Folge Nr: 106
Ahaa! – Zahlen, Ergebnisse und Unterschiede rund um Lebensmittelabfälle verstehen
... erklärt von Gudrun Obersteiner, Abfallexpertin an der BOKU
B2P Abonnieren:
Über die Folge:
Studie "Teller statt Tonne"
Kurzversion | Langversion
Gudrun Obersteiner könnt ihr auch in Folge 69 ausführlich kennenlernen.
Bleib verbunden mit BauertothePeople!
Newsletter:
→ Jetzt abonnieren – Erhalte regelmäßig exklusive Insights und Hintergrundinfos direkt in dein Postfach.
→ Apple Podcasts: Jetzt anhören
→ Spotify: Jetzt anhören
→ YouTube: Jetzt ansehen
Social Media:
→ Facebook: bauertothepeople.at
→ Instagram: @bauertothepeople
→ TikTok: @bauertothepeople
→ LinkedIn: BauertothePeople
„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner
„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle
Und Jetzt?
Abonniere, folge und teile – so bringst du frischen Wind in den Dialog!
Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken!
Transcript - Ahaa! – Zahlen, Ergebnisse und Unterschiede rund um Lebensmittelabfälle verstehen
Einleitung: Grüß euch! In dieser Ausgabe der Bauer2thepeople Aha-Momente geht die Gudrun
Einleitung: Obersteiner auf die Frage ein,
Einleitung: warum es inzwischen durch recht viele unterschiedliche Zahlen und Ergebnisse
Einleitung: rund um das Thema Lebensmittelabfälle gibt.
Einleitung: Und sie gibt uns auch gleich ein bisschen Werkzeug an die Hand,
Einleitung: diese Zahlen und Ergebnisse auch entsprechend bewerten und einordnen zu können.
Einleitung: Die Gudrun ist die stellvertretende Leiterin des Instituts für Abfall und Kreislaufwirtschaft
Einleitung: an der Wiener Universität für Bodenkultur, kurz BOKU.
Einleitung: Und vor allem ist die Gudrun auch zusammen mit ihrer Kollegin Sandra Lucke,
Einleitung: die Autorin der im Jahr 2020 erschienenen Studie Teller statt Tonne.
Einleitung: Das ist eine Studie, an der man in Österreich, wenn es um das Thema Lebensmittelabfälle
Einleitung: geht, definitiv nicht vorbeikommt.
Einleitung: Den Link zur Gudrun, zur Studie, den findet ihr in den Show Notes und in den
Einleitung: Beschreibungen zu dieser Folge.
Einleitung: Ja und jetzt möge der Aha-Moment mit euch sein.
Ahaa: Und das führt mich dann auch gleich zu einem dritten Thema, Nämlich,
Ahaa: dass mittlerweile recht viele unterschiedliche Zahlen irgendwie immer wieder kommuniziert werden.
Ahaa: Also wieso kommt es zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen?
Ahaa: Worauf muss man denn achten, wenn man sich da jetzt wirklich an ein Urteil bilden will?
Ahaa: Prinzipiell ist es eben nicht so sehr einfach, die genauen Zahlen zu Lebensmittelabfällen
Ahaa: zu erheben und in weiten Bereichen sind die Zahlen aus vielen europäischen Ländern
Ahaa: einfach wirklich noch grobe oder gröbste Schätzungen.
Ahaa: In Österreich sind wir in der glücklichen Lage, dass wir es schon recht gut erheben können,
Ahaa: trotzdem muss man sich dessen bewusst sein, dass es entweder Hochrechnungen
Ahaa: sind von Einzelanalysen,
Ahaa: also von Stichproben, wo man natürlich einen gewissen Fehler hat,
Ahaa: oder es sind eingemeldete Zahlen, die aber einen gewissen Interpretationsspielraum
Ahaa: nach sich ziehen und wo man immer wieder Unschärfen hat.
Ahaa: Also wenn man sich ein bisschen näher mit dem Thema beschäftigt,
Ahaa: es ist so, dass wir normalerweise werden die Abfälle von Haushalten getrennt
Ahaa: abgeführt von den Abfällen von Betrieben.
Ahaa: Wenn es aber sogenannte haushaltsähnliche Abfälle sind und wenn das jetzt irgendwie
Ahaa: so ein kleiner Supermarkt oder ein kleiner Friseursalon oder was auch immer
Ahaa: in einer Wohngegend oder in einem Wohnblock ist und wird der Abfall gemeinsam
Ahaa: mit den Haushaltsabfällen abgeholt und das macht es dann im Nachhinein natürlich
Ahaa: extrem schwierig herauszufinden,
Ahaa: wie viel ist da jetzt reiner Haushaltsabfall und wie viel kommt von dem kleinen
Ahaa: Geschäft zum Beispiel dazu.
Ahaa: Das heißt, wir haben bei beiden Erhebungsmethoden, bei den eingemeldeten Messdaten,
Ahaa: die wir flächendeckend haben und bei den Stichproben, die genauer sind,
Ahaa: aber die wir hochrechnen müssen, gewisse Fehleranfälligkeit.
Ahaa: Deshalb ist es natürlich, wenn man mit unterschiedlichen Methoden erhebt,
Ahaa: kommt es automatisch zu zu unterscheiden?
Ahaa: Trotzdem sind wir in Österreich mit den unterschiedlichen Methoden,
Ahaa: mit denen wir das Ganze erhoben haben, kommen wir auf schon sehr ähnliche Zahlen
Ahaa: und es sind dann halt Bandbreiten, die aber trotzdem zum selben Schluss kommen.
