Folge Nr: 97

B2P068 Andrea Roschek & Alexandra Gruber (Die Tafeln) – Zwischen Armut und Überschuss

oder vom Paradoxon des Mangels in Zeiten des Überflusses

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Über die Folge:

Zwei völlig unterschiedliche Frauen und zwei vollkommen unterschiedliche Lebenswege. Dennoch sitzen sie an diesem Tisch und verfolgen ein gemeinsames Ziel.

Andrea Roschek hat die Pannonische Tafel im Burgenland begründet. Viele Menschen wären an einem Leben, wie dem ihren, schon lange zerbrochen und müssten sich dafür keinen Millimeter schämen. Frau Roschek ist da aber ein paar Nuancen stabiler als der große Rest der Menschheit.

Frau Gruber, vulgo Alexandra, kommt ursprünglich aus der Pharmabranche und hatte, wie es scheint, immer schon eine gewisse Leidenschaft dafür, anderen Menschen zu helfen und eine gewisse Schwäche darin, dort und da nein zu sagen. Und so wurde sie, es war irgendwie abzusehen, Geschäftsführerin der Wiener Tafeln und obendrein gleich noch Obfrau des Tafel-Dachverbandes, den österreichischen Tafeln. 

Und so verbeißen sich die beiden tagein tagaus in die Lösung von so paradoxen Problemen wie Armut in einem der reichsten Länder der Erde oder von Lebensmittelknappheit am Rande eines Berges von Lebensmittelüberschüssen. 

Wären die angesprochenen Herausforderungen leicht zu lösen, wären diese vermutlich schon lange gelöst. Wir werfen mit Andrea und Alexandra einen Blick hinter die Kulissen der Tafeln und lernen ihre Perspektiven auf die vielfältigen Themen kennen, denen sie in ihrer täglichen Arbeit begegnen.


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
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… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transcript - B2P068 Andrea Roschek & Alexandra Gruber (Die Tafeln) – Zwischen Armut und Überschuss

Hintergrundtrack Zitat:

Andrea: Kann ich mich nicht erinnern, dass sie mir irgendwas verboten hätte, jetzt so wirklich.

Willy: Wann hast du das erste Mal beim Bundespräsidenten angerufen?

Andrea: Für den Bundespräsidenten habe ich, glaube ich, das noch nie.

Willy: Noch nicht.

Andrea: Oh ja, ich hab ihn von der Bell noch mal geschrieben, aber der hat mich noch nicht zurückgeschrieben.

Bianca: Siehst du also hier mit, Herr Präsident? Ja. Ist wahr, oder?

Willy: Ja, muss...

Willy: Es kommt demnächst ein Anruf.

Intro_Outro:

Einleitung: In dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast waren die Bianca und ich zu Gast bei den,

Einleitung: österreichischen Tafeln. Und nicht nur bei den österreichischen Tafeln, sondern gleich bei

Einleitung: mehreren Tafeln. Gesessen sind wir an einem Tisch in Eisenstadt bei der Pannonischen Tafel und die

Einleitung: Begründerin der Pannonischen Tafeln ist die Andrea Roschek. Mit ihrem Tisch die Alexandra Grober und

Einleitung: Alexandra ist die Geschäftsführerin der Wiener Tafeln und gleichzeitig auch die Opfrau der österreichischen Tafeln, also des Dachverbandes aller Tafeln in Österreich.

Einleitung: Wir haben mit den beiden über die Entstehung der Tafeln und die Aufgaben der Tafeln gesprochen. Wir haben aber auch über die Themen, die die Tafeln zentral,

Einleitung: beschäftigen, nämlich das Thema Armut und Gesellschaft und auch das Thema Lebensmittelabfälle gesprochen. Und natürlich haben wir bei diesem Gespräch auch die Alexandra und die Andrea besser kennengelernt.

Einleitung: Jo und wie immer viel Spaß beim reinhören und beim Kennenlernen von nur in Perspektiven.

Andrea: Vergessen was zu sagen ist.

Willy: Schau ich noch einmal geschwind, ob eh...

Willy: Ja, ich hab schon hin und wieder was verhaut, da ist es nicht so...

Bianca: Du hast das jetzt schon wieder gesehen, dass du es verhört hast.

Willy: Ja, genau das, was ich gerade geschaut hab, sicher ist sicher. So, meine Damen, meine Herren, ich wollte jetzt sagen, aber das bringt nix.

Willy: Meine Damen, sind Sie bereit? Dann möchte ich Sie alle, meine lieben Damen, herzlich begrüßen zur aktuellen Folge des,

Willy: aktuellen Podcasts von Bauer to the People. Uns gegenüber in Ton und Bild, was sehr schön ist, sitzt die Alexandra Gruber, die – guten Morgen, guten Morgen, oder Mahlzeit, wie spät haben wir es denn noch zu?

Willy: Geschäftsführerin der Wiener Tafeln und Obfrau oder Präsidentin der österreichischen, des Verbandes der österreichischen Tafeln.

Willy: Grüß Gott, Grüß Gott. Und gerade mir gegenüber die Frau Andrea Roschek, die Begründerin der bannonischen Tafeln im Burgenland.

Andrea: Genau. Im Burgenland.

Willy: Schön, dass du da bist. Oder dass wir da sein dürfen eigentlich.

Bianca: Mhm, das ist die Analyse.

Andrea: Und ich habe auch mal die Zeit, die ich ohne Zeit mit dem Rücken noch nicht anders machen will.

Willy: Jetzt kommt... Ja, schauen wir mal. So, jetzt... Ich darf immer mit dem allerwichtigsten Teil des gesamten Podcasts...

Willy: Damals habe ich ja schon gesagt, die nächsten zwei Stunden sind nicht so wichtig, aber das allerwichtigste ist jetzt einmal die Begrüßung meiner sehr, sehr Charmanten.

Willy: Heute furchtbar eleganten, durchaus eloquenten, furchtbar kompetenten und sehr angenehmen Kollegin, Frau Bianca Blasl, aka...

Bianca: Immer lauschen, Kumpelstiefeln.

Willy: Danke schön, dass du da bist. Grüß dich. So, wo fangen wir denn heute an? Es geht heute um.

Bianca: Danke schön, dass du da bist. Servus Willi!

Andrea: Hehehehehe

Andrea: Also das ist ein bisschen die Zeit, dass man dann immer wieder...

Willy: Die Tafeln. Wir haben ein paar Zahlen rausgeschrieben von der

Willy: Armutskonferenz zum Beispiel. 14,7 Prozent der Österreicherinnen oder 1,3,

Willy: Millionen Menschen leben momentan in Österreich an oder um die Armutsgrenze oder sind armutsgefährdet und jedes Jahr werden circa, sagt zumindest eine Studie der BOKO,

Willy: eine Million Tonnen Lebensmittelabfälle weggeschmissen oder verderben oder landen in irgendeiner Art und,

Willy: Weise aus irgendeinem Grund im Abfall. Wir haben gleichzeitig sozusagen einen Überfluss und eine Knappheit und wir werden uns heute darüber unterhalten, wie ihr das Thema angeht, was euer Ansatz ist, wie ihr diese,

Willy: Verteilungsproblematik lösen möchtet oder was euer Ansatz ist, um immer da wieder ein bisschen Verteilungsgerechtigkeit in dieses Thema,

Willy: hineinbringt. Ich würde jetzt einmal anfangen, liebe Alex bei dir und dich mal fragen, wie bist denn du jetzt in deine Rollen, in,

Willy: in deine Multirolle bei den Tafeln gekommen.

Willy: Was war denn so dein Werdegang?

Alexandra: Ja, wie bei den meisten Tafeln ehrenamtlich begonnen und nicht mehr,

Alexandra: losgekommen von der Idee und von ja letztendlich auch von der Gemeinschaft.

Alexandra: Ich sage immer in den Tafeln und jetzt auch bei uns in der Wiener Tafel sehe ich es nämlich am

Alexandra: konkretesten, ziehen sich die Menschen immer so positiv gegenseitig an und das

Alexandra: finde ich irrsinnig schön und ja es waren von Anfang an Orte der Begegnung mit

Alexandra: Menschen, da würde die würde ich im normalen Leben gar nicht treffen und das,

Alexandra: hat mich immer fasziniert und natürlich auch die Themen Lebensmittelrettung und Armutsbekämpfung, Armutslinderung. Ja und mittlerweile ist bei mir auch schon über zehn Jahre her, über zehn Jahre ehrenamtlich.

Alexandra: Dann für mich war es dann ein Sprung ins kalte Wasser, ins Hauptamt, weil ich ja eigentlich nicht aus dem NGO-Bereich gekommen bin. Ich bin dann vor über sieben Jahren in die Geschäftsführung der Wiener Tafel und,

Alexandra: dann auch schon vor fünf Jahren haben sie eine Opfer-Räumverband gesucht. Da gibt es auch oft wenig Bewerbungen und Bewerberinnen. Ja und dann habe ich auch hier die Opferaunrolle

Alexandra: übernommen und die André unterstützt aber auch im Verband als Schriftführerin.

Willy: Danke.

Bianca: Wie war denn dein Weg und wie bist du aufgewachsen, dass du dort hingekommen bist, wo du heute bist?

Alexandra: Gute Frage. Also ich glaube ich war immer schon auch durch mein Elternhaus relativ sozial geprägt,

Alexandra: und wollte eigentlich immer Gutes tun, so ein bisschen so das Helfersyndrom und hab eigentlich nach der Matura für mich eigentlich entschieden, ich möchte eher in Richtung,

Alexandra: Pharmazie, weil da kann ich auch was Gutes tun und Medikamente haben mich immer interessiert,

Alexandra: und bin dann nach dem Studium in den pharmazeutischen Bereich, Pharmabiotechindustrie und hab dort,

Alexandra: aber auch relativ viel mit unterschiedlichen Menschen zu tun gehabt, auch mit Selbsthilfegruppen mit Z-Tron, das hat mir immer sehr getaugt, also so im Marketing, Business Development.

Alexandra: Und irgendwann bin ich dann in den Bereich Sozialunternehmertum eigentlich ein

Alexandra: bisschen durch Zufall in der Schokowelt gekommen und von dort auch eigentlich

Alexandra: schon ehrenamtlich zur Wiener Tafel. Das war irgendwie dann doch eine fließende

Alexandra: Entwicklung und ja eigentlich seit ich dabei bin, fühle ich mich gut angekommen.

Alexandra: Also ich glaube, das war aber auch die andere Entwicklung wichtig und ich

Alexandra: möchte es nicht missen, aber heute muss ich sagen, ja macht mir Spaß. Ich habe,

Alexandra: Ich hab zwar immer gehofft, vom Vorprofit in den Not-Vorprofit-Bereich, es wird irgendwie ein bisschen ruhiger werden, aber das ist leider nicht.

Willy: Was war denn dieser Zufall, der dich dann auf deinen neuen Lebensbahn geworfen hat, auf deine berufliche?

Alexandra: Naja, im Prinzip ist auch unsere heutige ProPono-Werbeagentur in der Wiener Tafelschule der Andi Gabler,

Alexandra: Gabler, weil ich vor über zehn Jahren eh um die Jahreszeit saß ich, ich glaube damals

Alexandra: in irgendeinem Café und bin über die Suppe mit Sinn gestolpert und dann war das aber,

Alexandra: eine coole Anzeige, ah und ja wie na darf ich, muss ich mich mal erkundigen und ich hatte schon im Hinterkopf, ich möchte mal wo ehrenamtlich mitarbeiten und so hat dann eins das andere ergeben.

Alexandra: Es war eigentlich so das Optische, wo ich mir dachte, ah das Plakat hat mich total angesprochen

Alexandra: und das habe ich dann immer wieder auch von anderen Kollegen gehört und ja so bin ich,

Alexandra: ein bisschen durch Zufall zu Wiener Tafel und ich weiß noch, wie ich das erste Mal dort war,

Alexandra: habe ich dann gleich eine Studienkollegin dort getroffen und der Ehrenamtskoordinator,

Alexandra: damals der Michael, der war überhaupt so, ja schön, dass du da bist und so total überschwenklich und,

Alexandra: super freundlich, also ansteckend freundlich, dass ich dann gesagt habe, na irgendwie ist das anders da. Das sollte ich mir mal ein bisschen genauer anschauen, das sollte ich ja mal ein

Alexandra: ein bisschen eintauchen in die Welt. Ein bisschen eintauchen, ja.

Andrea: Sagen Sie mir ein paar Dinge, die ihr gerne sehen wollt!

Alexandra: Untergetaucht.

Andrea: Einen neuen Vortrag machen würden?

Bianca: Wir haben jetzt schon ein bisschen gehört, du bist gekommen und hast gesagt, du warst auch schon im Tierheim heute und du hast Multifunktinnen und die Andree hat gemeint,

Bianca: ich weiß nicht, wie es sich immer ausgeht für die Alex, wie geht es sich so aus?

Alexandra: Mich ausgerichtet. Mein zweites Herzensthema waren immer die Tiere. Ich wollte als Kind eigentlich.

Willy: Hm, na, es war nicht so schlimm, mittel schlimm.

Andrea: Ich würde gerne fragen, was Sie meinen, was Sie machen würden?

Alexandra: Auch schon am Bauernhof leben und ganz viel mit Tieren und das ging aber damals nicht, weil mein

Alexandra: Vater diverse Allergien hatte. Ja und so habe ich mich irgendwie von den kleinen Tieren immer weiter,

Alexandra: in Richtung größere Tiere entwickelt und ja dann bin ich beim Hund hängen geblieben und deswegen

Alexandra: im Moment, weil mein Hund verstorben ist, schaue ich ein bisschen, dass ich Hundepartin bin im Tierschutzhaus und das tut auch gut der Seele und ist auch ein bisschen ein Ausgleich. Also neben der anderen Tafelthematik, für die ich immer noch,

Alexandra: brenne, ist auch die Tierwelt immer schon für mich ein super Ausgleich gewesen.

Alexandra: Auch spaziergängigen in der Natur und so und das taugt mir einfach. Ja vielleicht wird es auch mal wieder ein eigener Hund, aber im Moment habe ich auch das Gefühl, man kann ein bisschen was helfen und das macht auch Spaß, weil ja auch die Hunde relativ rasch ein Vertrauen aufbauen.

Willy: Vermisst du die Welt des Corporates? Die Welt des Gewinns und der Effizienz?

Alexandra: Eigentlich nicht, aber als Darfin, wir arbeiten natürlich zusammen.

Alexandra: Gerade im Bereich der Warnspender haben wir natürlich viele mit vielen Unternehmen zu,

Alexandra: tun oder auch mit Unternehmen, die ehrenamtlich mitarbeiten oder die sagen, sie geben uns eine Geldspende. Und natürlich versuchen wir da auch immer auch im Sinne der Lebensmittelabfallvermeidung,

Alexandra: so die Bewusstseinsbildung. Jetzt war ich die Woche zum Beispiel auch dann auf einem super Vortrag, da ist zum Beispiel,

Alexandra: die Weltbank unterstützt uns als Wiener Tafel und da merkt man richtig, also in dem Kreis,

Alexandra: die Weltbank, ja, also die österreichische Niederlassung und da merkt man richtig das Interesse.

Alexandra: Also wenn man da über Lebensmittelabfallvermeidung und Armut redet, so viele interessante Fragen, dann haben wir noch einen Sensorik-Labor-Workshop gemacht, das eigentlich für Kinder und Jugendliche ist

Alexandra: und da haben dann die Erwachsenen so gerne mitgemacht und alle waren ganz komplett begeistert, ja.

Alexandra: Und das macht dann auch Spaß, weil das würde man jetzt gar nicht erwarten und nicht jeder Vortrag ist so.

Alexandra: Aber da hat man dann echt auch das Gefühl, da springt der Funke über und da hat man vielleicht jetzt nicht,

Alexandra: jetzt wollen wir nicht übertreiben, dass jetzt vielleicht sich jeder denkt, er setzt zukünftig seine Sinne ein, wenn er Lebensmittel testet.

Alexandra: Das vielleicht nicht, aber er wird vielleicht immer an das Workshop denken,

Alexandra: und da habe ich doch was gehört über guten, bösen Schimmel, über MHD etc.

Alexandra: Also dahingehend ist das einfach auch oft für mich eine Überraschung und macht dann auch Spaß, solche Begegnungen zu haben und da ein bisschen vielleicht im Sinne der,

Alexandra: letztendlich auch im Sinne des Klimaschutzes Dinge voranzutreiben.

Willy: Hat es, wenn wir immer in der Vergangenheit ein bisschen herumbohren, auch, gab es da mal prägende

Willy: Erlebnisse in deiner Vergangenheit, wo du sagst, das hat mich damals schon so ein bisschen in diese

Willy: Richtung getrieben oder Menschen, die sich ganz stark geprägt haben, wo du sagst, okay, das hat,

Willy: doch Auswirkungen gehabt auf das, was ich heute tue.

Alexandra: Es war lustig in der Schulzeit. Wir hatten ein Sozialprojekt damals auch schon, was ich jetzt gar nicht...

Alexandra: Ich bin ja mittlerweile über 50, das war ja doch über 35 Jahre her, wo wir begonnen haben, einen Menschen, der Multiplus sclerose hatte, von der Klasse zu betreuen.

Alexandra: Wir sind immer wieder hingegangen und haben ihn besucht und ein bisschen mit ihm getrautscht und mit ihm eine Jause gemacht oder ihm ein bisschen im Haushalt geholfen.

Alexandra: Und das war witzig, weil das war eigentlich für ein Jahr gedacht und dann sind eine Kollegin, eine Schulkollegin und ich hängen geblieben. Also alle anderen haben dann wieder irgendwie, ja das war halt ein Jahr und wir fanden es irgendwie total,

Alexandra: nett und haben auch gesehen, es gibt den Herrn, das war der Herr Franz für uns was und da sind wir noch eigentlich durch die ganze Studienzeit, bis er dann leider verstorben ist und er war wirklich arm, weil damals waren auch die Medikamente ja noch gar nicht dort wo sie heute sind und das war wirklich engendig arg, also,

Alexandra: mit Rollstuhl und allem. Aber irgendwann war man ans Bett gefesselt. Aber trotzdem das Kühl gehabt, ja auch da. Ja, es gibt ihm was und uns hat es natürlich,

Alexandra: es gibt natürlich auch uns was. Wir hatten dann auch ein gutes Gefühl.

Alexandra: Wir haben uns gesagt, ja da gemeinsam haben wir einfach eine gute Zeit gehabt und wenn es auch nur Stunden waren. Und das war lustig, weil man irgendwie da zwei,

Alexandra: Kollegen im Rückblick kennt, ja warum gerade wir zwei. Also so war es. Und hat sich für mich gut angefühlt, aber ich habe auch nie hinterfragt, warum

Alexandra: andere dann nicht mehr mitgemacht haben, aber für uns war das irgendwie,

Alexandra: selbstverständlich, wir führen das weiter, weil warum wir jetzt eigentlich aufhören, nur weil die Schule sagt, für sie ist das Projekt beendet.

Willy: Du hast sehr geprägend gewesen, wenn du selber sagst, dass damals einem die Medikamente ein bisschen gefällt, dann kam die Pharma-Branche, lange Jahre.

Alexandra: Ja, ja, ja, ja, ja, genau, genau, ja, ja, ja, ja, ja.

Willy: Und danach kamen die Menschen für viele Jahre und noch viele Jahre vor dir wahrscheinlich.

Alexandra: Schauen wir mal.

Willy: Andrea.

Willy: Wie war denn das bei dir? Wie bist denn du quasi die kleine Andrea? Wie ist die kleine

Willy: ein Dreh zu der großen Dreh geworden und was ist da alles passiert.

Andrea: Ich glaube bei mir war auf alle Fälle sehr prägend. Meine Oma, ich bin bei meiner Großmutter aufgewachsen, die hat mich mit drei Jahren zu ihr genommen.

Andrea: Weil meine Eltern halt sehr viel gearbeitet haben, die waren selbstständig und dann bin ich bei meiner Oma aufgewachsen und meine Oma war wahnsinnig gerecht ein Mensch.

Andrea: Also die hat auch eine Meinung gehabt und dann hat die auch oft jemanden gegeigt.

Andrea: Also die hat auch nicht geschaut damals den Bundespräsidenten anzurufen, weil sie wollte, dass, ich weiß nicht, ihr Enkelkind irgendwo in irgendeinen Job reinkommt.

Andrea: Also die war so eine resolute Frau, wahnsinnig gerecht. Das hat mich sehr geprägt, dass man teilt, das war für sie selbstverständlich.

Andrea: Dass man Geld nicht hartet, das kann man eh nicht mitnehmen.

Andrea: Das ist das Beste verteilen, das hat mir den meisten Sinn.

Andrea: Das hat mich schon sehr geprägt. bin ich quasi so halb am Bahnhof aufgewachsen, weil meine Eltern haben

Andrea: eine Trafik und eine Buchhandlung oben am Bahnsteig gehabt, am 1. und am 2. am Bahnsteig in St.Wolten. Und da habe ich eben auch mitgearbeitet und habe,

Andrea: halt auch viele Sachen gesehen, also viele Leute, die arm sind, die zu uns kommen

Andrea: und die Chick schnoren. Und meine Mutter hat halt immer die Zigaretten einzeln hergeben und ich,

Andrea: mich dann immer gefreut, wenn ich das ganze Bagel hinschieben habe, wenn meine Mama nicht dabei war.

Alexandra: Ahahahaha!

Andrea: Ja, und das war eben auch so ein Umfeld, wo ganz viele verschiedene Menschen zusammenkommen und

Andrea: es macht mir überhaupt Spaß. Ich habe Interesse quasi an Menschen und so war meine Oma, die hat,

Andrea: sehr viel Interesse gehabt und Neugierde.

Willy: War die Oma ein Vorbild oder hat die Oma da hingetrillt?

Andrea: Nein, nein, nein, gar nicht. Nein, nein, nein, meine Oma hat mich alles machen lassen. Meine Oma hat auch immer zu meinen Eltern gesagt, lass das machen, ist ja wurscht.

Willy: Hat sie gesagt, du musst oder hat sie sich da verklebt?

Andrea: Und wenn die Polizei kommt, weil sie tut den Zelt und jetzt der Wild, dann ist es auch eine

Andrea: Erfahrung, die sie machen muss. Meine Oma war sehr offene Frau. Ich kann mich nicht

Andrea: dass ich mir irgendwas verboten hätte, jetzt so wirklich. Ich hab immer gesagt, ja probier's aus, die Sachen.

Willy: Wann hast du das erste Mal mit dem Bundespräsidenten angriffen?

Andrea: Für den Bundespräsidenten hab ich, glaub ich, das noch nie. Oh ja, ich hab ihn von der BEL noch mal geschrieben, aber der hat mir noch zurückgeschrieben.

Willy: Noch nicht.

Bianca: Siehst du also hier mit, Herr Präsident? Ja. Es war er.

Andrea: Der hat sich doch eine Zeit lang in der Pandemie so viel eingesetzt und ich habe mir gedacht.

Willy: Es kommt demnächst ein Anruf. Einladen zu Überraschung.

Andrea: Er könnte sich auch gerne für die Tafeln machen. Und er ist ja in Betriebe gefahren und hat Klassen überrascht, online oder so.

Andrea: Man denkt uns der war gern überrascht.

Bianca: Ich bin gespannt, ich hoffe wir kriegen ein Video von euch, wenn er kommt.

Willy: Ich bin schon sehr gespannt. Und wie ist es dann weitergegangen? Du bist dann quasi bei deiner Oma groß geworden, halb am Bauernhof, halb bei der Oma. Dann hast du nicht direkt bei den Darfeln angefangen bzw. überhaupt gegründet.

Willy: Der Gründerin. Was hat dich denn dann bewogen, diesen Schritt zu gehen?

Andrea: Ja, also viele Sachen zum einen, wie der Bianca ja schon gesagt hat, war es natürlich eine Freundin, die gekommen ist, damals 2007, die mich gefragt hat, ob ich das Tafelkonzept kenne.

Andrea: Genau. Aber soll ich das jetzt nochmal alles sagen, weil er weiss ja das eh.

Willy: Naja, schon, schon. Das ist der Podcast, das ich jetzt... Wie dann so was, wenn wir es noch nicht gehört haben.

Andrea: Okay, gut.

