Egger (Milchkandl) – Von der großen Bühne (zu) einer kleinbäuerlichen Genossenschaft

... oder warum im Titel eh schon alles steht

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Über die Folge:

Wo tut man ihn hin, den Andreas Egger? Gute Frage! Andreas ist ein Fädeninderhandhalter, ein Strippenzieher, Anstupser und Vorwärtsschreiter. Das alles macht er mit der scheinbaren Gemächlichkeit einer Weinbergschnecke und der vordergründigen Ruhe eines buddhistischen Mönchs. So richtig in den Vordergrund drängen mag er sich auch nicht, seine eigene Rolle redet er bisweilen klein, gefolgt von dem Verweis auf seine Mitstreiter. 

Er hat lange Jahre die großen Stadien gefüllt, die Stones, U2 und ähnliche Kaliber zum Klingen gebracht. Ganz früh, damals noch mit „Federn bis zum Hintern“ hat er schon begonnen, Partys in der Schule zu organisieren. Zwischendrin wurde die Arena besetzt, der Z-Club für die Zentralsparkasse (heute Club Bank Austria) gegründet, später dann hat er den Ticket-Express vulgo Ö-Ticket gegründet und 2016 nach vielen Jahren wieder abgegeben. 
 
Nun sitzt er da und erzählt in seinem Haus im Waldviertel von seinem Leben. Er befinde sich jetzt in seinem dritten Arbeitsleben, rechnet er uns vor. Inzwischen sitzt auch seine Frau Esther mit am Tisch, mit der er nach misslungener Scheidung immer noch das zweite Mal verheiratet ist. Jene Esther, die das Gespräch erst eine halbe Stunde aus der Distanz beobachtete, sich in der Zwischenzeit etwas zu Essen machte, bis es sie dann schlussendlich doch mit an den Tisch und mitten ins Gespräch sog. Die beiden wirken entspannt, haben gelernt die „kleinen Glücke zwischendurch“ zu genießen. Man nimmt es ihnen ab. 
 
Ach ja, da war noch was. Drittes Arbeitsleben und so. Das ist jetzt das Milchkandl. Geimpft hat ihn der Heini Staudinger bei einem seiner Pfingstsymposien. Von da an rauschte die Idee der Genossenschaft unaufhaltsam durch Herrn Eggers strippenzieherische Windungen. Zuerst wurde in der neuen Heimat im Waldviertel Bier gebraut, erst dann kam die Idee mit der Milch.  Inzwischen arbeiten sieben Mitarbeiterinnen im Milchkandl und liefern jede Woche Produkte an ca. 50 GenossenschafterInnen und 15 Geschäfte und Gastronomiebetriebe aus. Wie es so weit kam, wie das ganze funktioniert und noch viele spannende Details und Einblicke erfahrt ihr direkt in der Folge!


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Transcript - B2P059 Andreas Egger (Milchkandl) – Von der großen Bühne (zu) einer kleinbäuerlichen Genossenschaft

Esther: Einer der schwierigsten Phasen, das war, als der Andi wirklich äh fünf Tage die Woche nicht da war, weil er einfach in in ganz Europa halt so kleine Firmen wieder aufgebaut hat, ja. Ähm haben wir,

Esther: dann kultiviert, das war aber nach der nach der zweiten Heirat schon,

Esther: oder zwischen den beiden Wohnungs diese Scheidung misslungen ist, ja.

Bianca: Scheidung missgelungen, anderen misslingt deine Ehe.

Intro_Outro:

Einleitung: In dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast haben wir mit dem Andreas Ecker,

Einleitung: und ja in weiterer Folge des Gespräches dann auch mit seiner Frau der Esther Egger Rolik. Ja über,

Einleitung: Ja, ihr Geschichte, ihr Leben und auch über die,

Einleitung: Erzeugerinnen und Produzentinnen, Genossenschaft Milchkandel gesprochen. Was das ist? Wie das funktioniert?

Einleitung: Doch etwas ereignisreiche und nicht ganz vorhersehbare Leben des Andreas Ecker und ein paar ganz andere Dinge über diese Pforte, wo's,

Einleitung: dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast. Und äh ja, weil Routinen oft net so gut san,

Einleitung: mit der Kleinigkeit dieses Mal einfach weg. Viel Spaß mit der aktuellen Folge.

Bianca: Geht sogar die Sonne auf. Äh kommt heraus.

Willy: Knopfdruck,

Willy: Also wir sind die die der Sonnenpodcast, der Sonnenaufgeh Podcast einen wunderschönen guten Tag, guten Mittag, Mahlzeit, liebe Hörerinnen und Hörer bei der neuen Folge vom Bauer to the,

Willy: anders. Wir haben nämlich Feedback von der Bianca gekriegt und äh das Feedback möchte ich heute natürlich auch gleich in der aktuellen Sendung umsetzen, weil wir sind ja alle kritikfähig, gell?

Andreas: Kritikfähig leicht, aber ob wir Kritik auch annehmen können, ist immer die Frage. Ja? Ja? Gut. Hat vollkommen echt gewirkt, ja?

Willy: Authentisch quasi oder.

Andreas: Fast wie wenn du es ernst meinen würdest.

Willy: Danke Andr.

Andreas: Gerne.

Willy: Ähm dieser dieser diese junge, nette Mann, den ihr im Hintergrund hört. Äh das ist der Andreas Egger. Bei dem sind wir nämlich heute im äh im schönen Nöhagen. Das ist, wenn man die Donau-Assefahrt Weißenkirchen rechts,

Willy: bergauf bevor einem schon wirklich die Ohren verschlagt ham mer vorgenommen. Also man sieht einen hohen Berg beim Autofahren wie dem, was man dann und sind dann auf einer hügeligen Hochebene, die wunderschön ist.

Andreas: Mhm. Heißt Waldviertel.

Willy: Also ja. Ja, wollt ihr gar net so viel, aber viel Hügel, also ist so und äh,

Willy: Es hat dich und deine Frau hierher verschlagen, äh jetzt eh schon ein paar Jahre ähm und über diesen Weg,

Willy: ja äh in diese hügelige schöne Landschaft dein Leben und all das möchten wir mit dir heute sprechen, was dann letztlich zu einer ja wie sagt man in Molkereigenossenschaft äh.

Andreas: Genau, ja. Mhm. Milchkandel.

Willy: Milchkanul, genau. Bevor wir jetzt äh ins Gespräch mit dir gehen, möchte ich äh noch uns ankündigen, die Menschen, die uns noch nicht kennen, also die meisten,

Willy: Nicht äh die charmante äh hochtolerante imposante und äh.

Bianca: Aber jetzt muss man auch denken.

Willy: Hin und wieder gefährlich, aber das wisst ihr eh schon, äh Bianca Blasel aka.

Bianca: Gummistiefeln und ich find's sehr toll, dass du mir ein Feedback angenommen hast und das anders anmoderiert hast, hast du sehr gut gemacht.

Willy: Genau und der Feedback fähig und kritikfähige Willi. Äh hallo Andreas.

Andreas: Hallo Willi, hallo Bianca, hallo Bianca, hallo Willi.

Bianca: Vielen Dank für den Kaffee mit Milchkandelmilch. Wir sind schon total.

Willy: Der freundlichste und wertschätzendste Podcast aller Zeiten.

Bianca: Mal.

Willy: Äh Andreas ähm vielleicht äh darf ich dich bitten, um meine,

Willy: Ganz kurze Vorstellung von dir. In so quasi so einen einen Bitch, wie's modernerweise heute heißt ähm und äh ja dann starten wir wieder rein in unser gewohntes Format.

Andreas: Okay? Schauen wir, ob der Elevator in den zweiten Stock fährt oder in den zweihundertsten.

Willy: Essen schon stecken geblieben.

Andreas: Wunderbar, ich habe Zeit. Gut, ja, wie gesagt, ich bin der Andreas Eger, ähm bin jetzt vierundsechzig,

Andreas: Fühle mich extrem jung.

Willy: Wie wie alt? Ungefähr. Ja, wie viel.

Andreas: Wie ich mich fühle? Hm ich würde sagen um die dreißig? Ja ja ich merke schon, dass ich keine 18 mehr bin, aber,

Andreas: äh um die 30 wunderbares Start-up-Feeling im Moment,

Andreas: und ja, habt viel Spaß hier. Ich komme ursprünglich aus Wien, wie man hört,

Andreas: und bin nicht am Land aufgewachsen ähm habe in meiner Schulzeit eine Schülerzeitung gegründet,

Andreas: zusammen mit dem Rudi Dodeschall. Wir waren quasi das Profil der Schülerzeitungen während der Rennbahn Express des Bravo der Schülerzeitungen war. Ähm,

Andreas: habe dann äh begonnen noch in der Schulzeit mit Freunden und Kollegen Konzerte zu veranstalten und Partys.

Andreas: Habe das dann auch zu meinem Beruf gemacht und war so 25 Jahre lang Konzertveranstalter.

Andreas: In Österreich und anderen europäischen Ländern und aus dieser Tätigkeit als Konzertveranstalter heraus habe ich dann,

Andreas: Die Firma gegründet, die man heute als Oeticket kennt.

Andreas: Und war bis vor fünf Jahren Geschäftsführer dort und meine Frau und ich sind nach wie vor beteiligt auch am Unternehmen.

Andreas: Dass es eigentlich mal in Kürze was ich so gemacht habe. Ja und ich habe mich vor ähm acht Jahren ungefähr,

Andreas: noch einmal ein drittes Arbeitsleben zu machen, weil.

Andreas: Aller guten Dinge nah, sondern eher deswegen,

Andreas: weil ich erstens noch einmal ganz was anderes machen wollte. Zweitens habe ich gesehen, je erfolgreicher wir und unser Mehrheitseigentümer,

Andreas: und auch äh ich als Person quasi geworden bin und zwar erfolgreich an Geld gemessen, umso,

Andreas: ungleicher,

Andreas: und ähm unerfreulicher ist eigentlich das Leben geworden. Das klingt jetzt komisch, aber,

Andreas: Es ist doch ganz offensichtlich so, dass in,

Andreas: Je größerer Umsatz und Gewinnzahlen du kommst, desto maßloser wird das kapitalistische System, sage ich jetzt mal,

Andreas: was dann so weit gipfelt,

Andreas: mein Nachfolger zum zum Beispiel zum Vertreter des Mehrheitseigentümers oder zum Mehrheitseigentümer gegangen ist mit seiner ersten Bilanz und gesagt hat super wir haben,

Andreas: X Millionen Gewinn gemacht dieses Jahr und die einzige Antwort war, warum nicht Y. Und.

Andreas: Da denke ich mir, das muss auch anders gehen. Es muss ein anderes Wirtschaften geben und habe mich,

Andreas: stark mit Genossenschaftswesen beschäftigt mit ähm kooperativen Führungsstilen.

Andreas: Mit Entscheidungsprozessen dass man sagt warum muss eigentlich

Andreas: eine Organisation immer hierarchisch aufgebaut sein. Warum kann man das nicht flacher machen? Warum kann man nichts versuchen konsensual zu entscheiden äh oder einen soziokratischen Entscheidungsprozess,

Andreas: äh aufzusetzen,

Andreas: Alles Dinge, die ich in meinem bisherigen Wirtschaftsleben nichts gemacht habe und auch nicht machen konnte.

Andreas: Und na ja dann war ich,

Andreas: 2015 auf dem Pfingstseminar beim Henry Staudinger draußen,

Andreas: Das Pfingstsymposium und da ging es um das um Genossenschaften und Gemeinsinniges und Kooperatives wirtschaften.

Andreas: Das hat mich wirklich stark beeindruckt, weil da Leute von Genossenschaften aus aller Welt dort waren und erzählt haben, wie das funktioniert bei ihnen,

Andreas: Und ich behaupte jetzt nicht, dass die Genossenschaft in jedem Fall die richtige Rechtsform oder Gesellschaftsform ist oder in jedem Fall zum Erfolg führen muss. Aber ich glaube, dass sie.

Willy: Aber ich glaube, dass sie.

Andreas: Sinnbildlichung einer kooperativen Gesellschaft im Gegensatz zu einer konkurrenzierenden Gesellschaft ist.

Bianca: Aber sag damit wir wieder am Anfang anfangen, weil das du bist dann durch den durch diese Idee, was dich beeindruckt hat auch zu der Idee gekommen, das Milchkandel zu gründen.

Andreas: Nein, damals noch nicht, damals noch nicht. Nein. Ich habe mich mal beschäftigt mit Genossenschaftswesen,

Andreas: Dann dadurch, dass wir aufs Land rausgezogen sind, äh habe ich mich halt sehr viel mit den Bauern hier unterhalten und Bauerinnen,

Andreas: dann hatten wir die Idee im Dorf,

Andreas: aus Spaß eine eine kleine Brauerei zu machen und haben gesagt,

Andreas: Das wäre doch was, das gibt so viele Feste und zwei Wirtshäuser noch in unserem 300-Seelen-Dorf. Ähm brauchen wir doch unser eigenes Bier.

Andreas: Und das hat erstaunlich viel Zuspruch gefunden und da haben wir vor ein paar Jahren die erste gegründet, nur um klarzustellen, dass die zweite dann sicher die zweite ist und nicht die Erste,

Andreas: Und hatten von Anfang an über 70 Genossenschafterinnen und Genossenschaftler.

Bianca: Von dreihundert.

Andreas: Genau, praktisch aus jedem Haus mindestens eine Person.

Willy: Abgesandten hm oder eine Abgesandte.

Andreas: Genau oder eine Abgesandte. Ja ja also Frauenbrauen oftmals bedeutend besser als uns einer. Also.

Bianca: Ist wirklich ein Name, Frauenbraun.

Andreas: Ja, es gibt Frauenbrauen bei uns. Der ist da zum Beispiel war der Erste, die gebraut hat, meine Frau war der Erste, die gebraut hat hier und macht auch einmal im Jahr hier irgendwie Frauenbrauen.

Willy: Es wird nach wie vor gebraut.

Andreas: Es wird nach wie vor gebraut, ja? Nicht durch Corona leider nicht mehr so,

Andreas: kooperativ wie am Anfang, davor war's so, dass immer fünf, sechs Leute zusammen gebraut haben äh und sehr viel gemeinsam gemacht wurde. Das hat extrem gelitten, weil man halt nicht mehr so zusammen sein konnte,

Andreas: Und wir bemühen uns das gerade jetzt wieder in Schwung zu bringen. Und äh es gibt halt eine Kerngruppe von vier, fünf Leuten.

Andreas: Die schauen jetzt, dass sie jeweils wieder andere Leute zum Brauen äh dazu bringen. Ich habe zum Beispiel übernächste Woche wieder einen Brauttag mit drei anderen Leuten ausm Dorf.

Willy: Mhm. Wenn man sich das Brauen traut, wird man Braut und Bräutigam. Das wollte ich jetzt unbedingt loswerden. Ja. Ja, also über das Bier dann zu mich gekommen oder wie.

Andreas: Naja, das war mal das, das war mal der Ansatz der Genossenschaft in Realität. Und das hat einfach super funktioniert. Das hat äh ganz toll. Und wir haben von Anfang an gesagt, wir wollen eine echte Genossenschaft sein,

Andreas: Das ist eine echte Genossenschaft, eine echte Genossenschaft ist eine, wo alle eine Funktion haben, wo alle Mitarbeiten, äh wo alle mitreden, wo alle mitentscheiden.

Andreas: Und das ist wie oft im Leben wahrscheinlich das Schwierigste, weil viele Leute einfach nicht gewöhnt sind,

Andreas: mitzuentscheiden, sondern viele Leute gewöhnt sind, das für sie entschieden wird und,

Andreas: Das haben betrifft finde ich ganz speziell auch,

Andreas: Die Fehlentwicklung des Genossenschaftswesens in Österreich in den letzten Jahrzehnten.

Andreas: Wo die größten Genossenschaften eigentlich nur noch Anhängsel von Aktiengesellschaften sind und mit dem ursprünglichen Gedanken des Friedrich Wilhelm R um das Wort nicht zu sagen,

Andreas: nichts mehr zu tun haben.

Andreas: Wie kam's zum Milchkandel wolltest du wissen? Genau. Zum Milchkandel kam's so,

Andreas: unsere, jetzt san ma noch beim Bierkistl, genau. Das gibt's dann.

Willy: Sehr gut, sehr gut, sehr gut.

Andreas: Unsere Nachbarn übers kleine Tal drüber san die Doris unter Josef Trinkl.

Andreas: Bauern, die seit Jahrzehnten Bio arbeiten, sich jetzt erst Bio zertifizieren haben lassen.

Andreas: Und irgendwann einmal war ich drüben, weil wir immer wieder rüber gegangen sind, unser Milch geholt haben von drüben.

Andreas: Milch halt, die wir immer getrunken haben und dann waren wir bei ihnen ins Haus und dann sehe ich an der Wand ein Foto und sehe den Joseph, wer am Meer steht und nachdem ich selber auch ein Mensch bin, der das Meer,

Andreas: dringend braucht, regelmäßig. Habe ich gesagt, ah ja, du fährst auf Urlaub, irgendwie, wo warst denn da und der sagt, na da war ich in Gradow,

Andreas: super alles angeschaut. Na ja, mein Bruder hat mich geschnappt, ins Auto gesteckt und wir sind runtergefahren und dann gleich wieder raufgefahren, weil ich wollte einmal in meinem Leben das Meer sehen.

Andreas: Und da war ich genauso stumm wie jetzt und habe mir gedacht, das gibt's ja nicht. Als jemand, der gewöhnt ist ähm,

Andreas: ähm mehrmals im Jahr mehr zu sähen, Segeln ist, Regaten segelt oft äh praktisch auf See mit zu Hause ist, war das für mich vollkommen unvorstellbar und da habe ich gesagt, wie äh,

Andreas: und,

Andreas: Er sagt, na ja, wie ist denn wegfahren, wenn du ein Landwirt bist? Dann bist du Landwirt und wenn du Tiere hast, dann fast nicht weg, sondern dann bis 365 Tage bei deinen Tieren.