Ahaa: Ungefähr 50 bis 60 Prozent verursachen die Haushalte und in der Größenordnung von 15,
Ahaa: 16, 17 Prozent ist es dann die Außerhausverpflegung und die Produktion und der
Ahaa: Handel mit einem relativ geringen Prozentsatz immer der Bereich,
Ahaa: der die wenigsten Lebensmittelabfälle verursacht.
Ahaa: Also ganz egal mit welcher Erhebungsmethode wir uns das anschauen.
Ahaa: Eine Fehlerquote, wo man darauf achten muss, ist, ob sich die Zahlen,
Ahaa: die man jetzt gerade irgendwo liest, nur auf die sogenannten vermeidbaren Lebensmittelabfälle
Ahaa: beziehen oder auf alle Lebensmittelabfälle.
Ahaa: Also wir vom Institut für Abfallwirtschaft auf der Universität für Bunkultur
Ahaa: versuchen immer sehr stark auf die vermeidbaren Lebensmittelabfälle zu fokussieren,
Ahaa: weil die anderen ja sowieso anfallen.
Ahaa: Also gewisse Dinge, so etwas wie Melonen schalen, kann ich nicht essen,
Ahaa: werde ich immer im Müll haben.
Ahaa: Mir ist es aber wichtig, dass ich eben nicht die halbe Melone im Müll finde.
Ahaa: Und dasselbe gilt für fast alle anderen Schalen. Jetzt kann man noch darüber
Ahaa: diskutieren, ob sowas wie Kartoffelschalen vermeidbar sind oder nicht,
Ahaa: weil die kann man ja auch mitessen.
Ahaa: Oder Brotrinde oder was auch immer. Manche haben ein paar unschärfende Schalen.
Ahaa: Aber im Großen und Ganzen haben wir halt einerseits die Zubereitungsreste, die man nicht isst.
Ahaa: Wo eben die Schalen, aber auch Knochen zum Beispiel dazu gehören oder was weiß
Ahaa: ich, das Kerngehäuse vom Apfel und die vermeidbaren Lebensmittelabfälle,
Ahaa: die eigentlich essbar gewesen wären, wenn man es rechtzeitig gegessen hätte.
Ahaa: Also zu diesen vermeidbaren Lebensmittelabfällen gehört auch die schimmelige
Ahaa: Semmel dazu, weil wenn wir die rechtzeitig gegessen hätten, dann hätten wir
Ahaa: sie essen können. Also da gibt es auch immer wieder Missverständnisse,
Ahaa: dass Leute sagen, naja, aber ich kann ja kein schimmeliges Brot essen.
Ahaa: Natürlich nicht, aber trotzdem ist es ein vermeidbarer Lebensmittelabfall,
Ahaa: weil man soll es ja vorheißen oder einfrieren oder was auch immer damit machen.
Ahaa: Das heißt, das ist ein weiterer Punkt, den man beachten muss.
Ahaa: Zum Beispiel die europäischen Zahlen, die normalerweise genannt werden,
Ahaa: die beinhalten alle Lebensmittelabfälle, weil die auch über alle Bereiche der
Ahaa: Wertschöpfungskette gehen und weil wir uns zum Beispiel im Handelsschwert nun dazu trennen.
Ahaa: Also wenn im Handel ein Kotel weggeworfen wird, dann wird das ganze Kotel weggeworfen,
Ahaa: sehr oft an Mitverpackung.
Ahaa: Und der einzige Bereich, wo
Ahaa: das relativ gut geht mit dem Trennen in vermeidbar und nicht vermeidbar,
Ahaa: in Zubereitungsreste und Essbare, das ist eben eigentlich Haushalt und bis zu
Ahaa: einem gewissen Grad natürlich auch die Gastronomie, hängt aber auch von der Erhebungsmethode ab.
Ahaa: Wenn ich es sortiere, dann kann ich es auseinanderdividieren.
Ahaa: Wenn ich es nicht sortiere, sondern wenn ich nur das Behältergewicht von der
Ahaa: Küchentonne messe, dann habe ich halt ein Gesamtwert, wo natürlich auch die
Ahaa: Zubereitungsreste mit drinnen sind.
Ahaa: Ein weiterer Aspekt, der zu unterschiedlichen Werten führt, ist zum Beispiel
Ahaa: in der Gastronomie, aber auch im Haushalt, schaue ich mir jetzt nur den Restmüll
Ahaa: an oder nur das, was in der Tonne ist oder alles.
Ahaa: Suppen werden eben sehr oft im Kanal entsorgt, die landen nicht in der Tonne,
Ahaa: die wir in der einen Analyse drin haben und die wir in der anderen nicht drin haben.
Ahaa: Das selbe gilt für den Biomüll. Sobald Müll in unterschiedliche Kanäle geht,
Ahaa: wird alles berücksichtigt oder nicht.
Ahaa: Ich glaube, das sind die Hauptgründe, die zu unterschiedlichen Zahlen führen.
Ahaa: Ich glaube, dass das aber gar nicht so wichtig ist, wenn man jetzt 950.000.
Ahaa: 1.000.000 oder 1.200.000 oder was auch immer Lebensmittelabfälle für Österreich hat.
Ahaa: Ich glaube wichtig ist es, dass uns klar ist, es ist viel,
Ahaa: es ist unglaublich viel, es ist viel zu viel und ein Großteil der Lebensmittelabfälle
Ahaa: verursachen wir als Konsumentinnen und deswegen liegt es auch an uns etwas daran zu ändern.