Andrea: Genau. Also es war so, es war im Winter 2007, ist eine Freundin zu mir gekommen und hat so... Eigentlich ist sie zum Arbeitstag zu einem Freund gekommen, ja. So hat sie eigentlich angefangen und der hat gesagt, pff, nein, das ist mir zu viel Arbeit, geht zu einem Dreher.

Bianca: Vielen Dank für's Zuhören!

Andrea: Wirklich.

Alexandra: Hahaha!

Andrea: Robert, seit dem Arbeiter seit 15 Jahren macht alles und will es eigentlich seit 15 Jahren

Andrea: konsequent nicht.

Alexandra: ...

Andrea: Ja, ich wollte es noch abwenden, genau.

Willy: Hallo Robert, du machst irgendwas.

Andrea: Ja und dann ist die Lise zu mir gekommen und hat mir das eben gezeigt und hat gesagt,

Andrea: da gibt es ein Konzept in Deutschland, bei uns gibt es die Wiener Tafel und aber so war es irgendwie, es war am Anfang halt sehr klar, wenn wir darüber

Andrea: nachgedacht haben, dass das Burgenland nicht jetzt so strukturiert ist, dass

Andrea: man an Organisationen, zu viele Organisationen haben wird. Also haben wir halt gleich am Anfang gedacht, okay am Privathaushalt abgeben, aber da hat es,

Andrea: nichts gegeben in die Richtung zu dem Zeitpunkt und dann haben wir sich die,

Andrea: deutschen Tafeln angeschaut. Ich bin ins Internet gegangen und wow, was für ein geniales Konzept,

Andrea: weil ich mich einfach immer schon geärgert habe. Naja, wenn du vier Kinder allein großziehst und

Andrea: immer schauen musst und oft entscheiden musst, zahle ich mehr Stromrechnung oder stelle ich den

Andrea: Kindern morgen noch Essen am Tisch, dann entscheidest du natürlich als Mutter fürs Essen. Genau.

Willy: Kleinerste Teil am Rande, vier Kinder alleine, großgezogen.

Andrea: Genau, genau. Die waren alle sehr klein noch, also ich bin ins Burgenladen mit meinen Kindern

Andrea: sagen dann sind glaube ich zwei Jahre, drei Jahre, zwei Jahre, drei Jahre, fünf und sechs Jahre.

Andrea: So genau, also vier kleine Kinder und und halt permanent sehr wenig Geld. Und du musst dich halt

Andrea: dann wirklich dauernd entscheiden und zweimal war die Entscheidung eben so, ich muss natürlich für

Andrea: meine Kinder Essen kaufen, also muss ich meinen Strom abdrehen lassen. Und ich habe dann wirklich

Andrea: über lange Strecken keinen Strom gehabt. Und das ist echt nicht leibernd.

Andrea: Du kriegst dann einen Stromzähler draußen am Haus montiert und musst halt in den Garten gehen und in 20 Cent Schritten den Strom aufladen, der um 25 Prozent jetzt noch

Andrea: mehr kostet, weil du das ja abzahlen musst. Ja genau, dieser Zähler hängt draußen.

Willy: Mit mit Münzeinwurf dass draußen am haus also.

Andrea: Haus und da wirfst rein. Im Garten draußen, hängt es am Haus.

Andrea: Genau. Hast kein Geld, hast keinen Strom. Genau. Und das war kurz bevor ich mit der Tafel

Andrea: angefangen habe. Ganz kurz davor, weil da hat der Dieresals Deutsch, ich war damals

Andrea: Ich habe noch ein Interview gemacht für einen Film für ATV, eben auch über Armut.

Alexandra: ...

Andrea: Das war ganz kurz vorher, 2007 oder was?

Andrea: Nein, nein, 2008 war es nicht mehr. Aber 2007 wird es gewesen sein. Genau, das letzte Mal.

Willy: Und da hast du dann die Energie gehabt, Mutter von vier, leinen ziehend, in einer prekären Situation, eh schon irgendwo gut ausgelastet, würde ich mal meinen.

Willy: Ich kann das nur ansatzweise nachvollziehen, dass du dachtest, ich tu was oder...

Andrea: Genau, genau. Bevor ich wieder in so destruktive Muster verfolge, dass ich irgendwo auf der Landesregierung einen Tisch habe, in meiner Wut und meiner Verzweiflung, ist es besser,

Andrea: Daffel zu gründen. Ich war schon sehr wütend. Es ist wirklich viel passiert. Ich wollte,

Andrea: meinen Führerschein wegnehmen. Da ist extrem viel passiert nach dem Tod meiner Kinder.

Andrea: Meine Kinder sind 2004 gestorben. Meine beiden Mädchen, die Sandra und die Julia, waren im Otto-Unfall. Und dann ist es wirklich heftig geworden. Die Jahre bis zur Tafelgründung

Andrea: von 2004 bis 2007 waren einfach permanenter Überlebenskampf. Also psychisch. Es war wirklich,

Andrea: Org, da flattert plötzlich ein Schreiben einer, mit der wird der Führerschein weggenommen,

Andrea: da kriegst du so Führerscheinentzugsverfahren. Statt dass man halt geholfen hätte damals,

Andrea: ist irgendwie eins nach dem anderen. Ich hab damals ja von meiner Tochter, die war schon Mama und die Säle war zweieinhalb Jahre alt, das heißt, da war ein kleines Kind da, man

Andrea: muss die Wohnung heizen, dann wird da der Strom abgedreht und du gehst zum Sozialamt und das

Andrea: Hüfternehmt. Im Gegenteil, du wirst einfach immer nur runterdrückt. Ich war sehr zornig.

Willy: Und du wirst traurig und zornig.

Andrea: Ich war wahnsinnig zornig, ich habe Tische abgeräumt und Leute rausgeholt aus ihrem Zimmer.

Andrea: So. Wirklich. Mir ist oft mit der Polizei gedroht worden und ja, das bringt dir einfach an deine,

Andrea: Grenzen. Das ist einfach total ungerecht. Du denkst da nicht, dass wenn deine,

Andrea: Kinder sterben, dass dann plötzlich du zum Abschuss freigegeben wirst,

Andrea: irgendwie sozial gesehen. Also egal wo du hinkommst, da sitzt irgendwie meistens

Andrea: Menschen gegenüber, die von oben herab über die urteilen. Da sitzt eine,

Andrea: Entschuldigung, einer belzbemantelten, goldberinkten Tante gegenüber von

Andrea: irgendeinen Katastrophenfonds, der da nicht einmal in die Augen schaut und irgendwas ausfüllt und sagt,

Andrea: genau, die Rechnung kann ich nicht übernehmen für das Auto und so. Was glauben Sie denn, wie lange

Andrea: wird denn das noch dauern, bis sie wieder in einem normalen Zustand sind? Das hat sich nicht der,

Andrea: Werbe, du hast gerade deine Kinder verloren. Was willst du mir zu der sagen? Du bestellst einfach auf,

Andrea: Ich bin ja auch ein Gast.

Andrea: Ich versuche schon ein bisschen diplomatischer zu sein.

Willy: Und wie hast du das dann geschafft?

Willy: Du siehst es heute hier. Du hast einiges aufgebaut. Streitbar bist du nach wie vor. Kann ich mir vorstellen.

Willy: Ja.

Willy: Du wirkst so aus dieser unglaublich dramatischen und tragischen Situation.

Willy: Gut hätte dich herausgezogen.

Willy: Von sich selber oder wie?

Andrea: Du hast ja in jeder Situation immer zwei Möglichkeiten. Du stehst ja nie vor einer traurigen, schlimmen, bösen.

Andrea: Du hast immer zwei Möglichkeiten. Ich hab vor, als ich sehr jung war, ein Buch gelesen von der Sian Lidloff auf der Suche

Andrea: nach dem verlorenen Glück.

Andrea: Da war ich wirklich sehr jung.

Andrea: Ich glaube, ich habe gerade den Maisandra gekriegt, mit 20, 19 oder so.

Andrea: Die beschreibt es sehr schön und das habe ich mir für mein ganzes Leben eigentlich, ist es für mich so das Haltmein, das in jeder schlimmen Situation.

Andrea: Die hat zum Beispiel erzählt, wie sie mit einem Team, mit einem europäischen Team aus Engländern, Deutschen oder so ist sie im Amazonasgebiet und die müssen mit den Eingeborenen,

Andrea: dort schwere Baumstäme über den Berg schaffen. Und sie ist immer wieder rausgegangen aus der Szene und hat das von draußen beobachtet

Andrea: und fotografiert und hat dann die Entdeckung gemacht, während die Leute, die das dort,

Andrea: machen, sich immer gegenseitig geholfen haben und gelacht haben und gescherzt haben.

Andrea: Manchmal haben sie die sogar einen Arm oder einen Fuß gebrochen, aber die haben, das

Andrea: waren riesige Baumstämme, sie haben sie eingewascht, sie haben sie rausgeholt, also da Knochenbrüche gegeben.

Andrea: Und dann, während die einen sich einfach immer aufgebaut haben und motiviert haben und ihre Energie behalten konnten,

Andrea: hat das europäische Team ihre Leute einfach geschimpft und gegräert und geschrien und haben die Energie immer mehr verloren.

Andrea: Und so hat sich einfach festgestellt, dass du in der genau gleichen Situation einfach immer zwei Möglichkeiten hast.

Andrea: Kannst hadern mit deinem Schicksal und grantig sein und schimpfen oder du kannst einfach das Beste,

Andrea: draus machen und eben in dem Setting in Gemeinschaft miteinander sein und auch gerade dabei haben.

Andrea: Und das ist was, was ich mir auch für mein Leben irgendwie mitgenommen habe, diese Geschichte. Also

Andrea: auch wie meine Kinder gestorben sind. Klar sitzt du in dem selben Moment da und sagst irgendwas

Andrea: gutes wird sicher haben, in dem Moment. Aber du bist trotzdem in diesem Gefühl, in diesem Urvertrauen,

Andrea: Und so haben auch meine Kinder und ich immer gelebt, auch wenn wir keinen Strom gehabt haben oder.

Andrea: Sonst haben wir sehr eng geworden. Es ist dieses Urvertrauen nicht zu verlieren und auch einfach zum,

Andrea: Sägen. Okay, wir sind jetzt mehr zusammen, wir stehen früher auf, wir gehen früher schlafen,

Andrea: wir machen viel Musik miteinander, wir spielen, wir gehen aufs Feld und holen dann nach Ernten, holen die Kartoffeln oder von den Bäumen. Also wir haben, das war sehr schön, auch wenn es uns

Andrea: in Strom oder Haut haben. Das waren auch sehr schöne Momente dabei. Wir waren sehr innig und

Andrea: es waren so viele Erfolgserlebnisse, wenn du plötzlich heimkommst und jeder hat einen riesen Korb an nachgeernteten Kartoffeln und Birnen und alles mögliche.

Andrea: Und es ist sehr schön hier.

Bianca: Wie schafft man sich diese Einstellung überhaupt dahin zu kommen und das zu erhalten in so schwierigen Situationen?

Andrea: Da hinkommen bin ich, weil ich gesehen habe, weil ich es richtig finde, weil ich einfach

Andrea: glaubt und die Erfahrung gemacht habe. Auch durch meine Oma schaue ich immer.

Andrea: Da sehe ich immer das Gute. Da sehe ich immer die gute Seite der Medaille.

Andrea: Ich schaue nicht zu viel auf die schlechte hin.

Andrea: Sondern fokussiere ich auf das, was ist jetzt gut an der Situation.

Andrea: Was könnte gut sein? Da gibt es ja so viele Sachen. Du musst die Sachen oft nur zu Ende denken. Und manchmal weiß man halt erst nachher.

Andrea: Manchmal erfahrt man es erst ein paar Jahre später, wie war es. Und selbst der Tod meiner Kinder ist es so, dass ich nie mit meinen Söhnen so eng zusammengewachsen wäre. Es hätte Tafel nicht gegeben.

Andrea: Also die Tafel ist sicher dadurch entstanden. Es sind ganz viele, viele Sachen passiert und man hat Erfahrungen gemacht.

Andrea: Die dann dazu führen, dass man jetzt da ist, wo man ist.

Willy: Und dann kam es 2007 langsam zu Tafelgründen.

Willy: Und da hast du dann schon ein bisschen nach Wien gelugt oder was es da schon gab oder?

Andrea: Natürlich habe ich mich damals auch sofort mit der Wienertafel in Verbindung gesetzt.

Andrea: Und ich glaube es war die Michaela.

Alexandra: Mhm.

Andrea: Die Opfer, da habe ich mich mit ihr zusammengesetzt und haben wir angeschaut, wie das Konzept der Wiener Tafel ist und ob wir irgendwie mehr miteinander arbeiten könnten.

Andrea: Ich habe auch mit Martin Heiderer geredet damals. Genau, also es hat auf alle Fälle Kontakt gegeben, aber natürlich noch die Zusammenarbeit, die wir jetzt haben, die hat sich im Laufe der Jahre sehr gefestigt, auch durch den Verband.

Andrea: Der Verband ist sicher aus der Bindeglied zwischen uns tafeln.

Willy: Alex, sag einmal, weil es verbannt, weil es sich drauf reimt, erzähl ein bisschen, wie,

Willy: alles entstand. Es war ja nicht das erste Verband, glaube ich, der kam ja dann erst nachher, oder?

Alexandra: Genau, viel später, viel später.

Willy: So ein Dach oder so. Ich hab zuerst einmal Mauern gebaut und dann irgendwann einmal ein Dach drüber.

Willy: Wie ist denn das Ganze? Wir haben ja mal einen Podcast gemacht mit dem Herrn Steiner von den Sommermärkten.

Willy: Genau. Und ihr habt scheinbar eines gemeinsam. Nicht vieles, aber eines, wenn es ein ganz besonderes Datum ist.

Alexandra: Ah, cool, ja.

Alexandra: Ja, 9.9.1999, das merkt man sich wirklich.

Alexandra: Ja, das ist super.

Willy: Was geschah da aus eurer Perspektive?

Alexandra: Und da war der Gründungsstart für die Wiener Tafel und für den Sozialmarkt für die SOMAS. Als Wiener Tafel, das war ja auch lang vor meiner Zeit, aber das war ja auch legendär,

Alexandra: weil drei Studenten damals der Sozialakademie, unter anderem Martin Heiderer, der ja eigentlich,

Alexandra: immer noch an Bord ist und bis vor kurzem im Vorstand war, die sind ja damals zur Hamburger,

Alexandra: und wollten sich das anschauen und dann hat die Vereinsgründerin gesagt, also wenn ihr das schafft, in Wien eine Tafel zu gründen, dann komme ich mit dem

Alexandra: Fahrrad von Hamburg nach Wien und die war damals schon 70 oder so, legendär.

Willy: Hört's euch nicht zu, Draudschreiber?

Alexandra: Sie war skeptisch und dann hat sie irgendwann die Postkarte bekommen, sie dürfen kommen,

Alexandra: wir haben die wieder gegründet nach dem 9.9. und sie ist dann gekommen allerdings mit dem Flieger und hat auch noch die Geschehen, das Geschehen,

Alexandra: auch noch so circa zehn Jahre beobachtet, ist dann aber leider auch verstorben. Aber ja, so hat das,

Alexandra: damals begonnen und im Tafel-Kontext auch international ist ja auch die Wiener Tafel eine junge Tafel und auch die SOMA's, weil da gab es schon, ich würde sagen fünf bis zehn Jahre, schon Tafeln

Alexandra: in Europa und noch einmal zehn, fünfzehn Jahre länger Tafeln aus Amerika kommend. Genau, genau.

Willy: Das Konzept kam aus Amerika.

Alexandra: Genau, genau. Das Foodbanking Concept kommt genau, genau. Und das ist ja auch eine ganz nette Geschichte.

Willy: Okay. Food banking. Scheiße.

Alexandra: Weil die erste Tafel entstand in Arizona und damals hat halt auch eine Frau zu so einem Suppenküchenleiter gesagt,

Alexandra: es sollte halt so was geben, weil die hat halt auch die Reste, also Abfälle von Supermärkten, für sich selber gesammelt.

Alexandra: Also damals schon, was man heute als Mülltaucher bezeichnet war, damals in den 60er Jahren in Amerika gab es das auch schon.

Alexandra: Und die Dame hat dann dem Suppenküchenleiter gesagt, naja, es müsste eigentlich sowas geben,

Alexandra: wie wenn man Geld zur Bank trägt, sollte sowas geben, wo diese noch guten Lebensmittel,

Alexandra: auch irgendwo gelagert werden. Und daraus entstand der Darm Foodbank, weil das ja irgendwie auch ganz komisch ist, warum,

Alexandra: Bank, ja, Lebensmittelbank, man hört es auch im Deutschen, aber ist natürlich, Tafelfilter,

Alexandra: besserer Ausdruck, aber so entstand eigentlich dieses Foodbanking-Konzept und hat dann von

Alexandra: Amerika über Kanada, kam dann 10, 20 Jahre später nach Europa, vor allem in Richtung,

Alexandra: zuerst die ersten Tafeln waren in Frankreich, Belgien, Italien und dann noch einmal fünf bis zehn Jahre später erst nach Österreich und da gab es natürlich auch die deutschen Tafeln schon

Alexandra: und auch den Tafelverband in Deutschland und in Österreich sage ich immer, wir rollen das Feld so von hinten auf und das ist jetzt gar nicht böse gemeint, aber es hat halt irgendwie gar keine.

Alexandra: Kapazitäten gegeben, einen Tafelverband aufzubauen, weil jeder eh so beschäftigt war mit sich und dem Aufbau seiner eigenen Tafel und auch das war ja vor meiner Zeit, aber du kannst es besser,

Alexandra: beurteilen, weil du warst ja auch Gründungsmitglied genauso wie Flachgauertafel und Wienertafel und,

Alexandra: irgendwann haben sich halt die drei Tafeln auch zusammen getan und haben gesagt, wir bräuchten,

Alexandra: eigentlich auch so was wie den Tafelverband auch in Österreich und das waren eigentlich die,

Alexandra: Gründungsmitglieder und das ist jetzt mittlerweile auch acht Jahre her.

Alexandra: Genau und in zwei Jahren sind es auch schon wieder dann zehn Jahre Jubiläum und mittlerweile haben wir auch gut zehn Tafeln an Bord, große, kleine. Zehn Tafeln.

Willy: 10, 10 darf nicht...

Alexandra: Gehen ja sogar 120 und rund 60.000 Menschen, die die Tafeln insgesamt in.

Andrea: Mit 114 Ausgabe stellen. 120.

Alexandra: Österreich versorgen.

Bianca: Wahnsinn.

Bianca: Aber sag, Andrea, warum glaubst du, hat die Dame aus Hamburg nicht daran geglaubt, dass,

Bianca: dass in Wien, in Österreich funktioniert, dieses Konzept.

Andrea: Das kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten. Die Frage ist, was ist denn...

Alexandra: Ich glaube, es war damals wie heute auch schon, und das ist auch das Thema Finanzierung, nehme ich an,

Alexandra: weil ich weiß, zum Beispiel in der Wiener Tafel, die haben sich irrsinnig gefreut,

Alexandra: dass sie dann nach so einem Help TV Beitrag damals 5000 Schilling bekommen haben.

Alexandra: Das war damals Schilling 5000 und das war ein Wahnsinnsgeld und eine Wahnsinnsfreude.

Alexandra: Und vorher aber alles auch ehrenamtlich und eh die, so der Klassiker am Abend,

Alexandra: Leute, das Telefon, Franz Grün, oder wer auch immer in der Badewanne und nimmt halt den Adroph irgendeinem Anspende entgegen. Es war ja wirklich, so brauche ich euch nichts sagen, es ist ja auch noch nicht so.

Alexandra: Gibt es ja auch erst ein paar Jahre und da ist natürlich im Start-up Bereich alles möglich, aber das muss ja wirklich alles mit Privatautos, alles ehrenamtlich.

Willy: Rennsämele heißt das bei uns, steht vor der Tür. Danke Mama von der Bianca. Aber was war denn in dieser Zeit 99 Tafeln in Wien? Wann sind die nächsten zwei kommen?

Alexandra: Na, Jahre später eigentlich. Also wir waren doch fast zehn Jahre allein. Also ich war.

Willy: Flach geht zur gleichen zeit ähnlich.

Alexandra: Dann die nächsten, Eschon und die Flachgauer.

Alexandra: Okay, genau, Oberösterreichische Tafel.

Willy: Der Erwin ist die Wälzertafel.

Andrea: Die Oberösterreichische Tafel, der hat glaube ich einen Monat oder ganz knapp nach uns. Und dann die Flachgauer.

Alexandra: Die haben vor kurzem auch 15 Jahre gefeiert.

Alexandra: Wie lang?

Andrea: Na, die Flachchor.

Willy: Was war denn in den 90ern das Thema, dass es sich nach und nach hinter den Tafeln entstanden hat?

Willy: Offensichtlich war da ein Gap, aber Großstadt hat gewisse Themen schon vielleicht ein bisschen früher.

Willy: Was war denn da der Auslöser? Warum sind Tafeln? Weil die Sommers ja damals entstanden.

Willy: Was war in der Zeit los? Was war da der Zeitgeist, dass gerade da diese Tafeln entstanden sind?

Willy: In Österreich zumindest.

Alexandra: Ja, also zumindestens bei der Wiener Tafel war es sicher so, dass die Studenten der

Alexandra: Sozialakademie natürlich sehr stark mit dem Thema Armut in Berührung gekommen

Alexandra: sind und damals auch schon auch einige bei der Caritas gearbeitet haben und da,

Alexandra: einfach gesehen haben, da gibt es einen extremen Bedarf an Lebensmitteln. Und auf

Alexandra: der anderen Seite, dass man auch damals auch den Überfluss gesehen hat in den

Alexandra: Filialen von Supermarktketten etc., was alles übrig bleibt am Ende des Tages

Alexandra: oder Bäckereien und wo sie sich dann auch mal gesagt haben, ja fragen wir einfach einmal und dann waren aber auch da die Filialen, was sie wohl zu unsern Mist mitnehmen, also vollkommenes Unverständnis, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, aber wie sich das entwickelt hat,

Alexandra: ja weil damals war das ja eigentlich auch in Österreich vollkommen neues Konzept und auch dieser Brückenschlag eben zwischen Überfluss und Bedarf.

Alexandra: Ja, ja.

Willy: Aber 95 hat sich auch schon Überflüsse gegeben, wenn Lebensmittel weggeschmissen worden sind, oder 90 oder 85 oder so.

Willy: Ist das da eklatant geworden, oder ist da das Sozak erst gegründet worden?

Willy: Ich hab gesagt, du hast was weiter.

Alexandra: Also ich glaube schon, dass es stark getrieben war in Österreich, weil sich die drei Studenten,

Alexandra: das Thema zu Herzen genommen haben und gesagt haben, da wollen wir was bewegen. Und so ist es ja manchmal, da kommt ein Stein ins Rollen, wo man sich denkt, der hätte schon,

Alexandra: früher ins Rollen. Aber es war auch damals noch nicht die Zeit reif. Also wenn ich das jetzt so ein bisschen nachdenke, die haben ja wirklich,

Alexandra: Pionierarbeit geleistet, weil die wurden ja nicht ernst genommen.

Alexandra: Ja, das muss man sich ja heute rennen. Mal allen waren Spender in die Türe ein und da gibt es ja keinen, der sagt, das macht keinen Sinn.

Alexandra: Aber damals gab es weder ein Wissen über Tafelarbeit noch, ja, eben, dass man solche

Alexandra: Lebensmittel noch verwenden kann. Also wirklich, also Hut ab.

Alexandra: Im Nachhinein, weil das hat Jahre gedauert und hat auch Jahre gedauert, bis man sich

Alexandra: dann wirklich auch budgetmäßig ein kleines Lokal leisten konnte und da mal ein erstes

Alexandra: Lieferauto. Also das hat wirklich, also ich sage der Zeit voraus, vielleicht auch in Österreich,

Alexandra: hat das gedauert, bis das gefruchtet ist und die drei waren hartnäckig und dem ist wirklich,

Alexandra: ist viel zu verdanken, weil dann haben sich doch andere Tafeln auch anschauen können, dass das funktioniert.

Andrea: Uns allen, also das ist für uns alle. Hätte die Wiener Tafel nicht so viel gute Vorarbeit geleistet,

Andrea: hätten wir es viel schwerer gehabt im Burgenland, weil wo immer wir reinkommen und um wann gefragt haben,

Andrea: haben wir jemanden gesagt, die Wiener Tafel macht das so, kennen Sie das Tafelkonzept?