Andreas: Ha ja das ist schon ein steiles Programm, weil eigentlich äh tut er,

Andreas: Im Hauptberuf Schichtarbeiten oder im Nebenberuf Schichtarbeiten, damit er sich den Hauptberuf Landwirtschaft leisten kann

Andreas: Weil das, was du für die Milch kriegst, äh von der Großmolkerei reicht halt bei weitem nicht aus, um damit zu überleben als Milchbauer.

Andreas: Und der Trend ging ja immer weiter und geht nach wie vor so weiter, dass die Molkereien sagen, ja wenn's net genug möglich ist, dann kapetieren können wir leider gar nicht mehr vorbeifahren, kannst zusperren. Ähm,

Andreas: und dann habe ich gesagt, na ja was kriegt's denn ihr da so? Und dann hat er mir das erzählt, dann habe ich das kurz im Kopf überschlagen und habe gesagt, okay, für dreihundertfünfer.

Willy: Gerechnet, ja?

Andreas: Ja genau, genau. Was ja Umsatzpatiente, die Vitamine, genau. Und ähm gesehen, okay Umsatz,

Andreas: 12.000 Euro aus 365 Tage Kühe betreuen und die Wiesn mähen dafür und das Futter anbauen ähm,

Andreas: Profit minus irgendwas. Das heißt ohne die Ausgleichszahlungen oder Förderungen würde das überhaupt nicht funktionieren,

Andreas: und Dividende ja, wenn ein Kälbchen gesund auf die Welt kommt oder wenn jemand vorbeikommt und sagt, eure Milch ist wirklich super. Und dann habe ich mir gedacht, das gibt's ja nicht. Das ist doch nicht gottgegeben.

Andreas: Und habe begonnen mich besonders mit Milchwirtschaft zu beschäftigen. Und,

Andreas: dann mit meiner Tochter eine eine kleine Tournee gemacht ähm.

Willy: Tournee.

Andreas: Und wir sind Milchbauern und Milchdirektvermarkter und Käsemacher und so weiter Besuchen gefahren und haben mit denen gesprochen.

Andreas: Und haben sie gefragt, wie's denn so läuft und ob's gut geht, ob's nicht gut geht. Wenn sie jetzt noch einmal anfangen können, was würden sie denn anders machen?

Andreas: Wichtigste Frage, wenn man's selber machen möchte danach. Ja und so ist das immer weiter irgendwie gereift.

Andreas: Dann haben den Nachbarn gesagt, du, unser Nachbarhof ist gerade zum Verkaufen und wir können zwar an Stadl und die Wiesn dazwischen brauchen, aber den Hof selber und ist der Preis richtig und du kennst dich dadurch aus.

Andreas: Ich kenne mich zwar nicht aus, aber ich kann mich schlaumachen, habe mir das angeschaut, habe mich bisschen schlauer gemacht,

Andreas: und habe dann gesagt, wisst ihr was? Ihr kauft das? Und ich kaufe dann den Hof praktisch das, was ihr nicht braucht, kaufe ich raus wieder von euch.

Andreas: Und so haben wir das gemacht und weil ich wollte unbedingt einen Schupfen haben. Da kannst du nicht am Land leben und kein Schupfen haben.

Bianca: Das war der eigentliche.

Willy: Schupfen auf auf auf Hochdeutsch ist eine Scheune, oder?

Andreas: Die Scheune, die Scheune, genau, ja? Weil wo willst du den Traktor einstellen, den ich zwar noch nicht hatte, aber wenn du am Land lebst, musst du auch einen Traktor haben.

Bianca: Ist das so? Ja unbedingt. Aha.

Andreas: Ja unbedingt. Musst du einen Traktor haben, du brauchst dann für den Traktor brauchst dann einen Schupfen. Hey, ja, meine Frau ist.

Bianca: Wir begrüßen gerade die Frau-Ecke.

Andreas: So

Andreas: und so habe ich gedacht, okay, auch der Schupfen ist wichtig. Und habe das gemacht und habe gesagt, aus dem habe ich dann ein Hobby quasi, das ist die Renovierung von diesem alten Haus.

Andreas: Aus dem Haus, aber doch nicht aus dem Blickfeld. Man kann man sieht das von hier in Rufweite. Ähm und so weiter. Also alles irgendwie net.

Andreas: Und dann kam immer weiter dieser Milchkandelgedanke.

Andreas: Und dann habe ich gesagt, okay, wenn wir das schon macht und dann müssten wir Genossenschaft machen eigentlich und wie würde man das machen? Dann kamen zwei weitere Milchbauern über die Torres dazu, mit denen und wir haben dann zu viert uns hingesetzt und haben gesagt,

Andreas: Gut,

Andreas: machen wir eine machen wir eine kleinbäuerliche Erwerbsgenossenschaft. Und ja dann war alles durchgerechnet.

Andreas: War die große Borkenkäfer-Invasion. Die Bauern haben nichts mehr für ihr Holz bekommen, was sie aber aus dem Wald rausräumen mussten und ich habe mir gedacht, na ja, wenn das wirklich was werden sollte mit der Molkerei,

Andreas: dann kaufst jetzt einmal 160 Meter Holz,

Andreas: und zahlst den Bauern einen fairen Preis dafür, den sie normal nicht mehr bekommen hätten,

Andreas: Und so habe ich das gemacht. Und äh anderer Nachbar hat das Holzgeich genommen zu sich in die Säge gebracht und entrindet, damit's net schlecht wird. Und,

Andreas: Die Bauern waren glücklich, haben sie aber haben sich auch gefragt eben ist der noch ganz dicht? Er zahlt uns das Doppelte, was wir jetzt derzeit kriegen würden,

Andreas: das Doppelte, was ich was es damals war, ist die Hälfte von dem, was es heute kostet. Also das war ein echter Gewinn für alle, ausgenommen für die Großsäge Unternehmer, die um diese 160 Meter umgefallen sind zum,

Andreas: null Preis quasi. Ja und dann hatte ich einmal 160 Meter Holz liegen. Das heißt, das Projekt musste schon irgendwie ein bisschen weitergehen.

Bianca: Des Holzwegens hattest du ein wenig Druck.

Andreas: Und ähm,

Andreas: Ja, dann hatte ich das alles fertig gerechnet und dann habe ich, habe ich gesehen, okay, also ohne,

Andreas: ohne irgendwelche Förderungen geht's nicht. Das kannst du einfach die Investition nicht stemmen,

Andreas: und dann habe ich geschaut, es gibt eine es gab eine LE 14 bis 20 ländliche Entwicklungsförderung habe das Projekt eingereicht und habe äh nach zehn Monaten auch tatsächlich dafür,

Andreas: keine Förderung zugesagt bekommen von ungefähr was sind's?

Andreas: 20 nicht ganz. Fünfzehn Prozent

Andreas: Kosten 15 Prozent Förderung und Corona zum Glück hat eine Coronaförderung gebracht, die unabhängig von den anderen Förderungen ist, von auch im Durchschnitt ungefähr zehn Prozent.

Andreas: Das heißt, ich hatte 25 Prozent der Investitionskosten über Förderungen herinnen und habe dadurch gesagt, okay, das können wir stemmen.

Andreas: Dann haben die Gründungsgenossenschafter ähm haben auch noch einmal eingezahlt.

Andreas: Dann haben wir Nachrang Darlehen aufgelegt. Die waren binnen weniger Wochen, waren da 150.000 Euro sofort herinnen von Leuten, die gesagt haben, das ist ein cooles Projekt.

Bianca: 50tausend Euro. Nur in dieser Region hier.

Andreas: In sechs Wochen. Hm ich war in der Region, in der Gemeinde, im Dorf und es waren halt Leute, auch die ich von früher gekannt habe und die gesagt haben,

Andreas: Es ist erstens einmal irre, was du was du da für einen Schwenk machst. Zweitens ist das ein cooles Projekt und drittens wissen wir, wenn du das machst, dann wird das Geld schon wieder irgendwann zurückkommen. Aber wie gesagt, das kann ich euch nicht versprechen, aber.

Willy: Ich freue mich trotzdem.

Andreas: Ich freue mich trotzdem, wenn ihr was hergibt. Ja und damit war das Ding finanziert,

Andreas: und dann haben wir noch, bevor dieser ganze Preiswahnsinn losgegangen ist, alle Aufträge vergeben. Ähm.

Bianca: Gott sei Dank.

Andreas: Gott sei Dank, ich habe auch einen, ich habe einen Lieferanten gesagt, pass auf, ich zahle euch gerne sofort und teilweise im Voraus auch, aber besorgt euch die Sachen jetzt, weil es wird teuer werden, weil es damals schon,

Andreas: vor ähm im Jänner letzten Jahres eigentlich absehbar war,

Andreas: Menschen was sich entwickeln wird in dem Moment, wo Corona ein bisschen vorbeigeht und die Investitionen,

Andreas: über diese Förderungen rankommen,

Andreas: das aber weltweit passiert, dass dann die Preise durch die Decke gehen werden, ja? Das war eigentlich jedem, der nachgedacht hat, war das klar. Und dadurch sind wir und durch das Holz, das wir selber hatten schon,

Andreas: sind wir eigentlich gut durchgekommen. Ja, dann haben wir gebaut,

Andreas: und im November letzten Jahres haben wir einen Probebetrieb begonnen. Genau, dann haben wir noch Personal gesucht, da auch wieder super Glück gehabt und eine junge Mitarbeiterin,

Andreas: quasi in letzter Minute gefunden,

Andreas: die genau das gesucht hat und zufälligerweise genau auf diese Internetplattform geschaut hat zum ersten Mal seit Jahren,

Andreas: auf der wir das auch inseriert hatten, nicht nicht denkend, dass dort irgendwer nachschaut. Also es war das war wirklich großartig. Ja und dann haben wir angefangen.

Andreas: Ja. Ähm du kannst doch direkt mitreden, wenn du willst, sowohl.

Willy: Wir haben ein Mikro vorbereitet.

Andreas: Mhm, es gibt einen fertigen Auflauf,

Andreas: Du darfst alles äh ist dein Haar. Na ja.

Willy: Warte, ich drücke kurz auf Pause.

Willy: Äh wir wir hatten eine kurze Unterbrechung. Äh wir stehen aber immer noch im Lift, sind mittlerweile ähm.

Bianca: Sind mittlerweile bei der Mitarbeiterin.

Willy: 354. Stockwerk angelangt aber kommen dem Thema Milch in großen Schritten großen Schritten näher.

Andreas: Wir stehen bereits in der Molkerei.

Bianca: Wir waren bei deiner.

Andreas: Stehen bereits in der Milch, genau, ne. Ja, dann haben wir Probebetrieb gemacht, dann haben wir,

Andreas: Schon im Lauf des Jahres eigentlich gesagt. Wir wollen eine Produzenten-Konsumenten,

Andreas: Produzentinnenkonsument Innengenossenschaft sein und haben begonnen auch Konsumentinnen anzuwerben als Genossenschafterinnen, haben zum Beginn unseres äh Betriebes dann im Echtbetrieb,

Andreas: Ähm über 1hundert Konsumentinnen als Genossenschafterinnen gehabt, die dieses Projekt mittragen, sowohl mit ihrem Genossenschaftsbeitrag als auch als Kundinnen.

Andreas: Denn Genossenschaftlerinnen bekommen, können einmal in der Woche ihre Milchlieferung nach Hause bekommen.

Andreas: Und so machen wir das jetzt seit Anfang Jänner sind wir im Betrieb, produzieren,

Andreas: noch immer nicht genug. Ähm also wir können die Nachfrage bei weitem nicht decken. Das war von der ersten Woche an so.

Andreas: Und werden jetzt noch ein bisschen mehr ein bisschen mehr in die Produktion gehen. Das war das Backohr, weil da ist ein Auflauf drin, den ich heute.

Willy: Ja, ja, ja. Das passt schon. So, alles gut.

Andreas: Gemacht habe. Ist alles gut.

Willy: Ja, wir sind ja, wir sind ja beim Bordkasten, bei den Menschen zu Hause. Wir besuchen die Menschen ja dort, wo sie wo leben, wirken und auch essen, ja und genau.

Bianca: Es geht ja ums Essen bei uns, also.

Andreas: Genau. Absolut. Äh es sind zwei.

Willy: Beim Podcast ja? Also von dem her perfekte Hintergrundgeräusche beim Öffnen des.

Bianca: Einzig Richtigen.

Andreas: Ja das sind 22 Glaseltopfen und ein Glasel Sauerrahm sind da drinnen in dem Auflauf. Ne? Gut.

Bianca: Wir haben ja gesprochen äh noch bevor es tatsächlich losgegangen ist und da hast du eigentlich gedacht oder noch noch Furcht gehabt, dass es umgekehrt sein wird, also das was überbleibt und nicht gewusst, wie's wird.

Andreas: Ja, ja, kannst du's nie wissen, ja. Du kannst es nie wissen und ich hatte ja hatte so ausgerechnet und was werden die Leute nehmen und wie viel braucht man und ähm ich habe hochgerechnet aus dem,

Andreas: was zum Beispiel unsere Food Cooping Cremes von ihrem früheren Milchlieferantinnen,

Andreas: jeweils konsumiert hat und wie viel Haushalte hängen dadran und wenn ich das hochrechne jetzt aufs Zehnfache, wird sich das ausgehen und dann hast du ja,

Andreas: in der Milchproduktion hast du ja etwas also ich nenne das die Milchpyramide. Du hast diesen Kunststoff Milch oben,

Andreas: und so gut wie aus jedem Produkt, was du aus der Milch machst, entstehen aber nicht nur ein Produkt, sondern mehr Produkte, ja. Ausgenommen beim Joghurt vielleicht, aber wenn du einen Tropfen machst, dann,

Andreas: entsteht sehr viel Molke und Sauermolke. Wenn du einen Käs machst, entsteht eine Süßmolke. Äh,

Andreas: wenn du äh Obers machst, wenn du ein Obers machst äh.

Bianca: Buttermilch.

Andreas: Entsteht einmal Magermilch. Ja und zwar im Verhältnis 1 zu 10, ja,

Andreas: Das heißt, wenn du wenn du a Butter machst, du brauchst für ein Kilo Butter, wenn du's richtig machst, brauchst ungefähr 25 Liter Milch.

Andreas: In der Zwischenstufe bedeutet das,

Andreas: äh für ein Kilo Butter dann ungefähr so äh drei Liter Obers. Ja aus den aus 25 Liter Milch, drei Liter Obers,

Andreas: ein Kilo Butter hast du danach, aber einen Liter Buttermilch vielleicht oder einen halben Liter Buttermilch und der Rest ist Magermilch.

Willy: Oder ganz kurz stehen, das ist so ein Zusammenhang, der der doch sehr vieles äh auch auch zeigt, das Verhältnis von mich zu Ober, weil das steht ja im im Regal, wenn jetzt einkaufen gehe, Stefan hat die

Willy: nebeneinander. Da steht ob was drauf, da steht Milch drauf, da greife ich durch und da greife ich da hin. Aber diese Verhältnisse,

Willy: die waren mir lange nicht bewusst und du hättest jetzt gesagt 25 Liter Milch um fünf ergeben einen Kilo Butter. Das heißt für jedes Kilo oder die 250 Gramm san das meist,

Willy: umrechnen, das durch vier, das sind um die sieben, sieben Liter Milch.

Bianca: Probuckle Butter.

Willy: Da stecken sieben Liter Milch dahinter.

Andreas: Sechs, sechs, sechseinhalb.

Willy: Gehalt der Milch ist das wahrscheinlich, oder.

Andreas: Genau ja und das ist bei uns natürlich sind's 25 Liter. Wenn's denn eine Großmolkerei fragst, werden sie dir sagen zwanzig,

Andreas: Warum ist das so?

Willy: Warum?

Andreas: Echte Vollmilch von echten Kühen, von normalen Kühen, nicht von Turbokühen, die,

Andreas: gut gefüttert werden, hat einen Fettgehalt von was weiß ich, unsere Milch jeweils zwischen 4,3 und vier ,8 Prozent.

Andreas: Vollmilch im Packel hat er Fettgehalt von drei Komma fünf, drei Komma sechs Prozent, dann darfst du sie Vollmilch nennen. Und dann ist sie Vollmilch. Und irgendwohin verschwindet dieses Fett.

Willy: Wohin.

Andreas: Wohin? Genau, weil die Milch wird.

Willy: Die Frage kurz aufgelegt.

Andreas: Die Mädchen der großen Molkerei wird ja zunächst einmal zerlegt. Das heißt, sie wird praktisch in Magermilch und Fett zerlegt,

Andreas: und wird danach wieder quasi standardisiert, nennt man das, ich soll künstlich zusammenbaut,

Andreas: ähm auf genau den Fettgehalt, den sie haben soll,

Andreas: Da gibt's dann halt die dreieinhalbprozentige, dann gibt's ein Halbfett mit zweieinhalb Prozent, dann gibt's eine Magermilch mit ein Prozent oder weniger. Und so wird die dann halt wieder hingedrängt, ja? Und danach wird sie homogenisiert,

Andreas: homogenisieren heißt, da wird die Milch unter extrem hohem Druck durch eine ganz feine Düse auf eine Stahlplatte geschossen. Und was das macht, ist das zertrümmerte Fettstruktur der Milch,

Andreas: und dadurch rahmt die Milch nicht mehr auf.

Willy: Aufrahmen.

Andreas: Aufrahmen heißt das, was ihr hierher gekommen seid, habt's ihr das Vergnügen gehabt, ich habe eine frische Flasche Milch aufgemacht.

Andreas: Und die Bianca und der Willi haben mit dem Kaffeelöffel reingefahren und haben die Rahmen, den Rahm abgeschöpft, der sich oben auf der Milch bildet.

Bianca: Für das Beste seit 20 Jahren. Das Kind hat dich das zum letzten Mal.

