Folge Nr: 114

B2P70 Bio-Schweinehaltung in Wien – Biohof Maurer

von der Landwirtschaft in der Stadt und vielen anderen Bauernhofdingen

Podcast

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Über die Folge:

Der Biohof Maurer ist bei allem anders, was er tut, meint Andi Maurer schmunzelnd. Er leitet den Hof. Anders vulgo etwas besonders ist auf alle Fälle die Lage der „Landwirtschaft“. Denn sie ist mitten in der Stadt, also eine Stadtlandwirtschaft. Im 21. Bezirk in Wien, kurz Leopoldau, steckt hinter den unscheinbaren Toren eines Hauses eine ganze Landwirtschaft mit Schweinen, Ziegen und Hühnern. Rund um den Betrieb verstreut, bis hinein ins angrenzende Niederösterreich, liegen die Ackerflächen des Betriebes. Fast das ganze Futter für die Tiere kann man auf diese Art selbst produzieren, meint Andi. Er hat die Verantwortung für die Tiere. Vater Horst und Mama Regina kümmern sich stärker um den Ackerbau. 
 
Der Fokus des Betriebes liegt auf der Bio-Schweinezucht. In Zukunft will man sich auch stärker der Mast und der Verarbeitung zu hochwertigen Lebensmitteln widmen. 

Eine kleine Herde von Ziegen mäht im Innenhof den Rasen und im Lager wartet bereits ein riesiger Mobilstall samt Legehühnern darauf, auf die umliegenden Weiden zu kommen. Ebenfalls ein neues Projekt des umtriebigen Jungbauern. Verkauft wird hauptsächlich über die eigene Direktvermarktung. Direkt hinter dem Hof steht auch ein Automat, in dem die hauseigenen Produkte verkauft werden. Geschlachtet wird 10 Autominuten vom Hof entfernt, verarbeitet bei einem Betrieb im Waldviertel. 
 
Mama Regina war Lehrerin im Gymnasium, also Frau Professor Maurer. Ihre Leidenschaft, Wissen weiterzugeben, kann sie jetzt in der Pension mit dem Projekt „Schule am Bauernhof“ weiter ausloben. Durch die Nähe und den Umstand, dass man mit den Öffis bis vor die Haus- und Hoftür kommt, ist der Biohof Maurer auch ein beliebtes Ziel für Schulklassen. 
 
Wer mehr über diesen zentralen und doch verstecken Ort mitten in Wien und vor allem über die Tiere und Menschen dahinter erfahren möchte, dem sei diese Folge des BauertothePeople-Podcast wärmstens empfohlen.


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„Leit hoits zamm“ – Haindling
thx an Jürgen Buchner

„Power to the People“ – Junior Kelly
thx and Michael Lechleitner @ Irievibrations Records
 
… und ein bisserl selbst gesungen
thx to me, my voice und eure Schmerzschwelle 

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Transcript - B2P70 Bio-Schweinehaltung in Wien – Biohof Maurer

Anmoderation: Grüß euch! In dieser Ausgabe des Bauer to the People Podcast waren wir beim Biohof Maurer.

Anmoderation: Das Besondere beim Biohof Maurer ist nicht nur das, was er tut,

Anmoderation: sondern auch das, wo er es tut.

Anmoderation: Und zwar betreibt der Biohof Maurer seine Landwirtschaft, genauer gesagt seine

Anmoderation: Stadtlandwirtschaft, mitten in Wien im 21. Bezirk in der Leopoldau.

Anmoderation: Wenn man vor den Toren des Hofes steht, schaut es aus wie ein ganz normales Haus.

Anmoderation: Wenn man dann durch diese Tore durchschreitet, steht man auf einmal mitten auf

Anmoderation: einer Stadtlandwirtschaft mit Ziegen, mit Schweinemaast und mit Schweineaufzucht

Anmoderation: und mit Hühnern und mit Ackerbau.

Anmoderation: Das alles mitten in Wien. Wie das Ganze funktioniert,

Anmoderation: wie sich dieser Hof entwickelt hat und welche Herausforderungen es auch mit Stadtlandwirtschaft,

Anmoderation: mit Schweinemaast und Schweinezucht gibt, Das haben wir mit dem Andreas und

Anmoderation: seiner Mama, der Regina, besprochen.

Anmoderation: Hoffentlich ist auch dieses Mal wieder viel Neues für euch dabei.

Anmoderation: Viel Spaß beim Reinhören und Quitte.

Andreas: Gut, wir sind eigentlich sehr lieb.

Willy: Schöne einleitende Worte. Das werden wir jetzt dann überprüfen in der neuen

Willy: Folge des Bauer zu der Bibel Podcast. Warte, ich schau nochmal,

Willy: wie ich eingeschaltet habe. Schaut gut aus.

Willy: Ihr hört sich vielleicht schmerzen, weil der Kuchen so gut ist.

Willy: Wir sind jetzt das erste Mal endlich wieder bei echten Menschen zum Podcasten zu Hause eingeladen.

Willy: Nach einer gefüllten Tourstrecke von, glaube ich, fünf Monaten, wo wir jetzt...

Bianca: Drei.

Willy: Du bist Sales, normalerweise müsstest du das übertreiben. Also von drei Monaten

Willy: ohne Podcast und wir freuen uns richtig, dass wir da sind.

Willy: Wir, das ist natürlich wieder mal, ich muss das so sagen, die fulminante,

Willy: imposante, meistens tolerante und irgendwie charmante, Nicht so charmante.

Willy: Kollegin Bianca Blasl aka Melange in Gummistiefeln. Und der Willi.

Bianca: Servus Willi.

Willy: Und wir sind heute zu Gast, und das ist ganz speziell, auf einer Landwirtschaft

Willy: mit sehr vielen Tieren, Acker, vielen Gebäuden etc.

Willy: Und das alles quasi mitten in Wien. Und zwar im 21. Bezirk in der Leopoldau. Und bio!

Bianca: Das hätte sein müssen, gerne!

Willy: Und zwar bei Andreas und bei der Regina Maurer, Biohof Maurer,

Willy: glaube ich, sagt es auch.

Willy: Und wir werden heute ein bisschen reden über euer Bauernsein,

Willy: was alles dazu gehört, was ihr macht und vor allem auch über das Thema Landwirtschaft in der Stadt.

Willy: Wie geht sich das aus? Das ist ein Widerspruch, Landwirtschaft in der Stadt.

Willy: Wir werden heute allem auf den Grunde gehen, würde ich mal sagen.

Bianca: Zur Orientierung. Wir sitzen hier mit Mutter und Sohn, das heißt zwei Generationen

Bianca: Bauern in der Stadt in Wien.

Bianca: Wir würden gerne von euch wissen, weil ja diese Generationen zwischen euch sind,

Bianca: wie seid ihr denn aufgewachsen?

Bianca: Regina, wie war das damals noch bei dir, als du hier in Leopoldau ein Kind warst?

Regina: Ich muss dazu sagen, früher gab es noch viele Bauernhöfe in Leopoldau.

Regina: Jetzt gibt es genau noch fünfe.

Regina: Immerhin noch fünf. Früher waren, also zu ganz früheren Zeiten,

Regina: war am Leopoldauer Platz jedes Haus fast ein Bauernhaus.

Regina: Wie ich ein Kind war, waren es sicher noch 20.

Regina: Jetzt, wie gesagt, sind es 5. Und ich bin noch aufgewachsen mit Tieren,

Regina: damals mit Kühen am Bauernhof.

Regina: Es hat eine spezielle Kuh gegeben, die Flora.

Regina: Von der habe ich nur die Milch getrunken, weil ich habe immer nur von der Flora die Milch gekriegt.

Regina: Wie es dann aufgehört hat mit der Milchwirtschaft in Leopoldau,

Regina: seither trinke ich kein Milch mehr. Warum? Weil mir hat der pasteurisiert,

Regina: der einfach nicht geschmeckt.

Regina: Dann haben wir eher Schweine gehabt und Hühner und so bin ich halt aufgewachsen

Regina: da in Wien am Bauernhof. Und da war es noch viel ländlicher, wie es heute ist.

Willy: Die Straßenbahn ist damals auch noch nicht, bis es bei dir gefahren hat?

Regina: Der Straßenhahn ist bis vor die Tür gefahren, der 17a.

Regina: Der hat genau unten eigentlich vor unserem Haus seine Endstation gehabt.

Regina: Und noch eine lustige Geschichte, meine Mutter hat immer meine Puppen in die

Regina: Fenster gesetzt und da sind die Schaffner vorbeigegangen und haben immer gesagt,

Regina: das sind aber schöne Puppen, die da sitzen.

Regina: Das hat sie mir immer erzählt, ich kann mich nicht daran erinnern.

Regina: Ich weiß leider das Jahr nicht, wie lange der 17a gefahren ist, aber...

Regina: Ist bis vor die Tür gefahren.

Bianca: Aber das heißt mit der Pim vor die Tür, heute ist es der Bus der hier fährt.

Andreas: Und die U-Bahn.

Bianca: Und die U-Bahn. Wie hat der Hof damals ausgeschaut als Kind?

Bianca: Du hast gesagt Milchwirtschaft, irgendwann sind dann Schweine und Hennen gekommen und dann?

Regina: Und dann, wie ich schon erwachsen war, dann hat das ganz aufgehört mit den Tieren,

Regina: dann gab es nur mehr Ackerbau.

Regina: Warum? Weil Nur die Hühner waren zu anstrengend oft. Meine Mutter hatte teilweise 400 Hühner.

Regina: Die Hühner leben genau zwei Jahre.

Regina: Und was machst du dann mit den Händlern? Du musst dann 200 Händler abstechen.

Regina: Aber kein Mensch kauft dir einen Suppenhuhn ab. Du musst nämlich rupfen und

Regina: dann schauen, dass du es verkaufen kannst.

Regina: Als ich ein Kind war, hat es nur einen Mann gegeben, der ist jedes Jahr gekommen

Regina: und hat 50 Hühner mitgenommen.

Regina: Aber wie der dann eben gestorben ist und nimmer gekommen ist,

Regina: dann hast du die Hühner halt gehabt und dann haben wir irgendwann damit aufgehört.

Regina: Und was noch ist natürlich mit den Hühnern im Winter und zu Weihnachten und zu Ostern,

Regina: da brauchen die Leute alle Eier und im Sommer fahren sie auf Urlaub und dann

Regina: bleibst du quasi auf den Eiern sitzen, wenn du so viele Hühner hast.

Bianca: Das heißt eigentlich war es ein Thema der Nachfrage und nicht des Angebots.

Bianca: Beides. Spannend. Das heißt du und dein Mann, ihr habt es dann nur mit Ackerbau gemacht.

Regina: Wobei ich sagen muss, dass mit der Landwirtschaft, das hat hauptsächlich mein

Regina: Mann gemacht, weil ich habe gearbeitet, ich war Lehrer, bin mittlerweile schon in Pension.

Regina: Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet bis vor eineinhalb Jahren und habe

Regina: bei der Landwirtschaft wenig gemacht.

Regina: Ich war immer nur diejenige, die im Sommer, wenn Ferien waren oder auch sonst

Regina: immer, ich war immer der, den sie angerufen haben, bitte bring uns das,

Regina: mach uns das, wir brauchen das.

Regina: Also das war mein Job dann in spätere Zeit.

Willy: War es damals schon ein Nebenerwerbsbetrieb?

Regina: Nein.

Willy: Weil du gesagt hast, dass du warst... Der Vater war im Haupterwerb.

Willy: Der Vater war im Haupterwerb.

Andreas: Der Vater war immer im Haupterwerb und die Mama war unterrichtend.

Willy: Aber war sie rein vom Haupterwerb ausgegangen?

Andreas: Für beide nicht.

Willy: War ein Schwachgewinn. Dann waren die Hühner weg, weil viel Arbeit und die Nachfrage

Willy: nicht da war. Was war dann der nächste Schritt? Schritt.

Regina: Der nächste Schritt war eben nur Ackerbau zu haben.

Willy: Was habt ihr dann vermarktet oder wie habt ihr dann gearbeitet und was habt ihr da angebaut?

Regina: Angebaut ist verschiedenes Getreide, Zuckerrüben, Erdäpfeln.

Regina: Und Erdäpfeln haben wir auch zu Hause verkauft. Da kann ich mich noch gut erinnern,

Regina: hinten in der Maschinenhalle, in der A1, wo wir waren, Da waren auf der unteren

Regina: Seite die runden Erdäpfel, da hat meine Großmutter ausgelaubt.

Regina: Auf der anderen Seite waren die langen Erdäpfel, da hat meine Mutter ausgelaubt.

Regina: Das ist so meine Kindheitserinnerung.

Regina: Und dann sind die Leute gekommen und haben die Erdäpfel bei uns gekauft.

Regina: Und meine Mutter hat sie immer geärgert.

Andreas: 50 Kilo Sache. War auch noch anders. Da hat man die Erdäpfel noch selber eingearbeitet.

Regina: Meine Mutter hat sie dann geärgert, weil dann so Männer gekommen sind mit 1,90

Regina: groß und 100 Kilo und haben gesagt, ihr könnt uns mal den Sack in den Kofferraum reinheben.

Regina: Logischerweise, oder?

Andreas: Die Oma mit 60 Kilo ist ein Osser.

Andreas: Aber sie hat seinen gehabt, den Sack.

Bianca: Aber sag, Regina, warum, du hast gesagt, dein Mann hat die Landwirtschaft gemacht,

Bianca: du bist Lehrerin geworden. Warum?

Regina: Es war schwierig, wie es auch heute noch schwierig ist,

Regina: wenn du von einem landschaftsbetrieb stammst als frau dann jemanden zu finden

Regina: der das mit übernimmt jetzt habe ich heute andere ausbildung auch noch gemacht

Regina: habe aber dann meinen mann kennengelernt.

Bianca: Du hast ja einen Bauern gefunden?

Regina: Der kein gelernter Bauer ist, der alles noch dazugelernt hat.

Bianca: Das heißt ihr habt euch in der Mitte irgendwo getroffen?

Regina: Ja wir haben uns beim volleyball spielen getroffen.

Bianca: Schön.

Willy: Beim Volleyball spielen?

Regina: Ja, ich habe Volleyball gespielt und mein Mann auch. und da haben wir uns kennen gelernt.

Willy: Wer hat besser gespürt?

Regina: Na er!

Andreas: Geregina!

Willy: Aber jetzt habe ich natürlich wieder mal nicht aufgepasst und die Frau Blasl

Willy: wird mich wieder tögeln, aber der Hof ist aus deiner Familie?

Regina: Ja.

Willy: Und ihr habt euch dann kennengelernt, das heißt, dein Mann, wie heißt der?

Regina: Horst.

Willy: Der Horst.

Willy: Und der hat dir dann die Landwirtschaft beigebracht, das heißt,

Willy: du warst jetzt keine gelernte Landwirtin, sondern bist quasi damit aufgewachsen.

Willy: Der Horst, was hat der vorher gemacht?

Regina: Der hat meinen Vater gehabt, der mir vieles beigebracht hat.

Regina: Und er hat eine Ausbildung als Forstwart gemacht, vorher.

Regina: Und dann nachher, nachdem er eben bei uns in der Landwirtschaft eingestiegen

Regina: ist, hat er noch die Meisterprüfung gemacht in der Landwirtschaft.

Willy: Aber Forstwirt wirst du ja auch nicht, wenn du, sag ich mal,

Willy: nicht schon irgendwo so eine gewisse Beziehung zur Natur hast.

Willy: Warum ist er ursprünglich Forstwirt geworden? Kommt er auch schon so ein Background

Willy: von der Landwirtschaft?

Regina: Nein, er kommt aus dem Waldviertel und sein...

Andreas: Genau, aufweg!

Regina: Sein Vater hatte immer eine Liebe für den Wald, aber war gelernter Bäcker und Konditormeister.

Andreas: Was?

Willy: Okay, dem gehen wir jetzt nicht essen, sonst kommen wir zum Thema.

Andreas: Ja, das wird zu wütend.

Willy: Aber ihr seid dann da gestanden, im Endeffekt mit einem Ackerbaubetrieb, oder?

Willy: Du und dein Mann, wann habt ihr übernommen? Wie war das Übernehmen vom Vater?

Willy: War das leicht oder hat er gerne hergegeben?

Andreas: 1992, irgendwie so.

Regina: Ja, so irgendwas.

Andreas: Um meine Geburt herum.

Willy: War er froh, dass ihr es los war und dass ihr weitergemacht habt? Oder war das...

Regina: Er hat seinen Lebtag lang immer mitgearbeitet. Er hätte nicht ohne das sein können. Er ist...

Andreas: Unmöglich!

Willy: Wir haben...

Regina: 83 Jahre!

Andreas: 83 Jahre und er ist noch mit mir am Traktor gesessen.

Regina: Er hat Zuckerrüben an die Zuckerfabrik, das heißt,

Regina: da gibt es einen Abladeplatz quasi in Deutsch-Wagram,

Regina: da ist er mit den Zuckerrüben hingefahren und dann hat einer gesagt,

Regina: wie alt bist denn du schon, weil ich bin nämlich schon 60 und fahre da noch

Regina: immer hin und mein Vater hat gesagt, nein und ich bin über 80 und fahre noch immer.

Regina: Er hätte ohne das nicht sein können.

Andreas: Okay.

Regina: Man hat ihm dann schon ein bisschen einbremsen müssen, weil er hat sich dann viel zu viel zugetraut.

Regina: Aber wenn du gesagt hast, du darfst das nicht, das hättest du nicht machen können,

Regina: das war immer so ein bisschen schwierig dann.

Willy: Okay, also bei der Übergabe, er hat so seine Arbeitsweisen gehabt und dann seine Jungen?

Regina: Nein, das möchte ich nicht sagen. Aber er wollte halt immer seine Sachen noch

Regina: machen teilweise und manchmal war es dann schon ein bisschen gefährlich.

Andreas: Er hat sich selber übernommen, körperlich teilweise.

Regina: Ja, er ist dann einmal vom Wagen

Regina: fast runtergefallen, weil er nachschauen wollte und lauter so Sachen.

Willy: Ich frage deswegen, weil man ganz oft hört, dass die Vorgängergenerationen oft

Willy: schwarz wird beim Übergeben und dann halt die Jungen sagen, mach es so und mach

Willy: es nicht anders. Das war bei euch nicht der Fall, oder?

Regina: Nein, er hat schon oft gesagt, das muss der Horst entscheiden.

Regina: Was meinst denn du?

Andreas: Aber er hat sich schon eingemischt.

Regina: Er hat sich eingemischt, aber er hat sich dann auch zurückgehalten und dann,

Regina: wenn es vielleicht nicht so passt, hat er ja isst.

Willy: Und dann habt ihr den Hof gehabt und was waren dann die ersten großen Entscheidungen?

Willy: Wart ihr dann mal überfordert mit diesem Hof, da jetzt sind wir auf einmal plötzlich Landwirte?

Willy: Nein, eigentlich gar nicht. Oder war dann gleich die Veränderung,

Willy: jetzt machen wir das nächste große Projekt und zwar mal so?

Regina: Eigentlich gar nicht.

Regina: Wir haben nie am Hof gewohnt, mein Mann und ich und die Familie.

Regina: Wir wohnen fünf Minuten zu Fuß von da, was auch seine Vorteile hatte.

Regina: Meine Eltern waren immer da am Hof und hat auch Vorteile gehabt, muss ich schon sagen.

Andreas: Ist besser, wenn alt und jung nicht in einem Haus zusammen wohnen.

Andreas: Das haben wir auch schon ein paar Mal gehört. Es ist in der Landwirtschaft so,

Andreas: das ist glaube ich überall so.

Regina: Es ist fast überall so und meine Mutter hat gern gekocht,

Regina: die Kinder sind auch zum Mittag her gekommen und haben oft gegessen, aber sie war dann froh,

Regina: wenn ich mit den Kindern nachher wieder heimgegangen bin und der Horst ist am

Regina: Acker gefahren oder so, weil wenn die Kinder dann die ganze Zeit die Oma bedrängen,

Regina: weil die hätten ja dann wieder gesagt, ja das machen wir und das machen wir. Das war schon das Gute.

Bianca: Aber sag mal, Andi, wie war denn das für dich? Jetzt bist du da quasi auf einem

Bianca: Bauernhof in Wien aufgewachsen und was hast du aber für eine Ausbildung gemacht?

Bianca: Hat dich irgendwas geprägt als Kind, warum ist jetzt alles so wie es ist?