Andrea: Und dann, ah ja, Wiener Tafel. Und das war natürlich schon hilfreich,

Andrea: dass man schon einmal weiß.

Willy: Es hat schon einer quasi...

Andrea: Es gibt so Organisationen, die abholen könnte man doch auch im Burgenland machen, also haben eigentlich eh alle gut gefunden, aber ich kann mir vorstellen, wie schwer das gewesen sein muss für Martin und seine Kollegen. oder?

Alexandra: Und sie haben aber auch dann viele Preise über die Jahre bekommen.

Alexandra: Also das war dann schon wirklich gerätetig, weil das war so viel und auch hier natürlich so viel Ehrenamtsarbeit, weil die hatten natürlich auch ihre Vollzeitjobs bei der Caritas und,

Alexandra: haben das dann eben aufgebaut und doch zu wirklich einer beachtlichen Größe.

Alexandra: Mit den Gäsen.

Andrea: Ich kann mir ja vorstellen, Entschuldigen, dass ich da so kurz einwirfe, aber diese ganzen rechtlichen Geschichten, ja, du gibst jetzt als Konzern deine Lebensmittel ab, ja, und ich,

Andrea: Ich meine, wie wir reingekommen sind, da haben wir sich schon an was halten können. Da haben die schon nachfragen können.

Willy: Strukturen haben wir schon da gewesen.

Andrea: Da waren schon Strukturen da, genau. Aber das muss ja auch extrem schwierig gewesen sein, dass da Martin, der reingeht und der vom Lidl sagt, ja und wer hat jetzt die Hoffnung?

Andrea: Und wenn man... Ich meine sicher, ich hätte noch nicht gut, so wie es ist.

Alexandra: Wie stellt sich das vor?

Willy: Das Problem bis heute noch besteht wahrscheinlich.

Willy: Gucken wir dann eh noch drauf. Aber es gab damals einfach noch kein Bewusstsein wirklich für Lebensmittlaubfälle.

Bianca: War halt überfluss.

Alexandra: Ja, genau. Und Armut war ja damals auch schon ein großes Thema und das hat der Martin sicher aus erster Hand immer in den Caritas-Einrichtungen gesehen, was da einfach für Bedarf ist an Lebensmitteln.

Alexandra: Das war sicher der Trigger, wie kommen wir mal zu Lebensmitteln, weil wir damit Armutsbetroffene versorgen und dann der Blick über die Grenzen, was immer super,

Alexandra: ist. Also ich meine, ich brauche nichts Neues zu finden, wenn ich schon weiß, da funktioniert was super und auch das sehr gescheit, sich anzuschauen, wie funktionieren denn andere Tafeln. Und der Blick über den Tellerrand ist bis heute auch wertvoll,

Alexandra: weil auch heute jede Tafel ist in der Ausgestaltung anders und man kann von jeder Tafel immer was abschauen lernen oder halt nicht alles brauchen, weil für,

Alexandra: Die eine passt das für die andere, das besser, aber das ist wirklich so ein Pool an Wissen und an Erfahrung.

Alexandra: Das ist ein Schatz, ja.

Bianca: Wie werden denn die Entscheidungen getroffen, wo der Bedarf ist und wo jetzt eine neue Tafel entsteht zum Standort wie hier?

Alexandra: Ja, wie hast du dir das damals überlegt?

Alexandra: Weil für uns in Wien war es einfach. Das war klar, dass da ein Hotspot ist in der Großstadt.

Andrea: Bei uns war es jetzt einfach so, dass ich da mal gelebt habe und es neu liegend war.

Willy: Eisenstadt, oder?

Andrea: Dass man in Essenstadt einmal die erste Tafel aufmacht.

Andrea: Es ist auch noch die Landeshauptstadt, also neu liegender geht's nicht einmal.

Willy: So wie Wien, ein bisschen kleiner.

Andrea: Nur bisler man war.

Bianca: Biesel, Hauchel.

Bianca: Das heißt, es steht und fällt tatsächlich mit den Menschen, die die Tafeln gründen.

Willy: Wie kann man denn eine Tafel gründen? Kann das jeder?

Andrea: Ja, jeder der guten Willen hat und Menschen gern mag, würde ich mal sagen. Kann das auf alle Fälle machen, ja.

Willy: Was muss ich dafür tun?

Andrea: Klar. Am besten zum Verband gehen und den fragen.

Alexandra: Hahaha!

Willy: War das jetzt die Frage übergeleitet?

Willy: Aber wirklich, wenn da Leute sitzen, die überlegen, was brauche ich dafür?

Andrea: Ja, ja.

Andrea: Es ist ja eine unserer Aufgaben vom Verband, dass wir helfen, wenn es Anfragen aus den Bundesländern kommt und jetzt jemanden einen Tafel gründen will, dann würden wir natürlich

Andrea: sich nochmal zusammensetzen. Natürlich haben wir die Kooperationspartner und können da jetzt das weitergehen und sagen es gibt jetzt dort und dort einen Tafel. Also jeder der jetzt einen Tafel

Andrea: gründet hat sicher sehr sehr viel einfacher als wir es am Anfang gehabt haben. Und ja, dann muss man halt weiter schauen, Schritt für Schritt in die Sitzung einladen.

Bianca: Und sag, Andrea, was abseits von Sitzungen und dem organisatorischen, wo man sich denn an euch wenden kann,

Bianca: Was braucht es denn menschlich, um so etwas hier zu machen, wie du das machst?

Andrea: Was menschlich braucht. Ich glaube man muss Menschen mögen und ich glaube das

Andrea: wäre ganz hilfreich, wenn man Menschen mag und wenn man sie interessiert. Ja, es ist gar nicht so, weil oft ist es ja nicht so, dass jeder nur arbeitet, weil er Menschen so,

Andrea: gern mag. Manche sind dabei, weil sie einsam sind, manche sind dabei, weil sie auch eine gewisse Art von Bedürftigkeit haben und halt einen Vorteil daraus sehen. Es gibt ja verschiedene,

Andrea: Motivationen, also meine ist auch nicht nur, meine ist auch die beständige Therapie, es ist

Andrea: für mich beständig den Fokus weg auf andere Menschen. Das hat man sicher gut getan und das

Andrea: sieht man aber bei unseren Mitarbeitern, die ja jeder irgendwie, unsere Mitarbeiter kommen ja sehr viel aus unseren Kundinnenbereich und man sieht einfach wie da Leute reinwachsen und wie das

Andrea: Familie wird und Menschen denen vorher kaum ein Lächeln auskommen, die jetzt plötzlich lustig

Andrea: und offen sein. Auf alle Fälle ist es wichtig, dass man Menschen mag.

Willy: Wie hoch sind die kaufmännischen Anforderungen an einen Tafelgründer, eine Tafelgründerin?

Andrea: Hätte ich gewusst, dass die kaufmännischen Anforderungen doch höher sind, ich glaube,

Andrea: dass ich mich wahrscheinlich nicht traue. Da habe ich viel gelernt, habe ich viel von der

Andrea: von der Wiener Tafel gelernt, viel über die Verbandsarbeit gelernt und ganz speziell

Andrea: viel von der Sandra. Ich glaube dazu muss man heute schon auch,

Andrea: gearbeitet sein, man kann viel lernen, aber ich bin jetzt nicht so der zahlenaffine Mensch.

Andrea: Ich unterhalte mich lieber mit Menschen, als dass ich mich jetzt irgendwie um manchen macht das Spaß. Also ein guter Freund von mir, der macht das absolut Spaß, ich mitzahlen.

Willy: Also das spricht viel für ein grüner Team, oder?

Andrea: Sehr, sehr gut. Die Heidi und Ivi zum Beispiel, wir sind ein perfektes Team, die lieb zahlen, die mag das, die fitzelt da um die Tum, und dass das alles passt und cool und lernt sich

Andrea: neue Sachen an und es interessiert mich nicht so wirklich. Es ist perfekt.

Willy: Sehr, sehr.

Bianca: Aber das heißt, ihr habt euch, ihr ergänzt euch und sagt, apropos, wie finanzieren sich denn die Tafeln?

Andrea: Wie finanzieren wir uns über Charities, über Spenden? Wir schreiben Gemeinden an, wir treten an die Politik heran, an Betriebe, an Unternehmen. Also was geht irgendwie.

Alexandra: Ein Wortmissam, das sagt alles.

Willy: Also Spendenunterstützer gibt es irgendwelche gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Tafeln

Willy: oder Organisationen wie den Tafeln jetzt einfach ein Grundeinkommen oder Grundfinanzierung

Willy: sichern oder müsst ihr euch wirklich rein aus Unterstützungen jedes Jahr finanzieren?

Alexandra: Primäresunterstützungen. Was natürlich die Tafeln meistens machen, ist so einen kleinen,

Alexandra: symbolischen Beitrag, aber der finanziert ja nicht die Tafelarbeit, aber dass halt jemand kommt und vielleicht für einen Sack,

Alexandra: zwei, drei Euro zahlt, aber das ist eigentlich ein symbolischer Preis. Also das ist so ein...

Willy: Du sprichst jetzt vom Verkaufspreis, oder?

Alexandra: Genau, genau, genau. Weil es wird ja nun für sich entweder gratis oder zu einem symbolischen Preis bei den Tafeln weitergegeben.

Alexandra: Der ist natürlich trotzdem auch marginal, das ist ein Grundrauschen, würde ich mal sagen, dass dann eine kleine Basis ist.

Alexandra: Manche haben halt Mitgliedsbeiträge, weil sie Mitglieder haben, weil es ist ja jeder ein gemeinnütziger Verein, der einen Vorstand hat und da gibt es Mitglieder.

Willy: Also jetzt hat es alles aus Vereinen gegründet, organisiert, okay.

Alexandra: Genau, genau, genau, genau, genau.

Alexandra: Und da gibt es natürlich Mitgliedsbeiträge, aber die sind jetzt bei uns in der Wiener Tafel 26 Euro, das war schon bei der Gründung und danach so viel, also das haben wir nie,

Alexandra: geändert. Und dann gibt es halt manche Tafeln, die ein bisschen eine Förderung, sei es vom Bund, Länder oder Gemeinden, kriegen. Aber das ist auch überschaubar.

Alexandra: Also eh, eine Tafel hat undenkensartin. Es kriegt 5000 Euro. Aber da dachte ich, okay. Aber die ist auch sehr groß

Alexandra: gewachsen. Also das ist vielleicht nicht mal ein Prozent.

Willy: Es klingt viel im ersten Moment, ist es aber dann...

Alexandra: Oh nein! Also da war ich irgendwie auch so, okay, oje, oje. Und ja, da ist ein Unterschied auch zu anderen Nennern, das müssen wir einfach klar sagen.

Alexandra: Da schauen wir natürlich auch über den Tellerrand und da beneiden wir oft andere Tafeln, die,

Alexandra: halt wirklich von der öffentlichen Hand entweder Lagerstrukturen bekommen, also dass da irgendwas,

Alexandra: frei steht und man zahlt vielleicht keine Miete oder keine Betriebskosten oder man kriegt eben auch eine Förderung für ein gewisses angestelltes Personal, weil so wie es bei,

Alexandra: euch ist eben fast 100 Prozent Ehrenamt und das seit, weiß ich nicht, wie vielen Jahren,

Alexandra: 15 Jahren, das muss doch mal stemmen. Das ist ja ein Wahnsinn. Also das kann es,

Alexandra: eigentlich nicht sein und natürlich, ich denke mir immer, die Zeit auch von euch, aber auch,

Alexandra: wir, auch in der Wiener Tafel müssen natürlich viel Fundraising betreiben und wenn man die Zeit,

Alexandra: in die Tafelarbeit stecken könnte, wow. Der Hebel wäre ein großer, weil dann hätte man natürlich.

Andrea: Ja, ich sage immer wieder, wie schön.

Alexandra: Noch mehr Zeit fürs Gerngeschäft und muss sich nicht irgendwie selber immer schauen, wie erhalte mich oder wie erfinde ich mich dann neu, dass ich eine Spende oder irgendeine Förderung kriege.

Willy: Das heißt, es ist wirklich für jede Tafel, 10 haben Sie jetzt gesagt, gibt es in Österreich jede Tafel.

Willy: Weil man auch beim Jobprofil der Tafelgründerin jetzt gerade noch ein bisschen voran, das heißt auch Fundraising,

Willy: und jede Finanzierung ist im Prinzip ein bisschen individuell. Es gibt keine Kernfinanzierung aus den Mitgliedsbeiträgen marginal.

Alexandra: Ja, ja, ja. Und sonst sind sie eher doch privatspenden und natürlich kann mal ein Unternehmen kommen und sagen sie spenden einen höheren Beitrag, das gibt es natürlich schon.

Alexandra: Und natürlich hilft es da auch, wenn die Tafeln bekannter sind, dass natürlich unter Zeiten wie diesen, denken schon viele Leute dran, das ist keine ganz schlechte Idee, dass man die,

Alexandra: Tafeln unterstützt, weil da haben wir gesellschaftlich eher ein großes Problem und müssen zusammenhalten.

Willy: Gut unswachen durchschnittlich zwei Millionen Hörerinnen und Hörer pro Tag, glaube ich.

Willy: Da haben wir letztens gesagt, dass Frau Plasen schon wieder böse ist. Also da können wir sich... Kann ich überall...

Willy: Im Prinzip weiß ich, das ist eine recht pragmatische Frage, aber was muss ein Standort denn können? Oder wo kann ich denn ein Tafel?

Willy: Kann ich überall ein Tafel aufmachen? Oder gibt es so irgendwie den typischen Tafelstandort, wo es passen würde?

Willy: Und wo bräuchte man eigentlich noch Tafeln?

Alexandra: Es gibt sicher am Land noch Bedarf, also in der Stadt sind wir sehr gut abgedeckt, auch.

Willy: Und haben wir genug.

Alexandra: Mit eSomers und anderen Partnern, wo wir zusammenarbeiten.

Alexandra: Aber es ist immer ein Spannungsfeld, weil natürlich die Menschen, und gerade wenn man,

Alexandra: direkt eine Ausgabestelle macht, da ist man besser.

Alexandra: Ich sage mal, da wären wir am besten. Wir wären irgendwo auch in Wien, beim Stephansdom, so irgendwie ganz zentral, gut zu erreichen

Alexandra: für jedermann. Da wäre ich kein Lager finden. Und gerade für uns in der Wiener Tafel war es halt so, wir haben uns ja auch erst vor ein paar Jahren dann diese Lagerstruktur leisten können und wir haben halt an den Stadtrand schauen müssen.

Alexandra: Aber wir versorgen ja jetzt nicht direkt Menschen, sondern soziale Einrichtungen. Damit ist es für uns jetzt weniger schlimm, aber für eine Ausgabestelle, die dann vielleicht irgendwo am Stadtrand ist, die wird ein Problem haben. Und noch dazu, wenn es vielleicht Samstagabend-Ausgabe, dann kommt man vielleicht nicht einmal mehr mit dem Bus von der Ausgabestelle zurück.

Alexandra: Da gibt es natürlich viele Herausforderungen, aber natürlich ist es oft klug, wenn zumindest ein kleines Lager dabei sein kann.

Alexandra: Weil eben zum richtigen Lagern von Lebensmitteln mit Kühlraum oder Tiefkühlplätzen, das hilft,

Alexandra: natürlich jeder Tafel, damit mehr Lebensmittel zwischengelagert werden können und nicht alles sofort ausgegeben werden muss, wenn es größere Überschüsse sind.

Alexandra: Das ist oft so ein Spannungsfeld, Lagerstruktur und wie erreiche ich die Menschen.

Willy: Also ich kann mir jetzt die Tafeln so vorstellen, es gibt auf der einen Seite die Lagerstruktur, ihr müsst ja quasi Logistik und Lage, ihr müsst ja die Lebensmittel sammeln, lagern und dann ausgeben und das ist teilweise räumlich am gleichen

Willy: Ort und teilweise auch getrennt mit reinen Ausgabe stellen, wo halt keine Lagerstruktur vorhanden ist oder? So was ich mir grob vorstellen kann.

Willy: Okay, Wien ist jetzt direkt an der Quelle, kann man so sagen, oder am Großgrünmarkt.

Alexandra: Ja genau, genau dort ist wirklich viel Obst und Gemüse nach wie vor, obwohl es auch,

Alexandra: zurückgegangen ist seit der Pandemie und noch nicht davor Corona-Niveau.

Alexandra: Also wir haben vielleicht, wenn es gut geht, eine Tonne am Tag, die man am Großmarkt

Alexandra: sammeln kann aber auch weniger sein. Und dort ist natürlich viel Obst und Gemüse, was ganz weite Strecken untersichert. Das ist jetzt selten,

Alexandra: bio-regionale, sondern halt das ist über einen halben Globus gekommen und dann

Alexandra: wandert es dann da in die Mülltonne, wenn es sein muss. Also dahingehend haben wir natürlich auch vom Fußabdruck da in den ganz guten, wenn man sagt, ja jedes gerettete Stück,

Alexandra: ist auf jeden Fall super wertvoll und man lebt auch immer wieder auch ich, Früchte,

Alexandra: die habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Es gibt alles, was es nicht gibt. Ja, ja, also oder.

Alexandra: Farben von irgendeinem Gemüse. Das hat doch eine andere Farbe.

Andrea: Oder jetzt gibt's diesen Orgen-Caféol. Hast du den gesehen? Ja.

Andrea: Ja, und dann gibt's aber noch einen, der hat lauter kleine Blüten oben.

Willy: Der Orgel, der Orgel.

Andrea: Der schaut zu wuschelig aus.

Willy: Der Blumenkohl.

Andrea: Ja, wirklich, aber weißt du, wie schön? Ich hab ihn fotografiert. Das ist Wahnsinn.

Andrea: So eine Sache. Ich weiß nicht, woher der gekommen ist.

Willy: Du hast ihn fotografiert, oder? Foto wird nachgereicht.

Bianca: Andrea, wer darf denn jetzt bei der Tafel einkaufen kommen und wer darf es nicht?

Andrea: Ich hab ihn fotografiert, ja? So schön.

Andrea: Also es darf jeder einkaufen kommen, der bei unserer Karte ausfüllt und einen gewissen Einkommensnachweis vorlegt, der die Richtlinie ergeht nach der Armutskonferenz.

Andrea: Ich kann es jetzt nicht auswendig, aber es sind so 1300.

Willy: 371 monatlich 12 mal im Jahr glaube ich. Das ist die Armuts, wir reden hier von Relativarmut und Armutsgefährdet.

Andrea: Ah, du hast das ja, wunderbar.

Andrea: Ja.

Alexandra: Mhm.

Andrea: Genau. Genau, genau.

Andrea: Es gibt keine Ausschlusskriterien, was die Nationalität anbelangt oder so.

Andrea: Sie müssen auch nicht zwingend jetzt da in der Nähe gemeldet sein.

Andrea: Es gibt ja auch viele, wir sind ganz nahe an der Grenze und es kommen viele Leute rüber,

Andrea: die arbeiten ein paar Stunden da und kaufen dann auch bei uns ein und fahren dann wieder.

Andrea: Oder es gibt viele Leute, die eben auch obdachlos sind und reinkommen und dann von uns eben

Andrea: gewarnt und alles was sie halt brauchen, Medikamente und so bekommen und Lebensmittel.

Andrea: Also für uns ist es halt so je niederschwelliger desto besser. Jeder der

Andrea: vor der Tür steht und Hilfe braucht, der wird Hilfe bekommen und genau darum ist es

Andrea: auch wichtig unabhängig zum sein und nicht irgendwie vom Land oder so,

Andrea: irgendwelche Sachen vorgesetzt kriegen.

Willy: Also dass ihr quasi eure Regeln selber machen könnt.

Andrea: Genau, genau. Darum finde ich das auch immer ein bisschen mit diesen großen Förderungen. Förderungen immer ein bisschen zacher, weil du musst dich dann halt einfach an das Konzept und,

Andrea: an die Förderkriterien halten und wenn du dann ein halbes Jahr im Burgenland gemeldet hast,

Andrea: dann kennen viele Leute schon nicht rein. Das geht nicht.

Willy: Und ihr müsst jetzt auch alles streng nach kontrollieren. Das heißt, bevor ich dann überhaupt reinkomme, muss ich dann Meldezetteln haben. Ihr müsst es kontrollieren, ihr braucht wahrscheinlich auch wieder Personal dafür, um es zu kontrollieren.

Andrea: Das macht bei uns, also es gibt immer eine Sozialberatung da, also und ein Oberpulm da,

Andrea: und die nehmen dann zum einen die Kolleginnen, die neuen auf und auch die neuen Kundinnen

Andrea: genau und schaut sich das an.

Andrea: Wir arbeiten aber ganz, ganz viel mit Organisationen zu haben, aber auch mit Behörden oder mit Neustart mit BSD oder so und wenn die jetzt zwei Zeilen schreiben, unsere Klientin, bla bla,

Andrea: ist in der Situation mit der Unterstützung, dann verlangen wir überhaupt nichts mehr, weil man muss ja nicht überall seine Hosen ablassen. Das reicht ja, wenn irgendeine andere

Andrea: Organisation uns zwei Zeilen schreibt. Und das ist eigentlich sehr oft bei uns.

Bianca: Apropos Hoseauberlassen, wie viel kostet es denn, wenn ich hier einkaufen gehe?

Bianca: Was sind die Preise und warum sind sie so wie sie sind.

Andrea: Also angefangen haben wir mit einem Euro pro Einkauf. Und dann ist es aber so, wir wollten es eigentlich nie machen, dass wir, eigentlich wollten wir am liebsten

Andrea: nicht mehr bei dem Euro bleiben, nur es war finanziell immer so extrem schwierig und,

Andrea: Förderung so gut wie nicht vorhanden, dass wir dann halt trotzdem immer wieder mal ein,

Andrea: bisschen raufgehen haben müssen. Inzwischen haben wir uns auf ein System seit einigen Jahren,

Andrea: das recht gut funktioniert und zwar das sind drei verschiedene Kisten, also es ist ein 3 Euro Kiste für den Single House halt, eine 4 Euro Kiste und eine 5 Euro Kiste, die in dem Ausmaß einer,

Andrea: Bananenschachtel ist. Das kann man sich jetzt, also man kann jeden Tag kommen, kann jeden Tag entscheiden, was man heute mitnimmt. In die Kiste kommen, was nicht hineinkommt, ist zum Beispiel,

Andrea: Brot und Gebäck, das kann man immer, noch immer in größeren Mengen mitnehmen, obwohl ja da ist es,

Andrea: Aber sogar da ist es schon ein bisschen enger geworden.

Willy: Schauen Sie an!

Andrea: Schon sehr viel weniger jetzt. Und was draußen bleibt, sind diese vielen Sachen.

Andrea: Wenn wir jetzt einmal drei Paletten Joghurt haben, dann braucht man das nicht ins Kistl rein geben.

Andrea: Dann kann man das nebenbei mitnehmen. Oder wenn von irgendeinem Gemüse ganz viel da ist, dann kann man das auch so mitnehmen außerhalb der Kiste.

Andrea: Rein kommt eben das was so Grundnahrungsmittel und Nudeln und was halt gerade so da ist.

Andrea: Und einmal im Monat gibt es einen Grundeinkauf also da gibt es Kaffee, Hygieneprodukte und Salz, Essig, Öl und so Sachen die man jetzt nicht jeden Tag hergeben kann.

Andrea: Es würde ja keinen Sinn machen, wer braucht 10 Bucklings heute im Monat?

Andrea: Ja, im Winter ist ganz hilfreich sein.

Willy: Auf dem Strand.

Willy: Im Winter dann.

Andrea: Und ja, also das ist so das grobe Konzept.

Andrea: So drei Kisten mit drei, vier, fünf Euro und einmal diese Grundnahrungsmittel, also,

Andrea: Diese Kaffee, die man zusätzlich hat frei.

Bianca: Abgesehen von euren Finanzen, weil ich euch habe gesagt, dass die Musterzesteurer machen,

Bianca: ursprünglich warum hat es denn überhaupt was gekostet?

Bianca: Man könnte ja sagen, man gibt es einfach her.

Andrea: Weil man ja natürlich auch das Lokal zahlen muss und das Auto und die Benzin und die ganzen Erhaltungskosten.

Andrea: Die waren am Anfang nur relativ überschaubar. Wir haben angefangen mit 1800 Euro.