Andreas: Das ist, wenn die Milch aufrahmt und irgendwann einmal vor 50 Jahren oder was auch immer, ist einer draufgekommen,

Andreas: Wenn man die Milch jetzt schon haltbarer machen, dann wollen wir nicht, dass die auframmt, weil wir sagen, die Konsumenten,

Andreas: wollen ja nicht, dass die Milch aufrahmt, sondern die wollen ja eine immer ein immer gleichbleibendes Produkt haben, homogen, homogenisiert,

Andreas: gleichbleibend, ja? Über alte,

Andreas: Zwei, drei, fünf, sechs Wochen, die dieses Wunderding dann auf einmal gehalten hat. Also,

Andreas: die Fettstruktur, dadurch rahmt nix mehr auf, wir nehmen das Väter mal raus ein Prozent, dadurch rahmt's auch nicht mehr auf.

Andreas: Und wir haben eine wunderbare Vollmilch, am besten im Tetra Packel noch, ähm weil das wiegt nicht so viel und das kann man besser schlichten.

Andreas: Ich bin kein Mediziner, ich bin kein Lebensmitteltechnologe, aber wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, wirst du draufkommen, dass ganz viele Menschen sagen.

Andreas: Der Zeitpunkt, wo man begonnen hat, die Milch industriell zu bearbeiten,

Andreas: korreliert in etwa mit dem Zeitpunkt, wo Menschen ganz viele Menschen und immer mehr Menschen begonnen haben eine Milchunverträglichkeit zu entwickeln.

Andreas: Und ich kann mir das gut vorstellen,

Andreas: weil der Körper eine homogenisierte Milch logischerweise anders aufnimmt als eine nicht homogenisierte.

Andreas: Weil die Magenschleimhäute natürlich mit dieser ganz feinen Fettstruktur der Milch also das Eiweiß,

Andreas: Und alle Inhaltsstoffe der Milch sind jetzt dann nicht mehr praktisch in größeren Kügelchen, sondern sind nur noch in winzigen Kügelchen und werden dadurch ganz anders aufgenommen vom Körper.

Andreas: Ich kann mir vorstellen, dass das damit zusammenhängt. Und es gibt Menschen, wie meine Frau zum Beispiel, die diese Milch relativ gut vertragen,

Andreas: eine Backenmilch oder homogenisierte Milch überhaupt nicht.

Willy: Ich hörte mir hören die Leute am am Podcast gar net, weil du wir also ja ja.

Andreas: Willst du das wiederholen, was der Ester gesagt hat grad, oder? Na ja. Ach so, ah, ah tja.

Bianca: Ich mache das jetzt,

Bianca: übernehme den weiblichen Part die die gerade gesagt ähm diagnostizierterweise eine Laktoseintoleranz vom Arzt diagnostiziert aber sitzt neben uns, ist einen Auflauf mit Topfen von Milchkandelmilch. Ich finde das sehr spannend. Ich habe,

Bianca: Selber noch nie, also ich habe da noch nie eine Brücke geschlagen zwischen diesen Zusammenhängen. Ähm ich werde das nachrecherchieren, weil das interessiert mich extrem.

Andreas: Also es gibt Studien ähm,

Andreas: zum Beispiel von einer bayerischen Molke Großmolkerei in Auftrag gegeben, die das absolut in Abrede stellen. Ähm,

Andreas: aber je mehr man sich durchs Internet durchrecherchiert, desto mehr Leute wird man finden, die sagen, es hängt definitiv damit zusammen.

Andreas: Es gibt Studien, die sagen das eine Studien, die sagen das andere, was auch immer. Tatsache ist,

Andreas: Ich kenne mittlerweile mehrere Menschen, die problemlos unsere Produkte vertragen, obwohl sie andere Milchprodukte nicht oder schlecht vertragen.

Andreas: Ähm ja, wo waren wir stehengeblieben.

Bianca: Ich bin dafür, Willy, was hältst du davon? Darf ich, darf ich die die schöne Anfangsfrage fragen?

Willy: Die schöne Anfangsfrage ja fragt wie schön der Anfang.

Bianca: Wir sind jetzt in unserem äh Aufzug quasi ins ins Jetzt gefahren.

Bianca: Aber was uns auch ganz ganz stark interessiert ist deine deine Geschichte und dein Warum bis dorthin. Und ähm deshalb würden wir von dir gerne wissen,

Bianca: Wie wie bist du aufgewachsen? Was gab's für prägende Momente in deinem Leben, dass alles so passiert ist, wie es passiert ist?

Bianca: Oder prägende Menschen.

Andreas: Also ich bin in einem sehr liberalen Haus aufgewachsen ähm,

Andreas: begonnen hat begonnen, hat alles damit. Ich wurde in einem katholischen Krankenhaus geboren in Wien,

Andreas: in das meine Mutter gegangen ist, weil sie nicht äh weil kein anderes Bett frei war und,

Andreas: wie meine Mutter mit mir rausgehen wollte aus dem Krankenhaus,

Andreas: meine Schwester angelaufen, hat mich aus ihren Armen genommen, ist in die Kapelle gelaufen, dort ist der Pfarrer gestanden und hat mich notgetauft, damit ich armer Wurm nicht umgetauft durchs Leben gehe, weil meine Mutter vorher den Schwestern gesagt hat,

Andreas: Sie wird mich nicht taufen lassen, sondern ich soll das selber entscheiden später im Leben. Also ich hatte bereits,

Andreas: ähm quasi ein ein kirchliches Zwangskirchenzwangstrauma.

Bianca: Konntest artikulieren konntest, dass du das.

Willy: Welt schon traumatisiert.

Andreas: Absolut, genau.

Andreas: Und ähm gut, also liberales Elternhaus. Ähm,

Andreas: sozialistisch, sozialdemokratisch geprägt äh mein Vater war in der Kreisgezeit und davor,

Andreas: Ähm Journalist und dann äh verlag's direkt ein Vorwärtsverlag. Und bei der Arbeiterzeitung,

Andreas: So kam auch dieses Schülerzeitungsgeschichte irgendwie. Ich habe irgendwie dieses äh wenn mit Druckerschmerze auch aufgewachsen.

Andreas: Tolle Kindheitserinnerungen, denn die sind in der Halle mit diesen Rotationsmaschinen zu stehen oder bei der Line-out, um zu schauen, wie die Buchstaben irgendwie sich zu einer Seite zusammenrutschen und fügen. Dinge, die es heute gar nicht,

Andreas: äh das war herrlich. Ja und sonst? Die die wie das mit der Musik kommen ist äh,

Andreas: Mein erstes Konzert war Pink Floyd in der Stadthalle.

Bianca: Oh.

Andreas: Und es war extrem prägend einerseits von der Bombastik so und dann fand ich's einfach irre cool, wie viele Autobusse und Sattelschlepper da hinten gestanden sind und so und,

Andreas: Habe mir gedacht, das eigentlich uns dann sitzt du da drinnen. Sie ist eine riesen Show und allen geht's gut. Du hast das Gefühl, das ist zuerst von draußen, von alle,

Andreas: allen Dingen, die draußen passieren, die sind alle weg und du hast einfach zwei Stunden Mörder,

Andreas: Eindrücke von allen Seiten. Und das dürfte doch irgendwie prägend gewesen sein,

Andreas: und so habe ich begonnen in der Schule halt so Partys zu machen und aus dem ergibt sich dann irgendwie eins nach dem anderen. Dann wie ich wie ich 18 war,

Andreas: Ja, dann war Arena Besetzung zum Beispiel. Also ich war Arenabesetzer der ersten Stunde.

Willy: Was da dabei?

Andreas: Ja ja, ich habe äh praktisch als Ferienjob. Ähm weil ich bin leichter, bei den Wiener Festwochen. Und habe Verfolger gefahren, war am Turm oben und habe Verfolger gefahren und dann.

Willy: Verfolger sind die die Lichter, die die.

Andreas: Genau, ja, ja, ja, richtig,

Andreas: und äh habe dann mitbekommen ich glaube ich glaube das war eh der Resetaritz Willi. Die haben damals die haben damals bei den Festwochen ähm,

Andreas: eine Produktion gehabt, ja. Was die Polettenpassion oder was was anderes, jedenfalls,

Andreas: in der Festwoche in der Arena in Sankt Marx äh und da ging dann das Wort die Arena wird besetzt.

Willy: Lukas Residaris hat letztens halt kurz äh dabei scheinbar dort letztens auch drüber geredet, ja.

Andreas: Genau und da wird auch super. Ich bleibe gleich oben auf meinem Turm und.

Willy: Verfolgst, verfolgst es von oben, ja?

Andreas: Genau und so würde ich dann zum Arenabesetzer der ersten Minute und bin dann auch dort rausgezogen,

Andreas: in der Arena, mit meinem Vater heftige Diskussionen gehabt, weil er war quasi Sozialdemokrat, aber von der,

Andreas: Ich würde nicht sagen betonfraktion, aber er hat er erfahren, dass er Atomkraft schon cool

Andreas: weniger und er fand das auch nicht unbedingt gut, dass wir jetzt ein Haus besetzen muss. Man kann doch auch reden darüber. Sagt er, geredet wurde jetzt aber siebenundzwanzig. Jetzt ist einmal Schluss. Jetzt wird einmal getan und so. Na ja und,

Andreas: waren aber immer tolle Diskussionen. Ja dann war Arena besetzung. Dann hat mich,

Andreas: als Veranstalter habe ich mit der Zentralsparkasse kooperiert schon und da hat die Zentralsparkasse gesagt, wir wollen irgendwie sowas wie einen Jugendclub machen. Und,

Andreas: ob ich das nicht machen will. Achtzehn. Äh.

Andreas: Habe ich gesagt, na ja, also kann schon irgendwie na ja äh,

Andreas: Haben sie gesagt, ja, aber nur also nur beraten halt und so habe ich gesagt, ja eh fast schon. Na ja und dann äh habe ich mit meinem damaligen,

Andreas: Partner der ersten paar Monate, er ist dann da raus äh das das Konzept vom Zeitclub entwickelt,

Andreas: Das heute Clubbank Austria ist und habe das denen präsentiert und dann haben die gesagt, ja und würden sie das auch gleich machen und so. Habe ich gesagt

Andreas: Ja, also ganz schwierig, aber ich bin der Veranstalter auch noch ab und zu. Aber es passt schon und was uns zahlen würden und so und dann haben wir uns da geeinigt und dann habe ich ein Büro in der Zentralsparkasse damals bekommen

Andreas: muss dazu sagen, ich habe damals Federn bis zum Hintern gehabt. Haare, danke. Ja.

Willy: Schwarze Haare.

Andreas: Eine ja eine original.

Willy: Heute färbst du sie grad.

Andreas: Ich habe vor 15 Jahren begonnen hineinmachen zu lassen, einfach zwecks zur Seriösität.

Willy: Moria, mache ja. Hilft den Podcasten super. Ja.

Andreas: Man sieht's ja ja, na das, aber so, ach so, da ist die, da ist die Kopfhörer über den Schlä.

Willy: Passt er zum Radiogesicht? Ja, ja, ja.

Andreas: Ja und so habe ich dann irgendwie zweieinhalb Jahre, drei Jahre lang Jetclub gemacht in erster Zeit,

Andreas: und habe dort eine Abteilung aufgebaut, was extrem lustig war, weil da gab's ja es gab ja damals noch Krawattenzwang und man durfte nur die Krawatten ablegen über fünfunddreißig Grad und ich habe natürlich bin immer in meiner zerrissenen Jeans und die

Andreas: und und irgendeinem alten T-Shirt dort hineinarbeiten gegangen.

Willy: Arena noch oder.

Andreas: Ähm quasi ja also schon einmal gewaschen.

Willy: Ja.

Andreas: Ich war nicht angestellt. Für mich hat das alles nicht gegolten, ja.

Andreas: Es kam irgendwann bin ich im Büro gesessen, schon lange nach Dienstschluss, ne, weil 15 Uhr war Dienstschluss, aber das war ja für mich nicht so. Ähm,

Andreas: aufm Tisch,

Andreas: Dann kam eben zu einer rein und äh ich habe telefoniert und der hat hat einfach mit mir geschaut. Hat mich so was machen sie hier und so und sie hat gesagt, warten sie mal, telefoniert er und so und,

Andreas: Ähm,

Andreas: Bissel angelaufen und so und na ja und da noch ein paar Meter Weg fertig war, habe ich gesagt, na was was er will. Also ja was was machen? Da habe ich gesagt, warum,

Andreas: Gut, wir werden ja noch sehen und das raus und hat die Tür zugehört? Ja ja, der es war der Chef der Innenrevision.

Andreas: Und der Direktor der Werbeabteilung hat mich dann,

Andreas: Reingerufen am nächsten Tag und hat gesagt, na, da haben sie aber ganz schön was in die Bewegung gebracht im Haus. Habe ich gesagt, ja wieso was? Ich hoffe da hat gesagt, na ja, wissen sie nicht, wer das war gestern? Na,

Andreas: na ja ist auch wurscht oder? Und da hat er gesagt, na ja vielleicht äh,

Andreas: Könnten's doch irgendwie Anzug an, ne.

Andreas: Sie ist halt so wie es ist. Das ist das Zeitclubbüro, ne? Hat er gesagt, na gut, passt schon. Na jedenfalls das waren einige da da gab's einige solche Szenen und Dinge, aber es war recht nett. War eine tolle coole Zeit auch.

Bianca: Ich muss hier jetzt schon fragen, weil ich glaube ähm deine Art wie sie halt so ist, wird uns in deinen Geschichten auch immer wieder begegnen. Wie schafft man's in dem Alter und das bist du ja bis heute, so haben wir dich kennengelernt, so ein Mensch zu sein, der mit Ruhe,

Bianca: Ich weiß gar nicht, wie ich's wie ich's.

Willy: Ruhig revolutionär, also gleichzeitig in hoher Energie. Ruhe, Ruhe, hochaktive Hände.

Bianca: Gleichzeitig, gleichzeitig strebsam, fleißig und wissend was er will und und halt nicht den Konventionen sprechen und halt bissl ich weiß nicht, so wie du halt bist, wie wie geht's dir das aus? Also.

Willy: Wo ist das passiert.

Andreas: Ruhig. Ich bin ich bin extrem unruhig. Teilweise sehr nervös.

Bianca: Esther nickt.

Willy: Wird genickt, ja?

Andreas: Kann super in Stress, ich hab super Stress manchmal und,

Andreas: Einzige, was ist, ist zumindest früher. Heute ist es auch nicht mehr so, früher, je höher das Stressfahrt, desto ruhiger bin ich geworden.

Willy: Aha.

Andreas: Das täuscht dann dadurch ein bisschen vielleicht. Und sonst ja.

Hintergrundtrack Zitat:

Bianca: Das ist so eine gute Idee.

Andreas: Das ist immer Fan.

Willy: Magst magst dein Mikro haben,

Willy: Jawoll, es. So, wir haben einen neuen Gast, eine Gästin, ja, fühlt sie nicht mehr am Sitz.

Bianca: Mikro.

Willy: Inklusive Mikro jetzt. Hallo Esther. Hi, grüß dich. Also.

Esther: Mein erster Podcast.

Willy: Sehr schön, sehr schön.

Esther: Okay, nein, ich wollte nur noch anfügen, äh ihr habt's den Andi gefragt ähm äh wie man wie man so ruhig ist und trotzdem,

Esther: so viel bewegt und du hast gesagt, du bist nervös, du bist nicht ruhig. Aber ich finde schon, dass du ruhig bist, weil du hast du hast so eine intellektuelle intellektuelle Ruhe. Du denkst sehr viel über die Dinge,

Esther: tust und das in einer großen Geschwindigkeit und ähm was ich auch wahrnehme, weil du sagst, du bist nervös. Ich glaube, du passt so ein intellektuelles Vibrat.

Bianca: Beschreibt das mal.

Esther: Alle verstehen.

Esther: Man muss da dran denken, dass deine Leid immer gesagt haben im im heu oi oi, dass er.

Willy: Du Multimedia.

Esther: Ähm,

Esther: im Büro, wenn du ihnen auf die Nerven gegangen bist in der Zeit, wo du eine eine ähm,

Esther: Also ein Ö-Ticket oder eine Event in Firma nach der anderen gemacht hast in Europa, wo sie dann gesagt haben gibt's immer neues Land, dass er wieder.

Andreas: Wenn ich zum Helm gerichtet, wenn ich zu, würde ich zu lang in Wien warmen Stück.

Esther: Genau.

Andreas: Durch die Abteilungen gegangen bin und überall ähm meine Anmerkungen gemacht habe.

Willy: Wie lange kennst du jetzt bei euch schon?

Esther: Wir haben uns im Z-Club kennen.

Willy: Club, da wollen wir passend eingestiegen eigentlich, oder?

Esther: Ja, wir sind genau, ja, ja, genau.

Andreas: Da war ich nicht mehr, weil ich nicht mehr da drinnen, aber.

Esther: Und ich war Sekretärin, genau. Genau, so haben wir uns kennengelernt und das war jetzt vor mehr als 40 Jahren, oder?

Andreas: Circa vierzig.

Willy: Hatte ich damals schon so ein intellektuelles Vibrato fasziniert oder ja? Einfach ja. Das ist doch.

Bianca: Mit den langen, schwarzen Federn kennengelernt.

Esther: Genau, genau, genau. Und dann hat er mich kennengelernt, dann hat er sie abschneiden lassen.

Andreas: Ja

Esther: Irgendwie da war Veränderung angesagt.

Andreas: Ja, man muss ab und zu verändern sich die Dinge, oder.

Bianca: Immer öfter.

Willy: Ich würde ganz gerne nochmal ganz zurückgehen, du hast gesagt liberales, liberales Elternhaus

Willy: Ähm ich sehe jetzt schon eine gewisse Konstanz in deinem Leben, weil meine Vermutung war ja so es gab so die konventionelle Zeit deines Lebens, wo du dann Konzertveranstalter und Unternehmer warst, wost und,

Willy: Ich habe geglaubt, dass du deinen Lebenswandel vollzogen, so quasi vom vom,

Willy: Konventionellen Manager hin zum zum zum Philanthropen im im ab ab 50 oder ab 60 im späteren Leben dann, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dieses dieses Kritische,

Willy: Ja oder dieses dieses äh da ist eine Konstanz durch und du hast gesagt liberal,

Willy: Nachgefragt, was es ist und wo ihr schon machen wollt. Was heißt denn liberal und wo ist ist diese Wurzel dieses äh Hinterfragen auch angelegt äh worden?