Andreas: Dass ich Bauer werden wollt, ist mir klar geworden mit vier Jahren.

Bianca: Drei.

Regina: Drei Jahren.

Willy: Das will ich jetzt wissen. Die Geschichte ist gleich klar. Und es war Donnerstag

Willy: und die Sonne hat geschienen.

Willy: Warum war es mit vier Jahren, dass du Bauer werden wolltest?

Andreas: Ich hab's einfach schon immer gewusst. Ich hab im Kindergarten schon zu allen

Andreas: Kindern gesagt, dass ich Bauer werde. Es ist so.

Bianca: Aber warum?

Andreas: Weil die Eltern gesagt haben, du wirst Bauer. Und du hast das geglaubt oder

Andreas: du hast es selber geglaubt? Nein, eigentlich nicht.

Andreas: Das war der Opa sehr stark. und der Papa sowieso auch. Also es waren eh beide im Endeffekt.

Andreas: Ja, der Opa hat mich einfach wirklich stark geprägt und das war einfach immer...

Andreas: Ich war andauernd am Hof. Wir sind eben immer dann nach der Schule,

Andreas: nach dem Kindergarten zur Mitte gegessen, waren immer bei der Oma,

Andreas: bis die Mama mit der Schule dann fertig war und irgendwann um 2 oder 3 oder

Andreas: was gekommen ist und da waren wir sowieso immer bei der Oma und ich bin einfach

Andreas: halbweit am Hof aufgewachsen.

Regina: Und da muss man dazu sagen, eine gute Geschichte war natürlich auch,

Regina: Nach dem Essen hätte er eine Aufgabe machen sollen. Meine Mutter wollte mit

Regina: ihm eine Aufgabe machen, wie er dann schon in der Schule war.

Regina: Und er war immer schon, wie man sich das so vorstellen kann,

Regina: mit einem Fuß draußen aus der Tür. Er wollte immer schon aus seinem Hof gehen.

Regina: Und eine gute Geschichte ist auch noch, da kann ich mich erinnern,

Regina: da hätte er irgendwas in Mathe machen sollen.

Regina: Und für Mathe-Schularbeitlerner, da war es schon ein bisschen älter.

Regina: Und dann hat er gesagt, das Mathe-Lernen geht mir so auf die Nerven,

Regina: da tue ich lieber mit dem Opa drei Stunden draußen irgendwas umschaufeln.

Regina: Das werde ich auch nicht vergessen.

Willy: Also wir haben im Vorfeld schon gesagt, dass Excel-Tabellen nicht so deins sind,

Willy: aber nicht, weil du Excel nicht magst, sondern weil das Büroarbeit ist.

Willy: Und das Gleiche war dann mit der Schule auch schon so.

Andreas: Genau so ist es.

Willy: Wir fühlen uns geehrt, dass du heute beim Podcast länger ruhig sitzt.

Willy: Du bist schon wieder drauf. Das stimmt eigentlich.

Bianca: So freudig freue ich mich.

Willy: Also die Frage hat einfach für dich so gesehen nie gegeben, dass du nicht Bauer

Willy: wirst, sondern es war einfach klar, ich übernehme das irgendwann einmal.

Willy: Hast du Geschwister? Hast du Geschwister?

Andreas: Ja, ich hab zwei Geschwister.

Andreas: Und ja, die waren im Prinzip, meine Schwester hat die Landwirtschaft eigentlich

Andreas: auch immer Spaß gemacht und so weiter.

Andreas: Und ja, aber irgendwann hat sich dann wirklich herauskristallisiert,

Andreas: dass ich den Hof einmal übernehmen werde.

Andreas: Ja, meine Schwester hat dann nach Kärnten geheiratet und mein kleiner Bruder, der wird Lehrer.

Bianca: Und er hat dann gleich einen Grossartigen Nachbar der Mama.

Andreas: Genau, und das hat sich dann irgendwann herauskristallisiert und das war immer mein größter Wunsch.

Andreas: Also das war schon immer mein Ziel eigentlich. Und ich habe dann ganz normal

Andreas: ein HS Matura gemacht. Ah wirklich?

Bianca: Ganz normal?

Andreas: Ja, ganz normal Güm. Weil das war immer, die Mama und Papa haben immer gesagt,

Andreas: ich mache das Gymnasium fertig, ich mache das Matura und dann könnt ihr machen

Andreas: was ihr wollt. macht ihr eine Lehre, geht studieren, tut das,

Andreas: was ihr wollt danach, aber ihr macht alle die Matura.

Andreas: Das war immer so die Vorgabe und das haben auch alle so gemacht.

Andreas: Und ich habe dann gesagt, ja, Matura fertig, Bundesheer und dann bin ich auf die BOKU gegangen.

Bianca: Ah, BOKU.

Andreas: Genau.

Willy: Also keine klassische Landwirtschaftsschule.

Andreas: Keine Landwirtschaftsschule, genau, sondern dann...

Regina: Mit 16 einen Traktorführerschein gemacht. Ja, sowieso. Genauso wie die Anna.

Andreas: Genau, also das war sowieso das Wichtigste mit 16 den Traktor führerschein,

Andreas: sobald es irgendwie möglich war gleich in den Ferien Traktor führerschein und

Andreas: direkt noch vor dem Geburtstag schon fertig gemacht den Traktor führen,

Andreas: zwei Tage nach dem Geburtstag die praktische Prüfung war das einzige was mir

Andreas: noch gefehlt hat und direkt am Traktor drauf.

Willy: Und du wirst mir jetzt sagen, du bist vor dem 16. Geburtstag noch nie Traktor gefahren?

Andreas: Nie!

Bianca: Ich bin niemals.

Andreas: Niemals.

Willy: Angefangen habe ich mit 4er circa.

Willy: Da warst du nämlich die Ausnahmsschläge.

Andreas: 3er, 4er habe ich das erste Mal lenken dürfen, dann bin ich Stapler gefahren und 12er Traktor.

Bianca: Klassische Karriere. Sowieso. So bäuerlich, klassisch, unklassisch mit AHS Matura

Bianca: und dann studieren. Warum der Weg?

Andreas: Hat sich damals einfach so ergeben im Endeffekt. Also ja, es war quasi,

Andreas: dass wir gesagt haben, okay die Matura, die ziehe ich jetzt durch, das mache ich mal so.

Andreas: Und dann habe ich überlegt, was ich landwirtschaftlich weitermachen könnte.

Andreas: Das war für mich immer die landwirtschaftliche Richtung. Wenn es der Hof nicht

Andreas: gewesen wäre, wäre es irgendwas landwirtschaftliches geworden,

Andreas: komme ich, was ich will, definitiv.

Andreas: Genau und da hat sich einfach das BOKU-Studium angeboten, also im Prinzip.

Willy: Was hast du denn studiert auf der BOKU?

Andreas: Agrarwissenschaften. Agrarwissenschaften im Bachelor und Mozi-Wissenschaften im Master.

Bianca: Das gibt es. Ich wollte noch eine Frage, noch einen Schritt davor.

Bianca: Denn ich habe selbst ein bisschen ein Volksschultrauma und Kinder können ja

Bianca: richtig gefraster sein.

Bianca: Als Bauernkind in Wien, in der Schule, wie ist es dir da gegangen?

Andreas: Mir ist es eigentlich nie schlecht gegangen.

Bianca: War das Thema? War es keins?

Andreas: Es war schon immer Thema im Prinzip. Wir haben eigentlich immer alle in der

Andreas: Klasse gewusst, dass ich von einem Bauernhof komme.

Andreas: Aber ich glaube, ich habe eigentlich immer ganz liebe Schulkameraden gehabt.

Andreas: Also von dem her, meine Freunde waren sowieso immer da.

Andreas: Also im Prinzip, wir haben alle Ferien am Hof verbracht. Wir haben Baumhäuser

Andreas: gebaut. Wir sind gemeinsam heiraten gegangen. Wir sind Molden ausreisen...

Regina: Was seid ihr gegangen?

Andreas: Unkraut jäten. Und gerade jeden,

Andreas: wir sind gemeinsam heilen, heilen sind wir gegangen, molden sind wir gegangen,

Andreas: molden ausreißen ist dann, wenn das Unkraut schon größer ist,

Andreas: wenn das Unkraut schon über die Pflanzen drüber schaut und du erwischst es nicht

Andreas: mehr beim heilen, dann reißt du es aus und hast mit der Sichel quasi die Wurzel

Andreas: ab und das ist dann molden.

Willy: Kleine Exkurs, Entschuldigung, ja.

Andreas: So sind wir, so, ja. Und da waren meine Freunde auch immer mit dabei,

Andreas: also ich wurde eigentlich immer schon voll akzeptiert, Natürlich hast du manchmal

Andreas: Kater oder Bauernkinder und was weiß ich was, aber ich bin dazu eigentlich immer

Andreas: gestanden. Ich habe nie einen Trauma davon gehabt.

Regina: Darf ich da kurz was sagen? Weil der Andreas, der hat das immer vertreten.

Regina: Der hat nie ein Problem damit gehabt. Ich habe aber mal eine Schülerin gehabt,

Regina: da habe ich so gefragt, naja und was sind die, irgendwie haben wir geredet, was die Eltern sind.

Regina: Und der eine hat gesagt, ja mein Vater ist Straßenbauer,

Regina: mein Vater arbeitet am Bauern, einer hat,

Regina: eine Mädchen hat einen Vater gehabt, der war Arzt und dann haben wir das eine

Regina: Mädchen auch gefragt und was macht dein Vater, habe ich gesagt,

Regina: hat sie gesagt, nein mein Vater der ist Bauer.

Regina: Hab ich gesagt? Ja, meiner auch!

Regina: Und dann auf einmal hast du richtig gesehen, wie dem Mädchen alles runterfällt

Regina: und wie das aufgelebt ist. Also

Regina: da müssen die Mitschüler nicht so nett gewesen sein, wie in Andi sein.

Bianca: Das heißt Glück bei den Mitschülern und sichtlich auch bei der Einstellung und beim Elternhaus.

Regina: Das gibt es sicher.

Bianca: Von nichts kommt nichts.

Andreas: Definitiv, ja.

Willy: Wie ist es dir denn gegangen? Wir haben ja schon über deine Bürophobie gesprochen.

Willy: Wie geht's denn da auf der Uni? Ist das... Wie war die Zeit so?

Andreas: Uni war besser! Uni war besser als Schule. Weil ich hab mir ja schon das aussuchen

Andreas: können, was mir Spaß macht. Also von dem her war es ja schon besser.

Andreas: Schule war immer schlecht. Uni hab ich ganz gut abgeschlossen eigentlich.

Andreas: Und da hat mir schon ein bisschen mehr Spaß gemacht. Da hat es auch meine Hassfächer

Andreas: gegeben, aber im Endeffekt...

Willy: Was waren die Hassfächer? In der 7.

Regina: Waren das ziemlich viele!

Willy: Wir wollen natürlich nur die Hassfächer, das ist ein spektakulärer Podcast.

Andreas: Nein, Hassfächer gibt es auch nicht wirklich, aber im Endeffekt waren halt einfach

Andreas: die Grundlagenfächer natürlich...

Andreas: Es ist halt schwierig, sich für die Grundlagenfächer zu begeistern, für mich zumindest.

Andreas: Und von dem her waren die halt einfach uninteressanter und auf der Uni waren

Andreas: natürlich alle Bio-Vorträge Vorlesungen und so weiter waren dann natürlich super,

Andreas: alle Vorlesungen zur Tierhaltung.

Andreas: Das waren dann meine Fächer.

Bianca: Aber jetzt sag mal, jetzt war das ein Ackerbaubetrieb und du bist auf dem aufgewachsen

Bianca: und jetzt hast du gerade gesagt, alles was Tierhaltung war, war auf der Uni

Bianca: irgendwie spannend. Wie, warum?

Willy: Hm, das war nicht so ein Betrieb damals, wie du auf der Uni warst.

Andreas: Unser Betrieb jetzt? Ja, also im Endeffekt ganz klassisch Ackerbau, konventionell.

Andreas: Unsere Haupteinnahmequelle sozusagen waren immer die Zuckerrüben.

Andreas: Ja, das war so der Betrieb im Endeffekt. Wir haben neun Hühner immer gehabt.

Andreas: Das war halt rein für uns, für die Eier, daheim.

Andreas: Und ja, immer trotzdem viel zu tun mit der Beregnung und so weiter.

Andreas: Wir haben Faris und den Iwan.

Andreas: Aber ja, die Haltung haben wir halt wenig gehabt und und iwan hat halt immer

Andreas: viel gehabt im Endeffekt.

Andreas: Und 2011 bin ich dann im Endeffekt mit meiner lieben Frau zusammengekommen und

Andreas: das war dann auch circa zweites Studienjahr.

Andreas: Erstes Studienjahr fast noch. 2009 habe ich... Beim Bundesheer. Was?

Regina: Wie du beim Bundesheer warst, bist du nicht der Leser?

Andreas: Nein, nein, 2011. Bundesheer war ich 2009. 2011.

Bianca: Ich sehe wohl.

Andreas: Wir haben uns nicht beim Volleyballspielen kennengelernt. Wir haben uns nicht

Andreas: beim Volleyballspielen kennengelernt. Wir sind verkuppelt worden.

Bianca: Ja, wie schön.

Andreas: Ja, sie ist eben, sie, meine Frau ist Tierärztin und wollte immer Tierärztin

Andreas: werden. auch noch nicht in der Ausbildung im Studium.

Andreas: Und ja, ich bin mit mit ihrer Schwester eigentlich in der AHS,

Andreas: in die Klasse gegangen, in der Unterstufe und ja,

Andreas: wir waren dann eigentlich immer befreundet und so weiter und wir haben uns dann

Andreas: einmal zum Fortgehen getroffen und mein bester Freund hat gesagt,

Andreas: pass auf, Heute gehst du mit, auf jeden Fall.

Andreas: Egal was am Ackerl los ist, du gehst heute mit. Was ist jetzt los?

Andreas: Ich habe einen Plan gehabt.

Regina: Genau.

Andreas: Ich habe gesagt, komm da mit. Ich habe gesagt, ja passt, geh mit.

Andreas: Und dann hat sich das ergeben.

Bianca: Aber was hat jetzt deine liebe Frau mit den Tieren zu tun?

Andreas: Die hat im Endeffekt meine ganze Tierliebe noch verstärkt.

Andreas: Also wir haben dann gemeinsam für uns beschlossen, dass wir unbedingt Tierhaltung

Andreas: haben wollen und dass wir definitiv in Richtung Tierhaltung gehen werden im Betrieb.

Willy: Aber du hast ja dann im Masterstudium für Nutztierwissenschaft entschieden.

Willy: Vorher war es Agrarwissenschaft.

Willy: Mama und der Papa haben einen Ackerbaubetrieb gehabt. Jetzt,

Willy: wann ist dieser Entschluss Nutztierwissenschaft?

Willy: Weil das bringt ja nicht wirklich was, wenn es dann keine Viecher hält.

Willy: Hast du das mit ihnen dann schon gesagt, du ich studiere das jetzt oder war

Willy: das dann so eine Überraschung, wir machen jetzt dann Nutztiere?

Andreas: Nein, das hat sich immer schon ergeben im Endeffekt.

Andreas: Wir haben ja 2011 eben, wie wir zusammengekommen sind, haben wir dann das erste,

Andreas: was wir gemacht haben, wir haben ein Loch rüber gestemmt für die Hühner,

Andreas: dass wir einen Auslauf mit dabei haben, weil wir gesagt haben, das ist ja fadet,

Andreas: nur alleine drinnen und das hat nicht lange gedauert,

Andreas: dass wir dann die ersten Masthühner gehabt haben,

Andreas: dann Gänse gehabt haben, Puten, dann haben wir uns Schaf überlegt,

Andreas: dann Ziegen haben wir angefangen und dann sowieso auch die Schweine,

Andreas: immer zwei Schweine zur Eigenversorgung, so haben wir halt angefangen.

Andreas: Und ja, das war halt für mich irgendwie, war das auch schon bevor ich mit der

Andreas: Lisa zusammengekommen bin eigentlich so, dass wir gesagt haben,

Andreas: okay, die Erhaltung war immer meins und das hat mich immer interessiert und

Andreas: für mich Ich gehöre zu einem Bauernhof auch viel hier mit dazu.

Willy: Was hat der Horst dazu gesagt?

Andreas: Ja, der Papa war da eigentlich immer relativ offen, da kann man nichts sagen.

Andreas: Also da haben mich die Eltern eigentlich immer unterstützt.

Andreas: Der Papa hat im Endeffekt gesagt, ja, du übernimmst den Betrieb und ich kann das...

Regina: Du musst wissen, was du machen willst.

Andreas: Genau, ich muss wissen, was ich will und das kann ich machen.

Bianca: Aber jetzt mal...

Andreas: Er hat mir vollkommen freie Hand gelassen, absolut.

Bianca: Jetzt mal ohne Witz, mit Wien, also das wird mir jetzt nicht unbedingt Landwirtschaft,

Bianca: wenn überhaupt vielleicht noch Wein, jetzt leben wir da Spitzwein und so.

Bianca: Wie bist du jetzt tatsächlich auf die Idee gekommen, in Wien mit rundherum Stadt Schweine zu halten?

Andreas: Wie bin ich auf die Idee dazu gekommen? Tja, gute Frage.

Bianca: Oder warum? Warum?

Andreas: Ja, es war für mich einfach, zu einem Bauernhof gehören Vieche dazu und unser

Andreas: Hof ist eigentlich schon ewig da und es war irgendwie immer schade,

Andreas: dass wir einfach dann die Tierhaltung so weit runtergefahren haben.

Regina: Und Kühe passen gar nicht?

Andreas: Kühe passen nicht bei uns, das ist halt irgendwie das, weil das ganze Machfeld

Andreas: einfach relativ trocken ist und weil da dann das Grünfutter einfach abgeht.

Andreas: Wir bringen zu wenig Heu zusammen, dass wir eine meiner Meinung nach vernünftige

Andreas: Viehhaltung, also Rindviehhaltung betreiben können.

Andreas: Und von dem her sind es dann eher die Schweine geworden.

Andreas: Und die Hühner, das ganze Federvieh war dann nicht so unseres,

Andreas: weil man da relativ wenig Beziehung dazu aufbaut.

Andreas: Pferde haben wir uns auch überlegt, weil meine Frau eben sehr pferdelastig aufgewachsen

Andreas: ist und haben uns dann aber dagegen entschieden und für die Schweine.

Andreas: Das war dann irgendwo klar.

Willy: Wann war das ungefähr, diese Entscheidung für die Schweine?

Andreas: Jetzt überlegen,

Andreas: lassen,

Andreas: 2012 oder 2014, so auf die Art, in der Gegend herum.

Andreas: Während des Studiums, kann man sagen. Im Laufe des Studiums haben wir uns dazu

Andreas: entschieden, dass es irgendwann die Schweine werden werden.

Willy: Warum eigentlich gerade in dem, ich glaube Bianca, Korrektur,

Willy: das war eine Vorschläge, aber das ist natürlich auch ein Markt,

Willy: wo viel, sagen wir mal, viel schon produziert wird in Österreich.

Willy: Wir haben eine gute Selbstversorgung oder Überversorgung mit Schweinefleisch,

Willy: glaube ich, sogar in Österreich.

Willy: Warum gerade in diesem Markt, wo eh schon viel Schweine in Österreich produziert werden?

Willy: Und die Kritik war ja auch schon ein bisschen da, 2012 war ja auch schon ein

Willy: bisschen so die Diskussion innerhalb der Gesellschaft,

Willy: warum geht man da gerade, und dann noch mit dem Kontext Stadt,

Willy: wo man dann quasi Anrainer hat vermutlich, Geruchsthema etc.

Willy: Warum gerade Schweine und warum, warum, warum?

Andreas: Ja, das war irgendwie der Punkt. Wir haben dann eben gerade gesagt,

Andreas: ja, Schweine sind oft in der Kritik und so weiter.

Andreas: Und wir haben dann gesagt, ja, wir glauben, wir können es besser machen und

Andreas: wir können es auch vertretbar machen.

Andreas: Das war immer unser Anliegen, da ja eben meine Frau Tierärztin war,

Andreas: war das sowieso immer von Haus aus, dass bei uns die ganze Tierhaltung so sein

Andreas: muss, dass wir dahinter stehen können.