Andrea: Ich dachte immer, wow, wie toll wäre das, wenn wir nur so wenig Kosten hätten im Monat.

Andrea: Aber inzwischen ist das eben angestiegen für zwei, also in Oberpuldendorf und Eisenstadt,

Andrea: zwei Filialen auf 11.500 Euro. Also mit den ganzen Dieselkosten und der Miete, 2000 dort, 2000 da, die Betriebskosten, der

Andrea: Strom. Jetzt mit dem Diesel ist es überhaupt der Wahnsinn, mit 2 Grad ungefähr 1.500 Euro mehr im Monat nur Diesel.

Andrea: Also ja, für das halt muss man irgendwie schauen. Aber auch das wäre sich von Anfang an auch nie aus gegangen mit diesen Euro und wir haben halt damals auch noch so ein sehr engagiertes älteres Team,

Andrea: gehabt, so ein Kuratorium. Die haben uns die ersten Charities gemacht, so Tennis- und Fußball-Charities.

Andrea: Genau, so hat es irgendwie angefangen.

Willy: Ich glaube, der Gerhard Steiner hat damals gesagt bei unserem Gespräch, es ist jetzt kein Zitat, sondern sinngemäß hoffentlich, es ist auch deswegen wichtig, dass die Lebensmittel,

Willy: was kosten, weil sonst was nichts kostet, hat keinen Wert. Das heißt, das ist auch gut, oder er hat es so argumentiert, dass wenn die Menschen dann,

Willy: ein bisschen was zahlen, ist es nicht geschenkt, weil dann haben sie es gekauft und gehört

Willy: es ihnen, und sonst ist es geschenkt.

Willy: Wie seht ihr das? Wie sieht sich dieses Argument aus?

Andrea: Also ich glaube, dass viele unserer Kundinnen nichts dagegen hätten, wenn sie die Lebensmittel,

Andrea: kostenfrei kriegen würden. Ich weiß nicht, ob das jetzt einen großen Unterschied macht, ob es drei Euro kostet

Andrea: oder nichts kostet. Ich glaube bei den Menschen, die schon eben, die sind Sachen, die normalerweise weggeschmissen

Andrea: werden und von uns verteilt und die kommen schon immer in die Situation, mit ihr kriegt

Andrea: ihr das geschenkt. Ich weiß nicht, ob das jetzt so stimmt, dieses, was nichts kostet, ist nichts wert. Bin ich nicht der Meinung. Ich bin auch was wert, oder?

Willy: Ja, es gibt total viele Perspektiven.

Andrea: Wir sind alle was wert, oder? Wir sind alle was wert ohne Arbeit. Ich weiß nicht, warum man sich immer so auf was...

Bianca: Apropos, was unterscheidet denn die Tafeln von anderen Initiativen, wie zum Beispiel den Sommermärkten oder auch Unternehmen wie jetzt To Good To Go?

Bianca: Überall geht es um Lebensmittelabfälle, nicht überall geht es um Armut, was

Bianca: unterscheidet die Tafeln von anderen Organisationen.

Andrea: Naja, zum einen eben, dass bei Togutogua jetzt ein wirtschaftlicher Gedanke dahinter steckt,

Andrea: klar. Ich glaube man sollte jetzt nicht alles in einen Topf werfen, weil die Sommermärkte haben

Andrea: schon ein sehr ähnliches Konzept und da wenn man sie aufmerksam den Gerhard anhört, dann weiß man,

Andrea: dass in Wirklichkeit dieselbe Idee dahinter steckt, nur dass sie halt mit Drittelpreise und irgendwie

Andrea: ein bisschen mehr auf der sicheren Seite wirtschaftlich arbeiten. Das macht vielleicht den.

Alexandra: Und AMS-Personal meistens, damit auch Arbeitsmarktförderungen in Anspruch nehmen, damit Menschen auch in den Supermärkten bei Ihnen natürlich mithelfen.

Andrea: Unterschiede da.

Alexandra: Das ist natürlich auch sinnvoll. Bei uns ist es halt primäres Ehrenamt oder halt, ja, kann auch eine Förderung sein für ein Personal, aber primäres Ehrenamt, ja.

Willy: Also ein bisschen anderer Fokus, aber im Prinzip gleiche Stoßrichtung.

Alexandra: Ja, gleiche Stoßrichtung, das Verbinden von Armut und Überschutz.

Andrea: Also, genau, zumindest bei den Sommermärkten und bei den Tafeln.

Andrea: Bei den To Go To Go, Fresh oder was auch immer ist wieder eine andere Geschichte dahinter.

Bianca: Jetzt habt ihr euch, wie ihr gesagt habt, Gepäck gibt es immer noch genug angeschaut.

Bianca: Du hast uns vorher unten den Verkaufsraum gezeigt und da sind leere Regale, leere Tiefkühler,

Bianca: Wenig gefüllte Vitrinen. Woran liegt das, was ist passiert?

Willy: Problem gelöst mit den Abfällen oder.

Andrea: Das Problem ist, dass sie jetzt um die letzten Lebensmittel viele Leute,

Andrea: Leute anstellen und halt nur Geschäft machen möchten, ist natürlich auch nicht zum,

Andrea: Verdenken, wenn man jetzt so eine Geschichte aufzieht, dass man Start-up macht.

Andrea: Das Problem ist halt, dass es gerade jetzt zu der Zeit einfach viel wichtiger wäre, es würde Menschen zugutekommen, die halt armutsbetroffen

Andrea: betroffen sind und nicht nur hipp sein wollen, weil sie jetzt nachhaltig was geholt haben.

Andrea: Ich finde manche sagen, es ist schon ein bisschen trendig und hip, aber es geht momentan schon,

Andrea: zugunsten armer zu betroffener Menschen.

Bianca: Aber jetzt haben wir gelernt, es gibt eine Million Tonnen, die im Jahr im Müll landen

Bianca: und dann gibt es trotzdem, wir erleben es mit dem Müll an und da gibt es trotzdem Konkurrenz.

Andrea: Naja, gut, diese Tonnen, die sind jetzt nicht nur die Supermarktabfälle.

Andrea: Also das Designturz, das Designturz, genau.

Alexandra: Das ist mal der Haushalt, also die müssten wir mal wegnehmen, weil da gehen ja wir nicht

Alexandra: hin außer in der Bewusstseinsbildung, was auch natürlich total wichtig ist, dass im Haushalt weniger weggeschmissen wird. Aber trotz allem, ich meine es stimmt schon, wir retten,

Alexandra: vielleicht alle zusammen ein paar Prozent von dem was möglich ist, aber es geht halt jeder

Alexandra: natürlich, es geht jeder mal den leichtesten Weg und natürlich das ist jetzt auch gar nicht.

Willy: Warum wird's dann knapp?

Alexandra: Also ich meine wir sehen das ja auch im Vorprofit Bereich, da gibt es jemanden, der bereitet mal,

Alexandra: den Weg. Ich sage mal eh Marktführer, ja und dann kommen halt alle nach und kopieren und dann sucht sich halt der Marktführer wieder ein neues Feld. Und als Wiener Tafel, wir sehen das eigentlich auch,

Alexandra: sportlich, wenn wir sagen, ja wir haben natürlich auch die Ressourcen, das Know-how und auch letztendlich die Praxis, uns dann auch wieder auf neue Felder zu stützen. Weil wenn das Supermarkt,

Alexandra: gut abgedeckt ist, dann werden uns wir nicht jetzt herumstreiten mit anderen. Also das macht ja keinen Sinn. Aber natürlich ist alles andere wieder ressourcenintensiv. Also irgendwann haben wir in

Alexandra: den Supermarkt begonnen. Dann waren wir beim Großhandel, der ist eigentlich auch schon gut abgedeckt, also war immer gut abgedeckt, auch mit sozialen Organisationen, die abgeholt waren.

Alexandra: Dann kam der Bereich der Produktion, da ist der Gedanke der Abfallvermeidung auch schon sehr gut,

Alexandra: gesickert und da wird auch schon viel gespendet. Jetzt bleibt uns ein großer Bereich, die Landwirtschaft und das ist natürlich ein super Feld, weil da gibt es viel, aber das ist hoch,

Alexandra: komplex und jede Spende ist anders und das muss man erstmal da stemmen, sowohl von den finanziellen

Alexandra: Ressourcen, weil da wird nicht alles gratis sein. Aber da gibt es natürlich noch genug.

Alexandra: Also jetzt ist es wie in einer Tafelsicht, weil wir müssen den Weg vorangehen und irgendwann.

Willy: Aber seit sie da jetzt rausgedrängt wird, so ist das jetzt so ein bisschen...

Alexandra: Machen wir nichts vor. Das sind die anderen auch in der Landwirtschaft. Wir teilen auch gerne mit

Alexandra: unseren Tafeln und irgendwann haben wir noch ein Feld, irgendwann die Gemeinschaftsverpflegung,

Alexandra: weil da braucht man zuerst eine rechtliche Vereinfachung, weil wir sind alle Lebensmittelhändler,

Alexandra: und solange wir da, diese groteske Situation, er traut sich ja kaum jemand aus dem Betriebsküchen,

Alexandra: Restaurant, Catering Bereich uns anzuspenden. Also das ist dann noch was, da denke ich mir, wenn ich in Pension bin, dann haben wir es dann soweit, dann haben wir eine Vereinfachung für,

Alexandra: die Weitergabe und dann können wir uns auf das Feld stürzen, das ist auch groß. Nein, also ja.

Willy: Du musst dann schon mehr Druck machen, oder? Das dauert einen neuen Weg, ne?

Alexandra: Ja, es dauert doch ewig, aber ewig auch nicht.

Andrea: Es war ein Kompliment.

Alexandra: Ich denke, ja, danke.

Willy: Also von dem her...

Bianca: Das Problem liegt daran, dass ihr auch in die Kategorie Lebensmittelhändler fallt rechtlich und dass deshalb in die rechtliche Rüde lagack kommt, wenn irgendwas verderblich ist und.

Alexandra: Genau, genau.

Alexandra: Ja, Haftung. Haftung ist immer ein Thema. Und war immer ein Thema.

Alexandra: Und meine ich 23 Jahre an Tafelkonzept muss ich sagen, das funktioniert.

Alexandra: Es ist kaum jemand noch schlecht geworden. Wir schauen natürlich nach Besten, Wissen und Gewissen, dass wir niemanden schaden,

Alexandra: dass wir ja grotesk, bin ja nicht im Non-Profit Bereich, damit ich mich schade, also das geht sich nicht aus. Also wir schauen drauf, wir schauen, dass Hygiene was machbar ist, wir schauen Lebensmittelsicherheit,

Alexandra: was macht was, aber nicht, dass ich das Kind mit dem Badeausschütte von aller Genkennzeichnung über Vermarktungsnormen etc., was ich alles einhalten müsste, Rückverfolgbarkeit, das,

Alexandra: gibt es halt nicht. Und da ist halt die Theorie und die Praxis so weit voneinander entfernt, dass wir sagen, Jetzt ist es eigentlich nach 23 Jahren schon ein bisschen fad, dass wir da halt immer noch,

Alexandra: sitzen und immer noch sagen, also so kann es eigentlich nicht sein und mit der Politik versuchen halt immer im Austausch zu sein, warum können wir nicht Ausnahmeregelungen.

Willy: Ich würde trotzdem gerne noch einmal kurz zurück zu dem Punkt, der Markt verändert sich natürlich.

Willy: Der prominenteste Vertreter ist natürlich der Good2go im For-Profit-Bereich.

Willy: Aber grundsätzlich, wie hat sich da das Angebot jetzt verändert?

Willy: Werden da jetzt gewisse Produktgruppen, kriegt ihr da gewisse Produkte jetzt gar nicht mehr,

Willy: die ihr vorher gehabt habt, von anderen dafür wieder mehr?

Willy: Also ist das, wenn es jetzt eine Provokantfamilie ist, pickt man sich da ein bisschen die Filets raus für den For-Profit-Bereich und lässt, und das was halt nicht so gut geht, bleibt dann weiterhin im Non-Profit-Bereich. Oder wie verteilt ihr das so aus eurer Sicht?

Willy: Wie hat sich das jetzt in den letzten Jahren verändert durch die Marktdynamiker?

Alexandra: Also zumindest in Wien, da sehe ich es ja ganz genau, aber wir fragen natürlich auch immer mit den anderen Tafeln in den Bundesländern.

Alexandra: In Wien ist sicher der ärgste Rückgang, das glaube ich sagen zu können.

Alexandra: Wir haben zum Teil 0 Warnspenden mehr aus den Filialen.

Willy: Okay. Null ist eindeutig. Null ist relativ eindeutig.

Alexandra: Also ich kriege täglich die Aufsteck… ja, das ist eindeutig.

Andrea: So, so, so, ja.

Alexandra: Wir lassen uns natürlich täglich eh von den Lieferteams schildern. Wo kriegen wir was? Bei welchem Supermarkt?

Alexandra: Und naja, täglich, wir sind jetzt eben als Wiener Tafel nicht von den Supermärkten abhängig, aber auch von den Supermärkten, wo wir hinfahren, ich würde mal sagen, drei Viertel haben nichts.

Alexandra: Und dann steht halt dann in der Statistik 000 und am nächsten Tag aber wieder. Also da ist es natürlich ganz extrem. Bei euch in Eisenstadt oder im Burgenland ist es dann, glaube ich, am zweitextremsten.

Alexandra: Bremsen, ihr habt auch so Rückgänge, 70% oder mehr.

Andrea: Im Mittelburgenland ist es Wahnsinn. Ich wollte jetzt gerade, weil ich eigentlich glaube, dass ich das mit habe, weil ich es dir nämlich auch zeigen wollte.

Andrea: Ich habe einige Sachen rausgeschrieben. Keine Zahlen.

Willy: Schau, schau. Keine Zahlen.

Andrea: Es ist nein. Aber ich weiß jetzt trotzdem nicht, wo ich es habe. Übrigens unser neuer Tätigkeitsbericht.

Willy: Schau, ein Detikersbericht, dann schauen wir uns das dann an.

Andrea: Genau, wir haben auch manche, also Lidl zum Beispiel in Oberpulmdorf von 30 Tonnen 2021 auf 279 Kilo.

Andrea: Also 0 ist nicht, ne?

Willy: Und dieser Rückgang ist einzig und allein durch die For-Profit-Entwicklungen, die stattfinden. ist es so erfolgreich?

Andrea: Was ist das, was ihr in der Küche macht? Lidl zum Beispiel die Rettemichbox und die tut recht weh.

Andrea: Da kommt das ganze Obst und Gemüse rein. Der ganze Obst und Gemüse von Lidl fehlt uns jetzt. Das ist das, was wir jetzt tun.

Willy: Ich habe vorher schon Konsumentinnen gehabt, die das,

Willy: gekauft haben. Die essen ja jetzt auch nicht mehr Obst deswegen, sondern kaufen die jetzt billigeres Obst ein, was sie in der Supermarkt teurer nicht mehr verkaufen

Willy: oder kaufen dann eure Kundinnen und Kunden beim Lidl?

Willy: Oder wie verteilt ihr das? Kommt das dann eh zu den Leuten, nur auf einem anderen Weg und nicht über euch?

Willy: Oder Landesssssssssssssssssssssss.

Alexandra: Beides geben. Es wird beides geben, aber es gibt natürlich ganz viele und das ist jetzt gar nicht,

Alexandra: bös gemeint, auch eh so Schnäppchenjäger immer schon. Und wenn ich auf Schnäppchen aus bin,

Alexandra: dann freue ich mich natürlich, wenn ich da ein Schnäppchen da oder dort kriege und in Zeiten wie,

Alexandra: diesen mit Enteuerungen niemanden zu verübeln, dass jeder doppelt ins Geldbörsel schaut,

Alexandra: wie geht es sich aus. Aber ich glaube trotzdem, dass die, also zumindest auch in der Wiener Tafel,

Alexandra: wir versorgen ja eher die, die überhaupt kein Dach über den Kopf haben, also die die Notschlafstellen oder sonstige Obdachlosenheime beziehen. Also das geht sich halt da nach hinten nicht mehr ganz aus.

Willy: Die VW Gräume entsteht.

Alexandra: Bei der Gruppe Armutsgefährdet und an der Grenze, da mag es auch Leute geben, die so einen niederschwelligen Zugang auch schätzen und dahingehen. Das ist ja nicht unbenommen, aber nach unten geht es sich irgendwie nicht mehr ganz aus.

Alexandra: Also bei uns auch, wenn wir nicht den Großmarkt hätten, wäre Frischware auch ein ganz großes Thema.

Alexandra: Und deswegen halt der Blick in die Landwirtschaft. Wir brauchen Alternativen und ich glaube es könnte trotzdem ein Miteinander geben.

Willy: Bleibt wirklich jetzt unterm Strich, weil man es jetzt nicht nur auf die Tafeln fokussiert, sondern generell über soziale Einrichtungen, bleibt jetzt unterm Strich weniger für die

Willy: wirklich Bedürftigen, also nicht die Tafeln jetzt an den, sage ich jetzt, weil ihr Lidl gesagt habt,

Willy: an den Supermarkt wieder Kunden verlieren sozusagen, sondern wo wirklich kein Kapital da ist,

Willy: bleibt da jetzt weniger für diese Personengruppe unterm Strich?

Andrea: Also bei uns auf alle Fälle, ja. Auf alle Fälle.

Andrea: Also wir müssen in, im Mittelburgenland ist das ja ganz schlimm. Ich weiß auch nicht, was das einen Unterschied ausmacht.

Andrea: Also Mittelburgenland und Nordburgenland. Keine Ahnung.

Andrea: Aber wir müssen an manchen Tagen auf zehn, elf Leute wegschicken.

Andrea: Was es noch nie gegeben hat bei uns. Aber zum einen haben wir halt viel, viel mehr Kunden.

Andrea: Also das hat sich ja explodiert, vertoppelt. und auf der anderen Seite mehr ist die Hälfte weniger Lebensmittel.

Andrea: Ja und es wird wirklich weniger bestellt, es sorgt da der Handel.

Willy: Und wo sind die Gründe zum For Profit? Haben wir jetzt gesagt, die Dynamiken gibt es andere Gründe auch noch für diese Entwicklungen?

Alexandra: Also ich glaube schon, dass die Händler auch immer mehr schauen, dass sie nichts wegschmeißen.

Alexandra: Und das ist natürlich auch im Prinzip im Sinne der Tafelarbeit, weil das haben wir ja über die Jahre auch gepredigt und das ist ja super.

Willy: Das war die Bewusstseinsarbeit, nicht so.

Willy: Die Geister, die ich rief.

Alexandra: Also es wird dahingehend weniger bestellt. Ja, ja, nein, nein, also das ist ja gut.

Alexandra: Nur es ist immer noch genug da und wir hätten ja eigentlich auch vorgehabt noch bei manchen

Alexandra: Filialen zu schauen, können wir öfters abholen, damit wir noch die Frequenzen verdichten.

Andrea: Die Benzen verdichten.

Alexandra: Weil jetzt entsteht ja die groteske Situation, dass man vielleicht statt früher Kisten, fünf bis zehn Kisten, jetzt kriege ich eine Kiste, ja, fahre ich dorthin?

Alexandra: Das ist ja das Benzin und ökologisch, ja, also da stellt sich ein Rattenschwanz an Fragen danach, wo ich sage, na das geht aber nicht und dann vielleicht noch dazu, dass was eh sofort weitergegeben muss, sonst landet es wieder bei mir gleich in der Biotonne.

Alexandra: Also da ist wirklich so ein Wandel im Gang, wo ich sage, na ja, gerade in Zeiten wie diesen,

Alexandra: mit den Teuerungen, wenn wir nicht eh so diese Krise hätten. Aber so, wo es eh für alle immer knapper wird, ist das halt das Signal zur falschen Zeit.

Andrea: Aber wir sind schon dabei, eben die Abholungen zu optimieren, auch mit dem Handel gemeinsam, weil der Handel sagt, da ist schon noch Luft nach oben.

Andrea: Es wird schon noch viel weggeschmissen, das sehen wir selbst auch. Und manchmal ist es auch so, dass die Leute vor Ort nicht wirklich gut geschult sind oder vielleicht keine gute Einstellung haben.

Andrea: Und an dem arbeiten wir jetzt auch, also speziell im nächsten Jahr, sehr intensiv dran, dass wir Schulungen machen und vorzeigen, wie hätten wir es gerne, was können wir alles nehmen.

Andrea: Und wir sehen schon, dass auch noch viel weggeschmissen wird. Da ist schon noch ein bisschen Luft.

Andrea: Aber wir müssen arbeiten. Dafür halt wieder.

Willy: Alex, du glaub ich hast vorher gesagt, trendy oder was hast du Andre?

Willy: Ich weiß es jetzt gar nicht mehr. Was können die Tafeln, weil ich gesagt habe, die Startups sind trendy und so ein bisschen,

Willy: die Tafeln davon ab auch trendy zu sein.

Andrea: Wir sind nicht trendy.

Alexandra: ... 40 Jahre!

Andrea: Wir sind voll im Trend. bitte, schau einmal wie viel Armutsgefährde die Menschen es gibt in Österreich.

Andrea: Trendiger kann man nicht sein. Nein, aber den Tafeln hängt schon immer so, da arbeiten wir halt auch dran. Es hängt schon, wie sagt man denn da, es ist halt für die Leute eine große Heimschwelle.

Andrea: Tafel verbindet man noch immer mit ein bisschen Demütigend und dass man halt nur die Lebensmittel über den Tisch gibt.

Andrea: Aber man sieht jetzt an unseren Tafeln, an vielen deutschen Tafeln auch, dass es viel mehr ist.

Andrea: Es ist Begleitung, Mitgehen auf Ämter, es sind Wohnzimmer oder Sozialcafés, es sind Marktplätze,

Andrea: oder Secondhand-Läden, es sind Sozialberater vor Ort oft. Also die Tafel ist nicht mehr das, wo

Andrea: Die Leute, ich sehe das ja bei uns in der Diskussion jetzt mit den Sonnenmärkten und mit dem Land,

Andrea: die Hafeln sind demütigend und das ist würdelos. Aber das stimmt nicht, das ist nicht mehr wahr,

Andrea: Das ist halt so ein Ruf der Anno.

Alexandra: Du bist das beste Beispiel für diese Orte der Begegnung.

Alexandra: Bei dir im Wohnzimmer kann jeder Platz nehmen, jeder Treffen, genau das macht es aus.

Alexandra: Das hat auch schon jede Tafel, so klein die Räumlichkeiten aufziehen. Aber dass man diese Plätze auch für Austausch schafft.

Alexandra: Und wenn dann noch Sozialarbeit vor Ort ist, umso besser.

Alexandra: Dann kommen die Menschen wegen der Lebensmittel, das Lebensmittel ist Mittel zum Zweck.

Alexandra: Man kann aber den Menschen im besten Fall aus der Armutsfalle helfen. Das ist dann ja überhaupt ganz nachhaltig. Also da hat sich natürlich auch das Tafelbild sehr, sehr gewandelt über die Jahrzehnte.

Willy: Ich habe vorher beim Reingehen gesehen, es gibt ja nicht nur Lebensmittel, es gibt ja auch Kleidung. Ist Tafel rein Lebensmittel oder ist es eigentlich Medikamente?

Willy: Das hast du vorher gesagt, glaube ich.

Willy: Ist es Mittel zum täglichen Bedarf, also alles was ich brauche oder ist der Fokus schon eher auf Lebensmittel?

Alexandra: Fokus schon Lebensmittel, aber es hat an und für sich auch jede Tafel dann ein,

Alexandra: bisschen eine andere Ausgestaltung. Also manche eben mit Second Handlern, manche mit Hygieneartikeln, manche füllen sogar Eigenprodukte oder lassen abfüllen.

Willy: Das Eigenmarken. Ich weiß wirklich. Das ist auch von der Niveau.