Andreas: Liberal hat für mich geheißen, denken können, was ich wollte und machen können, was ich wollte. In der Jugend und äh anderen Menschen natürlich dasselbe auch zugestehen.

Andreas: Das heißt für mich eigentlich in erster Linie Liberal. Nicht wirtschaftsliberal. Und weil du gesagt hast, Wandel mein Leben ist ein Wandel.

Esther: Darf ich noch kurz was zu der liberalen Quelle sagen, weil du hast immer gesagt, deine Mutter hat so ein großes, weites

Esther: so dir ein Elternhaus gegeben oder es war so ein ein Haus, wo viele Gäste immer waren und ich glaube, sie war schon,

Esther: die liberale Kraft.

Andreas: Sie werden extrem liberale Kraft. Ja, mein Vater war ja selten zu Hause. Da war

Andreas: irgendwie als Journalist immer auf Achse und danach äh auch politisch immer auf Achse, aber wir haben halt viel sehr sehr viele Gäste gehabt und waren immer auch viel bei anderen Leuten und die Kinder waren immer dabei bei

Andreas: das war egal wo ähm war das ganz normal, dass die Kinder genauso am Tisch gesessen san.

Willy: Es war immer quasi du bist quasi in in die ja wie sagt er Livebühne es war immer was los es war immer Event war das

Willy: so dieses Versuch jetzt herzuleiten, war das dann auch wesentlich dafür, dass du äh ja dich auch in diese Richtung auch entschieden hast über Journalismus vom Vater, dieses offene Elternhaus, dieses ja fast Eventhafte.

Willy: Jeden Tag ein Event zu Hause, immer unter Menschen.

Andreas: Keine Ahnung, keine Ahnung, aber es gibt ja äh es gibt ja zum Thema Veranstalter gibt's ja ein äh gibt's ja ein nettes englisches Wort, das heißt Promoter ist ein artist on Stage.

Bianca: Ja ja.

Andreas: Und,

Andreas: Also wenn man das auch auf Lebenskünstler anwenden kann, dann mag es sein, ja? Und irgendwie haben sich für mich die Dinge immer ergeben. Ich glaube, ich habe nie was ich habe nie was gepresst oder wollte es unbedingt machen und,

Andreas: Ich habe ja auch studiert in der Zeit, wie ich in beim Chatclub war und Veranstalter war.

Bianca: Was hast du studiert?

Andreas: Ich habe begonnen zu studieren gleich nach der Schule Used Politik und Publizistik, weil,

Andreas: Das war irgendwie ähm das hat mich alles interessiert. Gemacht davon habe ich nichts. Ich habe.

Willy: Du hast dich inskripiert.

Andreas: Ich habe mich instripiert, ich habe es nicht genau, richtig.

Willy: Studio. Du bist nur nicht hingegangen. Also.

Andreas: In Use habe ich einen Schein gemacht, das war Staatskirchenrecht, weil da hast du einen Schein bekommen ohne hinzugehen.

Andreas: Ja genau. Und dann habe ich und dann dann habe ich irgendwann gesagt, das ist irgendwas wird nix, ne? Und dann habe ich Wirtschaft, Betriebswirtschaft studiert und das habe ich tatsächlich gemacht bis zum ersten Studienabschnitt.

Andreas: Äh quasi berufsbegleitend ähm und dann habe ich gedacht, ja okay, das äh aber das Leben ist einfach doch viel, viel spannender als das fertig zu machen.

Willy: Das gehört zum Unternehmertum irgendwie dazu, dass Studium anfängt, dann abbricht, äh weil.

Bianca: Da gibt's solche.

Willy: Viele schon kennengelernt, die das Studium zwar eigentlich dann am Arbeiten hängengeblieben sind. Was du jemals angestellt? Oder warst du immer selbstständig? Weil.

Andreas: Ähm nein, also in der Zentralsparkasse, die wollten mich anstellen, aber und sie haben sogar gesagt, sie würden mir sogar die Sparkassenprüfung ersparen.

Andreas: Die man ja machen muss als Sparkassenangestellter oder musste. Aber ich habe gesagt, das schauen Sie mich an, können Sie sich das vorstellen? Dann hat der gesagt, na ja, wenn Sie mich anschauen,

Andreas: das wird nix, ja und und ja ich war geringfügig angestellt in einer zwei Jahre lang, wo ich in einer äh neben meiner Tätigkeit,

Andreas: unterrichtet habe äh in einer ähm äh in einer HBLA für Tourismus.

Andreas: Und dort äh Eventmanagement unterrichtet habe.

Willy: Hattest du da eine Anstellung.

Andreas: Und da hatte ich eine geringfügige Anstellung, ja, genau. Ja und bei Ötticket war ich auch tatsächlich angestellt halt Geschäftsführer, Geschäftsführer und auch äh und auch ähm,

Andreas: ähm aber nach dem Verkauf der Mehrheitsanteile an Eventim hatte ich so wenige hatten oder wir so wenige Anteile, dass sich auch eingestellt sein konnte. Weil das kannst du ja nur machen, wenn du weniger als 25 Prozent hast.

Willy: Wo ist wo ist dann äh ich nehme bei dir dieses mit reden ja viel auch mit Unternehmern ähm und Unternehmerinnen ähm äh sie haben,

Willy: sind alles Freigeister, sie wollen sich alle sozusagen wird auch oft wortwörtlich so gesagt, nicht unterordnen oder so. Sie wollen jetzt keinen Chef haben. Ähm sie sind ähm,

Willy: sie sind doch alle extrem zielstrebig. Also sie haben immer genau gewusst, was sie wollten und du hast vorher irgendwie so a bissel so das

Willy: Gegenteil behauptet. Ich weiß jetzt den genauen Wortlaut nimmer, aber du du hast,

Willy: Hast du so dieses konkrete Ziel gehabt? Du wolltest erst Eventveranstalter werden? Oder ist dir dieses äh dieses Leben dann.

Andreas: Ist mir passiert. Ja, ja, die Dinge sind mir immer irgendwie zugeflogen, wenn's passiert.

Willy: Wie wie macht man denn das.

Andreas: Ja das weiß man ja nicht, wenn's einem zufliegt, oder? Das ist wie mit der Vogelscheiße auf der Schulter, oder? Die fliegt einem auch zu, ohne dass man's weiß und dann kann man's auch entweder sagen, hier, ich werde Glück haben oder sagen, scheiße, dass der Co ist kaputt.

Andreas: Ich würde sagen ich werde Glück haben.

Willy: Also du hast einfach die die Chancen, die gekommen sind, hätte etwas anders sein können, äh einfach ergriffen dann, oder?

Andreas: Einen ganz kleinen Teil davon, ja, weil du hast im Leben unähnlich viele Chancen. Wenn du ein bissel offene Augen hast und herum hörst oder dich umschaust, es gibt unähnlich viele Dinge,

Andreas: eigentlich zu machen sind ja und das ist äh und,

Andreas: Einen ganz kleinen Teil davon habe ich das Glück gehabt, auch machen zu können.

Willy: Jetzt bist du von der Arenabesetzung quasi ins Event Business rein, hast da äh das heutige Ötiket aufgebaut, ähm riesen äh Veranstaltungen organisiert,

Willy: ja davor hast du sehr, sehr gutes Geld verdient, was sehr sehr erfolgreich ähm.

Andreas: In den letzten Jahren.

Willy: In den letzten Jahren dann? Also die ersten Jahre weniger.

Andreas: Der ersten Jahre bedeutend weniger. Also der ersten Jahre als Veranstalter der ersten Jahre als Veranstalter, die hatten einen Winter äh da haben,

Andreas: Wir zu Hause einen Kasten verheizt, weil wir uns die Kohlen nicht mehr leisten konnten und sie wäre natürlich nie zu meinen Eltern gegangen, ja.

Willy: Hier ist der Schmuser.

Esther: Ich war nicht die Frau, die das miterlebt hat. Ich bin die zweite Frau.

Andreas: Das war noch bevor wir geheiratet hatten ja bevor.

Esther: Aber wir hatten Ähnliches.

Willy: Keinen keinen Kasten mehr.

Esther: Es gab keinen.

Andreas: Der letzte Kasten war bereits verheizt, genau. Nein, also es waren.

Willy: Haus aus Holz jetzt, also das ist die Vorsorge, oder?

Andreas: Ähm ja also ich hatte überhaupt nicht immer nur erfolgreiche Zeiten. Äh das einzige, was man rückblickend sagen kann, ist,

Andreas: Auch wenn's es gab Zeiten, da hatte ich oder wir überhaupt kein Geld und sie waren toll und es gab Zeiten, da hatten wir viel zu viel Geld.

Andreas: Und die waren kurz auch toll, aber auf lange Sicht gesehen finde ich das eigentlich nicht so toll.

Esther: Es ist keine also Geld ist keine Garantie dafür, dass es dir,

Esther: aber das sind alle Demut gesagt. Es ist eine wichtige Voraussetzung manchmal aber nicht immer.

Bianca: Aber sagt mal, was ist denn dann für euch beide Erfolg?

Willy: Hm gute Frage.

Esther: Schöne Frage, ja? Was ist Erfolg? Also für mich ist das, wenn ich ähm an was herumbastel und es gelingt,

Esther: Und es wird angenommen. Also ja so ich bin erwachsenen Bilderin. Ich habe ein bissel andere andere äh Kategorien. Die ähm wo man sagt, das ist Erfolg, ja.

Esther: Aber ich glaube letztlich ist es etwas bewegen können. Und da treffen wir uns, glaube ich, in dem,

Esther: du halt die Drax und die Stages.

Andreas: Gerne die Milch, auch gerne die Milch und auch und vor allem auch die Menschen, ja, weil das das ist vielleicht etwas, vielleicht ist es das, etwas, was,

Andreas: Menschen bewegt,

Andreas: Und das das zieht sich eigentlich durchs Konzertbusiness oder durch die durch die Schülerzeitung das Konzertbusiness das gemeinsame Brauen oder jetzt auch das Milchkandel,

Andreas: Das sind alles Dinge, die im Endeffekt die Menschen bewegen. Und wenn ich jetzt heute,

Andreas: drei oder viermal in der Woche die Milch ausführe und,

Andreas: Ich komme in ein Geschäft und da stehen schon Leute an und reißen mir die Sachen aus dem Wagel raus weil sie sagen, das ist so guad und so was habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr getrunken oder das Joghurt, was er macht, das schmeckt so toll,

Andreas: Es bewegt Menschen und das das ist das, was mich bewegt und das ist für mich natürlich dann auch was das ist eigentlich Erfolg, ja,

Andreas: ja super.

Esther: Aber das Bewegen heißt nicht manipulativ bewegen, sondern ich kann mich erinnern, wie du mir mal so erzählt oder immer wieder hast du gesagt, das war ein tolles Konzert äh,

Esther: YouTube äh YouTube in Sarajevo oder so, ja, also.

Andreas: Sarajevo oder das erste Stones Konzert im Stadion oder so, wo du dann ja ja.

Esther: Diese die Menschen glücklich waren und ich glaube das ist also wenn man's im weitesten Sinn sagt ist, etwas für Menschen zu tun und ähm dass sie sich freuen an was.

Esther: Ist es das, gell,

Esther: mir ist es mehr, mehr Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen und wenn ich merke, aha, hier sind äh Murmeln gefallen,

Esther: dann ist es für mich ein Erfolg, aber natürlich auch wenn Leute äh also ich habe jetzt,

Esther: im Kopf die schönsten Momente für mich waren. Ich habe Frauen beigebracht, wie sie mit Geld umgehen, wie sie Haushaltsbücher entwerfen und und ihr eigenes Geld in die Hand nehmen,

Esther: und da gab's so eine Stunde in diesem Prozess, wo sie alle gesessen sind und in ihre Bücher eingetragen haben und das war der Moment, wo ich sage, das ist der Erfolg, wenn Selbstermächtigung stattfindet,

Esther: beim Andi ist es mehr,

Esther: Habe ich das Gefühl, die Freude und der Spaß und das der gute Geschmack oder also ja wo wo Menschen glücklicher sind nachher.

Andreas: Ja, das ist ja beim auch das Ziel. Das Ziel, das ist ja zu beweisen,

Andreas: Dass ein anderes Wirtschaften möglich ist, indem alle Steakholder auf ihre Rechnung kommen,

Andreas: Kriegt einen vernünftigen Preis für seine Milch,

Andreas: Angestellten haben ein Leben, das nicht von Ausbeutung geprägt ist. Die Kunden kriegen ein Produkt, das natürlich ist und wirklich gut und,

Andreas: Rechnen muss ich's auch noch.

Willy: Wie wichtig ist es, ähm du bist ein untypischer Unternehmer zumindest für mich jetzt ist, also es ist jetzt reinsubjektiv irgendwie. Du hast

Willy: äh richtig große Menschenmassen bewegt, richtig große, komplexe Projekte. Also ich stelle mir vor so Rolling Stones Konzert ist jetzt katriviale Geschichte, die man nebenbei macht. Man baut a Ticketbüro auf.

Willy: IT in einer Zeit, wo IT halt grad so am am Werden war und so. Ähm und gleichzeitig bist du so,

Willy: Wie wie soll ich sagen?

Willy: Nanito ruhend, aber so so du bist so irgendwie nicht der Unternehmertyp für mich. Wie wie kann man na, du weißt, was ich meint, ja.

Bianca: Nicht so ein ähm.

Andreas: Arschloch.

Bianca: Ich hätte es jetzt umschrieben mit aber.

Willy: Nicht so extrem. Genau, das ist mir äh du strahlst nicht diesen diesen Ehrgeiz oder dieses ich muss das unternehmen.

Bianca: Dieses.

Willy: Wachstums äh oder wachstumsorientiert oder ich muss das jetzt aufbauen. Das irgendwie kommt das aber.

Bianca: Im positiven Sinne, muss man dazu sagen.

Andreas: Ja ja ähm das ist vielleicht schon den letzten Jahren ein bisschen geschuldet. Also in der Zeit, wo ich,

Andreas: wo wo Oeticket aufgebaut wurde und äh ich dann mit und für eventim äh europaweit dasselbe noch einmal gemacht habe,

Andreas: War das schon ein bisschen anders. Also da war schon ein großer Druck dahinter.

Esther: Denn ich möchte da was einwerfen. Wir haben wir haben unseren Lebensstil nie geändert eigentlich, ja. Also wir,

Esther: also wir hatten dann Kästen. Die hat wieder Andi gebaut hat, ja. Aber wir haben.

Andreas: Tischler so gern.

Esther: Ja, genau. Ich glaube, das war einer der Komponenten, warum warum du ruhig geblieben bist. Ähm na, aber ähm,

Esther: Wir haben unseren Lebensstil nie geändert. Das heißt, wir haben uns nie einem gesellschaftlichen Erfolgsdruck ausgesetzt. Also wir haben immer Freunde gehabt, die weit weg waren von dem Business. Ähm,

Esther: und wir haben immer miteinander gefrühstückt, das muss man auch sagen. Wir haben äh eine Tochter miteinander und,

Esther: Ich habe einen Stiefsohn vom Andi auch, äh der nicht bei uns gelebt hat, aber wir haben eigentlich damit die Sarah eine Familie erlebt, haben wir jeden Tag, der möglich war und das waren eigentlich immer die,

Esther: Tage möglich waren war gemeinsames Frühstück, so wie andere Familien halt am Abend zusammen sitzen und wir haben,

Esther: Also da sind wir kultiviert, dieses ähm es gibt Konstanten im Leben, ja, die jenseits sind von diesem Business,

Esther: Und mir war das immer extrem wichtig, weil ich mich schon als Opposition zu diesem Geschäft gesehen habe, weil meine meine,

Esther: eher konservativen Konzepte waren,

Esther: Familie, Glück im Haus und so, ja und das war halt mit Praxis jetzt nicht wirklich viel zu tun gehabt.

Esther: Es geht es geht sich aus und eben indem man dann solche kleinen Glücke zwischendurch hat und äh na ist ja wahr. Nein, du sagst jetzt noch nicht. Wir sind auch geschieden und wir sind wieder verheiratet.

Andreas: Zum fünften Mal zusammen und zum zweiten Mal verheiratet.

Esther: Ja genau, aber das heißt.

Esther: Ja, aber aber wir sind dynamisch geblieben. Und was wir was wir dann in der in der schwierigsten in der schwierigsten.

Bianca: Also es es geht sich in meinem Kopf noch nicht nur noch nicht so.

Esther: Und in einer der schwierigsten Phasen, das war, als der Andi wirklich äh fünf Tage die Woche nicht da war, weil er einfach in in ganz Europa halt so kleine Firmen wieder aufgebaut hatte. Ähm

Esther: haben wir dann kultiviert, das war aber nach der nach der zweiten Heirat schon,

Esther: zwischen den beiden diese Scheidung misslungen ist, ja.

Bianca: Die Scheidung nicht gelungen, anderen misslingt deine Ehe.

Willy: Kurzes kurzes Ding, Applaus, Scheidung misslungen, alles gut.

Esther: Und da sind wir da war die Sarah, die hat so ein kleines äh Islandpony gehabt im und wir sind immer mit ihr hinausgefahren und gerie,

Esther: Und das ist ja endlos und dann sind wir diese wirklich riesigen Filter,

Esther: abgeschritten und haben miteinander geredet, ja? Und haben geplant und überlegt oder auch deinem Cremestyle immer wieder geredet, geplant, überlegt und,

Esther: Da sehe ich schon ähm einen Grund dafür, warum,

Esther: diese Zielorientierung da ist oder diese warum du deine Werte nie,

Esther: über Bord gekippt hast, sondern wir haben einfach in Wirklichkeit so weitergemacht und uns immer wieder berufen auf das, was was wir waren. Wir haben uns schon verändert, ja, also,

Esther: so ein Leben bleibt nicht. Aber es war dann irgendwie Wurst, ob das Rolling Stones waren oder ob,

Esther: die Milchkandelkiste jetzt abfährt. Das ist vom Feeling dasselbe,

Esther: Und ich glaube einfach da, da sehe ich große Konstanten.