Andreas: Und wir sind sehr selbstkritisch auch in der Hinsicht und wollen einfach unseren Tieren so die Art,

Andreas: die am ehesten artgerechte Haltung bieten, die sich in einem wirtschaftlichen Sinn bieten lässt.

Andreas: Und danach haben wir eigentlich immer gestrebt.

Willy: Jetzt passt schon.

Andreas: Danach haben wir eigentlich immer gestrebt und...

Andreas: Ja, warum sind es die Schweine sind es im Prinzip geworden, weil sie machen

Andreas: uns einfach wirklich viel Spaß.

Andreas: Es ist einfach auch, sie sind einfach so intelligent. Das ist das,

Andreas: was mich einfach so begeistert.

Andreas: Weil sie sich, geben ihnen den Platz und sie legen sich ihre Kotplätze an.

Andreas: Sie gehen nie dorthin, wo sie schlafen würden.

Andreas: Wo sie schlafen, dort koten sie nicht hin, wenn sie genug Platz haben.

Andreas: Das machen Schweine einfach nicht. Und das machen alle anderen Nutztierearten.

Andreas: Das machen die Hühner, das machen die Gänse, die Ziegen, die Schafe.

Andreas: Alle machen das. Die Kühe koten einfach dort, wo sie sind. Aber Schweine,

Andreas: die richten sich ihre Plätze ein und sind einfach die intelligentesten Nutztiere, meiner Meinung nach.

Andreas: Und ja, sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen. Die machen mir irgendwie

Andreas: Spaß. Also wir haben angefangen mit zwei Mangalizzaschweinen für die Eigenversorgung.

Andreas: Und die zwei waren einfach immer voll witzig. Die haben wir einfach draußen

Andreas: gehalten auf der Wiese und denen haben wir dann eine Hütte aus Stroh gebaut.

Andreas: Und da hat einer einen Sonnenbrand gekriegt.

Andreas: Da hat auch einer seinen Sonnenbrand gehabt, genau.

Regina: Weil wir gesprochen haben vorher.

Andreas: Da haben wir ganz, ganz wild angefangen eben und so sind wir dann auch irgendwie.

Andreas: Die zwei haben wir wirklich sehr gerne gehabt, das hat super gepasst.

Andreas: Da haben wir irgendwie so die Liebe zu den Schweinen entdeckt.

Bianca: Aber sag mal, jetzt sind wir ja doch in Wien und auch eure Schweine riechen nach Schwein. Ja.

Bianca: Hattet ihr da jemals irgendwie Themen mit Nachbarn, Anreinern, irgendwas?

Bianca: Ich meine, wenn mir einer einen Schweinestall vor die Schnauze baut,

Bianca: weiß ich nicht, ob ich es so gut finde.

Andreas: Ja, wir haben es wirklich schon, wir haben ja schon jetzt Langschweine auch

Andreas: und die Großeltern früher genauso.

Andreas: Ja, und wir schauen, das Wichtigste bei uns sowieso, weil wir ja trotzdem in

Andreas: der Stadt sind, dass wir so geruchsminimierend bauen, wie es nur irgendwie möglich

Andreas: ist. Deswegen haben wir extrem riesig gebaut, einen ganz, ganz großen Offenstall.

Andreas: Dadurch haben wir auch einen sehr, sehr guten Luftaustausch und es kommt gar

Andreas: nicht zu diesem Geruch-Maxima.

Andreas: Wir schauen eben genauso, dass wir Urin und Kot trennen. Das ist auch ganz wichtig,

Andreas: deswegen haben wir ein Mist-Jauche-System.

Andreas: Wir fangen die Jauche separat auf, dadurch entsteht noch einmal eine Geruchsreduktion.

Andreas: Und wir haben eine ganz dicke Stroheinstreu, was auch sehr wichtig ist für die Geruchsminimierung.

Andreas: Und dann haben wir zusätzlich, verwenden wir auch noch Urgesteinsmehl,

Andreas: das auch nochmal unter der Mistmatratze eingestreut wird, das auch nochmal geruchsbindend wirkt.

Andreas: Und ja, das war uns da mal ganz wichtig im Vorhinein, dass wir da alle ja und

Andreas: wir misten noch zusätzlich jede Woche aus, das ist auch ganz wichtig.

Andreas: Umso öfter man ausmistet, umso weniger Geruch.

Andreas: Ja, und auf das haben wir ein Augenmerk auch gelegt, dass wir so geruchsminimierend

Andreas: sind, wie es nur irgendwie geht.

Andreas: Und ich glaube, wir haben es ganz gut hinbekommen. Also wir haben ganz,

Andreas: ganz wenig Beschwerden, was den Geruch angeht.

Andreas: Das ist wirklich so minim, dass es eigentlich kein Problem ist im Prinzip.

Andreas: Es ist auch so, dass wir, man riecht unseren Betrieb ganz selten.

Andreas: Das ist maximal einen Tag die Woche nach dem Ausmisten, und auch nur,

Andreas: wenn ein Niederdruckwetter ist, dass man es am Vormittag einmal riecht,

Andreas: aber auch nicht, dass sie stinken, sondern dass man sie riecht,

Andreas: Dass man überhaupt wahrnimmt, dass da Schweine sind.

Bianca: Wie ist denn das? Was ist denn aus eurer Sicht der größte Unterschied zwischen

Bianca: Landwirtschaft in der Stadt, in Wien und Land-Landwirtschaft?

Andreas: Einerseits natürlich die Flächen, unsere verstreuten Flächen.

Andreas: Wir haben ganz, ganz viele verstreute Flächen. So etwas wie Arrondierung gibt es bei uns nicht.

Willy: Arrondierung muss man sagen, ist direkt am Hof angrenzende Flächen.

Andreas: Genau, zusammenhängende Flächen

Andreas: rund um den Hof sozusagen. Sowas gibt es sowieso schon mal gar nicht.

Regina: Hat es nie gegeben eigentlich?

Andreas: Hat es auch früher nicht gegeben, genau. Wir haben immer schon verstreute Flächen

Andreas: gehabt und jetzt durch die Stadt natürlich werden die noch immer verstreuter.

Andreas: Und es sind relativ kleine Flächen.

Andreas: Was ein Vorteil ist, ist natürlich die Direktvermarktung. Also wir sind auch

Andreas: mit unseren Produkten direkt in der Stadt. Das ist definitiv ein Vorteil,

Andreas: den man nicht unterschätzen darf.

Andreas: Ja, was wieder schwierig ist, sind einfach die Leute. Am Land ist natürlich

Andreas: trotzdem mehr Verständnis da, auch mehr Verständnis für die Tiere.

Andreas: Und das ist teilweise dann eben mit dem Ackerbau in der Stadt auch schwierig.

Andreas: Also wenn wir unsere Ernte haben, direkt neben einem Kleingartenverein,

Andreas: dann haben wir oft dann auch wieder mal ein paar Leute, die sich dann beschweren,

Andreas: dass ihr Schwimmbecken jetzt gerade zugestaubt wird, weil da der Mähdrescher fährt.

Andreas: Und der Wind gleichzeitig geht und da haben wir dann auch öfter Probleme.

Andreas: Also das ist sicherlich auch in der Stadt schwieriger.

Andreas: Ja und dann genauso mit der Tierhaltung, da geht es eher dann um die Weide draußen,

Andreas: dass das auch verstanden wird, dass da die Tiere stehen und dass man den Tieren

Andreas: nichts reinwirft, dass die Hunde nicht zu nah zum Zaun kommen und die Tiere

Andreas: nicht treiben und so weiter.

Andreas: Das ist da dann wieder oftmals auch schwierig in der Verständigung mit den Leuten.

Andreas: Ja, und der Verkehr natürlich. Wenn wir am Acker fahren, stehen wir meistens

Andreas: im Stau. Echt? Mit dem Traktor. Mit dem Traktor im Stau.

Andreas: Fahrt ihr das im Stau oder geht ihr im Stau?

Willy: Beides.

Andreas: Im Traktor.

Willy: Beides.

Andreas: Nein, wir schauen schon, dass wir sehr vorsichtig fahren und dass wir nicht

Andreas: der Grund für den Stau sind. das versuchen wir zu minimieren.

Andreas: Aber es ist einfach halt dann oft der Abendverkehr, wo die Leute aus der Stadt

Andreas: rausfahren nach Hause und wir fahren auf unsere Ecke raus und da stehen wir dann manchmal im Stau.

Regina: Das war immer der Rundgang von meinem Vater und von mir, wenn wir irgendwo hingefahren

Regina: sind mit dem Auto und vorne ist irgendwo ein Traktor gefahren,

Regina: hat mein Vater immer gesagt, schaut euch das an, schon wieder so ein blöder

Regina: Traktor und wir kommen nicht vorbei.

Willy: Ja und was habt ihr aus dieser Zeit gelernt oder wie geht es mit diesem Konflikt nun mal?

Willy: Sie sind ja da, wir haben das immer schon ein bisschen gehört,

Willy: Gülle fahren oder Solingen fahren oder wie man es halt sagt,

Willy: mit Wäsche, die zum Trockenen aufgehängt ist, das Verstauben,

Willy: das habe ich auch gesehen, wenn du über die Felder läufst und teilweise,

Willy: wenn der Wind drüber fährt, ist ein richtiger Rauchwolken, ich sage ja Staubwolken.

Willy: Wie geht man denn dann in solchen Konfliktsituationen damit um oder was sind

Willy: denn da eure Strategien Oder was hat sich da bewährt?

Andreas: In der Konfliktsituation selber ruhig bleiben. Da bringt uns eigentlich nichts

Andreas: mehr aus der Fassung im Prinzip.

Andreas: Wir können es eh nicht ändern, das ist halt immer das. Wir müssen dann ernten,

Andreas: wenn es staubt, weil nur dann ist es trocken. Das ist halt das Ding.

Regina: Und da gibt es auch Leute, die sagen dann, die gehen mit den Hunden durch die Felder,

Regina: die haben ihren eigenen Weg durch und wir wollen dann threshen und dann Sagt

Regina: die zu meinem Mann, was wolltest du da trösten, das ist ja eh schon alles hin.

Regina: Die wissen ja gar nicht, dass das ein Getreide ist.

Andreas: Dass es reif ist.

Regina: Und dass es reif ist und dass es dann ein bisschen braun ist.

Willy: Ah, verstehe. Jetzt habe ich eine Frage, eine ganz wichtige Frage.

Willy: Ich als konstruktiv ahnungsloser Stadtbürger, wenn ich da um einen anderen in

Willy: der Lobau oder vielleicht irgendwo in der Lobau oder sonst was,

Willy: und dann ist da ein Vödel, hin und wieder hat man so das Bedürfnis,

Willy: dass man durchrennt, weil man irgendwann einen Anschneider machen will oder sonst irgendwas.

Willy: Gibt es da irgendwie eine pauschale Regel? Kann man sagen, wenn du auf Hölle bist, da und?

Willy: Oder wenn es eine Wiese ist zum Beispiel, kann man durchgehen oder soll man

Willy: das einfach pauschal nicht machen?

Andreas: Pauschal, ich gehe niemals durch eine Hocke, auch nicht durch eine Wiese. Auch nicht in Wien.

Bianca: Nirgendwer lebt davon.

Andreas: Das ist immer das Problem. Nein, absolut gar nicht. Definitiv.

Andreas: Nicht durch Felder, nicht durch Wiesen.

Regina: Wobei man dann sagen kann, du bist einer, der weiß, dass das ein Feld ist.

Regina: Es gibt viele Wiener, die wissen gar nicht, dass das ein Feld ist.

Regina: Wenn das Getreide aufgeht, glaubt ihr, das ist eine Wiese, da kann jeder durchgehen.

Bianca: Und was machen wir da? Aufklären. Und wie machen wir das?

Andreas: Wir bleiben im Traktor stehen und sorgen den Leuten im Endeffekt.

Andreas: Ja, das schon. Wir singen natürlich, rufen die Leute an, bitten wir sie nicht zu uns.

Willy: Und die Leute sind auch nicht so. Geh' potat!

Andreas: Geh' potat!

Willy: Scheiß an, ich bin in der Wohnung!

Andreas: Das kommt immer davon, wie sie zurückkommen. Meistens sind wir wirklich freundlich

Andreas: und fragen, wie sie auf die Idee kommen, dass sie da durchgehen.

Bianca: Ich finde das lustig, ich habe mir den Wiener Bauern jetzt auch eher so vorgestellt,

Bianca: wie der Willi ihn gerade mimt, aber das ist wohl ein Klischee.

Willy: Nein, ich meine das wirklich ganz ernst, weil hin und wieder bei einem Viertel,

Willy: bei einem Acker ist es klar, wenn irgendwie das Getreide schon aufgeht und du

Willy: siehst, es ist was gesät.

Willy: Aber hin und wieder sind es einfach, speziell in der Lobau, es sind einfach Wiesen teilweise.

Willy: Und teilweise bin ich mir nicht sicher, kann ich es jetzt nutzen oder kann ich

Willy: durchgehen oder kann ich es eben nicht?

Willy: Und da ist es teilweise, sag ich wieder teilweise, hin und wieder ist es schwierig,

Willy: zu unterscheiden zwischen, ist das jetzt ein Wort, eine Weide oder so was,

Willy: oder ist das einfach eine freie Grünfläche?

Willy: Weil ein Bruder ist ja eine Grünfläche, die kann nicht durchgehen.

Willy: Ich schätze mal, an den Grenzlinien ist es schwierig auch zu unterscheiden,

Willy: ist das jetzt ein Viertel von wem oder nicht.

Andreas: Es kann schon schwierig sein, sicher, sicher nicht durchgehen.

Andreas: Lieber nicht. Ganz einfach, ja, definitiv.

Andreas: Es ist halt immer das große Problem, wenn jetzt einer durchgeht,

Andreas: ist es nicht so dramatisch, aber es ist halt nie nur einer.

Andreas: Und das verstehen die Leute halt auch relativ selten, weil sie sagen,

Andreas: ja, ob ich da jetzt einmal mit meinem Hund durchgehe oder nicht,

Andreas: ob der Hund da durchläuft, na mein Gott, ja, das sagt mir halt auch jeder.

Andreas: Und dann sind es halt 100 Leute, die da durchgehen und dann entsteht erstens

Andreas: die Bodenverdichtung und dort,

Andreas: wo die durchgehen, ist sowieso alles niedergetrampelt, da wächst sowieso nichts

Andreas: mehr und das ist gar nicht so wenig Fläche,

Andreas: die uns da teilweise auch abhanden kommt und das einfach nur durch Unwissen

Andreas: oder weil es halt einfach bequemer ist,

Andreas: da jetzt die Direttissima durchzugehen, kostet uns alles, dann im Endeffekt

Andreas: Fläche und auch verursacht einfach Bodenverdichtung zusätzlich,

Andreas: weil man glaubt es gar nicht, aber...

Andreas: Wenn da 200 Leute durchspazieren und immer dann entstehen die Trampelpfade und

Andreas: die Trampelpfade, da wächst nichts mehr. Die muss man dann wieder frisch aufreißen,

Andreas: kostet wieder extra Diesel, verursacht wieder Kosten.

Andreas: Und das ist relativ schwer zu kommunizieren.

Willy: Hat sich in den letzten 5 bis 10 Jahren, sagen wir mal, dein Zeitraum im Verhältnis

Willy: Landwirtschaft und Stadt oder euer Umfeld, die Umgebung, hat sich da was signifikant verändert?

Willy: Durch das Wachstum der Stadt, durch Corona oder durch sonstige Stadtentwicklungen,

Willy: hat sich da irgendwas getan oder ist es relativ Konstantes?

Andreas: Ja, es ist relativ Konstant. Der Flächenschwund ist einfach immer der gleiche.

Andreas: Es gehen immer wieder Flächen, es kommen immer wieder Flächen weg,

Andreas: die einfach gepachtet sind von uns und dann verbaut werden, lukrativ von den

Andreas: Verpächtern, lukrativ verkauft werden und dann verbaut werden zum Beispiel.

Andreas: Also ihr verliert Flächen? Ja, wir verlieren durchgehend Flächen.

Andreas: Also wir kriegen relativ selten Flächen dazu und verlieren eigentlich immer

Andreas: mehr. Das war auch einer der Gründe, warum wir flächenunabhängig gebaut haben.

Andreas: Dass wir gesagt haben, okay, wir investieren jetzt nicht in Äcker oder irgendwo anders rein,

Andreas: sondern wir schauen, dass wir uns flächenunabhängig aufstellen können mit dem

Andreas: Betrieb für die Zukunft, weil wir einfach auch in Zukunft immer Flächen verlieren werden.

Andreas: Es ist die Stadt, wächst trotzdem leider und auch in unsere Richtung und deshalb

Andreas: müssen wir schauen, dass wir flächenunabhängiger arbeiten können,

Andreas: weil einfach immer mehr Flächen abhanden können.

Willy: Darf ich fragen, was das heißt? Also flächenunabhängiges Bauen bedeutet?

Andreas: Flächenunabhängiger zu sein in der Landwirtschaft, das ist das.

Andreas: Also einfach, dass wir sagen, mit der Schweinehaltung haben wir dann trotzdem

Andreas: auch noch immer die Möglichkeit, Futter zuzukaufen.

Andreas: Und wenn uns jetzt eine Fläche wegfällt und ich habe jetzt einen riesigen Gemüsebaubetrieb oder sowas,

Andreas: und da fallen mir jetzt drei, vier Hektar irgendwo weg, dann habe ich da ein

Andreas: riesiges Problem, weil das einfach in der Fruchtfolge dann abgeht,

Andreas: diese Fläche, und ich habe dafür quasi Verträge oder irgendwas,

Andreas: und wenn die Flächen dann fehlen, dann verursacht das enorme Probleme.

Andreas: Und in der Schweinehaltung, mit dem Futterbau, bin ich damit einfach variabler.

Andreas: Ich kann Flächen wieder irgendwo anders dazunehmen oder auch schlechtere Bonitäten

Andreas: und im Notfall auch etwas mehr Futter zukaufen.

Willy: Das heißt, ihr wart ja früher Ackerbaubetrieb, das heißt für einen Ackerbaubetrieb

Willy: wird es jetzt eigentlich in der Gegenwart und in der Zukunft gedacht eher kritisch,

Willy: weil die Flächen halt nach und nach wegfallen.

Willy: Das heißt für Landwirtschaft in der Stadt ist so gesehen eigentlich eine flächenunabhängige,

Willy: Landwirtschaft mit Tieren.

Willy: Oder sonst was, was flächenunabhängig ist, die sinnvollere Variante.

Willy: Das heißt, alles, was ackerbauabhängig ist, ist eher in Zukunft schwierig wahrscheinlich im urbanen Raum, oder?

Andreas: Ja, definitiv. Also so sehe ich es zumindest. Das ist meine Zukunftsperspektive.

Regina: Du müsstest halt wirklich Flächen dazu kaufen.

Willy: Ja, oder sie kehren da einfach. Du kannst es nicht verlieren.

Regina: Genau.

Andreas: Also wir haben einfach, wir haben Eigenflächen, die wir nicht verlieren können

Andreas: und die sind genug, dass ich meine Schweinehaltung weiter betreiben kann und

Andreas: auf dem kann ich aufbauen, Weil auf unseren Eigenflächen kann ich natürlich aufbauen.

Regina: Aber für einen reinen Ackerbetrieb musst du schauen, dass du Bachflächen kriegst,

Regina: zumindestens bei dem, was halt wir besitzen, dass du Bachflächen bekommst oder was zukaufst.

Andreas: Ja, und kaufen ist unmöglich geworden in Wien. Also landwirtschaftliche Gründe zu kaufen ist es,

Andreas: in Wien und auch in den angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden ist es unmöglich,

Andreas: irgendwo eine Fläche zu kaufen, weil die Preise so explodieren,

Andreas: dass es nur für die Landwirtschaft und vor allem für den Ackerbau zu kaufen,

Andreas: komplett und also undurchführbar ist einfach.

Bianca: Aber das heißt und das ist eigentlich die perfekte Überleitung zu den Schweinen,

Bianca: nur mit der Fläche, die euch eh gehört, die ihr auch im besten Fall nicht verlieren

Bianca: könnt, sind die Schweine so wie sie heute dastehen zu ernähren. Also das geht sich aus.

Andreas: Untertitel der Amara.org-Community

Andreas: Ja, wenn wir es so... also die Schweine, die heute da sind, das geht sich definitiv

Andreas: aus, wenn wir unsere Mast ausbauen.