Alexandra: Eingemachten, ja auch für Hygiene. Weil auch das ist oft,

Alexandra: opportunitätsgetrieben. Da kommt irgendein Unternehmen und sagt, da hat er gute Idee und also uns gehen die Ideen auch nie aus. Also da geht Start-up, also wir,

Alexandra: kreieren da immer, das ist so nach dem neu modernen Begriff Co-Creation, weil das,

Alexandra: kommt irgendwer her. Ich sage immer, ich finde für jedes Unternehmen irgendeinen Platz. Wenn ich den da wie eine Tafel verband, also man kann irgendwie immer,

Alexandra: Ideen spielen und meistens entsteht dann doch was Gutes. Manchmal muss man sagen, okay, auch die Idee zu früh, müssen wir ein,

Alexandra: ein bisschen warten, weil auch da alles lässt sich nicht stemmen, aber manchmal sind das,

Alexandra: dann wirklich Win-Win-Situationen, die wir dann schaffen und dann kommt wirklich was tolles neues raus.

Willy: Jetzt, vorher ist das Thema Anmut angesprochen, ist natürlich ein Thema, mit dem wir vermutlich

Willy: ständig konfrontiert seit so einer Arbeit oder worauf ihr auch hinarbeitet, da quasi

Willy: einen Beitrag zu leisten. Ich habe doch einen Menschen in meinem bekannten Kreis, da ist jetzt die Situation gewesen,

Willy: eben durch Arbeitsverlust, Pensionierung etc., auf einmal Mindestpensionen oder solche Situationen und dann auf einmal was tue ich jetzt?

Willy: Und die Person hat mir schon gesagt, weil ich mir vorher auch von dieser Scham geredet habe, und das ist schon das erste Mal im Leben in der Situation, jetzt muss ich zur Tafel gehen.

Willy: Und ich habe mir da nicht hintraut, ich habe geschaut ob die Leute sind, und dann haben die noch vorne auf der Straße gestanden und dann hat mich jeder gesehen, und diese Scham, und dann bin ich da drin und wollte nichts nehmen.

Willy: Es war schon sehr, sehr, sehr mit, zumindest bei der Person, das ist ein sehr subjektiver Bericht, schon sehr mit Charme, zumindest anfänglich verbunden.

Willy: Wie nehmt ihr das wahr?

Andrea: Also natürlich ist es mit Scham verbunden. Ich glaube es wird jedem so gehen, mehr oder weniger wird es jedem so gehen, wenn er jetzt dann

Andrea: nicht mehr einfach normal in den Supermarkt einkaufen kann, sondern wohin gehen muss. Es ist nicht seine Wahl, sondern er muss jetzt wohin gehen, wo es eben die Lebensmittel billiger gibt.

Andrea: Du weißt auch schon, auf was vielleicht werde ich da Treffen, die ich normalerweise nie treffe. Wie werde ich behandelt werden? Vielleicht auch so wie auf manchen Ämtern.

Andrea: Es ist eine gewisse Abhängigkeit da und natürlich ist da eine Hemmschwelle. Wir versuchen mit den Wohnzimmern das ein bisschen zu entschärfen,

Andrea: wo die Menschen einfach vorher zu uns ins Wohnzimmer kommen und einmal reden mit jemandem.

Willy: Wo wir jetzt da sitzen, das ist ein Wohnzimmer von euch.

Andrea: Man muss sich ja nicht gleich anmelden, sondern einfach ein bisschen akklimatisieren,

Andrea: wo ankommen sehen, hey, ist eh Leib und Da, kann man sogar mal Musik aussuchen oder...

Andrea: Weißt du, da triffst du ja mal, manche Leute kommen wirklich ein, zwei, drei, vier, manchmal Monate,

Andrea: da her, bevor sie sich dann anmelden, wo dann die Renée sagt, na ja, wenn du's wüsst, dann war ich gern, dein Chor macht das gerne. Na ja, warte noch ein bisschen, aber so passiert das. Ich würde auch heute,

Andrea: Wir haben jetzt zwei Städte angefragt im Burgenland wegen einer Tafel und ich habe mir vorgeschlagen vorher ein Wohnzimmer zu machen.

Andrea: Weil ich einfach glaube, dass es viel niederschwelliger ist für die Menschen.

Andrea: Du gehst da rein, du hast da einen Ort, eine Begegnungszone, wo du Kaffee trinken kannst und Tee trinken kannst, wo du Menschen treffen kannst mit jemandem und wo du auch noch was Gutes tust.

Andrea: Weil du spendest ja dann, wenn du's wüsst. Irgendwie. Und wo wir noch alle gleich sind und

Andrea: wo man dann die Information hat oder wenn es dann einmal einen Food Corner gibt und man dann die,

Andrea: Frage, wer würden so ein Kistl haben wollen, weil wir haben überlegt, um dann in diese Tafeln,

Andrea: Kistl zu stellen. Und das ist jetzt total gut in einer Gemeinde aufgegriffen worden. Die haben,

Andrea: ein bisschen Angst gehabt auch vor so einer Tafelgründung. Wer weiß, wo kriegen wir die Lebensmittel her, wer wird das dann in Anspruch nehmen, vielleicht machen wir was und es ist umsonst.

Andrea: So irgendwie und aber ein Wohnzimmer ist, da kann auch mal jeder reingehen.

Alexandra: Und es gibt sogar Veranstaltungen am Abend, das ist eigentlich eine Eventlocation.

Andrea: Genau, jetzt haben sie ein bisschen Angst, ja was ist mit den Wirten dort,

Andrea: Und ob die nicht, das kommt halt auch immer gleich mal.

Willy: Also das ist Konkurrenz der Wagnung in Wärtswesen.

Andrea: Ja genau, genau. Also für mich sind das keine Argumente, weil es ist immer, für mich gibt es sowas nicht.

Andrea: Es ist auf alle Fälle inspirierend und es werden wahrscheinlich auch nicht die gleichen Leute kommen.

Andrea: Es ist auch so, dass wir ja alles nur gegen eine Spende machen und nur mit dem Sachen arbeiten,

Andrea: die wir von irgendwo gespendet kriegen, also sowohl einrichtungsmäßig als was weiß ich, wenn wir jetzt Kuchen hergeben oder so, dann ist das bei uns unser Taste-to-Waste-Buffet.

Andrea: Finde ich das auch ganz super, dass die Leute sehen, hey, das sind ja alles nur leibernde Sachen, die man da essen kann. Genau, also ich würde jetzt inzwischen mit Wohnzimmern

Andrea: weil eben die Hemmschwelle gross ist.

Willy: Aber es braucht offensichtlich ein Wohnzimmer oder sonst irgendeinen Mechanismus oder was auch immer, um diese Hemmschwelle, die offensichtlich ja da ist, irgendwie zu erleichtern, zu kompensieren.

Andrea: Eigentlich ist es ja nur Krücke in Wirklichkeit, weil die wirkliche Arbeit, wie soll ich sagen,

Andrea: sollte eigentlich im Bewusstsein stattfinden. Du kannst nicht so schnell irgendwie sagen, du brauchst dich nicht schämen dafür, dass du arm bist.

Andrea: Das muss ich gern, da muss man, kann man sagen, aber es ist halt trotzdem so, dass sich die Leute schämen.

Willy: Kann man sagen, ja, nur tue es einmal.

Andrea: Wenn man sagt, du brauchst noch mehr, würden das ja eh wegschmeißen. Oft ist das Argument gut, das sehen wir, wenn wir sagen, komm, ich würde dir gerne was weggenommen, du nimmst nix weg. Das sind Sachen, die weggeschmissen werden. Genau.

Alexandra: Du wirst selbst zum Lebensmittelretter eigentlich.

Andrea: Genau.

Willy: Was sind denn die größten, aus eurer Erfahrung heraus, die stärksten Faktoren bei der Scham?

Willy: Ist das eher, was sagen die Leute über mich?

Willy: Ist es so ein Scham vor sich selbst, vor den Kindern? Und, damit das nicht nur so eine negative Frage ist, was sind dann meistens diese Knackmomente,

Willy: Dann geht es dann durch.

Andrea: Das ist das, was der Alexander Kokk gesagt hat, diese, wenn man den Menschen sagt, du,

Andrea: du breitest damit Lebensmittel und du tust dir auch was Gutes, sonst wird's weggeschmissen, dann geht's ganz schnell.

Andrea: Das ist meistens ein gutes Argument bei Menschen, bei allen, aber bei den meisten ist es echt,

Andrea: sehr gut. Und ansonsten, das andere, das dauert halt ein bisschen länger, eben dieses Selbstbewusstsein

Andrea: aufzubauen und auch, dass man nicht schuld ist an dieser Situation. Es werden immer die Schuldigen gesucht, die Schuld wird immer bei den Armutsbetroffenen

Andrea: gesucht. Aber die haben keine Schuld. Und das jetzt aus den Köpfen rauszukriegen mit vielen Reden, das dauert halt länger.

Andrea: Aber das wäre es eigentlich in Wirklichkeit. Uns wird dauernd eingeredet, wir sind nur was wert, wenn wir uns über Arbeit definieren.

Andrea: Wir sind nur was wert, wenn wir uns über Geld definieren, wie viel wir haben oder über einen Titel.

Andrea: Das sind eigentlich die wirklichen Sachen, die diese Heimschwelle erst...

Andrea: Man muss sich nicht schämen vor irgendjemanden. Es sollte eigentlich nicht mehr sein, dass man sich schämen muss vor einem Nachbarn,

Andrea: dass der jetzt da weiß, dass er so wenig Geld hat, dass er immer das Essen nicht leisten kann. Das wäre eigentlich das Richtige, dass wir dort einmal hinkommen, dass wir innerlich gesund wären und selbstbewusst und uns nicht immer...

Andrea: Du bist nix wert, du bist weniger wert, weil... Das ist schade, aber das dauert halt länger bis wir da...

Alexandra: Aber ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber auch in vielen Tafeln gibt es auch immer mehr Menschen, die selber

Alexandra: armozgefährdet oder armozbetroffen waren und die dann mitarbeiten. Und auch das ist eine super,

Alexandra: Möglichkeit wieder anzudocken. Also selbst wir in der Wiener Tafel, wir geben ja nicht direkt an Menschen in Not aus,

Alexandra: weil wir ja an soziale Einrichtungen abgeben, aber trotzdem das Bild des Ehrenamtlichen hat sich total,

Alexandra: geändert. Also nicht nur durch die Flüchtlingswähle, wo natürlich überhaupt ein Schwung von Menschen auch,

Alexandra: zu uns gekommen ist, einfach weil sie was tun wollten, auch eine Beschäftigung, da haben wir auch ganz viele Programme gemeinsam entwickelt und irgendwann haben die mitgeholfen bei Lieferatur beim Sortieren und das passiert auch heute.

Alexandra: Und oft weiß man gar nicht, ja selber nicht, ist das jetzt jemand, der schon eine Armutserfahrung hatte oder nicht, aber alleine, dass man sagt, ja super, ganz wichtige Arbeit, weil das Sortieren, ich meine, das ist auch wirklich ressourcenintensiv und das kostet auch eine Zeit und ist gar,

Alexandra: nicht so einfach, wenn man es gut macht und das ist einfach eine total wichtige Arbeitsleistung und da kann man Menschen, die am Rande der Gesellschaft sind, auch eher in die Mitte wiederbringen.

Alexandra: Und damit kommt dieses Tun. Und natürlich, wie du sagst, viele definieren sich über die Arbeit.

Alexandra: Ja, das ist natürlich jetzt auch nicht gut, aber auf der anderen Seite, wenn dann Menschen sehen durch die Arbeit gemeinsam was alles bewegt wird und wie schön dann...

Andrea: Aber das ist die Wirksamkeit. Das ist die Wirksamkeit, was ich gemeint habe, ist, wenn du keine Arbeit hast, falls du im sozialen Ansehen, ja ganz schnell.

Andrea: Also du bist ja in der Gesellschaft nur wirklich was wert, wenn du auch tatsächlich einen Job hast.

Andrea: Und je besser der Job bist, desto mehr bist du angesehen.

Andrea: Und ja, das stimmt absolut.

Andrea: 95 Prozent aller unserer Mitarbeiterinnen kommen, sind armutserfahrene Menschen, hat auch für uns einen wahnsinnigen Vorteil, weil man ganz genau weiß, wie möcht man nicht behandelt werden,

Andrea: nicht von oben herab und es gibt hier viele Sachen, die man Erfahrungen gemacht hat, wenn man arm ist und dann war es okay, wenn ich jetzt da in der Tafel bin, dann sollen die aber

Andrea: besonders freundlich behandelt werden.

Bianca: Ihr beide was der begriff armut oder armut an sich was bedeutet denn das für euch persönlich

Bianca: dann niemanden ein Problem.

Alexandra: Also ich meine ich bin jetzt niemand der so wie du eine direkte Armutserfahrung hat, aber

Alexandra: was ich finde es geht ja weit über den materiellen Mangel hinaus.

Alexandra: Also jetzt nicht nur, dass ich sage ich kann mir halt nicht leisten eben eine Heizung,

Alexandra: Lebensmittel oder so, sondern auch diese soziale Teilhabe, weil man ist da halt ganz rasch

Alexandra: einmal, so wie wir es auch erleben, auch von Menschen eben die bei den Tafeln andocken,

Alexandra: dass man am Rand der Gesellschaft ist und alleine, dass ich sage ich komme wieder in die Mitte, kann eben zum Beispiel auch gemeinschaftlich, also wir zum Beispiel in der Wiener Tafel hatten vor Corona immer lange Tafel.

Alexandra: Jeder nimmt Platz an einer langen Tafel und der eine gibt der Spende, der andere nicht. Aber alle sind willkommen und nehmen Platz und dieses Miteinander, weil wenn du da am Rand stehst,

Alexandra: dann hast eh schon nichts und dann bist vielleicht auch irgendwie so noch gemieden und kannst nirgends hingehen, wenn du dir weder leisten kannst auf ein Bier zu gehen, noch sonst irgendwie Freunde zu treffen oder Kino.

Alexandra: Also diese soziale Teilhabe, die ist mindestens, glaube ich, genauso schwierig, wie halt das, ich habe jetzt kein Geld, aber das...

Alexandra: Und ich glaube, da haben wir viele Dinge, wo wir auch gegensteuern,

Alexandra: es ist mehr als dieses Lebensmittel, was über die Theke wandert. Also da steht viel mehr dahinter.

Alexandra: Und ich glaube, dass man da einfach so vielen Menschen auch so wieder,

Alexandra: Würde, Wertschätzung, aber auch eine Gemeinschaft geben kann. Das finde ich einfach total schön, der Gedanke und wichtig.

Willy: Vereinzamt die Gesellschaft immer stärker.

Willy: Das ist so ein Begriff, den man immer wieder hört bei Trendanalysen, die großen Trends in der Gesellschaft. Ein großer, kein guter ist Verein- sammung.

Willy: Das hört man immer wieder. Also nicht als alleine sein, sondern einsam sein irgendwie in dieser Situation.

Willy: Kriegt ihr das auch mit, diese Bewegung?

Alexandra: Also in der Corona-Zeit, oder? Das war ja auch so ein krasser Unterschied, weil plötzlich konnten ja auch bei uns viele Ehrenamtlichen immer mitarbeiten,

Alexandra: weil sie eben auch in der Gruppe waren, über 60 vielleicht mit Vorerkrankungen oder so.

Alexandra: Und da haben wir schon gemerkt, wie sich dann wieder die Corona-Beschränkungen gelockert haben,

Alexandra: also dass extrem viele Menschen auch wieder gern zu uns gekommen sind.

Alexandra: Und bei uns gerne kommen heißt auch, oft eine weite Anreise eben auf sich nehmen,

Alexandra: weil das wohnt nicht jeder aufs Eck vom Großmarkt. Das ist natürlich noch mal leider und das ist natürlich schon mal ein Hindernis.

Willy: Nicht wenigstens sogar.

Alexandra: Oder auch wenn wir Feiern machen am Großmarkt für unsere Ehrenamtlichen.

Alexandra: Also da kommen auch wirklich viele Leute und das finde ich auch schön, aber das war irgendwie weg plötzlich und da hat man dann auch...

Alexandra: Also das war, kann mich erinnern, wir haben ja die meisten, die konnten, ins Homeoffice geschickt, damals beim ersten Lockdown.

Alexandra: Aber das erste, was wir dann eigentlich gemacht haben, wir müssen auch mal die Ehrenamtlichen durchrufen und fragen, wie es ihnen so geht und was sie so machen und dann mal erkundigen,

Alexandra: dass wir irgendwie den Kontakt halten und dann haben unsere Ehrenamtkoordinatorinnen dann die Listen mit den Ehrenamtlichen durchtelefoniert und gesagt wir müssen einfach schauen, dass wir Kontakt halten und auch schauen wie geht es den,

Alexandra: Menschen jetzt aber plötzlich von 100 auf 0. Also oder kaum mehr an Menschen, die,

Alexandra: die mitgearbeitet haben, damals im ersten Lockdown.

Willy: Haben sich die die Begriffen, die Gesichter der Armut, sagen wir mal so, hat sich Armut verändert in den letzten,

Willy: was, ich sag mal, in den seit zehn Jahren, speziell jetzt natürlich in der durch Corona, durch die Krise, gibt es da neue Menschen oder kann man sagen,

Willy: Das typische Bild des armen Menschen hat sich verändert. Sind jetzt neue Menschen dabei, neue gesellschaftliche Gruppen? oder ist es ein konstantes Bild, das ihr das seht?

Andrea: Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich einmal nicht Geld habe, bin ich auch mal. Aber natürlich hat sich das verändert, weil jetzt trifft es einfach auch Menschen, die keine Erfahrung damit haben.

Andrea: Ich habe mich ganz salopp. Weil meistens steckst du ja sehr lange in der Armut drin, bis oder immer.

Andrea: Und auch die Kinder haben ja viel weniger Chancen dann später. Du bleibst ja meistens in der Armut stecken.

Andrea: Aber die Leute, die es jetzt trifft, gerade momentan durch diese Erhöhungen von Spritpreisen, durch die Energiepreiserhöhung, das sind Menschen, die sich eigentlich bis vor ein, zwei Jahren nicht vorstellen hätten können,

Andrea: einmal in so eine Situation zu gehen, dass sie nur darüber nachdenken müssen, zu einer Tafel zu gehen.

Andrea: Und wir haben eben viele Leute, die wo wir sehen, wo ich sie dann oft frage,

Andrea: nicht schon viel früher kommen. Ja, ich habe jetzt mal meinen Sohn gefragt, ob er mir was leidt, weil vielleicht wieder die Situation besser

Andrea: und dann habe ich ja noch ein paar Tausend Euro Ersparnis gehabt, dann habe ich,

Andrea: das noch verkauft und also die Heimschwelle ist dann noch viel höher zu,

Andrea: einer Tafel zum gehen, weil das einfach... Ja und auch psychisch ist es so, dass sie das kaum verarbeiten können. Dass wirklich viele Leute jetzt auch extrem

Andrea: struggling einfach mit ihrer Psyche, weil sie es einfach nicht packen, dass sie.

Andrea: Plötzlich in einer Situation unsere Hilfe annehmen zu müssen.

Willy: Es gibt ja sowas wie Armutskompetenz, weil oft hat man so das Wort getriggert,

Willy: ein bisschen Armutserfahrung, wenn man die gemacht hat. D.h. draussen gibt sich dann eine Kompetenz.

Andrea: Das ist eine Kompetenz.

Willy: Wie kann man die aufbauen? oder wie, was ist Armutskompetenz?

Andrea: Das sind viele Sachen, die du aus deiner persönlichen Armut erfahren hast.

Andrea: Und dann heute in dem Fall jetzt wir halt umsetzen, indem wir uns immer wieder an das erinnern, wie ist das,

Andrea: wann ich da reingehe, wie fühlt man sich da, was würde ich gern haben, damit das die Situation ein bisschen entschärft.

Andrea: Das sind wirklich viele Kleinigkeiten, wo man vielleicht jetzt nicht gleich den Zusammenhang sieht,

Andrea: aber ich sag immer, ich möcht gern, dass es gut riecht, ich möcht gern, dass Musik spielt,

Andrea: Dass es einfach so ist, wie überall wo du reingehst und normalerweise konsumierst und

Andrea: die wohlfühlst und zurücklernst, so soll es auch bei uns da sein. So soll man auch viel sehen und sich irgendwie wiederfinden, ob das jetzt der Kreuz tut,

Andrea: das wo der Bruder da ist. Es soll einfach was sein, was diese Situation entschärft, wenn man reinkommt.

Andrea: Normalerweise ist es immer ein bisschen amselig. Ausgaben oder Suppenküchen, die immer den Charme an der Bahnhofshalle haben.

Willy: Das ist auch nicht hip, oder?

Alexandra: Aber oft liegt es ja auch da im Budget, weil die Tafeln selber so knapp sind.

Alexandra: Dass man nicht viele Ideen hat, wie man sie herrichtet, das zeigst du mit wenig Budget,

Alexandra: wie toll es ausschaut.

Andrea: Alles was da drin ist, ist einfach gespendet worden von jeder Pflanze, Stoff.

Andrea: Alles gespendet. Da ist nichts gekauft worden. Man kann schon sehr kreativ sein, aber man muss.

Willy: Ja, ja.

Willy: Man kann nicht mehr, man muss kreativ sein wahrscheinlich.

Andrea: Oder, ja, muss und müssen tut man nicht.

Andrea: In einer Bahnhofshalle leben.

Willy: Und dann gibt's den Wirt.

Bianca: Mir stellt sich die Frage in einem Land wie Österreich, warum gibt es da immer noch,

Bianca: Armut? Warum gibt es da immer noch arme Menschen?

Alexandra: Es müsste nicht sein.

Alexandra: Es gibt ja auch immer die Relation, ein Drittel aller Lebensmittel wird weggeschmissen und von dem Drittel wird ein Viertel ausreichen, um die ganze Welt zu ernähren.

Alexandra: Also es ist so ein Überschuss da. Die Frage ist nun, wie kommt das immer zusammen mit denen, zu denen die es brauchen?

Alexandra: Und das sehen wir dann doch meistens und jetzt nicht nur deswegen bin ich wieder in der Landschaft.

Alexandra: Es ist immer ein logistisches Thema. Wie kommt das von A nach B so schnell mit den geeigneten Transportmitteln? Wie wird es rasch weiter verteilt? Aber da ist natürlich ein großer Hebel nach wie vor und das müsste nicht sein, dass so viel noch immer im Müll landet.

Alexandra: Abgesehen natürlich auch trotz allem ist jeder Haushalt natürlich auch für 50 Prozent Lebensmittelüberschüsse verantwortlich und für die Abfälle, die daraus entstehen.

Willy: Ja, beim Haushalt können wir nicht ansetzen.

Willy: Ich hab dir selber schon gesagt, ihr beim Handel habt es gestartet und ihr arbeitet euch immer weiter in der Wertschöpfungskette nach hinten oder zum Anfang eigentlich.

Alexandra: In der Wertschöpfung geht er nach hinten.

Willy: Und zur Gemeinschaftsgastronomie. Dann nehmen wir doch unseren nächsten, Bianca hat auch schon das Blatt hergezogen, wir haben

Willy: das jetzt immer so schön strukturiert mit unseren Themenblöcken. Wir gehen jetzt stärker rein in das Thema Lebensmittelabfälle. Bianca, ich würde dich jetzt um deine erste Frage bitten.

Bianca: Ich finde es lustig, weil du hast vorhin gesagt, ein Taste the Waste Kuchenbuffet. Wann wird ein Lebensmittel zum Abfall?

Willy: ...

Willy: ...

Andrea: Lachen.

Alexandra: Frage, 100.000 Antworten. Also vielleicht auch ganz aus der Praxis gesprochen, es ist oft gar,

Alexandra: nicht so einfach, weil zum Beispiel jetzt auch gerade die Mengen, die wir in der Landwirtschaft,

Alexandra: haben und dann liegt da diese Kiste, was wir gerade vom Großmarkt gesammelt haben und wenn ich diese,

Alexandra: Kiste zehn Personen gebe, gibt es 20 verschiedene Methoden das auszusortieren. Was für den einen

Alexandra: noch hundertprozentig gut ist, ist für den anderen schon total verdorben und im Müll. Und da bin ich eben bei einem ganz wichtigen Thema, dieses Thema Schulung. Weil wir auch gesehen haben, unsere Ehrenamtlichen kommen auch mit unterschiedlichen,

Alexandra: Backgrounds und wenn ich jetzt eine Ware auch bei uns in den Verteiler gebe, in,

Alexandra: diese Kühlschränke im öffentlichen Raum, dann ist es ja jedem unbenommen. Für den einen ist das noch gerade genussfähig und da schneit sich vielleicht die,

Alexandra: schimmelige Stelle weg und für wen anderen ist das ein absolutes No-Go. Aber braucht natürlich einheitliche Standards und selbst bei Experten, also wir haben jetzt so

Alexandra: Schattbildkataloge gerade erstellt in der Wiener Tafel, wo man eben sieht.