Willy: Also ihr habt euch euer Leben lang mit eurer Konstanz irgendwie unterschiedlich arrangiert dann immer wieder.

Andreas: Ja ich weiß nicht, ähm ich das also das, was es glaube ich.

Esther: So nicht sein. Denn wir haben uns sehr verändert. Jede.

Andreas: Wir haben uns sehr verändert, aber was wir haben halt versucht,

Andreas: ähm oder wir sind wir sind eigentlich immer wir sind immer am Boden geblieben,

Andreas: und wenn ich halt einmal nicht am Boden geblieben ist, dann ist es schwieriger geworden bin, dann ist es halt schwieriger geworden. Ähm,

Andreas: Das war vor allem also in dieser also wie die Konzertfirma extrem erfolgreich war eine Zeit lang. Das ging halt mit allen Dingen einher die,

Andreas: die da so sind und das bedingt ja nicht unbedingt eine positive Persönlichkeitsveränderung das Zeug. Und.

Willy: Gab's Phasen, wo du wo du auch ein Arschloch warst.

Andreas: Ja, absolut, absolut und dann aber es war wie irgendwie was wie mit dem Rauchen.

Andreas: Oder auch mitm Kiffen. Also ich habe sehr viel gekievt in meiner Jugend, habe dann ganz irgendwann von, auch von einem Tag auf den anderen aufgehört ähm,

Andreas: habe mit den Zigaretten rauchen nach einer nach einer Krippe, wo ich ja a wochenlang nicht geraucht habe, auch von einem Tag auf den anderen aufgehört und habe,

Andreas: Kokain zum Beispiel bin ich auch in der Frühe einmal aufgewacht und hat gesagt, was bin ich für ein Arschloch geworden? Und habe das Zeug nie mehr wieder eingegriffen,

Andreas: gesagt, das ist.

Esther: Wobei ich muss schon eins sagen, ich war so naiv

Esther: Also aus meinem Elternhaus heraus so naiv, dass ich das alles so nicht mitbekommen habe. Ja, ich habe nur mitgekriegt, es reibt oder es rozt wie man im im Waldviertel sagt, ja, aber,

Esther: haben. Ja, also das war jetzt nicht so nach ihnen nicht so zu spüren, dass Arschloch eher nach außen, also in der Familie nie.

Bianca: Aber wie wie schafft man's dann nach so langer Zeit gemeinsam und so viel Auf und Ab und hin und her äh trotzdem einen Weg gemeinsam zu gehen? Frage für einen Freund.

Esther: Es ist nie langweilig. Es ist nie langweilig. Ja.

Willy: Wahrscheinlich.

Esther: Das ist nicht langweilig ist,

Esther: ich meine fehlt mir da unglaublich, wenn ich ihn eine Woche nicht sehe. Das ist und das hat auch nicht aufgehört. Das ist das ist wirklich verblüffend, ja.

Bianca: Das ist wirklich verblüffend. Das ist schön.

Willy: Aber ist ist was ich jetzt so ein bissel rausgehört habe, ist Erfolg. Ähm wir stehen ja auch ganz kurz vorm Durchbruch da jetzt äh mit Bauer to the People. Wir hatten jetzt auch ganz kurz vor vor internationaler Expansion und so. Ist Erfolg immer,

Willy: auch gleichzeitig ungesund.

Andreas: Nein, aber ich glaube, du musst beides kennen. Du musst Erfolg und Misserfolg kennen,

Andreas: und du musst aus beiden deine Lehren ziehen. Du musst das Misserfolg etwas lernen, klarerweise und du musst, was du als Erfolg lernen kannst, ist zum Beispiel,

Andreas: Das gilt nicht alles ist,

Andreas: Dinge ähm das ist gar nicht strebt, das klingt das klingt jetzt irgendwie scheiße und überheblich, aber,

Andreas: es ist das ist nicht erstrebenswert ist, der einfach kaufen zu können, was du willst.

Esther: Nein, das ist es nicht. Ich kann's dir sagen, dafür habe ich ja, geht auch.

Andreas: Weil die Dinge keinen Wert haben dann. Sie haben zu einem Preis, aber sie haben keinen Wert mehr. Ist vollkommen wurscht. Du sagst,

Andreas: Das ist eigentlich hübsch. Gehst rein, kaufst das, schaust gar nicht auf den Preis, ist vollkommen egal. Ja oder wir waren schon lange nicht mehr essen, gehst weg. Hunderter,

Andreas: Ist doch vollkommen wurscht. Ja, ist egal. Du kannst es gar nicht verfressen und versaufen, wie viel da reinkommt, macht dich das glücklich? Nein,

Andreas: Ich kenne ehrlich gesagt von all diesen wirklich reichen Menschen, die ich kenne kenne ich, keinen einzigen, der glücklich ist.

Andreas: Kenne nur solche, die rummosern, das ist nicht gut genug, des ist nicht gut genug,

Andreas: du fliegst im Privatjet irgendwo hin und sagst wieso ist wie wieso ist der französische Champagner nicht an Bord? Ja?

Willy: Skandal, das Leben.

Andreas: Was ist denn los hier? Bitte, hallo.

Willy: Aber aber muss man nicht, muss man nicht,

Willy: äh zumindest einmal eine Zeit lang äh diesen diesen Überfluss erlebt haben, um um zu erkennen quasi im im im Spiegel oder im Gegenteil, dass er unnötig ist. Weil weil sonst ist es nicht nicht wissend,

Willy: Äh Wissen entsteht ja durch Erfahrung, net? Und woher soll es denn wissen, dass ich's net brauche, wenn ich's nie gehabt habe? Ist das net so die Quelle, das ist.

Andreas: Bei mir war's so, bei mir war.

Willy: Du wusstest es vorher schon. Danach.

Andreas: Ich wusste es nachher.

Bianca: Bei der Esther was anderes, oder.

Esther: Na ja, ich habe ja mit dadurch, dass ich mit Frauen und und Wirtschafts- oder Haushaltsgeld äh sehr viel zu tun hatte äh,

Esther: habe ich mich damit auch theoretisch befasst, ja und es ist es ist wirklich äh so glücklich macht dich der Unterschied, ja? Also,

Esther: einmal den Lippenstift kaufen zu können ohne zu fragen. Vorher oder ohne ansparen zu müssen, ja?

Esther: Oder drei Lippenstifte, aber dann ist Goa, weil du hast einfach eine ein eine Ausstattung in dir, die sich dann adoptiert und die das wo du dich dran gewöhnst, ja?

Willy: Sucht, ja.

Esther: Ist, dass.

Bianca: Nutzen, oder?

Esther: Ist richtig, genau. Und das ist hat nichts mit Sucht zu tun, aber es kann in die Sucht gehen, ja. Aber es ist einfach eine Art,

Esther: An gegeben ist, ja und deswegen ist eben manchen Leuten ihr Privatjet und der kleine Kurzurlaub, also Kurzurlaub. Wir machen, also allein

Esther: Wir haben keine Kurzurlaube gemacht. Das gab's nicht, ja, weil der andere war immer auf Achse und immer,

Esther: hat immer äh viel gearbeitet und es ging sich nie aus.

Andreas: Und das wäre für mich auch kein Urlaub gewesen, mal kurz wohin zu fliegen, weil das habe ich jeden Tag sechs, jede Woche sechs Mal gemacht. Ja, das war.

Esther: An einem Tag 4mal verschiedene.

Andreas: Flughäfen geküsst, ja.

Esther: Also das war das Maxi,

Esther: Also was ich sagen wollte ist, wir wir haben so was nicht. Das gehört einfach nicht zu unserer Grundausstattung, dass wir aufs irgendwie nach Paris fliegen oder nach London einkaufen oder nach Barcelona eine neue Restauranteröffnung, ja,

Esther: es nicht, habt's nie gegeben und ich würde sagen, wir sind super glücklich. Also es ist nur eine eine Frage.

Esther: Du gönnst dich an alles. Es ist eigentlich was was das was das,

Esther: ist, was einen glücklich macht, ist, dass du den Unterschied einmal erleben kannst

Esther: Also natürlich war ich, wir waren einmal in Paris, da haben wir uns eine Woche Zeit genommen und waren also

Esther: Wir haben uns dort in in der Stadt gewälzt vor Freude, ja was es da alles gibt und wie gut das Essen schmeckt und wie schön und wie super, aber da sind wir eine Woche auf Wolke 17 gewesen.

Esther: Und das war's. Nie würde ich an einem Freitag hinfliegen und am Montag wieder zurück, ja?

Esther: Und ich denke mir, also diesen Unterschied zu erleben, das ist das ist glaube ich das, was glücklich macht, aber nicht,

Esther: nicht in der Konstante. Und ähm natürlich also die Frage kriege ich oft ja,

Esther: ihr ja ihr macht sie auf Romantik da draußen mitm Milchkandel und dann muss ich einfach nur sagen was der Andi alles macht, das um 5 Uhr aufsteht am Anfang um,

Esther: Spätestens.

Bianca: Ja, jeder ist anders. Ich bin auch.

Andreas: Ich bin auch ich bin auch früher um 5 Uhr schlafen gegangen und um äh irgendwann um 9 oder zehn aufgestanden. Jetzt ist halt umgekehrt. Jetzt stehe ich um fünf auf und gehe um zehn auf Nacht schlafen.

Esther: Genau, also solche Dinge und dann dann

Esther: muss ich schon auch wirklich eine Lanze brechen dafür, dass nur deswegen, wenn man Geld verdient hat oder Geld hat, heißt das nicht, dass man deswegen zwangsläufig was Blödes machen muss, ja? Man kann ja auch einfach normal weiterleben. Also,

Esther: Ich glaube eben, das ist keine kein Bruch in seinem Leben, sondern er macht einfach so normal weiter, wie's wie's immer war.

Willy: Ja. Ähm für alle Hörerinnen und Hörer, die sich jetzt fragen, ja was hat denn das jetzt mit Landwirtschaft zu tun oder mit Essen?

Willy: Und ähm wir lernen äh heute einfach wieder zwei Menschen kennen. Wir lernen vor allem ihren Lebensweg kennen, also die Menschen hinter den Produkten, hinter den hinter den äh vordergründigen Dingen ähm und ich möchte äh die Gelegenheit jetzt irgendwie nutzen,

Willy: und das auch in den in den Fokus stellen unseres Gesprächs Thema Genossenschaft. Vieles von dem, was wir jetzt geredet haben, das lauft ja auch a bissel,

Willy: den Kapitalismus, sage ich jetzt einmal oder die Erfahrungen, die man gemacht hat mit mit Gewinn mit Gewinnstreben et cetera mit Erfolg, ähm die Konsequenzen, die ihr ja auch daraus gezogen habt, so würde ich's jetzt einfach mal,

Willy: vereinfacht vielleicht zusammenfassen war. Äh es braucht eine andere Art des Wirtschaftens. Äh die andere hat mir nicht gutgetan oder ich habe dort meine Erfahrungen gemacht. Man hat jetzt die Menschen ein bissel auch kennengelernt, ihre Gedanken dazu ähm warum

Willy: ähm ist seid ihr jetzt dann,

Willy: auf das Thema Genossenschaft gekommen und für alle Menschen, die das immer wieder hören in in in Podcasts, im Fernsehen lesen, das Thema,

Willy: wird immer virulenter, öfter immer öfter hört man die Genossenschaft. Was ist eine Genossenschaft?

Willy: Was macht sie denn scheinbar? So viel besser als als als äh gegenwärtige Standards im Wirtschaften und äh ja wie wie seids ihr da rein reinwachsen? Wie geht's euch damit?

Andreas: Ja, wie gesagt,

Andreas: Für mich der erste Berührung mit Genossenschaftswesen war am Pfingstsymposium äh von Heinrich Straudinger Gerhard zweitausendfünfzehn, wo wir.

Willy: Noch gar nicht so lang her eigentlich, ne.

Andreas: Noch gar nicht so lange her.

Willy: Irgendwie mit Genossenschaften zu tun gehabt oder war das wirklich so das erste so.

Andreas: Nur mit nur mit nur mit ähm einem Herrn von Raiffeisen, der gemeint hat äh ui, das Air-Wort, oh je.

Bianca: Alles dazu.

Andreas: Gehört auch dazu. Gehört auch dazu, ja,

Andreas: der gemeint hat, wofür braucht man Veranstalter in einem Ticketunternehmen? Wir sind eine Bank, wir machen, was wir wollen. Ähm gut. Sei ein Ticketunternehmen gibt's nicht mehr unseres Schornbach. Ähm,

Andreas: Genau wie in der Darmwitzscheck. Äh.

Andreas: Nein, das war das, das war eigentlich meine Berührung mit Genossenschaften und davor,

Andreas: war eben die Frage, dass das gesagt, dass mir dieses System nicht gut getan hat, des Kapitalismus. Das würde ich so nicht sagen. Ja, es hat mir auch nicht gut getan, ja, weil ich,

Andreas: Du wirst einfach, wenn du das wirklich gut machst, ja, dann wirst du irgendwie zum ups, ja? Ähm solange bist du eben draufkommst, dass es dir nicht gut tut?

Andreas: Und wenn du,

Andreas: Und in diesem Zusammenhang musste er ja auch klar sein, wenn es dir nicht gut tut, dann tut es auch keinem anderen gut. Ausgenommen vielleicht dem Shareholder, der seinen Value steigert.

Andreas: Der vielleicht diese Erkenntnis nicht hat oder noch nicht hat das unähliche Steigerung auch nicht positiv ist. Aber in erster Linie tut,

Andreas: Ist das wie wir im Großen heute wirtschaften vollkommen unverträglich für den Planeten,

Andreas: Und in dem Moment, wo du heute Kinder und oder Enkel hast, kannst du so kannst du das nicht mehr so weitermachen? Es gibt keinen zweiten Planeten, es gibt nur diesen. Ja und daher musst du erkennen.

Andreas: Dass die einzige Möglichkeit aus dem rauszukommen, ist aus von konkurrenzierenden Wirtschaften wegzugehen, in ein kooperatives Wirtschaften und zwar ein kooperatives Wirtschaften, wo.

Willy: Versuchst.

Andreas: Du versuchst, das jetzt nicht nur,

Andreas: der Genossenschafter ist gleich Gesellschafter quasi etwas davon hat, sondern auch sein Umfeld.

Willy: Die Gesellschaft.

Andreas: Die Gesellschaft nicht sehr richtig, genau, nicht nur der Gesellschafter und die Gesellschafterin, sondern auch die Gesellschaft. Sehr schön gesagt. Sehr, sehr schön gesagt.

Bianca: Ja, stimmt.

Andreas: Ähm,

Andreas: Ja, dadurch ist es eigentlich, also wenn dann das einmal klar ist, dann ist der nächste Schritt es gibt nichts Gutes, außer man tut es, also muss das machen.

Esther: Na ja und wir sind da schon, wir haben da auch auf etwas aufgesetzt wie wir diese diese Baugenossenschaft gegründet haben,

Esther: das war ja ähm da war ich ja dabei, also mehr dabei wie beim Milchkandel und ähm,

Esther: Da haben wir gesagt, wir machen einen Brauereigenossenschaft in vorab und genau,

Esther: und ähm da war eben 67 Menschen am Infoabend da, ja und dann sind wir auf eine Bauerngemeinschaft gestoßen, die

Esther: Die Genossenschaft in einer ganz anderen Form

Esther: gesehen hat. Das war kein neumodisches Zeug, sondern das war so, wie sie hier die Sachen dahoben haben. Also zum Beispiel diese ähm

Esther: diese das Kühlhaus, ja, das war eine Genossenschaft. Wir kommen daher mit den Ideen, boah, wir machen eine Genossenschaft ganz was Neues, super und dann kommen wir drauf, dass hier eigentlich

Esther: Traditionen sind altes altes Wissen bereits vorhanden als Kinder schon erlebt haben wie man als Genossenschaft ein Kühlhaus macht oder andere gemeinschaftliche Dinge ja das fand ich

Esther: dieser Kultur-Clash.

Willy: Glaube ich jetzt äh noch einmal ganz ganz wichtig äh äh wirklich Basic, also für mich äh äh wir haben gestern gesagt glaube ich war's äh hat jemand was für Volksschulkinder erklärt, ja?

Willy: Dieses Volksschulkind. Bitte erklärt mir, was ist eine Genossenschaft, was unterscheidet sie denn von von von einer GmbH?

Andreas: Mhm. Äh eine bei einer GmbH hast du,

Andreas: Fixer Anteile. Praktisch werden ein werden Anteile vergeben und äh die GmbH ist ein Modell, das zum wie würde ich sagen,

Andreas: Das nicht in erster Linie äh das dem Erreichen von Zielen weniger dient.

Andreas: Die Genossenschaft ist prinzipiell dafür gemacht, dass möglichst viele Menschen teilhaben können an dieser Genossenschaft. Und davon einen Nutzen ziehen, ja. Das heißt, äh,

Andreas: Wenn ich jetzt äh in der Praxis bedeutet das zum Beispiel, wenn du in der GmbH einen Gesellschafter,

Andreas: Zunimmst brauchst du jedes Mal deine Notariatsakt äh und deine Firmenbucheintragung, die darauf folgt.

Willy: Aufwand und kosten.