Andreas: Würden wir alle Pachtflächen verlieren, müssten wir ein bisschen Futter zukaufen,

Andreas: aber wir können definitiv noch den Großteil des Futters selbst produzieren.

Andreas: Und das war immer das Ziel, genau. Das geht sich aus.

Bianca: Jetzt muss ich die Frage nach der Größe stellen, wie viele Hektar hast du denn?

Andreas: 40 Hektar bewirtschaften wir.

Bianca: Und wie viele davon gehören euch?

Andreas: Die Hälfte. Die Hälfte, okay.

Willy: Warte, das sind 20.

Bianca: Gratuliere, Willi. Wir haben jetzt gelernt auf unserem Weg durch Österreichs

Bianca: Schweinestelle, dass Schweinehaltung in der Regel, wie so viel in der Landwirtschaft,

Bianca: wahnsinnig arbeitsteilig ist.

Bianca: Also ein Betrieb züchtet, der nächste zieht die Ferkel auf, der übernächste schlochtet und so fort.

Bianca: Das heißt, der Weg vom Feld und vom Stall auf den Teller ist ziemlich weit.

Bianca: Aber warum? Warum? Und ich habe gelernt, ihr macht das ja anders.

Bianca: Bei euch ist alles anders.

Andreas: Bei uns ist alles anders.

Bianca: Und wer sagt, die Wiener Schweinebauer ist anders? Ja, super.

Bianca: Also der Wiener Schweinebauer ist auch anders, bei euch ist alles am Betrieb.

Andreas: Wir haben alles am Betrieb, ja. Wir haben unseren eigenen Zuchtzaun,

Andreas: das heißt die Ferkel kommen bei uns auf die Welt.

Andreas: Die Zuchtsauen stehen bei uns, die Ferkel kommen bei uns in die Welt,

Andreas: die Ferkel wachsen bei uns auf und die Ferkel werden in Zukunft dann auch noch

Andreas: bei uns geschlachtet und auch verarbeitet. Die Mastschweine.

Regina: Keine Ferkel.

Regina: Niemals Spanferkel, haben wir gesagt.

Andreas: Ja, das ist eins unserer Dinge. Wir schlachten keine Kinder, keine Tierkinder.

Bianca: Die anderen schon, oder?

Andreas: Ja, nein, das war immer unser Grundsatz und an dem halten wir natürlich weiterhin auch fest.

Willy: Wir werden in die Zukunft, muss man schauen, dass bei euch auch geschlachtet

Willy: und verarbeitet wird am Hof.

Andreas: Wie werden in die Zukunft?

Willy: Ich frage mich was anderes.

Bianca: Nächste Frage. Zukunft.

Andreas: Im Endeffekt hoffen wir schon, dass wir das in nächster Zeit umsetzen können.

Andreas: Wenn ich davon rede, dass das

Andreas: in nächster Zeit ist, rede ich von einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren.

Willy: Man muss dazu wissen, wenn man da über den Hof geht, dass das quasi in jedem

Willy: Raum, und der Hof ist groß und jedes Gebäude ist ein eigenes Projekt, inklusive der Wohnung.

Willy: Der Projekthorizont ist ein langer Bereich. Ja, definitiv. Und ein vielseitiger.

Regina: So hart wird uns nie.

Willy: Frau Blasl.

Bianca: Ich würde gerne noch zu den Schweinen gehen, weil es gibt ja einen Grund,

Bianca: warum sich das alles so arbeitsteilig aufgeteilt hat in der Schweinerhaltung.

Bianca: Es ist ja alles irgendwie sehr speziell und viel Aufwand haben wir gelernt vom

Bianca: Züchten bis hin zum Ferkelgroßziehen bis hin zum Mästen etc.

Bianca: Warum der Aufwand, dass ihr das alles bei euch selber macht?

Andreas: Weil wir alle Betriebszweige dann in unserer Hand haben. Das war uns das ganz

Andreas: Wichtige, weil wir die Qualität von vorne bis hinten kontrollieren können.

Andreas: Das war eigentlich der Grund dafür. Wir wollen nicht, dass die Schweine woanders

Andreas: auf die Welt kommen, weil wir dann die Bedingungen einfach nicht hundertprozentig kennen.

Andreas: Und das war schon immer einer unserer Ansätze, dass wir alles selber machen.

Andreas: Der zieht sich anscheinend auch in der Tierhaltung durch.

Willy: Man schaut ja auf die Mama.

Bianca: Regina schüttelt den Kopf.

Regina: Andi repariert auch Autos selber. Sag ich, woher kannst du das?

Regina: Na, ich hab da in YouTube nachgeschaut und da find ich das und da find ich das. Er macht alles selber.

Bianca: Und jetzt mal kurze Zwischenfrage, geht sich das alles aus, vom Leben her?

Andreas: Es ist intensiv.

Willy: Ihr habt zumindest Zeit für einen Podcast, oder? Ich habe Zeit für einen Podcast, das ist sehr gut.

Andreas: Es ist manchmal schwierig, ja sicher.

Andreas: Es ist im Sommer meistens ein 60-Stunden-Job.

Bianca: Nicht mehr? Doch.

Andreas: Kommt auch auf. Es sind einfach viele Arbeitsstunden. Ich tue keine Arbeitsstunden

Andreas: mehr zählen. Das bringt nichts. Ich will es gar nicht wissen.

Regina: Vor allem ist es nicht so wie in jedem anderen Beruf, dass du deine Arbeitsstunden

Regina: hast und dann gehst du nach Hause.

Regina: So wie viele Leute glauben. Sondern wenn es eine Arbeit gibt,

Regina: dann ist die Arbeit jetzt sofort zu machen.

Regina: Weil in drei Tagen kriegt es wieder. Zum Beispiel.

Andreas: Ja, verschieben kannst du auch wenig. Also wir sind auch nicht komplett unabhängig,

Andreas: so wie man immer so schön sagt, dass man ja selbst sich die Zeit einteilen kann.

Andreas: Die meiste Zeit gibt uns die Natur vor und das müssen wir uns halten,

Andreas: können wir uns nur halten.

Bianca: Apropos, wir haben auch gelernt, warum es so etwas wie zum Beispiel Vollspaltenböden

Bianca: gibt in der Schweinehaltung und zwar 60 Prozent aller Schweine leben oft in

Bianca: Österreich und wir haben gelernt,

Bianca: dass es das deshalb gibt, weil es einfach eine mörderische Arbeitsersparnis war und ist.

Bianca: Wenn du jetzt sagst, deine Zeit und eure Zeit, weil da tut ja die ganze Familie

Bianca: dann mit, wenn es arg wird, ist eh begrenzt und heftig.

Bianca: Bei euch leben die Schweine auf Stroh. Es gibt keine Vollspaltenböden,

Bianca: sie sind draußen. Warum das? Ich meine, es klingt idyllisch,

Bianca: es schaut auch schön aus, aber vom Arbeitsaufwand, wieso macht man dann genau so was?

Andreas: Der Arbeitsaufwand ist enorm und man macht es genau deshalb,

Andreas: weil es den Tieren gut tut und das ist uns das Allerwichtigste.

Andreas: Zuerst kommen die Tiere, es ist auch so, dass privat ist es genauso,

Andreas: dass zuerst die Tiere kommen, das ist auch meiner Frau ganz wichtig.

Andreas: Es muss einmal den Tieren gut gehen und dann wollen wir,

Andreas: also hoffen wir, dass wir davon leben können, aber das Wichtigste ist trotzdem,

Andreas: wir arbeiten mit den Tieren und die Tiere sind auch unser Kapital und wir stehen

Andreas: da dahinter, dass es absolut einmal den Tieren gut gehen muss.

Andreas: Das ist uns das Wichtigste und deshalb gibt es bei uns gar, also nicht Vollspaltenböden

Andreas: ohnehin nicht, es gibt bei uns gar keine Spalten.

Andreas: Wir haben in unserem Stall, unser Stall ist komplett spaltenbodenfrei,

Andreas: weil wir uns definitiv davon, also wir haben uns definitiv dagegen entschieden.

Andreas: Ich habe einige Ställe gesehen und ich habe viele Ställe gesehen und wir haben

Andreas: immer schon gewusst, dass das dem Tier nicht gut tut. Definitiv nicht.

Andreas: Und wir haben auch immer gewusst, dass unsere Schweine täglich die Sonne sehen

Andreas: sollen, Sagen wir eigentlich immer.

Andreas: Und da war der Schritt in die Bio-Haltung sowieso vorprogrammiert für uns.

Andreas: Und ohnehin, wir hätten sowieso auf Bio umgestellt, auch ohne die Tiere.

Andreas: Aber wir haben uns definitiv fürs Tierwohl entschieden und wir schauen in jederlei

Andreas: Hinsicht eigentlich immer drauf, dass es unseren Tieren gut geht und dass so

Andreas: weit es wirklich irgend möglich ist.

Willy: Wie heißt eure Art der Haltung? Es gibt ja Vollspalten, Teilspaltenböden mit

Willy: Auslauf, Außenstall etc.

Willy: Wie würdet ihr, oder gibst du dafür einen Namen?

Andreas: Ich würde es als Offenstallhaltung bezeichnen im Prinzip.

Willy: Als Offenstallhaltung?

Bianca: Schwein an Stroh.

Willy: Du hast vorher was Interessantes gesagt. ihr habt ein Mist-Jauche-System und

Willy: ihr trennt irgendwie die Jauche vom Urin. Nein, die Jauche ist der Urin.

Willy: Ah, die Jauche ist ja der Urin.

Andreas: Vom Mist.

Willy: Vom Mist, genau. Mist von Jauche. So was, Entschuldigung.

Willy: Wie geht das, weil das kommt ja hinten raus.

Willy: Zumindest das hast du gut verstanden. Wie stell ich mir das jetzt vor,

Willy: dass das getrennt wird, da steht ja keiner dort und trennt das?

Willy: Wie kann man das vorstellen?

Andreas: Es ist ganz einfach im Prinzip. Unser Stahlboden ist im Auslauf.

Andreas: Das ist ja der Hauptvorteil bei den Schweinen, wie wir eh schon gesagt haben.

Andreas: Du kannst es relativ gut steuern, wo sie koten und urinieren.

Andreas: Und die machen das im Endeffekt nur im Auslauf. Das heißt, die Boxen bleiben

Andreas: prinzipiell einmal sauber. Und unser Auslauf hat dann ein 3-prozentiges Gefälle

Andreas: nach außen hin zur Jaucherinne.

Andreas: Und da ist es dann einfach so, dass auch der nasse Teil am Kot und natürlich der Urin selber,

Andreas: der dann woanders abgesetzt wird, der rinnt dann Richtung dieser Jaucherrinne

Andreas: und der rinnt, sickert in die Jaucherrinne und fließt über die Jaucherrinne ab in die Jauchergrube.

Andreas: Ah, okay, das muss man nicht so... Genau, dadurch trocknet quasi auch der Mist

Andreas: dann zusätzlich aus, schon im Stall.

Andreas: Und der flüssige Teil rinnt einfach in die Jaucherrinne ab und in die Jauchergrube

Andreas: dann eben und den festen Teil schieben wir dann auf den Misthaufen zusammen

Andreas: und auch da die Sicker-Säfte,

Andreas: die da nochmal rauslaufen, die laufen dann direkt in die Jauchekrube da runter rein.

Bianca: Und warum trennt man das?

Andreas: Damit es weniger stinkt.

Willy: Warum stinkt es dann weniger? Jetzt fangen wir in der Warum-Runde drinnen an.

Andreas: Ja, weil umso nasser, umso mehr riecht das Ganze.

Andreas: Umso mehr Ammoniakausgasung hast du und dadurch riecht es einfach stärker und

Andreas: Ammoniak ist einfach der Geruchsbildner.

Andreas: Und das schlimmste für den Geruch ist natürlich Gülle.

Andreas: Der Kot und der Urin zusammen und die Gülle riecht natürlich am allermeisten.

Andreas: Und Jauche, also Mist getrennt, riecht am allerwenigsten. Das ist die Form der

Andreas: Haltung mit der wenigsten Geruchsemission.

Willy: Okay, es entsteht sozusagen in Summe zwar auch viel Geruch,

Willy: aber dadurch, dass ihr, wir haben ja vorher über das Thema Anrainer,

Willy: Geruchsbelästigung und mögliche geredet, dadurch, dass es eine Offenstrahlhaltung

Willy: ist, das heißt es ist dauerbelüftet, Verteilt sich im Prinzip alles,

Willy: was mit Geruch entsteht, einfach gleichmäßig über die Tinte durch?

Andreas: Verteilt sich auch gleichmäßig, genau.

Willy: Dadurch stinkt, hast du nie Geruchsspitzen oder sowas?

Andreas: Genau, das auch zusätzlich.

Willy: Frau Blaser?

Bianca: Na, apropos, denke ich mir gerade, von nichts kommt denn nichts und damit hinten

Bianca: was rauskommt, muss man vorne was reinstopfen oder einführen.

Bianca: Was fressen Sie denn, die Maurerschweine?

Andreas: Die Maurerschweine fressen Schrot und Heu. Genau, also wir haben...

Regina: Hast du gewusst, dass Schweine Heu fressen?

Andreas: Ja.

Regina: Das wissen nämlich viele Leute nicht. Genau.

Andreas: Aha.

Bianca: Ja, da ist der Moment.

Andreas: Das haben sie eigentlich ganz gern, das Heu zusätzlich. Das genießen sie auch wirklich.

Andreas: Ja, das ist im Endeffekt einfach das bisschen Raufutter, das brauchen sie sowieso auch im Magen.

Willy: Wo ist Raufutter?

Andreas: Heu. Heu ist das Heu, ja, wir nennen es doch Raufutter eben.

Andreas: Und ja, genau, das brauchen die Tiere sowieso auch für eine gesunde Magendarmflora.

Bianca: Uns wird gerade der Kuchen aufgeschnitten bei diesem Wort.

Andreas: Wunderschön. Genau. Und sonst bekommen sie Schrot, also geschrotetes Getreide

Andreas: und auch Erbsen. Die sind unsere Hauptproteinquelle.

Bianca: Genau.

Andreas: Also einerseits haben wir sehr viel Gerste in der Mischung, was bei uns die

Andreas: Wintergerste ist. Dann haben wir Triticale, dann als Hauptproteinquelle die Erbsen.

Andreas: Und dann zusätzlich haben wir noch Sojapresskuchen mit dabei,

Andreas: Kartoffeleiweiß und eine Mineralstoffmischung, die quasi die Vitamine noch hinzufügt.

Andreas: Und wir verwenden auch eine Futterkohle zusätzlich, die auch ein bisschen die

Andreas: Magendarmflora stabilisieren soll.

Andreas: Und genau, das Ganze wird geschrotet und dann zusammengemischt und das fressen

Andreas: die Schweine. Das ist Schweinefutter.

Willy: Das ist ja wirklich wie ein komplettes Müsli, also ist urviel drinnen.

Willy: Warum brauchen die so viel verschiedene Nahrungskomponenten?

Andreas: Das ist genauso wie beim Müsli im Endeffekt. Beim Müsli sind auch ganz viele

Andreas: verschiedene Komponenten mit drinnen und im Endeffekt fressen unsere Schweine

Andreas: nur das Müsli und deshalb ist halt ganz wichtig, dass alles mit dabei ist.

Andreas: Und es ist halt so, dass es gibt einfach nicht das Hauptfutter,

Andreas: also dass du sagst, das hat alles für das Schwein, sondern ich habe meine Proteinquellen

Andreas: und ich habe Äh, ja, meine...

Andreas: Kohlenhydratquellen. Und dann brauche ich einen gewissen Energiewert und das

Andreas: Ganze muss einfach stimmig sein. Da gibt es für jede Altersgruppe dann verschiedene

Andreas: Optima, die man füttert.

Andreas: Und dann auch die Sauen zum Beispiel, unsere Muttersauen, die brauchen dann

Andreas: auch eine eine Protein-reduziertere Mischung.

Andreas: Und da ist es auch wieder ein Unterschied, ob sie jetzt gerade noch tragen sind quasi,

Andreas: also ob sie noch schwanger sind oder ob sie schon säugend sind,

Andreas: also ob sie schon ihre Ferkel haben, da brauchen die natürlich wesentlich mehr

Andreas: Energie und Protein und wesentlich mehr Futter auch.

Andreas: Da ist einfach die Aufnahme gesteigert und da ist das Futter auch nochmal anders,

Andreas: damit sie da auch die Energiezufuhr decken können über unser Futter und dass

Andreas: sie nicht zu sehr abmagern.

Bianca: Aber sie sind ja im Prinzip genauso wie wir Menschen alles Fresser und genauso

Bianca: wie bei uns, je nachdem in welcher Lebensphase wir sind, braucht es halt das

Bianca: richtige Futter. Genau.

Regina: Genau. Braucht ein eigenes Müsli. Genau, so ist es.

Willy: Aber nur, dass ihr das halt managen müsst und ohne da jetzt weiter in die Tiefe

Willy: zu gehen, weil das ist glaube ich ein Thema für 17 andere Podcasts,

Willy: was man darüber machen kann. Sehr, sehr kompliziertes Thema.

Willy: Komplex hoffentlich nicht, weil dann würde man einfach auf gut Glück was zusammenmischen.

Willy: Aber doch eine ziemliche Aufgabe.

Willy: Woher kommt das Futter? Du hast gesagt, ihr habt es hier im Betrieb.

Andreas: Derzeit schaffen wir es noch, dass eigentlich fast alles von uns ist.

Andreas: Die Erbsen sind auch von uns, die Körnererbsen sind auch von uns.

Andreas: Auch die Gerste und die Triticale, Kreuzung aus Weizen und Roggen, ist die Triticale.

Andreas: Die ist besser für die Fütterung, weil sie ein bisschen ertragreicher ist und

Andreas: für die Fütterung quasi optimiert gezüchtet ist.

Andreas: Ja genau und wir haben eigentlich fast das ganze Futter selber.

Andreas: Zusätzlich machen wir noch unser Heu selber und auch das Stroh produzieren wir selber.

Andreas: Ja das einzige was wir zukaufen, wir haben es zwar auch,

Andreas: wir haben die Soja, die Sojabohne, aber wir verkaufen unsere Sojabohne und kaufen

Andreas: eine schon gepresste und aufbereitete einen Bio-Soja-Presskuchen wieder zu.

Andreas: Das ist aber Bio-Soja-Presskuchen aus Österreich. Also vielleicht ist es auch

Andreas: teilweise unsere Ware, die wir wieder zurück kaufen, aber da ist einfach die

Andreas: Logistik für uns dahinter zu aufwendig, dass wir das alles selber machen.

Willy: Also die Soja direkt verfüttern kannst du es nicht, oder?

Andreas: Genau. Die Körner erhitzt. Also Soja sind so, wenn du sie so verfütterst, giftig.

Andreas: Und deshalb musst du sie erhitzen auf über 60 Grad.

Andreas: Und das für eine gewisse Zeit.

Willy: Das machst du nicht selber.

Andreas: Genau, das machen wir nicht selber. Noch nicht. Wir haben uns dagegen entschieden,

Andreas: es gibt auch verschiedene Möglichkeiten, wie man das selber machen kann.

Andreas: Ist für uns zur Zeit noch einfach zu aufwendig.

Andreas: Das kommt auch noch mit dazu. Dann kaufen wir noch ein biologisches Kartoffeleiweiß.

Andreas: Und die Mineralstoffmischung, die kaufen wir auch noch mit dazu.

Willy: Also ihr könntet aber generell Soja braucht man zum Muskelaufbau.

Willy: Aber ihr könntet euch theoretisch rein aus euren 40 Hektar, die ihr habt,

Willy: wo sehr viel wächst, wie du uns jetzt gesagt hast, Ackerkulturen,

Willy: eigentlich selbst versorgen für die Schweine.

Andreas: Ja, ja. Also für unsere Schweine geht das sicher aus. Zur Zeit noch,

Andreas: wenn wir dann unsere komplette Mast mit dabei haben, dann wird es etwas knapp.

Bianca: Wenn man sich jetzt so ein Bio-Schwein anschaut, wird das, bevor es geschlachtet

Bianca: wird, also ich stelle die Frage anders,

Bianca: braucht das länger, bis es das Schlachtgewicht hat? Wie alt werden die?