Willy: Startbild.

Alexandra: Das ist jetzt das Bild, würdet ihr das noch nehmen oder nicht, dieses Obst oder Gemüse.

Alexandra: Selbst bei den Experten, mit denen wir auch diskutieren, keine Meinung und da sagen wir, hu, da gibt es überhaupt ein totales Wissensdefizit, da bin ich aber wieder in der

Alexandra: Schule eigentlich, weil dort müsste man ansetzen mit dem Thema Lebensmittelkompetenz. Aber eben,

Alexandra: Es ist nicht so einfach und gerade jetzt bei Obst und Gemüse gesprochen, aber auch beim Mindesthaltbarkeitsdatum natürlich nicht. Da bin ich halt wieder beim Einsetzen

Alexandra: der eigenen Sinne, sonst wäre ich nicht wissen, ob jetzt das Packerl noch gut ist oder nicht,

Alexandra: weil das Packerl weiß ja nicht, dass es heute abgelaufen ist und deswegen in Müll wandern muss.

Alexandra: Also das ist auch so grotesk. Aber wenn wir das nicht lernen, wieder diese Kompetenz im Sinne der,

Alexandra: eigenen Sinne einzusetzen, aber auch zu wissen, auch dieses Lebensmittel-Kompetenzthema zu stärken,

Alexandra: dann schmeißt man wirklich zu viel weg. Auf der anderen Seite gibt es aber auch

Alexandra: Fälle, wo man sagen muss, wenn da ein Schimmel jetzt drauf ist und es ist ein wässriges Lebensmittel, aber wirklich obacht und lieber wegwerfen,

Alexandra: weil sonst haben wir wieder ein gesundheitliches Thema.

Alexandra: Also aber da sehen wir einfach, es gibt dieses Wissen nicht und da wollen wir

Alexandra: auch vor allem jetzt als Wiener Tafel wieder ansetzen und dann natürlich auch

Alexandra: über den Verband Österreich weit schulen. Das ist ein Riesenthema.

Alexandra: Also deswegen gerade die 100 Fragen, weil ich eben damit jetzt gerade so beschäftigt bin und mir denke, puh, das ist nicht so einfach. Ist das jetzt noch gut oder nicht? Wann ist es gut?

Alexandra: Und da sehen wir bei den Obst und Gemüse Sachen am besten, dass das wirklich ein Feld ist, wo sich trefflich streiten lässt. Also auch bei uns, das ist hoch emotional.

Alexandra: Weil der eine hat das Obst und Gemüse gerade vom Großmarkt gesammelt und der andere sagt, na, jetzt ist das ein Wahnsinn, das gehört im Biomüll. Und dann wird schon die FD diskutiert.

Alexandra: Dann braucht es die Expertin auch bei uns, die schlichtet und sagt also so ist es und so müssen

Alexandra: wir in die in die Schulungen kommen und aber auch natürlich das ist im Handel nichts anderes ja also auch da gehört dieses Wissen viel stärker verankert ist das jetzt wirklich ein Lebensmittel

Alexandra: was ich noch weitergeben kann an eine Tafel oder auch in einen Sackerl hinein oder nicht.

Willy: Was ist der stärkste Trigger für die Zurabfallmachung von Lebensmitteln auf unserer Seite?

Willy: Sind es jetzt die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel so eine MHD etc., also alles, was strukturell und rechtlich bedingt ist,

Willy: sind es eher logistische Verteilungsprobleme auf der infrastrukturellen Seite.

Willy: Ist es einfach ein Wohlstandsphänomen, so wie wir haben einfach zu viel Geld und es tut uns einfach nicht weh, wenn wir es wegschmeißen,

Willy: deswegen schmeiß ich es weg, wenn ich es nicht will. Oder ist es was Gelerntes und was davon schlägt am stärksten durch?

Alexandra: Also ich würde schon sagen, dass der Wert von Lebensmitteln einfach so nicht mehr gegeben,

Alexandra: ist und dass man da einfach schon oft dazu neigt, auch als Gesellschaft lieber mal was

Alexandra: in den Müll zu werfen und zum Teil Fähigkeiten von früher verlernt hat, wie eben kochen oder

Alexandra: wie viele Familien kochen noch gemeinsam oder essen noch gemeinsam.

Alexandra: Also da ist einfach ganz viel im Wandel und das gemeinsam ist eine schwierige Kombi und,

Alexandra: führt dann dazu, dass man halt dann ja, Lebensmittel nix wert und ah, jetzt weiß ich auch gar nicht,

Alexandra: was ich damit mache, ups, ist es dann schon im Müll. abgesehen von der Thematik MHD oder richtige Lagerung und so was natürlich auch immer dazukommt.

Willy: Also Mindesthaltbarkeitsdatum, MHD.

Alexandra: Genau, genau, aber wie wird was im Kühlschrank richtig gelagert? Wie kann ich was haltbar machen? Wie kann ich was einkochen? Wie kann ich was tieffrieren oder so? Also da sehen wir einfach ganz viel wissen, was verloren gegangen ist.

Andrea: Nö, voll. Total.

Willy: Fällt uns da die Zeit? Ich denke mir jedes Mal, ich sollte schon vorgekommen sein, dass ich ein Lebensmittelport geworfen habe.

Willy: Mir fällt hin und wieder ab, wenn ich jetzt ein trockenes Brot, das ist so der Klassiker, irgendwie. Ich weiß eh, dass ich kocht gelernt, ich weiß eh, was ich machen kann mit dem Brot.

Willy: Ich habe keine Zeit und ich habe oft auch keine Lust, sage ich jetzt einfach mal. Und wenn ich jetzt anfange und das reibe und dann ein Knödel mache und so, das ist eher schön, das ist eine schöne

Willy: Abendbeschäftigung, wenn ich mich drauf einlasse und dann sage, jetzt habe ich ein Lebensmittel Dann habe ich einmal von 100 Kilo Brot, habe ich ein Kilo gerettet und dann feiert die mich total, weil ich das jetzt gemacht habe.

Willy: Aber ist es realistisch zu glauben, dass wir uns als Menschen so ändern, dass der Willi jetzt hergeht und einfach jetzt Brot, das irgendwo mal trocken wird, weil das nicht mehr der Gästen hat oder übersehen hat, dass ich das jetzt dann wirklich verwerte?

Willy: Oder was kann, was würde sich dem Willi jetzt sagen, wie er sein Leben, wie er das ändern könnte?

Willy: Könnte. Ich glaube, ich würde meine Muster zurückfallen. Ich würde es euch dann nicht mehr sagen, ich würde es dann geheim machen, weil furchtbar schammer. Aber ich weiß nicht, ob ich mich ändern.

Andrea: Ich habe es gut verstanden, aber...

Willy: Wird oder wie scharf ich es, dass ich mich ändere.

Alexandra: Ich würde immer trotzdem motivieren, der Weg ist das Ziel, weil du hast ja schon erkannt, wo es vielleicht noch was gibt. Und es gibt ja in jedem von unseren Haushalten Themen und da gibt es Schräubchen, die schwieriger zu drehen sind,

Alexandra: weil sie im Arbeitsalltag nicht so leicht zu integrieren sind und manche vielleicht einfacher.

Alexandra: Und ich weiß nicht, bei mir selber kommt es jetzt nicht mehr so unter, dass ich mit hungrigen Magen zum Beispiel einkaufen gehe,

Alexandra: aber das war halt auch früher und dann habe ich halt auch zu viel eingekauft. Also auch so vielleicht schon vorher anzusetzen, weil ich gebe dir recht, es wird dann auch nicht sich jeder Abend unbedingt dann hinstellen und nochmal was draus machen oder wenn es früh genug,

Alexandra: ist, ja vielleicht ist ein Verteiler ums Eko, man gibt es dann dort rein, aber es muss schon in den Arbeitsalltag integrierbar sein und das ist sicher trotzdem die Königsdisziplin, wie komme ich von dem Bewusstsein und das Bewusstsein ist schon mal super, dass man das hat, aber wie komme ich dann,

Alexandra: zum Tun und aber es gibt trotzdem wahrscheinlich zehn Schrauben und wenn man mal an zwei Schräubchen,

Alexandra: jeder von uns dreht, wenn ich sage 50 Prozent ist, Müll ja schon 20 Prozent oder 10 Prozent jetzt bei,

Alexandra: 50, 10 Prozent vermieten. Ja also das wäre ja schon genial und das ist halt schon ein großer Hebel

Alexandra: mit den Lebensmittelabfällen, weil 500.000 Tonnen im Jahr ist ja gewaltig und wenn man da mal an den leichteren Schrauben dreht und da mag wirklich das Einkochen oder verarbeiten jetzt nicht die,

Alexandra: einfachste Schraube sein, aber eh zum Beispiel ist der Kühlschrank richtig von der Temperatur.

Alexandra: Eingestellt. Viele Kühlschränke sind zu warm im Haushalt. Oder sind die Stufen,

Alexandra: ist es richtig, eingeordneter Kühlschrank, weil dann wird das Lebensmittel vielleicht auch nicht so schnell schlecht werden und so kann man sich doch vielleicht das ein oder andere vornehmen, was jetzt nicht die ganz,

Alexandra: große Änderung im eigenen Verhalten.

Andrea: Oder auch dieses Ausbacken von den Lebensmitteln. Also wir kaufen alle jetzt Tomaten, Gurken, was auch immer und dann backen wir's aus.

Andrea: Ohne drüber nachzudenken, dass man eigentlich sich was dacht hat bei diesen Verpackungen.

Andrea: Nämlich, dass sie länger frisch halten. Und wir kommen dann daheim, backen's aus und legen's in den Obstkorb rein.

Andrea: So nehmen wir den jetzt schon einmal sehr, weil es halt schön ausschaut, versteh ich schon.

Andrea: Aber nehmen auch einiges an der Haltbarkeit weg dadurch. Und auch dieses Planen. Wir wollen alle immer Brot daheim haben und eine Wurst und ein Käse und eine Milch und alles.

Andrea: Und wissen aber in Wirklichkeit oft schon, dass wir morgen auf dem Seminar sind und dort essen und übermorgen auch keine Zeit zum Kochen haben.

Andrea: Und also auch in der Planung geht da schon viel. Man könnte schon sich seine Wochen anschauen und sagen, aha an den Tagen bin ich gar nicht daheim. Das macht gar keinen Sinn, dass ich jetzt Obstgemüse oder Wurst einkauf mache, dann vielleicht später.

Alexandra: Wenn das ist, so ein Klassiker, der mir auch erst vor ein paar Jahren dann so

Alexandra: eingefallen ist, wie es noch so viele Veranstaltungen, Amtveranstaltungen gab, dann war es halt oft so, man geht halt dann doch nicht am Amthin, weil es halt schon so

Alexandra: viel los war, und dann ist man am Amt froh nach Hause gekommen und ich habe mich

Alexandra: natürlich nicht abgemeldet, und irgendwann ist man dann auch, wenn das jetzt viele

Alexandra: machen, dann bleibt ja beim Kettering-Buffet ja da die Menge über, und seitdem versuche ich

Alexandra: zu wenigstens rechtzeitig auch abzusagen, weil das irgendwie, das hat sich auch so bei mir selbst so eng schmief wie meine Zeit war, dann sag ich halt gar nicht ab, es wird eh nicht auffallen. Ja, ich mein, man hat sich angemeldet, ja, aber es kommen ja oft viele nicht, aber wenn viele nicht kommen und keiner sagt was und der Keterer steht dann, liegt dann auf seinen Schnitzel und dann ist halt die Frage, was passiert draus.

Andrea: Ja, diese Unverbindlichkeit, das ist wirklich ein Wahnsinn, dass jeder so unverbindlich einfach bleibt. Niemand will irgendwo zusagen oder absagen, weil vielleicht kommt man ja doch.

Andrea: Das macht halt auch viel aus, eben gerade beim Kettering.

Andrea: Und ich sehe das selber, wenn wir Veranstaltungen machen, wir machen ja dann Buffets,

Andrea: unsere TSTW Buffets, wo wir Curry kochen und Reis und so.

Andrea: Und dann sagen auf Facebook einfach 50 Leute zu und von den 50 kommt 20. dann ist es ärgerlich und die sagen nicht ab.

Andrea: Das ist wirklich ärgerlich, weil was tue ich dann mit Mühe und Not, muss ich dann schauen, wem ich das alle einbocke. Die für ein Kuh.

Bianca: Das Spannende ist, wir haben nackerte Zahlen.

Bianca: Eine Million Tonnen der Lebensmittel in Österreich landen im Mist.

Bianca: Zehn Prozent entstehen im Handel, ein bisschen mehr in der Produktion.

Bianca: Das ist da, wo ihr ansetzt, was man dann bei euch holen kann primär.

Alexandra: Mhm.

Alexandra: Mhm.

Bianca: 50 Prozent, hast du vorher selber gesagt, entstehen im Haushalt.

Bianca: Also die wir dann schon daheim haben und in irgendeiner Form wegwerfen.

Bianca: Das heißt, riesengroßer Hebel. Jetzt ist es aber so, alles wird teurer.

Bianca: Ihr merkt, da tauchen Gesichter auf, die vorher nicht da waren, die noch nie einen Kontakt mit Armut haben. Jetzt wollen wir irgendwie alle sparen und dann nicht reinrutschen.

Bianca: Habt ihr irgendwelche Tipps, wie wir gleichzeitig...

Alexandra: Sehr nett. Danke. Danke.

Willy: Das soll ich nicht rausbringen von mir, ich schau nur, dass alle ein bisschen was haben.

Bianca: Putz dich Geiger, wirklich.

Alexandra: Perfekter Kellner.

Andrea: Hahaha, ein Bootsticker!

Bianca: Ich fange von vorne an.

Bianca: Gut, jedenfalls ist alles so wie es ist und im Haushalt ist der größte Hebel zur Abfallvermeidung,

Bianca: und gleichzeitig wird alles teurer, es rutschen viele Menschen unter diese Armutsgrenze.

Bianca: Wir wollen vielleicht selber spannen, habt ihr jetzt irgendwelche Tipps, wie wir gleichzeitig sparen können und vermeiden irgendwelche Lebensmittel in den Mist zu schmeißen.

Alexandra: Also was ich jetzt immer sage ist, nachdem ich eine Umfrage mal im September gelesen,

Alexandra: habe, wo es dann darum ging, was sozusagen sich Konsumentinnen vornehmen, wo sie Strom,

Alexandra: sparen möchten und da war halt das Thema, man könnte ja den Kühlschrankwärmer einstellen.

Andrea: Oh je.

Alexandra: Und seitdem hebe ich das gerne hervor, dass das irgendwie keine gute Idee ist, weil dann.

Willy: Ich bin ein Küsch und Katzen.

Alexandra: Die Lebensmittel früher verderben und es dann ja teurer wird, also das auf keinen Fall den Kühlschrank.

Alexandra: Und noch dazu sich dann Listerien oder andere Bakterien oder sonstige Mikroorganismen ja wirklich freuen, wenn es zu warm ist.

Alexandra: Und es ist schon generell in den meisten Kühlschränken zu warm. Also das ist sicher ein ganz großes Thema. Oder auch, dass man dann eben sagt, ja, wenn ich halt ein warmes Lebensmittel in den Kühlschrank werde, wird es natürlich mehr Energie kosten.

Alexandra: Also auch hier einmal auskühlen lassen und dann in den Kühlschrank. so einfache Sachen, weil wir halt oft jetzt auch über Stromkosten und diese Sachen reden,

Alexandra: aber ja nicht halt den Kühlschrank dick wärmen drin, um sich dann zu denken, da kann ich mir,

Alexandra: jetzt Wasser sparen und so sind wir halt schon sehr bei dem Lebensmittelthema, wo ich mir denke, da gibt es ja auch die Umfragen. Bisher schon vor der Teuerung hat man ja jeder von uns

Alexandra: Lebensmittelwert von 300 Euro in den Müll geworfen, also das Geld haben oder nicht haben und gerade bei,

Alexandra: sowas täglichen wie Lebensmittel ist natürlich auch hier nahelegend, dass man da einfach drauf,

Alexandra: schaut, weil das Geld kann jetzt jeder sicher gut brauchen und auch hier bin ich wieder bei den kleinen Schrauben, also man wird wahrscheinlich nicht alles jetzt im Verhalten ändern, aber da zu,

Alexandra: schauen, dass die Lebensmittel gut gelagert werden und rechtzeitig verbraucht werden und wenn es drüber,

Alexandra: ist, über das MHD die Sensorik einzusetzen, da sehen wir einfach irrsinnig viel Potenzial. Das sehen wir,

Alexandra: natürlich bei Kindern und Jugendlichen, aber so wie ich am Beginn erzählt habe, es machen auch,

Alexandra: gerne Erwachsene mit und die haben auch viele Haarlebnisse, auch bei uns auf Sensorik Labor.

Bianca: Also riechen, schmecken.

Alexandra: Ja, ja und ganz großes Interesse. Das zahlt sich schon aus und sind so wirklich eher so,

Alexandra: Kleinigkeiten, weil natürlich machen wir auch Kochworkshops mit unserer Profiköchin, wie kann ich mir Dinge haltbar machen, das ist super. Aber auch da wieder, wer nimmt sich,

Alexandra: unbedingt die Zeit in einen Kochworkshop zu gehen, um hier Kompetenzen zu erwerben.

Alexandra: Und da gibt es vielleicht noch voreinfachere Schrauben.

Willy: Was ist die einfachste, aus eurer Sicht, ihr macht ja Sensoriklabor etc., macht ihr wirklich

Willy: einiges um Bewusstseinsbildung zu machen, um da in die Richtung auch zu arbeiten.

Willy: Was ist das erfolgreichste?

Alexandra: Also bei uns sicher, das was am, ich sage immer so wie ein Sickerwitz ist, das Mindesthaltbarkeitsdatum,

Alexandra: diese Kampagne, die wir entwickelt haben, die haben wir, also da war ich ganz neu bei der,

Alexandra: Tafel gemacht, da haben wir gesagt, wir wollen einfach selber, damals haben wir selber noch

Alexandra: Lebensmittel nur bis zum MHD genommen und nicht drüber und dann haben wir gesagt, naja,

Alexandra: das eigentlich geht das auch als Tafel ja schon gar nicht mehr und jetzt machen wir,

Alexandra: mal ein Studium mit der Lebensmitteluntersuchungsanstalt und schauen uns an, wie lang Lebensmittel

Alexandra: über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar sind. Und das war für uns dann selber überraschend, also von zwei Tagen mehr, sieben Tage bis Wochen, Monate länger haltbar.

Alexandra: Und das war eigentlich für uns primär ein Thema, was wir dann mit Broschüren, Steckkarten aufbereitet haben für unsere eigenen sozialen Einrichtungen.

Alexandra: Und die Klientinnen in den Einrichtungen sind bei uns natürlich noch einmal sensibler, weil da muss man natürlich schon noch aufpassen, weil die haben dann auch gesagt, ah jetzt kriegen wir schon abgelaufene Ware von euch hinein, die ist genauso gut und bitte auch,

Alexandra: hier Sensorik einsetzen und prüfen, weil es kann auch vor Mindesthaltbarkeitsdatum sein, dass das Joghurt oder die Milch schlecht ist, wenn es in der Sonne über den ganzen Tag transportiert wurde.

Alexandra: Also da gibt es wirklich einen großen Hebel und irgendwann ist dann das Thema mit den Broschüren,

Alexandra: wir haben es dann halt auf Infostände mitgenommen und irgendwann haben uns die Leute dann fast aus

Alexandra: den Händen gerissen und mittlerweile sind sie in den Schulen angekommen mit Poster und so. Und genau und Poster, wo alle Lebensmittel aufgelistet sind, wie lang sie über das.

Willy: Tafelpushen.

Alexandra: MHD hinaus haltbar sind. Aber das war für uns eigentlich selber so, dass wir dann auch gesagt

Alexandra: haben, auch als Tafel müssten sie eigentlich ganzheitlich sehen, weil eben das ist zwar prima ein Thema, was uns jetzt in unserer Tafelarbeit betrifft, aber wo wir ganz große

Alexandra: Defizite auch in der Bevölkerung sehen und da kann jeder von uns was tun und das interessiert,

Alexandra: auch jeden und das ist immer noch neu für viele Menschen, dass es dann einen Unterschied gibt,

Alexandra: zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum und was es eigentlich heißt, das

Alexandra: Mindesthaltbarkeitsdatum. Also und wir haben heute eine Kampagne gemacht, die dann sehr gut auch von

Alexandra: anderen Unternehmen mitgetragen wurde, weil auch hier, wir müssen schauen, dass wir aus unserer,

Alexandra: Blase rauskommen und da möglichst viele Leute erreichen und da helfen uns natürlich Multiplikatorinnen,

Alexandra: auch mit anderen Unternehmen, die das dann selber auch im Unternehmen aufhängen oder auch an

Alexandra: Mitarbeiter, Kundinnen weiterverbreiten sehr. Also das war für mich jetzt so das vielleicht

Alexandra: erfolgreichste, wo man sagt, ja da merkt man einfach, dass ganz viele AHA-Lebnisse sind zu diesem Thema.

Andrea: Das stimmt, da gibt es sehr viel Zuspruch. Es ist auch bei uns so, weil wir auch fast zeitgleich mit euch angefangen haben, also

Andrea: das Beiträge zu machen über das MHD und dann haben uns ganz viele Leute Rezepte geschickt,

Andrea: oder die Lebensmittel, die sie aufgemacht und verarbeitet haben, wie sie dann nachher

Andrea: ausgeschaut haben und vorher mit dem MHD-Datum oft wirklich lang abgelaufen und ganz stolz,

Andrea: eigentlich was sie da jetzt produziert haben und so. Das war super. Das ist bei uns sehr gut gekommen.

Alexandra: Aber auch bei Kindern und Jugendlichen eben die Sensorik wieder einzusetzen und im Zusammenhang mit dem MHD, das ist ein super Kombi.

Willy: Das ist das MHD ja im Prinzip eine rechtliche Bestimmung, das MHD, das was man anbringen muss.

Willy: Da sind wir eh doch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, die was dann schon eine gewisse Art von Realität auch schaffen,

Willy: an denen wir uns offensichtlich richtigerweise oder falscherweise orientiert haben, in dem wir es einfach wegschmissen haben,

Willy: weil da steht jetzt ein Datum drauf und da fuhr es gut, danach ist es schlecht. Sind wir nun draufgekommen irgendwann, das ist ja gar nicht so gemeint, der Gesetzgeber hat es eigentlich eh nie so gemeint, aber wir haben es irgendwie falsch interpretiert oder so.

Willy: Worauf ich hinaus will sind diese gesetzlichen Rahmenbedingungen, die offensichtlich sehr prägend sind. Wie wir Lebensmittel wahrnehmen oder auch nicht wahrnehmen und was wir dann als gut oder schlecht oder als Abfall oder als Nichtabfall wahrnehmen.

Willy: Was muss sich an den gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern, damit sich auch an den Abfällen was

Willy: ändert oder an welchen Rahmenbedingungen scheitert es hier regelmäßig oder was... Weil ich habe schon ein bisschen mitgekriegt, es gibt schon einiges, was aus eurer Sicht

Willy: noch optimierungsbedürftig ist. Wo sind wir dann? Was müsste da passieren?

Alexandra: Ja, also optimierungsbedürftig vor allem aus dem Hintergrund heraus, dass man viel mehr Lebensmittel retten könnten und viel mehr Menschen auch damit versorgen könnten, wenn das vereinfacht wäre.

Alexandra: Und da spreche ich zum Beispiel von der Rückverfolgbarkeit, weil wir wissen ja oft nicht, von welchem Händler haben wir dieses Joghurt oder diesen Apfel bekommen oder dieses offene Brot.

Alexandra: Das sind zudem auch allergene Kennzeichnung, die es bräuchte. Das sind zudem auch Vermarktungsnormen, weil eben warum wird oft Obstgemüse auch weggeschmissen.

Alexandra: Oder kommt gar nicht in den Handel, zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu krumm, ich weiß nicht was. Aber das entspricht ja eigentlich nicht den Vermarktungsnormen, das dürfte man auch nicht weitergeben.