Andreas: Genau, bei einer Genossenschaft entscheidet der Vorstand drauf, gibt's einen Antrag auf Beitritt,

Andreas: Einzahlung des Beitrittsgeldes. Der Vorstand sagt ja, wir nehmen dich auf in die Genossenschaft und das war's. Wenn du wieder raus willst, kannst du sagen, ich möchte raus, dann wird dein Anteil bewertet,

Andreas: einem Jahr kriegst du deinen Anteil wieder ausbezahlt üblicherweise und du bist wieder draußen. Kein Notar, keinen äh kein Notariatsakt, kein Firmenbuch.

Willy: Weniger bürokratisch, sagen wir mal.

Andreas: Weniger bürokratisch, was ganz wichtig ist. Äh die Genossenschaft kennt keine Mindestkörperschaftssteuer.

Andreas: Wenn deine GmbH hast, hast du auf jeden Fall deine Mindestkörperschaftssteuertipps, bezahlen es, die bei der Genossenschaft nicht. Ähm.

Esther: Das Stimmrecht ist.

Andreas: Das Stimmrecht ja ist etwas anderes bei einer üblicherweise bei einer Genossenschaft ist es so,

Andreas: Dass du ein Kopfstimmrecht hast und nicht dein Anteilstimmrecht.

Andreas: Ja, du kannst als Genossenschaftler, wir haben Genossenschaftler, die haben zwei Anteile und andere Genossenschaftler haben 20 Anteile. Ihre Stimme zählt aber gleich viel.

Esther: Und das ist total wichtig. Also auch hier, ja. Weil ich als Mensch eine Meinung habe und meine Meinung kundtun kann und die ist genauso viel wert wie die vom anderen.

Willy: Aber jetzt frage ich unter trage ich nicht mit größeren Anteilen auch ein größeres Risiko.

Andreas: Äh ja, natürlich. Wenn du mehr Anteile hast, hast du ein höheres Risiko, aber du bist dir dessen bewusst. Wobei,

Andreas: Das Risiko für den Genossenschafter bei einer Genossenschaft auf sein eingezahltes Kapital und,

Andreas: gleichen Betrag noch einmal beschränkt ist. Das heißt, wenn du ins ins Milchkandel, wenn du zwei Genossenschaftsanteile von Milchkandel erworben hast und 200 Euro eingesetzt hast und der Wildkandel geht pleite,

Andreas: kannst du maximal 400 Euro verlieren. Zweihundert, die du schon gezahlt hast und zweihundert, die du eventuell nachschießen müsstest.

Andreas: Das heißt, so wählt bei einer GmbH, also Gesellschaft, mit beschränkter Haftung, hast du auch bei einer Genossenschaft eine beschränkte Haftung.

Willy: Ähm warum führt man jetzt nehmen wir jetzt das Beispiel äh äh Molkerei?

Willy: Äh die warum betreibt man jetzt eine Molkerei sinnvollerweise äh als Genossenschaft? Warum sind Molkereien ursprünglich nicht auch

Willy: Gleich als GmbHs oder aus AGs äh äh gegründet worden.

Andreas: Na ja, weil da ja auch ganz viele Milchbauern hattest früher äh und jeder dieser Milchbauern war halt der Genossenschafter.

Andreas: Sie haben gesagt, okay, wir können unsere Milch gemeinsam besser vermarkten und gemeinsam besser verkaufen und haben gemeinsam ein besseres gegenüber dem Handel zum Beispiel,

Andreas: wir müssen nicht äh wir können gemeinsam unsere Verarbeitungsanlagen kaufen und uns betreiben und so weiter.

Andreas: Das dann ausgewachsen hat und heute halt die großen Molkereien äh dem Erkonzern gehören zu einem großen Teil, also die meisten großen Molkereien zum Raiffeisenkonzern gehören, äh,

Andreas: Es steht auf einer anderen Blattpapier,

Andreas: Das ist etwas, was wir sicherlich nicht machen werden, äh weil wir eine Produzenten und KonsumentInnen-Genossenschaft sind.

Bianca: Okay, das heißt, die ursprünglichen Genossenschaften, weil ähm die die meisten großen Milchverarbeiter in Österreich haben alle als Genossenschaften angefangen, sind's großteils am Papier heute noch,

Bianca: das waren aber nur Eigentümer, Genossenschaften und das ist.

Andreas: Genossenschaften, ja.

Bianca: Genossenschaften, das ist der Unterschied, oder.

Andreas: Ja, das ist natürlich ein Unterschied gegenüber manchen Genossenschaftsmodellen, die es heute gibt, ja und es gibt eben äh man nennt das ja Prosumentenwirtschaft auf Neudeutsch. Äh,

Andreas: wo du wo Unternehmen gleichermaßen äh,

Andreas: Produzenten und Konsument Produzentinnen und Konsumentinnen gehören,

Andreas: Ja, ist mir wichtig.

Bianca: Aber wo ist dann die die Schwelle ähm wenn wenn man sagt okay, es ist eigentlich eine Genossenschaft mit all diesen Vorteilen und Gedanken, die du gerade

Bianca: formuliert hast, wo ist dann die Schwelle, dass das plötzlich aber einer Holding oder einer Firma oder ähm einem Gesellschafter gehört oder

Bianca: wo nur noch Funktionäre im Vorstand sitzen, wie geht das dann, wenn das hier eigentlich etwas ist, was durch die Genossenschafter betrieben wird, wie.

Andreas: Na ja, indem du wenn du halt viele Genossenschafter hast,

Andreas: die alle ein bissel dabei sind, aber die keine Zeit haben, sich um die Genossenschaft zu kümmern und für die, die gerne für sich entscheiden lassen dann, dann nimmt das eben diese Entwicklung und diese Genossenschafterinnen kommen dann einmal in der einmal im Jahr zur Generalversammlung oder

Andreas: kommen nicht und kriegen halt einen Jahresbericht. Und das war alles, was ähm was quasi mitgemacht,

Andreas: vom Vorstand. Da wird es wird ein Vorstand gewählt,

Andreas: äh die Genossenschafterinnen wählen ja einen Vorstand auf eine Zeit von ein bis X Jahre und der entscheidet.

Bianca: Darf ich nur noch kurz weil genau da liegt vielleicht

Bianca: äh dann auch der Hund begraben, aber wie kann man jetzt zum Beispiel als Milchkandel, das hier in der Region eingebunden ist, die ähm Erzeuger und die Konsumenten als Gesellschafter beinhaltet. Wo ist denn da die,

Bianca: Schwelle, weil ich man kennt das ja auch, wenn man sich irgendwie vielleicht ehrenamtlich engagiert, vielleicht in einem Verein. Es gibt immer den harten Kern, der hackelt.

Bianca: Und ähm die anderen, die halt, wenn's gut geht ähm zu den äh zu den Wahlen des Vorstandes oder wenn überhaupt zu irgendwelchen Veranstaltungen erscheinen, wie verhindert,

Bianca: Das werden dann ja genau die, die vielleicht sich vertreten lassen, wie verhindert man das auch in kleinen Strukturen?

Andreas: Es ist schwer zu verhindern, weil du hast wieder richtig gesagt hast, hast du in jedem Verein,

Andreas: wenn's gut geht eine dritte Lunge. Du hast eine dritte Lunge, ein Drittel macht viel, ein Drittel ist ab und zu dabei und im letzten Drittel ist es wurscht.

Andreas: Wenn's gut funktioniert.

Andreas: Wenn's nicht gut funktioniert, hast du fünfte was machen und der Rest macht nichts. Oder den Rest interessiert's nur noch am Rande. Äh wie kann man's machen? Äh,

Andreas: halt durch maximale, permanente Herausforderung und Einbeziehung. Und indem man halt aktiv auf die Leute immer wieder zugeht und sagt das und das wäre jetzt zu tun, zum Beispiel, wer hätte denn Zeit, was zu machen?

Andreas: Ähm oder wir müssten jetzt die Preise erhöhen. Äh,

Andreas: Wer entscheidet über eine Preiserhöhung?

Andreas: Entscheidet sie alle mit oder entscheidet der Vorstand. Eigentlich kannst du vorstellen, kann der Vorstand dann sagen, okay, wir erhöhen unsere Preise jetzt um 7 Prozent. Weil's einfach notwendig ist. Müssten wir auch und müssen wir auch demnächst.

Esther: Bei der Energiepreise gestiegen sind.

Andreas: Weil Energie und weil Rohmaterial, also sprich Gläser und Deckel in unserem Fall. Äh,

Andreas: gestiegen sind, ja. Bei der Energie wir haben ein bisschen zu wenig, wir schaffen nicht ganz die Energie selber zu erzeugen, die wir verbrauchen. Also wir schaffen ungefähr die Hälfte erst.

Bianca: Du hast jetzt auch was angesprochen, was wird denn jede Entscheidung basisdemokratisch getroffen oder wie wie funktioniert das dann, dass man auch irgendwie sich nicht lähmt?

Andreas: Ich glaube, man muss sich nicht lähmen. Ich glaube, es ist ein äh es ist ein Abwägen, dass alle Mitglieder dann für sich treffen, ja, weil auch als wenn ich auch als Konsumentin, Genossenschaftlerin bin,

Andreas: Und sage okay, wenn wir wenn die Genossenschaft so weiterwirtschaftet, dann kommt sie in die roten Zahlen,

Andreas: Das will ich eigentlich nicht, weil ich finde die Idee ja gut und abgesehen davon habe ich auch keinen Bock, dass die,

Andreas: Genossenschaft pleite geht und ich nochmal nachzahlen muss, ist es dann nicht gescheitert, dass die Milch heute nicht mehr für mich 150 kostet, sondern jetzt 160 kostet.

Andreas: Ist ja eigentlich dann gescheiter.

Willy: Ähm ich bin noch nicht überzeugt. Irgendwie also,

Willy: Momentan sind wir sind wir bei dem Vorteil der Genossenschaft im Vergleich zu anderen Rechtsformen, weniger Bürokratie.

Willy: Ja? Äh bissel Kosteneinsparungen. Also auf der auf der ja wieder auf der strukturellen Seite. Ähm aber was ist jetzt dann der Reiz, warum gerade aktuell wieder?

Willy: Die Genossenschaften doch so populär zu werden scheinen. Es kann ja net sein,

Willy: strukturelle Einfachkeiten, das ist das warum warum was macht, was fehlt da noch?

Andreas: Es ist in Wahrheit ist die das Modell der Genossenschaft ein Spiegel des kooperativen Wirtschaftens und,

Andreas: nachdem immer mehr Leute draufkommen, dass kooperatives Wirtschaften einem konkurrenzierenden Wirtschaften,

Andreas: überlegen ist wird natürlich auch die Rechtsform der Genossenschaft damit populärer.

Willy: Aber wo liegt dieses Kooperierende Element begraben, äh weil es kann ja Ding auch machen.

Esther: Also mir ich kann da net Beobachtung wiedergeben, ja. Äh mir ist aufgefallen, dass ähm beim Milchkandel irgendwann war, mal so äh.

Esther: War wirklich ähm Mangel an an Hilfs an Händen, ge? Das war ähm,

Esther: Februar herum. Februar März oder Andy wirklich diese diese Phase äh des äh Start,

Esther: hatte und äh schon mittendrin war und dann äh waren Coronafälle und dann sind Leute ausgefallen und ähm es war einfach ein Mangel an Arbeitskraft da, ja.

Esther: Und da sind Leute aus den Genossenschaftsreihen eingesprungen,

Esther: Und da habe ich das Gefühl gehabt, also da da geht so mein Gefühl, ja äh dass die Leute, die in der Genossenschaft organisiert sind, das Gefühl haben, das ist ihr Unternehmen.

Esther: Das geht sie etwas an, weil wenn er der Einzelunternehmer gewesen wäre, der Herr, der jetzt da die Molkerei macht,

Esther: dann hätten sich alle, sage ich jetzt böse, ja,

Esther: erste Reihe fußfrei zurückgelehnt und zugeschaut, wie er jetzt das Milchkandel an die Wand fahrt. Weil er hat's schlecht berechnet oder da ist halt mit Corona, da kann man nix machen, ja? Aber so ist,

Esther: etwas gefühlsmäßig offensichtlich ähm.

Esther: Mobilisiert worden in den Menschen und man hat auch das Gefühl gehabt, also ich habe ja mit ihnen gesprochen und einem Teil

Esther: die da ihre Hilfe angeboten haben, sie helfen gern und sie machen das gern. Also da geht's auch um eine Gefühlsebene bei dem Ganzen.

Willy: Ja, ja. Ich habe mir nämlich vorher grad die Frage aufgestellt, die wo's jetzt eigentlich stellen wollte. Zuerst hast du eigentlich schon beantwortet. Ähm ob's bei der Genossenschaft mehr um die Genossenschaft, um die Rechtsform geht oder ob's da viel mehr um die die Menschen geht,

Willy: Genossenschaft ist einfach ein Begriff, der so quasi als Gegenbegriff einfach sich etabliert hat, ohne in der in der rechtlichen Aufbereitung jetzt so arg unterschiedlich zu sein, sondern die, die kooperieren wollen oder die, die sich eher dem zu,

Willy: gründen eher Genossenschaften ohne jetzt, dass es jetzt es könnte GmbH sein, aber es ist eher so diese diese dieses,

Willy: Ja links rechts möchte ich das nicht sagen, sondern es ist einfach ein Gegenbegriff, den man sich halt anschließt. Es sind ja die Menschen oder.

Esther: Ja und es ist eben nicht nicht nur so ein Links-Rechts-Begriff, sondern es ist hier, es ist hier im Dorf oder ja, gelebte Vergangenheit,

Esther: Die haben in der Vergangenheit viele Dinge genossenschaftlich hinbekommen,

Esther: Das heißt, wir setzen hier eigentlich auf, nicht mit einer, sage ich jetzt mal, grün angehauchten ähm,

Esther: super neuen innovativen Idee, sondern öha die machen das seit zwei Generationen.

Esther: Und ob das jetzt die Motorspritze ist oder die ist ja Wurstwasser.

Bianca: Aber wenn's jetzt um um die um die Menschen geht, weil sichtlich ist das der Kern äh war's schwierig hier Genossenschaftler oder die Mitglieder zu finden?

Esther: Hergelaufen in oder.

Andreas: Nicht, nein, überhaupt nicht. Natürlich gibt's es gibt's einen Teil, die machen gleich mit, einen Teil, die schauen erst ein bissel zu und,

Andreas: prüfen das auch. Es gibt einen Teil, die machen emotional sofort mit. Es gibt seinen anderen Teil, die wollen das genau wissen. Ist ganz unterschiedlich. Wir haben das nie. Wir haben's nie,

Andreas: gepusht.

Bianca: Aber was sind da so die Argumente oder die Inhalte, warum die Menschen da so quasi beinahe schon auf euch zulaufen.

Esther: Also ich habe mit den Menschen gesprochen ähm äh ich habe so eine kleine Umfrage gemacht. Ich glaube, das waren zehnzehn Gespräche.

Esther: Wo ich mich habe weiterempfehlen habe lassen. Also es war so eine sagens mal, wen kann ich noch anrufen? Und äh ich habe sie gefragt, wie wie sie die wie sie das gefunden haben.

Esther: Oder wie wie finden sie es? Ja das ist super, das ist toll. Äh,

Esther: und zwar deswegen, weil das unglaublich das Regionale, das Hauptargument ist,

Esther: kennen, den Produzenten, sie kennen die Bauern, sie kennen den äh das ist alles sehr verbindlich, ja, weil's weil's ganz kurze Wege nur sind und äh das regionale Element,

Esther: das Besammensein ist, glaube ich, das.

Willy: Mhm. Habe ich dann eine Genossenschaft eigentlich zum Scheitern verdammt, wenn sie zu Wachsen beginnt? Weil.

Andreas: Überhaupt nicht, überhaupt nicht. Nein, es gibt Genossenschaften, die haben Zigtausende mit äh also Mitarbeiter und Hunderttausende Kunden

Andreas: Es gibt äh in Taiwan eine ähm Genossenschaft namens Hans Alim. Die,

Andreas: Ähm,

Andreas: Mehrere 00tausend Menschen mit mit landwirtschaftlichen Produkten versorgt und selber produziert äh auch an den Produzentenkonsumentengenossenschaft. Also,

Andreas: das ist gar nicht das hängt damit nicht zusammen. Die Frage ist, wie gehst du um mit Wachstum ja und ähm.

Andreas: Wie schaffst du es,

Andreas: eben nicht in eine hierarchische Ordnung zu kommen. Wie schaffst du es, die einzelnen Gruppen klein genug zu halten?

Andreas: Und so weiter. Es ist,

Andreas: wir haben wir haben weiterhin alle Leute etwas davon und da geht's dann natürlich wieder um die Entscheidungsprozesse, da geht's drum, okay, kannst du kannst du als einzelnes Mitglied auch nach wie vor,

Andreas: entscheiden oder kannst du kannst du etwas bewegen mit mit deiner Meinung,

Andreas: das ist glaube ich das ist glaube ich wichtig.

Willy: Weil ihr im im in der Beschreibung der Genossenschaft. Ihr habt's jetzt immer den den Bezug der die der Ortsverband,

Willy: das kleine beschrieben und für mich steht halt ähm sage ich mal klassisch,

Willy: steht mit groß. Groß ist das Gegenteil von klein und die Einheit wird immer größer. Je größer die Einheit, desto weniger Bezug hast du. Hat der einzelne zum zum Ganzen.

Willy: Und da kommen wir jetzt a bissel hin zum weil du gesagt hast, hierarchische Strukturen,

Willy: klassische Strukturen und und du hast das Ganze am Anfang Gespräch angeteasert schon mehr oder weniger die Soziokratie oder diesen diesen

Willy: Gedanken, die du dahinter stehen, ist das so wie geht man mit Wachstum um, als Genossenschaft, um eben nicht dem Schicksal vieler Genossenschaften zu erliegen, die gewachsen sind aus der Vergangenheit und heute,

Willy: nur noch so genannt werden oder inzwischen keine mehr sind. Wie verhindert man das?

Andreas: Ich kann's dir nicht sagen, ich hab's noch nicht ausprobiert. Äh und auch beim beim Milchkandel ist es ja so, dass wir das nicht machen werden.

Esther: Es ist nicht soziokratisch.