Andreas: Definitiv. Wir sind bei der konventionellen Schweinehaltung jetzt um die sechs Monate,

Andreas: bis es schlachtreif wird und Bio bei mindestens acht oder neun Monaten,

Andreas: also es ist schon mal um die Hälfte der Zeit gegenüber der konventionellen Haltung

Andreas: länger und wir lassen unsere Schweine für unsere Direktvermarktung teils noch länger stehen,

Andreas: weil einfach der intramuskuläre Fettgehalt mit dem Alter noch höher wird,

Andreas: sprich das Fleisch ist einfach saftiger dann.

Willy: Kann ich bestätigen.

Bianca: Okay Willi, darüber reden wir später. Aber sag mal, das heißt,

Bianca: Sie wären 8-9 Monate alt?

Andreas: Mindestens.

Bianca: Haben dann ca. 110 Kilo? 120.

Andreas: Oh, das wär das da.

Bianca: Okay, arg. Ähm, zahlt sich das aus?

Willy: Ich frage nicht so unverständlich.

Bianca: So vom Geld her, weil du musst sie ja die Zeit, die sie länger da sind,

Bianca: auch länger füttern und beherbergen. Ja, definitiv.

Andreas: Aber es ist schon so, dass die Bio-Schweinehaltung natürlich der Preis für die

Andreas: Bio-Haltung ist schon höher.

Andreas: Es ist trotzdem relativ knapp, so wie es immer in der Landwirtschaft ist.

Andreas: Könnten wir alles über die Direktvermarktung machen, wäre es einfach sicherer für uns.

Andreas: Es ist in der Landwirtschaft sowieso so, dass man nicht reich wird davon, das geht sich nie aus.

Andreas: Unser Ziel ist einfach so, ist einfach das, dass wir davon leben können. Das wäre das Schönste.

Andreas: Zurzeit ist es natürlich noch immer knapp, weil wir noch immer im Aufbau sind.

Andreas: Wann wir nicht mehr im Aufbau sind, weiß ich eh nicht.

Andreas: Ja, aber genau, das ist eigentlich unser Ziel, dass wir davon leben können im Prinzip.

Regina: Was man beim Fleisch zum Beispiel auch sagen kann, wenn ich einen Schweinsbraten

Regina: mache und ich habe einen Bio-Schweinsbraten und ich habe so ein Stickel und

Regina: gebe das ins Rohr hinein, dann kommt das genauso groß wieder heraus.

Regina: Wenn du ein konventionelles Fleisch nimmst und das ins Rohr hinein gibst,

Regina: dann, wenn es wieder rauskommt, der Schweinsbraten ist ziemlich viel kleiner, oder?

Bianca: Da werden wir mal eine Feld- bzw. Küchenstudie dazu durchführen.

Willy: Wir haben das ja auch schon gehört in unserem Podcast mit den Fleischscherren.

Willy: Bauart, mit der Fleischerei Bauart, wo auch das so ein Qualitätsfaktor vom Fleisch

Willy: ist, ob es das Wasser hält oder ob es es einfach während dem Braten verliert.

Willy: Ich habe jetzt zwei Fragen. Die erste, was mir schon ein bisschen gefällt,

Willy: also ihr macht ja im Prinzip alles, um die Kosten des Betriebes zu maximieren.

Andreas: Ich sage es bewusst provokant, weil ihr baut groß.

Willy: Ihr gebt den Schweinen ausreichend oder viel Platz sogar, wenn man raus geht.

Bianca: Zeit.

Willy: Ihr gebt seiner Zeit, also ökonomisch gesehen ein völliger Wahnsinn eigentlich.

Willy: Ihr holt euch die komplette Komplexität der Wertschöpfungskette auf den Hof,

Willy: was sich eigentlich über die letzten 30, 40 Jahre eher ausdifferenziert hat,

Willy: sodass halt jeder sein Ding macht und das spezialisiert.

Willy: Ist das irre oder geht sich das jetzt irgendwie schon wieder aus,

Willy: weil ihr müsst das dann auch verkaufen?

Andreas: Ja.

Willy: Oder? Wie geht das?

Andreas: Ja, es ist natürlich komplizierter und die Kosten sind natürlich hoch,

Andreas: aber wir haben das immer so gesagt, dass wir die Preise unserer Produkte an

Andreas: die Tierhaltung anpassen und nicht unsere Tierhaltung an die Preise.

Andreas: Das ist das. Wir hoffen halt trotzdem, dass es den Kunden einfach das wert ist,

Andreas: was wir da an Aufwand betreiben und wir müssen es natürlich einpreisen.

Andreas: Unsere Produkte sind auch teurer als die Bio-Produkte beim Billa,

Andreas: aber eben genauso wie du es jetzt eigentlich wunderschön gesagt hast.

Andreas: Wir haben alles am Hof, wir vereinen alles am Hof und das macht uns auch zu einem großen Teil aus.

Andreas: Das ist eben das. Wir haben wirklich die absolute Kontrolle über die ganze Produktionskette

Andreas: und können vollends dahinter stehen, dass wir wirklich mit bestem Gewissen Schweinefleisch produzieren.

Andreas: Und ja, das ist es hoffentlich auch den Kunden jetzt und in Zukunft wert,

Andreas: dass man bei uns beim Automaten Einkaufs.

Willy: Aber ist es vielleicht, weil wir auch bei der Stadtnähe sind,

Willy: wir haben vorher über die Nachteile geredet von der Stadtnähe,

Willy: jetzt seid ihr, so wie ihr es betreibt, natürlich idealistisch gesehen ein Top-Betrieb.

Willy: Danke. Ich kann mir glaube ich jetzt so sagen, aber ihr bedient halt mit dem

Willy: eine Nische. Also ihr seid wahrscheinlich ein kompletter Nischenbetrieb,

Willy: wenn man es jetzt mal im Vergleich mit mit der restlichen Landwirtschaft.

Willy: Ist das etwas, das kann man sich im Prinzip nur leisten und auch danach leben

Willy: und arbeiten, wenn man 1,7, 1,8, 1,9 Millionen Leute zerfolotiert,

Willy: weil die nicht mehr entsprechend groß sind?

Willy: Oder ist das irgendwie ein System, weil das macht ja nur Donnern Sinn,

Willy: weil so ist schön für Eichhörnchen und Eicherschweinchen.

Willy: Aber eigentlich würdest du dir ja wünschen, dass das überall so wirkt.

Willy: Ist das dann nicht irgendwo...

Willy: Ist es mehrheitsfähig irgendwann einmal oder ist es einfach ein schönes Leben

Willy: in der Nische, aber halt nicht mehr?

Andreas: Ich hoffe schon wirklich, dass wir auch ein Fahrzeugebetrieb sein können und

Andreas: dass sich da viele ein Beispiel daran nehmen.

Andreas: Ich denke schon, dass es auch ausweitbar ist. Es ist halt immer abhängig von

Andreas: den Konsumenten. Das ist immer der große Faktor.

Andreas: Ist dieser ganze Aufwand den Leuten auch wirklich das Geld wert? Das ist immer die Frage.

Andreas: Und da stehen wir einfach davor, dass wir da auch wirklich stark dahinter sein

Andreas: müssen, dass wir das wirklich auch transportieren.

Andreas: Was leisten wir eigentlich da wirklich an Mehrwert? Weil das haben wir auch

Andreas: schon oft erlebt eben, dass die Leute das einfach nicht verstehen,

Andreas: was wir da eigentlich an Mehraufwand betreiben.

Andreas: Und deshalb haben wir auch angefangen eben mit Schule und Bauernhof,

Andreas: wo wir auch wirklich Schulklassen bei uns herumführen und denen das direkt zeigen,

Andreas: was wir eigentlich gegenüber einer konventionellen Schweinehaltung an Mehraufwand

Andreas: haben und auch an Mehraufwand leisten.

Andreas: Und ganz am Schluss frage ich die Kinder dann immer ganz gern,

Andreas: warum glaubt ihr, ist jetzt bioteurer?

Andreas: Und dann habe ich immer die Antwort, ja es ist ja einfach wesentlich mehr Aufwand

Andreas: und den Tieren geht es einfach viel besser.

Andreas: Und das kristallisiert sich dann eigentlich wunderschön heraus und die Kinder

Andreas: haben es auch wirklich verstanden.

Andreas: Und so hoffen wir, dass wir das zumindest zu einem Teil auch weiter transportieren

Andreas: können und dass wir dann auch das über die Kinder schaffen,

Andreas: dass die nächste Generation schon daran denkt und dass sie vielleicht auch die

Andreas: Eltern jetzt davon überzeugen können, dann die Kinder mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen.

Bianca: Was sind denn so, wenn die Kinder kommen, die häufigsten Fragen, die sie stellen?

Andreas: Darfst du, weiß ich nicht.

Regina: Zum Schluss, wenn wir Gymnasiumsklassen haben, oder eben fünfte Schulstufe,

Regina: macht man meistens auch eine Verkostung.

Regina: Und da haben wir einen Selchfleischaufstrich und einen Leberaufstrich und das

Regina: lassen wir die Kinder kosten.

Regina: Und die Kinder sagen dann, Und was ist denn, das ist eine häufige Frage,

Regina: und das sind eure Schweine, die kleinen, herzigen, was da draußen waren?

Regina: Und der Andi gibt dann zur Antwort, ja, und wir essen Fleisch und wir essen nur unser Fleisch.

Regina: Warum glaubt ihr? Und dann siehst du, wie das bei den Kindern zum Rattern anfängt

Regina: da oben und sagen, weil ihr genau wisst, was diese Schweine gefressen haben.

Regina: Das ist eine häufige Frage.

Andreas: Wie sie aufgewachsen sind, das ist das Wichtigste.

Regina: Genau, wie sie aufgewachsen sind und was sie gefressen haben.

Regina: Und das durch die ganze Geschichte, die Andi Ihnen eben vorher erzählt,

Regina: fragen sie das und wissen das eigentlich auch.

Andreas: Und haben es verstanden dann auch. Das ist das Schöne.

Bianca: Wie ist denn das für die Kinder, wenn ihnen da kroschen fällt,

Bianca: dass die lieben Schweine, bei denen sie gerade noch waren, dass die selben sind, die sie essen?

Regina: Unterschiedlich.

Andreas: Ja, genau richtig.

Regina: Völlig unterschiedlich. Wir haben einmal eine Klasse gehabt,

Regina: das waren nur wenig, das waren zehn, glaube ich, waren da nur da und dann hat

Regina: es diese Verkostung gegeben und da haben wir,

Regina: wie gesagt, die zwei Aufstriche und eine Hartwurst gehabt und von den zehn war

Regina: einer dabei, der hat die Hartwurst gekostet.

Regina: Anderen haben nichts gekostet. Die haben gesagt, können wir auch ein Brot ohne was drauf haben.

Regina: Und letzte Woche haben wir zwei Klassen da gehabt, die haben alles Rattenputz aufgessen.

Bianca: Haben sie das behirnt?

Regina: Ja!

Andreas: Die ham's schon behirnt?

Andreas: Es sind nur die Reaktionen dann unterschiedlich von den Kindern.

Andreas: Ich glaube verstanden haben sie es schon meistens und ich mache da auch den

Andreas: Vortrag wirklich sehr direkt.

Andreas: Ich erkläre auch die Schlachtung, ich erkläre auch die Kastration,

Andreas: ich erkläre auch den Unterschied zu den konventionellen Betrieben,

Andreas: dass wir keine Schwänze kopieren und so weiter.

Andreas: Ich erkläre diese ganzen Unterschiede und sage ihnen auch die Wahrheit, so wie es rennt.

Andreas: Die Tierhaltung ist, ja, man muss darüber nachdenken, man muss sich ethisch

Andreas: überlegen, ob man da dahinter stehen kann, ob man Fleisch essen kann oder nicht.

Andreas: Und wir haben uns für den Weg entschieden, dass wir eben das Bestmögliche versuchen

Andreas: zu tun für die Tiere, für das Tierwohl und können dadurch auch dahinter stehen,

Andreas: dass wir unser Fleisch essen können und dass wir es auch verkaufen.

Regina: Und was wir Ihnen auch sagen, ihr müsst euch Bewusstsein für jedes Fleisch,

Regina: was sie esst, ist ein Tier gestorben.

Andreas: Da will ich immer ganz besonders auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam

Andreas: machen, dass man wirklich kein Schnitzel im Gasthaus stehen lässt,

Andreas: dass man kein Backelwurst im Kühlschrank ablaufen lässt oder irgendwas.

Andreas: Das ist mir immer ganz, ganz, ganz wichtig und das transportiere ich immer ganz

Andreas: am Schluss noch einmal, dass die Kinder das auch wirklich hoffentlich eingebrannt

Andreas: bekommen und dass sie sich es merken.

Regina: Oder wenn sie älter sind, ein bisschen die Kinder natürlich Volksschule oder

Regina: so versteht das noch nicht so ganz,

Regina: aber wenn die Kinder auch älter sind, kannst du ihnen glaube ich auch klar machen,

Regina: man muss ja nicht so viel Fleisch essen, aber wenn, dann soll das qualitativ

Regina: hochwertiges Fleisch sein.

Bianca: Wie werden denn die Schweine bei euch vom Schwein zum Fleisch?

Andreas: Die Schlachtung.

Andreas: Wir schlachten für unseren Automaten quasi, also für unsere Direktvermarktung.

Andreas: Wir haben die Direktvermarktung über den Automaten hinter unserem Hof.

Andreas: Und für die Direktvermarktung schlachten wir alle zwei Wochen ein Schwein.

Andreas: Und mit dem fahren wir quasi zehn Minuten zu unserem Partnerbetrieb,

Andreas: zum Biohof Habich nach Adakla.

Andreas: Dort werden dann die Schweine geschlachtet. Die Betäubung erfolgt über die Elektrozange.

Andreas: Und ja, im Prinzip ist es genauso ein bäuerlicher Betrieb. Die schlachten maximal

Andreas: die Woche sechs, maximal sieben Schweine.

Andreas: Und unseres dann noch dazu.

Andreas: Ja, ist eine ganz ruhig ablaufende Schlachtung, wie ich auch dahinter stehen

Andreas: kann, dass das passt für die Tiere.

Andreas: Ich bin im Endeffekt eigentlich bei jedem Schwein bis zur Betäubung,

Andreas: bis zum Stich, bis zum Ausbluten, bin ich eigentlich bei jedem Schwein dabei,

Andreas: lad das noch mit ab und so weiter.

Andreas: Und ja, wir schauen da auch eben mit drauf, dass das Ganze ruhig abläuft.

Andreas: Dann verarbeitet eben ein Teil, ein Teil wird direkt am Biohof Habich verarbeitet

Andreas: und den Rest verarbeitet die Fleischerei Schober in Gausamkamp.

Bianca: Das heißt jetzt noch outgesourced.

Andreas: Jetzt noch Outgesourced? Genau, jetzt noch. Also da wäre die große Hoffnung,

Andreas: dass wir wirklich die Schlachtung irgendwann zu uns auf den Betrieb bringen.

Andreas: Das wäre das, das ist eines unserer größten Ziele, dass wir die Schlachtung

Andreas: selber durchführen können. Das heißt, da ist noch ein Schlachtraum von uns zu

Andreas: bauen, plus auch ein Verarbeitungsraum.

Andreas: Das wäre das schönste, wenn wir wirklich beides bei uns hätten.

Andreas: Ja, eines der großen Pläne für die nächsten Jahre, sage ich jetzt einmal.

Willy: Großen Projekte, danke.

Andreas: Großen Projekte für die nächsten Jahre, genau.

Bianca: Ich finde bei uns auch immer so ein bisschen die Bremse der Projekte,

Bianca: aber wie ist denn das, ich versuche es mir nur gerade vorzustellen,

Bianca: Ein Schweinebauer ist oft ein Ackerbauer, so wie bei euch.

Bianca: Und dann gibt es noch deine 1000 anderen Projekte und Schule am Bauernhof.

Bianca: Und dann noch Vermarktung und Direktverarbeitung.

Willy: Ja. Ich würde sagen, wie sich das alles ausgeht.

Andreas: Ein bisschen irre, ja.

Willy: Ich würde ganz gerne noch einen Punkt, den ich jetzt vergessen habe zum Ansprechen,

Willy: auch bei den Schweinen, nämlich das Thema Bio. Wir haben es die ganze Zeit quasi

Willy: drinnen im Thema, aber noch nicht explizit angesprochen, wenn ich jetzt an Bio

Willy: Schweinehaltung denke.

Willy: Was heißt Bio konkret bei Schweinen? Was ist da anders wie bei,

Willy: sage ich jetzt mal, pauschal konventioneller Haltung?

Willy: Was ist Bio und was ist es dann nicht?

Willy: Ist Bio auch Auslauf? Ist Bio nur das Futter? Was ist Bio?

Andreas: Ganz wichtig, der Auslauf, so wie du gesagt hast. Alle Schweine müssen 365 Tage

Andreas: im Jahr die Sonne sehen können.

Willy: Es ist dehnbar, oder?

Andreas: Nein, nein, es ist auch, es sollte zumindest, es ist nicht dehnbar im Prinzip in der Bio-Haltung.

Andreas: Also du musst ihnen wirklich täglichen Auslauf gewähren.

Andreas: Genau, das ist eines der ganz, ganz wichtigen Themen, wie es sich von der konventionellen

Andreas: Haltung unterscheidet.

Andreas: Weil klassisch gesehen, in der konventionellen Haltung, so wie sie klassisch

Andreas: ist, sehen die meisten Schweine im Prinzip in Österreich gar nicht die Sonne.

Andreas: Das ist einmal ganz wichtig. Dann natürlich...

Willy: Ich hätte jetzt noch eine Frage dazu, wenn ich sie aufzeige. Du hast gesagt Auslauf.

Andreas: Ja. Genau.

Willy: Ich bin Konsument. Ich denke an Auslauf. Und jetzt ist hier ein Schwein auf der Wiese hupfen.

Willy: Was bedeutet Auslauf? Heißt das nur, dass sie raus dürfen?

Willy: Muss diese Fläche irgendwie Stroh eingestreut sein? Kann es nur,

Willy: reicht es, wenn es eine Betonfläche ist? Oder was heißt Auslauf?

Andreas: Stroheinstreu ist immer vorgeschrieben in der biologischen Erhaltung.

Andreas: Es darf ein Teil des Auslaufs auch einen Spaltenboden haben,

Andreas: quasi dort, wo der Urin abgesetzt wird und wo die Tränkebecken sind.

Andreas: Ist bei uns gar nicht der Fall. haben eben wie gesagt schon gar keinen Spaltenboden,

Andreas: ist im Prinzip erlaubt und genau, es ist ein betonierter Untergrund,

Andreas: da der Untergrund ja für die Ausscheidungen auch dicht sein muss,

Andreas: da geht es wieder um den Wasserschutz, um den Grundwasserschutz und um die Wasserrechtsverordnungen.

Andreas: Deshalb muss es ein betonierter Auslauf sein und da gibt es einfach im Prinzip

Andreas: eine gewisse Vorschrift, wie groß der Auslauf sein muss für die Bio-Schweine,

Andreas: aber es gehört im Prinzip natürlich zum Stall dazu.

Willy: Aber es muss ein Auslauf. Bio ist immer ein Auslauf.

Andreas: Es gibt kein Bio ohne Auslauf.

Willy: Absolut.

Andreas: Bei allen Tierarten, das kommt dann auch dazu. Alle Tierarten.

Andreas: Alle Tierarten, egal ob Ziegen, Kühe, Schafe, Hühner, Puten,

Andreas: Gänse, alle haben Auslauf in der biologischen Tierhaltung. Ganz, ganz wichtig.

Andreas: Dann natürlich auch noch, mittlerweile glaube ich, rein biologische Fütterung.

Andreas: Es war eine Zeit lang waren 5% konventionelle Produkte erlaubt,

Andreas: für die Abdeckung des Proteinbedarfs.

Andreas: Da war noch was erlaubt. Mittlerweile ist, nagelt es mich aber nicht darauf

Andreas: fest, ist es vorgeschrieben, dass es wirklich komplett rein biologische Fütterung

Andreas: ist in Österreich, weil wir die Proteinquellen mittlerweile auch zur Verfügung haben.

Andreas: Genau, das ist ganz wichtig, natürlich alles gentechnikfrei,

Andreas: ganz klar, bio, ganz ganz wichtig.

Andreas: Genau, dann kein Antibiotika-Einsatz von vorbeugenden Maßnahmen her,

Andreas: das heißt ich darf nicht schon vorab gewisse Dosierungen oder kleine Dosierungen von Antibiotika geben.