Alexandra: Also es gibt ganz vieles, wo man sagt, das ist ja komplett grotesk, aber das ist so. Und da müssten wir uns halt auch wirklich eben mit den Ministerien gemeinsam, weil das ist halt eine Querschnittsmaterie wieder,

Alexandra: da geht es natürlich sehr viel im Gesundheitsministerium, weil wir wollen ja niemandem schaden,

Alexandra: Das ist natürlich ganz wichtig. Aber natürlich Landwirtschaftsministerium, dann ist es letztendlich auch wieder ein Bildungsthema, Wirtschaftsthema, es ist auch ein soziales Thema.

Alexandra: Und da bin ich wieder bei so einem Querschnittsthema, wo dann natürlich auch Justizministerium, wo wir versuchen, jetzt noch einmal konstruktiv auch als Tafeln zu zeigen, was können wir für einen Weg gehen und wo gibt es ein Gap und wie kann man das Gap lösen?

Alexandra: Weil das GAP kann eigentlich schon gelöst werden. Wir sehen es in anderen Ländern, dass man vielleicht rechtliche,

Alexandra: Vereinfachungen schafft für die Weitergabe, für Tafeln zum Beispiel. Weil natürlich als Tafel will ich niemanden schaden, aber wenn ich,

Alexandra: nach bestem Wissen und Gewissen, was ich ja täglich tue, Lebensmittel weitergebe, dann wäre ich nicht der sein, der am Ende des Tages,

Alexandra: ständig das Bummerl hat, weil eigentlich bin ich ständig in der Haftung und das ist eigentlich so weder korrekt noch,

Alexandra: umsetzbar und auch wenn uns auch Warnspender dann immer wieder was,

Alexandra: unterschreiben lassen, ich bin für alles haftbar, das mag nicht halten, aber es hat sich irgendwie so eingebürgert, alles auf die Tafeln und da nehme ich jetzt mal

Alexandra: auch die Sozialmärkte mit hinein, also alles auf die karitativen Organisationen,

Alexandra: können sie je nicht wehren und dann sind sie verantwortlich. Das ist halt nach 23

Alexandra: Jahren Tafelarbeit jetzt auch ein bisschen Fahrt geworden. Also das ist etwas, wo ich sage, naja, eben da gehört dringend wirklich solche Gespräche, dass

Alexandra: zu einem konstruktiven Miteinander finden und wie gesagt, es gibt gute Beispiele in anderen Ländern,

Alexandra: wo es funktioniert. Zum Beispiel Italien, die haben einen Haftungsausschluss für Tafeln.

Willy: Wo sieht man das?

Alexandra: Genau, das heißt Good Samaritan Law, also Gesetz des guten Samaritans, das kommt eigentlich aus.

Willy: Ein Haftungsausschluss.

Alexandra: Amerika, wo es es gibt, also da haben wir auch noch für sich gute rechtliche Vorlagen, aber,

Alexandra: natürlich wird es einen österreichischen Weg geben müssen, aber dann brauchen wir halt alle an deinen Tisch.

Willy: Das nennt unbedingt positiv behauptet immer der Begriff. Was wäre der österreichische Weg des Haftungsausschlusses? Ein bisschen ein Quasi-Ausschluss? Wohin gangert man da?

Alexandra: Ja, man muss natürlich auch die Gesetze, also es hängt natürlich vieles am EU-Recht,

Alexandra: aber eben nicht alles. Und das müsste man halt heraus schälen, weil selbst das Hygienerecht ist ja in jedem,

Alexandra: Bundesland anders. Überall gibt es einen Lokalinsanitätsrat und da wird es natürlich sehr kleinteilig.

Alexandra: Also man muss aber trotzdem schauen, was ist im Land machbar, wo gibt es gemeinsame,

Alexandra: Schnittmengen, was kann ich mir von anderen Ländern abschauen. Und das, was ich schon gesehen habe, wo man sich schon viel abschauen kann, ist wiederum Italien, weil die es geschafft haben, alle Stakeholder mit den Ministerien, die betroffen sind, an einen Tisch zu bringen.

Alexandra: Und nicht, dass man sich halt trifft, damit man sich trifft, sondern damit man die gesamte Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft bis zum Haushalt im Blick hat und wo gibt es Schnittstellen, weil da gibt es oft Schnittstellen, wo die einen sagen, das ist doch gut, die anderen schicken es wieder zurück.

Alexandra: Also es ist nicht so einfach und es gehört wirklich ganzheitlich betrachtet und das hat sehr gut funktioniert, da hat man einen gesamten Gesetzeskomplex geschaffen, wo man dann das,

Alexandra: eingebettet hat, so dass sich alle wiederfinden und alle auch positiv motiviert sind, etwas,

Alexandra: beizutragen und ich glaube, das bräuchte man dringend, dass wir hier mehr ins Miteinander, auch mit den ganzen Stakeholdern in der Kette kommen und das haben wir jetzt nicht, weil,

Alexandra: es schiebt jeder gerne irgendwie das Bummel weiter und ist auch der andere schuld und,

Alexandra: da gibt es ganz viel, wo ich sage, da gibt es ganz viel Potenzial, was wir noch retten.

Willy: Aber Italien hat es geschafft, das ist gut so am Return Lot, das heißt, soweit ich war, sind die auch immer noch bei der EU dabei, das heißt, wir haben eigentlich einen relativ, sollte machbar sein oder es zumindest nicht ganz unreal ist.

Alexandra: Ja, ja, machbar sein. Ja, ja, ja, genau. Aber worauf ich hinaus will, es heißt jetzt,

Alexandra: nicht mehr Gutsameritenloch, weil es aufgegangen ist in einen Gesetzeskomplex, weil es ja viel

Alexandra: mehr noch Gesetze gibt, wo man sagen kann, man kann zum Beispiel auch den Warnspender positiv verstärken, der kriegt vielleicht dann eine Entlastung bei gewissen

Alexandra: Müllgebühren. Also es gibt ja da ganz viele Maßnahmen, die in diesem und jetzt heißt,

Alexandra: Skadalow drinnen sind, wo man sagt, ja das hat natürlich die Haftungsthematik, aber nicht nur.

Alexandra: Wir müssen einfach die Schnittstellen uns anschauen und da voneinander lernen und da,

Alexandra: miteinander gemeinsam schauen, wie kann ich ein Klammer um diese großen Mengen, die weggeschmissen.

Willy: Du siehst es möglich, aber es ist noch nicht entstanden. Was ist der Hauptgrund warum es scheitert?

Alexandra: Viele Ministerien involviert das schon und natürlich auch viele Stakeholder

Alexandra: und dann ist halt immer die Frage wo beginnt man. Ich glaube es gibt schon immer wieder Bemühungen eher aus der Seite vom Klimaschutzministerium. Ich

Alexandra: würde mir halt wünschen, dass auch vom Sozialministeriumseite das,

Alexandra: Gesundheitsministerium dabei ist. Ist eh klar, wir wollen ja niemanden gefährden. Justizministerium aber so im Lied würde ich sehr stark Klimaschutz und,

Alexandra: Sozialministerium sehen.

Willy: Also die kerraten alle auf den Tisch einmal und die schreiten nach einer Tafelrunde oder?

Willy: Eine Tafelrunde, unsere Tafelrunde. Das wird jetzt ja schon fast aufgelegt. Watch out, we're coming.

Andrea: Tafelrunde, ja.

Willy: Das zweite, was ich jetzt vorher rausgehört habe, wir können natürlich jetzt nicht alle Themen besprechen, die jetzt faktoriell da reinspielen. Aber was mich furchtbarisiert hat, ist, es gibt Vermarktungsnormen, die war es natürlich

Willy: im Handel, die jetzt nicht funktionieren, weil die Gurken nicht in die Schachtel passen oder was immer der Grund dafür ist. Aber du hast mir jetzt gesagt, die gelten, weil ihr ja aus Tafeln

Willy: genauso Lebensmittelhändler seid und eigentlich sämtliche Regeln. Ihr dürft jetzt eigentlich die.

Alexandra: Nehmen. Wir brechen täglich die Regeln.

Willy: Krumme Gurke nicht nehmen, weil sie krumm ist und das ist quasi, ihr Lebenshändler, der sich eigentlich.

Alexandra: Und wir Lebensmittelhändler sind.

Willy: Nicht Satz, also eigentlich ganz anders und trotzdem würden diese oder gelten diese.

Alexandra: Diese Normen alle.

Willy: Okay, das heißt da gibt es jetzt eh schon so quasi die Toleranz des Werkstattes oder denkt

Willy: ihr mal ein bisschen mit, das ist jetzt vielleicht doch nicht ganz das, was gemeint ist damit,

Willy: aber ihr seid trotzdem im Graubereich, oder? Warum ist das so? Also warum werdet ihr bei,

Willy: Duas Lebensmittelhändler gesehen? Also ich verstehe es, weil sie Lebensmittel da sind,

Willy: ist mir irgendwo klar. Aber ihr seid ein Verein, ihr seid keine...

Willy: Ihr seid eine Vereine, ihr seid...

Alexandra: Gemeinnützig und ehrenamtlich. Das ist halt alles, wo ich sage, wir tun ja Dinge, um Menschen zu

Alexandra: helfen und wir sind natürlich Ehrenamtsorganisationen. Und dann gibt es halt zwei Möglichkeiten.

Alexandra: Sehen wir Privatpersonen oder sehen wir eher Unternehmen. Also ich finde mich in dem,

Alexandra: For-Profit-Bereich überhaupt nicht zu Hause, obwohl es auch heißt, auch Unternehmen, die nicht,

Alexandra: Gewinn, eine Gewinnabsicht haben, aber da bin ich überhaupt nicht in dem Bereich zu Hause. Ich,

Alexandra: Ich bin eigentlich eine Ehrenamtorganisation. Natürlich haben wir gewissen hauptamtlichen Staff, aber das Ehrenamt wäre eine Tafelarbeit nicht machbar.

Alexandra: Also eben bin ich nicht mehr Privatperson und was bräuchte es natürlich, dass man da gewisse Qualifikationen schafft. Das ist ja ganz wichtig und da bin ich ja die erste, die das voll unterschreibt.

Alexandra: Aber wir können ja nicht auch von unserer Seite jetzt, wenn ich mir das decken...

Alexandra: Also es gibt, wie wir am Anfang gesagt haben, so ein ganzes Wissensdefizit in der Gesellschaft schon einmal zur Lebensmittelkompetenz.

Alexandra: Jetzt kann ich natürlich sagen, auch hier alle Arbeit auf die Tafeln, weil da kommen jährlich tausende Leute, die durchgeschläust werden, schulmen halt die.

Alexandra: Ich weiß nicht, ob das so sinnvoll ist, die Schulung hier auch auf die,

Alexandra: Tafeln zu geben, weil das sind ehrenamtliche Leute, die haben einen privaten,

Alexandra: Haushalt. Wäre es nicht sinnvoll, wenn wir starten in den Privathaushalten mit großen Kampagnen, auch bei Kinder und Jugendlichen, diese Kompetenz zu stärken.

Alexandra: Das gehört in die Lehrpläne, diese Ernährungskompetenz, Lebensmittelkompetenz. Dann haben wir natürlich irgendwann ehrenamtliche, die vielleicht jetzt nicht,

Alexandra: perfekt geschult, aber die natürlich viel mehr Grundwissen haben, als es jetzt ist. Und auch hier habe ich das Gefühl, wir machen viel mehr Arbeit, als wir eigentlich müssten,

Alexandra: weil jetzt gibt es das Wissen kaum und wir müssen natürlich schauen, dass wir das Niveau

Alexandra: heben und auch natürlich die Hygiene-Richtlinien einhalten und natürlich niemanden gefährden. Aber da gibt es ja dann trotzdem zwischen dem Lebensmittelhändler und der Hygiene-Richtlinie,

Alexandra: also da gibt es immer noch Potenzial. Ich sage, da müssen wir einfach schauen,

Alexandra: wie können wir diese Brücke und diesen Gap schließen. Und da bin ich letztendlich

Alexandra: wahrscheinlich bei gesetzlichen Veränderungen.

Bianca: Jetzt haben wir sehr viel darüber gehört, was so die Funktionen der Tafel sind, was ihr alles macht.

Bianca: Und gerade beim Thema Lebensmittelabfälle stelle ich mir die Frage,

Bianca: Warum seht ihr euch in der Verantwortung hier Bewusstsein zu schaffen?

Alexandra: Also bei uns in der Wiener Tafel steht es in der Mission, ganz einfach gesagt,

Alexandra: also seit 23 Jahren. Und es gibt zwei Missionen, die Versorgung von Menschen.

Andrea: Hehehehehe.

Alexandra: Not mit geretteten Lebensmitteln und die Bewusstseinsbildung und es schließt sich,

Alexandra: der Kreis oft. Dadurch, dass wir die ganze Kette ja das Problem haben und das,

Alexandra: hört ja leider bei den Haushalten nicht auf, bin ich immer mehr bei dem Thema, es,

Alexandra: ist einfach eine ganze Klammer umzumachen und es hängt sehr sehr viel

Alexandra: immer an diesem Thema der Schulung und egal ob das jetzt der Filialmitarbeiter, der ehrenamtliche Mitarbeiter oder der Privathaushalt ist, er braucht es vielleicht in unterschiedlichen Kompetenzstufen und Intensitätsstufen,

Alexandra: Aber ein Basiswissen brauchen wir eigentlich alle in der Gesellschaft, weil dann kommen wir wahrscheinlich wieder zu mehr Wert in der Gesellschaft für Lebensmittel,

Alexandra: aber auch zu dem Punkt, dass ich dann vielleicht zur Existenzummer damit umgehe und weniger wegschmeiße und mir ein Börsel Wasser spare.

Bianca: Ich glaube vielleicht ist das tatsächlich, was du jetzt gesagt hast, im Börsele war,

Bianca: der Spar ein Hauptmotivator. Es ist auch okay und gerade jetzt, aber wenn wir sagen 50% in den Haushalten, großer Hebel,

Bianca: wie du gesagt hast. Und mal Spaß über's.

Alexandra: Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Und großer Hebel auch für den Klimaschutz letztendlich,

Alexandra: weil das sind ja schon Abfälle, die da sind, die eben auch, wie ich gesagt habe, auch mit Obst und Gemüse

Alexandra: zum Teil eine extrem weite Wegstrecke hinter sich haben und was man da einfach auf der einen Seite anrichten,

Alexandra: wenn man die Lebensmittel aber selbst auch das Fleisch oder irgendein Fertiggericht dann in den Müll werfen

Alexandra: und was man da uns ersparen, weil es ja schon alles mit Ressourcen intensiv produziert wurde,

Alexandra: und was ich da tun kann und wie der Hebel ist, der ist natürlich super groß und da eingehend.

Willy: Ist es jetzt eigentlich gut, weil ich habe jetzt immer das Wort Identitätskonflikt in meinem Kopf.

Willy: Ich habe eigentlich sehr sehr viele Hüte auf.

Willy: Also vom Lebensmittel retten bis zur Bewusstseinsbildung im Bereich Lebensmittel.

Willy: Jetzt kommt natürlich mit dem gekoppelten Lebensmittel das Klimawandel noch dazu.

Willy: Diese ganze Bedeutungswelt, die Armut, die Lebensmittelausgabe.

Willy: Also ihr habt ein unheimliches Vielfalt an gesellschaftlichen Themen, die sich adressiert, sowohl auf deine Handels als Händler oder als Verkäufer oder als Bewusstseinsbilder,

Willy: also Schule eigentlich schon fast oder Bildungseinrichtung. Ist das gut oder,

Willy: ist das oder was ist eigentlich, was ist euer harter Kern von euch? Was würdet ihr als wirklich dieses harte Element, das in der Mitte nehmen und wie bringt man diese Vielfalt eigentlich

Willy: jetzt wirklich sinnvoll unter einen Hut? Weil es ist schon sehr viel, wo ihr mit doch geringen Mitteln.

Alexandra: Ja, also wenn unter ihnen zusammengefasst ist es sicher das.

Willy: Euch aufstellt.

Alexandra: Retten von Lebensmitteln zur Versorgung von Menschen in Not.

Alexandra: Also das ist sicher die Klammer rundherum und die geht nur gemeinsam und dass es da,

Alexandra: unterschiedliche Wege gibt die Lebensmittel zu retten und unterschiedliche,

Alexandra: Stakeholdergruppe, wie man so schön sagt, ist auch klar.

Andrea: Und wenn wir schon noch einmal zurückgehen auf das Hutthema. Es ist ja vollkommen okay, wenn die Organisation viele Hüte hat, die man sich aufsetzen kann

Andrea: und in viele Richtungen arbeitet. Ich denke mir einfach, was es braucht, ist viele Köpfe, die diese Hüte aufsetzen.

Andrea: Und nicht nur eben in der Tafel, sondern eben in der Politik, in der Wirtschaft.

Andrea: Wir brauchen diese Hutträger dringend.

Willy: Das war jetzt eigentlich ein schönes Abschluss-Titat, wir brauchen dringend mehr Hutträger.

Alexandra: Hehehehe.

Bianca: Na, da wir immer noch lieber Willi beim Blog der Lebensmittelabfälle sind, den du gerade so.

Willy: Ja, ja, ja.

Bianca: Vermoosgecrashed hast zwischendurch.

Bianca: Aber es gehört ja bei euch eben alles zusammen und es lässt sich nicht auseinander denken.

Willy: Tut was an Ken.

Bianca: Deshalb sprechen wir auch von all diesen Dingen, von all diesen Hüten und uns stellt sich

Bianca: auch einfach die Frage, jetzt habt ihr als Tafel die Lebensmittel gerettet, im besten

Bianca: sind sie bei den Menschen angekommen. Aber wie viele Lebensmittel schmeißt ihr denn weg? Selber dann hier vor Ort?

Andrea: Also wie ist das Wissen im Gewicht oder so im Prozent?

Bianca: Ein Prozent ist, glaube ich, spannend.

Andrea: Also momentan sehr, sehr wenig. Also wegschmeißen tun wir es gar nicht, weil am Ende des Tages kommt bei uns der Bauer,

Andrea: und haltet halt für seine Viecher ab. Also wegschmeißen tun wir jetzt nur das, wenn jetzt irgendwas ausgeschnitten wird,

Andrea: was schimmlig oder so irgendwie.

Andrea: Das kriegt auch der Bauer mit, der hat es dann am Acker und ockert es drunter, aber jetzt im herkömmlichen Sinn schmeißen wir jetzt nichts weg.

Andrea: Das ist am Abend, ich kann es in Kisten ungefähr sagen, in Eisenstadt sind das manchmal 5, 6 Kisten,

Andrea: Brot, Salat, der einfach wirklich nimmer zum Weitergeben ist, so Sachen, das holt er ab.

Andrea: Genau.

Bianca: Von den Produkten, die ihr habt, was bräuchte es denn mehr und was ist am beliebtesten bei den Menschen?

Andrea: Es kommt natürlich drauf an, welche Menschen. Die Männer haben gern Dosen.

Andrea: Fertiggerichte oder Bohnen und Linsen, so Sachen. Fiesstoßen, sehr, sehr gefragt. Und Fertiggerichte.

Andrea: Ansonsten ist natürlich Obst und Gemüse immer, immer, immer wichtig. Und natürlich so frische

Andrea: Sachen wie Aufstriche und Wurst und Käse und Milch und Butter, Chlor, Schlagauers.

Andrea: Das sind aber leider jetzt alles diese Sachen, die in irgendwelche Sackling oder Kisteln

Andrea: reingwandern. Das ist genau das, was mir jetzt die absolute Mangelware ist. Weil diese frische Sachen heute in diverse Kisteln, Sackling eingesteckt werden.

Willy: Also das wird weniger, das sind die...

Willy: Okay, okay. Alex, wie ist es bei euch?

Alexandra: Was weggeschmissen wird, meinst du? Also, es gibt alles, was wir brauchen können an Lebensmitteln.

Willy: Wie viel müsst ihr wegschmeißen und dann was sind denn die Lieblings?

Alexandra: Also vor allem auch Haltbares und Hygieneartikel ist immer überhaupt ein großer Bedarf bei unseren

Alexandra: rund 100 sozialen Einrichtungen. Da stehen ja auch 20.000 Menschen dahinter und wir wissen,

Alexandra: weil wir jährlich auch in den Einrichtungen fragen, was schmeißt sie weg, also da ist ungefähr Prozent, seit 10 Prozent, sollte auch weniger werden. Also da arbeiten wir auch,

Alexandra: dran, indem wir noch besser vorsortieren und bei uns gibt es dann beim Sortieren eben im Tafelhaus gibt es halt dann auch drei Gruppen. Also einesseits das wirklich schöne, wenn eben wir das nach unseren Hygienerichtlern aussortiert haben,

Alexandra: dann gibt es so ein bisschen etwas, wo wir sagen, wenn das heute nicht direkt mitgegeben.

Alexandra: Wird auf eine Lieferatur oder abgeholt wird von einer karitativen Organisation, geben wir es noch in den Verteiler. Wir haben ja auch so einen Kühlschrank im

Alexandra: öffentlichen Raum, da kann jeder kommen und sich auch jeder ehrenamtlich Hauptamtliche was rausnehmen täglich, der wird täglich dreimal bestückt. Das ist,

Alexandra: jetzt so diese Mischware, die ist nicht mehr zu schön zum,

Alexandra: Weitergeben am nächsten Tag, aber die können wir noch vielleicht selber im eigenen Haushalt verwenden oder es holt eben noch heute wer ab und dann gibt die, die dann wirklich in der Biotonne landet und wir schauen natürlich beim,

Alexandra: Händler auch am Großmarkt, wir hatten Zeiten, da haben sie uns eine schlechte Palette auch direkt vor die Tür gestellt, das hat sich Gott sei Dank ziemlich,

Alexandra: aufgehört, in so einer Palette müsste ich dann 100% wegschmeißen.

Alexandra: Also das kommt Gott sei Dank nimmer vor, aber es kann schon sein, dass wir 20-30% dann aussortieren,

Alexandra: aber wir haben halt täglich die ehrenamtlichen Helferinnen und das ist super, weil das ist trotzdem noch 70% oft eine schöne Ware.

Alexandra: Ist ein bisschen ein Aufwand, aber mit dem richtigen Konzept, was können wir denn noch,

Alexandra: wegschmeißen oder wo können wir vielleicht was wegschneiden. Und dann gibt es noch so eine Gruppe, wo ich eben sage, ja beim Wegschneiden bin ich dann

Alexandra: ja eher schon wieder bei der Küchenhygiene, da wird es natürlich auch noch einmal heikler,

Alexandra: Aber da schaut dann wieder unsere Profiköchin drauf, kann sie da noch was verwenden, dass sie was wegschneidet und dann vielleicht noch tief friert und zu einem späteren Zeitpunkt z.B. eine Marmelade draus macht.

Alexandra: Und sie ist Profiköchin, das heißt dann wird das halt wirklich ein Gläschen Marmelade oder Sugo oder Sirup.

Alexandra: Also da gehen ja Gott sei Dank auch die Ideen nicht aus.

Alexandra: Also so versuchen wir auch hier die Gammar zu machen und das ist ein Projekt auch fürs nächste Jahr, was wir auch von der Berliner Tafel schon gesehen haben, was toll ist,

Alexandra: Die machen halt auch relativ viel Bewusstseinsbildung bei Schulklassen und,

Alexandra: dass man dann auch im Sinne der Kreislaufwirtschaft mit eigener,

Alexandra: Kompostierung zeigt, was entsteht denn draus. Also wir haben auch schon so einen

Alexandra: kleinen Garten bei uns am Großmarkt, wo wir halt auch das Gemüse frisch anbauen und da eben auch den Kreis schließen wollen im Sinne der

Alexandra: Kreislaufwirtschaft.

Willy: Die beliebtesten Produkte.

Alexandra: Ja, haltbares. Also nicht das nicht frisch war, aber so Öl, Öl super teuer und Kaffee.

Bianca: Ich klinge spannend überraschend.

Alexandra: Öl, Kaffee, wenn ich es sage, auf der Hitliste ganz oben, dann halt E-Teigwaren und dann kommen schon Hygieneartikel. Hygieneartikel sind auch teuer und das wird zwar auch gespendet,

Alexandra: aber natürlich kann es sein, dass es schon wirklich eine richtige Spende ist von einem Unternehmen und das ist aber ein großer Bedarf und ist auch wichtig, weil eben

Alexandra: damit man dann eben auch weiß ich nicht, sich die Haare färben kann oder ja,

Alexandra: gehört ja auch zum Wohlbefinden dazu oder eben Duschgel, Rasierer, Haarshampoo,

Alexandra: also da gibt es auch alles was es braucht und da ist immer zu wenig,

Alexandra: Windeln da natürlich, ob bei den Babys.