Andreas: Aber vor allem wir wären beim Milchkandel wir werden beim beim Milchkandel diesen Wachstumsprozess nicht machen. Das weil das Milchkandel bis zu einer gewissen Größe wachsen wird,

Andreas: Äh wir haben das jetzt mal mit 100.0000 Kilo Milch im Jahre. Wir verarbeiten festgelegt, weil da müsste sich's vernünftig rechnen.

Andreas: Und wenn das Proven ist, wenn das funktioniert äh,

Andreas: werden wir das gesamte Milchkandelkonzept veröffentlichen. Wir haben sagen, das war die Planung, das sind die Finanzen,

Andreas: So funktioniert's technisch. Das sind die Fehler, die wir gemacht haben. Äh,

Andreas: Komplett mit Bauplänen und allem und würden sagen, das könnte ja eigentlich alle 151200 Kilometer können Sie sowas bauen und machen. Warum denn nicht? Open,

Andreas: Das ist der Sinn davon.

Esther: Und es gibt vor allen Dingen ein vorprogrammiertes Genug. Das ist da unten.

Willy: Mhm. Wie wie setzt man das fest? Also bei hundert jetzt haben wir für hunderttausend. Und dann kommt der Vorstand drauf, du bist ja auch nur Teil des Vorstandes. Ihr seid's Teil des Vorstandes. Wie wird's überstimmt? Ja? Jetzt machen wir's. Zweihunderttausend. Was passiert dann?

Andreas: Das kann passieren. Äh ich glaube nicht, dass es passieren wird, weil.

Willy: Glaubst du, du hoffst.

Andreas: Ähm ich glaube es ich glaube es und weil,

Andreas: halt die Genossenschafterinnen, die wir haben, das Konzept der Regionalität ja schätzen,

Andreas: Ja und die die wissen ja und die spüren und die schmecken den Unterschied jeden Tag. Ja und das ist einfach es ist so. Es ist so ja.

Andreas: Wenn du,

Andreas: Wenn du das selber machen würdest und diese Erfahrungen mit den Menschen, mit den Kundinnen machen würdest, dann würdest du das auch sehen. Und.

Andreas: Diese tiefe Dankbarkeit, die die Leute haben, das ist das wieder so gibt.

Andreas: Nicht jetzt Dankbarkeit mir gegenüber, sondern Dankbarkeit dem Projekt gegenüber sich selber gegenüber eigentlich. Das ist das wieder so geben kann,

Andreas: der ist großartig. Und all das würden sie zerstören, wenn sie sagen würden, und jetzt gehen wir auf 200.000 oder auf dreihunderttausend, weil was bedeutet das?

Andreas: Würde bedeuten, das würde bedeuten, wir holen die Milch nicht mehr von nebenan und vom Nachbarn aus dem nächsten Dorf, sondern wir holen sie über die über zehn, 20, 30 Kilometer her. Das würde bedeuten, wir müssten die Milch,

Andreas: an unter anderem auch an jene und über jene verkaufen,

Andreas: zu einem großen Teil für die Misere der Milchbauern verantwortlich sind, nämlich große Handelskonzerne.

Andreas: Das tun wir nicht. Zum.

Willy: Ihr würdet auch nicht in die Regionalregale liefern oder.

Andreas: Nein, es gibt zwei Märkte, die wir beliefern. Das ist der Unimer. Zwei Unimärkte.

Andreas: Weil die Unimärkte erstens jeweils einen privaten Mitbesitzer haben äh und zweitens einen extremen Wert auf Regionalität legen. Und,

Andreas: fällst dort auch. Also ich war ja in meiner äh in meiner früheren Zeit zum Beispiel einmal in bei den Einkäufern der Firma Spaer in Salzburg. Und,

Andreas: Die hatten ein super Erlebnis mit mir und ich umgekehrt.

Willy: Mhm. Wieder mit, oder?

Andreas: So ungefähr, so ungefähr. Na, eigentlich, nein, gar nicht, nicht gar nicht dort, sondern äh,

Andreas: Die haben geglaubt, dass sie mit mir als Oeticket so reden können, wie sie mit ihren mit ihren bäuerlichen Lieferanten reden oder sonstigen Lieferanten reden und dass sie mich äh dass ich mich glücklich schätzen muss über sie irgendwas machen zu dürfen

Andreas: und mit allem, was du in schlechten Büchern liest, ja, mit du lässt den, du lässt den Lieferanten erst einmal zehn Minuten warten.

Andreas: Du setzt ihn so, dass er gegens Licht schauen muss. Die Sesseln waren vorn angeschnitten, ja, damit's schief sitzt, damit's dich unwohl fühlst, ja?

Andreas: Es ist wirklich unglaublich, unglaublich und dann reinkommen, zu dritt, du bist alleine, ja und dann kommt irgendwann noch ein Nächster, der quasi der,

Andreas: noch einmal Bäderregei ist, ja und,

Andreas: Ich habe das alles, ich habe mir das ja ja, mit der Demütigung, ja und mir war das ja vollkommen wurscht. Ich wollte ja über die gar nicht. Die wollten ja, ja und dann habe ich ihnen gesagt, ja das ist alles sehr schön, was sie das wollen, also aber wir machen das sicher nicht so, ne. Tut mir leid, sorry, es waren

Andreas: nettes Gespräch muss jetzt wieder gehen, ja. Die waren fassungslos wie jemand ihren wunderbaren Konzern irgendwie so stehen lassen kann.

Andreas: Vollkommen, ja und das gibt's eben,

Andreas: Bei den Geschäften, mit denen wir kooperieren, gibt es das nicht. Die kommen zu uns und sagen, wir würden gerne und ginge das,

Andreas: einer von diesen beiden Märkten. Es kam im Februar und hat gesagt, wenn's irgendwie geht, würden wir gern verkaufen. Ich habe ihm gesagt sorry, es geht im Moment nicht. Wir produzieren zu wenig, lassen uns ein bissel Zeit,

Andreas: Jetzt habe ich gesagt, es ging ja. Hat er gesagt, ja, super, kommens vorbei und dann kommst vorbei und dann kriegst du einen Kaffee und dann bist per du und dann

Andreas: sagst du ihm alles sagst ihm ich kann leider nicht immer alles liefern,

Andreas: kann leider nicht in den Mengen liefern, die du vielleicht manchmal brauchst und haben willst. Und er sagt, das ist ganz egal. Ich möchte ein regionales Produkt haben, ich möchte haben, dass meine Kunden glücklich sein mit euren Produkten und dass ihr glücklich seid und ich will auch was verdienen.

Bianca: Wo wo liegt denn abseits jetzt von deinem persönlichen Erlebnis und ähm auch natürlich persönlicheren Verbindlichkeiten, wenn das so regional und klein subtred ist ähm für dich oder für euch als Milchkandel der Hund

Bianca: begraben oder das Problem bei großen Lebensmittelketten, also Supermarktketten.

Andreas: Ich möchte nicht mit Menschen zu tun haben, die ihren eigenen Profit, also dem Profit ihrer Eigentümer, über alles stellen. Ganz einfach.

Andreas: Das habe ich lange genug in meinem Leben gehabt. Ich brauche das nicht mehr.

Willy: Und zeigst auch oder ihr könnt auch zeigen, dass es anders

Willy: tatsächlich funktioniert. Ich frage jetzt noch einmal kritische Vase, jetzt gehe ich gleich langsam auf die Nerven, aber äh Geschichte hat ja viele Eigenschaften. Eine davon ist, dass sie sich gelegentlich wiederholt, vielleicht nicht in der gleichen Form, aber mit einer ähnlichen Farbe. Ähm

Willy: Du hast vorher gesagt, du du glaubst dran. Ja, das ist stärker wie hoffen, ja, aber,

Willy: Ich denke mal in den Anfangszeiten von von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, ja? Das war ja auch eine starke Bindung. Da war ja auch genau die gleiche Überzeugung, das energische, das das Feuer in den Augen und so weiter und in

Willy: den Mitgliedern äh da. Das ist ja auch irgendwann gangen. Irgendwann war das weg, ja? Oder vielleicht ja

Willy: wie kann man das nicht nur glauben, dass es so bleibt, sondern gibt's auch strukturelle Möglichkeiten, wirklich wirklich ja,

Willy: Gesetz machen oder gib.

Andreas: Na, das gibt ja was gibt's da Toten.

Esther: Ne, außerdem das Ding ist gebaut für 100.0000 Kilo oder.

Andreas: Genau, ja, aber natürlich.

Esther: Müsstest das Haus vergrößern.

Andreas: Weiß auch nicht, was ich weiß auch nicht, was jetzt im wenn ich irgendwann einmal tot vom Sessel fuhr, dann weiß ich keine Ahnung was passiert, aber ich glaube ich glaube daran,

Andreas: dass die Menschen hier klug genug sind, nicht diesen Weg zu gehen, von dem sie selber ja auch bereits gesehen haben, wo er hinführt, ja?

Andreas: Ich bin oft genug am Stammtisch gesessen und habe Bauern zugehört, also der älteren Bauerngeneration,

Andreas: nur gejammert haben,

Andreas: auch berechtigterweise gejammert haben, aber nicht mehr die Kraft gehabt haben, etwas zu ändern selber, aufzustehen und etwas zu ändern,

Andreas: Es gibt eine neue Bauerngeneration, die haben diese Kraft noch etwas zu ändern und,

Andreas: Ich glaube halt auch, wenn man das jetzt dann wieder ausbreitet und äh auf die Weltsicht geht, dass,

Andreas: unsere Generation und eure Generation? Die letzte ist, die die Möglichkeit hat, noch einmal das Ruder herumzureißen.

Andreas: Planetarisch.

Willy: Der Druck steigt.

Andreas: Und dazu und das müssmer machen. Ja, also mir können's wurscht sein. Ich könnte genauso gut sagen super,

Andreas: Kohle ist da, mein Leben ist gesichert, ich muss nix mehr arbeiten. Der Ursprungsplan war ein Drittel am Land, ein Drittel in der Stadt, ein Drittel am Meer. Man lernt die Welt kennen.

Andreas: Wunderschön, wunderbar, ja, aber veränderst du damit irgendwas? Nein.

Bianca: Was hat dir oder was hat euch oder was gibt euch die Überzeugung und auch die Kraft zu denken, dass ihr was verändern könnt?

Willy: Wahnsinnig.

Esther: Ähm also ich habe zehn Jahre ich,

Esther: Ich habe zehn Jahre meines Lebens damit verbracht in einem in einem Forschungsinstitut zu arbeiten im österreichischen Ökologieninstitut und habe einfach zehn Jahre an Forschung,

Esther: war ich beteiligt ähm und habe habe mit der Lupe zugeschaut, wie zerstört wird, ja. Das heißt, meine Latte,

Esther: Etwas zu bewegen ist relativ tief unten. Alles, wo du nichts kaputt machst, ist schon gut. Und wenn du,

Esther: dann hier Kräfte bündeln und einige Dinge richtig machst, wie zum Beispiel die Milch ein paar Meter nur zu fahren, statt mitm Riesenlaster abzuholen.

Esther: Oder äh zu verhindern, dass seine Biobäuerin eingeht, äh dass sie weiterwirtschaften kann.

Esther: Statt jetzt irgendwie nix mehr zu machen oder ähm wenn du sagst, du lieferst nur 20 Kilometer aus,

Esther: Ich meine, das da finde ich, da ist schon ganz viel bewegt. Und da da braucht man keinen Glauben. Das ist so, ja.

Andreas: Brauchst du nur den Arsch bewegen und etwas tun und dann hast schon was getan.

Esther: Oder weniger im Auto sitzen oder ein.

Andreas: Es ist ein äh es ist doch es ist doch ganz einfach für jeden Menschen ein bisschen etwas zu tun. Es keiner keiner wird jetzt quasi alleine die Welt retten. Elon vielleicht, ja? Aber der will net, ja.

Andreas: Äh

Bianca: Also wenn jetzt so der Lied auf euer Haus stürzt, dann ist net mei Schuld, ge.

Willy: Hat er's jedenfall.

Andreas: Ähm es ist doch jeder von uns kann ein bisschen ein ein bisschen was machen. Also wie gesagt.

Bianca: Im besten Fall macht's halt auch Spaß oder.

Andreas: Ja und äh und ich habe Zeit meines Lebens gesehen, dass wenn ich etwas tue, dass ich dann etwas bewegt. Das kann schiefgehen, das kann gut gehen, das kann was Falsches sein, das kann was Richtiges sein,

Andreas: und ich meine, ich habe klimatechnisch auf dieser Welt so viel Schaden angerichtet durch meine bisherigen Berufe,

Andreas: das kann ich überhaupt nicht mehr gut machen, wenn's darum ginge, ja. Aber man kann irgendwann einmal man kann irgendwann einmal draufkommen dass das nicht gescheit ist und gescheit war und kann dann etwas anderes machen.

Willy: Gehen wir vom Feinstaublichen wieder ins Hardfaktische zurück äh bezüglich der Genossenschaften. Ähm es gibt ja bei der Genossenschaft so was wie ein Revisionsverband, glaube ich. Ähm das ist so auch so ein ein eigen,

Willy: eine Eigenheit, oder? Von Genossenschaften. Man hört es auch immer wieder, was was ist das? Ja, was ist das?

Willy: Fragezeichen.

Andreas: Wenn du eine Genossenschaft gründest, dann musst du Mitglied in einem Revisionsverband werden. Äh ein Revisionsverband hat die Aufgabe,

Andreas: Durch die Revision, das heißt durch eine Prüfung der Finanzen und der Zielerreichung einer Genossenschaft, die Genossenschafterinnen zu schützen vor ihrem eigenen Vorstand. Äh,

Andreas: Das heißt, eine jede Genossenschaft muss sich alle zwei Jahre einer Revision da ziehen durch eine Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftsprüfer,

Andreas: üblicherweise die Finanzen der Genossenschaft anschaut und schaut, ob hier ordentlich gewirtschaftet wird oder ob wir eine Gefährdung besteht der Genossenschaft, ob etwas zu verändern wäre äh und der Vorstand muss diesen Bericht des,

Andreas: Revisours der Generalversammlung präsentieren. Äh,

Andreas: bei dem Revisionsverband, wo wir Mitglied sind, ähm der heißt Rückenwind.

Willy: Bei euch? Rückenwind?

Andreas: Wo ich wo ich auch selber im Vorstand bin. Daher sind wir dort auch Mitglied.

Andreas: Äh

Andreas: Diesel diese Revisionsverband wurde gegründet als Revisionsverband für Gemeinwohl orientierte Genossenschaften.

Andreas: Wo ursprünglich gesagt wurde, es gibt kein Gemeinwohl orientierte Genossenschaft, weil er eine Genossenschaft ist eine Vereinigung von Menschen, die zu ihrem eigenen Besseren wechselseitig kooperieren. Und wir haben gesagt,

Andreas: wenn Menschen zu ihrem eigenen besseren Miteinander kooperieren, dann schließt das noch lange nicht aus, dass sie auch zum einen größeren Besseren,

Andreas: Ihre Genossenschaft gründen. Ja, das eine schließt das andere nicht aus, sondern im Gegenteil, ich glaube, eine eine äh ein Unternehmen kann nur dann auf lange Sicht,

Andreas: gut und richtig sein,

Andreas: wenn auch die Menschen rundherum davon profitieren. Anders funktioniert's nicht. Ähm.

Andreas: Der Revisionsverband.

Andreas: Revisionsverband Rückenwind unterscheidet sich insofern von den anderen als selbst nicht nur die Finanzen anschaut, sondern jede Genossenschaft, die bei uns Mitglied werden will, muss auch,

Andreas: Zeigen, in welcher Weise sie Gemeinwohl orientiert oder gemeinsinnig wirtschaftet,

Andreas: und ihre Ziele darauf hin ausgerichtet sind und auch das wird bei einer Revision von uns angeschaut. Da wird gesagt, okay, in deinem,

Andreas: quasi Businessplan in deinem Exposé, in deinen Statuten, steht das und das drinnen.

Andreas: Passiert das auch und wenn ja, wie passiert es, in welchem Umfang? Seids ihr zufrieden damit? Seids ihr nicht zufrieden? Zeigt's her, was habt's ihr gemacht und so weiter.

Andreas: Das geht jetzt hat jetzt nicht den Umfang einer äh einer Gemeinwohlprüfung, wie sie äh wie sie manche

Andreas: Firmen und Gemeinwohlbilanz, wie sie wie sie angeboten wird mittlerweile, aber es ist auf jeden Fall schon eine wesentliche Verbesserung, finde ich gegenüber dem

Andreas: einer reinen Finanzrevision. Und wie gesagt, die Revision hat jetzt nichts unbedingt,

Andreas: das Ziel, den Vorstand zu kanieren und einem Wirtschaftsprüfer Geld einzuspielen, sondern sie hat in erster Linie das Ziel, die Genossenschaft äh zu schützen.

Andreas: Und den Genossenschaftlern quasi einen unabhängigen äh,

Andreas: Bericht zu geben, der sagt, ja eure Genossenschaft ist gesund oder aufpassen, eure Genossenschaft hat eine Schieflage.

Willy: So ähnlich wie Aufsichtsrat äh.

Andreas: Und so ähnlich wie ein Wirtschaftsprüfer einer Aktiengesellschaft.

Esther: Aber mir wäre das schon noch wichtig zu sagen, du prüfst nicht das Milchkandel.

Andreas: Nein, natürlich nicht, nein, nein, nein, der Vorstand nein, nein, nein, der.

Willy: Interessenskonflik.

Andreas: War das erste.

Esther: Wichtig.

Andreas: Ja, ja, das war das erste, was ich auch bei Rückenwind gesagt habe. Wie kann ich eigentlich im Vorstand sein, wenn ich gleichzeitig im Vorstand von zwei Genossenschaften von euch bin und,

Andreas: Der Karl Staudinger, der Bruder vom, der unser äh unser Justiziar ist und und Geschäftsführer in dem Verband äh hat mir das genau auseinandergesetzt. Na, wieso das eigentlich positiv ist, ja? Und was die Revision betrifft,

Andreas: ist es so unsere Revisoren sind vollkommen unabhängig vom Verband.