Andreas: Das ist auch ganz wichtig.

Andreas: Dann, was haben wir denn noch? Ja, generell dreimal so viel Platz.

Andreas: Generell. Also nicht nur der Auslauf.

Willy: Was bedeutet das in absoluten Zahlen?

Andreas: Boah, ich darf mich jetzt nicht festnageln. Ich glaube, wir sind bei 1,1 Quadratmetern

Andreas: für ein 110 Kilo Schwein und mindestens eben über drei Quadratmeter für ein

Andreas: Bio-Schwein mit 110 Kilo.

Andreas: Aber da gebe ich jetzt keine Garantie drauf. Bei uns ist noch ein bisschen mehr

Andreas: Platz und vor allem unsere Zuchtsauen zum Beispiel in der Abwecklbucht,

Andreas: die haben nochmal zum Beispiel vom Auslauf her fast doppelt so viel Platz,

Andreas: wie eigentlich die biologische Vorschrift ist.

Andreas: Also wir geben den Tieren noch mal mehr Platz, weil wir ihnen zum Glück den Platz anbieten können.

Andreas: Und weil es uns auch einfach ein wichtiges ist, umso mehr Platz,

Andreas: umso besser geht es den Tieren.

Bianca: Aber die Schweine, also die Eber, werden genauso kastriert wie konventionelle?

Andreas: Kastriert werden sie, so wie die konventionellen, aber nicht genauso.

Andreas: Das ist auch ein ganz ganz wichtiger Punkt. Die Schweine. Es ist mittlerweile

Andreas: Vorschrift und wir hätten es ohnehin nur so gemacht.

Andreas: Es ist eine Vollnarkose Vorschrift in der biologischen Tierhaltung bei der Kastration.

Andreas: Vollnarkose. Eine Vollnarkose.

Andreas: Das ist eine Operation. Ganz, ganz wichtig.

Andreas: Feckelkastrieren ist so immer. ja, Ferkelkastrinen. Es werden halt die Hoden entfernt aus...

Andreas: Das ist ein operativer Eingriff beim Tier und das hat meiner Meinung nach nur

Andreas: unter Vollnarkose statt zu finden.

Andreas: Ist jetzt eben auch in der biologischen Tierhaltung schon Vorschrift.

Andreas: Es darf kein Bio-Tier mehr, also kein Bio-Schwein mehr ohne Vollnarkose kastriert werden.

Andreas: Ist in der konventionellen Tierhaltung nicht Vorschrift.

Andreas: Und ja, es sind natürlich Kosten, die dadurch verursacht werden.

Andreas: Eine Narkose darf nur der Tierarzt verabreichen und dadurch brauche ich dann

Andreas: jedes Mal, wenn ich Fertigkastriere, brauche ich den Tierarzt da.

Andreas: Das verursacht natürlich Kosten, aber die können zum Glück in der biologischen

Andreas: Produktion aufgefangen werden.

Andreas: Ist natürlich schwieriger auch für die Biobetriebe. Wir sind da in der genialen

Andreas: Situation, dass ich meine Frau habe, die die Kastration macht, da sie Tierärztin ist.

Andreas: Aber sonst in der konventionellen Tierhaltung ist es nicht vorgeschrieben und

Andreas: deshalb wird es halt meistens auch nicht gemacht, weil der Preis,

Andreas: den die Konsumenten bereit sind zu zahlen, diese Kosten einfach nicht deckt.

Willy: Weil sie auch teilweise einen Massenmarkt bedienen, wo diese Kosten einfach

Willy: auch nicht runterkommen. Und ich sage jetzt einmal, in einem Nischenmarkt,

Willy: in einem hochpreisigen Segment, tut man sich wahrscheinlich auch leichter,

Willy: die Kosten noch irgendwie unterzubringen. Nur auch da wird es irgendwann eine Obergrenze geben.

Andreas: Genau so ist es. Auch in der biologischen Tierhaltung ist es natürlich schwierig.

Willy: Wenn jetzt ein Kilo Schlögel oder so herkommt, kannst du uns eine gewisse Relation

Willy: geben, was ist klassisch-konventionelle Haltung, was ist Standard-Bio-Haltung

Willy: und wo seid ihr ungefähr daheim?

Bianca: Preistechnisch.

Andreas: Du darfst mich nicht fragen, ich habe keine Ahnung, was der Schlögl zurzeit

Andreas: kostet beim quasi Schnitzel.

Andreas: Ich weiß es nicht, was es für Aktionen gerade gibt, was er gerade kostet beim

Andreas: Lebensmitteleinzelhandel.

Andreas: Ich weiß es nicht auswendig. Wir sind irgendwo...

Andreas: Ich weiß es auch bio nicht. Wir sind an den 30 Euro.

Andreas: Sind damit auch an den 30 Euro das Kilo. Ist sehr hochpreisig, ja.

Andreas: Aber wir brauchen diesen Preis, da sonst die Kosten einfach nicht gedeckt sind.

Bianca: Ich habe noch eine Frage, die da auch vielleicht in diese Kerbe schlägt, die mich voll umtreibt.

Bianca: Ich habe gelernt, In jeder Art der Schweinehaltung bei der Zucht gibt es tote

Bianca: Ferkel, weil sich die Sauen einfach unabsichtlich auf die Ferkel drauflegen.

Bianca: Jetzt haben wir bei euch gesehen, die Sauen haben keinen Ferkelschutzkorb.

Bianca: Das ist das Ding, wo sie quasi eingesperrt sind beim Ferkelkriegen oder beim

Bianca: Abferkeln, so dass sie sich nicht gescheit hinlegen können.

Bianca: Steht oft auch sehr unter Kritik, aber verhindert zumindest im besten Fall,

Bianca: dass es tote Ferkel gibt oder viele tote Ferkel gibt. Wie ist das bei euch?

Andreas: Im Prinzip kann man auch sagen und ist auch schon öfter nachgewiesen worden,

Andreas: gibt es keinen Unterschied. Also der Ferkelkorb bringt nicht diesen Vorteil,

Andreas: auch in der konventionellen, was jetzt mein Wissensstand ist.

Andreas: Gebe ich auch keine 100-prozentige, also den ganz aktuellen Stand habe ich nicht im Kopf,

Andreas: aber es gibt keinen Unterschied zwischen den konventionellen Ferkelverlusten

Andreas: mit dem Ferkelschutzkorb und der

Andreas: biologischen Haltung, wo gar kein Ferkelschutzkorb verwendet werden darf.

Andreas: Die Sau darf um die Geburt herum nicht fixiert werden oder darf nie fixiert werden im Prinzip.

Andreas: Also von dem her und es bringt der Ferkelschutzkorb einfach nicht diesen Vorteil.

Andreas: Also in der biologischen Haltung ist es dadurch gelöst, dass die Sau einfach mehr Platz hat.

Andreas: Sie kann sich besser bewegen, sie kann sich drehen, sie kann sich umschauen

Andreas: um ihre Ferkel und kann aufpassen, wie sie sich niederlegt. Diesen Platz,

Andreas: der ist oftmals konventionell, ist der einfach nicht da.

Andreas: Und das ist da das Problem. Und auch, wenn sich die im Ferkelschutzkorb niederlegen,

Andreas: kann ein Ferkel drunter stehen. Und deshalb haben wir genauso hohe Verluste bio wie konventionell.

Andreas: Also der Ferkelschutzkorb bringt eigentlich Untertitel von Stephanie Geiges,

Andreas: denen diesen riesen Vorteil im Prinzip.

Andreas: Und ja, wir haben genauso Ferkelverluste.

Andreas: Es kommt einfach vor, dass die Sauen, wenn sie älter werden,

Andreas: dass sie manche Ferkel erdrücken.

Andreas: Ich würde sagen, dass wir da noch immer sehr sehr gut dabei sind.

Andreas: Also ich habe jetzt keine aktuellen Zahlen, die ich euch liefern kann,

Andreas: weil ich es zurzeit nicht weiß.

Andreas: Im ersten Jahr waren die Zahlen herausragend, aber es ist natürlich auch mit

Andreas: dem Alter der kompletten Zuchtzaunherde steigen natürlich auch immer die Ferkelverluste.

Andreas: Also wenn man einfach ältere dabei hat, dann werden die einfach schwerfälliger

Andreas: und gebrechlicher, also gebrechlicher nicht, aber einfach schwerfälliger und

Andreas: stehen einfach nicht mehr so schnell auf wie die Jungzaun, die sofort aufspringen,

Andreas: wenn nur ein Ferkel quietscht.

Willy: Achso, die kommen einfach nicht auf, die liegen halt dann drauf auf dem Ferkel

Willy: und schaffen es nicht mehr.

Andreas: Sie kommen da schon auf, aber sie reagieren zu langsam oftmals.

Willy: Okay, das heißt, was man da oft sieht, diese Tonnen für die Tierkörperverwertung,

Willy: glaube ich, sind die, wo halt einfach die Ferkel drin liegen,

Willy: das gibt es auch vom Biobetrieb genauso wie vom konventionellen Betrieb.

Willy: Also es ist jetzt kein Phänomen nur rein von einer konventionellen Anbieterschaft oder sowas.

Andreas: Ja, genau. Aber es ist auch so, wie es dann oftmals propagiert wird,

Andreas: dass die Biobetriebe höhere Ferkelverluste haben, so ist es auch nicht.

Andreas: Also, ja, das ist ein generelles Problem bei der kompletten Schweinehaltung

Andreas: als Ganzes. Also, dass die Ferkelverluste, die gehören einfach konventionell wie biologisch dazu.

Willy: Ich habe jetzt eine Frage, weil du vorher gesagt hast, Es liegt bei den Konsumenten,

Willy: was sie dann quasi am Ende vom Tag im Supermarkt dann zahlen dafür, ob es ihnen das wert ist.

Willy: Ich habe mir auch bei den Kindern überlegt, ob sie es dann bis zum Erwachsenenalter

Willy: nicht wieder vergessen haben, wenn sie dann mit 1.500, 1.600 netto im Monat quasi einkaufen gehen.

Willy: Auch auf der anderen Seite, du hast da gesagt, die Gesellschaft soll das machen,

Willy: oder das ist ein gesellschaftlicher Wert, den man da den Tieren gegenüber vertreten

Willy: soll. Es ist die Frage, ist es wirklich der Konsument, der sich das leisten soll?

Willy: Ich leite jetzt quasi ein bisschen verkopft auf das Thema Förderungen über.

Willy: Oder ist es auch etwas, das sich die Gesellschaft als solches leisten soll,

Willy: quasi über Förderungen?

Willy: Meine eine Frage ist, ist hier wohl wirklich die Entscheidung des Konsumenten

Willy: oder müssen wir als Gesellschaft darauf schauen, dass wir das herstellen?

Willy: Zweite Frage ist, wie wichtig sind für euch als Betrieb auch in diesem Premium-Segment

Willy: Förderungen? Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017.

Andreas: Ja, es ist das häufige Problem einfach so,

Andreas: dass jeder gern den höchsten Tierhaltungsstandort hätte, jeder tät gern Bio

Andreas: kaufen, jeder will, dass den Tieren gut geht, niemand will, dass Tiere schlecht

Andreas: gehalten werden, das ist ganz klar.

Andreas: Das Problem ist immer, wenn man dann vor dem Regal steht und es ist natürlich

Andreas: in jedem Supermarkt meistens steht alles zur Verfügung,

Andreas: worüber sich auch wieder streiten lässt, aber wenn man dann vor dem Regal steht,

Andreas: dann ist oftmals aufgrund des Preises greift man dann doch immer wieder zum billigeren Produkt.

Andreas: Und da ist die große Frage, ob man so gut aufklären kann,

Andreas: dass die Leute das alles verstehen und diesen Unterschied wahrnehmen und dann

Andreas: auch wirklich zum teureren Produkt greifen oder was ganz wichtig ist,

Andreas: einfach weniger Fleisch essen.

Andreas: Das ist auch das, wo wir unsere Konsumenten hin erziehen wollen,

Andreas: dass wir sagen, Leute, wir wissen es ist teuer,

Andreas: aber es tut einfach den Tieren gut und es tut euch genauso gut,

Andreas: wenn ihr einfach weniger Fleisch esst, weil es es ist ja auch einfach nicht

Andreas: gesund viel Fleisch zu essen,

Andreas: also von dem her kann man da auf beiden Seiten ansetzen, dass man sagt,

Andreas: man isst einfach weniger, dadurch kann man sich das teurere auch wieder leisten

Andreas: und unterstützt dadurch eine artgerechtere Tierhaltung.

Willy: Aber da ist ja wieder eine individuelle Entscheidung, da ist ja wieder bei der

Willy: Person, traust du das denn uns, also mir als Konsumenten zu,

Willy: dass ich jetzt einfach vernünftig, in dem Sinne vernünftig, einfach dauerhaft agiere.

Willy: Und ich und 9 Millionen andere Österreicherinnen und Österreicher.

Andreas: Das ist die große Frage. Ich hoffe einfach, da wir glaube ich,

Andreas: dass über die Politik, ich glaube, dass die Lobbys dahinter zu stark sind,

Andreas: dass das über die Politik geregelt werden wird.

Andreas: Und deshalb glaube ich einfach, dass wir nur, und das ist auch unsere Philosophie,

Andreas: wir versuchen so viel Aufklärung wie möglich zu betreiben, dass man einfach

Andreas: den Konsumenten bewusst macht,

Andreas: was man damit tut, wenn man Bio kauft und wie viel Tierwohl man damit produzieren

Andreas: kann, nur weil man jetzt einmal mehr Geld ausgegeben hat für das Fleisch oder

Andreas: für die Produkte, die man jetzt gekauft hat.

Willy: Du hast vorher gesagt, das Kilo Schlögel kostet jetzt 30 Euro bei euch ungefähr.

Willy: Würdet ihr ohne Förderung arbeiten müssen? Was würde das Fleisch dann ungefähr kosten.

Willy: Ich hab mir gerade eingefallen.

Andreas: Ja, es müsste noch einmal mehr kosten. Das ist das Problem. Auch wir überleben

Andreas: leider nicht ohne die Förderungen.

Andreas: Das ist eines der weiteren Probleme. Es gibt keine Kostenwahrheit in der kompletten Landwirtschaft.

Andreas: Es wird einfach alles gefördert und auf der anderen Seite können wir in Österreich

Andreas: vor allem gar nicht so billig produzieren,

Andreas: dass da irgendwo eine Kostenwahrheit da wäre und deshalb sind alle Betriebe

Andreas: von der Förderung abhängig.

Andreas: Ich habe immer gehofft, dass wir uns so aufstellen können, dass wir auch von

Andreas: den Förderungen unabhängig sind, aber selbst wir sind auch nicht unabhängig

Andreas: von den Förderungen und ohne den Förderungen wäre es wirklich ganz, ganz schwierig.

Willy: Ganz, ganz schwierig oder unmöglich?

Andreas: Unmöglich wahrscheinlich nicht, kommt darauf an, ich müsste es mir genau anschauen.

Andreas: Aber es wird dann wirklich, wirklich schwer, dass man vernünftig wirtschaften

Andreas: kann, ohne die Förderungen zusätzlich.

Regina: Vor allem wenn es dann ein billiges Fleisch von irgendwo aus dem Ausland gibt.

Andreas: Das ist halt das Hauptproblem, dass auch wenn wir jetzt die Standards in Österreich

Andreas: enorm in die Höhe schrauben,

Andreas: dass wer verhindert, dass der Lebensmitteleinzelhandel oder wer auch immer,

Andreas: dass dann die Produkte günstig aus dem Ausland zugekauft werden und wir in Österreich

Andreas: produzieren hochqualitative Ware und die Produkte werden zusätzlich trotzdem

Andreas: wieder woanders einfach aus dem Ausland zugekauft und ja,

Andreas: das ist auch eines der Hauptprobleme zusätzlich.

Andreas: Deshalb lässt er sich auch wieder schwieriger regeln über die Politik.

Bianca: Apropos politischer Hebel oder persönlicher, die Frage stelle ich jetzt dir,

Bianca: Regina, weil du halt einfach aus deiner Rolle als Mama ein paar Jahre mehr am

Bianca: Buckel hast als der Andi.

Bianca: Du meinst als Mama, ja. Als Andis Mama.

Bianca: Vorher, wie wir bei den Schweinen vorbeigegangen sind, haben wir die Sulen gesehen,

Bianca: wo sie sich im Sommer wälzen und abkühlen können.

Bianca: Klimawandel, Klimakatastrophe, es ist nicht mehr aus den Medien wegzudenken

Bianca: und auch nicht aus dem Alltag, weil wir spüren es mittlerweile alle.

Bianca: Die Frage ist, spürt ihr das hier in der Landwirtschaft und was hat sich geändert,

Bianca: seitdem du ein Kind warst?

Regina: Das ist eine schwierige Frage.

Regina: Das ist wirklich eine schwierige Frage. Ja, was sich verändert hat,

Regina: ist sicher, wenn du auf das Klima zurückgibst, dass es viel mehr heiße Tage gibt als früher.

Regina: Das hat es früher nicht gegeben, dass es so viele heiße Tage gab.

Regina: Da hat es die Hundstage gegeben, die besonders heiß waren, aber das waren nicht

Regina: ein bis zwei Monate lang.

Willy: Hundsmonate? Das sind jetzt die Hundstage.

Regina: Ja, genau.

Regina: Aber ja, sicher spürst du da eine Veränderung.

Bianca: Wie spürt ihr es de facto am Feld im Stall?

Andreas: Am Feld wird es ganz, ganz schwierig. Das ist das Problem. Weil ihr viel mehr bewässern müsst.

Andreas: Wir haben letztes Jahr zum Beispiel auch, habe ich...

Andreas: Von der Fläche her so viel angebaut, dass bei einem durchschnittlichen Ertrag,

Andreas: dass ich gar nichts zu kaufen hätte müssen an Futter, de facto habe ich letztes

Andreas: Jahr 18 Tonnen Futter dazu gekauft.

Andreas: Das sind eben dann Trockenschäden. Weil wir einfach so massive Trockenschäden

Andreas: hatten letztes Jahr, dass es sich einfach nicht ausgegangen ist.

Andreas: Mittlerweile geht es nicht mehr ohne die Bewässerung im Achfeld, sage ich jetzt mal.

Bianca: Also das heißt, ihr habt eine Bewässerung, ihr müsst es bewässern.

Andreas: Wir müssen bewässern, wir werden dieses Jahr auch wieder bewässern,

Andreas: unsere Acker- und Futterflächen.

Regina: Und wir sind Gott sei Dank im Maachfeld in der Lage künstlich zu bewässern.

Regina: Woanders in Österreich kannst du das gar nicht, weil du die Voraussetzungen dafür nicht hast.

Willy: Woher kommt das Wasser eigentlich?

Regina: Aus dem Maachfeldkanal?

Andreas: Aus der Donau im Prinzip.

Willy: Donauwasser heißt das?

Andreas: Es ist Donauwasser, das über den Machfeldkanal versickert wird.

Willy: Ah, okay.

Andreas: Genau. Ja, und natürlich auch über die Niederschläge und die Grundwasserneubildung,

Andreas: aber im Prinzip wird das ganze Machfeld zusätzlich über den Machfeldkanal,

Andreas: wird der Wasserspiegel vom Grundwasser gehalten, über die Versickerung aus dem Donauwasser.

Andreas: In der Schweinehaltung merken wir es auch noch ganz stark, dass einfach wirklich

Andreas: die Hitze-Tage mehr werden und die Tage mit den extremen Hitzeperioden einfach

Andreas: zunehmen und darunter leiden die Schweine ganz stark.

Andreas: Das ist einfach, Schweine können nicht schwitzen, die brauchen einfach die Suhlen.

Andreas: Die brauchen eine Abkühlung.

Andreas: Und die muss man ihnen zur Verfügung stellen, das ist ganz ganz wichtig.

Andreas: Wir machen das jetzt, haben wir das die letzten zwei Jahre, jetzt am Anfang

Andreas: haben wir das gemacht, mit Gartenschlauch.

Regina: Also der Andi gießt nicht seine Blumen, sondern der Andi gießt auch die Schweine.

Andreas: Auch die Schweine, genau. Also wir sind dann dreimal am Tag durch den Stall

Andreas: durchgegangen und haben mit dem Gartenschlauch alle Schweine,

Andreas: die rauskommen, Die haben das dann schon alle gewusst, dass wir jetzt wieder kommen.