Willy: Also hochpreisiges und eher Lagerprodukt oder Fahrradprodukte, so ein bisschen um Fahrrad zu halten.

Alexandra: Ja, weil die natürlich immer weniger gespendet werden, weil das was ja klassischerweise gespendet wird, sind frisch war.

Willy: Frische Produkte.

Bianca: Was abläuft und...

Willy: Okay.

Willy: Du hast jetzt gesagt, das möchte ich nur fragen, Kühlschrank im öffentlichen Raum. Wo steht ein Kühlschrank im öffentlichen Raum und wie geht es dir das aus?

Willy: Das kann ja jeder annehmen, oder?

Alexandra: Genau, und das ist auch wieder ein Graubereich, aber da tausche ich ja eigentlich schon mehr privat zu privat.

Alexandra: Also da bin ich ja eigentlich schon als Privatperson dann wiederum aktiv.

Alexandra: Es ist schizophren, aber man gewöhnt sich dran.

Alexandra: Also das ist jetzt von der Regelung auch nicht ganz.

Alexandra: Aber okay, die Kühlschränke gibt es in Volkshochschulen im Wiener Raum,

Alexandra: zum Beispiel in Restaurants, in öffentlichen Verwaltungsgebäuden oder auch bei uns in der Wiener Tafel.

Alexandra: Und das war auch schon vor meiner Zeit, da hat eh Wiener Tafel, das Klimaschutzministerium,

Alexandra: und damals der Valentin Turnder Firmenmacher haben diese Foodsharing als Organisation gegründet. Wir waren eben dabei und haben den ersten Verteiler,

Alexandra: dann auch bei uns in der Wiener Tafel gehabt und da kommen auch eben täglich Leute zu uns am Großmarkt. Auch das, wir haben das mal begonnen, haben uns gedacht,

Alexandra: das wird nicht so sein wie in Simmering, da waren wir doch sehr nah beim Rennweg, dass wir da gut liegen und das führt auch zu diesen neuen Gesichtern der Armut. Also wir sehen halt auch, dass viele so Pensionisten kommen und ich.

Alexandra: Denke nicht, dass die Pensionisten kommen, weil sie jetzt die Lebensmittelrettung nichts dagegen,

Alexandra: aber da würde ich jetzt eher den jungen Studenten auch sehen, der natürlich auch ab und zu kommt,

Alexandra: aber es kommen primär Menschen hohen Alters, die halt dann mit Säcken auch dann wieder nach Hause,

Alexandra: gehen und sich freuen, weil sie da jetzt bei uns halt gerade am Großmarkt sehr viel Obst und Gemüse und sehr viel dieser Frischwaren bekommen gratis und die gibt es aber, die Kühlschränke

Alexandra: öffentlichen Raum eigentlich in jedem Bezirk und wir werden eben ja auch oft

Alexandra: von Privatpersonen angesprochen. Ja auch eine Mutter kann ich mich erinnern,

Alexandra: vor einiger Zeit mich direkt angerufen, ja es geht sich nicht aus und sie ist so

Alexandra: verzweifelt und dann schauen wir halt auch nicht nur bei den Verteilern, da kann sich ja jeder gratis was rausnehmen, sondern es gibt ja dann doch auch in

Alexandra: Wien ein sehr dichtes Netz, wo wir eine Liste haben mit sozialen Hilfsangeboten,

Alexandra: Das reicht von Suppenküchen über Ausgabestellen bis hin zu sonstigen Verteilern.

Alexandra: Also die Liste ist glaube ich 20 Seiten und die steht auch bei uns auf der Homepage, auf

Alexandra: der Startseite, weil sie sehr begehrt und sehr gefragt ist und so versuchen wir halt

Alexandra: auch zu helfen, weil unsere primären Ansprechpartner sind die sozialen Einrichtungen, also eben,

Alexandra: Mutterkindhäuser, Frauenhäuser, Obdachlosenheime, Flüchtlings-WGs, aber natürlich wollen wir

Alexandra: anderen Personen helfen und da gibt es auch wirklich gute Hilfsangebote.

Alexandra: Zum Teil partnern wir auch zusammen, also wenn ich auch mit Leo von der Caritas Ausgabe arbeiten wir ja zusammen und so.

Willy: Gibt's in Eisenstadt auch schon Kühlschrank?

Andrea: Ja, in Eisenstadt haben wir einen. Da eben am Marktplatz unten der Kühlschrank. Da kann jeder reinkommen und reingeben und rausnehmen, was er möchte.

Willy: Betreuen tut in wer? Ihr?

Andrea: Wir, wir, genau.

Willy: Also trainigen und so weiter und schauen, okay.

Andrea: Ja ja, ja ja, ja no.

Willy: Okay, okay. Danke.

Bianca: Vielen Dank für's Zuschauen.

Willy: Wir müssen in die Zukunft schauen, oder? Wir müssen nach vorne schauen, in die Zukunft schauen Und wo glaubt ihr, werden denn die Tafeln Österreich und die einzelnen regionalen Tafeln so in zehn Jahren stehen? Wo geht denn da die Reise hin?

Alexandra: Also ich bin sicher, wir gehen auch alle Tafeln gemeinsam auf der einen Seite in die Richtung der Landwirtschaft.

Alexandra: Also das wird sicher ein Gemeinschaftsprojekt sein, wo auch hier wieder Tafeln noch mehr wie bisher zusammenarbeiten.

Alexandra: Über unseren Verband, aber auch auf regionaler Art, weil hier liegt es natürlich auch nahe aufgrund der räumlichen Nähe.

Alexandra: Also ich werde wahrscheinlich jetzt weniger unbedingt als Wiener Tafel jetzt mit Vorarlberg,

Alexandra: dort liegt das Tischlindeck, dich kooperieren, sondern halt eher in der Ostregion schauen, Wie können wir uns da gegenseitig verstärken bei so großen Mengen, weil wir ja auch die Lagerstrukturen haben und doch auch von den Ressourcen besser aufgestellt sind als manch andere Tafeln.

Alexandra: Also da sehe ich das sehr stark in der Kooperation. Aber auch hier über den Tellerrand geschaut, wir werden uns jetzt auch wieder austauschen mit den Tafeln in Ungarn und auch den tschechischen Tafeln.

Alexandra: Wir sind ja auch hier in einem europäischen Tafelverband und auch hier, das ist oft sehr naheliegend, weil da eh die Grenzen so naheliegen und sich hier stärker gerade für Lebensmittel,

Alexandra: rasch verteilt werden müssen und natürlich trotzdem auch irgendwie leistbar verteilt werden müssen, weil auch Spedition von hier von Wien nach

Alexandra: Vorarlberg wird mich viel kosten. Also ich muss einfach schauen, wie können wir

Alexandra: hier auch nach kreativen Lösungen suchen, um hier dann diese großen Mengen aus der Landwirtschaft zu retten, aber da sehe ich ein ganz großes Feld.

Andrea: Ja, also es ist bei uns genauso. In zehn Jahren werden wir gute Strukturen aufgebaut haben,

Andrea: dass wir von der Landwirtschaft viel abholen können. Es bedarf ja Teams, die abernten und so,

Andrea: das wäre ja jetzt auch nicht. Da sind wir gerade am Aufbauen und schauen gerade,

Andrea: wer kann uns da unterstützen, österreichweit. Und die Pannonische Tafel konkret hat jetzt das,

Andrea: Pantherwerk gestartet in Ova-Bullendorf, wo große Lagerhalle gebaut wird mit Anfahrtsrampen und Kühlzelle und so, eben genau, um jetzt die Logistik zu ändern und die genauen Strukturen. Genau, dass man dann wirklich diese,

Andrea: großen Mengen abholen, lagern und umverteilen an andere Organisationen,

Andrea: oder dann in einer Profiküche haltbar gemacht werden. Also wir sind dabei jetzt

Andrea: die Strukturen umzustellen.

Willy: Davel Zentrallager, ist es sowas dann? Kann man das so sagen? Die Strukturen gleichen sich an. Wann wird das fertiggestellt?

Andrea: Wir arbeiten jetzt hier über einen Vermögenspool, das ist so ein,

Andrea: alternatives Kreislauffinanzierungssystem und da kann man anlegen. Also 2000 ist das Minimum, wo man anfängt, aber nach oben

Andrea: offen. Wir brauchen bis Ende April eine Million Euro. Das ist nix. Wir schaffen das ganz sicher.

Willy: Achje.

Andrea: Weil ich einfach glaube, dass es nur immer genügend Menschen gibt, die Geld auf der Seiten haben und

Andrea: die einfach mehr denn je jetzt wissen wollen, dass das Geld gut angelegt ist und einfach für,

Andrea: Projekte zur Verfügung steht, die nachhaltig arbeiten und auch gemeinschaftlich. Und das ist es,

Andrea: also man braucht sich das Pantherwerk nur anschauen, da wird es wirklich ganz viel geben, also abgesehen von der Halle und der Profiküche wird es einen Gebrauchtmöbelmarkt geben, weil das,

Andrea: bei uns auch immer so ein Ding ist, dass mir eigentlich jeden Tag wirklich Leiberner Sachen,

Andrea: Möbel angeboten werden und wir einfach den Raum nicht haben, das zum einen zum Lagern und zum,

Andrea: anderen zu präsentieren. Es wird einen Wärmekulturgarten geben, das ist ein

Andrea: riesen Grundstück mit 8000 Quadratmeter, mit einem alten Streuobstgarten mit 22,

Andrea: Obstbäumen, wo man da allein schon wirklich viele Tonnen ernten kann.

Andrea: Wir werden Baumhäuser bauen, eine Laufstrecke machen auf dem Grund, also

Andrea: wirklich ganz ganz viel. Es ist ein Kreislaufprojekt, genau, siehst du das? Drum, eben, rundherum.

Willy: Kreislauf ist ein Kreislaufprojekt. Ja, super. Ich verstehe es schon. Deswegen, jetzt verstehe ich es.

Andrea: Rum. Genau. Es soll einfach wirklich auch öffentlich die Leute, jeder kann da reinkommen,

Andrea: also jeder kann mit tun, jeder kann sich einfach in den Garten setzen und entweder mit ernten oder einfach nur den Garten genießen oder essen.

Willy: Also ein ziemlich großes Projekt, was ihr eigentlich vorhabt.

Andrea: Es ist wirklich ein großes Projekt.

Willy: Geht über das Bild, das man normalerweise von einem Tafel jetzt sagt hat, hat er schon deutlich, deutlich hinaus. Also sehr, ja, danke.

Willy: Schweren erleichtern.

Bianca: Welche Trends und Entwicklungen seht ihr denn noch in den nächsten Jahren und in Zukunft, die eure Arbeit verändern wird?

Bianca: Positiv wie negativ.

Alexandra: Also positiv gesehen würde ich schon sagen und da glaube ich fast, dass sich schneller noch mal was bewegen wird, dass wir wirklich einen großen Hebel haben

Alexandra: werden, wenn wir die Kinder- und Jugendlichenarbeit besser erreichen und

Alexandra: hier eben die Schulen mit dem Thema Lebensmittel- und Ernährungskompetenz.

Alexandra: Also ich glaube da sind eh viele Initiativen, hier gehen auch so viele

Alexandra: Vereine, die hier engagiert sind und ich glaube da ist Common Sense, sage ich mal,

Alexandra: dass man da einfach ganz viel tun kann und dass man da einfach letztendlich auch dann irgendwann auch die Darflarbeit, weil dann wird der Umgang mit Lebensmitteln einfacher,

Alexandra: aber auch Lebensmittelabfallvermeidung auch dann in der Schule mehr zum Thema und dann werden wir alle davon profitieren. Auch das Klima natürlich, aber jeder, auch wir als Gesellschaft. Also da,

Alexandra: sehe ich und das wird glaube ich nicht so lange dauern, also da bin ich zuversichtlich, da sind,

Alexandra: Ich glaube, ich habe einen guten Weg, aber natürlich ginge mehr und ich glaube, da kommen wir hin.

Andrea: Ich glaube auch, dass das das Beste ist, überhaupt immer bei so schwierigen Themen, ob Klima oder Lebensmittelverschwendung oder Gleichberechtigung.

Andrea: Ich glaube, es ist immer am besten bei den Kindern anzufangen.

Alexandra: Und so wie wir immer beim Sensoriklabor sagen, ein Kind hat sie dann im Haushalt zwei Erwachsene.

Andrea: So ist es.

Andrea: Hehehehe, ja total!

Willy: Also ist eigentlich ein Multiplikator, ein klassischer Multiplikator.

Willy: Setze ich auf der technologischen Seite eigentlich auch was? Man hört ja immer wieder gerade bei Lebensmittel, Digitalisierung, Automatisierung ganz große Veränderungen in der Landwirtschaft auch.

Willy: Ist das für euch so ein Feld, wo ihr genauer hinschaut?

Alexandra: Und so.

Alexandra: Ja, es gibt auch andere Tafeln, die haben App-Lösungen, das ist natürlich super auch hier als Drehscheibe.

Alexandra: Was gibt es, wo, wer, wo, Überschüsse und wie können die rasch verteilt werden?

Alexandra: Werden. Also da sehen wir natürlich schon, das ist ein kostenintensives Thema. Da sind wir auch gerade jetzt wie

Alexandra: das Wiener Tafel in einem Projekt, in dem Fall mit der Arbeiterkammer, weil da gibt es einen Digifon über den es

Alexandra: sozusagen Ressourcen gab. Also ich glaube da müssen wir auch hin. Also das ist kein Thema, weil das muss schnell gehen,

Alexandra: diese Planung und Umsetzung und wenn wir da noch einmal so in den riesigen Tonnen Umschlag gehen wollen, ist das auf jeden

Alexandra: jedenfalls ein Zukunftsfeld.

Willy: Andrea, seht ihr das da in der Eisenstadt ähnlich? Ist das da ein Thema, das ihr angeht?

Willy: Im Shop etc. mit Bankomatkassen, Registrierkassen etc.

Andrea: Genau, also bei uns wird sicher demnächst, nächstes Jahr wahrscheinlich eben Registrierkasse sein,

Andrea: weil wir eben durch den Shop und durch die scheuerliche Absetzbarkeit jetzt auch schon ein bisschen Druck kriegen, dass wir das jetzt umstellen. Und ja, also mit den Apps haben wir

Andrea: jetzt damit in der Aktionsplattform geredet, weil das sicher eine gute Idee ist, wann jetzt jeder vom,

Andrea: Handel auf so eine App zugreifen können und sagen wir haben jetzt so und so viel Kilo zum abholen und so und wir Tafeln dann auf das zugreifen können. Also das ist sicher eine gute Lösung irgendwie.

Willy: Wisst ihr eigentlich schon, was ihr da zu uns demnächst das Problem Armut und Lebensmittelabfälle gelöst habt?

Willy: Was macht ihr dann eigentlich sonst noch mit euren...

Andrea: Wir machen uns da keine Gedanken noch.

Alexandra: Noch ist nicht ganz so weit.

Andrea: Das ist wie wenn man im Januar über Weihnachten nachdenkt.

Willy: Okay.

Willy: Im Jahren über Weihnachten nachdenken geht ja gerade noch aus, aber es gibt auch durchaus weitere Blicke in die Ferne und eine davon.

Bianca: Eine davon ist vielleicht ein eher utopischer und meine Lieblingsfrage ist in einer Welt,

Bianca: in einer utopischen, wo ihr euch alles wünschen könnt, wo alles geht.

Bianca: Was würdet ihr denn an unserem Lebensmittelsystem ändern, wenn ihr könntet?

Alexandra: Ja, also ich würde mir wünschen, ich meine, und da gibt es natürlich schon viele alternative,

Alexandra: Lebensmittelsysteme auch, also dass es dann eben auch Systeme wie die Foodcops viel häufiger,

Alexandra: gibt und auch über ganz Österreich, also das wäre etwas, was ich mir wünschen würde,

Alexandra: dass man eben auch da diese Vielfalt und dass jeder das natürlich auch leistbar hat.

Alexandra: Also das ist natürlich wichtig, aber da würde ich mir natürlich viel mehr alternative Systeme,

Alexandra: wünschen oder auch, es gibt jetzt schon Mitmach-Supermärkte, wo man sich auch wieder ehrenamtlich engagiert kann, Mila. Also es gibt so viele neue Sachen, die auch hier kommen, die irrsinnig spannend sind und wo ich mir wünsche, dass das auch den Boden bekommt,

Alexandra: um hier zu wachsen, letztendlich auch mit Fördergeldern zu wachsen, weil das muss noch mal über die Startphase hinaus, aber da ist sehr viel Zukunftspotenzial für uns alle und das wird uns, glaube ich, auch wieder den Wert von Lebensmitteln,

Alexandra: und auch wo sie herkommen näherbringen. Also da so im Sinne der großen globalen,

Alexandra: Sicht, das wäre für mich etwas ganz ganz tolles.

Willy: Vielfalt als Utopie.

Willy: Andrea.

Andrea: Ich würde mir einfach wünschen, dass jeder Mensch das gleiche Recht hat auf gesunde Ernährung und das einfach nicht gegeben ist, weil armutsbetroffene Menschen sich immer

Andrea: mit meistens mit den schlechteren Lebensmitteln begnügen müssen.

Andrea: Das jetzt billiges Weißbrot ist oder einfach das Junkfood, das ist äußerst billiger als

Andrea: wie eben die wirklich guten, gesunden Lebensmittel und das würde ich mir wünschen, weil es einfach ungerecht ist.

Willy: Mehr Gerechtigkeit.

Willy: In der Utopie schon wieder.

Andrea: Und weil es einfach so ein Rattenschwanz an Sachen ist, wenn Menschen unzureichend ernährt sind, dann setzt ein Kind geht in die Schule und hat nichts Gutes oder nichts, was er gut hat, vielleicht ein Jausen mit, aber irgendein Junk,

Andrea: dann ist es ja trotzdem nicht förderlich zum guten Lernen zum Beispiel.

Andrea: Also das ist ja was, was noch weitergeht, ja, schlechte Ernährung.

Andrea: Also in meinem Kühlschrank findest du viele, viele Glasln.

Bianca: Was Essen für einen Einfluss hat.

Willy: Ja, man gibt es unter anderem in den Kühlschrank und,

Willy: und ich schau jetzt auf dich, was ich deinen Kühlschrank aufmachen würde. Was finde ich denn da drin?

Willy: So ist es erwischt.

Andrea: Also ich hab alles in den Gläsern, so Chutneys und Sachen die ich selber mache und so.

Andrea: Und es schaut sehr wirr aus.

Andrea: Also er ist sehr vollgestopft, es ist selten was drin was jetzt wirklich kaputt ist, aber er ist sehr vollgestopft.

Andrea: Die untere Ladesand für die Miruna, für meine Tochter, so Sachen die er sich schnell rausbraten kann.

Andrea: Habe ich gar nicht Ersatzprodukte, die sind so geschlichtet. Genau. Ich habe nur einen eigenen kleinen Kühlschrank.

Willy: Ein Zweitkühlschrank?

Andrea: Genau, für die Sachen, die die Miruna eh nicht essen mag und die ich gerne für mich hätte.

Willy: Was?

Alexandra: Bei mir viele Milchprodukte und im Moment viele Suppen.

Andrea: Nicht neben irgendwelche Sachen, die grauslich riechen oder so.

Willy: Du bist ja Veganer, ja. Ja, veganer innen ausgesagt. Ja, ja, ja. Alle exportieren!

Alexandra: Also ich bin wieder wenn es so kalt wird ein Suppenfan.

Willy: Steht da drin die Suppe mit Sinn? Die haben wir halt noch gar nicht kaputt.

Alexandra: Ja, die Suppe mit Ziegen. Ich weiß nicht, warum es jetzt so ist, aber es stimmt. Es ist jetzt auch bei uns Suppe mit Ziegenzeit für unsere Winterhilfsaktion. Ich esse üblich, weil ich nicht so gern Suppen mag. Ich bin auch eher ein Getrieber nach der Zeit und deswegen auch eher oft Fertigprodukte.

Alexandra: Aber da habe ich eine Suppen-Hauswahl und die täglich... Ja, täglich gibt es Suppe und dazwischen meistens irgendwas Ungesundes.

Bianca: Gibt Suppe.

Alexandra: Ich bin meistens eher auf der ungesunden Seite, so was knabbern zwischendurch oder so. Nein, nicht zwischendurch super, aber wenn die Suppe dann irgendwie, die fühlt zwar.

Andrea: Heheheheh.

Alexandra: Jeden Morgen eine Zeit, aber dann kriege ich zwischendurch einen Hunger.

Willy: Zwischendurch ein hungern alle.

Alexandra: Ja, also auch nicht sehr voll bei mir, der Kühlschrank.

Alexandra: Aber es sind die Haushalte, deswegen...

Willy: Wenn immer unterwegs,

Willy: ich glaube das erste supendemank schon gehabt haben bis jetzt oder doch doch,

Willy: podcast folge was haben jetzt 470 oder sowas aber die erste suppe,

Willy: schau ganz was anderes stell dir vor du könntest deinen eigenen nachruf

Willy: verfassen. Was würdest du da denn hineinschreiben?

Willy: Was werden schön, was drin stehen wird?

Alexandra: Ich selber hineinschreibe oder andere über mich?

Alexandra: Weil man selber ja kaum eine Nachricht schreibt.

Alexandra: Also ich würde wahrscheinlich eh sagen, das Glas war halt voll so in die Richtung.

Alexandra: Weil natürlich, man kann immer sagen, hat man jetzt wirklich ganz viel bewegt in der Welt.

Alexandra: Das ist halt immer relativ, aber ich denke mir, dass man doch irgendwie ein bisschen was beigetragen hat, um die Welt ein Stückchen besser zu machen und vielleicht auch andere zu inspirieren.

Alexandra: Und da eingehen, das würde ich mir irgendwie wünschen und eben auch da immer Ansichtssache, so wie man auch gesagt hat am Anfang, ist das jetzt irgendwie gut, wo wir stehen.

Alexandra: Wir stehen bei schwierigen Herausforderungen in der heutigen Zeit und natürlich kann ich da auch sagen,

Alexandra: es ist eigentlich alles so schrecklich und so, aber das versuche ich auch immer, dass ich mir sage, Das Glas ist trotzdem halb voll und vielleicht sogar ein bisschen voller geworden.

Alexandra: Schön war's.

Willy: Alexandra Gruber, das Glas war hauptvoll.

Andrea: Jetzt hast du recht. Pass doch auf den Krab bitte.

Willy: Andrea Roschek.

Bianca: Hahaha!

Willy: Jetzt hast du recht.

Andrea: Oh, bitte!

Andrea: Jetzt geht's los!

Willy: Meine Damen, zum Abschluss unseres allseits begehrten,

Willy: und von vielen Millionen Menschen inzwischen auch gesehenen Podcasts möchte ich euch jeweils einzeln jetzt noch um ein. Zitat, Gedicht, irgendeinen schlauen,

Willy: Spruch oder sonst was bitten, mit dem wir unsere Menschen da auch entlassen können.

Willy: Wer mag anfangen? Sonst bist du die Mühe werden.

Andrea: Du bist schrecklich.

Bianca: Hahaha!

Bianca: ..

Bianca: ..

Willy: Ja, ich denke, du fängst an.

Andrea: Ein Spruch? Teilen macht Sinn.

Bianca: ..

Andrea: Haha. Haha!

Bianca: .. ..

Alexandra: Aber dann liegt es wie auf der Hand, dann sage ich, bei Teilen macht es in Suppe mit Sinn.

Alexandra: Wir können jetzt doch Suppe essen.

Alexandra: Nicht nur wir vielleicht hier auch, sondern auch jeder im Restaurant.

Alexandra: Damit kann man die Tafelarbeit ganz konkret unterstützen und jeder einen kleinen Beitrag leisten.

Willy: Das ist schön. Das klingt doch, weil wir jetzt gerade beim Sinsern, nach einem sinnvollen Abschluss eines

Willy: sehr, sehr sinnvollen Podcasts. Meine Damen, vielen Dank.

Intro_Outro:

Alexandra: Danke euch!

Bianca: ..

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