Andreas: Bei anderen Revisionsverbänden, also beim R Revisionsverbänden zum Beispiel sind es Angestellte des Revisionsverbandes und daher quasi prüfen Angestellte des Raiffeisen Revisionsverbandes Raiffeisen Genossenschaften.

Andreas: Meiner Meinung nach eine echte Unverträglichkeit ist äh.

Andreas: Bei uns ist es so, dass wir eine externe Wirtschaftsprüferin haben, die weder Mitglied ist, noch im Vorstand ist und diese Wirtschaftsprüferin, die holt jedes Jahr von mehreren anderen Wirtschaftsprüfern Angebote ein für,

Andreas: Genossenschaftsprüfungen und schlägt uns dann daraus den Prüfer vor als Vorstand,

Andreas: aus einem Dreiervorschlag und einem von den Dreien müssen wir nehmen,

Andreas: ob uns der gefällt oder nicht, es geht uns und es geht uns nichts an. Wir haben keinen Einfluss auf den. Wir bezahlen den nicht. Die Genossenschaft muss ihre Revision selbst bezahlen, auch wenn sie sich den Revisor nicht aussuchen kann.

Andreas: Es ist zwar ungerecht, quasi könnte man sagen, aber wenn's eine es ist ja zum Schutze.

Bianca: Hola.

Andreas: Alter gemacht. So wie in einer guten Aktiengesellschaft der Wirtschaftsprüfer alle fünf Jahre wechseln sollte.

Andreas: Und nicht zu wehen, manchen bundlindischen Gemeinden. Die Bankenprüfung, 20 Uhr der Server ist oder was 15 Jahre, keine Ahnung und sich da gute Freundschaftsverhältnisse dann herausbilden, ne.

Willy: Wie ist die Genossenschaft des äh Wirtschaftsmodell der Zukunft? Überleitung Zukunft. Aber ja, Frage. Ja genau, ich habe jetzt so nein, ja weil.

Andreas: Ah, fragst mich, achso, weil du hast die Bianca angeschaut. Ja, ich hoffe, ich habe auf eine Antwort von der Bianca gewartet.

Bianca: Austausch.

Willy: Überleitende.

Andreas: Hoffentlich kurz ist, weil in einer Viertelstunde warten dann schon unsere Franz.

Willy: Und machen noch ein Video. Machen weiter eigentlich.

Andreas: Und machen genau und hocken uns ein bissel weiter. Ähm,

Andreas: Ich weiß es nicht. Ich wenn die Genossenschaft tatsächlich das Sinnbild,

Andreas: und in der Praxis dann auch die Verwirklichung,

Andreas: Wirtschaftens ist, dann ja. Aber ob kooperatives Wirtschaften als Genossenschaft passiert, als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, als als Aktiengesellschaft. Es gibt zum Beispiel der Regionalwert AG,

Andreas: ein Bürgeraktiengesellschaft, die aber nicht börsennotiert ist. Ähm,

Andreas: oder als was auch immer. Kooperieren kannst du immer und überall. Die Genossenschaft ist halt eine schöne, ein eine Form und eine schöne Versinnbildlichung, finde ich.

Willy: Bianca.

Bianca: Apropos angreifen, ich möchte doch noch äh etwas fragen äh und zwar warum ist deine Hand geschwollen? Und was hat das mit dem zu tun, was du auch tust? Es ist.

Andreas: Wir san die vier Gründungsgenossenschaften von Milchkadll sind vier Bauern. Ich bin seit zweieinhalb Jahren auch Bauer

Andreas: und ich bewirtschafte oder habe begonnen zu bewirtschaften ein Beerenobstfeld, weil unser Anspruch ist, dass wir unsere Beerenobstzubereitungen selber herstellen fürs,

Andreas: und so und so weiter. Und gestern auf Nacht nach dem Milchkandel haben wir gedacht, es ist schön draußen, es ist super wunderbar

Andreas: Ich habe ein paar frische Brombeersetzlinge,

Andreas: Und bin aufs Feld gefahren noch um 7 oder halber achte und habe Brombeersetzlinge gesetzt am Feld und habe offensichtlich dann irgendwo,

Andreas: hinein gegraben, wo auch eine Spinne bereits ihr Haus hatte und ich fand das nett so toll und hat mich dann in die Hand gebissen,

Andreas: und jetzt habe ich halt eine geschwollene Hand. Aber es ist schon lange her. Bitte? Arbeitsunfall, Arbeitsunfall, ja,

Andreas: Aber als Nichtangestellter.

Esther: Und es war eine Spinne.

Andreas: Ich nehme an, dass es eine Spinne war. Ich wüsste nicht, was sonst.

Bianca: Aber wie wie bist du dann auch noch zu allem, was du tust, ähm Bauer geworden, nur weil ihr gesagt habt, okay ähm wir wollen alle Zutaten unserer Milchprodukte aus der Region und du hast gesagt, dann mache ich das halt auf jeden Fall.

Andreas: Muss ja auch sein. Na und dann das mit dem Bauer sein, dass es noch ein Aspekt natürlich,

Andreas: Wenn wir sagen, wir wollen in die Zukunft orientiert denken, dann bedeutet das, wir müssen möglichst viel Fläche auf biologische und nachhaltige Bewirtschaft umstellen. Das heißt, ich habe gesagt, wenn ich,

Andreas: Finanziell die Möglichkeit und praktisch die Möglichkeit habe, Flächen hier,

Andreas: In meiner Ortschaft, Region, Gemeinde entweder zu kaufen oder zu pachten, dann tue ich das und stelle diese Flächen auf,

Andreas: Biologische Landwirtschaft um.

Andreas: Ich selber bin aber kein Bauer. Das heißt, was mache ich? Dort dieses Bärenobstfeld, das auch halber Hektar, ja, das kann ich selber noch durchschreiten, durchschauen und,

Andreas: begraben quasi betun, ja äh,

Andreas: ich übergebe dann quasi ein Feld, das ich gepachtet habe, übergebe ich einem biologisch wirtschaftend Mauern und sage, okay, du zahlst mir ka Pacht,

Andreas: Ich zahle sogar die Pacht für dich, du darfst das behalten, was du dort erwirtschaftest, über einen Zeitraum von drei Jahren, bis das Feld tatsächlich,

Andreas: äh auf Bio umgestellt ist und danach, wenn du willst, kannst du's weiter von mir pachten äh,

Andreas: und bewirtschaftest das einfach weiter. Oder.

Andreas: Wenn ich es in Subacht genommen habe, dann oder in Pacht genommen habe, dann schaue ich, dass die Pacht auf dich übertragen wird.

Andreas: Das ist ein Modell, mit dem ich's halt schaffe, Jahr für Jahr ein, zwei, drei Hektar,

Andreas: in der Umgebung auf Bio umzustellen. Und das ist glaube ich eine wichtige Sache ganz generell.

Bianca: Apropos du bist ja,

Bianca: zumindestens zu dem Menschen geworden, der mit vielen was er tut äh in die Zukunft fliegt. Du hast auch gesagt, eure Generation, unsere sind so die Letzten, die das Ruder rumreißen können. Äh,

Bianca: Das heißt, wir kennen dann den Grund oder zumindestens einen Teil davon, warum du tust, was du tust und warum du bist, wie du bist.

Bianca: Aber wie denkst du denn, wird sich die Landwirtschaft oder einfach die Lebensmittelproduktion in den nächsten 10 bis 20 Jahren entwickeln?

Bianca: Das hin.

Andreas: Das ist schwierig, es zu fragen. Es ist ich glaube, es wird sich weiter polarisieren. Ähm,

Andreas: in eine Kleinräumige Landwirtschaft die verträglich ist für alle,

Andreas: Die damit zu tun haben und in äh,

Andreas: Großproduktionslandwirtschaft, wobei,

Andreas: Zu hoffen ist, dass auch in der Großproduktion andere Standards gelten werden. Äh was glaube ich auf jeden Fall passieren wird, müssen, ist, dass man von der intensiven Fleischproduktion wegkommt,

Andreas: das funktioniert halt nur, wenn die Fleischpreise steigen und wenn man halt so wie früher nicht jeden Tag 2 Kilo Fleisch in sich hineinstopft, sondern halt zweimal in der Woche, dreimal in der Woche ein gutes, qualitativ hochwertiges Fleisch ist,

Andreas: Ich tue mir da sehr leicht wieder davon zu reden, weil ich lebe seit 40 Jahren vegetarisch. Äh,

Andreas: Ich kenne sogar Menschen, die weniger Fleisch essen auch, obwohl sie Fleisch essen,

Andreas: Und ja das ist also ich glaube, dass sich das in die Richtung entwickeln wird.

Esther: Glaube auch, dass durch diese Ukraine Sache jetzt so ein bissel Ernährungssicherheit äh noch stärker in den Vordergrund rücken wird, also regionale Ernährungssicherheit zu schaffen.

Andreas: Ja, aber das hat halt gleichzeitig Problem, das das siehst du was es als erstes passiert,

Andreas: und großen Unternehmer sind aufgestanden und haben gesagt, okay Schluss mit der grünen Scheiße. Äh es gibt keine Biodiversitätsgebiete mehr, sondern die brauchen wir jetzt, um,

Andreas: unser Getreide anzubauen, ja. Ja hallo, dann schauen schauen wir uns doch mal nach. Schauen wir mal nach,

Andreas: Getreideanbau in Österreich. 70 Prozent des Getreideanbaus in Österreich gehen nicht in die Nahrungsmittel.

Andreas: Industrie, ja, sondern gehen als Viehfutter und quasi über den Umweg des Tieres in die Nahrungsmittelindustrie,

Andreas: und in Bio-Spriterzeugung oder so etwas, ja. Das heißt, 70 Prozent das heißt, wir könnten, wir können unseren Getreidebedarf locker regional denken, locker.

Willy: Macht euch das zornig.

Bianca: Ja sicher.

Andreas: Ja sicher und am wenigsten verstehe ich,

Andreas: dass jetzt, wo das eigentlich jeder weiß, am letzten Wirtshaustisch, ja, wählen die Menschen noch immer ihre Schlächter selber bei jeder Wahl gibt, das wird das heilige Kreuz gemacht, ja.

Andreas: Entweder in der Form, das kennen wir auch, ja oder in der Form, ja und die Menschen,

Andreas: Bauernstand, den kleinbäuerlichen Stand seit 50 Jahren ruinieren, werden heute noch immer als die Vertreter der Bauern gewählt.

Andreas: Das macht mich nicht zornig, sondern irgendwie ungläubig.

Willy: Ja, Bianca, vielleicht kann man dort deine deine Lieblingsfrage anschließen.

Bianca: Die die passt gut.

Willy: Rauszukommen wieder.

Bianca: Nea Puh, sie kann ja dystopisch undutopisch sein, aber ich frage lieber nach einer utopischen Welt euch zum Abschluss, das ist meine absolut,

Bianca: absolute Lieblingsfrage. Ähm in einer Welt, die utopisch ist, wo ihr alles tun und verändern könnt, wo alles geht, wo alles möglich ist.

Bianca: Was würdet ihr denn ändern an unserem Lebensmittelsystem? Und der Art wie wir Lebensmittel produzieren.

Andreas: Ich selber würde daran alleine gar nichts verändern, weil ich viel zu wenig Ahnung davon habe. Ich würde versuchen,

Andreas: mich mit ganz vielen Menschen zusammen zu tun, dir eine Ahnung davon haben und in einer Art von vom Bürgerrat darüber entscheiden zu lassen,

Andreas: äh in welche Richtung das gehen soll, aber,

Andreas: Es ist das Thema ist einfach so kompliziert, ja, weil du ja das ist ja das, was wir festgestellt haben in unserer ganzen Technologiegläubigkeit und Fortschrittsgläubigkeit,

Andreas: vergessen wir immer, dass wenn du irgendwo ein Rädchen drehst, dass da 728 Kugeln durch die Welt rollen. Ja und nicht nur die eine, die da die du gemeint hast, ja. Und,

Andreas: Wir müssen höllisch aufpassen mit solchen Utopiegedanken, ja?

Esther: Also ich würde ich würde ähm die,

Esther: Produktion wieder näher an die Menschen heranbringen. Also so wie wie du sagst, der Bürgerrat und das habe ich gar nicht gedacht, aber ich würde einfach versuchen, Menschen näher an die Produktion und umgekehrt.

Esther: Ah ja, people to the powers.

Willy: Die die Domain haben wir, ich sag's nur dazu.

Andreas: Ich habe gedacht, ich kann's euch ver.

Willy: Du kannst es haben. Machen wir gleich.

Bianca: Nein, nein, nein, viel besser. Wir können kooperieren.

Willy: Deal.

Andreas: Wunderbar.

Bianca: Zusammen geht's meistens besser.

Willy: Ähm was filmt man denn bei euch im Kühlschrank?

Bianca: Millis Lieblingsfrage?

Willy: Fertig, es waren nette Liste. Nein, nein, nein, Andreas, bleiben wir da.

Andreas: Das ist ja net, das ist eine äh das Milchreste von Milchprodukten, ja.

Willy: Reste, Milchreste.

Andreas: Na du findest äh was findet man? Man findet viel Gemüse von unserem von unserem Gemüseproduzenten. Also ich bin jetzt wir sind Mitglieder in seiner CSA.

Willy: Ja

Andreas: Genau ähm man findet meistens a Bier untern Wein ähm.

Willy: Danke, danke. Ding. Können wir schon,

Willy: Kiffe.

Andreas: Käse, ja, Produkte, die wir gerade drüben produzieren, äh.

Esther: Und dann gibt's noch den den Giftschrank unten, wo wo alte wo wo das Mindesthaltshaltbarkeits.

Andreas: Prüfung der Mindesthaltbarkeit, ja genau richtig, ja. Ja ähm das war schön gesagt, das war schön gesagt,

Andreas: Mein Sohn hat schon vor vor glaube.

Esther: Der war drei oder?

Andreas: Damals hat er ist er irgendwie draufgekommen, dass wenn er bei mir ist und in den Kühlschrank geschaut, dass er zuerst so ein Packel nimmt und dran riecht. Danach ins Glas schüttet, ob's.

Esther: Schaut, was rauskommt.

Andreas: Noch in schaut, was rauskommt und danach und das danach erst trinkt.

Esther: Aber wir haben auch eine Sojasoße drinnen.

Willy: Auch eine Sojasoße. Wie ich und ihre Tiere werte, Weinbier, Sojasoß.

Esther: Mhm, ungefähr so, ja.

Willy: Und Gemüsegemüse. Ähm meine Lieben, ähm was ähm,

Willy: Was würdet ihr denn euch wünschen oder wenn ihr es selber könntet schreiben, was würdet ihr in euren Nachruf schreiben,

Willy: Kopf.

Esther: Überfordert mit der Frage, welche Musik ich gerne auf meiner Beerdigung gespielt habe noch das.

Andreas: Dachte ich auch, aber es wird mal es sind immer so,

Andreas: kommt immer was Neues. Dann denkst du, es ist eh.

Willy: Jetzt mal was anderes.

Andreas: Also ich habe für mich äh weißt du's.

Esther: Was die Musik oder den Nachruf.

Andreas: Benachrufen.

Esther: Ähm,

Esther: Ich da bin ich voll überfordert. Ich habe nur einen Wunsch immer gehabt, das Soziologin auf meinem Grabstein steht, weil ich habe sehr spät begonnen zu studieren mit sechsunddreißig,

Esther: neben Kind, neben diesem Mann,

Esther: diese Firma und arbeitend. Dann habe ich studiert auch noch und das habe ich mit 46 dann beendet und das ist mir so wichtig, dass ich Soziologin bin.

Willy: Da lebt man so Zyologie, wenn man's.

Esther: Ja, absolut richtig.

Bianca: Nur kurz äh ähnliche.

Esther: Ah du bist auch Soziologe.

Willy: Ich habe angefangen und dann sagt's ihr Ökonomie. Also ja. Gehen wir dann gehen wir dann.

Esther: Okay, alles klar. Ihr seid der nächste Podcast. Na na, aber aber also Soziologin hätte ich gerne, ja genau.

Willy: Rufzeichen oder einfach nur ohne.

Esther: Danke, Rufzeichen.

Andreas: Gut zu wissen. Gut zu wissen, aber ich werde nicht mehr ich werde es nicht mehr machen können.

Esther: Was hättest denn du gern? Jetzt nicht am Grabstein, sondern als.

Andreas: Äh ich habe ja keinen Grabstein, ich lasse meine ich lasse meine Asche in mir verstreuen. Also.

Willy: Mhm. Was soll man noch schreiben?

Andreas: Das müsst ihr wissen. Das müsst ihr wissen, ne? Also ich ich mach's mir das nicht an. Also.

Esther: Immer noch, dass ich nach Thailand fliege.

Andreas: Na reicht vollkommen das Mittelmeer.

Bianca: Aber es muss das Meer sein oder.

Andreas: Das Meer schauen, aber bitte werden's warm ist. Ich möchte nicht mit Kaltwasser angefangen haben und in Kaltwasser wieder hin.

Esther: Wieder Weihwasser eingefallen.

Andreas: Kalkes Weihwasser gegen kaltes Salzwasser.

Willy: Du gehst auf, wenn der Weite des Ozeans, oder?

Andreas: Ja, ja, ja, ich.

Willy: Äh der erscheint mir als der größte, der zu keiner Fanisch wird und weil er vom Teil sich löste in der ganzen Welt gehört,

Willy: Das würde das ist mir da jetzt in uns hingekommen.

Andreas: Schön, schön. Kannst schon zum mässeln an.

Willy: Geht schon unsere allerletzte Frage schönes Zitat zum Abschluss. Zum Ausklang. Ja nicht für uns die erste Entschuldigung für euch, also.

Esther: Mofuras.

Willy: Ja passt, das nehmen wir.

Intro_Outro:

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