Andreas: Die sind dann alle schon parat gestanden direkt beim Zaun und haben sich da

Andreas: abduschen lassen, weil die das schon ganz genau gewusst haben.

Andreas: Wir haben heuer noch vor, eventuell, dass wir Schweinetuschen zum Selberdrücken

Andreas: für die Schweine montieren. Das wäre auch ganz witzig eigentlich.

Andreas: Dass sie unten draufsteigen.

Andreas: Die Schweine dann so einen Drücker haben, den sie mit der Schnauze irgendwie

Andreas: mit dem Rüssel bedienen können, und dass dann das Duschwasser für eine gewisse Zeit läuft.

Andreas: Und wir werden zusätzlich auch noch zusätzliche Vorhänge montieren.

Willy: Schattenvorhänge.

Andreas: Schattenvorhänge beim Schweinestall zusätzlich, dass wir die Sonneneinstrahlung

Andreas: an den heißen Tagen noch minimieren können.

Andreas: Aber der ganze Klimawandel ist natürlich auch für die Schweine eine enorme Belastung.

Andreas: Das darf man gar nicht unterschätzen. Untertitel von Stephanie Geiges.

Bianca: Ich stelle es mir gerade nur vor,

Bianca: die Schweine im Sommer, das ist Klimawandelanpassung im Schweinestall.

Bianca: Frage, das was am Acker wächst, fressen das nur die Schweine oder produziert

Bianca: ihr daraus auch irgendwas, was man kaufen kann?

Andreas: Entschuldigung. Ja, wir produzieren auch Marktfrüchte.

Andreas: Also wir verkaufen auch Früchte direkt an die Bio-Getreide Austria oder an die

Andreas: Agrarner teilweise auch.

Andreas: Es ist einerseits haben wir auch Weizen für die Brotproduktion im Prinzip, Bio-Weizen.

Andreas: Dann haben wir auch Bio-Mais, der geht an die Agrarna Bio-Stärke-Produktion.

Andreas: Dann haben wir Sonnenblumen, die gehen auch an die Bio-Getreide Austria.

Andreas: Dann haben wir Kürbis, heuer haben wir keine Kürbisse, normalerweise haben wir Kürbisse auch.

Andreas: Und Sojabohnen, die Sojabohnen haben wir auch noch.

Willy: Wie geht es Ihnen das alles aus? Da muss man ja mal den Überblick behalten,

Willy: oder? Jede Kultur ist anders kompliziert als die andere.

Bianca: That's the thing.

Regina: Es wird immer komplizierter.

Andreas: Das ist die schöne Herausforderung, ja. Aber das macht die Landwirtschaft auch so spannend.

Regina: Ja, denke ich mir oft, mein Vater, was der ausfüllen, wenn der das Ganze ausfüllen

Regina: müsste, was die Förderung jetzt betrifft, das hätte er sicher nicht geschafft.

Regina: Also das wäre für ihn furchtbar gewesen, sagen wir mal so.

Willy: Also ich hab letztens mit einem Bekannten telefoniert, der auch Landwirt ist und der hat...

Willy: Doch gemeint, dass der Aufwand für die Förderabwicklung, für die Kontrollen etc.

Willy: Ein großer ist, ein hoher und war mittel amüsiert, sage ich jetzt einmal diplomatisch,

Willy: über diese Aufwände und überlegt sich die ganze Zeit, wie er aus dem Mauser

Willy: kommt. Keine Ahnung, wie er es machen will. Wie geht es euch damit?

Andreas: Ja, es ist im Prinzip sehr aufwendig. Natürlich haben wir zusätzlich auch unsere

Andreas: ganzen Aufzeichnungen, die wir für die Biokontrolle führen.

Andreas: Also unser Betrieb wird zusätzlich... Und das ist da an dir sehr,

Andreas: sehr genau. Ja, auf jeden Fall. Das geht gar nicht anders.

Andreas: Zusätzlich führen wir auch noch die ganzen Aufzeichnungen eben.

Andreas: Und es werden immer mehr Aufzeichnungen, es wird immer mehr Büroarbeit.

Andreas: Die macht einfach keinem Spaß, weil wir sind nicht alle Bauern geworden,

Andreas: damit wir im Büro sitzen. Also mir macht es keinen Spaß, sagen wir es so.

Andreas: Ja, es ist irgendwo schwierig, weil wir produzieren alle gute Produkte.

Andreas: Wir versuchen, schöne und gute Produkte herzustellen.

Andreas: Und ja, es wird alles kontrolliert, das Problem ist halt immer,

Andreas: es gibt irgendwo irgendwen, der dann wieder das eine Hintertürl ausnutzt und...

Andreas: Das führt dann wieder dazu, dass noch stärker kontrolliert wird und noch wesentlich

Andreas: mehr Auflagen sind. Und das Ganze ist einfach schwierig.

Bianca: Ich würde da jetzt eben die Perspektive der Zivilgesellschaft einbringen.

Bianca: Es gibt ja nicht nur die Landwirtschaft oder Bauern, Bäuerinnen,

Bianca: die gefördert werden, sondern auch andere Sparten und es ist dann halt ganz

Bianca: oft das Thema, dass die Leute halt draußen sagen, von nichts kommt ja nichts,

Bianca: ihr kriegt ja auch ein Geld und,

Bianca: kontrolliert muss es deshalb werden, weil mit zu geringen Preisen produzieren,

Bianca: die unsere Kosten einfach nicht decken und deshalb wird das Ganze,

Bianca: um das Lebensmittel günstig zu halten, wird das Ganze subventioniert.

Andreas: Das ist ja fast weltweit so. Um die Lebensmittel einfach günstig zu halten.

Andreas: Da fehlt einfach diese Kostenwahrheit und damit ist man angewiesen auf die Förderungen,

Andreas: die dann eben nur ausbezahlt werden, wenn auch gewisse Vorgaben oder Vorgaben

Andreas: im Endeffekt erfüllt werden.

Andreas: Ob die jetzt immer schlecht oder nicht schlecht sind, sind in vielen Fällen

Andreas: Fällen definitiv gerechtfertigt und manchmal ist es einfach nur unnötige Bürokratie,

Andreas: wenn es dann in irgendwelche Details hineingeht.

Andreas: Die man selber dann nicht mehr nachvollziehen kann. Aber natürlich gehört auch

Andreas: eine Kontrolle dazu, das ist keine Frage.

Andreas: Es fehlt halt nur einfach, man fühlt sich dann immer als Bittsteller,

Andreas: als Landwirt, und bekommt aber auf der anderen Seite einfach keinen ordentlichen

Andreas: Preis für seine Produkte bezahlt und muss dann zusätzlich eben diese ganzen Auflagen erfüllen,

Andreas: damit man am Ende des Tages ein halbwegs ein halbwegses Einkommen hat,

Andreas: um seine Familie durchzubringen.

Willy: Ich habe oft den Eindruck, wenn du sowohl mit der einen als auch der anderen

Willy: Seite redest, die reden nicht miteinander.

Bianca: Deshalb machen wir das, was wir machen.

Willy: Grundsätzlich vielleicht ist das eher ein Anstoß. Die Behörde und die Kontrollstellen,

Willy: aber im allerersten Sinne halt die Behörde, weil da geht es aus,

Willy: reden nicht mit den Bauern, weil die Landwirte und Landwirtinnen sagen oft,

Willy: Das ist so weltfremd, wie es dir da dann bei mir im Betrieb,

Willy: ich bring das nicht unter.

Willy: Und umgekehrt habe ich auch schon einiges jammern gehört, dass dann auf der

Willy: landwirtschaftlichen Seite dann auch sehr viel Unverständnis und Unfreundlichkeit entsteht.

Willy: Wisst ihr das jetzt empirisch, also gibt es irgendwo einen Dialog,

Willy: wird da ein Kreditor arbeiten, die wirklich so jeder für sich und dann treffen

Willy: sie sich bei der Kontrolle und dann geht man wieder auseinander.

Willy: Dieser Eindruck entsteht teilweise.

Andreas: Ja, der Eindruck entsteht für mich auch, inwiefern kommuniziert wird.

Andreas: Natürlich gibt es ja dazu einfach die Landwirtschaftskammer,

Andreas: die sollte diesen Dialog fördern.

Andreas: Aber es ist halt immer, es ist einfach schwierig. Es gibt diese Fördervoraussetzungen

Andreas: und die Vorgaben und die müssen erfüllt werden und die werden auch kontrolliert.

Andreas: Und da gibt es natürlich immer Diskrepanzen und das ist das Problem.

Bianca: Das ist das Schwierige mit Gesetzen und Regulierungen und Vorgaben.

Bianca: Du musst das halt irgendwie mit dem Gießkannenprinzip machen,

Bianca: weil du nicht für jeden eine eigene Regel aufstellen kannst.

Andreas: Ja, dadurch wird es dann wieder viel zu aufwendig und viel zu kompliziert und

Andreas: irgendwo muss man ansetzen.

Andreas: Und ja, es ist oftmals leider sehr unfair, weil in Österreich einfach die Landwirtschaft

Andreas: so extrem vielfältig ist und das ist da das Hauptproblem.

Andreas: Wir haben unsere Bergbauernhöfe, wir haben unsere Ackerbauern,

Andreas: wir haben unsere gemischten Betriebe, die Tierhaltung und Ackerbau haben und

Andreas: dann Grünfutter auch noch erzeugen.

Andreas: Wir haben unsere Nebenerwerbslandwirte und so weiter. Das ist alles in Österreich.

Andreas: Österreich ist einfach so vielfältig und ein so vielfältiges und wunderschönes Land,

Andreas: was aber so einen Konsens zu finden, die Förderungen gut zu verteilen und gerecht

Andreas: zu verteilen umso schwieriger macht natürlich.

Andreas: Dafür habe ich auch Verständnis, aber ja.

Bianca: Apropos Verständnis, kommen wir von den schwierigen Dingen zu vielleicht schönen

Bianca: für die Menschen da draußen.

Bianca: Jetzt ist das Ferkel geboren, aufgezogen,

Bianca: die Sau ist 110 Kilo schwer, die Förderanträge sind ausgefüllt,

Bianca: das Vieh ist geschlachtet und verarbeitet und wie komme ich jetzt zu dem,

Bianca: was daraus wird und was wird denn überhaupt daraus?

Andreas: Ja, unsere Produkte gibt es direkt abruf.

Andreas: Wir haben jetzt einmal einen Verkaufsautomaten, der 24 Stunden geöffnet ist.

Andreas: Der steht direkt hinter unserem Hof auf Stadelweg Nummer 34 im 21. Bezirk in Floridsdorf.

Andreas: Ja, und wir haben von bis im Endeffekt, wir haben fast ein Vollsortiment würde ich jetzt mal sagen.

Andreas: Wir haben über Wurstwaren und da sind wir bei den Frankfurter Deprezinen.

Andreas: Dann haben wir Bratwürstl, wir haben Käsekräner,

Andreas: wir haben Birnenwürstl, wir haben einen Extrakranz, wir haben Hartwürste,

Andreas: wir haben Speck, wir haben unsere Blunzen, wir haben Selchfleischaufstrich,

Andreas: wir Wir haben Krammelschmalz, wir haben Leberwurst, wir haben Schmalz.

Bianca: Jesus Maria!

Willy: Haka hat es gesagt, oder?

Regina: Schnitzel?

Andreas: Genau, wir haben unsere Schnitzel und unser Frischfleisch quasi,

Andreas: also Schopfbraten, Karree und Bauchfleisch.

Andreas: Und im Sommer gibt es dann auch noch immer Grillfleisch mit dazu.

Andreas: Jetzt zu Ostern. Wir haben wahrscheinlich am Karfreitag jetzt dann unseren,

Andreas: Osterverkauf machen, wo wir

Andreas: dann zusätzlich noch ein Osterschinken und ein Ostergeselchtes anbieten.

Willy: So viel?

Bianca: Ich bin hängen geblieben, ich bin so eine gelernte Wienerin.

Willy: Kannst du bitte noch einmal sagen?

Regina: Und die Presswurst haben wir vergessen.

Andreas: Die Presswurst haben wir auch noch. Cool. Also es ist ziemlich vielfältig, unser Sortiment.

Willy: Frau Blasl, du bist hängen geblieben.

Regina: Und dann gibt es noch zusätzlich noch Öle und zwar Sonnenblumenöl und Kürbiskernöl.

Bianca: Ach noch was vom Acker im Jahr.

Andreas: Genau, das kommt vom Acker direkt in die Flasche.

Andreas: Und jetzt bald gibt es auch unsere Eier zusätzlich. Also unser Hühnermobil kommt

Andreas: jetzt dann bald auf unseren Acker raus und dann gibt es hoffentlich auch bald

Andreas: unsere Eier von unseren Wanderhühnern.

Bianca: Also die Tierherde wird erweitert, um doch wieder zu händeln. Ja.

Bianca: Aber sag mal, ihr habt voll viel gesprochen von Bewusstsein und ihr macht Schule

Bianca: am Bauernhof und holt die Leute zu.

Bianca: Warum denn ein Automat und nicht am Markt fahren zum Beispiel?

Bianca: Oder Hofladen?

Andreas: Weil wir eh mitten in Wien sitzen und weil wir gern auch wollen,

Andreas: dass die Leute wirklich direkt zu uns kommen, dass man sich auch anschauen kann.

Andreas: Steht ja auch direkt an unserer Weide. Also unsere Legehennen werden bald,

Andreas: sieht man dann auch direkt vom Automaten aus.

Andreas: Also man sieht auf der einen Seite die Hühner, auf der anderen Seite kann man

Andreas: da direkt aus dem Automaten die Eier frisch entnehmen.

Andreas: Und ja, einer unserer großen, großen Schritte in der Zukunft ist ohnehin,

Andreas: dass wir unser Nachbarhaus, quasi das auch zum Betrieb dazugehört,

Andreas: dass wir das abreißen und dann neu bauen und dass wir unseren Hofladen dann auch errichten werden.

Andreas: Und ja, das ist ein ganz ganz wichtiger Schritt, weil wir auch unbedingt näher

Andreas: am Konsumenten sein wollen.

Andreas: Und natürlich, dass über den Automaten noch etwas unpersönlicher ist,

Andreas: aber wir freuen uns schon.

Bianca: Ich wollte gerade sagen, der kann nicht so gut Fragen beantworten wie ihr.

Andreas: Genau.

Willy: Noch nicht, noch nicht. Also der künstliche Intelligenzverein baut noch ein bisschen die Frage.

Willy: Aber was mich jetzt sehr interessiert, weil wir das Thema natürlich auch als

Willy: Schwerpunkt und in unserem Live-Podcast die Frage stellen, wie viel Bauer ist der Markt?

Willy: Und unter anderem da das Thema ist, warum manche Bauern auf dem Markt waren, warum manche nicht.

Willy: Warum fahrt ihr mit euren Produkten jetzt nicht in Wien, weil die Märkte sind

Willy: ja jetzt nicht so weit weg oder schon.

Willy: Warum fahrt ihr nicht auf die Märkte und bietet eure Produkte dort an?

Andreas: Wir waren ja schon beim Thema Zeit. Genau das ist unser Hauptproblem.

Andreas: Wir schaffen es einfach zeitlich nicht. Ich bräuchte zusätzliche Arbeitskraft.

Regina: Mindestens eine, muss man dazu sagen.

Andreas: Mindestens. Also wir sind einfach schon arbeitstechnisch stark an unseren Kapazitätsgrenzen

Andreas: und darüber und deshalb schaffen wir das einfach nicht, dass wir zusätzlich Markt fahren auch noch.

Willy: Und wenn ein Stellen verletzt werden und auf den Markt fliegt?

Andreas: Ist die Frage, ob es kostendeckend wäre, müsste ich mal durchrechnen.

Willy: Kann ich das jetzt?

Andreas: Brauchst aber nur net.

Willy: Na. Okay.

Andreas: Kommt ja dann auch wieder ein Lieferauto dazu, kommt dann wieder die Kühlung

Andreas: hinzu, kommt die Unsicherheit dazu, ob man das ganze Fleisch,

Andreas: das man jetzt auf den Markt schickt, quasi auch verkaufen kann.

Andreas: Was macht man dann wieder mit den Produkten, die zurückbleiben und so weiter.

Andreas: Wir haben auch vor mit unserem Hofladen, dass wir das alles auf Vorbestellung

Andreas: machen, dass auch wirklich das ganze Schwein verwertet wird und dass wir auch

Andreas: kein Fleisch irgendwo wegwerfen müssen.

Andreas: Das machen wir sowieso nicht, aber dass wirklich nichts überbleibt,

Andreas: dass alles verkauft wird.

Willy: Was heißt Vorbestellung? Also es wird erst geschlachtet, wenn verkauft?

Andreas: Das nicht, aber es kann einfach über das Internet dann schon vorab bestellt werden.

Andreas: Und dass wir da einfach auch schon einen Überblick haben, dass wir in der Woche

Andreas: davor schon wissen, okay, wie viele Schweine werden jetzt geschlachtet diese Woche.

Andreas: Oder dass man einfach ein bisschen einen Kontroll- und einen Planmechanismus

Andreas: davor hat, dass man sagt, so und so viele.

Willy: Haben wir eigentlich schon gefragt, wie viele Schweine jetzt da auf dem Hof leben?

Bianca: Gute Frage, nein, haben wir nicht.

Andreas: Plus, minus 100 sind wir jetzt gerade. Plus, minus 100. Das variiert,

Andreas: weil der Großteil sind Ferkel.

Andreas: Und unsere Ferkel verkaufen wir jetzt noch immer weiter an verschiedene Mastbetriebe,

Andreas: die dann auch wieder in der Biomast sind.

Andreas: Der Großteil geht jetzt zum Beispiel an die Familie Asenbaum nach Gas am Kamp.

Andreas: Das ist unser Hauptmastbetrieb.

Bianca: Und wie viele von den Schweinen, von den Ferkeln mästet ihr selber anteilsmäßig momentan?

Andreas: Wir sind jetzt circa bei 10 Prozent oder so.

Andreas: Zurzeit verkaufen wir noch, ja vielleicht sind es 15 Prozent.

Andreas: Das ist ein kleiner Anteil, weil wir einfach die Direktvermarktung,

Andreas: weil unsere Direktvermarktung noch nicht so groß ist.

Willy: Das ist vielleicht eher eine super Überleitung in Richtung Zukunft.

Willy: Jetzt hat es ja noch einen überschaubaren, kleinen, idealistischen Betrieb in

Willy: der Nische, aber Thema Weltherrschaft und imperiale Herrschaft.

Willy: Wie soll es denn in den nächsten zehn Jahren, ich erkenne schon,

Willy: dass du mit Projekten hier schon voll bist, aber wohin soll denn die Reise gehen

Willy: von euch am Betrieb so in den nächsten, sagen wir, 10, 20 Jahren,

Willy: wo ist so die Endausbaustufe vom Biohof Maurer?

Andreas: Die Endausbaustufe kenne ich noch nicht, weil ich meine Zukunftspläne noch nicht

Andreas: kenne. Ich habe viel zu viele Ideen, das ist immer mein Hauptproblem und viel

Andreas: zu wenig Zeit, um sie umzusetzen.

Bianca: Man beachte nur die Mutter.

Andreas: Der große Plan ist auch wirklich, dass wir eine eigene Schlachtung betreiben,

Andreas: dass wir auch diesen Schritt dann komplett bei uns haben mit Verarbeitung.

Andreas: Das wäre unser großes Ziel für die Zukunft auch, dass wir unseren Hofladen errichten,

Andreas: errichten, so wie ich es gerade vorher gesagt habe, dass wir eben auch wirklich

Andreas: direkt näher am Konsumenten sind.

Andreas: Dann natürlich, dass wir unsere Mast ausbauen und die aber nicht am Hof,

Andreas: sondern unsere Mastschweine direkt auf den Acker kommen und in die Fluchtfolge integriert werden.

Andreas: Das heißt, es kommt dann, wir bauen da Getreide an oder als letzten Schritt

Andreas: in der Fruchtfolge vielleicht Sonnenblumen.

Andreas: Dann kommt da ein Glägrasgemenge,

Andreas: wird dann angebaut auf dem Acker und dann im nächsten Jahr kommen die Schweine

Andreas: drauf auf diese Luzerneweide und die weiden das Ganze dann wieder ab und danach

Andreas: kommt wieder Getreide drauf und die Schweine wandern dann auch immer weiter von Acker zu Acker.

Andreas: Das ist unser großer Plan auch für die Mast dann, weil wir den Platz zu Hause

Andreas: gar nicht haben, dass wir die Mast in Leopoldau betreiben könnten.

Andreas: Und ja, wir werden schauen, was sich bei den Hühnern noch so tut,

Andreas: ob wir bei einem Hühnomobil bleiben oder ob da noch ein weiteres hinzukommt.

Andreas: Das werden wir sehen, kann ich noch nicht sagen, wie dann der Absatz von den Eiern funktioniert.

Andreas: Ja, das große Ziel ist auch, dass wir die Tierarztpraxis von meiner Frau auf

Andreas: den Betrieb verlagern. Das wäre auch noch sehr, sehr, sehr wichtig, sehr gut.

Bianca: Sag mal, wie schaut denn Schweinehaltung in der Zukunft aus?

Bianca: Wie halten wir in der Zukunft Schweine?

Bianca: Wo geht die Reise hin? Wo soll sie hingehen?

Andreas: Hoffentlich bio und hoffentlich so artgerecht wie möglich. Das wäre mein Wunsch

Andreas: und meine Hoffnung für die Zukunft.

Andreas: Ich hoffe eben, dass es den Konsumenten einfach wert ist und dass wir uns alle überlegen,

Andreas: wie viel feine Fleisch wir wirklich essen wollen, wie viel Fleisch wir wirklich essen wollen.

Andreas: Und ich hoffe, dass es sich so hin entwickelt, dass sich jeder denkt,

Andreas: hey, ich will aber auch wirklich, dass es den Tieren vorher gut geht und das

Andreas: ist es mir auch wert und das Geld gebe ich auch mehr aus, dafür esse ich halt einfach weniger.

Willy: Seid ihr schon artgerecht oder seid ihr am besten weg zu artgerecht?

Willy: Oder ist das schon das, was du siehst oder was ihr als artgerecht seht Oder

Willy: ist das jetzt auch schon so ein großer, richtiger Schritt in die Richtung?

Willy: Oder geht da auch bei euch noch mehr?

Andreas: Es geht immer noch mehr, weil artgerecht ist im Prinzip ein Wildschwein.

Andreas: Ein Wildschwein, das gar keine Grenzen hat, das sich frei bewegen kann,

Andreas: das unterwegs ist, soweit es will, mit seiner Rotte in absoluter Freiheit lebt,

Andreas: das ist artgerecht natürlich, das ist klar.

Andreas: Das ist einfach das Leben, wie es ein Schwein natürlich bevorzugen würde.

Andreas: Und wir versuchen, so weit wie möglich artgerechte Tierhaltung herzustellen.

Andreas: Und dazu ist eben die Weidehaltung ganz, ganz wichtig, also dass unsere Mastschweine

Andreas: auf die Weide zusätzlich kommen.

Andreas: Und das versuchen wir auch bei unseren Zuchtzauern, die auch in Zukunft zu Hause

Andreas: bleiben werden, weil da auch zusätzlich die Überwachung ganz wichtig ist.

Andreas: Wir sind bei fast jeder Geburt sind wir immer, haben zumindest unsere Augen bei der Geburt.

Andreas: Also wir haben eine Kamera immer im derzeitigen Geburtsstall hängen und beobachten

Andreas: die ganze Geburt. Und wenn irgendwo irgendwas nicht weitergeht,

Andreas: dann sind wir auch binnen 30 Sekunden im Stall hinten und können da auch eingreifen.

Andreas: Und das ist uns auch ganz wichtig, dass wir die Geburten gut kontrollieren können.

Andreas: Und das funktioniert nicht, weil unsere Flächen, würden wir sie nur im Freiland

Andreas: halten, funktioniert das nicht, weil unsere Flächen einfach zu weit weg sind vom Hof.

Andreas: Und deswegen haben wir uns von vornherein entschieden, unsere Zuchtzaun da zu behalten.

Andreas: Deshalb bieten wir ihnen zusätzlich unsere Schweineweide im Hof herinnen an

Andreas: und haben auch eben die Ausläufe so groß es uns möglich ist gestaltet.

Andreas: Und ich hoffe, dass wir so artgerecht wie möglich sind und ich glaube,

Andreas: dass wir da wirklich gut dabei sind.

Willy: Ich hätte jetzt eine Frage, damit die Kategorie heißt nicht nur Zukunfts-,

Willy: sondern auch Meta und ich bin berüchtigt bei der Frau Blasl für meine verkopften Fragen.

Willy: Aber warum jetzt von artgerecht? Du hast jetzt Wildschwein gesagt.

Willy: Die Schweine, die wir normal so in Zucht und Mast haben, sind ja alles keine

Willy: Wildschweine mehr, sondern sind ja alles irgendwo auf eine gewisse Domestizierung hingezüchtet.

Willy: Das heißt, wenn ich dann wirklich von artgerecht sprechen würde,

Willy: müsste ich dann quasi auch diese Zuchtschweine oder diese Rassen dann wieder

Willy: hinführen zu den Ursprungsrassen und dann sagen, okay wir essen die.

Willy: Oder ist es dann eine andere Art von artgerecht, weil das Wildschwein,

Willy: also so, ich weiß nicht, mein Schwäbisch-Helsche, ich hab's ja Schwäbisch-Helsche,

Willy: glaube ich, wenn ich die jetzt nehme und in den Wald tue, tut.

Bianca: Hast schon ein Problem.

Willy: Hat die Sau ein Problem, wahrscheinlich, oder? Das heißt, das wäre ja dann auch

Willy: nicht mehr artgerecht. Also der Begriff artgerecht, wo geht der hin?

Willy: Also Entschuldigung für die verkopfte Frage.

Bianca: Es ist ein Denkanstoss für die, wunderbar.

Andreas: Nein, nein, es ist schon wichtig. Also die Rassen, so wie sie den Menschen gezüchtet

Andreas: hat, die haben auch schon ihre Berechtigung, definitiv.

Andreas: Nur sind wir in einer zu extremen Richtung unterwegs. Wir müssen schon auch

Andreas: wieder schauen, es ist natürlich immer der Druck in Richtung Leistung.

Andreas: Die Tiere müssen viele Ferkel bringen, sie müssen auf die Welt bringen,

Andreas: sie müssen viele Ferkel durchbringen, sie sollen eine hohe Leistung haben,

Andreas: dann auch die Mastleistung, die Zunahmen sollen hoch sein.

Andreas: Das ist immer ganz wichtig, um billiges Fleisch herzustellen.

Andreas: Und deshalb glaube ich, dass wir auch im Sinne der Tiere und der artgerechteren

Andreas: Tierhaltung von den Rassen nicht weggehen sollten,

Andreas: aber im Endeffekt bei allen Rassen in eine andere Richtung arbeiten und zwar

Andreas: bei den Zuchtzauren einfach und auch bei den Mastschweinen in Hinsicht auf die

Andreas: Lebensleistung bei den Zuchtzauren arbeiten.

Andreas: Das heißt, dass die Zuchtzauren einfach länger genutzt werden und einfach nicht

Andreas: diese hohe Leistung erbringen müssen,

Andreas: sondern dass es den Tieren besser geht, dadurch auch,

Andreas: dass die Leistung etwas reduziert wird und auch genauso bei einer Mast,

Andreas: dass wir wegkommen von diesen enormen Tageszunahmen, die wir haben in der Tierhaltung.

Andreas: Dass das Ganze auch wieder etwas artgerechter wird und da muss auch die Züchtung hingehen,

Andreas: dass es den Tieren von der genetischen Seite her auch schon besser geht.

Andreas: Und ja, natürlich, wir müssen davon leben und deshalb,

Andreas: es kann keiner ein Wildschwein irgendwo halten irgendwie ein wildschweinähnliches

Andreas: Verhältnis bieten und dann noch Schweinefleisch zu einem Preis verkaufen,

Andreas: den auch irgendjemand zahlen kann.

Andreas: Natürlich ist es immer so, dass man Kompromisse eingehen muss,

Andreas: aber wir versuchen eben unsere Kompromisse so weit zu dehnen,

Andreas: dass wir sagen, unser Schweinefleisch ist wirklich teuer, aber wir haben dafür

Andreas: auch versucht, den Tieren ein bestmögliches Leben zu bieten.

Willy: Frau Blasl, eine Welt frei von Kompromissen wäre eine?

Bianca: Ich habe vorher noch eine andere Frage. Ja, ich weiß, ich bin sehr leid.

Bianca: Wir kommen gleich zur Frage der utopischen Welt, aber vielleicht ist es auch

Bianca: eine utopische Welt, zu der ich meine Frage jetzt stelle.

Bianca: Wenn wir in die Zukunft schauen, essen wir dann überhaupt noch Fleisch?

Andreas: Gute Frage. Solange wir das noch tun,

Andreas: hoffe ich, dass wir uns auf das bestmöglich produzierte und dem Tier wohl bestmöglich

Andreas: nahekommende Fleisch beschränken und das einerseits reduzieren und schauen wir.

Andreas: Wir versuchen das bestmögliche Fleisch zu erzeugen, so wie wir es schaffen und

Andreas: unseren Tieren denen die bestmöglichen Bedingungen bieten können,

Andreas: um eben auch Fleisch so lang wie es noch essen.

Andreas: Um das Fleisch so gut wie möglich zu produzieren.

Willy: Wir nähen uns Frau Blasl-Liwenswager, jetzt schiebe ich noch etwas ein,

Willy: und zwar in diese Richtung.

Willy: Wäre es für euch erdenkbar, in der Zukunft irgendwann einmal wieder auf Tierhaltung

Willy: zu verzichten, wenn sich die Gesellschaft tut? Ist das einfach euer Weg?

Andreas: Boah, das zeigt die Zukunft.

Andreas: Wir, keine Ahnung, ich kann es dir nicht sagen. Ja, sicher. Wenn alles dann

Andreas: gegen die Tierhaltung spricht, dann finden sich immer neue Wege,

Andreas: das ist klar. Also wir müssen uns auch in der Landwirtschaft immer wieder neu orientieren, sowieso.

Andreas: Schauen wir, was sich tut. Natürlich ist es so, dass gerade meine Frau und ich,

Andreas: wir sind beide absolute Tierfreunde und tiernahrisch einfach,

Andreas: so wie man in Wien sagen würde.

Bianca: Habt ihr gerade dasselbe Wort im Kopf?

Andreas: Genau, also wir arbeiten einfach extrem gern mit den Tieren und ja,

Andreas: schauen wir, was die Zukunft bringt, kann ich da nichts sagen. Zukunft.

Bianca: Apropos schauen wir, es ist deshalb meine Lieblingsfrage, weil sie nicht falsch

Bianca: beantwortet werden kann.

Bianca: Regina, Andi, wenn ihr könntet in einer utopischen Welt, in der alles geht,

Bianca: was würdet ihr denn an unserem Lebensmittelsystem anders machen?

Bianca: Regina, vielleicht fangen wir mit dir an.

Regina: Du hast immer Fragen an mich.

Regina: Ja, man sollte die Menschheit, die Leute dazu erziehen,

Regina: vielleicht sich ein bisschen gesunder zu ernähren und weg von den Billigprodukten,

Regina: mehr zu hochwertigen Sachen,

Regina: mehr zu Gemüse, soll die jetzt ganz arg sein, weniger Mäcki und diese ganzen

Regina: Ketten und die Fastfoodketten.

Regina: Ich glaube nicht, dass das so gesund ist, meiner Meinung nach.

Willy: Andi? Bio.

Regina: Dann schaffst du es wieder, Hervor. Sicher.

Willy: Bio ist Utopie. Das ist schräg, oder?

Andreas: Nein, es ist wirklich schön.

Bianca: Eigentlich nicht.

Andreas: Ja, leider. Wahrscheinlich ist es Utopie. Ich weiß nicht, ob wir jemals dahin

Andreas: kommen, dass wir eine rein biologische Ernährung zusammenbringen werden.

Andreas: Das wäre mal ein ganz ganz wichtiger Schritt.

Andreas: Natürlich, so wie ich gesagt habe, Fleisch reduzieren, ob wir irgendwann Fleisch

Andreas: essen, noch überhaupt noch Fleisch essen werden, keine Ahnung, fragt mich nicht.

Andreas: Solange wir Fleisch essen, finde ich, soll es Bio sein, soll es den besten Haltungsbedingungen

Andreas: überhaupt entsprechen, weil überlegen wir uns alle, für jedes Schnitzel,

Andreas: für jedes Fleisch, das wir essen, stirbt ein Tier.

Andreas: Und das muss einem jeden, wenn er Fleisch isst, bewusst sein.

Andreas: Und jeder soll sich die Frage stellen, kann ich dahinter stehen,

Andreas: das überhaupt noch zu essen? Und wenn ich es esse, dann soll es den Tieren so

Andreas: weit wie möglich, so gut wie möglich in ihrem Leben gegangen sein,

Andreas: weil sonst kann ich nicht dahinter stehen, dass ich noch Fleisch esse.

Regina: Und nicht wie in Argentinien, die schon zum Frühstück ein Steak oder sowas essen.

Bianca: Apropos Essen, apropos Frühstück. Wir sind ja beide, der Willi und ich,

Bianca: bekennende Foodies, aber er ist der größere Essfanatiker und deshalb hat er

Bianca: auch eine Lieblingsfrage.

Willy: Ich bin einfach größer, deswegen muss ich mehr essen.

Andreas: Das kenne ich.

Willy: Aber die Frage ist, was finde ich denn, wenn ich jetzt aufstehe und bei dir

Willy: im Endeffekt da rübergehe gehe bzw. bei dir zu Hause einbreche und den Kühlschrank

Willy: aufmache, was finde ich denn da drinnen?

Regina: Oje, ich habe einen Mann, der gerne Fleisch isst, also da wirst du solche Sachen

Regina: auch viel drinnen finden.

Regina: Du wirst bei mir Gemüse finden und sicher völlig Eier, das wird noch zu,

Regina: und ich freue mich schon, wenn wir dann die eigenen haben.

Regina: Es muss immer was zu essen zu Hause sein.

Willy: Und, dass es nicht schlecht wird.

Regina: Also bei uns zu Hause ist der Kühlschrank nie leer, sagen wir mal so.

Regina: Und verschiedenste Sachen drin.

Andreas: Bei uns ist er meistens auch nicht leer. Jetzt ist er leider gerade leer.

Andreas: Wir müssen endlich mal wieder einkaufen gehen.

Andreas: Ja, meistens, so weit es irgendwie möglich ist, Bioprodukte,

Andreas: selbstverständlich. Das ist mir immer ganz, ganz wichtig.

Andreas: Ja, bei uns ist auch viel Gemüse finden meistens. Ja, wir schauen auch selber

Andreas: drauf, dass wir unseren Fleischkonsum so weit wie möglich reduzieren,

Andreas: obwohl wir volle Tiefkülturen haben mit Fleisch.

Andreas: Ja, bei uns müsst ihr alles finden.

Andreas: Ja, leider lässt unsere Zeit auch manchmal nicht zu, dass wir teilweise Fertigprodukte

Andreas: kaufen, die dann so weit es geht Bio sind.

Andreas: Also das ist immer zu und meistens schaffen wir es auch, dass wir teilweise,

Andreas: dass wir die auch bio erwerben.

Andreas: Wir kochen aber sehr sehr viel selber. Also wir essen auch oft zweimal am Tag

Andreas: warm und das eigentlich fast immer selbst gekocht.

Andreas: Ist wirklich selten, dass wir eigentlich fertige Produkte brauchen.

Andreas: Ja, aber sonst müsst ihr bei mir Bio-Sachen finden.

Andreas: Ja, Milchprodukte, Fleisch natürlich auch, unser Fleisch und ja,

Andreas: rein unser Fleisch, das ist sowieso. Also wenn du bei uns reinschaust,

Andreas: jetzt ist gerade leider nichts drinnen, aber sonst unser Fleisch.

Andreas: Sonst kommt bei mir nichts in den Kühlschrank.

Willy: Okay. Bianca, du weißt, warum ich frage oder?

Bianca: Ja, der Willi denkt sich gerade, trinkst du Kaffee?

Andreas: Was willst du denn scherzen?

Bianca: Okay, that came out wrong.

Willy: Nein, that came out wrong. Es war immer so, und wo ist das Bier im Kühlschrank?

Willy: Bei dir keines im Kühlschrank?

Andreas: Oh ja, sicher. Also jetzt weiß ich nicht. Bei uns nicht. Wein.

Willy: Auch nicht.

Bianca: Das macht den Willi immer komplett fertig, wenn es in irgendeinem Kühlschrank kein Bier gibt.

Regina: Kein Bier, sondern Wein.

Willy: Wir sagen zumindest so etwas, bis wir fertig machen, ich habe heute so ausgeworfen,

Willy: dass bei einem Kühlschrank kein Bier ist. Also, da stimmt es noch nicht.

Andreas: Der Vater!

Willy: Jetzt zum Abschluss die Frage, die abschließende Frage im wahrsten Sinne des Wortes.

Willy: Wenn ihr euren eigenen Nachruf schreiben könntet, was würdet ihr denn in diesen

Willy: hineinschreiben? was sollte da drinstehen?

Regina: Bei mir momentan, das ist ja so lustig gewesen, bei der einen Schule am Bauernhof,

Regina: da war eine befreundete Lehrerin von uns da, mit einer Volksschulklasse,

Regina: und der Andi stellt immer vor mit, ja, ich bin der Bauer da,

Regina: und ich bin der Andi, und das ist meine Mama.

Regina: Und die Freundin von uns sagt mir, ja, und das ist die Altspäuerin.

Regina: Und ich denk mir dann immer, ja, ich hab eins auslassen. Ich war das Bauernkind.

Regina: Die Bäuerin hab ich eigentlich fast auslassen, weil da hab ich unterrichtet.

Regina: Da war ich Lehrer und jetzt bin ich die Altbäuerin.

Regina: Das find ich lustig. Ich weiß nicht, ob's zum Nachruf passt,

Regina: aber das tät ich auf jeden Fall mal reinschreiben.

Regina: Alleine diesen Ablauf find ich so lustig.

Bianca: Bauernkindlehrerin Altbäuerin.

Regina: Schön.

Andreas: Was schreibe ich eine? Keine Ahnung.

Regina: Du bist noch viel zu weit weg von einem Nachruf, deswegen schreibst du noch nichts ein.

Andreas: Ich glaube...

Willy: 100% Bio.

Regina: Bio, ja.

Willy: Ich glaub 1000%.

Andreas: Ja, das könnte schon sein.

Andreas: Wieso die jetzt nicht?

Willy: Wer von euch zwei ist der größere Sprücherklopfer?

Regina: Ich bin eher der Geschichteldrucker, weil ich hab Geschichte unterrichtet.

Willy: Aber wir wissen, in der Geschichte gibt es sehr, sehr viele Zitate aus der Geschichte

Willy: und hätte einer oder vielleicht sogar beide von euch jetzt für unseren Podcast

Willy: ein Zitat zum Abschluss?

Bianca: Oder gerne ein Geschichtl?

Willy: Oder ein Sprücherl?

Bianca: Ein Geschichtl ist auch okay.

Regina: Undi, du? Hmhm.

Andreas: Undi, du? Ah, bin ich aber ganz schlecht mit Zitaten.

Willy: Boah! Oder einen Witz? Ha, gute Frage.

Andreas: Hm... Fällt mir eigentlich gar nichts ein.

Regina: Mir fällt nur ein ganz was Blödes ein.

Bianca: Oh ja, ich liebe Blöd.

Regina: Was Blödes fällt mir nur ein, wie ich das gemerkt habe, wie lange ein Schwein

Regina: trächtig ist. Da habe ich nämlich immer eine Eselsbrücke.

Regina: Ich als Geschichtelehrer, 3-3-3 war bei Isos Keilerei. Das habt ihr vielleicht

Regina: auch in der Schule kennengelernt.

Regina: Ich bin Alexander den Großen und meine Eselsbrücke dazu ist,

Regina: ein Schwein ist drei Monate, drei Wochen und drei Tage schwanger.

Bianca: Ja, vor allem Keilerei, Keiler gut.

Regina: Ja?

Willy: Ja. Ich danke dir auch zum Abschluss. Du nimmst deinen Bildungsauftrag sehr, sehr ernst.

Willy: Mit diesen Worten vielen Dank.

Bianca: Wir verabschieden uns aus dem Schweinestall.

Willy: Wir sagen Tschüss. Kürt euch.

Andreas: Danke. Wir sagen Danke. Servus damals.

Bianca: Danke!

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